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DE2005226C3 - Verfahren zur Gewinnung von Faserasbest mit verbesserten anwendungstechnischen Eigenschaften - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Faserasbest mit verbesserten anwendungstechnischen Eigenschaften

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DE2005226C3
DE2005226C3 DE2005226A DE2005226A DE2005226C3 DE 2005226 C3 DE2005226 C3 DE 2005226C3 DE 2005226 A DE2005226 A DE 2005226A DE 2005226 A DE2005226 A DE 2005226A DE 2005226 C3 DE2005226 C3 DE 2005226C3
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DE2005226A
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Dietrich Dr. 8756 Kahl Bauer
Helmut Dr. 6454 Grossauheim Fratzscher
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Evonik Operations GmbH
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Deutsche Gold und Silber Scheideanstalt
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Publication date
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Priority to BE762541A priority patent/BE762541A/xx
Priority to US112680A priority patent/US3668119A/en
Priority to CA104,602A priority patent/CA946104A/en
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Publication of DE2005226B2 publication Critical patent/DE2005226B2/de
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    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B20/00Use of materials as fillers for mortars, concrete or artificial stone according to more than one of groups C04B14/00 - C04B18/00 and characterised by shape or grain distribution; Treatment of materials according to more than one of the groups C04B14/00 - C04B18/00 specially adapted to enhance their filling properties in mortars, concrete or artificial stone; Expanding or defibrillating materials
    • C04B20/02Treatment
    • C04B20/08Defibrillating asbestos

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Description

20
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Faserasbest mit verbesserten anwendungstechnischen Eigenschaften aus stabilen wäßrigen Dispersionen von Chrysotilasbest.
Zur Modifizierung organische und anorganische Bindemittel enthaltender Systeme, «vie Lacke, Farben, Beschichtungs- und Spritzmassen, werden in zunehmendem Maße Füllmittel benötigt, welche diesen Systemen ganz spezielle Eigenschaften verleihen. So werden z. B. für Lack- und Druckfarben Füllstoffe verlangt, welche Thixotropic- und Antisedimentationsverhalten der Farben günstig beeinflussen. Bei n-jnchen Anwendungen besteht daneben das Erfordernis hoher Transparenz und/oder hoher Verdickungswirkur 3. Des weiteren sollen Lack- und Farbschichten keine Oberflächenrauhigkeit aufweisen, was insbesondere bei sehr dünnen Lackschichten kritisch ist. Treffen also mehrere dieser Anforderungen zusammen, wie dies z. B. bei der Herstellung von Klarlacken der Fall ist, so steht der Fachmann häufig vor dem Problem, einen Füllstoff zu wählen, der den an das Fertigprodukt gestellten, verschiedenartigsten Anforderungen gerecht wird und darüber hinaus eine möglichst einfache Verarbeitung ermöglicht. Das hierfür bevorzugte Asbest-Material ist ein Chrysotilasbest, der in der Nähe von Coalinga, Kalifornien, gewonnen wird. Es handelt sich dabei um einen kurzfaserigen Chrysotilasbest der Klasse 5 bis 7 nach dercanadischen Standard Klassifikation.
Chrysotilasbest besteht aus Primärfasern, die zu Sekundärfasern agglomeriert sind. Beim Coalinga-Asbest beträgt der häufigste Außendurchmesser 22 nm und der häufigste Innendurchmesser 4,5 nm (J. J. Fr ip i a t und M. della Faille, Fifteenth Conference on Clays und Clay Minerals [1967], 305). Die Sekundärfasern bilden Bündel aus vielen Tausend Primärfasern, die in hexagonal dichtester Packung angeordnet sind, wobei die Zwischenräume in dieser völlig leer sind.
Es ist bekannt, Faserasbeste für die verschiedensten Anwendungen zu gewinnen, indem man hochprozenti- eo gen Roh-Chrysotilasbest, welcher mechanisch auf nassem und/oder trockenem Wege, z. B. durch Schlämmen, Flotieren, Sieben, Sichten oder Magnetabscheidung vorgereinigl wurde, in einer wäßrigen Suspension, gegebenenfalls in Anwesenheit von Säure, durch Einwirkung hoher Scherkräfte in ein stabiles Sol überführt, den Asbest dann durch Alkali- oder Eleklrolvtzusat/ ausfällt, abtrennt und trocknet (US-PS 34 09 499). Auch die Vermahlung trockenen aufgeschlossenen Asbestes ist bekannt.
