DE2125339A1 - Pelletisierter Siliconkautschuk - Google Patents
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Description
DR-I. MAAS
β MÜNCHEN 23
UNQERERSTR. 25 - TEL. 39 02 36
DC 174O
Dow Corning Corporation, Midland/ Michigan/ V.St.A.
Pelletisierter Siliconkautschuk
Die Erfindung bezieht sich auf Siliconkautschukmassen in pelletisierter Form.
Das Härtungssystem/ das auf der Addition von siliciumgebundenen
Wasserstoffatomen an aliphatisch ungesättigte Bindungen in Gegenwart eines Katalysators beruht, hat
umfangreiche Anwendung in Siliconherstellungs- und -härtungsverfahren gefunden. Solche Verfahren sind in
der USA-Patentschrift 2 823 218 beschrieben. Dieses System ist zur Herstellung von Siliconkautschuken
verwendet worden, bei denen silicium-gebundene Wasserstoffatome
sich in Gegenwart eines Platinkatalysators an siliciumgebundene Vinylreste addieren. Die Erfindung
bezieht sich auf derartige Siliconkautschuke. Siliconkautschuke dieses Typs haben sich in der Technik
für die Niedertemperaturhärtung von Zweikomponenten-Systemen aus bei Raumtemperatur vulkanisierbaren
Massen durchgesetzt. Solche Massen haben niedere Viskosität und sind zum Verkapseln elektrischer
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Komponenten sowie als Einbett- und Dichtungsmassen geeignet. In neuerer Zeit wurden aus diesen Massen
Einkomponenten-Härtungssysteme entwickelt, bei denen der Platinkatalysator bei niederen Temperaturen inhibiert
ist, jedoch durch Erwärmen aktiviert wird. Solch ein inhibiertes System ist in der USA-Patentschrift
3 192 181 beschrieben, bei dem die Härtung bei Temperaturen bis zu etwa 60 Grad C durch Benztriazol
inhibiert wird, das jedoch leicht härtet, wenn es über 60 Grad C erwärmt wird.
Die physikalischen Eigenschaften von Siliconkautschuken, die durch Addition von siliciumgebundenen Wasserstoffatomen
an siliciumgebundene Vinylreste in Gegenwart
eines Platinkatalysators gehärtet werden, können durch Abänderung der Art und Menge der Reaktionsteilnehmer, ·
zum Beispiel der Siliciumverbindung, welche die siliciumgebundenen Wasserstoffatome enthält, verändert werden.
So kann ein Siliconkautschuk leicht für bestimmte Anwendungszwecke zugeschnitten werden. Diese Siliconkautschuke
härten bei Raumtemperatur, die Härtung kann jedoch inhibiert werden. Die Vulkanisationsgeschwindigkeit
ist gegen Temperaturerhöhungen empfindlich, und zwar stärker als bei Peroxidkatalysatoren. Aus diesen
Gründen ist es zweckmäßig, dieses Härtungssystem in Siliconkautschuken zu verwenden, die auf Elastomeren
beruhen.
Die Verwendung eines Hartungssystems für Siliconkautschuke
auf Elastomerenbasis, das durch Addition von siliciumgebundenen Wasserstoffatomen an silicium-gebundene
Vinylreste in Gegenwart eines Platinkatalysators härtet, läßt sich an sich nicht leicht vielen Anwendungsgebieten
anpassen, da die Lagerfähigkeit einer solchen katalysierten Siliconkautschukmasse kurz ist, weil die Härtung
einsetzt, sobald der Katalysator zugegeben wird, und
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da die Zugabe des Platinkatalysators unmittelbar vor dem Gebrauch Verwalzen und Erwärmen erfordert, falls
eine gründliche Durchmischung erreicht werden soll, und ein Erwärmen den Härtungsprozeß nur noch beschleunigt.
Dadurch ist eine breite Anwendung von Siliconkautschuken dieser Art verhindert worden. Die in letzter Zeit aufgefundenen
Inhibitoren für den Platinkatalysator haben den Anwendungsbereich etwas erweitert. Inhibitoren
inhibieren die Härtung jedoch nur bis zu 60 oder 70 Grad C, und manche Inhibitoren sind flüchtig. Daher
wurde die gleiche einfache Handhabung wie mit Peroxidkatalysatoren selbst mit Inhibitoren bisher- nicht erreicht,
da Peroxide bis zu Temperaturen über 100 Grad C und einige bis zu so hohen Temperaturen wie 130 oder
150 Grad C stabil oder inaktiv sind. Substanzen, welche die Aktivität der Platinkatalysatoren bei Temperaturen
über 60 oder 70 Grad C inhibieren, wirken dauernd so und werden als Katalysatorgifte klassifiziert.
