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Verfahren zur Herstellung eines Leimungs- und Hydrophobierungsmittels
Es wird nachfolgend ein Mittel beschrieben, durch welches es möglich ist, Papiere,
Karton, Pappen, Faserplatten und dergleichen zu leimen und zu hydrophobieren. Zellulose,
Grundstoff oder Rohstoff von Fasern zur Herstellung solcher Gebilde, ist von Natur
aus hygroskopisch und nimmt leicht Wasser auf, selbst aus der umgebenden Luft, wirkt
also ausgesprochen adsorbierend für aufgebrachte Flüssigkeit wie beispielsweise
auch Tinte oder Druckfarben in einem Maße, daß die hergestellten Bahnen oder Platten
für die meisten Verwendungszwecke veredelt werden müssen, da nur dann die geforderten
Eigenschaften wie Beschreibbarkeit, Bedruckbarkeit oder Wasserabstoßung gewährleistet
werden können.
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Um beispielsweise ein schreibfähiges Papier herzustellen, ist es notwendig,
den Papierstoff zu leimen. Dies kann entweder bereits in wässriger Stoffsuspension
oder auch nachträglich durch eine Oberflächenbehandlung erfolgen. Früher setzte
man hierfür Tierleim ein, während sich seit vielen Jahrzehnten die Verwendung von
Harzleimen durchgesetzt hat.
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Dieser wird angewendet entweder als Harzseife, Harzdispersion oder
in Form des Trockenleimes. Uberwiegend wird die notwendige Harzleimmenge in gelöster
und verdünnter Form der Stoffmasse unter inniger Vermischung mit den Fasern zugeteilt,
seine Ausfällung und Fixierung erfolgt vorzugsweise mit Hilfe von Aluminlumsulfat
oder Natriumaluminat. Zur Erhöhung des Leimungseffektes werden dem Harzleim oft
Paraffine oder Wachse beigemischt, oder auch getrennt von diesem in die Stoffsuspension
gegeben. Mit ihrer Hilfe kann man einige Stoffeigenschaften des Papieres vorteilhaft
verbessern, beziehungsweise Einsparungen an Harzleim erzielen.
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Es ist einleuchtend, daß es in der Vergangenheit- nicht an Bemühungen
gefehlt hat, die gebräuchliche Harzleimung mit Kolophoniumharzen durch andere Hilfsstoffe
oder Verfahrensweisen zu ersetzen. Stellvertretend für eine Vielzahl von Produkten,
die in Vorschlag gebracht worden sind, seien hier genannt die Stearat-Komplexe des
Chroms oder aluminiums, Styrol-Mischpolymerisate, Polyacrylate und Fettsäurediketene.
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Sie alle haben es aber bisher nicht vermocht, Harzleime auf Kolophoniumbasis
als Leimungsmittel in größerem TJmfang zu verdrängen. Mit einer der wesentlichsten
Gründe hierfür dürfte in der Preiswürdigkeit des Kolophoniums liegen.
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Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Mittel zur Le mung und Hydrophobierung,
durch welches es möglich ist, Papiere, Pappen und dergleichen vorteilhaft und sparsam
statt mit dem üblicherweise angewandten Harzleim zu veredeln, wobei manche Nachteile
bisheriger Leimungsmethoden zudem ausgeschaltet und andererseits bestimmte zusätzliche
Effekte erzielt werden können. Erfindungsgemäß wird hierfür eine Fettsäure in Vorschlag
gebracht, zumal bekanat ist, daß die zu dieser Gruppe gehörenden Verbindungen einen
hohen Hydrophobierungseffekt aufweisen.
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Im Gegensatz zu bisher bekannt gewordenen Verfahrensweisen wird von
einer flüssigen Fettsäure ausgegangen, wie sie beispielsweise die blsaure darstellt.
