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DE1922038A1 - Verfahren zur Herstellung eines Leimungs- und Hydrophobierungsmittels - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Leimungs- und Hydrophobierungsmittels

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Publication number
DE1922038A1
DE1922038A1 DE19691922038 DE1922038A DE1922038A1 DE 1922038 A1 DE1922038 A1 DE 1922038A1 DE 19691922038 DE19691922038 DE 19691922038 DE 1922038 A DE1922038 A DE 1922038A DE 1922038 A1 DE1922038 A1 DE 1922038A1
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DE
Germany
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sizing
fatty acid
emulsion
water
acid
Prior art date
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DE19691922038
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English (en)
Inventor
Hechler Dr Dipl-Chem Erwin
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
BK Giulini Chemie GmbH
Original Assignee
Giulini Gebrueder GmbH
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Filing date
Publication date
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Pending legal-status Critical Current

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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21HPULP COMPOSITIONS; PREPARATION THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASSES D21C OR D21D; IMPREGNATING OR COATING OF PAPER; TREATMENT OF FINISHED PAPER NOT COVERED BY CLASS B31 OR SUBCLASS D21G; PAPER NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D21H17/00Non-fibrous material added to the pulp, characterised by its constitution; Paper-impregnating material characterised by its constitution
    • D21H17/03Non-macromolecular organic compounds
    • D21H17/05Non-macromolecular organic compounds containing elements other than carbon and hydrogen only
    • D21H17/14Carboxylic acids; Derivatives thereof

Landscapes

  • Paper (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung eines Leimungs- und Hydrophobierungsmittels Es wird nachfolgend ein Mittel beschrieben, durch welches es möglich ist, Papiere, Karton, Pappen, Faserplatten und dergleichen zu leimen und zu hydrophobieren. Zellulose, Grundstoff oder Rohstoff von Fasern zur Herstellung solcher Gebilde, ist von Natur aus hygroskopisch und nimmt leicht Wasser auf, selbst aus der umgebenden Luft, wirkt also ausgesprochen adsorbierend für aufgebrachte Flüssigkeit wie beispielsweise auch Tinte oder Druckfarben in einem Maße, daß die hergestellten Bahnen oder Platten für die meisten Verwendungszwecke veredelt werden müssen, da nur dann die geforderten Eigenschaften wie Beschreibbarkeit, Bedruckbarkeit oder Wasserabstoßung gewährleistet werden können.
  • Um beispielsweise ein schreibfähiges Papier herzustellen, ist es notwendig, den Papierstoff zu leimen. Dies kann entweder bereits in wässriger Stoffsuspension oder auch nachträglich durch eine Oberflächenbehandlung erfolgen. Früher setzte man hierfür Tierleim ein, während sich seit vielen Jahrzehnten die Verwendung von Harzleimen durchgesetzt hat.
  • Dieser wird angewendet entweder als Harzseife, Harzdispersion oder in Form des Trockenleimes. Uberwiegend wird die notwendige Harzleimmenge in gelöster und verdünnter Form der Stoffmasse unter inniger Vermischung mit den Fasern zugeteilt, seine Ausfällung und Fixierung erfolgt vorzugsweise mit Hilfe von Aluminlumsulfat oder Natriumaluminat. Zur Erhöhung des Leimungseffektes werden dem Harzleim oft Paraffine oder Wachse beigemischt, oder auch getrennt von diesem in die Stoffsuspension gegeben. Mit ihrer Hilfe kann man einige Stoffeigenschaften des Papieres vorteilhaft verbessern, beziehungsweise Einsparungen an Harzleim erzielen.
  • Es ist einleuchtend, daß es in der Vergangenheit- nicht an Bemühungen gefehlt hat, die gebräuchliche Harzleimung mit Kolophoniumharzen durch andere Hilfsstoffe oder Verfahrensweisen zu ersetzen. Stellvertretend für eine Vielzahl von Produkten, die in Vorschlag gebracht worden sind, seien hier genannt die Stearat-Komplexe des Chroms oder aluminiums, Styrol-Mischpolymerisate, Polyacrylate und Fettsäurediketene.
  • Sie alle haben es aber bisher nicht vermocht, Harzleime auf Kolophoniumbasis als Leimungsmittel in größerem TJmfang zu verdrängen. Mit einer der wesentlichsten Gründe hierfür dürfte in der Preiswürdigkeit des Kolophoniums liegen.
  • Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Mittel zur Le mung und Hydrophobierung, durch welches es möglich ist, Papiere, Pappen und dergleichen vorteilhaft und sparsam statt mit dem üblicherweise angewandten Harzleim zu veredeln, wobei manche Nachteile bisheriger Leimungsmethoden zudem ausgeschaltet und andererseits bestimmte zusätzliche Effekte erzielt werden können. Erfindungsgemäß wird hierfür eine Fettsäure in Vorschlag gebracht, zumal bekanat ist, daß die zu dieser Gruppe gehörenden Verbindungen einen hohen Hydrophobierungseffekt aufweisen.
  • Im Gegensatz zu bisher bekannt gewordenen Verfahrensweisen wird von einer flüssigen Fettsäure ausgegangen, wie sie beispielsweise die blsaure darstellt. Aber auch andere ungesättigte Fettsäuren, wie beispielsweise die Elaidinsäure, die Linolsäure oder die Linolensäure könnten Verwendung finden, doch hat sich gezeigt, daß aus preislichen, verarbeitungsgemäßen wie auch anwendungstechnischen Gründen- und im Zusammenhang-mit den Qualitätsansprüchen in der verschiedenartigsten Hinsicht sich die Ölsäure als Grund- und Ausgangsstoff zur Herstellung eines vorzüglichen Leimungs-und Hydrophobierungsmittels am besten eignet.
  • Daß erfindungsgemäß von der Clsäure (oder einer anderen flüssigen Fettsäure) ausgegangen wird, hat seinen Grund darin, daß der daraus hergestellte Hilfsstoff als Emulsion vorliegen soll, also in feinster Verteilung der flüssigen Phase in Wasser, denn gerade diese Verteilungsform hat-gemäß den gemachten Erfahrungen besondere Vorteile hinsichtlich der Leimung un Hydrophobierung, auf die weiter unten noch zu sprechen sein wird.
  • bum anderen wird erfindungsgemäß die Verfahrensweise zur Emulgierung dahingehend zum Inhalt des Patentanspruchs gemacht, als im Gegensatz zu den bisher bekannten Methoden zur'Herstellung von wasserlöslichen Fettsäure-Derivaten nur eine eilverseifung durchgeführt wird. Bei den bisher bekannten Fettsäure-Dispersionen handelt es sich um mehr oder weniger voliverseifte Verbindungen (z.B. Palmitate, Stearate), welche in ihrer Konsistenz pastös bis hart sind, und daher zumeist nur in zehn- bis zwanzigprozentiger Form in den Handel gebracht werden. Auch eine vollverseifte Emulsion einer flüssigen Fettsäure ist dick und pastös, sodaß ihre Anwendurch auf erhebliche Schwierigkeiten stoßen würde. Eine Teilverseifung indessen, und diese auch nur innerhalb eines engen Bereiches, gestattet es, dünnflüssige Emulsionen für Leimungs- und Hydrophobierungszwecke herzustellen mit einem Gehalt an wirksamer Substanz bis über 60 -* in der Emulsion.
  • Eine solcherart gefertigte Emulsion ist sowohl scherbeständig als auch in hohem Maße lagerungsstabil, von höherer Weiße als eine Harzdispersion und ohne sonstige Emulgierhilfen herstellbar, darüber hinaus bedarf sie im allgemeinen keiner Stabilisierungs- oder Konservierungsmittel.
  • Selbst aus höchsten Konzentrationen heraus läßt s-ich eine solche Emulsion beliebig mit Wasser verdünnen.
  • Das Herstellungsverfahren ist sehr einfach und bedarf nicht einmal einer armezufuhr, da für die Emulgierung alleine die zehen Scherkräfte einer geeigneten Apparatur genügen. Dies ,estattet auch, die Verfahrensweise zur Herstellung kontinuierlich zu gestalten, was Ersparnisse an Raum und benötigtem personal, welches dann nur noch eine Uberwachungsfunktion zu übernehmen hat, bedeuten.
  • Am Beispiel der ölsäure als Ausgangssubstanz werden im folgenden Herstellungsablauf und Verfahrensweise beschrieben: Beispiel 1 Zur Herstellung einer etwa 50 %igen Emulsion werden 50 T1.
