DE2110368A1 - Verfahren und Einrichtung zum Entfetten von fetthaltigem Rohgut - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zum Entfetten von fetthaltigem RohgutInfo
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Description
- "Verfahren und Einrichtung zu Entfetten von fetthaltigem Rohgut." Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfetten von fetthaltigem, trocken entkeimtem und Fahlfein vorliegende. Rohgut, insbesondere in einem Prozeß zur Stärkeerzeugung vorzugsweise aus Maisgrit.
- Bei der herkömmlichen Erzeugung von Starke beispielsweise aus Mai wird das kompakte Miskorn zunächst einem Quelivorgang unterworfen.
- Dabei arbeitet man mit einer Vielzahl von Quellbottichen,zwischen welchen das vorgewärmt zugeführte Quellwasser, Je. in der Regel eine Saure, wie in Wasser gelöstes Schwefeldioxyd, zugesetzt ist, ständig umgepumpt wird. Jeder Umpumpvorgang ist dabei in der Regel von einem Aufwärmvorgang begleitet, um dadurch die Aufweichung des Maiskornes ru beschleunigen und gleichzeitig die spätere Abtrennung seines fetthaltigen Keime. zu erleichtern. Die Je. Quellwasser zugesetzte Söur.
- erfüllt bei diesem Quellprozeß, der in der Regel etwa 60°C etwa 55 -60 Stunden in Anspruch nimmt, den Zweck einer Erhöhung des Lösungsvermögen. von Wasser auf für die anschließende Erzeugung von reiner Starke unerwünschte Bestandteile des Maiskorns,wie Proteine und Mineralstoffe.
- Diese unerwünschten Bestandteile werden also durch das Quellwasser abgeführt. Nach dem Quellprozeß wird das weichgequollene Gut zunächst entwässert und dann vorzugsweise zweistufig eine. Mdiprozeß unterworfen, der ggfs. untef Zufuhr von Frischwasser durchgeführt wird, wobei es zu einem stückigen Herauslösen der fetthaltigen Keime aus den Maiskörnern kommt0 Die so abgetrennten Keime werden ausgewaschen, gepreßt und getrocknet, während die übrige Fraktion einer Feinmahlung unterworfen, donn beispielsweise unter Verwendung von Strahlauswaschern ausgewaschen,gesiebt und schließlich raffiniert wird.
- Neben diesem in der Stärkeerzeugung geübten Abtrennvorgang des fetthaltigen Keimes von Maiskörnen ist es durch die sogenannt Trockenentkeimung bekannt, durch einen Mahvorgang mit anschließender Siebung und Windsichtung den Keim von den dabei trockenen oder im wesentlichen trockenen Maiskörnern abzutrennen. Das Mahlgut, auch Maisgrit bekannt, fällt dabei im wesentlichen in vier Fraktionen an, deren gröbste für die Herstellung beispielsweise von Cornflakes und deren ggf. aus dieser durch nochmalige Vermmahlung hervorgegangene mittlere vorwiegend bei der Bierherstellung anstelle von Malz Verwendung findet, für welche diese @rockenentkeimung hauptsächlich Anwendung findet. Die feinen und feinsten Fraktionen, die anteil@mäßig im Mittel zu etwa 20% anfallen und eine Korngröße zwischen 50 und 500 µm haben, können beispielsweise als Mehl oder als Futtermittel Verwendung finden. Für diese Verwertung sind jedoch, bedingt durch einen Fettgehalt des Maisgrits dieser Körnung zwischen 3 und 8 %,Grenzen gesetzt. Der hohe Fettgehalt dieser beiden Fraktionen ist darauf zurückzuführen, daß eine solche Trockenentkeimung keine völlige Entkeimung der Maiskörner erlaubt.
- Vor diesem Hintergrund stellt sich deshalb des Problem,wie ein derartiges, bei einer solchen Trockenentkeimung .ahlfein und also in verschiedenen Körnungen bis hinab zur Mehlfeinheit im Gemisch oder gesichtet in Fraktionen anfallendes Rohgut entfettet werden kann, um dadurch dessen Weiterverwertung zu ermöglichen.
- Die vorliegende Erfindung hat sich der vorstehenden Problematik angenommen Sie schlägt zu deren Lösung vor, ein solches mahlfein und trocken vorliegendes Rohgut zuntichst mit Flüssigkeit aufzuquellen und dann das Quellwasser zur Abführung der Fettanteile wieder durch Schwerkraft- oder Fliehkrafttrennung abzutrennen. Diese Verfahrensmaßnahme nach der Erfindung bringteinen überraschend hohen Wirkungsgrad bei einfachster Durchführbarkeit. Messungen haben ergeben, daß dabei der Fettgehalt bis um das Achtfache seines Ausgangswertes reduziert werden kann. Dieser vorteilhafte Wirkungsgrad ist insbesondere dann erreichbar, wenn die bei diesem Verfahren also einstufig erfolgende Aufquellung bei intensiver Badbewegung vorgenommen wird, welche Maßnahme gleichzeitig eine Verkürzung der Quellzeit bringt. Die Quellzeit kann Mit 8 bis 25 Stunden zum Ansatz gebracht werden. Bei durchgeführten Versuchen mit Maisgrits eines anfänglichen Fettgehalts von 8% wurde eine Quellzeit von 15 Stunden im Mittel fUr ausreichend befunden. Eine Vorwärmung der Aufquellflüssigkeit und ein Zusatz an Saure, wie in Wasser gelöste. Schwef@ldioxyd, brachte bei diesen Versuchen weitere Verbesserungen des Wirkungsgrades.
