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Die Erfindung bezieht sich auf eine
Walzenpresse mit einem Rahmen, in dem zumindest zwei zueinander
gegenrotierende Walzen mit parallelen Rotationsachsen von mindestens
je einer zu je einer Walze benachbarten Schutzabdeckung zumindest teilweise
abgedeckt sind, wobei je eine Schutzabdeckung an die Kontur je einer
Walze angepasst ist.
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Walzenpressen werden für Brikettierungs-, Zerkleinerungs-
und Kompaktierungsprozesse eingesetzt. Über einen Einwurfschacht werden
Granulate zwischen zwei Walzen gefüllt. Die Walzen pressen das
Granulat zusammen, zerkleinern es oder kompaktieren es. Walzenpressen ändern somit
den Granulatzustand des Ausgangsmaterials. So werden etwa Briketts
geformt oder feine Stäube
produziert. Damit während
des Betriebes die Walzen nicht von außen beschädigt werden und vor allem keine
Eingangs- oder Ausgangsmaterialien ungewollt von der Walzenpresse
in der Umgebung verteilt werden, sind Schutzabdeckungen um die Walzen
herum vorgesehen. Die Walzen unterliegen einem bedeutendem Verschleiß. Daher
müssen
die Walzen in bestimmten Abständen
gewartet oder gewechselt werden. Wartungs- und damit einhergehende
Kontrollarbeiten ziehen Stillstandszeiten der Walzenpresse nach
sich.
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Im Stand der Technik wird ein Teil
der Walzenpressen, nämlich
ein Teil des Rahmens der Walzenpressen zum Zwecke der Wartung und
Kontrolle abgebaut. Dann wird im derzeitigen Stand der Technik die
Schutzabdeckung von der Walzenpresse gelöst und über zumindest eine translatorische
Bewegung aus der Walzenpresse entfernt. Im Regelfall wird die Schutzabdeckung
horizontal verschoben und vertikal, mittels etwa eines Kranes, von
der Walzenpresse fortbewegt. Die Schutzabdeckung wird dann in der
Nähe der
Walzenpresse während
der Wartungs- oder Kontrollarbeiten gelagert.
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Der Ausbau der Schutzabdeckung im
Stand der Technik ist somit sehr umständlich. Der Ausbau nimmt sehr
viel Zeit in Anspruch, was in langen Stillstandszeiten resultiert.
Diese langen Stillstandszeiten resultieren in einer Kostenerhöhung. Zusätzlich wird
ein negativer Eingriff auf die Prozesssicherheit und die Bediensicherheit
der Maschine erzwungen. So werden die Schutzabdeckungen im Regelfall
in der Nähe
der Walzenpresse gelagert. Dadurch stehen die ausgebauten Schutzabdeckungen
den normalen Prozessab läufen,
wie etwa Antransport oder Abtransport von Werkzeug oder Materialien,
im Weg. Die Unfallgefahr ist dadurch erhöht. Prozesse werden behindert.
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Im Besonderen ist es sehr kostenträchtig und aufwändig, über einen
Kran die Schutzabdeckung von der Walzenpresse zu entfernen.
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Es ist somit Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, diese Nachteile zu vermeiden. Es ist insbesondere die
Aufgabe der Erfindung, ohne großen
Demontageaufwand bei der Schutzabdeckung die Walzen für die Demontage
freizugeben.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
dass zumindest eine Schutzabdeckung um eine Drehachse schwenkbar
ausgestaltet ist und die Drehachse als Horizontalachse ausgebildet
ist.
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Bei dieser Erfindung ist mit wenigen
Handgriffen für
das Wartungs- und Bedienungspersonal die Möglichkeit gegeben, die Schutzabdeckung
von den Walzen der Walzenpresse zu entfernen und somit eine schnelle
Sichtkontrolle, eine schnelle Wartung oder einen schnellen Walzenwechsel
zu ermöglichen.
Ferner stehen keine behindernden Elemente, insbesondere nicht die
Schutzabdeckung, in der Umgebung der Walzenpresse herum. Die Unfallgefahr wird
vermindert. Die Stillstandszeiten werden drastisch reduziert. Eine
kostengünstigere
Walzenpresse, über
den gesamten Lifecycle gesehen, ist die Folge.