  • Ölsäure mit 50 Tln. Wasser in der Kälte vermischt und unter Rühren etwa 5 - 10 Minuten verteilt. Die Erfahrung hat gelehrt, daß nicht unbedingt destilliertes oder entsalztes Wasser Verwendung finden muß, auch mit normalem Stadtwasser nicht zu hoher Härte läßt sich arbeiten. Alsdann läßt man Natronlauge in einer enge von 1 T1. (bezogen auf die Fettsäure) langsam unter weiterem Rühren einfließen, sodaß eine Teilverseifung eintritt. Hierfür genügen etwa 5 - 10 Minuten. Dabei bleibt die Emulsion noch dünnflüssig, und dies ist insofern ein wichtiger Punkt, als bei höherem Grad der Verseifung sehr rasch eine Verdickung eintreten würde. So aber bleibt eine dünne Flüssigkeit erhalten, welche alsdann unter starker mechanischer Einwirkung in einem Emulgieraggregat zu einer strahlend weißen Emulsion verarbeitet werden kann. Nach etwa 5 - 20 Minuten Emulgierung kann der Herstellungsvorgang als abgeschlossen angesehen werden. Die Emulsion ist dünnflüssig und kann nach Belieben mit Wasser verdünnt werden. Es ist solcherart möglich, Emulsionen bis über 60 °%ig herzustellen. Wie oben beschrieben,ist es notwendig, die Teilverseifung unter langsamem Rühren vorzunehmen, nicht also bereits unter der Einwirkung jener großen Scherkräfte, wie dies für die Emulgierung anschließend notwendig ist. Es hat sich gezeigt, daß die beschriebene Emulsion sehr stabil ist und bedenkenlos über einen längeren Zeitraum hinweg gelagert werden kann. Bedenken wegen physiologischer Unverträglichkeit bestehen nicht (es wird äa kein synthetischer Emulgator zusätzlich benötigt), auch Vorgänge wie Aufrahmen oder Absetzen, bekannt und gefürchtet aus der Verarbeitung von Kolophoniumharzen zu Dispersionen, konnten nicht beobachtet werden. Ebenso ist die Kältestabilität besser als bei Harzleim-Dispersionen.
  • Beispiel 2 Zur Steigerung der Weiße und zur Erzielung einer höheren Lichtstabilität, welche ohnehin diejenige von Harzleim-Dispersionen übertrifft, kann man die Ölsäure partiell oxydieren. Gemäß der in Beispiel 1 beschriebenen Herstellungsweise wird vor dem Emulgiervorgang ein Peroxyd, beispielsweise Wasserstoffperoxyd, Natriiimperoxyd oder Kaliumpersulfat, in einer Menge von vorzugsweise 1 - 3 % (bezogen auf die Fettsäure) zugegeben. Infolge der einsetzenden Sauerstoffentwicklung wird die Fettsäure an ihrer Doppelbindung partiell oxydiert, ae nach den Bedingungen auch teilweise aufgespalten, und es entsteht aus der Ölsäure so teilweise 9,1O-Dioxy-stearinsäure. Bei der Verwendung von Natriumperoxyd beispielsweise muß aber dafür Sorge getragen werden, daß die Alkalität nicht zu hoch ansteigt, da ansonsten Verdickung aus vorbeschriebenen Gründen eintreten würde. Gegebenenfalls muß daher die Zugabemenge an Natronlauge, die zur Teilverseifung benötigt wird, vermindert werden.
  • Beispiel 3 Bei der in Beispiel 2 beschriebenen partiellen Oxydation der ungesättigten Fettsäure kann es vorkommen, daß stärkeres Schäumen auftritt. In diesem Fall ist es angebracht, unter Einhaltung der inden Beispielen 1 und 2 beschriebenen Arbeitsweisen eine geringe Menge an Wasserglas zuzumischen Dieses kann in manchen Fällen auch zu einer Erhöhung der Leimung und Steifigkeit des Papieres beitragen. Oder aber man gibt ein Aluminiumsalz, beispielsweise Natriumaluminat, in ganz geringen Mengen, meist genügen solche unter 0,5 wozu, welches sich mit der Fett säure zu einer schaumzerstörenden Substanz umzusetzen vermag.