- Als Einrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens nach der vorliegenden Erfindung reicht es aus, einen Quellbottich vorzugsweise mit RUhrwerk zur Verfugung zu stellen, um in diesen den Quellprozeß des Rohgutes durchführen zu Können. Mit diesem Quellbottich ist dann nur noch eine geeignete Flüssigkeit-Feststoff-Trennvorrichtung ggfs-. unter Zwischenschaltungeiner Pumpe zu verbinden, um so insgesamt eine Anordnung zu ergeben, die damit erkennbar äußerst einfach und billig baut. Als Flüssigkeit-Feststoff-Trennvorrichtung wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung die Verwendung eines Dekanters als besonders vorteilhaft angesehen, weil mit diesem die vorzugsweise angestrebte Abtrennung des Quellwassers durch Schwerkraft mit eine. optimalen Wirkungsgrad erziel bar ist. Die Verwendung eines Dekanters zur Entfettung eines gequollen vorliegenden, fetthaltigen Mahlgutes ist also das einrichtungsmäßige Hauptmerkmal der vorliegenden Erfindug. Als auf dem Fliehkraftprinzip arbeitende Trennvorrichtungen kommen beispielsweise Hydrozyklonen in Betracht. Zur Ermöglichung einer kontinuierlichen Beschickung der Flüssigkeit-Feststoff-Trennvorrichtung sollte man vorzugsweise einen zweiten Quellbottich mit Rührwerk vorsehen, so daß die beiden Quellbottiche abwechselnd an die Trennvorrichtung angeschlossen werden können.
- Indem das erfindungsgemäße Verfahren und die zu dessen Durchführung vorgeschlagene Einrichtung die Möglichkeit eröffnen, bei einer Trockenentkeimung mahlfein anfallendes Rohgut, das bislang als Abfallprodukt weggeworfen wurde oder nur sehr schwer weiterverwendet werden konnte, zu verwerten, kann dadurch fUr diese Trockenentkeimung ein höherer Wirtschaftlichkeitsfaktor zum Ansatz gebracht werden. Das im Rahmen der durchgeführten Versuchsreihe mit einem Restgehalt an Fett von etwa 1% und weniger, im wesentlichen halbfeucht angefallene Rohgut läßt sich inibesondere zur Starkeerzeugung verwerten, indem es anschließend einer Feinmahlung unterworfen und dann wie das nach einem gleichartigen Mahlprozeß bei der eingangs für Maiskbrner geschilderten Maßentkeimung rhaltene Mahlgut ausgewaschen, gesiebt und reffiniert wird. Die Versuchsergebnisse zeigten, daß bei Eingliederung des erfindungsgemaßen Verfahrens in einen solchen Prozeß zur Stärkeerzeugung eine Qualitätsstärke erhalten wird, die insbesondere in ihre Fettgehalt allen Qualitätsvorschriften entspricht und deren Proteingehalt im Regelfall mindestens in gleicher Höhe, meist niedriger liegt als derjenige der bei der Naßentkeimung anfallenden Stärke.
- Natürlich l8St sich das bei Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens anfallende Produkt auch beispielsweise zur Herstellung von Nahrungs-oder Futtermitteln verwerten. Das Verfahren ist nicht beschränkt auf die Verarbeitung von Mais, vielmehr lassen sich damit generell fetthaltige Bestandteile oufweisende und mahl fein vorliegende Rohprodukte verarbeiten, wenn immer es bei diesen auf eine weitgehende Entziehung des Fettanteils ankommt. Im Hinblick auf die nach der vorliegenden Erfindung vorzugsweise angestrebte Eingliederung des erfindungsgemdßen Verfahrens in einen Prozeß zur Stärkeerzeugung kommen deshalb als solche Rohprodukte vorrangig dieselben näher in Betracht, von denen auch bei der herköm,.-lichen Störkeerzeugung ausgegangen wird.