Aber auch andere ungesättigte Fettsäuren, wie beispielsweise die Elaidinsäure, die
Linolsäure oder die Linolensäure könnten Verwendung finden, doch hat sich gezeigt,
daß aus preislichen, verarbeitungsgemäßen wie auch anwendungstechnischen Gründen-
und im Zusammenhang-mit den Qualitätsansprüchen in der verschiedenartigsten Hinsicht
sich die Ölsäure als Grund- und Ausgangsstoff zur Herstellung eines vorzüglichen
Leimungs-und Hydrophobierungsmittels am besten eignet.
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Daß erfindungsgemäß von der Clsäure (oder einer anderen flüssigen
Fettsäure) ausgegangen wird, hat seinen Grund darin, daß der daraus hergestellte
Hilfsstoff als Emulsion vorliegen soll, also in feinster Verteilung der flüssigen
Phase in Wasser, denn gerade diese Verteilungsform hat-gemäß den gemachten Erfahrungen
besondere Vorteile hinsichtlich der Leimung un Hydrophobierung, auf die weiter unten
noch zu sprechen sein wird.
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bum anderen wird erfindungsgemäß die Verfahrensweise zur Emulgierung
dahingehend zum Inhalt des Patentanspruchs gemacht, als im Gegensatz zu den bisher
bekannten Methoden zur'Herstellung von wasserlöslichen Fettsäure-Derivaten nur eine
eilverseifung durchgeführt wird. Bei den bisher bekannten Fettsäure-Dispersionen
handelt es sich um mehr oder weniger voliverseifte Verbindungen (z.B. Palmitate,
Stearate), welche in ihrer Konsistenz pastös bis hart sind, und daher zumeist nur
in zehn- bis zwanzigprozentiger Form in den Handel gebracht werden. Auch eine vollverseifte
Emulsion einer flüssigen Fettsäure ist dick und pastös, sodaß ihre Anwendurch auf
erhebliche Schwierigkeiten stoßen würde. Eine Teilverseifung indessen, und diese
auch nur innerhalb eines engen Bereiches, gestattet es, dünnflüssige Emulsionen
für Leimungs- und Hydrophobierungszwecke herzustellen mit einem Gehalt an wirksamer
Substanz bis über 60 -* in der Emulsion.
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Eine solcherart gefertigte Emulsion ist sowohl scherbeständig als
auch in hohem Maße lagerungsstabil, von höherer Weiße als eine Harzdispersion und
ohne sonstige Emulgierhilfen herstellbar, darüber hinaus bedarf sie im allgemeinen
keiner Stabilisierungs- oder Konservierungsmittel.
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Selbst aus höchsten Konzentrationen heraus läßt s-ich eine solche
Emulsion beliebig mit Wasser verdünnen.
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Das Herstellungsverfahren ist sehr einfach und bedarf nicht einmal
einer armezufuhr, da für die Emulgierung alleine die
zehen Scherkräfte
einer geeigneten Apparatur genügen. Dies ,estattet auch, die Verfahrensweise zur
Herstellung kontinuierlich zu gestalten, was Ersparnisse an Raum und benötigtem
personal, welches dann nur noch eine Uberwachungsfunktion zu übernehmen hat, bedeuten.
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Am Beispiel der ölsäure als Ausgangssubstanz werden im folgenden Herstellungsablauf
und Verfahrensweise beschrieben: Beispiel 1 Zur Herstellung einer etwa 50 %igen
Emulsion werden 50 T1.