  • Diese weiße, beliebig verdünnbare, stabile Fettsäure-Emulsion, wie in den Beispielen 1 bis 3 beschrieben, bewirkt in wässriger Faserstoffsuspension alleine noch keine Leimungs- oder Hydrophobierungswirkung. Mit einem geeigneten Fällungsmittel hingegen, beispielsweise Aluminiumsulfat, wird die Substanz in feinster Verteilung auf die Fasern gefällt und fixiert. Gegenüber den bisher verwendeten vollverseiften Fettsäure-Dispersionen aber, die mit Aluminiumsulfat, Natriumaluminat oder sonstigen Fällungs- und Fixierungsmitteln einen grobflockigen Niederschlag ergeben, ist dieser bei der beschriebenen Teilverseifung sehr fein und gleichmäßig und stellt solcherart die erfindungsgemäße Neuheit dar. Gerade diese feine Verteilung ermöglicht eine gleichmäßige Bedeckung der Faseroberflächen. Die somit erbrachte Leimungs- bzw. Hydrophobierungswirkung ist höher, als dies bei dem herkömmlichen Einsatz der Harzleimung oder unter Verwendung von vollverseiften Fettsäureverbindungen erreicht wird. Es genügen also bei weitem geringere Anwendungsmengen der beschriebenen Emulsion, um eine Volleimung zu erzielen, als dies bei der Harzleimung notwendig ist. Diese Erkenntnis, die weiter unten durch Zahlenbeispiele belegt wird, ist ebenso neu wie unerwartet und setzt neue maßstäbe auf dem Gebiet der Leimung wie auch Hydrophobierung.
  • Die Anwendungsweise ist die übliche, d.h. wie bekannt von der Harzleimung her.
  • beispiel 4 Es wird eine Olsäure-Emulsion hergestellt in der Verfahrensweise, wie in Beispiel 1 beschrieben, also ein teilverseiftes produkt mit einem Gehalt an freier Säure von etwa 93%.
  • Die Versuche und Erfahrungen haben gezeigt, daß die hohe wirksamkeit des erzielten Leimungseffektes sich aber nur auf solche Produkte beschränkt, deren Verseifungsgrad zwischen 2 und 15 % vorzugsweise bei 5 bis 10 J/O liegt, was einem Gehalt an freier säure in der Emulsion zwischen 85 und 98 % entspricht, vorzugsweise dieser bei 9w bis 95 -* ist.
  • Beispiel 9 Eine durch Mahlung auf 420S.R. gebrachte gebleichte Fichtesulfitzellulose wird auf eine otoffdichte von etwa 3 % im llolländer gebracht. Indem man den Faserstoff weiter umtreiben läs3t, wird von der in Beispiel 1 beschriebenen Emulsion erfindungsgemäß soviel zufließen lassen, bis die Menge an leimender Substanz einem Prozent der Faserstoffmenge entspricht. Nach guter und inniger Vermischung läßt man den Faserstoff in eine Bütte ab und gibt soviel Alaun zu, als es der doppelten Leimungsmittelmenge entspricht. Es stellt sich hierbei ein schwach saurer pH-&ert ein. Nach Verlassen der Papiermaschine hat man ein Papier, welches Tinte nicht verfließen und diese nicht durch das Blatt durchdringen läßt, also eine Volleimung.
  • In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, daß man die notwendige Zugabemenge an Aluminiumsulfat im Durchschnitt auf die doppelte Menge, gemessen an eingesetztem Leimungsmittel, veranschlagen kann. auch hat sich gezeigt, das mit Hilfe von Natriumaluminat sich bei weitem nicht so gute Leimungs- und Hydrophobierungsergebnisse erzielen lassen wie mit Aluminiumsulfat.
  • Beispiel 6 Um einen Vergleich mit einer handelsüblichen 40 %igen Harzleim-Dispersion anzustellen, wurden mit dieser unter steigenden Zugabemengen bei Verwendung des gleichen wie unter Beispiel 5 beschriebenen Faserstoffes Leimungsversuche angestellt und den Ergebnissen mit der erfindungsgemäß beschriebenen Fettsäure-Emulsion gegenübergestellt. Für die Tintenschwimmdauer ergaben sich hierbei folgende Werte: Leimsubstanz 0,5 1,0% 2,0% 3,0% jeweils bezogen Aluminiumsulfat 1,0% 2,0% 4,0% 6,0% auf Faserstoff Harzleim-Dispersion 2 40 80 110 sec Clsäure-Emulsion 2 55 115 180 sec Sehr aufschlußreich sind auch die Werte für die Tropfenwegschlagzeiten, die nachfolgend wiedergegeben sind: Leimsubstanz 0,5 1,0% 2,G 3,0% jeweils bezogen Aluminiumsulfat 1,0% 2,0% 4,0'% 6,Q auf Faserstoff Harzleim-Dispersion 45 sec 10 26 3G min Clsäure-Emulsion 45 sec 30 60 120 min Hier zeigt sich die gegenüber der Harzleim-Dispersion gröberge abstoßende Kraft der Fettsäure-Emulsion. Nicht zahlenmäßig zu erfassen ist weiterhin auch die Art der Tintenverteilung auf dem Papierblatt. Bei der Harzleimung wird man.