Es hat sich nun gezeigt, daß aus solchen kolloiden Lösungen gewonnene Asbestprodukte überraschenderweise nicht einheitlich anfallen, sondern stets Anteile enthalten, welche sich auch durch eine anschließende Vermahlung nicht zerkleinern lassen und bei der Weiterverarbeitung in Anwendungssystemen stören. Solche Füllmittel genügen z. B. höheren Anforde.-yngcn an Stippenfreiheit, Oberflächenglätte und Transparenz von Klarlacken nur unvollkommen. Ferner verursachen diese bekannten Asbestverdickungsmittel beim sogenannten Airless-Spritzen von Plastisolen und Organosolen bei den vielfach verwendeten 200μπνΟΰ5εη Verstopfungen.
Die vorliegende Erfindung eröffnet einen Weg zur Herstellung von Asbestfasern aus kolloiden Aufschlußlösungen, die sich durch unerwartet gute anwendungstechnische Eigenschaften auszeichnen.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Gewinnung von Faserasbest mit verbesserten anwendungstechnischen Eigenschaften durch Überführen von mechanisch vorgereinigtem Chrysotilasbest in ein stabiles Sol mittels Einwirkung hoher Scherkräfte in einer wäßrigen Suspension, gegebenenfalls in Anwesenheit von Säure, sowie Ausfällen, Abtrennen, Trocknen und gegebenenfalls Vermählen des Asbestes, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man das SoI durch Filtrieren oder Zentrifugieren von unvollständig aufgeschlossenen Kolloidstoffen befreit.
Die Filtration erfolgt dabei zweckmäßigerweise in einer Filterpresse unter Verwendung eines.Tuchfilters, dessen Öffnungen kleiner als die mittlere Länge der beim Aufschluß anfallenden Primärfasern sind. Als geeignet haben sich Filtertücher aus Perlon eines m2-Gewichtes von 376,9 g (Faden Nm 10,6 m/g Kette und Nm 10,13 m/g Schuß) erwiesen. Überraschenderweise läßt ein solches Filter selbst kolloide Lösungen mit Primärfasern von ca. 20 μιτι mittlerer Länge ungehindert passieren, obwohl die Filteröffnungen wesentlich kleinere Abmessungen haben. Zum Filtrieren kann weiterhin eine Filterzentrifuge mit entsprechender Tuchfiltereinlage verwendet werden. Der Filterrückstand enthält vorwiegend harte, kompakte Agglomerate, die beim Aufschluß nicht aufgefasert wurden und auch durch Vermahlung eines getrockneten Aufschlußprodukts nicht weiter defibrilliert werden.
Für eine kontinuierliche Verfahrensführung hat es sich ferner als zweckmäßig erwiesen, die kolloiden Lösungen mittels einer Überlaufzentrifuge, eines Separators oder eines Hydrozyklons zu zentrifugieren.
Die Abtrennbarkeit kolloider Sekundärfasern aus dem Asbestsol überrascht aus folgenden Gründen:
Die spezifische Sedimentationsgeschwindigkeit einer Partikel in einem Schwerefeld ist stark abhängig von ihrer äußeren Gestalt. Gestreckte Partikeln sedimentieren in Abhängigkeit von ihrem Länge/Dicken-Verhältnis um ein Vielfaches langsamer als kugelförmige Teilchen gleichen Gewichts (J. M. Burgers. Kon. Ned. Akad. Wet., Verhand, Eerste Sectie Dl. XVI, 113=184).
Aufgrund der kristallinen Struktur einer Chrysotil-Primärfaser (H. jagodzinski und G. Kunze, Neues lahrbuch f. Mineralogie, Monatsheft [1954], S. 137—150) besteht deren äußere Oberfläche aus einer hexagonal dichtesten Packung von OH-Gruppen. Bringt man die Primärfaser in saures Medium, so werden clic OH-Gruppen neutralisiert. Die Oberfläche der Primär-
faser trägt dünn eine Vielwihl positiver elektrischer Ladungen.