Es ist also zu ersehen, daß ein Platinhärtungssystem
für Siliconkautschukmassen wünschenswert ist, daß jedoch die Handhabungsschwierigkeiten seine technische
Anwendung begrenzen. Platinhärtungssysteme haben ferner den Vorteil, daß sie durch Luft nicht inhibiert werden.
Die Erfindung bezweckt daher eine Siliconkautschukmasse, die ebenso wie die mit Peroxid gehärteten Massen eingesetzt
werden kann, jedoch mit einem Platinkatalysator gehärtet wird.
Gegenstand der Erfindung ist eine härtbare Zusammensetzung in pelletisierter Form, welche aus einer Mischung
aus (A) Pellets einer Siliconkautschukmasse, die siliciumgebundene Vinylreste und einen Platinkatalysator enthält,
und (B) Pellets einer Siliconkautschukmasse, die eine Siliciumverbindung mit wenigstens drei silicium-gebundenen
Wasserstoffatomen pro Molekül enthält, besteht,
worin die Pellets (A) und die Pellets (B) in Mengen vorliegen, die bei Vereinigung zu einer Masse eine
vulkanisierbare Zusammensetzung ergeben.
Eine Siliconkautschukmasse für die erfindungsgemäßen Zwecke besteht aus irgendeinem Siliconelastomeren mit
oder ohne Füllstoffe oder andere Additive. Die erfindungsgemäßen Siliconkautschukmassen enthalten alle Bestandteile
bis auf den Härtungskatalysator. Die Sxliconkautschukmassen für die erfindungsgemäßen Zwecke sind
ferner auf solche Massen begrenzt, welche Siliconelastomere mit siliciumgebundenen Vinylresten enthalten. Solche
vinylhaltigen Sxliconkautschukmassen sind allgemein bekannt und im Handel erhältlich. Für die erfindungsgemäßen
Zwecke sind solche vinylhaltigen Sxliconkautschukmassen geeignet, die nach einer von verschiedenen Methoden pelletisiert
werden können. Die geeigneten Siliconkautschukmassen, welche pelletisiert werden können, sind für jeden
Fachmann auf dem Siliconkautschukgebiet ersichtlich. Siliconkautschukmassen, die bei Raumtemperatur
fließen, sind natürlich ungeeignet, da derartige Siliconkautschukmassen nicht lange die Form von Pellets
behalten und bei Lagerung oder Transport koagulieren oder miteinander verklumpen würden und daher jeder Vorteil,
der durch die Pelletisierung erzielt wird,, nur vorübergehend wäre. Sxliconkautschukmassen, die nicht
fließen, aber etwas klebrig sind, sind für die erfindungsgemäßen Zwecke geeignet, falls sie mit einem
inerten Pulver, zum Beispiel Talkum, leicht eingepudert werden. Feinteilige oder gepulverte streckende Füllstoffe
können zum Einpudern dieser schwach klebrigen Siliconkautschukmassen nach dem Pelletisieren verwendet
werden. Diese Maßnahme ermöglicht ihre Anwendung und hält sie im freifließenden Zustand. Für die erfindungsgemäßen
Zwecke sind Pellets diskrete Teilchen, deren
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Größe allgemein etwa von der Größe von Sandkörnern bis zu Teilchen mit einem Durchmesser von 5 bis 7,5 cm reichen
kann. Die Teilchen müssen nicht irgendeine regelmäßige Form haben.