  • ein rascheres Ausbreiten der Tinte selbst unter höheren Zugabemengen feststellen als unter Verwendung der beschriebenen Emulsion, d.h. ein Tintenstrich verhält sich in beiden Fällen unterschiedlich. So haben denn auch Tintenstrichvergleiche ergeben, daß ein Papier, welches mit nur einem Prozent der Fettsäure-Emulsion geleimt wurde, das Schriftbild klarer wiederzugeben vermag als ein mit zwei Prozent harzgeleimtes Papier, bei dem die Tinte an den Rändern noch unter den hier vorgegebenen Versuchsbedingungen leicht verlief.
  • Es ist also nicht nur der gute Leimungseffekt, welcher die beschriebene Ölsäure-Emulsion auszeichnet und schon bei geringen Zugabemengen eine gute Beschreibbarkeit gewährleistet, in höherer Zuteilung zum Stoff angewandt, kann man gleichermaßen eine hydrophobierende Wirkung erzielen. Dies im Gegensatz zu den Harzleimen, die für sich selbst keine wasserabweisende Wirksamkeit aufweisen, beruht doch deren Leimungseffekt auf der Ausbildung gefritteter Partikel auf den Fasern. Hiervon ausgehend, benötigt man auch bei der erfindungsgemäßen Anwendung der Emulsion als Leimungsmittel keine Frittungstemperatur wie bei der Harzleimung. Andererseits wirkt sich die Satinage nicht so ungünstig aus wie bei der Harzleimung.
  • Auch konnte festgestellt werden, daß unter dem Einfluß von Licht und Wärme ein solcherart geleimtes Papier viel weniger vergilbt als bei der Verwendung nichtstabilisierter Harzleiiae. Hinzu kommen die gute Säure- und Alkalistabilität, bessere Flachlage und Dimensionsstabilität der Papiere, sowie höherer Glanz und Glätte. In drucktechnischer Hinsicht werden außerdem die Druckeigenschaften verbessert, insbesondere was Stäuben und Rupfen anbetrifft, wobei die besonders für den Offset-Druck notwendige Wischwasser-Beständigkeit mit eingeschlossen ist.
  • Andererseits muß auch die einfache Verfahrens- wie hnwendungsweise hervorgehoben werden, welche gestattet, unter sehr geringem materiellem wie personellem Aufwand die Herstellung des beschriebenen Leimungsmittels kontinuierlich zu gestalten. Darüber hinaus sind die eingesetzten Rohstoffe, insbesondere die Ölsäure, sehr preiswert und jederzeit in gleichmäßiger qualität zu erhalten, was nicht zuletzt auch dem Leimungs- und Hydrophobierungsmittel bezüglich der Gleichmäßigkeit des Ausfalles der qualität zugute kommt.
  • Natürlich kann es auch mit anderen rapierhilfsmitteln, eingeschlossen Harzleimen, zusammen eingesetzt werden, sofern deren Verträglichkeit gewährleistet ist. Ausfällung wie Fixierung auf die Fasern kann gegebenenfalls auch zusammen mit einem kationischen Hilfsmittel erfolgen. Das beschriebene Leimungs- und Hydrophobierungsmittel ist hell weiß und vermag sogar eine :jeißesteigerung des gefertigten Hapieres zu bewirken um ein bis zwei Punkte gegenüber einer gleichwertigen Xarzleimung. Es ist praktisch geruchlos, physiologisch unbedenklich, wenig frotempfindlich und beliebig mit Wasser verdünnbar. Eine erhebliche Frachtersparnis gegenüber den normalerweise 40 zieigen Harzleim-Dispersionen stellt die Möglichkeit dar, das beschriebene Leimungs-und Hydrophobierungsmittel bis auf eine Konsistenz von über 60 °m bringen zu können. Seine Anwendung in der Papierindustrie ist denkbar einfach und problemlos, die Einsparungen gegenüber einem Harzleim können beträchtlich sein. Für Leimungszwecke muß aber eine Uberdosierung vermieden werden,-während zur Erzielung von hydrophoben Effekten eine höhere Zugabe nicht schädlich ist. Dieses Mittel kann insbesondere auch dort eingesetzt werden, wo sich ansonsten die Verwendung von Harzleimen nicht besonders eignet, beispielsweise für bestimmte technische Papiere wie Fotorohpapiere, Dokumentenpapiere u.a.
