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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Hohikörpern aus thermoplastischem
Kunststoff Die Erfindung befaßt sich mit der Herstellung von Hohlkörpern aus thermoplastischen
Kunstoffen im Blasverfahren, bei dem ein Vorformling in einer Blasform durch Zuführen
eines Druckmediums ausgeweitet und damit au einem Hohlkörper ausgeformt wird, dessen
Form und Abmessungen durch das von der geschlossenen Form gebildete Formnest bestimmt
werden. Der Vorformllng hat meist schlauch oder rohrförmige Gestalt (deutsche Patentechrift
971 333), gelegentlich aber auch die einer einseitig geschlossenen blase (deutsche
Patentschrift 973 176) oder betet aus parallelen Bändern, die auch durch ein U-förmiges
Band ersetzt werden Können (deutsche Patentschrift 1 080 294). Als Druckmedium wird
meist Luft verwendet.
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Abgesehen von den ersten, dem Glasblassen entlehnten, aber inzwischen
wieder aufgegebenen Verfahren auf diesem Gebiet, bei denen in intermittierender
Arbeitsweise das Blasmedium durch einen Kanal in dem Düsenkern einer einen Vorformling
auspressenden Düse eines Extruders in den Vorformling eingeführt und bei dem Düse
und Blasform aufeinandergesetzt und meist sogar miteinander verriegelt wurden, haben
sich für die Einführung des Druckmediums zur Ausweitung des Vorformlings bis zur
An lage an die Wände des Formnestes zwei Hauptverfahren, nämlich das dominierende
sog. Blansdorn-Verfahren und da neben das sog. Nadel-Verfahren durchgesetzt. Bei
der exsterwähnten, meist zur Herstellung von Hohlkörpern mit einer Füll-, Entleerungs-
oder Anschlußöffnung ein gesetzten Methode wird ein dornartiges Werkzeug in das
eine offene Ende des in der geschlossenen Blasform gehaltenen Vorformlings eingeführt
und durch einen Zuführungskanal im Dorn das Druckmedium in den Vorformling einige
preßt, Bei dem Nadel-Verfahren dagegen, das in erster Linie für die Herstellung
vollständig geschlossener hohlkörper geeignet ist, wird der durch geeignete Gestaltung
der Blasform an beiden Enden geschlossene Vorformling mit einer dünnen, einer Injektionsnadel
ähnlichne blas nadel angestochen und durch diese das Druckinedlum eingepreßt.
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Zu den beiden, vorstehend allgemein umrissenen Hauptverfahren sind
viele Abwandlungen bekannt. So können beispielsweise der Außendurchmesser des in
das offene Ikide des Vorformlings einfahrenden Teils des blasdornes und der Innendurchmesser
des entsprechenden Teils der Blasform 50 aufeinander abgestimmt sein, daß die Hohl
körperöffnung, wie z.B. ein Flaschenhals, hinsichtlich cles Innen und Außendurchmessers
exakt festgelegt oder, wie man sagt, "kalibriert" wird. Es ist bei geeigneter Wandstärke
möglich, die Öffnung des hergestellten Hohlkörpers nach dessen Entnahme aus der
Form durch Quetsch-Schweißen zu verschließen, also auch nach dem Blasdorn-, Verfahren
vollständig geschlossene Hohlkörper herzustellen Umgekehrt ist es ebenso erprobt,
bei Anwendung des Nadel-Verfahrens mit einer Öffnung versehene liohlkörpr, wie Flaschen,
Kanister, Dosen oder dergl., zu fabrizieren, indem man zunächst einen geschlossenen
Hohlkörper ausformt und von diesem anschließend, innerhalb oder außerhalb der Blasform,
einen überflüssigen, verlorenen Teil ab trennt, dessen Trennfläche die Stirnfläche
der gewünschten Öffnung ist, Das Nadel-Verfahren ist weiterhin für die gleichzeitige
Herstellung mehrerer offener Hohlkörper in einer l3lasform geeignet, insbesondere
für die Herstellung von zwei axial in der lvotm übereinander liegenden Hohlkörpern,
die unter Belassung eines Zwischen
stückes fttr den Nadeleinstich
ausgeblasen werden. An das Zwischenstück, z.3. In der Form eines "verlorenen Ringes",
das in oder außerhalb der Form nach dem .4usblasen entlernt werden kann, grenzen
dann die zueinander liegenden Öffnungen an. Will man ohne verlorenen Teil arbeiten,
Bo muß man die vom Nadeleinstich herrührende, sich meist nicht von selbst schließende
Öffnung im hergestellten Hohlkörper in Kauf nehmen oder sie nachträglich verschließen.
