DE2166895B2 - Kryochirurgisches geraet - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein kryochirurgisches Gerät mit einer geschlossenen Sonde, einer Saugeinrichtung
aus einem in der Spitze der Sonde angeordneten vakuumisolierten Saugnapf mit gekühlter Innenwand,
einer Zuführleitung und einem mit dem Saugnapf in offener Verbindung stehenden Gebläse und einer
Heizung.
Kryochirurgische Geräte mit geschlossenen Sonden werden zur Kältebehandlung biologischen Gewebes
verwandt.
Bei diesen Geräten wird die Kälteeinwirkung auf das Gewebe durch die Wahl einer geeigneten Sondenform
und Kälteleistung pro Flächeneinheit bestimmt und kontrolliert.
Nach der Behandlung bestimmter Gewebebereiche, in deren Nähe sich Organe oder lebenswichtige
Blutgefäße befinden, ist es erforderlich, die Kälteeinwirkung auf eine bestimmte Seiten- und Tiefenausdehnung
des Gewebes zu begrenzen, z. B. bei der Tonsillektomie, weil in der Nähe der Mandeln die Kopfschlagader
verläuft.
Um bestimmte Gewebepartien vom übrigen Gewebe getrennt behandeln zu können, wurden bereits Sonden
mit einem Saugnapf entwickelt. Dabei bedient sich die Chirurgie in zunehmendem Maße kryochirurgischer
Geräte insbesondere dort, wo durch Kältenekrosen abgestorbenes Gewebe frei von dem angrenzenden
lebenden Gewebe abgestoßen werden kann, z. B. in der Tonsillektomie, in deren Verlauf die abgestorbenen
Mandeln lagenweise in die Mundhöhle und den Racnen gestoßen werden.
Es wurde ein kryochirurgisches Gerät (DT-OS 19 16 343) vorgeschlagen, bei dem ein bezüglich seines
Volumens gut zu beurteilender Gewebeteil gegenüber dem umliegenden Gewebe örtlich in eine Position
gebracht wird, die es gestattet, dem ausgewählten Gewebeteil mittels eines Kühlsystems Kälte erzielt
zuzuführen.
Die gezielte Zufuhr von Kälte an ein ausgewähltes Gewebeteil ist an sich zwar bekannt (US-PS 32 98 371).
Doch handelt es sich hier um eine stabförmige Sonde.
Die bekannten und das vorgeschlagene kryochirurgische Gerät haben den Nachteil, daß die Kälteeinwirkung
nicht auf einen bestimmten, räumlich genau begrenzten Gewebebereich beschränkt werden kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein kryochirurgisches Gerät zu entwickeln, bei dem der
Wärmeübergang im Kältebehandlungsbereich in kontrollierbarer Weise erfolgt und bei dem die Kälteeinwirkung
auf einen bestimmten Gewebebereich begrenzt wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß sich an den gekühlten Abschnitt dei Innenwand des
Saugnapies ein aufgeheizter ringförmiger Abschnitt anschlief:.
Dabei liegt in dem gekühlten Abschnitt die Kältemittelzufuhrleitung
an der Saugnapfwand an. In dem aufgeheizten ringförmigen Abschnitt ist eine Heizeinrichtung
angeordnet, die das in diesem Abschnitt befindliche Gewebe aufheizt. Sie verhindert damit, daß
die Kälteeinwirkung aus dem gekühlten Abschnitt in diesen Gewebebereich eindringen oder diesen überschreiten
kann. Die Temperatur in dem aufgeheizten ringförmigen Abschnitt wird vorzugsweise in Wirkverbindungen
mit einer Temperaturmeßeinrichtung in Relation zur Temperatur in dem gekühlten Abschnitt
eingeregelt.
Die erfindungsgemäße Heizeinrichtung ist vorzugsweise eine Widerstands-Heizeinrichtung, bei der mindestens
ein Heizleiter innerhalb der Vakuumisolierung angeordnet und an der Saugnapf- bzw. Sondenwand
angebracht ist. Dabei ist der Heizleiter in ein Lot oder Füllstoff eingebettet, wodurch ein besonders inniger
Kontakt geschaffen ist und der Wärmeübergang zur Saugnapfwand und Wärmedurchgang durch diese
Wand gleichmäßig erfolgt.
In einer weiteren Ausführung kann sich an den gekühlten Abschnitt der Innenwand des Saugnapfes ein
aus einem durchsichtigen Werkstoff bestehender, mil einer Strahlungsheizung versehener ringförmiger Abschnitt
anschließen. Dabei kann der durchsichtige Werkstoff Quarz und die Strahlungsheizung eir
Ultrarotstrahler sein.
Mit einer Strahlungsheizung kann eine größen Wärmetiefenwirkung und Tiefenstrahlung auf da;
Gewebe im Bereich des aufgeheizten Abschnitte: erreicht und gleichzeitig der Beginn eines Abheilungs
prozesses eingeleitet werden. Mit dem durchsichtigei
Werkstoff, vorzugsweise Quarz, ist es möglich, daß dii Wärmestrahlen ungehindert zum Gewebe passierei
können.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anhani der in den Zeichnungen schematisch dargesielitei
Ausführungsbeispiele beschrieben. Mit gleichen Bezugs zeichen bezeichnete Teile sind gleiche Teile. Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung des erfindungs gemäßen kryochirurgischen Gerätes mit geschlossene
Sonde, flexiblem Schlauch und zentralem Geräteteil,
F i g. 2 einen Längs-Teilschnitt durch die Sondenspitze
mit Saugnapf bestimmter Form, Saug- und Kühlmittelleitungen, gekühltem Abschnitt und aufgeheiztem
ringförmigem Abschnitt mit Widerstands-Heizeinrichtung,
Fig. 3 einen Längs-Teilschnitt durch die Sondenspitze
und die teilweise durch einen durchsichtigen Werkstoff, vorzugsweise Quarz, ersetzte Saugnapfwand,
Fig.4 eine schem3tische Darstellung des Prinzips
nach der Erfindung.
