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DE2116353B2 - Pulverförmiger, von flüssigen Salpetersäureestern freier, Ammoniumnitratsprengstoff hoher Wasserfestigkeit und Dichte - Google Patents

Pulverförmiger, von flüssigen Salpetersäureestern freier, Ammoniumnitratsprengstoff hoher Wasserfestigkeit und Dichte

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DE2116353B2
DE2116353B2 DE19712116353 DE2116353A DE2116353B2 DE 2116353 B2 DE2116353 B2 DE 2116353B2 DE 19712116353 DE19712116353 DE 19712116353 DE 2116353 A DE2116353 A DE 2116353A DE 2116353 B2 DE2116353 B2 DE 2116353B2
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DE
Germany
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ammonium nitrate
weight
explosive
density
sensitizers
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DE19712116353
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DE2116353A1 (de
DE2116353C3 (de
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Maximilian Dr. 5670 Opladen Kluensch
Paul Dr. 5090 Leverkusen Lingens
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Dynamit Nobel AG
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Dynamit Nobel AG
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Publication date
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Publication of DE2116353B2 publication Critical patent/DE2116353B2/de
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B31/00Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt
    • C06B31/28Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt the salt being ammonium nitrate
    • C06B31/32Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt the salt being ammonium nitrate with a nitrated organic compound
    • C06B31/38Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt the salt being ammonium nitrate with a nitrated organic compound the nitrated compound being an aromatic
    • C06B31/40Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt the salt being ammonium nitrate with a nitrated organic compound the nitrated compound being an aromatic with an organic non-explosive or an organic non-thermic component

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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

Vorliegende Erfindung betrifft wasserfeste, pulverförmige Ammoniumnilratsprengsloffe mit einer Dichte von mindestens 1,20 g/cmJ und einer mindestens dem Trinitrotoluol entsprechenden Leistung, die frei von flüssigen Salpetersäureestern sind und besonders vorteilhaft in wasserführenden Großbohrlöchern eingesetzt werden können,
Die Verwendung pulverförmiger Ammoniumnitratsprengstoffe in wasserführenden Großbohrlöchern im Gestein ist bekannt Beim Einsatz solcher Sprengstoffe wirkt sich aber die relativ geringe Patronendichte der bisher bekannten pulverförmigen Ammoniumnitratsprengstoffe sehr nachteilig aus. Die Patronen sinken wegen des Auftriebes nur langsam im Wasser ab und können leicht an der Bohrlochwand oder an Vorsprüngen oder Ecken hängen bleiben, so daß die Herstellung einer durchgehenden Ladesäule oft nicht gewährleistet ist. Versucht man die betreffende Patrone mit Hilfe eines Ladestockes zum Absinken zu bringen, so reißt häufig die Umhüllung der Patrone soweit auf, daß Sprengstoffteile im Wasser absinken. Damit kann ein sicheres Durchdetonieren der Ladesäule nicht mehr erreicht werden.
Es ist bekannt, diese Nachteile durch eine Erhöhung der Patronendichte zu beheben. Man erreicht dieses Ziel dadurch, daß man gelatinöse oder halbgelatinöse Sprengstoffe verwendet, wobei man jedoch auf flüssige Salpetersäureester zurückgreifen muß, die die Handhabungssicherheit der Sprengstoffe herabsetzen und zudem in einem zusätzlichen Arbeitsgang erst hergestellt werden müssen. Auf einem anderen Weg ist die Erhöhung der Dichte von pulverförmigen Ammoniumnitratsprengstoffen nur schwierig zu erreichen, da die Detonationsfähigkeit allgemein mit steigender Dichte, die z. B. durch Zusatz spezifisch schwerer Inertteilchen erreicht werden kann, abnimmt.
Die einfachste Maßnahme, nämlich die Verbesserung der Detonationsfähigkeit der pulverförmigen Sprengstoffe hoher Dichte durch einen geringfügigen Zusatz von Salpetersäureestern, ist für die Verwendung des Sprengstoffes in wasserführenden Großbohrlöchern aus Gründen der Sicherheit meist unerwünscht. Auch die Verwendung von inerten Stoffen hoher Dichte, wie Eisenoxid, feinverteiltes Blei und ähnliches, führt nicht zu Sprengstoffen mit befriedigenden Eigenschaften. Die zu einer ausreichenden Erhöhung der Dichte benötigte Menge dieser Stoffe ist so groß, daß die Detonationsfähigkeit und die Energie erheblich geschwächt werden.