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Ölsäure mit 50 Tln. Wasser in der Kälte vermischt und unter Rühren
etwa 5 - 10 Minuten verteilt. Die Erfahrung hat gelehrt, daß nicht unbedingt destilliertes
oder entsalztes Wasser Verwendung finden muß, auch mit normalem Stadtwasser nicht
zu hoher Härte läßt sich arbeiten. Alsdann läßt man Natronlauge in einer enge von
1 T1. (bezogen auf die Fettsäure) langsam unter weiterem Rühren einfließen, sodaß
eine Teilverseifung eintritt. Hierfür genügen etwa 5 - 10 Minuten. Dabei bleibt
die Emulsion noch dünnflüssig, und dies ist insofern ein wichtiger Punkt, als bei
höherem Grad der Verseifung sehr rasch eine Verdickung eintreten würde. So aber
bleibt eine dünne Flüssigkeit erhalten, welche alsdann unter starker mechanischer
Einwirkung in einem Emulgieraggregat zu einer strahlend weißen Emulsion verarbeitet
werden kann. Nach etwa 5 - 20 Minuten Emulgierung kann der Herstellungsvorgang als
abgeschlossen angesehen werden. Die Emulsion ist dünnflüssig und kann nach Belieben
mit Wasser verdünnt werden. Es ist solcherart möglich, Emulsionen bis über 60 °%ig
herzustellen. Wie oben beschrieben,ist es notwendig, die Teilverseifung unter langsamem
Rühren vorzunehmen, nicht also bereits unter der Einwirkung jener großen Scherkräfte,
wie dies für die Emulgierung anschließend notwendig ist. Es hat sich gezeigt, daß
die beschriebene Emulsion sehr stabil ist und bedenkenlos über einen längeren
Zeitraum
hinweg gelagert werden kann. Bedenken wegen physiologischer Unverträglichkeit bestehen
nicht (es wird äa kein synthetischer Emulgator zusätzlich benötigt), auch Vorgänge
wie Aufrahmen oder Absetzen, bekannt und gefürchtet aus der Verarbeitung von Kolophoniumharzen
zu Dispersionen, konnten nicht beobachtet werden. Ebenso ist die Kältestabilität
besser als bei Harzleim-Dispersionen.
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Beispiel 2 Zur Steigerung der Weiße und zur Erzielung einer höheren
Lichtstabilität, welche ohnehin diejenige von Harzleim-Dispersionen übertrifft,
kann man die Ölsäure partiell oxydieren. Gemäß der in Beispiel 1 beschriebenen Herstellungsweise
wird vor dem Emulgiervorgang ein Peroxyd, beispielsweise Wasserstoffperoxyd, Natriiimperoxyd
oder Kaliumpersulfat, in einer Menge von vorzugsweise 1 - 3 % (bezogen auf die Fettsäure)
zugegeben. Infolge der einsetzenden Sauerstoffentwicklung wird die Fettsäure an
ihrer Doppelbindung partiell oxydiert, ae nach den Bedingungen auch teilweise aufgespalten,
und es entsteht aus der Ölsäure so teilweise 9,1O-Dioxy-stearinsäure. Bei der Verwendung
von Natriumperoxyd beispielsweise muß aber dafür Sorge getragen werden, daß die
Alkalität nicht zu hoch ansteigt, da ansonsten Verdickung aus vorbeschriebenen Gründen
eintreten würde. Gegebenenfalls muß daher die Zugabemenge an Natronlauge, die zur
Teilverseifung benötigt wird, vermindert werden.
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Beispiel 3 Bei der in Beispiel 2 beschriebenen partiellen Oxydation
der ungesättigten Fettsäure kann es vorkommen, daß stärkeres Schäumen auftritt.
In diesem Fall ist es angebracht, unter Einhaltung der inden Beispielen 1 und 2
beschriebenen
Arbeitsweisen eine geringe Menge an Wasserglas zuzumischen
Dieses kann in manchen Fällen auch zu einer Erhöhung der Leimung und Steifigkeit
des Papieres beitragen. Oder aber man gibt ein Aluminiumsalz, beispielsweise Natriumaluminat,
in ganz geringen Mengen, meist genügen solche unter 0,5 wozu, welches sich mit der
Fett säure zu einer schaumzerstörenden Substanz umzusetzen vermag.
