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Vorrichtung zum Verschwenken des Schwertes eines Bootes Die Erfindung
betrifft eine Vorrichtung zum Verschwenken des in einem Schwertkasten um eine Drehachse
verschwenkbaren Schwertes eines Bootes, z.B. einer Segeljolle.
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In Seyeljollen oder allgemein in Schwertbooten wird die Lateralstabilität
des Bootes mit einem Schwert gewährleistet, das durch einen oben mit einem Schlitz
versehenen Schwertkasten nach unten abgesenkt wird, so daß der größere Teil dieses
Schwertes in das Wasser eintaucht. Das Einholen des Schwertes erfolgt über eine
Schote, die einseitig an dem Schwert befestigt ist und über eine oder mehrere Rollen
läuft. Bei großen Schwertern sind mehrere Rollen deshalb erforderlich, um nach dem
Prinzip des Flaschenzuges eine große Kraft auf das Schwert auszuüben, das z.B. mit
einem Zapfen auf dem oberen Rand des Schwertkastens aufliegt und um diesen Zapfen
aus dem Wasser heraus in den Schwertkasten hinein verschwenkt wird. Um beim Einholen
größerer Schwerter, die bis zu 250 kg schwer sein können, ein für das Einschwenken
in den Schwertkasten ausreichendes Drehmoment ausüben zu können, ist
es
entweder notwendig, den Abstand vom Angriffspunkt der Schote an dem Schwert vom
Drehpunkt groß zu halten oder das Seil öfters zu ubersetzen, wobei eine größere
Anzahl von Umlenkrollen erforderlich ist. In jedem Fall sind infolge des erforderlichen
großen Hebelarmes oder infolge des mehrfacn übersetzten Seilzugs ein großer Platzbedarf
erforderlich, der den Raum in der Plicht des Bootes stark einschränkt. Ein weiterer
Nachteil der aus Seilen und Umlenkrollen bestehenden Konstruktion zum Einholen von
Bootsschwertern besteht darin, daß sich mit dieser Konstruktion die Höhe des Schwertes,
dh. seine Eintauchtiefe nur schlecht genau einstellen laßt, was bei Fahrt in seichtem
Wasser von Nachteil ist. Ausserdem fällt das mit Seilen gehaltene Schwert beim Kentern
des Bootes leicht oben aus dem Schwertkasten heraus und stellt dadurch eine erhebliche
Gefahr für die Insassen eines kenternden Bootes dar. Schließlich können größere
Schwerter auch beim Kentern mit einer solchen Kraft gegen den Schwertkasten anschlagen,
daß dieser zertrümmert wird und das Boot leckt. Man kann diesen Nachteil dadurch
beseitigen, daß das Schwert in jeder gewünschten Stellung mit einer Bremse arretiert
wird. Dies hat jedoch den Nachteil, daß vor dem Verstellen des Schwertes jeweils
die Bremse gelöst werden muß. Wenn das Boot auf läuft und dadurch das Schwert mit
Gewalt in den Bootskörper hineingetrieben wird, kann es bei gebrestem Schwert vorkommen,
daß der Schwertkasten zerstört und das Boot leck wird. Weiter ist es beim Auflaufen
von Schwertbooten mit seilzugbetätigtem Schwert von Nachteil, daß das Seil bei Entlastung
aus seinen Rollen springen kann und beim Wiederablaufen verhindert wird, daß das
Schwert in seine ursprüngliche Lage zurückkehrt.
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Die Erfindung bezweckt eine Vorrichtun zum Verstellen des Schwertes,
mit der dieses in und aus den Schwertkasten
in jede gewünschte Lage
verschwenkt werden kann, ohne daß das Schwert, wie bei bekannten Mechanismen, nur
in einer Lage, d.h. in einer Verschwenkrichtung, arretiert wird. Die Erfindung bezweckt
damit eine Verstellvorrichtung, die bewirkt, daß das Schwert beim Kentern des Bootes
nicht selbständig aus dem Schwertkasten herausfallen kann.