- In der beigefügten Zeichnung ist das Ausführungsbeispi.l einer erfindungsv g.mtlßen Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung schematisch dargestellt. Darin bezeichnet 1 einen Quellbottich, der mit einem Dekanter 2 unter Zwischenschaltung einer Pumpe 3 auf einer gemeinsamen Grundplatte 10 angeordnet ist, Der Ouellbottich 1 ist mit einem schematisch mit 4 angedeuteten Rührwerk ausgerüstet. Das bei einer Trockenentkeimung mahlfein anfallende, zu entfettende Rohgut, dessen Zuführung mit dem Pfeil 5 angedeutet ist, wird zunächst in Je. Quellbottich 1 mit Flüssigkeit intensiv aufgequollen, die über eine Leitung 6 dem Bottich zugeleitet wird. Der vorzugsweise auf etwa 50 - 600C vorgewährm@en Aufquellflüssigkeit ist vorzugsweise in Wasser gelöstes Schwefeldioxyd zugesetzt, und der Quzellprozeß sollte bei ständiger, durch das Rührwerk 4 bewirkter Badbewegung über etwa 8 bis 25 Stunden, im Mittel über etwa 15 Stunden, durchgeführt werden. Diese Quellzeit ist natürlich abhängig von mehreren Einflußgrößen, so insbesondere von der Beschaffenheit des zu behandelnden Rohgutes.
- Nach Beendigung dieses Quellprozesses wird der Inhalt des Quellbottiches 1 durch die Pumpe 3 in den Dekanter 2 kontinuierlich umgepumpt und in diesem einer Schwerkrafttr.nnung unterworfen. Das dabei anfallnde, die Fettanteile und weitere,@ durch die Aufquellflüssigkeit in Lösung gegangene Bestandteile, wie insbesondere Proteine und Mineralstoffe, enthaltende Quellwasser wird in Richtung des Pfeiles 7 abgeführt, während in Richtung des Pfeiles 8 das im wesentlichen halbfeucht onfollcnde Rohgut ausgetragen wird, um anschließend zur Stärkeerzeugung einer Feinmahlung, einer Auswaschung, einer Siebung und einer Raffination unterworfen zu werden. Dem Dekanter Z kann ggfs. Uber eine Leitung 9 kontinuierlich eine Flüssi#keit, wie ggfs. säurehaltiges Frischwasser, zugeführt werden. Vorzugsweise ist ein zweiter Quellbottich vorgesehen, der abwechselnd mit dem Quellbottich 1 an den Dekanter 2 angeschlossen wird, um dadurch dessen kontinuierliche Beschickung zu gewähr@eisten.
Claims (9)
1. Verfahren zum Entfetten von fetthaltigem, trocken entkeimtem und
nahlfein vorliegendem Rohgut, insbesondere in einem Prozeß zur Stärkeerzeugung vorzugsweise
aus Maisgrit, dodurch g e -k e n n z e i c h n e t, daß das Rohgut zunächst mit
Flüssigkeit aufgequollen und dann das Quelltasser zur Abführung der Fettanteile
wieder durch Schwerkraft- oder Fliehkrafttrennung abgetrennt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch 9 e k e n n z e i c h n e t,
daß die Auf quellung des Rohgutes bei intensiver Badbewegung vorgenommen wird.
3. Verfahren wach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch @ e k e n n -z e
i c h n e t, daß die Abtrennung des Ouellwassers unter kontinuierlicher, zusätzlicher
Flüssigkeitszufuhr durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch g e k e n n
-z e i c h n e t, daß die Aufquellflüssigkeit vorgewärmt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch g e k e n n
-z e i c h n e t, daß der Aufquellflüssigkeit eine Säure, wie insbesondere in Wasser
gelöstes Schwefeldioyd, zugesetzt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch 9 e k e n n
-z e i c h n e t, daß das entfettete Rohgut zur Stärkegewinnung in an sich bekannter
Weise feingemahlen, ausgewaschen, gesiebt und raffiniert wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ç e k e n nz
e i c h n e t, daß des aufgequollene Rohgut fUr die Schwerkraft-oder Fliehkrafttrennung
in seiner Dichte höher eingestellt wird.
8. Einrichtung zur Durchfuhrung des Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 7, g e k e n n z e i c h n e t durch inen Quellbottich mit RUhrwerk und eine
mit diese. verbundene Flüssigkeit-Feststoff-Trennvorrichtung, wie insbesondere einen
Dekanter, zwi schen denen ggfs. eine Pumpe angeordnet ist.
9. Verwendung eines Dekanters zur Entfettung eines gequollen vorliegenden,
fetthaltigen Mahlgutes, wie insbesondere von gequollenem Maisgrit.
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| DE19712110368 DE2110368A1 (de) | 1971-03-04 | 1971-03-04 | Verfahren und Einrichtung zum Entfetten von fetthaltigem Rohgut |
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Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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ID=5800532
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| NL (1) | NL7202821A (de) |
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1971
- 1971-03-04 DE DE19712110368 patent/DE2110368A1/de active Pending
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1972
- 1972-03-03 NL NL7202821A patent/NL7202821A/xx unknown
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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