Die härtbare Zusammensetzung nach der Erfindung, die in pelletisierter Form vorliegt, besteht im wesentlichen aus
einer Mischung von zwei Arten von Pellets. Die Pellets (A) bestehen aus einer Siliconkautschukmasse, die siliciumgebundene
Vinylreste und einen Platinkatalysator enthält. Die Pellets des anderen Typs (B) bestehen aus einer Siliconkautschukmasse,
die siliciumgebundene Vinylreste und eine Siliciumverbindung mit wenigstens 3 silicium-gebundenen
Wasserstoffatomen pro Molekül enthält. Die Siliconkautschukmasse
von Komponente (A) kann die gleiche oder eine andere Siliconkautschukmasse wie (B) sein, und vorzugsweise
sind die Siliconkautschukmassen von (A) und (B) gleich, wobei sich der Platinkatalysator in den Pellets (A)
befindet. Wenn die Siliconkautschukmassen gleich sind, läßt sich die fertige Gesamtzusammensetzung, (A) + (B),
leicht bestimmen, und die Menge an Platinkatalysator und silicium-gebundenen Wasserstoffatomen in der gesamten
Zusammensetzung kann durch bloße Veränderung des Verhältnisses von (A) und (B) in der Mischung von Pellets leicht
verändert werden.
Hauptsächlich sind die Siliconkautschukmassen, welche die siliciumgebundenen Vinylreste enthalten, Diorganopolysiloxanelastomere,
welche silicium-gebundene Vinylreste enthalten. Die Diorganopolysiloxanelastomeren sind Polymere
aus über Silicium-Sauerstoff-Silicium-Bindungen miteinander verknüpften Einheiten der Formel R„SiO, worin
R einen einwertigen Kohlenwasserstoffrest oder einwertigen halogenierten Kohlenwasserstoffrest bedeutet. Vorzugsweise
sind wenigstens 2 Vinylreste pro Molekül vorhanden. Die maximale Anzahl an Vinylresten pro Molekül ist nicht
kritisch, da mit steigender Anzahl von Vinylresten das
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gehärtete Produkt stärker vernetzt wird oder die Menge an siliciumgebundenen Wasserstoffatomen in den Pellets (B)
zur Erzielung des gewünschten Vernetzungsgrads verringert werden kann.
R kann beliebige einwertige Kohlenwasserstoffreste bedeuten, zum Beispiel Alkylreste wie Methyl, Äthyl, Isopropyl,
Neopentyl, Octadecyl, 3-Methylheptyl und 2,2-Diäthylpentyl;
Alkenylreste wie Vinyl, Allyl, 4,9-Octadecadienyl und
4-Nonenyl; Alkinylreste wie Propinyl und Decinyl; Alkeninylreste
wie l-Penten-3-inyl und 2-Äthyl-l-buten-3-inyl; cycloaliphatische
Reste wie Cyclobutyl, Cycloheptyl, 2,4-Dimethylcyclopentyl,
Bicyclo^3.1.O/hexyl, Spiro^4.5/decyl und
1,2,3,4-Tetrahydronaphthyl; Arylreste wie Phenyl, XyIyI,
Xenyl, Anthracyl, 3,4-Methyläthy!phenyl und 4-m-Terphenyl;
und Aralkylreste wie 2-Phenyloctyl, Benzyl, 2-Äthyl-p-cymyl,
4,5-Diphenylpentyl und 2-Phenylpropyl.
R kann ferner beliebige einwertige halogenierte Kohlenwasserstoffreste
bedeuten, zum Beispiel aliphatische Reste wie Chlormethyl, 3,3,3-Trichlorpropyl, Chloroctadecyl und
Reste der Formel
worin R~ einen beliebigen Perfluoralkylrest mit 1 bis 18
Kohlenstoffatomen bedeuten kann, zum Beispiel Trifluormethyl oder Perfluoroctadecyl; aromatische Reste wie
Dichlorphenyl und alpha,alpha,alpha-Trifluortolyl;
cycloaliphatische Reste wie Chlorcyclohexyl und Aralkylreste wie Chlorbenzyl.
Vorzugsweise bedeutet R Methyl-, Phenyl- und Vinylreste. Die Diorganopolysiloxanelastomeren können durch silicium
gebundene Hydroxygruppen oder Triorganosiloxyreste mit
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den gleichen organischen Gruppen, wie sie für R definiert wurden, endblockiert sein.