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Demnach hat das Nadel-Verfahren, abgesehen davon, daß bei der Herstellung
offener Hohlkörper ein in einem getrennten Arbeitsgang zu entferndendes verlorenes
Stark, beispielsweise ein verlorener Kopf oder Ring, übrig bleibt, den Nachteil,
daß nur wenn die Einstichstelle der adel in einen verlorenen Teil gelegt werden
kann, sich das Zukleben oder -schmelzen des Einstichlochs nach dem Ausblasen erübrigt.
In allen anderen Fällen, beispieleweise bei der Herstellung von gänzlich geschlossenen
Hohlkörpern, muß das Loch in einem besonderen Arbeitsgang zugeklebt oder sugeschmolsan
werden, wodurch die Qualität de. Produktes oft erheblich herabgesetzt wird, Ein
weiterer Nachteil liegt bei der Heretellung, von Hohlkörpern größeren Volumens oder
bei der Herstellung von mehreren Hohlkörpern mit zusammen großerem Volumen in einer
Form darin, daß, gerade um den vorstehend geschilderten
Nachteil
gering zu halten, verhältnismäßig dünne Nadeln verwendet werden müssen, durch deren
Bohrungen entsprechend geringeren Durchmessers das erforderliche Blasvolumen nicht
in der für einen hohen Ausstoß Je Zeiteinheit benötigten kurzen Zeit oder nur mit
sehr hohem Druck gepreßt werden kann. Schließlich gibt es Materialien, die dem Durchstec.hen
der Wand eines aus ihnen gebildeten, im therrplastischen Zustand befindlichen Hohlkörpers
einen elastiscen Widerstand entgegensetzen, so daß die zum Einstechen bewegte Nadel
die Wand des Vorformlings, anstatt zu durchstoßen, an dieser Stelle vor sich herschiebt,
was zu einer entsprechend hohen lusschußquote führt.
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Das Verfahren nach der erfindung beseitigt die Nachteile des Nadel-Verfahrens,
ohne auf dessen Vorteile zu verzichten, d.h. erlaubt die Herstellung geschlossaner
Hohlkörper als Endprodukte oder die Ausformung eines geschlossenen und in der Form
oder nach der Entnahme aus der Form in mehrere einzelne Hohlkörper zerlegbaren Kdrpero,
wobei verlorene Stücke ganz vermieden oder bezüglich ihrer Dimension gegenüber dem
vorbekannten Verfahren wesentlich verringert werden können. Außerdem verbleibt bei
Anwendung des Verfahrens nach der Erfindung kein Einstichloch der Blasnadel, und
der oder die aßerhalb des Poranestes verbleibenden Überschußteile können
sauber
abgetrennt werden. Schließlich kann gegebenen falls mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
die Naht einer quer zur Ifauptachse liegenden Fläche eines Hohlkörpers mit einfachen
Mitteln verstärkt werden. Hierzu bedient sich die Erfindung des allgemeinen Gedankens,
durch den beim Schließen der Form außerhalb des Formnestes verbleibenden, aber zusammengequetschten
Uberschußteil des Vorformlings das Druckmedium in den innerhalb des Formne.tes befindlichen
Teil des Vorformlings zu pressen und anschließend diesen Uberschußteil mindestens
an der Stelle, an der durch das~ Einpressen des Druckmediums ein dünner, aber ausreichender
Kanal gebildet wurde, durch Zusammenquetschen wieder zu verschließen. Dabei kann,
falls dies in Hinblick auf die Dimensionen und den Verwendungszweck sowie Gestaltung
des hergestellten Hohl körpers gewünscht wird, ein Teil des zusammengequetsch ten
Materials nach innen in den gleichzeitig ausgeblasenen Hohlkörper zur Verstärkung
der an dieser Stelle gegebenenfalls gebildeten Naht verdrängt werden, Demnach betrifft
die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Hohlkörpern aus Kunststoff, bei
dem ein thermoplastisch verformbarer, sehlauch-, blasen- oder bandförmiger Vorformling
nach dem Schlieren der oru:-ile zu einer Blasform und nach dem Trennen vorn nachschub
unter Belassung von Überschußteilen beidends außerhalb
des gegebenenfalls
der Herstellung mehrerer Hohlkörper dienenden Formnestes durch Einführung eines
Druckmediums in ein Ende bis zur Anlage an die Wandung des Formnestes ausgedehnt;
und damit zu einem oder mehreren llohlkrpern ausgeformt wird. Dieses Verfahren zeichnet
sich dadurch aus, daß durch einen zusammengequetschten Überschußteil das Druchnedium
in das Innere des Vorformlings gepreßt und anschließend auf diesen Überschußteil
quer zur Heuptachse des Hohlkörpers ein die aneinanderliegenden Flächen des Überschußteils
verschweißender Druck ausgeübt wird.