Es wurde nun ein pulverförmiger, von flüssigen Salpetcrsäureestern freier, Ammoniumnitratsprengstoff hoher Wasserfestigkeit mit einer Dichte von mindestens 1,2 g/cm3 und einer mindestens dem Trinitrotoluol entsprechenden Leistung, der außer Ammoniumnitrat noch
a) Alkali- oder Erdalkalinitrate,
b) Sensibilisierungsmittel und
c) Dinitrotoluol enthält
gefunden, der dadurch gekennzeichnet ist, daß die Sensibilisierungsmittel feste Explosivstoffe mit einer Bleiblockausbauchung von mindestens 280cmV10g oder Metallpulver sind und als Dinitrotoluol ein flüssiges Isomerengemisch eingesetzt ist, wobei die Alkali- oder Erdalkalinitrate a) in Mengen zwischen 5 und 40, vorzugsweise zwischen 10 und 20 Gew.-1Vo, die Sensibilisierungsmittel b) in Mengen von 1 bis 12 Gew.-%, vorzugsweise 4 bis 9 Gew.-%, und das Dinitrotoluol c) in Mengen von I bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 4 bis 8 Gew.-% in dem Sprengstoffgemisch anwesend ist und wobei zusätzlich noch 0,1 bis 0,8 Gew.-%, vorzugsweise 0,3 bis 0,6 Gew.-%, hydrophobierende Mittel und/oder bis zu 7 Gew.-% wasserlösliche Quellmittel in dem Sprengstoffgemisch vorhanden sind.
Aus der GB-PS 12 05 815 sind zwar auch schon; Sprengstoffgemische bekannt, die Ammoniumnitrat, Dinitrotoluol und Aluminium als Sensibilisierungsmittel! enthalten. Die dort beschriebenen Sprengstoffgemische können aber die an die vorliegenden Sprengstoffgemisehe gestellten Bedingungen nicht erfüllen, weil sie das. Dinitrotoluol nicht in flüssiger Form enthalten und die Sensibilisierungsmittel nicht die geforderte Bleiblockausbauchung besitzen und demzufolge dort in größeren Mengen eingesetzt werden müssen. Aufgrund der Angaben in dieser Patentschrift konnte kein Hinweis darauf entnommen werden, daß ein Sprengstoffgemisch, das Dinitrotoluol und Sensibilisierungsmittel unter den beanspruchten Bedingungen und zusätzlich noch Alkalinitrate in den beanspruchten Mengen enthält, optimale Eigenschaften hinsichtlich Leistung, Wasserfestigkeit und Dichte, verbunden mit hoher Sicherheit aufweist, besonders wenn noch die beanspruchten Hydrophobierungsmittel oder Quellmittel in dem Sprengstoffgemisch vorhanden sind.
Unter einem flüssigen Isomerengemisch des Dinitrotoluols ist ein solches Gemisch zu verstehen, das bei Temperaturen bis zu 6O0C flüssig ist Vorteilhaft wird ein Isomerengemisch eingesetzt, das durch geeignete Auswahl der Isomeren einen so niedrigen Erstarrung:;-punkt aufweist, daß es bei Raünsicnipsraiür flüssig ist so daß ein Mischen des Sprengstoffs ohne Temperaturerhöhung erfolgen kann.
Als bevorzugte Alkali- oder Erdalkalinitrate seien Natrium- und Kaliumnitrat Kalziumnitrat und Bariumnitrat genannt Die Korngröße der Nitrate soll so beschaffen sein, dab mehr als 50% von einem Sieb von der Maschenweite 0,1 mm zurückgehalten wird.
Die hydrophobierenderi MiKiI können teilweise oder vollständig durch wasserlösliche Quelh ittel in Mengen r, bis zu 7%, vorzugsweise 0.8 bis 2%, ersetzt werden. Als hydrophobierende Mittel seien die Salze von langkettigen Fettsäuren und/oder langkettigen Fettamine bzw. deren Salze genannt Der Ausdruck langkettig soll hierbei bedeuten, daß die Zahl der C-Atome in der Ketti: zwischen 8 und 24 liegt. Beispiele für Quellmittel sind wasserlösliche Polysaccharide, wie Agar-Agar, Carboxymethylcellulose und Guarmehl. Auch wasserlösliche Hochpolymere, wie Polyvinylalkohol, Polyacrylsäure und deren Salze, können als Quellmittet verwendet werden.
