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Klemmverbindung für Strangpreßprofile Die Erfindung betrifft eine
Klemmverbindung für flache Strangpreßprofile, die eine biegesteife und zugfeste
Verbindung gestattet.
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Die Anwendung von Strangpreßprofilen wird in vielen Fällen dadurch
eingeschränkt, daß im Hinblick auf die erforderlichen Strangpreßmatrizen nicht beliebig
große oder breite Profile hergestellt werden können, bzw. dadurch, daß die Werkzeugkosten
fUr große Profile derartig hoch sind, daß eine wirtschaftliche Fertigung nicht möglich
ist. Man geht deshalb häufig dazu über, größere Bauteile aus zwei oder mehreren
Profilen zusammenzusetzen. Dabei ist man bestrebt, möglichst auf zusätzliche Verbindungsmittel
zu verzichten, um das Aussehen des Bauteils nicht zv beeinträchtigen oder um den
Montageaufwand zu senken.
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Als Ergebnis dieser Bemühungen sind bereits viele Verbindungsmöglichkeiten
für Strangpreßprofile bekanntgeworden.
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Sie beruhen entweder auf einer formschlüssigen oder einer kraftschlüssigen
Konstruktion, meist aber auf einer Kombination beiaer Verbindungsarten. Die Ausbildung
der Profile
mit entsprechenden Befestigungsmitteln bietet bei nicht
flachen Profilen i.a. keine großen -Schwierigkeiten, weil für die Unterbringung
der Befestigungsmittel bei diesen Profilen genügend Platz zur Verfügung steht. Anders
verhält es sich bei flachen Profilen, wie z.B. Fassadenele menten, Rolladenkästen,
Installationskanälen etc. Hier besteht die Forderung, daß der Bereich in dem zwei
flache Profile miteinander verbunden sind, möglichst nicht dikker ist als das flache
Profil selbst, um eine beidseitig glatte Wandung zu erhalten. Andererseits wird
gefordert daß die Verbindung biegesteif und zugfest sein soll.
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Beide Forderungen sind bei flachen Profilen nicht gl.eichzeitig zu
erfüllen. Daraus ergibt sich aber die Aufgabe, eine Profilverbindung zu finden,
die einerseits ausreichend biegesteif und zugfest ist, andererseits aber mvglichst
flach baut Diese Aufgabe wird bei der erfindungsgemäßen Klemmverbindung dadurch
gelöst, daß die Längsränder der Profile eine, durch einen kurzen Schenkel, einen
Quersteg und einen langen Schenkel gebildete, Ausnehmung aufweisen, in die die langen
Schenkel (des Gegerprofils) mit an deren Enden versetzt angeordneten Stegen wechselseitig
eingreifen und daß die langen Schenkel mit zusammenwirkenden Einrastmitteln versehen
sind.
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Eine besonders wirtschaftliche Herstellung der flachen Strangpreßprofile
ergibt sich.- wenn die Längsränder der Profile spiegelsymmetrisch ausgebildet sind.
Dabei kann d.ie Profilwandung entweder von der Mitte des Quer stegs ausgehen oder
aber der kurze oder lange Schenkel verläuft in Verlängerung der Profilwandung.
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Wird eine einseitig glatte Wandung gefordert, so können die Profilränder
mit Bezug auf die Profilwandung so angeordnet werden, daß bei dem einen Profil der
kurze Schenkel und beim Gegenprofil der lange Schenkel in der Verlängerung der Profilwandung
verläuft.
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Die vorgeschlagene Klemmverbindung wird zweckmäßig so gestaltet, daß
die Dicke der Verbindungsstellen nicht größer ist als die dreifache Dicke der Profilwandung.
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In die erfindungsgemäße Klemmverbindung kann eine elastische Dichtschnur
eingelegt werden.
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Die vordere Kan-te der versetzt angeordneten Stege wird zweckmäßigerweise
abgeschrägt, um die Montage zu erleichtem Weitere Einzelheiten und Variationsmöglichkeiten
der Erfindung sind als Ausführungsbeispiele in den Figuren dargestellt.
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Figur 1 zeigt -im Ausschnitt zwei Profile beim Beginn des Ineinandersteckens.
Das Profil 1 besitzt in Verlängerung der Profilwandung 7 einen langen Schenkel 3,
der zusammen mit dem Quersteg 2 und dem kurzen Schenkel 1 eine Ausnehmung 4 bildet.