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Es ist jedoch auch denkbar, dass
die Schutzabdeckung zur Seite geschwenkt wird. Wenn die Drehachse
als Horizontalachse ausgeführt
ist, so ist es andererseits möglich
die Schutzabdeckung nach oben aus der Walzenpresse herauszuschwenken.
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Im Folgenden werden anhand der Unteransprüche verschiedene
alternative Ausgestaltungsformen des erfindungsgemäßen Gegenstandes
erläutert.
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Besonders vorteilhaft ist es, wenn
die Drehachse rahmenfest ausgestaltet ist. In einer solchen alternativen
Ausgestaltungsform bleibt die Schutzabdeckung selbst im aufgeschwenkten
Zustand mit der Walzenpresse verbunden. Dadurch ist vermieden, dass
die Schutzabdeckungen zu weit von der Walzenpresse entfernt werden,
was in langen Wegen und somit erhöhten Wartungskosten resultieren
würde.
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Um die Unfallgefahr weiter zu minimieren,
ist es besonders vorteilhaft, wenn in einer weiteren Ausgestaltungsform
die Schutzabdeckung während
eines Wegschwenkens von der Walze ausschließlich eine Rotationsbewegung
ausführend
ausgestaltet ist. Durch diesen gleichmäßigen Bewegungsablauf, in dem
translatorische Elemente fehlen, ist es nahezu ausgeschlossen, dass
sich das Bedien- und Wartungspersonal verletzt.
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Eine optimale Raumnutzung einer Werkhalle ergibt
sich alternativ dann, wenn die Schutzabdeckung nach oben schwenkbar
ausgestaltet ist.
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Wenn die Drehachse oberhalb einer
Rotationsachse der Walze angeordnet ist, so ist die Schutzabdeckung
im aufgeschwenkten Zustand derart weit von der Walze entfernt, dass
das Bedien- und Wartungspersonal viel Kopffreiheit und Arbeitsraum
hat.
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Um das Aufschwenken der Schutzabdeckung
nach oben nicht zu behindern, ist es besonders von Vorteil, wenn
eine Alternative der Walzenpresse einen Deckenträger umfasst.
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Die Stillstandszeiten werden noch
mehr gesenkt, wenn einer vorteilhaften Alternativausgestaltung zwei
Schutzabdeckungen für
je eine Walze gegensinnig zueinander verschwenkbar ausgestaltet sind,
da dann beide Walzen gleichzeitig gewechselt werden können.
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Wenn zumindest an einer Schutzabdeckung ein
alternatives Element zur Energieumsetzung, wie etwa eine Gasdruckfeder,
ein Hydraulikkolben, eine Zahnstange mit Motor oder eine Feder,
die Schutzabdeckung bewegend angreift, so ist in dieser alternativen
Ausgestaltung ein die Öffnung
unterstützendes Element
bereits an der Walzenpresse angebracht. Weitere unterstützenden
Elemente, wie etwa Krane oder Seilwinden, sind nicht mehr vonnöten.
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Eine gleichzeitige Zugänglichkeit
zum Senken der Stillstandszeiten beim Wechseln der Walzen wird dadurch
erreicht, dass in einer Variante die Schutzabdeckungen gleichzeitig
schwenkbar ausgestaltet sind.
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Wenn zumindest eine Sichtprüföffnungsabdeckung
der Walzen zur Öffnung
schwenkbar ausgestaltet ist, lässt
sich schnell, und ohne den Arbeitsprozess der Walzenpresse oder
die die Walzenpresse umgebenden Prozesse negativ zu beeinflussen, eine
optische Sichtprüfung
der Walzen ermöglichen.
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Wenn die Schutzabdeckung auch im
geöffneten
Zustand mit dem Rahmen verbunden ist, ist in dieser Variante sichergestellt,
dass die Schutzabdeckung nicht beim Wiedereinbau verwechselt wird. Dies
ist besonders beim gleichzeitigen Warten mehrerer Walzenpressen
von Vorteil.
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Die Erfindung wird im Weiteren anhand
einer Zeichnung näher
erläutert.