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Außerdem bezweckt die Erfindung einen Verstellmechanismus für ein
Bootsschwert, dessen Einbaumasse ermöglicht, daß die Oberseite des Schwertkastens
nahezu mit dem Boden abschließt und völlig geschlossen ist, was bei bekannten Vorrichtungen
dieser Art nicht möglich war, da das Schwert durch den Schwertkasten nach oben gezogen
wurde und der oben geschlitzte Schwertkasten mindestens so hoch über dem Boden des
Bootes reichen mußte, daß ein Eindringen von Wasser durch den Schwertkasten in das
Boot bei jeder Lage des Bootes auf Wasser unmöglich ist.
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Gemäß der Erfindung weist die Vorrichtung zum Verschwenken des Schwertes
eine Schraubenspindel auf, die in eine im Abstand von der Drehachse des Schwertes
auf demselben verschwenkbar angeordnete Mutter eingreift und in einem konzentrisch
zu dem Gewinde verlaufenden Zapfen endigt, der durch ein radial und axial fixiertes
Pendellager in den Innenraum des Bootes führt und an seinem freien Ende eine Einrichtung
zum Drehen der Spindel aufweist. Diese Einrichtung kann z.B. ein kleines Handrad,
eine Kurbel oder ein Stellmotor sein.
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Mit der Vorrichtung nach der Erfindung ist es möglich, den Abstand
zwischen dem Angriffspunkt der Verstellvorrichtung an dem Schwert und der Drehachse,
um die das Schwert verschwenkt wird, so klein zu halten, daß auch schwere Schwerter
mit einem verhältnismäßig kleinen Schwenkradius, welcher die Höhe des Schwertkastens
bestimmt, verschwenkt werden können. Weiter ist es möglich, mit der Spindel eine
beliebig große Kraft auszuüben,
so daß auch schwere Schwerter mit
einem sehr kleinbauenden Mechanismus verstellt werden können. Schließlich durchdringt
eine Verstellvorrichtung nach der Erfindung den Bootskörper nur an einer Stelle,
nämlich an der Stelle, an der die Spindel durch den Bootskörper hindurchtritt, so
daß der Wassereintritt durch die Bootsschale bei vollgeschlagenem Boot, das heißt
wenn diese Stelle unter Wasser kommt, nur unbedeutend klein ist.
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Die Steigung der Schraubenspindel, die für die Verstellung des Schwertes
verwendet wird, soll so groß gewählt werden, daß der Reibungseingriff mit dem Gewinde
der auf dem Schwert verschwenkbar angeordneten Mutter ausreicht, eine Drehung der
Spindel durch den Zug, der auf sie ausgeübt wird, zu verhindern. In diesem Fall
ist auch das Drehmoment, das auf die Spindel zum Verstellen des Schwertes ausgeübt
werden muß, so klein, daß ein verschwindend kleiner Kraftaufwand zum Verstellen
des Schwertes nötig ist.
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Die Verstellvorrichtung nach der Erfindung führt das Schwert so, daß
es in beiden Verschwenkrichtungen lagestabilisiert wird, d.h. es kann beim Kentern
des Bootes nicht von selbst herausfallen. Um beim Auflaufen des Schwertes auf Grund
zu verhindern, daß die Schwertbefestigung an irgendeiner Stelle so stark belastet
wird, daß ein Bruch, u. U. sogar ein Bruch der Bootsschale, eintritt, ist eine Solltrennstelle
an einem Teil der Verstellvorrichtung vorgesehen, die bei übergroßer Kraftanwendung
auf den Verschwenkmechanismus diesen von der Bootsschale trennt.
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Anhand der Figuren wird die Erfindung beispielsweise erläutert.
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Figur 1 zeigt einen Längsschnitt durch einen Teil eines Bootskörpers
im Bereich des Schwertkastens, in dem der Verstellmechanismus nach der Erfindung
schematisch eingezeichnet ist.
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Figur 2 zeigt in einen Ausschnitt (AII nach Figur 1) einen Schnitt
durch die Anlenkung der Schraubenspindel an das Schwert.
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Figur 2a zeigt einen Schnitt längs der Linie IIa-IIa in Figur 2.
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Figur 3 zeigt in einem Ausschnitt (entsprechend Alil in Figur 1) einen
Schnitt durch die Befestigung der Verstellvorrichtung nach der Erfindung an dem
Bootskörper.