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Es ist zwar durch die amerikanische Patentschrift 2 541 249 bekannt,
ein oder mehrere offene oder geschlossene Blasteile, wie z.b. Christbaumkugeln oder
Flaschen, gleichzeitig in einer Form aus einem blasenförmigen Vorforinling ausguforaen
und hierzu die Blasluft durch den durch Schieber verengten Teil des Vormlings dicht
oberhalb der obersten Teilnestform einzulassen bzw. auch die Luftdurchgangspassage
zwischen zwei untereinander liegenden Teilformnestern nach dem Ausblasen des Hohlkörpers
durch Schieber zu trennen. Bei diesem bekannten Verfahren aber wird das Material
des Vorformlinge an der Stelle, an der das Blasmedium in den Vorforrnling-.tnge
führt wird, vor diesem Einführen nicht zusammengequetscht ttnd auch nach den Einftihren
nicht in Sinne der Erfindung verschweißt. Eine wirklich dichte Naht an der Stelle,
an
der das Blasmedium in den Hohlkörper eingeführt wurde, die auch
nach dem Trennen des Überschusses vom fertigen Hohlkörper dicht bleibt, - ob sie
nun mehr oder weniger , lang im Verhältnis &ur Breite der Quererstreckung des
hersustellenden Teils in diesem Bereich ist - setzt eine feste Verschweißung an
dieser Stelle voraus, und diea ist mso besser zu erzielen, Je weniger Außen und
bzw, oder Blasluft an die zu verschweißenden Flächen gelangt, Es leuchtet ein, daß
die vor dem aufblasen susammengequetschten Uberschußteile, durch die sich beim Aufblasen
die Luft gewissermaßen erst eihen Weg bahnen muß, dieser Forderung am ehesten genügen.
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In den Zeichnungen sind, ohne Anspruch auf Vollständigkeit hinsichtlich
der im Rahmen der Erfindung liegenden Abwandlungsmöglichkeiten, Ausfülirungsbeisriele
für das erfindungsgeinäße Verfahren verwirklichenden Vorrichb tungen schematisch
zur Anschauung gebracht, anhand derer die Erfindung nachfolgend beschrieben ist.
Es stellen dar: Fig. 1 schematisch einen Querschnitt durch eine geschlossen Blasform
mit einem zur Herstellung zweier übereinanderliegender Hohlkörper bestimmten Formneat
nach der Aufnahme eines aufzublasenden Vorformlings, in verkleinertem Maßstab,
Fig.
2 einen Querschnitt gemäß Fig. 1 zur Verangehaulichung einer Anfangsphase des Verfahrens
nach der Erfindung, Fig. 3 einen Horizontalschnitt durch eine Vorrichtung nach den
Fig. 1 und Fig. 2, geschnitten längs der Linie III-III in Fig. 1, Fig. 4 einen Teilquerschnitt
durch den oberteil einer Vorrichtung nach den Fig. 1 und 2 zur Darstellung einer
weiteren Verfahrensphase, Fig. 5 einen Teilquerschnitt nach Piga 4 in einer sich
an die nach Fig. 4 anschließenden Verfahrenephase, hg. 6 einen Vertikalschnitt ähnlich
dem nach Fig 2 zur Veranschaulichung einer Verfahrensabwandlung in der Anfangsphase,
Fig. 7 einen Vertikal schnitt durch eine geschlossene Blasform gemäß Fig. 6 in einer
weiteren Fig. 8 einen in die Linie VIII-VIII nach Fig. 7 gelegten Horizontalschnitt,
Fig. 9 einen Vertikalschnitt durch eine geschlossene Blasform zur Darstellung einer
zweiten Vor-
Fig. 10 einen Schnitt gemäß Fig. 9 mit einem fertig
ausgeblasenen und eine Bodennahtverstärkung aufweisenden Hohlkörper.
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Das Ausfürungsbeispiel nach den Fig. 1 bis 5 veranschaulicht allgemein
die Möglichkeit, in Rahmen der Anwendung des Verfahrens nach der Erfindung ohne
verlorenen Kopf oder sonstigen verlorenen Teil ganz geschlossene Hohlkörper herzustellen,
die entweder als solche verwendet oder, sei es in der Blasform oder nach Entnahme
aus dieser, in niehrere offen. Holkörper zerteilt werden können. Dies int dargestellt
am Beispiel der Herstellung von zwei sog. Weithalsgefäßen in Jeweils einem Arbeitstakt.
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Hierzu besteht die Blasform aus dea beiden Formhälften la und 1b,
die im geschlossenen Zustand zwei Ubereinanderliegende Formnester 2a und 2b bilden.