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Diese weiße, beliebig verdünnbare, stabile Fettsäure-Emulsion, wie
in den Beispielen 1 bis 3 beschrieben, bewirkt in wässriger Faserstoffsuspension
alleine noch keine Leimungs- oder Hydrophobierungswirkung. Mit einem geeigneten
Fällungsmittel hingegen, beispielsweise Aluminiumsulfat, wird die Substanz in feinster
Verteilung auf die Fasern gefällt und fixiert. Gegenüber den bisher verwendeten
vollverseiften Fettsäure-Dispersionen aber, die mit Aluminiumsulfat, Natriumaluminat
oder sonstigen Fällungs- und Fixierungsmitteln einen grobflockigen Niederschlag
ergeben, ist dieser bei der beschriebenen Teilverseifung sehr fein und gleichmäßig
und stellt solcherart die erfindungsgemäße Neuheit dar. Gerade diese feine Verteilung
ermöglicht eine gleichmäßige Bedeckung der Faseroberflächen. Die somit erbrachte
Leimungs- bzw. Hydrophobierungswirkung ist höher, als dies bei dem herkömmlichen
Einsatz der Harzleimung oder unter Verwendung von vollverseiften Fettsäureverbindungen
erreicht wird. Es genügen also bei weitem geringere Anwendungsmengen der beschriebenen
Emulsion, um eine Volleimung zu erzielen, als dies bei der Harzleimung notwendig
ist. Diese Erkenntnis, die weiter unten durch Zahlenbeispiele belegt wird, ist ebenso
neu wie unerwartet und setzt neue maßstäbe auf dem Gebiet der Leimung wie auch Hydrophobierung.
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Die Anwendungsweise ist die übliche, d.h. wie bekannt von der Harzleimung
her.
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beispiel 4 Es wird eine Olsäure-Emulsion hergestellt in der Verfahrensweise,
wie in Beispiel 1 beschrieben, also ein teilverseiftes produkt mit einem Gehalt
an freier Säure von etwa 93%.
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Die Versuche und Erfahrungen haben gezeigt, daß die hohe wirksamkeit
des erzielten Leimungseffektes sich aber nur auf solche Produkte beschränkt, deren
Verseifungsgrad zwischen 2 und 15 % vorzugsweise bei 5 bis 10 J/O liegt, was einem
Gehalt an freier säure in der Emulsion zwischen 85 und 98 % entspricht, vorzugsweise
dieser bei 9w bis 95 -* ist.
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Beispiel 9 Eine durch Mahlung auf 420S.R. gebrachte gebleichte Fichtesulfitzellulose
wird auf eine otoffdichte von etwa 3 % im llolländer gebracht. Indem man den Faserstoff
weiter umtreiben läs3t, wird von der in Beispiel 1 beschriebenen Emulsion erfindungsgemäß
soviel zufließen lassen, bis die Menge an leimender Substanz einem Prozent der Faserstoffmenge
entspricht. Nach guter und inniger Vermischung läßt man den Faserstoff in eine Bütte
ab und gibt soviel Alaun zu, als es der doppelten Leimungsmittelmenge entspricht.
Es stellt sich hierbei ein schwach saurer pH-&ert ein. Nach Verlassen der Papiermaschine
hat man ein Papier, welches Tinte nicht verfließen und diese nicht durch das Blatt
durchdringen läßt, also eine Volleimung.
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In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, daß man die notwendige Zugabemenge
an Aluminiumsulfat im Durchschnitt auf die doppelte Menge, gemessen an eingesetztem
Leimungsmittel, veranschlagen kann. auch hat sich gezeigt, das mit Hilfe von Natriumaluminat
sich bei weitem nicht so gute Leimungs- und Hydrophobierungsergebnisse erzielen
lassen wie mit Aluminiumsulfat.
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Beispiel 6 Um einen Vergleich mit einer handelsüblichen 40 %igen Harzleim-Dispersion
anzustellen, wurden mit dieser unter steigenden Zugabemengen bei Verwendung des
gleichen wie unter Beispiel 5 beschriebenen Faserstoffes Leimungsversuche angestellt
und den Ergebnissen mit der erfindungsgemäß beschriebenen Fettsäure-Emulsion gegenübergestellt.