Unter den Sensibilisierungsmitteln sollen feste, detonationsfähige Stoffe verstanden werden, die eine Bleiblockausbauchung nach Trauzl von mindesten» 280 cmVIO g ergeben, sowie Metallpulver. Beispiele für die festen, detonationsfähigen Stoffe sind TNT (Trinitrotoluol), Hexogen, Octogen, Pentaerythrittetranitrai: oder Tetryl (Trinitrophenylmethylnitramin). Als Beispiele für Metallpulver seien Aluminium und Magnesium sowie die Legierungen dieser beiden Metalle: genannt.
Die Festlegung der oberen Grenze der Sensibilisierungsmittel bedeutet nicht, daß mit einem höheren Gehalt dieser Verbindungen kein pulverförmiger, wasserfester Ammoniumnitratsprengstoff höherer Dichte hergestellt werden könnte. Für die Festlegung ist vielmehr maßgebend, daß es ein ausdrückliches Ziel der Erfindung ist, den Gehalt an hochwertigen Sensibilisierungsmitteln gering zu halten. Es war überraschend, daß trotz des geringen Gehaltes an Sensibilisierungsmitteln und trotz der durch die erfindungsgemäße Kombination der beschriebenen Maßnahmen erzielten hohen Dichte des Sprengstoffes eine gute Detonationsfähigkeit erhalten wurde.
Falls Metallpulver wie Aluminium, Magnesium oder deren Legierung als Sensibilisierungsmittel verwendet werden, ist es vorteilhaft, ihre Oberfläche in bekannter Weise gegen die Einwirkung von Wasser zu schützen. Um eine ausreichende sensibilisierende Wirkung zu erreichen, sollten die Metallpulver in bekannter Weise eine große Kornfeinheit aufweisen. Wenn neben dem Metallpulver noch andere Sensibilisierungsmittel eingesetzt werden, kann das Metallpulver auch in geringerer Kornfeinheit vorliegen. Es dient dann weniger zur Sensibilisierung als mehr zur Hebung der Energie des Sprengstoffes.
Die oben unter a) bis c) einschließlich der hyd'ophobierenden und/oder Quellmittel genannten Stoffe sind in dem erfindungsgemäßen Sprengstoff zusätzlich zum Ammoniumnitrat vorhanden. Der Gehalt an Ammoniumnitrat in dem fertigen Sprengstoff beträgt mindestens 30 Gew.-O/o.
Auch die Kornfeinheit des Ammoniumnitrats hat bekanntlich einen Einfluß auf die Sensibilität des Sprengstoffes. Bei der Verwendung eines feinkörnigen Ammoniumnitrats darf jedoch das eine Ziel - der Erfindung, nämlich die hohe Dichte des pulverförmiger! Sprengstoffes, nicht außer acht gelassen werden. Es kann unbehandehes Aüifnoniuntnitrat oder Ammoniumnitrat welches dur*eh eine spezielle Behandlung während oder nach der Herstellung rieselfähig gemacht wurde, verwendet werden. Die Erfindung soll daher nicht eingeschränkt werden durch die Zugabe geringer Zusätze zu dem Ammoniumnitrat oder den anorganischen Salzen, die dem fertigen Sprengstoff besondere Eigenschaften, wie z.B. günstige Lager- oder auch Patronierfähigkeit, verleihen.
Als ein im Labor meßbares Kriterium für die hohe Leistung der erfindungsgemäßen Sprengstoffe dient die Bleiblockausbauchung nach Traiizl. Trinitrotoluol hat eine Bleiblockausbauchung von etwa 300 cmVIO g.
Im folgenden wird beschrieben, w»s die einzelnen Komponenten zur Wasserfestigkeit Dichte, Energie und Detonationsfähigkeit eines Sprengstoffes beitragen und wie die einzelnen Komponenten erfindungsgemäß aufeinander abgestimmt sein müssen, um das Ziel der Erfindung zu erreichen.