Eine typische Primärfaser von 5 μη] Länge hat ein Volumen von ca. 19 κ ΙΟ' nm1, eine äußere Oberfläche von ca. 35 · ΙΟ4 nm- und eine Masse von ca. 45 · 10 - l(1g (Dichte von Coalinga-Asbest 2,45 g/cm1)· Der Durchmesser einer gleich schweren kugelförmigen Partikel gleicher Dichte beträgt ca. 0,2 μιη.
Demgegenüber beträgt bei einer Sekundärfaser mit z.B. 20 μίτι Länge und 2 μιη Durchmesser der Duchmesser einer gleich schweren Kugel gleicher Dichte ca. 10 μαι und bei einer Sekundärfaser von z. B. 50 μπι Länge und 4 μιτι der Durchmesser ca. 30 μπι.
Aus den Untersuchungen von F. Pundsack und G. Reimschussel, (Journ. phys.Chem. 60[1956J 1218) ist bekannt, daß sich etwa 7% der insgesamt in einer Primärfaser vorhandenen OH-Gruppen an deren Oberfläche befinden. Damit läßt sich die Zahl N der OH-Gruppen auf der äußeren Oberfläche einer einzelnen Primärfaser zu
/V= ca.2.7 · \(r
berechnen. Dieser Wert steht im Einklang mit dem aus der direkt gemessenen OH-Gruppendichte berechneten.
Wie erwähnt, sind die Zwischenräume zwischen den in hexagonal dichtester Packung die Sekundärfaser aufbauenden Primärfasern völlig leer. Die Sedimentation geladener kolloider Partikeln im Schwerefeld ist infolge der elektrostatischen Anziehung durch die leichteren Gegenionen (hier Anionen) verzögert. Dadurch wird für eine kolloide, in η leichte Ionen +1 schweres Ion dissoziierende Partikel ein scheinbares Gewicht gefunden, das ungefähr nur den (n+ l)ten Teil des tatsächlichen Partikelgewichtes beträgt (T. S ν ed - j; berg, Kolloid-Z, Zsigmondy-Festschrift, Erg.-Bd. zu 36 [1925], 53).
Zur Unterdrückung dieses Effektes können einer kolloiden Lösung zwar größere Mengen Elektrolyt zugesetzt werden. Dies ist jedoch auf kolloide Asbestsole nicht anwendbar, da schon geringe Elektrolytkonzentrationen eine Flockung des Asbestsols bewirken würden.
Demgemäß verursachen die positiven Oberflächenladungen ein Inschwebebleiben der kolloiden Asbest-Teilchen.
Gemäß obigen Angaben würde die tatsächliche Masse einer Primärfaser 45 · IO~lf>g betragen. Infolge der das Sol stabilisierenden Ladungseffekte tritt jedoch an die Stelle der tatsächlichen Masse eine bis zu 2,7 · lO^rcial kleinere Masse, nämlich ca. 17 · 10 -'-g (Effektivma-se). Setzt man für ein der Primärfascr entsprechendes gleich schweres kugelförmiges Teilchen den berechneten Durchmesser von 0,2 μπι, so resultiert infolge der Ladungseffekte ein effektiver Partikeldurchmesser von nur 2 nm. Es ist aber bekannt, daß bei Anwendung gebräuchlicher technischer Zentrifugen nur Teilchen mit einem Durchmesser ois 500 nm und im Extremfall allenfalls bis 50 nm, abgetrennt werden können. Selbst in einer Ultrazentrifuge können nur Teilchen bis 3 nm sedimentiert werden. Daraus erhellt, daß die Primärfasern eines Asbesisols einer Scparierung durch Zentrifugieren nicht zugänglich sind. Da jedoch die Oberfläche einer .Sekundärfaser und die Zahl der pro Sekundärfaser vorhandenen Oberflächen-OH- t>i Gruppen sich ebenso additiv aus den für eine Primärfaser gefundenen 'Verteil zusammensetzt, wie das Gewicht der .Sekundärfaser, müssen hier theoretisch dieselben Verhältnisse gelten wie bei den Primärfasern, d.h. auch hier wurden die Ladungseffekie eine Sedimentation durch Zentrifugalkräfte ausschließen.