Für die Tintenschwimmdauer ergaben sich hierbei folgende Werte: Leimsubstanz 0,5
1,0% 2,0% 3,0% jeweils bezogen Aluminiumsulfat 1,0% 2,0% 4,0% 6,0% auf Faserstoff
Harzleim-Dispersion 2 40 80 110 sec Clsäure-Emulsion 2 55 115 180 sec Sehr aufschlußreich
sind auch die Werte für die Tropfenwegschlagzeiten, die nachfolgend wiedergegeben
sind: Leimsubstanz 0,5 1,0% 2,G 3,0% jeweils bezogen Aluminiumsulfat 1,0% 2,0% 4,0'%
6,Q auf Faserstoff Harzleim-Dispersion 45 sec 10 26 3G min Clsäure-Emulsion 45 sec
30 60 120 min Hier zeigt sich die gegenüber der Harzleim-Dispersion gröberge abstoßende
Kraft der Fettsäure-Emulsion. Nicht zahlenmäßig zu erfassen ist weiterhin auch die
Art der Tintenverteilung auf dem Papierblatt. Bei der Harzleimung wird man.
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ein rascheres Ausbreiten der Tinte selbst unter höheren Zugabemengen
feststellen als unter Verwendung der beschriebenen Emulsion, d.h. ein Tintenstrich
verhält sich in beiden Fällen unterschiedlich. So haben denn auch Tintenstrichvergleiche
ergeben, daß ein Papier, welches mit nur einem Prozent der Fettsäure-Emulsion geleimt
wurde, das Schriftbild klarer wiederzugeben vermag als ein mit zwei Prozent harzgeleimtes
Papier, bei dem die Tinte an den Rändern noch unter den hier vorgegebenen Versuchsbedingungen
leicht verlief.
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Es ist also nicht nur der gute Leimungseffekt, welcher die beschriebene
Ölsäure-Emulsion auszeichnet und schon bei geringen Zugabemengen eine gute Beschreibbarkeit
gewährleistet, in höherer Zuteilung zum Stoff angewandt, kann man gleichermaßen
eine hydrophobierende Wirkung erzielen. Dies im Gegensatz zu den Harzleimen, die
für sich selbst keine wasserabweisende Wirksamkeit aufweisen, beruht doch deren
Leimungseffekt auf der Ausbildung gefritteter Partikel auf den Fasern. Hiervon ausgehend,
benötigt man auch bei der erfindungsgemäßen Anwendung der Emulsion als Leimungsmittel
keine Frittungstemperatur wie bei der Harzleimung. Andererseits wirkt sich die Satinage
nicht so ungünstig aus wie bei der Harzleimung.
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Auch konnte festgestellt werden, daß unter dem Einfluß von Licht und
Wärme ein solcherart geleimtes Papier viel weniger vergilbt als bei der Verwendung
nichtstabilisierter Harzleiiae. Hinzu kommen die gute Säure- und Alkalistabilität,
bessere Flachlage und Dimensionsstabilität der Papiere, sowie höherer Glanz und
Glätte. In drucktechnischer Hinsicht werden außerdem die Druckeigenschaften verbessert,
insbesondere was Stäuben und Rupfen anbetrifft, wobei die besonders für den Offset-Druck
notwendige Wischwasser-Beständigkeit mit eingeschlossen ist.
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Andererseits muß auch die einfache Verfahrens- wie hnwendungsweise
hervorgehoben werden, welche gestattet, unter sehr geringem materiellem wie personellem
Aufwand die Herstellung des beschriebenen Leimungsmittels kontinuierlich zu gestalten.
Darüber hinaus sind die eingesetzten Rohstoffe, insbesondere die Ölsäure, sehr preiswert
und jederzeit in gleichmäßiger qualität zu erhalten, was nicht zuletzt auch dem
Leimungs- und Hydrophobierungsmittel bezüglich der Gleichmäßigkeit des Ausfalles
der qualität zugute kommt.