Durch den Zusatz von flüssigem Dinitrotoluol wird vor allem die Dichte des Sprengstoffes erhöht. Da Dinitrotoluol im Wasser nicht löslich ist, trägt es auch etwas zur Wasserfestigkeit des Sprengstoffes bei. Als aromatische Nitroverbindung erhöht es die Detonationsfähigkeit des Sprengstoffes. Sein Gehalt sollte daher vorteilhaft mit dem unter b) erwähnten Gehalt der Sensibilisierungsmittel durch Vorversuche abgestimmt werden. Das Dinitrotoluol kann nicht in zu großer Menge zugesetzt werden, da die Sauerstoffbilanz der Sprengstoffmischung sonst zu negativ wird. Die Menge muß vielmehr mit dem Gehalt der unter a) erwähnten Alkali- und Erdalkalinitrate, die vergleichsweise am meisten Sauerstoff liefern, in der Weise abgestimmt werden, daß die Sauerstoffbilanz nicht zu stark negativ wird.
Der Zusatz von Alkali- und/oder Erdalkalinitraten dient in erster Linie zur Dichteerhöhung des Sprengstoffes, da diese Nitrate eine höhere Dichte als das Ammoniumnitrat aufweisen. Es wurde gefunden, daß eine Erhöhung der Schüttdichte eines Gemisches aus Ammoniumnitrat und Alkali- und/oder Erdalkalinitraten gegenüber Ammoniumnitrat allein wirkungsvoll erst erzielt wird, wenn die Alkali- und/oder Erdalkalinitrate
relativ grobkörnig vorliegen.
Da die Alkali- und Erdalkalinitrate selbst nicht detonationsfähig sind, muß ihr Gehalt mit den unter b) erwähnten Sensibilisierungsmitteln abgestimmt sein, um eine ausreichende Detonationsfähigkeit des Sprengstoffes zu erreichen. Die Abhängigkeit des Gehaltes an Alkali- und/oder Erdalkalinitraten von dem unter c) aufgeführten Gehalt von flüssigem Dinitrotoluol wurde schon erwähnt
Mit dem Zusatz an hydrophobierenden Mitteln und an Quellmitteln soll vor aliem eine ausreichende V/asserfestigkeit des Sprengstoffes erzielt werden. Da die hydrophobierenden Mittel phlegmatisierend wirken, darf die Zusatzmenge nicht zu groß gewählt werden. Sie muß durch Vorversuche mit dem Gehalt der unter b) erwähnten Sensibilisieiungsrnitte! abgestimmt werden.
Der Zusatz der Sensibilisierungsmittel soll eine ausreichende Detonationsfähigkeit des wasserfesten Sprengstoffes auch unter der ungünstigen Bedingung der Einwirkung von Wasser auf den Sprengstoff gewährleisten- Gründe für eine Abstimmung des Gehaltes an Sensibilisierungsmitteln n?H dem Gehalt der unter c), a) und den hydrophobierenden und/oder Quellmitteln aufgeführten Zusätze wurden schon gegeben. Da die Rohstoffkosten des Sprengstoffes weilgehend von den Kosten der Sensibuisierungsmittei abhängen, ist es ein ausdrückliches Ziel der Erfindung, den Gehalt an Sensibilisierungsmitteln möglichst gering zu halten. Die Abstimmung mit den anderen Zusätzen muß daher besonders auch unter diesem Gesichtspunkt erfolgen.
Die Herstellung der Sprengstoffe erfolgt in Jer üblichen Weise. Die Dichte der fertigen Sprengstoffmischung wird wie folgt bestimmt: In ein zylinderförmiges Gefäß (100 cm3 Inhalt, Durchmesser=43 mm. Höhe =69 mm) wird der Sprengstoff in kleinen Portionen von 12 bis 15 cm3 eingefüllt. Mittels eines Holzstabes (204 mm Länge, 33 mm Durchmesser, 34,5 g Gewicht) wird die Sprengstoffportion leicht angedrückt, indem man diesen Holzstab aus einer Höhe von 50 bis 80 mm auf die Sprengstoffoberfläche herabfallen läßt. Nach dem Füllen des genannten GefäSes werde» evtl. überstehende, zuviel eingefüllte Sprengstoffmengen abgestreift, so daß das Gefäß exakt gefüllt ist
Die Prüfung der Wasserfestigkeit und Detonationsfähigkeit wird folgendermaßen durchgeführt: In die Umhüllung der Sprengstoffpatronen (Durchmesser: 50 mm. Länge: 200 mm, Hülle: Polyäthylen oder Papier) werden in spiralförmiger Anordnung über die ganze Patronenlänge verteilt Einschnitte von jeweils 2 cm Länge angebracht Zwei auf diese Weise vorbereitete Patronen werden in einem Behälter, der bis zu einer Höhe von 20 cm mit Wasser gefüllt ist aneinandergelegt. An eine der beiden Patronen wird eine detonierende Sprengschnur*) angelegt, welche die Patrone an dem von der zweiten Patrone abgewandten Ende auf einer Länge von 30 mm berührt Nach drei Stunden Lagerung unter Wasser wird die Sprengschnur gezündet Die ausreichende Wasserfestigkeit und Detonationsfähigkeit ist erzielt wenn beide Patronen einwandfrei detonieren.