In Übereinstimmung damit wird beobachtet, dali selbst relativ große, mit dem Auge gerade noch erkennbare Sekundärfasern im kolloiden Zustand bei noch so langem Stehen nicht sedimentieren. Umso überraschender war es, daß tatsächlich eine Abtrennung durch Anweung der Zentrifugalkräfte üblicher technischer Zentrifugen erreicht werden kann. Für dieses unerwartete Verhalten liegt noch keine Erklärung vor
Die aus dem erfindungsgemäß gereinigten Sol durch Fällung, Abtrennen, Trocknen und gegebenenfalls Vermählen in z. B. Hammer-, Stift- oder Gasstrahlmühlen erhaltenen Produkte zeichnen sich durch hohe Transparenz, überlegene Kornfeinheil und außerordentlich hohe Verdickungswirkung z. B. in Färb- und Lacksystemen aus. Ferner verleihen sie solchen Systemen einen sehr günstigen Thixr'-opie-lndex. Sie können mit Vnrieil in Beschich'.ungs- und Dichtungsmassen, Piastisolen, Orga nosolen. Gießharzen. Grundierungen, Klebstoffen. Mastics. Emaillefritten. thermoplastischen Siebdruckfarben. Asphaltmischungen. FU'inigungspasten und Hochtemperaturfetten verwendet werden.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher die Verwendung des nach dem beschriebenen Verfahren hergestellten Faserasbests als transparentes Verdikkungsmittel.
Die Erfindung wird im folgenden durch Beispiele näher erläutert:
Die gemäß den Beispielen 1 —4 hergestellten erfindungsgemäßen Produkte werden durch verschiedene anwendungstechnische eigenschaften, welche sie einem Polyester-Testlack verleihen — teilweise im Vergleich zu den Effekten handelsüblicher Asbestfaserprodukte — charakterisiert.
Testlack
AK Testlack wird ein Gemisch von
400 g flüssiger Polyester
57 g Mono-Styrol
35 g Mono-Styrol + 1 % Paraffin
(Fp. = 48bis50°C)
verwendet.
Zur Beurteilung der Verfahrensprodukte werden unter anderem die im folgenden kurz beschriebenen Methoden angewandt:
I. Verdickungswirkung
Zur Ermittlung der Verdickungswirkung wird eine geeignete Menge, z. B. 1.6 g Asbestprodukt in 98.4 g des Testlacks mit dem Spatel von Hand eingeführt. Der Ansatz wird dann 10 min bei 1500 U/min (Temperatur 17 bis 220C) mit einem Flügelrührer (0 = 5.2cm) dispergiert. Um Verluste an Styrol zu vermeiden, wird die als Gefäß verwendete Dose (Durchmesser 7.3cm) mit Aluminiumfolie abgedeckt. Zwei Stunden nach der Dispergierung wird die Viskosität mittels Haake- Viskosimeter bei 22^C gemessen. In Abhängigkei' von der zu messenden Viskosität werden dabei folgende Meßkörper angewandt:
bis 5000 mP.i s
5000 bis 15 000 mPa
ab 15 00OmPa ■ s
Meßkörper MV Il
Meßkörper SV I
MellkörnrrSVII
Ks ist diiriiiif /ti achten, daß die ;mgegebenen MnIk* von Kühler und Riihrgefäß sowie die Drehzahl genau eingehalten werden, da sonst clic gemessenen Viskositäten unterschiedlich sein können.
2. Kornfeinheit
Es werden 0.5 Gewichtsprozent Asbestprodukt in den Testlack eingearbeitet und der Grindometerwen bestimmt.
i. Transparen/
Zur F.rmilllung der Transparen/ wird die l.ichtabsorption mit einem lichtelektrischen Colorimeter gemessen. Hierzu wird eine 0.5gewichtsprozentige Dispersion des Asbests im Tcstlack angewandt.
4.Thixotropie-lndcx
Πργ Tliivoirnnip-Inrli'x sli'lll ilas Verhältnis der
Viskositäten eines Systems bei unterschiedlichem Schergefälle dar. Die Viskosität wird dabei mil einem Biockfield-Viskosimeter gemessen. Die Viskosität wird bei den folgenden Bedingungen gemessen:
1. Messung nach 3 I! bei j U/min
2. Messung nach to see bei 30 U/min
DerThixotropie-lndex ergibt sich aus:
Viskosität I
Thix. Index =
Viskosität
Filterzentrifuge eines Trommeldurchniessers von 300 mm und unter Verwendung eines Filtersacks mit einem Gewebe entsprechend dem Filtertuch von Beispiel 1. bei einer Drehzahl von etwa JOOO 1.1/min zentrifugiert. Aus dem aus der Filterzentrifuge ablaufenden filtrierten Sol wurden hierauf 18 g gereinigter Asbest isoliert. Nach Trocknung bei 110 C und Vermahlung in einer Stiftmühle werden im Vergleich zu zwei Handelsproduklen folgende Eigenschaften festgestellt:
a) Verdickung
5. Ablaufv erhalten
Zur Beobachtung des Ablaufverhaltcns bringt man auf einer Glasplatte eine Menge von 2 g der das Verdickungsmittel enthaltenden Masse auf. Danach wird die Platte senkrecht gestellt und das Ablaufvcrh.iltcn beurteilt.