In F i g. 1 ist schematisch ein kryochirurgisches Gerät mit einem zentralen Geräteteil 1 dargestellt, in welchem
ein Flüssiggas-Vorratsbehälter 2, ζ. Β. für flüssigen Stickstoff, ein Gebläse 3 sowie Steuer- und Regeleinrichtungen
4 angeordnet sind. Eine auswechselbare geschlossene Sonde 5 ist über einen flexiblen Schlauch 6
mit dem zentralen Geräteteil 1 verbunden.
Die Fig. 2 zeigt, wie im inneren, hinteren Teil eines
Saugnapfes 7 bestimmter Form Saugöffnungen 8 in einem auswechselbaren Einsatz 9 angeordnet sind und
wie die Saugöffnungen 8 mit einer Saugleitung 10 in Verbindung stehen. Außerdem ist gezeigt, wie der
innenraum des Saugnapfes 7 in einen gekühlten Abschnitt 11 und einen aufgeheizten ringförmigen
Abschnitt 12 unterteilt ist, wobei an der Wand des
Saugnapfes 7 im Bereich des gekühlten Abschnittes 11 die Kältemittelzufuhrleitung 13 anliegt und im Bereich
de; aufgeheizten ringförmigen Abschnittes 12 eine Heizeinrichtung 14 angeordnet ist. Die Heizeinrichtung
14 kann eine Widerstands-Heizung sein, die innerhalb der Vakuumisolierung 15 an der Wand des Saugnapfes 7
angebracht ist. In einem anderen Ausführunjzrbeispiel
kann, wie in Fig. 3 gezeigt, die Sonde 5 und die Heizeinrichtung 14 derart ausgebildet sein, daß die
Wand des Saugnapfes 7 im Bereich des aufgeheizten ringförmigen Abschnittes 12 teilweise durch einen
durchsichtigen Werkstoff 16, vorzugsweise Quarz, ersetzt ist und die Heizeinrichtung 14 dann eine
Strahlungsheizung ist.
Ir. der Fig.4 ist die Wirkungsweise der Erfindung
veranschaulicht. Über Saugöffnungen 8 einer anliegenden Sauglcitung 10 wird ein Teil 19 eines Gewebes 20 in
den Saugnapf 7 gesogen, dabei liegt eine Auflagefläche 21 am Gewebe 20 an. Auf den Teil 19 des Gewebes 20
wirkt in dem gekühlten Abschnitt 11 das Kältemittel über die Wärmedurchgangswand 22 ein. Im Bereich des
aufgeheizten ringförmigen Abschnittes 12 wird durch die Wärmedurchgangswand 22 Wärme zu dem Gewebe
20 geleitet bzw. werden in der weiteren Ausführung Ultrarotstrahlen durch den durchsichtigen Werkstoff 16
auf das Gewebe 20 gerichtet.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Kryochirurgisches Gerät mit einer geschlossenen Sonde, einer Saugeinrichtung aus einem in der
Spitze der Sonde angeordneten vakuumisolierten Saugnapf mit gekühlter Innenwand, einer Zufuhrleitung
und einem mit dem Saugnapf in offener Verbindung stehenden Gebläse und einer Heizung,
dadurch gekennzeichnet, daß sich an den gekühlten Abschnitt (11) der Innenwand des
Saugnapfes (7) ein aufgeheizter ringförmiger Abschnitt (12) anschließt.
2. Kryochirurgisches Geräi nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Heizleiter einer Widerstands-Heizeinrichtung (14) außen
an der Innenwand des Saugnapfes (7) in ein Lot oder einen Füllstoff eingebettet ist.
3. Kryochirurgisches Gerät mit einer geschlossenen Sonde, einer Saugeinrichtung aus einem in der
Spitze der Sonde angeordneten vakuumisolierten Saugnapf mit gekühlter Innenwand, einer Zufuhrleitung
und einem mit dem Saugnapf in offener Verbindung stehenden Gebläse und einer Heizung,
dadurch gekennzeichnet, daß sich an den gekühlten Abschnitt (11) der Innenwand des Saugnapfes (7) ein
aus einem durchsichtigen Werkstoff bestehender, mit einer Strahlungsheizung versehener ringförmiger
Abschnitt (12) anschließt.
4. Kryochirurgisches Gerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der durchsichtige
Werkstoff Quarz ist.
5. Kryochirurgisches Gerät nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Strahlungsheizung
ein Ultrarotstrahler ist.
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| DE19712166895 DE2166895C3 (de) | 1971-01-11 | 1971-01-11 | Kryochirurgisches Gerät |
Publications (3)
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| DE2166895B2 true DE2166895B2 (de) | 1977-11-03 |
| DE2166895C3 DE2166895C3 (de) | 1978-06-22 |
Family
ID=5830250
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE19712166895 Expired DE2166895C3 (de) | 1971-01-11 | 1971-01-11 | Kryochirurgisches Gerät |
Country Status (1)
| Country | Link |
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Families Citing this family (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2608915A1 (fr) * | 1986-12-30 | 1988-07-01 | Abensour David | Dispositif de prehension du col uterin |
| DE4417013A1 (de) * | 1994-05-14 | 1995-11-16 | Hellmann Gunther Dipl Inform | Medizinisches Gerät |
-
1971
- 1971-01-11 DE DE19712166895 patent/DE2166895C3/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| DE2166895C3 (de) | 1978-06-22 |
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Legal Events
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