Beispiel I
Aus diesem Beispiel ist zu ersehen, daß nur Sprengstoffe mit dem erfindungsgemäßen Aufbau die gewünschten sprengtechnischeii Eigenschaften besitzen. In der Tabelle 1 weisen die Sprengstoffmischungen 1 bis 6 diesen Aufbau nicht auf, während die Mischung 7 ein Beispiel für die erfindungsgemäße Zusammensetzung ist.
j *) (Stärke: 5,3 mm Außendurchmesser, Stärke der Sprengstoffseele: 3,7 bis 3,8 mm Durchmesser; 12 g Nitropcnta pro m Sprengschnur)
Tabelle 1
1 74,4 2 62,5 3 75,5 4 41,5 5 68,0 6 76,0 7 68,5
NH4NO3, % 15,0 15,0 4,0* 42,0* 15,0 15,0 15,0
NaNO3, % 6,0 6,0 6,0 6,0 6,0 0,5* 60
TNT, % 0,1* 12,0* 10,0 6,0 6,0 6,0 6,0
DNT1), % 2,0 2,0 2,U 2,0 2,0 2,0
Lackaluminium, % 2,0 2,0 2,0 2,0 2,0 2,0 2,0
Guarmehl, % 0,5 0,5 0,5 0,5 1,0* 0,5 0,5
Calciumstearat, % 1,08* 1,37 1,24 1,40 1,24 1,20 1,27
Dichte, g/cm3 305 390 420 270* 365 295 360
Ausbauchung n. Trauzl, cm3 + _* _* + _* _* +
Wasserfestigkeit und
Detonationsfähigkeit
* Dieses Zeichen soll zeigen, an welcher Stelle die Zusammensetzung nicht erfindungsgemäß ist und welche sprengtechnischen Eigenschaften deshalb nicht ausreichend sind. Die Mischung 7 ertspricht dem erfindungsgemäßen Aufbau und weist daher befriedigende sprengtechni;che Eigenschaften auf.
') Gemisch verschiedener Isomeren des Dinitrotoluols, bestehend aus 60 bis 70% der 2.4- und 2,6-lsomeren im Gewichtsverhältnis 3:1 bis 4:1 und 30 bis 40% solcher Isomeren, die bei der Nitricrune von m-Nitrotoluol entstehen.
Beispiel 2 NH«NO3 73,5%
NaNO3 10,0%
TNT 4,0%
DNT') 6,0%
Lackaluminium 2,0%
Aluminiumgrieß 2,0%
Guarmehl 2,0%
Oalciumstearat 0,5%
Dichte Ul g/cmJ
EHeiblockausbauchung n.Trauzl 410 cm)
Wasserfestigkeit und
Detonationsfähigkeit +
Im Beispiel 2 enthält die Mischung neben dem feinen Aluminium noch Aluminiumfoliengrieß, welches zur F.rhöhiing der Leistung des Sprengstoffes dient. Die Bleiblockausbauchung ist daher mit 410 cm3 auch merklich höher als diejenige der Mischung 7 in der Tabelle I. Die Wasserfestigkeit und die Detonationsfähigkeit des Sprengstoffes sind vorhanden. Das Beispiel 2 entspricht einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung.