6. F.lektroncnmikroskopische Aufnahmen
Diese geben Aufschluß über den Gehalt an nicht aufgefasertem Material.
Beispiel 1
Es wurde aus 2001 destilliertem Wasser. 1000 g Coalinga-Asbest und 240 g konzentrierter Essigsäure durch F.inwirkung hoher Scherkräfte mittels einer mit Frequenzen im Ultraschallbereich arbeitenden mechanischen Schervorrichtung ein Sol hergestellt. Dieses Sol wurde anschließend durch eine Filterpresse gepreßt. Die Filterpresse war mit 10 Filterrahmen der Abmessungen 40 cm χ 40 cm χ 2.5 cm und einem Perlon-Filtertuch eines Quadratmetergewichts von 376.9 g (Faden Nm 10.6 m/g Kette und Nm 10.13 g/m Schuß) ausgerüstet. Bei der Filtration wurde von dem Filtertuch sich rauh und hart anfühlendes Material zurückgehalten. Nach Flocken des filtrierten Asbestsols durch Zugabe von Sodalösung. Abtrennen und Trocknen der Asbestfasern bei 110°C wurde hochwertiges Faserprodukt erhalten. Nach Vermahlung in einer Hammermühle und daraufhin in einer Stiftmühle wurde im Testlack eine Verdickung von 15 200mPa.s festgestellt. Demgegenüber betrug die mit einem handelsüblichen Asbestfaserprodukt erreichbare Verdickung lediglich 4000 mPa.s.
Beispiel 2
Aus iOI destilliertem Wasser. 100 g Coaünga-Asbest und 166 ml einmolarer Essigsäure wurde durch Einwirkcnlasscn der Scherkräfte einer Mischsirene ein Sol herseslcllt und von diesem anschließend 5 I in einer Produkt
Viskosität Viskositiil
(mPas) (mPas)
bei 1,6% Zusatz hei 0.2% Zusatz
ErfindungsgeniälSes
Produkt
b) 38(X)O 2600
Handelsübliches
Produkt I
4 700 365
Handelsübliches
Produkt II
280 183
Kornfeinheit
Es wurde der Grindometcrwcrt einer 0.2% Asbest enthaltenden Dispersion im Tcstlack ermittelt.
Produkt
Grindomctc
wert
F.rfindungsgcmäßes Produkt
Handelsübliches Produkt I
Handelsübliches Produkt Il
32 μηι
83 μηι
90 μηι
c)Thixotropie-lndex
Der Thixotropie-Index wurde an einer 0.2% Asbest enthaltenden Testlack-Dispersion ermittelt.
Produkt
Thixotropie-Index
Erfindungsgemäßes Produkt
Handelsübliches Produkt I
Handelsübliches Produkt Il
4.31
1.72
1.06
101 desselben Ausgangssols wurden in einer Filterzentrifuge mit dem Trommeldurchmesser 250 mm und einer Drehzahl von max. 2000 U/min unter Verwendung desselben Filtersackes wie im vergangenen Versuch zentrifugiert. Aus dem erhaltenen Filtrat wurden 35 g Asbest isoliert und in einer Stiftmühle vermählen. Das vermahlene Produkt ergab im Vergleich zu handelsüblichen Produkten, bei einer Konzentration von I.f Gewichtsprozent im Testlack, folgende Verdickungswerte:
Produkt
Viskosität
Erfindungsgemaßes Produkt
Handelsübliches Produkt I
Handelsübliches Produkt Il
39 00OmPa-S
4 700 mPa.s
280 mPa-s
d)Thixotropie-lndex
Rs wird der Thixotropie-lndex bei Gehalten des Testlacks von 1,6% und 0.2% Asbestfaser angegeben.