Es zeigen:
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1 eine
Walzenpresse nach dem Stand der Technik in einer schematischen Ansicht,
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2 die
Walzenpresse aus 1,
wobei die rechte Seite des Rahmens geöffnet ist und eine Schutzabdeckung
einer Walze entnommen wird,
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3 eine
Walzenpresse nach 1 und 2, bei der, nach Demontage
der Schutzabdeckung auch eine Walze demontiert wird,
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4 eine
schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Walzenpresse mit aufgeschwenkter Schutzabdeckung
und demontierter Walzenpresse,
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5 eine
schematische perspektivische Gesamtansicht einer erfindungsgemäßen Walzenpresse
mit geöffneter
Schutzabdeckung und
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6 die
Walzenpresse aus 5 mit
geschlossener Schutzabdeckung.
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In 1 ist
eine Walzenpresse 1 in schematischer Darstellung von vorne
zu erkennen. In dieser Figur, sowie in allen folgenden Figuren,
sind dieselben Elemente mit denselben Bezugszeichen versehen. Die 1 bis 4 sind von vorne in schematischer Ansicht
dargestellt. Die Walzenpresse 1 umfasst in 1 zwei Walzen 2 und 3.
Die Walzen 2 und 3 sind im inneren eines Rahmens 4 befestigt.
Oberhalb der Walzen 2 und 3 und oberhalb des Rahmens 4 befindet
sich das Einfüllteil 5.
Das Einfüllteil 5 ist
trichtertörmig
ausgestaltet. Das Einfüllteil 5 hat
zwei Öffnungen.
In der oberen Öffnung
wird das Schüttgut
eingefüllt
und gelangt durch die untere Öffnung
in einen Spalt zwischen die Walzen 2 und 3. Der
Rahmen 4 umfasst an beiden Enden des Rahmens abschraubbare
und schwenkbare Rahmenendteile: Am Rahmen sind auch Schutzabdeckungen 6 und 7 befestigt.
Die Schutzabdeckungen 6 und 7 weisen konkave Ausbuchtungen
auf. Die konkaven Ausbuchtungen umfassen die Walzen 2 und 3.
Die konkave Ausbuchtung der Schutzabdeckung 6 umgreift
zur Hälfte
die Walze 2. Die konkave Ausbuchtung der Schutzabdeckung 7 umgreift
die Walze 3 zur Hälfte.
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Die Walzen selber sind mit einer
diese haltende Halteeinrichtung verbunden.
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Die Walzen 2 und 3 rotieren
jeweils um eine Rotationsachse 9, welche durch die jeweilige
Walze 2 oder 3 hindurch verläuft. Die Rotationsachsen 9 der Walzen 2 und 3 sind
zueinander parallel.
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Das Einfüllteil 5 ist oberhalb
der Rotationsachsen 9 angeordnet.
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Der Rahmen 4 steht auf Füßen, welche
wiederum auf dem Boden stehen.
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In 2 ist
die rechte Seite des Rahmens 4 der Walzenpresse 1 geöffnet. In
dieser Demontagestellung ist auch die Schutzabdeckung 7 abgeschraubt.
Die demontierte Schutzabdeckung 7 wird aus dem Rahmenendteil
des Rahmens 4 nach einer Translationsbewegung gemäß Pfeil A und
wird nachfolgend in Richtung des Pfeiles B mittels eines
Kranes weggehoben.
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In 3 ist
nach Demontage und Verräumung
der Schutzabdeckung 7 die demontierte Halteeinrichtung 8 mit
noch eingebauter Walze 3 dargestellt. Dieser Verbund aus
Halte einrichtung 8 und Walze 3 wird nachfolgend
entlang der Pfeilrichtung C nach oben etwa mittels eines
Kranes entfernt.
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In der Walzenpresse 1 gemäß der 1 bis 3 wird Ausgangsmaterial in das Einzelteil 5 eingefüllt, rutscht
dann durch die Schwerkraft über
die Oberfläche
der Walzen 2 und 3 in einen Spalt zwischen den Walzen 2 und 3 und
wird durch die Walzen 2 und 3 bearbeitet. Die
Schutzabdeckung 6 und 7 schützt die Umgebung vor wegspritzendem
zu verarbeitendem Material und schützt gleichzeitig die Walze 2 oder 3 vor
Berührung
oder Beschädigung
von außen.
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Zum Sichtprüfen und Warten der Walzen ist ein
Rahmenendteil des Rahmens 4 erst zu öffnen. Dann ist die Schutzabdeckung 6 oder 7 abzuschrauben.