  • Nie bereits beschrieben, läßt sich die Fettsäure-Eiiu1sion auch als Hydrophobierungsmittel für Pappen verwenden. Beispiele für Hydrophobierung von Kartondecke sowie Vollimprägnietung von kappe sind nachfolgend angegeben.
  • Beispiel 7 Es soli ein wasserabweisender Karton hergestellt werden.
  • Zu diesem zweck wird dem Stoff fiir die Kartondecke das beschriebene Hydrophobierungsmittel in einer enge zwischen 2 und 5% Ul, ,o (bezogen auf Faserstoff) in der Masse zugegeben und anschließend die ausfällung und Fixierung mit etwa der dopj elten Liege an aluminiumsulfat vorgenommen. Auf die Kartonoberfläche auftretendes wasser wird von dieser abperlen und somit nicht die Innenlagen durchdringen können. Somit leidet auch das verpackte Gut geschützt.
  • Beispiel 8.
  • ur Lösung der Aufgabe, eine wasserabweisende und ziehfähige Vollpappe herzustellen, wird in den Faserstoff in wässriger Suspension 2 bis 6 % des Hydrophobierungsmittels eingebracht und in oben beschriebener Weise fixiert. Ziehfähigkeit und Rillbarkeit werden verbessert, die Steifheit etwas vermindert.
  • Beispiel 9 Zur Herstellung einer besonders gegen Regen geschützten Wellpappe, wird die obere Deckschicht solcherart hydrophobiert, daß in den veckenstoff das angegebene Hydrophobierungsmittel in einer Zugabemenge zwischen 2 und 5 % eingebracht und in üblicher eise auf die Fasern fixiert wird.
  • Auch ist noch die Möglichkeit gegeben, dieses Leimungs- und Hydrophobierungsmittel für die Oberflächeale.mung einzusetzen, sei es ausschließlich und aus verdünnter Lösung heraus oder aber unter Beimischung zu anderen Hilfsstoffen. Für den ersten Fall wird man das Mittel beispielsweise mit einer Leimpresse auf die Bahn aufbring, wobei das an die Fasern gebundene Aluminiumsulfat im Papier die Rolle des Fixiermittels über~ nimmt. E-benso gut kann man natürlich auch beispielsweise Stärke für die Oberflächenleimung zur Anwendung bringen, welche mit der Ölsäure-Emulsion vorher hydrophob ausgerüstet worden ist.
  • Beispiel 10 In die Wanne der Leimpresse wird eine 3 bis 5 °,bige Ölsäure-Emulsion eingebracht und diese innerhalb der Papiermaschine auf die laufende Papierbahn aufgebracht. Je nach dem gewünschten Effekt der Oberflächenleimung beträgt die Auftragsmenge zwischen G,25 bis 2,5 g/m2.
  • Beispiel 11 Statt nur mit einer verdünnten Emulsion zu arbeiten, kann man auch in üblicher Weise Stärke, Polyvinylalkohol, Mannogalaktane oder ähnliche und geeignete Hilfsmittel in nasser vorher lösen und auf die vorgesehene Konsistenz bringen. Dann werden 1 bis 3 °,0 der beschriebenen Emulsion beispielsweise unter Vermischung eingebracht. Die Fixierung der hydrophoben Substanz erfolgt alsdann mit Hilfe von Aluminiumsulfat oder einem anderen geeigneten Fällungsmittel auf den Grundkörper. Der mit Hilfe der Leimpresse oder einer anderen geeigneten Auftragsvorrichtung aufgebrachte Oberflächenstrich ist dann in hohem Maße wasserfest und macht das Papier insbesondere für den Offset-Druck geeignet. Gerade bezüglich der Oberflächenleimung können die verschiedensten Rezepturvorschläge zur Anwendung gebracht werden, hier wirkt das beschriebene Hilfsmittel als Hydrophobierungshilfe, zur Verbesserung der Oberfläche und zur Erzielung besserer Druckeigenschaften.