Tabelle 2
(Asbestsol mit 0,5% Coalinga)
Produkt
Thixotropic- Thixotropic-Inclcx bei 1.6% Index bei 0.2%
Dreh Durch- Aus tirindo- Ver
zahl HuU beute meter dickung
U/min l/h % am mPa-s
Erfindungsgemäßes
Produkt
Handelsübliches
Produkt I
Handelsübliches
Produkt Il
7.60 4.70 1.2 J
Ii e i s η i e I J
4.70 1.72 1.06 in 1000
1500
2000
1000
4000
K)(X)
1000
1000
2000
2(1 2000
50
50
50
250
250
50
90
250
56
52
46
60
50
56
59
60
50
80
46
52
Ils wurden 130 1 eines Sols aus 200 1 destilliertem Wasser, 1000 g Coalinga-Asbest und 120 g konzentrierter Essigsäure, bei einem Durchsatz von 400 l/h clinch 4000 250 50 einen Hydrozyklon geführt, dessen Apexöffnung so 4000 400 56 einreguliert war. daß sich die Volumina von Fein- zu Grobanleil wie 70 zu JO verhielten. Nach dem Flocken 2"> n. b. = nicht bestimmt der durchgesetzten kolloiden Lösung wurde ein Produkt erhalten. das eine Verdickungswirkung von 41 000 inPa.s aufwies.
80 410001
45 41000
n.b. 42 000 [Drchzahl-
cinfluß
n. b. 31 300
45 38 700
n. b. 35 000
80 31300
n.b. 31300
n.b. 42 000 ILiurchfluU-
65 42 000 emlluß
45 38 700
n. b. 40 500
Beispiel 4
Es wird eine kolloidale Asbestlösung mittels Überlaufzentrifuge gereinigt.
Wie aus den folgenden Tabellen hervorgeht, haben die beiden wählbaren Größen Drehzahl und Durchflußleistung Einfluß auf Ausbeute. Kornfeinheit. Verdikkungswirkung und Transparenz.
Tabelle 1
(Asbestsol mit I % Coalinga)
Dreh Durch Aus Ver Trü
zahl nuß beute dickung bung
U/min l/h % mPa-s %
50
50
50
66
62
44
180 72
180 70
180 52
500 94
500 82
500 70
50
180
500
50
180
500
50
180
500
66
72
94
62
70
82
44
52
70
30000 27,5
32500 26,0
38600 19,0
27000 25,0
31300 23,0
38600 21,0
28400 28,5
27600 25,5
28400 23,0
30000 27,5
27000 25,0
28400 28,5
32500 26,0
31300 23,0
27600 25,5
38600 19,0
38600 21,0
28400 23,0
Drehzahleinnuß
Durchflußeinfluß Wie die Tabellen zeigen, steigt die Verdickung mit zunehmender Drehzahl der Zentrifuge und fällt mit steigender Durchflußmenge. Die Transparenz steigt mit steigender Drehzahl. Sie durchläuft in der Regel in Abhängigkeit von der Durchflußleistung ein Maximum. Der Grindometcrwert verbessert sich mit zunehmender Zentrifugendrehzahl.
Die Auswertung von elektronenmikroskopischen Aufnahmen ungereinigter und erfindungsgemäß gereinigter Sole sowie handelsüblicher und erfindungsgemäß erhaltener Asbest-Fertigprodukte (F i g. 1 —4) ergibt:
F i g. 1 zeigt die elektronenmikroskopische Aufnahme eines aus aufnahmetechnischen Gründen mit Wasser verdünnten Asbest-Sols nach Auftrocknen (E-Vergr. 1400: Ges.-Vergr. 5000 : I). Die Aufnahme zeigt deutlich nicht aufgefaserte Sekundärfasern und mineralische, kristalline Verunreinigungen.
F i g. 2 zeigt die unter denselben Bedingungen erhaltene elektronenoptische Aufnahme eines mit Wasser verdünnten und aufgetrockneten Asbest-Sols. das mit einer Durchflußgeschwindigkeit von 300 l/h bei einer Drehzahl von 4000 U/min in einer Überlaufzentri-
V) fuge gereinigt worden war. Hier fehlen Sekundärfasern völlig; der Anteil der mineralischen Verunreinigungen ist geringer, ihre Korngröße liegt weit unterhalb von 1 μτη und wirkt sich daher auf die anwendungstechnischen Eigenschaften nicht störend aus.