In diese Ausnehmung 4 greift der am langen Schenkel 3' des Profils II (Gegenprofil)
versrrntzt- angeordnete Steg 5' ein. Durch Schwenken des Profils II in die Ebene
von Profil 1 wird der versetzt angeordnete Steg 5 vor die Ausnehmung Steg 1' gebildet
analog zu Profil I in Profil II durch den langen Schenkel 3, den Quersteg 2' und
den in der Verlängerung dr Profilwand 7' verlaufenden kurzen Steg 1' gebildet wird.
Werden anschließend die Profile ineinander gepreßt, so kommen die Einrastmittel
6, 6' miteinander in Eingriff und ergeben so eine auch auf Zug beanspruchbare Klemmverbindung.
Beim Ineinanderpressen werden die langen Schenkel 3, 3' dadurch, daß die Einrastmittel
6, 6' schräge Auflaufkanten 8, 8' aufweisen, elastisch nach außen durchgebogen und
federn, sobald die vorderen Kanten der Einrastmittel 6, 6' aneinander vorbeibewegt
sind, wieder zurück. Die Rückseiten 9, 9' der Einrastmittel 6, 6' verlaufen nicht
senkrecht zu den langen Schenkeln 3, 3',
sondern ebenfalls schräg,
allerdings mit wesentlicij größerem Winkel als die Auflaufkanten. Dadurch können
nicht zu vermeidende Fertigungstoleranzen ausgeglichen werden, inden die Rückseiten
9, 9' unter dem Druck der elastisch nach außen durchgebogenen Scheiikel 3, 3' mehr
oder weniger stark zuj Überlappung kommen, und zwar jewells soweit, bis die Profile
an einer Stelle an der Vorderkante 10, 10' der kurzen Schenkel aneinander anliegen
Aus Fig. 1 ist ferner zu ersehen, daß der versetzte Steg 5' bereits in die Ausnehmung
4 eingreift, während der versetzte Steg 5 noch an dem kurzen Schenkel 1' vorbeigeschwenkt
werden kann. Mit anderen Worten, der Abstand von der Vorderkante 10' des kurzen
Schenlrels 1' bis zur Vorderkante 115 des versetzten Stegs 5' ist beim Profil II
größer gewählt als der entsprechende Abstand bei Profil I. Diese Maßnahme dient
ebenso wie die Abschrägung 12, 12' der Stege 5, > der Erleichterung der Montage,
Bei der Ausbildung der Klemmverbindung nach Fig. 1, bei der die Ränder der Profile
nicht spiegelsymmetrisch zueinander sind, ist es ferner möglich, die langen Schenkel
3,3' in ihrer Dicke utiterschiedlich zu dimensionieren, um eine unterschiedliche
elastische Verformung beim Ineinanderpressen zu erhalten. So ist es z.B. zweckmäßig,
den langen Schenkel 3, der einen Teil der glatten Wandu-ng bildet, stärker auszuführen,
damit eine nach dem Einrasten infolge der Fertigungstoleranzen etwa verbleibende
elastische Verformung nur an dem auf der nicht glatten Wandung liegenden langen
Schenkel 3' auftritt.
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Entsprechend sind natürlich alle von dieser u-nterschiedlichen Ausgestaltung
der längeren Schenkel 3, 3' abhängigen Abmessungen anzupassen.
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Fig. 2 zeigt eine Klemmverbindung gemäß Fig. 1 kurz vor dem Ineinanderpressen.
In Abwandlung sind hierbei jedoch die Einrastmittel als Auflaufnocken 13 und Raster
14 ausgebildet. Ferner ist eine elastische Dichtschnur 15 vorgesehen, für deren
Aufnahme der lange Schenkel 3' am Übergang zum versetzten Steg 5' mit einer abgerandeten
Rinne 16 versehen ist.
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Fig. 3 zeigt die Klemmverbindung gemäß Fig. 2 in der eingerasteten
Stellung. Infolge der breiten Flächen 17, 17' bzw. 18, 18*, an denen die beiden
Profile aneinander liegen, wird eine starre biegesteife Verbindung erzielt.
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Fig. 4 zeigt eine Klemmverbindung, bei der die Profilränder spiegelsymmetrisch
zueinander ausgebildet sind.