Die Siliconkautschukmassen können ferner Füllstoffe enthalten. Die Füllstoffe sind solche, wie sie üblicherweise
in Siliconkautschuk verwendet werden. Die Füllstoffe können entweder verstärkende Füllstoffe wie in der Gasphase
erzeugtes Siliciumdioxid oder nichtverstärkende Füllstoffe sein. Die Siliciumdioxidfüllstoffe können unbehandelt oder
behandelt sein, um sie hydrophob zu machen. Behandelte Füllstoffe sind allgemein bekannt und umfassen Füllstoffe,
die beispielsweise mit Chlorsilanen wie Triorganochlorsilanen
und Diorganodichlorsilanen, Diorganocyclosiloxanen, Hexaorganodisiloxanen, Organosilazanen und dergleichen
behandelt sind. Zu geeigneten Füllstoffen gehören beispielsweise in der Gasphase erzeugtes Siliciumdioxid,
Siliciumdioxidaerogel, Siliciumdioxidxerogel, Siliciumdioxidruß, Ruß, Quarz, Diatomeenerde, Metallcarbonate
wie Calciumcarbonat, Metalloxide wie Aluminiumoxid, Metallsilicate wie Zirkoniumsilicat, Tonerden, Talkum
und dergleichen. Vorzugsweise enthalten die Siliconkautschukmassen Füllstoffe, besonders Siliciumdioxidfüllstof
fe, zur Verstärkung des Kautschuks und zur Erzielung erhöhter Zug- und Reißfestigkeiten. Die Anwendung
von Füllstoffen erlaubt ferner die Verwendung eines breiteren Bereichs von Diorganopolysiloxanelastomeren, zum
Beispiel solchen mit geringerer Plastizität.
Die Siliconkautschukmassen können ferner weitere Bestandteile enthalten, wie sie üblicherweise in Siliconkautschuk
verwendet werden, zum Beispiel Pigmente zur Färbung, elastizitätsverbessernde Additive, Weichmacher,
Wärmestabilisatoren und dergleichen.
Die Platinkatalysatoren sind allgemein bekannt, und für die erfindungsgemäßen Zwecke sind alle Platinkatalysatoren
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geeignet, die in der Siliconkautschukmasse leicht dispergierbar sind, zum Beispiel Platinchloride, Salze von
Platin, Platinkomplexe und Chloroplatinsäure. Die für die erfindungsgemäßen Zwecke verwendeten Platinkatalysatoren
sind bekannt und in der USA-Patentschrift 3 461 185 ausführlich erläutert.
Die Platinkatalysatoren können auch Inhibitoren enthalten, zum Beispiel das oben genannte Benztriazol, ein Stannosalz,
ein Mercurisalz, ein Wismutsalz, ein Cuprosalz, ein Cuprisalz, eine acetylenisch ungesättigte Verbindung, zum
Beispiel 2-Äthinylisopropanol, und dergleichen. Die Inhibitoren
sind jedoch für die Erfindung nicht wesentlich.
Als Sxliciumverbindung mit wenigstens drei silicium-gebundenen
Wasserstoffatomen kann jede der bekannten Siliciumverbindungen
verwendet werden, die wenigstens 3 siliciumgebundene Wasserstoffatome enthalten. Diese Siliciumverbindungen
enthalten hauptsächlich siliciumgebundene organische Gruppen, wie sie oben für R definiert wurden, und
sind frei von aliphatisch ungesättigten Bindungen. Die Siliciumverbindungen sind beispielsweise Verbindungen,
die aus einer oder mehreren der Einheiten
HSiO1 ,, RHSiO, R0HSiO-. _ und SiO0
bestehen, worin R wie oben definiert ist und vorzugsweise Methyl, Phenyl oder 3,3,3-Trifluorpropyl bedeutet. Einzelbeispiele
für die Siliciumverbindungen, die wenigstens 3 siliciumgebundene Wasserstoffatome enthalten, sind
HSi^OSi(CH3)2H/20Si(CH3)3, ^(CH3)HSiOZ3, Copolymere aus
SiO2, (CH3J2SiO und H(CH3J2SiO0 5, Copolymere aus (CH3)HSiO
und (C6H5)(CH3)SiO, Copolymere aus C5H5SiO1 5, (C6H11
, Z)-CH(CH3)CH2)(CH3)SiO und
(CH3)HSiO sowie CF3CH2CH2Si^OSi(CH3)2H/3 und Si/OSi(CH3)2H/4,
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Die Diorganopolysiloxanelastomeren sollen eine Williams-Plastizität