F i g. 3 zeigt die unter denselben Aufnahmebedingungen erhaltene Aufnahme eines handelsüblichen Chrysotil-Asbest-Produkts. Dieses besteht überwiegend aus nicht aufgefaserten Faseragglomeraten.
F i g. 4 zeigt ein aus dem Sol, gemäß F i g. 2, gewonnenes Fertigprodukt gemäß der Erfindung. Hier überwiegen bei weitem die Primärfasern. Die Anzahl der Sekundärfasern ist begrenzt
Weiterhin wurden Verdickungswirkung und Thixotropie-Index erfindungsgemäß hergestellter Asbestfaser-Produkte im Vergleich zu einem handelsüblichen Produkt in einem Epoxidharz-System ermittelt. Viskosität und Thixotropic- Index wurden dabei ebenfalls nach den erläuterten Methoden bestimmt. Das ThixotroDie-
10
rungsmittel wurde in Mengen von 0,25 bis 2,0 Gewichts-% in folgende Rezeptur eingearbeitet:
30,0Teile flüssiges Epoxidharz
1,5 Teile nicht plastifiziertes Harnstoffharz
(ca.609bigin Butanol)
36,5 Teile Lösungsmittelgemisch
17,1 Teile flüssiges Amidoaminharz
17,1 Teile Lösungsmittelgemisch
l.ösungsmittelgei.lisch
50 Teile Xylol
20Teile n-Butanol
20 Teile Melhylglykol
10 Teile Cyclohexanon.
Die Viskosität und der Thixotropie-Indcx ergibt sich in Abhängigkeit vom Prozentgehalt des zugesetzten Asbestes gemäß folgender Tabelle und der F i g. 5.
10
Asbestzusatz Viskosität erfg. mPa · s Thixotropie-Indcx Markt-
% Prod. Markt- erfg. prod.
2 220 prod. Prod. n. b.
0,25 q 370 220 4,0 n. b.
0,5 27 200 360 5,4 2,4
1,0 n. b. 990 5,6 3,4
1,5 n. b. 2570 η. b. 3,9
2,0 = nicht bestimmt 5480 η. b.
n. b. =
In Fig. 5 sind diese Zusammenhänge graphisch 2> dargestellt. Die beiden Kurven zeigen den Verlauf der Viskosität für ein erfindungsgemäßes Produkt (Kurve 0) und ein marktübliches Handelsprodukt (Kurve 1) in Abhängigkeit von der zugesetzten Menge. Die den einzelnen Meßpunkten angefügten Zahlen geben den jo Thixotropie-lndex an.
F i g. 6 zeigt schließlich das Ablaufverhalten einer 2%igen, erfindungsgemäß hergestellten Asbest enthaltenden Epoxidmischung entsprechend obiger Rezeptur im Vergleich zum Ablaufverhalten einer marktgängige Asbestfaser enthaltenden Epoxidmischung gleicher Feststoffkonzentration. Die Überlegenheit des Ablaufvcrhaltens des das erfindungsgemäß hergestellte Produkt enthaltenden Testsystems ist offensichtlich.
Hierzu 6 Blatt Zeichnungen

Claims (2)

  1. Patentansprüche;
    1, Verfahren zur Gewinnung von Faserasbest mit verbesserten anwendungstechnischen Eigenschaften durch Überführen von mechanisch vorgereinigtem Chrysotilasbest in ein stabiles Sol mittels Einwirkung hoher Scherkräfte in einer wäßrigen Suspension, gegebenenfalls in Anwesenheit von Säure, sowie Ausfällen, Abtrennen, Trocknen und gegebenenfalls Vermählen des Asbestes, dadurch gekennzeichnet, daß man das Sol durch nitrieren oder Zentrifugieren von unvollständig aufgeschlossenen Kolloidstoffen befreit.
  2. 2. Verwendung des Faserasbests, hergestellt nach Anspruch !,als transparentes Verdickungsmittel.
DE2005226A 1970-02-05 1970-02-05 Verfahren zur Gewinnung von Faserasbest mit verbesserten anwendungstechnischen Eigenschaften Expired DE2005226C3 (de)

Priority Applications (6)

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