  • Schließlich sind noch eine Reihe weiterer Anwendungsmöglichkeiten gegeben, von denen drei in Beispielen nachfolgend beschrieben werden.
  • Beispiel 12 Es wird eine Steichmasse-Rezeptur ausgearbeitet, bei der unter anderem Glanz und Glätte, Rupffestigkeit und Feuchtigkeitsbeständigkeit verlangt werden. Eine solche Rezeptur wird beispielsweise bestehen aus 80 Tln. China Clay und 20 Tln. Calciumcarbonat als Pigmente, welche als Bindemittel enthalten 10 Tl. Stärke und 10 Tl. einer Kunststoff-Dispersion (50%in), 0,4 Tl. Polyphosphat, 0,1 Tl. optischen Aufheller und mit soviel Wasser vermischt, daß eine 50 %ige Streichmasse entsteht. Eine qualitätsverbesserung in obigem Sinne ist dadurch zu erzielen, daß man beispielsweise ein bis zwei Prozent einer 50 %igen Emulsion beschriebener Fettsäure zumischt.
  • Beispiel 13 Ein Faserstoffvlies soll eine abweisende Ausrüstung auf der Oberfläche erhalten. In diesem Fall bringt man beispielsweise mit Hilfe eines Rakels oder einer Druckwalze oder einer Sprühvorrichtung eine dem Auftragsverfahren hinsichtlich der Konsistenz angemessene Paste oder Lösung auf. Schichtdicke und Auftragsmenge werden in üblicher weise reguliert.
  • Beispiel 14 Zur Imprägnierung einer Gewebebahn wird eine Paste aufgebracht, die beispielsweise aus den Komponenten Latex, Kunststoff-Dispersion und Naßfestmittel besteht. Durch Zugabe der beschriebenen Emulsion können insbesondere die hydrophoben Eigenschaften der Streichmasse verbessert werden, wobei der Effekt in Abhängigkeit zur angewandten Menge steht.
  • In der vorliegenden Beschreibung wurden das Verfahren zur Herstellung eines neuartigen Leimungs- und Hydrophobierungsmittels eingehend dargelegt und anhand von-Anwendungsbeispielen eine Anzahl von Möglichkeiten des Einsatzes beschrieben, wobei insbesondere auf die qualitätserhöhenden effekte hingewiesen worden ist.

Claims (8)

  1. Pat entansprüche
    Verfahren zur Herstellung eines Leimungs- und Hydrophobierungsmittels, dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsion einer flüssigen Fettsäure, vorzugsweise (;lsaure, Verwendung findet.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie flüssige Fettsäure, vorzugsweise Ölsäure, vor der kmulgierurE mit Alkali teilverseift wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Bereich der Teilverseifung mengenmäßig auf 2 bis 15 Dies vorzugsweise 5 bis 10 °s0 begrenzt ist.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß durch Zugabe von 1 bis 3 % eines Oxydationsmittels ein Teil der ungesättigten Fettsäure in eine gesättigte Fettsäure ubergeführt wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Regulierung der Sauerstoffabspaltung nach Anspruch 4 eine Menge von 1 bis 10 X eines Wasserglases zugegeben wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, da zur Minderung des Schäumens im Verlauf der Teiloxydation gemäß Anspruch 4 eine Menge von G,1 - 0,5 % eines Aluminiumsalzes vor dem Emulgiervorgang zugeführt wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Teilverseifung und Zugabe weiterer Hilfsmittel, wie in den Ansprüchen 4 bis 6 beschrieben, die Einarbeitung und Verteilung zu einer Emulsion mit Hilfe einer Apparatur unter der Einwirkung hoher Scherkräfte erfolgt.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in die beschriebene Emulsion weitere Hilfsstoffe wie Dispergierungs- und Stabilisierungsmittel, Mittel zur Erhöhung oder Erniedrigung der Fließfähigkeit, andere Leimungs- oder Hydrophobierungsmittel, Farbstoffe oder optische Aufheller, Streckungs- oder Bindemittel, Fungizide oder geruchsbindende bzw. unterdrückende Mittel mit eingebracht werden.
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