von wenigstens 0,13 cm (0,050 ") haben. Diorganopolysiloxane,
die Williams-Pastizitäten zwischen 0,13 und etwa O,18 cm (0,050 bis 0,070") haben, benötigen einen
Füllstoff, damit sich eine Siliconkautschukmasse ergibt, die nicht fließt und pelletisiert werden kann. Die Siliconkautschukmassen
enthalten vorzugsweise einen Füllstoff, wenn das Diorganopolysiloxanelastomere eine Williams-Plastizität
zwischen 0,13 und 0,25 cm (0,050 bis 0,100") hat. Je höher die Plastizität ist, desto weniger Füllstoff
ist im allgemeinen erforderlich, um eine pelletisierbare Siliconkautschukmasse zu erzielen. Unabhängig von der
Polymerplastizität müssen Füllstoffe jedoch nicht ausgeschlossen werden, da Füllstoffe, besonders die verstärkenden
Füllstoffe, mit Vorteil zur Verbesserung der physikalischen Eigenschaften verwendet werden. Die Siliconkautschukmassen,
die sich leicht pelletisieren lassen, haben eine Plastizität von wenigstens 0,25 cm (0,100"). Die Plastizität
wird nach der Prüfvorschrift ASTM-D-926-56 ermittelt.
Die Pellets (A) und Pellets (B) werden in den richtigen Verhältnissen zur Erzielung eines vulkanisierbaren Produkts
vermischt. Damit brauchbare Kautschukeigenschaften erzielt werden, soll wenigstens ein siliciumgebundenes Wasserstoffatom
pro Vinylrest vorliegen. Die obere Grenze ist nicht besonders kritisch, soll jedoch ein Molekül der Siliciumverbindung
mit siliciumgebundenem Wasserstoff pro Vinylrest nicht überschreiten. Falls das Verhältnis von ein
Molekül der Siliciumverbindung mit silicium-gebundenem Wasserstoff pro Vinylrest überschritten wird, kann es
sein, daß die Siliconkautschukmasse nicht vulkanisiert.
Für die erfindungsgemäßen Zwecke sind am besten Siliconkautschukmassen
geeignet, die 10 bis 100 Gewichtsteile eines verstärkenden Siliciumdioxid-Füllstoffs pro 100 Gewichtsteile
des Diorganopolysiloxanelastomeren und den
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Platinkatalysator in einer Menge enthalten, die 10 bis 150 Gewichtsteile Platin pro 1 000 000 Gewichtsteile Diorganopolysiloxanelastomeres
ergibt. Wenn nicht-verstärkende Füllstoffe verwendet werden, kann die Gesamtmenge an verstärkenden
und nicht-verstärkenden Füllstoffen bis zu 300 Gewichtsteile pro 100 Gewichtsteile Diorganopolysiloxanelastomeres
betragen. Vorzugsweise macht der verstärkende Siliciumdioxidfüllstoff 30 bis 60 Gewichtsteile pro
100 Gewichtsteile Diorganopolysiloxanelastomeres aus.
Sowohl für (Ä) als auch für (B) kann die Siliconkautschukmasse nach verschiedenen Methoden pelletisiert werden. Die
Siliconkautschukmassen können mit handelsüblichen Tablettier- oder Granuliervorrichtungen pelletisiert werden. Sie
können ferner, besonders zur Erzielung von Pellets geringer Größes durch Sprühtrocknen pelletisiert werden, zum
Beispiel durch Dispergieren der Siliconkautschukmasse in einem organischen Lösungsmittel und Einsprühen in eine
erhitzte Atmosphäre in solcher Weise, daß das Lösungsmittel rasch verdampft und diskrete Pellets zurückläßt. Für diese
Technik sind handelsübliche Sprühtrockner geeignet. Die Siliconkautschukmassen können ferner durch Extrudieren der
Masse durch eine Düse und Zerhacken der extrudierten Masse auf geeignete Größen pelletisiert werden. Ferner kann
eine Platte aus der Masse geformt und zur Erzeugung der Pellets in Streifen geschnitten und zerhackt werden. Falls
die verwendete Siliconkautschukmasse etwas klebrig ist, sollen die Pellets sofort mit Talkum oder einem entsprechenden
Mittel eingepudert werden, um ein Koagulieren oder Verklumpen zu verhindern.