Beispiel 3
NH4NO3
NaNO)
Hexogen
DNTi)
Lackaluminium Aluminiumgrieß
Guarmehl
423% 35,0% 7,0% 8,0% 3.0% 2,0% 2,0%
Calciumstearat 0,5%
Dichte l,39g/cmi
Bleiblockausbauchung n.Trauzl 340 cmJ
Wasserfestigkeit und
Detonationsfähigkeit +
Im Beispiel 3 wurde zur Erhöhung der Dichte der Anteil des Natriumnitrats auf 35% erhöht. Dadurch sinkt die Bleiblockausbauchung erheblich ab. Die Detonationsfähigkeit mußte durch die Verwendung von Hexogen angehoben werden. Die Wasserfestigkeit und die Detonationsfähigkeit des Sprengstoffes sind vorhanden. Der Aufbau des Beispieles 3 ist erfindungsgemäB.
Beispie! 4 NH4NO, 67.5%
NaNOj 10,0%
Ηρϊπορρ ! 2.0%
DNT'l 8,0%
Guarmehl 2.0%
Calciumstearat 0,5%
Dichte 1,27 g/cm*
Bleiblockausbauchung n. Trauzl 395 cm)
Wasserfestigkeit und
Detonationsfähigkeit +
Der Sprengstoff des Beispieles 4 enthält kein TNT und kein Aluminium. Durch den hohen Anteil von 12% Hexogen werden aber die erfindungsgemäßen Anforderungen an den Sprengstoff erfüllt. Die erforderliche Wasserfestigkeit und Detonationsfähigkeit sind vorhanden.

Claims (6)

Patentansprüche:
1. Pulverförmiger, von flüssigen Salpetersäuren freier, Ammoniumnitratsprengstoff hoher Wasserfestigkeit mit einer Dichte von mindestens 1,2 g/cm3 und einer mindestens dem Trinitrotoluol entsprechenden Leistung, der außer Ammoniumnitrat noch
a) Alkali- oder Erdalkalinitrate,
b) Sensibilisierungsmittel und
c) Dinitrotoluol enthält,
dadurchgekennzeichnet, daß die Sensibilisierungsmittel feste Explosivstoffe, die eine Bleiblockausbauchung von mindestens 280cm3/10g ergeben, oder Metallpulver sind und als Dinitrotoluöl ein flüssiges Isomerengemisch eingesetzt ist, wobei die Alkali- oder Erdalkalinitrate a) in Mengen zwischen 5 und 40, vorzugsweise zwischen 10 und 20 Gew.-%, die Sensibilisierungsmittel b) in Mengen von 1 bis 12 Gew.-%, vorzugsweise 4 bis 9 Gew.-% und das Dinitrotoluol c) in Mengen von 1 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 4 bis 8 Gew.-% in dem Sprengstoffgemisch anwesend ist und wobei zusätzlich noch 0,1 bis 03 Gew.-%, vorzugsweise 03 bis 0,6 Gew.-%, hydrophobierende Mittel und/oder bis zu 7 Gew.-% wasserlösliche Quellmittel in dem Sprengstoffgemisch vorhanden sind
2. Ammoniumnitratsprengstoff gemäß Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, daß er als Alkali- oder Erdalkalinitrate die Nitrate des Natriums und/oder jo Kaliums und/oder Calciums und/oder Bariums enthält.
3. Ammoniumnitraisprengstoff gemäß Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Alkali- oder Erdalkalinitrate in einer solchen Korngröße vorliegen, daß mindestens 50% von einem Sieb mit 0,1 mm Maschenweite zurückgehalten werden.
4. Ammoniumnitratsprengstoff gemäß Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß er als Sensibilisierungsmittel Trinitrotoluol und/oder Pentaerythrittetranitrai und/oder Cyclotrimethylentrinitramin enthält.
5. Ammoniumnitratsprengstoff gemäß einem der Ansprüche I bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Metallpulver Aluminium- und/oder Magnesiumpulver oder ein Pulver aus Legierungen dieser Metalle vorhanden ist.
6. Ammoniumnitratsprengstoff gemäß Ansprüchen I bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß er als hydrophobierende Mittel Salze von langkettigen Fettsäuren und/oder langkettigen Fettaminen enthält.
'/. Ammoniumnitratsprengstoff gemäß Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß er als wasserlösliche Quellmittel Carboxymethylcellulose und/oder Methylcellulose und/oder Guarmehl und/ oder Agar-Agar und/oder Polyvinylalkohol und/ oder Polyacrylverbindungen enthält.
60
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