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Natürlich kann es auch mit anderen rapierhilfsmitteln, eingeschlossen
Harzleimen, zusammen eingesetzt werden, sofern deren Verträglichkeit gewährleistet
ist. Ausfällung wie Fixierung auf die Fasern kann gegebenenfalls auch zusammen mit
einem kationischen Hilfsmittel erfolgen. Das beschriebene Leimungs- und Hydrophobierungsmittel
ist hell weiß und vermag sogar eine :jeißesteigerung des gefertigten Hapieres zu
bewirken um ein bis zwei Punkte gegenüber einer gleichwertigen Xarzleimung. Es ist
praktisch geruchlos, physiologisch unbedenklich, wenig frotempfindlich und beliebig
mit Wasser verdünnbar. Eine erhebliche Frachtersparnis gegenüber den normalerweise
40 zieigen Harzleim-Dispersionen stellt die Möglichkeit dar, das beschriebene Leimungs-und
Hydrophobierungsmittel bis auf eine Konsistenz von über 60 °m bringen zu können.
Seine Anwendung in der Papierindustrie ist denkbar einfach und problemlos, die Einsparungen
gegenüber einem Harzleim können beträchtlich sein. Für Leimungszwecke muß aber eine
Uberdosierung vermieden werden,-während zur Erzielung von hydrophoben Effekten eine
höhere Zugabe nicht schädlich ist. Dieses Mittel kann insbesondere auch dort eingesetzt
werden, wo sich ansonsten die Verwendung von Harzleimen nicht besonders eignet,
beispielsweise für bestimmte technische Papiere wie Fotorohpapiere, Dokumentenpapiere
u.a.
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Nie bereits beschrieben, läßt sich die Fettsäure-Eiiu1sion auch als
Hydrophobierungsmittel für Pappen verwenden. Beispiele
für Hydrophobierung
von Kartondecke sowie Vollimprägnietung von kappe sind nachfolgend angegeben.
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Beispiel 7 Es soli ein wasserabweisender Karton hergestellt werden.
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Zu diesem zweck wird dem Stoff fiir die Kartondecke das beschriebene
Hydrophobierungsmittel in einer enge zwischen 2 und 5% Ul, ,o (bezogen auf Faserstoff)
in der Masse zugegeben und anschließend die ausfällung und Fixierung mit etwa der
dopj elten Liege an aluminiumsulfat vorgenommen. Auf die Kartonoberfläche auftretendes
wasser wird von dieser abperlen und somit nicht die Innenlagen durchdringen können.
Somit leidet auch das verpackte Gut geschützt.
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Beispiel 8.
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ur Lösung der Aufgabe, eine wasserabweisende und ziehfähige Vollpappe
herzustellen, wird in den Faserstoff in wässriger Suspension 2 bis 6 % des Hydrophobierungsmittels
eingebracht und in oben beschriebener Weise fixiert. Ziehfähigkeit und Rillbarkeit
werden verbessert, die Steifheit etwas vermindert.
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Beispiel 9 Zur Herstellung einer besonders gegen Regen geschützten
Wellpappe, wird die obere Deckschicht solcherart hydrophobiert, daß in den veckenstoff
das angegebene Hydrophobierungsmittel in einer Zugabemenge zwischen 2 und 5 % eingebracht
und in üblicher eise auf die Fasern fixiert wird.
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Auch ist noch die Möglichkeit gegeben, dieses Leimungs- und Hydrophobierungsmittel
für die Oberflächeale.mung einzusetzen, sei es ausschließlich und aus verdünnter
Lösung heraus oder aber unter Beimischung zu anderen Hilfsstoffen. Für den ersten
Fall
wird man das Mittel beispielsweise mit einer Leimpresse auf die Bahn aufbring, wobei
das an die Fasern gebundene Aluminiumsulfat im Papier die Rolle des Fixiermittels
über~ nimmt. E-benso gut kann man natürlich auch beispielsweise Stärke für die Oberflächenleimung
zur Anwendung bringen, welche mit der Ölsäure-Emulsion vorher hydrophob ausgerüstet
worden ist.