Die pelletisierten Zusammensetzungen nach der Erfindung sind wegen ihrer leichten Handhabung besonders für Extrudierzwecke
vorteilhaft. Die pelletisierte Zusammensetzung nach der Erfindung ist ein Zweikomponentensystem, das alle
Stabilität von Zweikomponentensysteraen aufweist, aber
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als Einkomponentensystem anwendbar ist, da die beiden Komponenten in einer Packung gelagert und transportiert
werden können. Die pelletisierte Zusammensetzung kann extrudiert werden, ohne daß sie vorher verwalzt wird.
Die Einpackung-Zweikomponenten-Zusammensetzung ist stabil,
bis sie durch Extrudieren, durch Walzen oder durch andere dafür bekannte Maßnahmen in eine Masse übergeführt wird.
Die pelletisierte Zusammensetzung beseitigt Stufen in Verfahren, die Siliconkautschuk verarbeiten, zum Beispiel
bei der Erzeugung von Siliconkautschukteilen, beim Umspritzen von Draht mit Siliconkautschuk und dergleichen.
Die pelletisierte Zusammensetzung kann ohne den zeitraubenden Walzvorgang direkt in einen Extruder mit Beschickungstrichter
gechüttet werden. Die pelletisierte Zusammensetzung kann auf Gewebe extrudiert, formgepreßt
und für beliebige andere Zwecke verwendet werden, für die Siliconkautschukmassen mit verbesserter Handhabung
eingesetzt werden können.
Durch die folgenden Beispiele wird die Erfindung näher erläutert. Alle Plastizitäten wurden nach der Prüfvorschrift
ASTM-D-926-56 gemessen.
Eine Mischung aus 100 Gewichtsteilen eines Diorganopolysiloxanelastoraeren,
das 99,858 Molprozent Dimethylsiloxaneinheiten
und 0,142 Molprozent Methylvinylsiloxaneinheiten enthält, mit Dimethylvinylsiloxaneinheiten endblockiert
ist und eine Plastizität von 0,15 cm (0,060") aufweist, 55 Gewichtsteilen eines verstärkenden Siliciumdioxidfüllstoffs,
7 Gewichtsteilen einer hydroxylendblockierten Polydimethylsiloxanflüssigkeit mit einer Viskosität von
2 Centistoke bei 25 Grad C, 5 Gewichtsteilen Diphenylsilandiol
und 1 Gewichtsteil einer hydroxylendblockierten
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Polymethylvinylsiloxanflüssigkeit mit 4 Gewichtsprozent Hydroxylgruppen wird vermischt und 3 Stunden im Vakuum auf
170 bis 180 Grad C erwärmt. Diese Mischung wird geteilt,
und durch Walzen werden zwei Mischungen hergestellt. Mischung (A) besteht aus 100 Gewichtsteilen der oben
beschriebenen Elastomeren-Mischung, 79 χ 10 Gewichtsteilen
Platin, das als 0,19 gewichtsprozentige Chloroplatinsäurelösung
in Butylcarbitolacetat zugesetzt wird, und 0,36 Gewichtsteilen Methylbutinol. Mischung (B) besteht
aus 100 Gewichtsteilen der oben beschriebenen Elastomerenmischung,
1,8 Teilen eines Wärmestabilisators und 3,0 Gewichtsteilen eines benzollöslichen Copolymeren, das Dimethylhydrogensiloxaneinheiten
und SiO2-Einheiten in einem Molverhältnis von 2 : 3,36 enthält. Mischung (A) und
Mischung (B) werden voneinander getrennt durch eine Düse mit 4 öffnungen mit einem Durchmesser von jeweils
0,64 cm extrudiert. Wenn die extrudierte Mischung aus den öffnungen austritt, schneidet ein Messer die Strangpreßlinge
in Stücke mit einer Länge von etwa 0,64 cm. Die Pellets werden in Talkumpulver fallen gelassen. Dann werden
die Pellets von dem überschüssigen Talkumpulver durch Sieben abgetrennt. Die Pellets von Mischung (A) werden
mit den Pellets von Mischung (B) in gleichen Gewichtsmengen vermischt. Ein Teil der gemischten Pelletzusammensetzung
wird durch Walzen in eine Masse übergeführt und dann 10 Minuten bei 171 Grad C formgepreßt. Das
formgepreßte Erzeugnis hat einen Durometerwert auf der Shore Α-Skala von 72, eine Zugfestigkeit bei
Bruch von 86,1 kg/qcm und eine Elongation bei Bruch von 380 %. Ein weiterer Teil der gemischten Pelletzusammensetzung
wird auf Draht extrudiert und mit Heißluft zu einem Siliconkautschuk mit einer Zugfestigkeit bei
Bruch von 82,3 kg/qcm und einer Elongation bei Bruch von 380 % vulkanisiert.