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Mit einer derartigen Ausführungsform können zwar keine einseitig völlig
glatten Wände hergestellt werden. Der Vorteil dieser Ausführung liegt darin, daß
hierbei für die Herstellung der Profile nur ein einziges Werkzeug erforderlich ist.
Dieser Vorteil kann z.B. dann überwiegen, wenn die sichtbaren Ansätze 19, 19' beim
Übergang von der Verbindungsstelle zur Pro filwandung nicht stören und eine besonders
preisgünstige Herstellung gefordert wird. Im übrigen können bei gewissen Anwendungsfällen
die sichtbaren Ansätze 19, 19' u.U. sogar als dekoratives Element gewünscht sein,
wie z.B. bei Fassaden oder beim Innenausbau von Räumen. Selbstverständlich können
die Übergänge auch abgerundet oder abgeschrägt ausgeführt werden.
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Fig. 5 zeigt eine ebenfalls spiegelsymmetrische Ausbildung der Profilränder,
wobei jedoch in Abwandlung zu Fig. 4 nicht die langen 3, 3', sondern die kurzen
Schenkel 1, 1' in der Verläugerung der Profilwandung 7, 7' verlaufen.
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Fig.6 zeigt eine weitere Ausführungsform für spiegelsymmetrische Ausbildung
der Profilränder, wobei jedoch die Profilwandung von der Mitte des Querstegs 2,
2' ausgeht. Die Ausführunsform ist dann angebracht, wenn die aus den Profilen aufgebaute
Wandung beidseitig benutzbar sein soll, ohne daß eine einseitig glatte Wandung gefordert
ist. Die Dicke der Verbindungsstelle D beträgt, wie bei den anderen Ausführungsformen,
erfindungsgemäß nicht mehr als die dreifache Dicke der Prefllwandung d.
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Fig. 7 zeigt die Klemmverbindung in der Anwendung bei einem Rolladenkasten.
Der gesamte Rolladenkasten besteht aus dem U-förmigen Deckelprofil 20 und dem äußeren
Profil 21 sowie dem inneren Profil 22. Die Profile 21 und 22 sind mit dem Deckelprofil
mittels der erfindungsgemäßen Klemmverbindungs verbunden. Dabei ist für das äußere
Profil 21 eine unlösbare Verbindung gewählt worden, während für das irulere Profil
22 eine lösbare Klemmverbindung vorgesehen ist, damit das Innere des Rolladenkastens
für Reparaturen zugänglich ist.
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Die lösbare Klemmverbindung unterscheidet sich gemäß Fig. 8 von den
nicht lösbaren Ausführungsformen dadurch, aaß die Einrastmittel aus einer abgerundeten
Nase 23 und einem pfannenartigen Auflaufno cken 24 be stehen. Ferner sind im Bereich
einer Fuge sich gegenüberstehende ujrennocken 25, 26 angeol-dnet, bei denen ein
Werkzeug zum Lösen der Klemmverbindung angesetzt werden kann. Im übrigen entspricht
die lösbare Ausführungsform der Klemmverbindung der in Fig. 2 und 3 dargestellten.
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Die einzelnen Merkmale der Klemmverbindung für flache Strangpreßprofile
lassen sich selbstverständlich auch
noch vielfältig anders kombinieren
bzw. durch gleichwirkende Merkmale ergänzen oder abwandeln. Der Erfindungsgedanke
ist nicht auf die Ausführungsbeispiele beschränkt Mit der erfindungsgemäßen Klemmverbindung
werden die Anwendungsmöglichkeiten für flache Strangpreßprofile stark erweitert.
In vielen Fallen w.ird der Einsatz derartiger Profile nun auch auf solchen Gebieten
in Erwägung zu ziehen sein, auf denen die Profile bisher technisch oder wirtschaftlich
nicht konkurrenzfähig waren. Insbesondere können Bauteile aus flachen Strangpreßprofilen
nunmehr in wirtschaftlicher Weise auf kleineren Pressen und mit kleineren Werkzeugen
hergestellt werden. Vielfach wird auch eine Ersparnis an Transport und Lagerkapazität
eintreten, insbesondere bei nicht flachen Bauteilen, wie z.B Rolladenkästen und
Installationskanälen.
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Patent ansprüche