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Beispiel 10 In die Wanne der Leimpresse wird eine 3 bis 5 °,bige Ölsäure-Emulsion
eingebracht und diese innerhalb der Papiermaschine auf die laufende Papierbahn aufgebracht.
Je nach dem gewünschten Effekt der Oberflächenleimung beträgt die Auftragsmenge
zwischen G,25 bis 2,5 g/m2.
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Beispiel 11 Statt nur mit einer verdünnten Emulsion zu arbeiten, kann
man auch in üblicher Weise Stärke, Polyvinylalkohol, Mannogalaktane oder ähnliche
und geeignete Hilfsmittel in nasser vorher lösen und auf die vorgesehene Konsistenz
bringen. Dann werden 1 bis 3 °,0 der beschriebenen Emulsion beispielsweise unter
Vermischung eingebracht. Die Fixierung der hydrophoben Substanz erfolgt alsdann
mit Hilfe von Aluminiumsulfat oder einem anderen geeigneten Fällungsmittel auf den
Grundkörper. Der mit Hilfe der Leimpresse oder einer anderen geeigneten Auftragsvorrichtung
aufgebrachte Oberflächenstrich ist dann in hohem Maße wasserfest und macht das Papier
insbesondere für den Offset-Druck geeignet. Gerade bezüglich der Oberflächenleimung
können die verschiedensten Rezepturvorschläge zur Anwendung gebracht werden, hier
wirkt das beschriebene Hilfsmittel als Hydrophobierungshilfe, zur Verbesserung der
Oberfläche und zur Erzielung besserer Druckeigenschaften.
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Schließlich sind noch eine Reihe weiterer Anwendungsmöglichkeiten
gegeben, von denen drei in Beispielen nachfolgend beschrieben werden.
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Beispiel 12 Es wird eine Steichmasse-Rezeptur ausgearbeitet, bei der
unter anderem Glanz und Glätte, Rupffestigkeit und Feuchtigkeitsbeständigkeit verlangt
werden. Eine solche Rezeptur wird beispielsweise bestehen aus 80 Tln. China Clay
und 20 Tln. Calciumcarbonat als Pigmente, welche als Bindemittel enthalten 10 Tl.
Stärke und 10 Tl. einer Kunststoff-Dispersion (50%in), 0,4 Tl. Polyphosphat, 0,1
Tl. optischen Aufheller und mit soviel Wasser vermischt, daß eine 50 %ige Streichmasse
entsteht. Eine qualitätsverbesserung in obigem Sinne ist dadurch zu erzielen, daß
man beispielsweise ein bis zwei Prozent einer 50 %igen Emulsion beschriebener Fettsäure
zumischt.
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Beispiel 13 Ein Faserstoffvlies soll eine abweisende Ausrüstung auf
der Oberfläche erhalten. In diesem Fall bringt man beispielsweise mit Hilfe eines
Rakels oder einer Druckwalze oder einer Sprühvorrichtung eine dem Auftragsverfahren
hinsichtlich der Konsistenz angemessene Paste oder Lösung auf. Schichtdicke und
Auftragsmenge werden in üblicher weise reguliert.
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Beispiel 14 Zur Imprägnierung einer Gewebebahn wird eine Paste aufgebracht,
die beispielsweise aus den Komponenten Latex, Kunststoff-Dispersion und Naßfestmittel
besteht. Durch Zugabe der beschriebenen Emulsion können insbesondere die hydrophoben
Eigenschaften der Streichmasse verbessert werden, wobei der
Effekt
in Abhängigkeit zur angewandten Menge steht.
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In der vorliegenden Beschreibung wurden das Verfahren zur Herstellung
eines neuartigen Leimungs- und Hydrophobierungsmittels eingehend dargelegt und anhand
von-Anwendungsbeispielen eine Anzahl von Möglichkeiten des Einsatzes beschrieben,
wobei insbesondere auf die qualitätserhöhenden effekte hingewiesen worden ist.