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Beispiel 2
Eine Mischung (A) wird durch Verwalzen von 100 Gewichtsteilen des in Beispiel 1 beschriebenen Diorganopolysiloxanelastomeren,
55 Gewichtsteilen eines verstärkenden Siliciumdioxidfüllstoffs, 8,5 Gewichtsteilen 5 Mikron-Quarz, 7 Gewichtsteilen
einer hydroxylendblockierten Polydimethylsiloxanflüssigkeit mit einer Viskosität von 2 CentisNwfce
bei 25 Grad C, 5 Gewichtsteilen Diphenylsilandiol, 1 Gewichtsteil
einer hydroxylendblockierten Polymethylvinylsiloxanflüssigkeit
mit 4 Gewichtsprozent Hydroxylgruppen, 1,5 Gewichtsteilen eines Wärmestabilisators und 1 Gewichtsteil eines Chloroplatinsaurekatalysators mit einem Platingehalt
von 0,22 Gewichtsprozent hergestellt.
Eine Mischung (B) wird durch Verwalzen einer Siliconkautschukmasse hergestellt, die
der oben beschriebenen mit der Ausnahme entspricht, daß anstelle des Platinkatalysators 1,5 Gewichtsteile einer
trimethylsiloxanendblockierten Polymethylhydrogensiloxanflüssigkeit
mit durchschnittlich etwa 30 Siloxaneinheiten pro Molekül zugesetzt werden.
Mit den Mischungen (A) und (B) werden getrennt Chlorothendispersionen
mit einem Feststoffgehalt von etwa 11,7 Gewichtsprozent bereitet. Die Chlorothendispersionen werden
dann durch eine Düse in eine Heißluftatmosphäre mit etwa 150 bis 175 Grad C und einem Druck von etwa 7 kg/qcm gesprüht.
Die sprühgetrockneten Pellets aus Siliconkautschukmasse haben einen Querschnitt von etwa 80 bis 100 Mikron.
Pellets von Mischung (A) werden mit Pellets von Mischung (B) in gleichen Gewichtsmengen vermischt und 7 Monate lang
aufbewahrt. Die gelagerten Pellets bleiben voneinander getrennt und lassen sich durch eine Minute langes
Walzen leicht in eine Masse überführen. Die zu einer Masse vereinigten Pellets werden dann weitere 4 Minuten
gewalzt. Die gewalzte Mischung wird 10 Minuten bei
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-14- 2Ί25339
149 Grad C formgepreßt. Der vulkanisierte Siliconkautschuk hat einen Duroraeterwert auf der Shore Α-Skala von 42, eine
Zugfestigkeit bei Bruch von 5r6 kg/qcm, eine Elongation
bei Bruch von 580 % und eine Zerreißfestigkeit, Prüfkörper "B", von 5,0 kg/cm (28 p. p. i. }.
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Claims (14)
1. Härtbare Zusammensetzung in pelletisierter Form, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus einer Mischung aus
(A) Pellets einer Siliconkautschukmasse, die silicium-gebundene
Vinylreste und einen Platinkatalysator enthält, und (B) Pellets einer Siliconkautschukmasse, die eine
Siliciumverbindung mit wenigstens 3 silicium-gebundenen
Wasserstoffatomen pro Molekül enthält, besteht, in der die Pellets (A) und die Pellets (B) in Mengen vorliegen,
die eine vulkanisierbare Zusammensetzung ergeben, wenn sie zu einer Masse vereinigt werden.