Nachfolgend ist die Schutzabdeckung 6 oder 7 horizontal
aus der Walzepresse 1 herauszubewegen. Dann muss die Schutzabdeckung 6 oder 7 vertikal mittels
eines Kranes entfernt werden. Erst dann kann die Walze 2 oder 3 zusammen
mit der Halteeinrichtung 8 nach einer horizontalen Translationsbewegung
vertikal entfernt werden. Das Schwenken wird durch ein alternatives
Element zur Energieumsetzung, in dem hier dargestellten Fall, durch
eine Gasdruckfeder 12 unterstützt.
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In 4 ist
eine erfindungsgemäße Walzenpresse 1 dargestellt.
Die Schutzabdeckung 7 wird um eine Drehachse 10,
welche durch den Rahmen 4 hindurchverläuft, im Gegenuhrzeigersinn
weggeschwenkt. Die Schwenkrichtung ist dem Pfeil D zu entnehmen.
Die Schutzabdeckung 6 wird im Uhrzeigersinn um die Drehachse 11 weggeschwenkt.
Dies ist jedoch noch nicht dargestellt.
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In 4 ist
die Schutzabdeckung 7 im aufgeklappten Zustand dargestellt
und die Halteeinrichtung 8 mit darin integrierter Walze 3 nach
einer horizontalen Translationsbewegung vor dem vertikalen Wegbewegen
entlang des Pfeiles E dargestellt.
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Auch in dieser erfindungsgemäßen Ausgestaltung
wird Ausgangsmaterial in das Einfüllteil 5 eingefüllt, welches
dann zu einem verarbeitenden Bereich, in einem Spalt zwischen Walze 2 und 3 gelangt.
Die Schutzabdeckungen schützen
die Umgebung von Wegspritzteilen und die Walzen vor Beschädigung von
außen.
Auch schützen
die Schutzabdeckungen 6 und 7 das Bedienpersonal
vor Berührung
mit den rotierenden Walzen. Die Walzen 2 und 3 rotieren
in unterschiedlichen Drehrichtungen. Die Walze 2 rotiert
im Uhrzeigersinn, die Walze 3 im Gegenuhrzeigersinn.
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In 5 ist
in einer perspektivischen Ansicht ein Blick auf die Walze 2 bei
aufgeklappter Schutzabdeckung 6 freigegeben. Die Schutzabdeckung 6 wird genauso
wie die Schutzabdeckung 7 über eine Gasdruckfeder 12 (in 5 nicht dargestellt) geöffnet. Dabei
dreht sich die Schutzabdeckung 6 um die Drehachse 11 nach
oben. Die Walze 2 wird dadurch für Sichtprüfung und Wartung zugänglich. Ähnlich eines
PKW-Kofferraumdeckels
wird die Schutzabdeckung 6 unter Zuhilfenahme der Gasdruckfeder
angehoben. Das Einfüllteil 5 ist
oberhalb der Drehachse 10 und 11 angeordnet.
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In 6 ist
die Walzenpresse aus 5 mit geschlossener
Schutzabdeckung 6 dargestellt.
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Im Folgenden soll die Funktions-
und Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Walzenpresse 1 beschrieben
werden.
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In das Einfüllteil 5 wird Ausgangsmaterial eingefüllt. Es
wird das Einfüllteil 5 hindurch
in einen Spalt zwischen der Walze 2 und 3 und
wird dort vermahlen. Alternativ wird es gepresst oder brikettiert. Es
fällt dann
aus der Walzenpresse im Endzustand heraus und wird abtransportiert.
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Um Walzen 2 und 3 und
Umgebung zu schützen,
sind Schutzabdeckungen 6 und 7 schwenkbar um Drehachsen 10 und 11 in
die Walzenpresse 1 eingebaut. Zum Öffnen werden die Schutzabdeckungen 6 und 7 optimalerweise
in entgegengesetzter Drehrichtung nach oben jeweils um die Drehachse 10 oder 11 geschwenkt.
Eine Demontage der Walzen 2 und 3 ist dann in
zwei Schritten einfach möglich.
Die Gasdruckfedern 12 unterstützen beim Öffnen der Schutzabdeckungen 6 und 7.
Die Gasdruckfedern 12 halten auch die Schutzabdeckung 6 und 7 im
geöffneten
Zustand oben. Das Gewicht der Schutzabdeckung 6 und 7 wird
durch die Gasdruckfedern 12 kompensiert.