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Wie in Figur 1 dargestellt ist, ist in einem Bootskörper 1 ein oben
geschlossener Schwertkasten 2 vorgesehen, der nur wenig über den Boden des Bootes
herausragt, von dem nur die an den Schwertkasten angrenzenden Teile 3 und 4 zu sehen
sind. Das Schwert 5 ist um einen Drehzapfen 6 drehbar angeordnet. Der Drehzapfen
dreht sich entweder in dem Bootskörper oder ist fest mit dem Bootskörper verbunden,
und das Schwert 5 dreht sich um den Drehzapfen. An das Schwert sind Laschen 9 und
9a angeschweißt oder angeschraubt, die einedrehbare Mutter 7 auf Zapfen 7' und 7"
lagern. Diese Mutter 7 ist also drehbar in den Laschen 9 und 9a angeordnet (siehe
Figur 2a). In diese Mutter 7 greift eine Schraubenspindel 8 ein, die in einen Zapfen
14 endigt, an dem eine Kurbel 11 befestigt ist, die von dem Bootsinneren 13 aus
gedreht werden kann. Der Zapfen ist in einem Pendelkugellager gelagert, dessen äußerer
Laufring 15 durch Ringe 16 und 17 sowie durch die zylindrische Außenwand 18 eines
Gehäuses 10 radial und axial fixiert ist.
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Der innere Laufring 19 des Pendekugellagers nimmt den Zapfen 14 auf
und ist zwischen einem Stellring 20 und einem von der Schraubenspindel gebildeten
Absatz 21 eingeschlossen. Der Stellring 20 wird mit einer Schraube 21 an dem Zapfen
14 befestigt. Mit dieser Anordnung ist die Schraubenspindel 8 gegen eine Verschiebung
in Richtung der Spindelachse in dem Gehäuse 10 fixiert. Das Gehäuse 10 ist auf dem
Bootskörper 2 befestigt, beispielsweise aufgeschraubt oder aufgeschweißt. Der Deckel
22 des Gehäuses ist nur fiber einen kleinen Ringsteg 23 mit der zylindrischen Wand
18 des Gehäuses verbunden, so daß dadurch eine Solltrennstelle gebildet wird, die
bricht, wenn auf die Spindel, beispielsweise durch Auflaufen des Schwertes, eine
Kraft ausgeübt wird, die sich über das Pendellager und den Ring 16 auf den Deckel
auswirkt.
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Durch diese Solltrennstelle wird erreicht, daß bei einer zu großen
auf das Schwert ausgeübten Kraft nicht der Haltemechanismus des Schwertes bricht,
sondern das Gehäuse an der hierfür vorgesehenen Solltrennstelle getrennt wird.
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Das Schwert ist in der in Figur 1 dargestellten Stellung 5 nahezu
ganz aus dem Schwertkasten herausverschwenkt, während es in der in Figur 1 mit gestrichelten
Linien dargestellten Stellung 5' im Schwertkasten liegt, wobei die Spindel in die
hierfür vorgesehene Aussparung 24 zu liegen kommt. Die Bootsschale 2 hat eine konische
Öffnung 25, die die Verschwenkung der Spindel von einer Extremstellung in die andere
ermöglicht. In Figur 2 ist die Stellung der Spindel zu dem Schwert in voll aus dem
Schwertkasten heraus verschwenkter Stellung dargestellt.
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In dieser Figur ist außerdem zu sehen, daß an das Ende der Spindel
eine tter 26 aufgeschraubt ist, die ein Herausdrehen der Spindel aus der Mutter
7 verhindert.
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Vorzugsweise werden alle Teile der Verstellvorrichtung nach der Erfindung
aus nicht rostendem Stahl hergestellt. Die Mutter 7 wird vorzugsweise aus Bronze
hergestellt, so daß alle Teile, die mit dem Wasser in Berührung kommen, aus nichtrostendem
Material bestehen.
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Bei einem praktischen Ausführungsbeispiel, bei dem die Gewindelänge
der Spindel 53,5 cm beträgt und das etwa 1 Tonne schwere Schwert über einen Hebel
von ..... cm verstellt wird, beträgt der Kerndurchmesser der Spindel 13,5 mm, der
Außendurchmesser 18 mm und die Steigung 4 mm pro cm. Als Gewinde wird ein Trapez-Linksgewinde
verwendet.