2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Siliconkautschukmasse der Pellets (A)
aus einem Diorganopolysiloxanelastomeren mit einer Plastizität von wenigstens C,13 cm (0,050") und aus
über Siliciura-Sauerstoff-Silicium-Bindungen miteinander verknüpften Einheiten der Formel R_SiO, worin R einen
einwertigen Kohlenwasserstoffrest oder halogenierten Kohlenwasserstoffrest bedeutet, das wenigstens
2 Vinylreste pro Molekül enthält und das durch Hydroxylgruppen oder Triorganosiloxyreste, in denen
die organischen Reste Reste R sind, endblockiert ist, und einem Füllstoff besteht und daß die Siliciconkautschukmasse
der Pellets (B) aus dem gleichen Diorganopolysiloxanelastomeren, wie es oben für die
Pellets (A) beschrieben wurde, und einem Füllstoff besteht.
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3. Zusammensetzung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß alle anderen Reste R als Vinylreste Methyloder Phenylreste sind.
4. Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Siliciumverbindung mit wenigstens
3 silicium-gebundenen Wasserstoffatomen pro Molekül außerdem durchschnittlich bis zu zwei von aliphatisch
ungesättigten Bindungen freie einwertige Kohlenwasserstoff- oder halogenierte Kohlenwasserstoffreste pro
Silicium aufweist und daß die übrigen Valenzen der Siliciumatome durch zweiwertige Sauerstoffatome abgesättigt
sind, die die Siliciumatome miteinander verbinden .
.5. Zusammensetzung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Siliciumverbindung mit wenigstens
drei siliciumgebundenen Wasserstoffatomen pro Molekül außerdem durchschnittlich bis zu 2 von aliphatisch ungesättigten
Bindungen freie einwertige Kohlenwasserstoffoder halogenierte Kohlenwasserstoffreste pro Siliciumatom
aufweist und daß die übrigen Valenzen der Siliciumatome durch zweiwertige Sauerstoffatome abgesättigt
sind, die die Siliciumatome miteinander verbinden.
6. Zusammensetzung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß andere Reste R und organische Reste als
Vinylreste Methyl- oder Phenylreste sind.
7. Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Verhältnis von silicium-gebundenen Wasserstoffatomen pro silicium-gebundene Vinylreste
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2Ί25339
wenigstens 1,0 und bis zu 1 Molekül Siliciumverbindung mit silicium-gebundenen Wasserstoffatomen pro Vinylrest
beträgt.
8. Zusammensetzung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von siliciumgebundenen Wasserstoffatomen
pro siliciumgebundene Vinylreste wenigstens 1,0 und bis zu 1 Molekül Siliciumverbindung mit siliciumgebundenen
Wasserstoffatomen pro Vinylrest beträgt.
9. Zusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Pellet eines Plastizität von
wenigstens 0,25 cm (0,100") hat.
10. Zusammensetzung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Füllstoff in der gesamten Zusammensetzung
ein verstärkender Siliciumdioxidfüllstoff in einer Menge von 10 bis 100 Gewichtsteilen pro 100 Gewichtsteile des
Diorganopolysiloxanelastomeren ist und daß der Platinkatalysator in der gesamten Zusammensetzung in einer Menge
enthalten ist, die 10 bis 150 Gewichtsteile Platin pro 1 000 000 Gewichtsteile des Diorganopolysiloxanelastomeren
ergibt.
11. Zusammensetzung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß außerdem ein streckender Füllstoff in einer
Menge bis zu 300 Gewichtsteilen Gesamtfüllstoff pro 100 Gewichtsteile Diorganopolysiloxanelastomeres in der gesamten
Zusammensetzung vorhanden ist.
10984 3/1768
12. Zusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Siliconkautschukmassen der Pellets (A) und der Pellets (B) gleich sind.
13. Zusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie außerdem einen Weichmacher enthält.
14. Verfahren zur Herstellung einer härtbaren Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man (I) eine Siliconkautschukmasse, die siliciumgebundene Vinylreste und einen Platinkatalysator enthält, pelletisiert,
(II) eine Siliconkautschukmasse, die eine Siliciumverbindung mit wenigstens drei silicium-gebundenen Wasserstoff
atomen pro Molekül enthält, pelletisiert und (III) die in Stufe (I) erzeugten Pellets und die in Stufe (II)
erzeugten Pellets in Mengen miteinander vermischt, die eine vulkanisierbare Zusammensetzung ergeben, wenn sie
in eine Masse übergeführt werden.
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