Dabei brauchen die Eormneater selbstverständlich nicht die dargeatellte gleiche
Gestalt und/oder Größe zu haben, d.h. in einem Arbeitstaht @ auch zwei oder mehrere
Hohlkörper unterschie@ @ stalt und/oder Größe ausgeformt wenn den Außendem geschlossen
dieser Fall zur Blasform eine allgemein mit 3 bezeichnete, der ausgeblasenen Hohlkörper
innerhalb der Form vor deren Öffnung in zwei Endprodukte zerlegende Schneideinrichtung,
die nicht Gegenstand der Erfindung ist und beispielsweise gemäß der deutschen Gebrauchsmusterschrift
1 957 911 ausgebildet sein kann.
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Der aus der Düse eines Extruders ausgespritste thermoplastische,
vorformbare Vorformling 4 wird bei der Aufnahme der sich um ihn schließenden Formhalften
la und Ib an seinem einen Ende durch Quetechkanten 5 verschlossen und sein über
diese hinausstehender Überschußteil in einer von der geschlossenen Farm gebildeten
Ausnehmung zum sog. Butzen 6 zusammengequetsdht.
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Bei dem dargestellten Beispiel weist jede Form hälfte in besonderen
Bodenteilen 7a und 7b Je einen in zur Formtrennebene hin offenen Ausnehmungen 8a,
8b horizontal transversal verschiebbaren Schieber 9 bzw. 10 auf, die auf geeignete
Weise, beispielsweise als Bestandteil von Schieberplatten 11 biw. 12 in Pfeilrichtung
A-B beweglich sind. Die Bodenteile sind so benannt, weil sie das Ende des Formnestes
für den Hohlkörper 2a ver vollstands gen, das den Boden desselben formt0 Fig. 1
stellt die Schieber 9 und 10 in der Grundstellung dar, und in dieser- fährt die
geöffnete Blasform mit ihren auseinandergefahrenen und das Einführen eines Vorformlings
zulassenden Formhälften la, Ib, Je nach Konzeption der Blasanlage in waagerechter,
senkrechter oder schräger Richtung, von der Blasstation zum Extruder zur Aufnahme
des Vorformlings. Dabei wird hier das aber das Formnest 2a überstehende Material
des Vorformlings
durch die an dieser Stelle entsprechend ausgebildeten
Bodenteile 7a, 7b ähnlich dem Putzen 6 zu einem ctrangartigen Stück 13 zusammengequetscht,
und der Abstand der Druckflächen 14 der Schieber 9 und 10 voneinander ist eo bemessen,
daß die volle Kompressibilität des zwischen ihnen eingeschlossenen Materials nicht
ausgenutzt wird.
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In der Grundstellung der Schieber ist einer derselben, beispielsweise
der Schieber 9 in seiner Ausnehmung 8a in der Form "vorgefahren", d.h. in Richtung
auf den anderen Schieber 10 bzw. dessen Ausnehmung 8b bewegt worden, während der
Schieber 10 entsprechend zurückgezogen liegt, So in der Form gelagert und gehalten,
kann der Vorformling, ohne daß er in das oder die Formneeter hineinrutschen kann,
zur Vornahme der ihn zum Hohlkörper ausweitenden Blasoperation zur Blasstation befördert
werden, was in Fig. 2 dargestellt ist.
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Während oder nach dem Schließen der Blasform, Jedoch ehe der Vorformling
4 vom extruderseitigen Nachschub getrennt wird, kann durch eine den Korn der den
Vorformling erzeugenden Wes durchsetzenden Luftleitwig etwas Luft in den die Poristirnfläohen
15 bzw. deren sog.
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Pormeinlaut 16 überragenden Tejl eingelassen werden, wodurch eine
kelch- oder tulpenartige aufweitung 17 dieses -Endes des Vorformlings nach dem Trennen
vom Nachschub erzielt wird, die das nachfolgende Einführen eines Druckmediume erleichtert.
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Nachdem die geschlossene Blasform 1a, 1b mit dem in ihr gelagerten,
am unteren Ende durch die Quctschkanten 5 verschlossenen und am oberen Ende durch
die versetzte anordnung der Schieber in der Grundstellung gehaltenen Vorformling
4 zur Blasstation gebracht worden ist, senkt sich gemäß Fig. 2 ein Blasrohr 18 in
die kelch-oder tulpenartige Aufweitung 17 herab, bis es auf dem Formeinlauf aufsitzt.
Danach wird durch den Blaskanal 19 des Blasrohrs 18 das Blasmedium gepreßt, das
zwischen den beim Formschluß zusammengequetschten Innenwänden des strangförmigen
Vorformlingsüberscußteils sich seinen Weg sucht und dabei einen feinen Kanal 20
bildet. Dadurch wird der Vorformling zum Hohlkörper 21 außgoweitet.
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Der außerhalb des Formnestes befindlich. Überschußteil des Vorformlings
kann bei der in Fig. 1 dargestellten Operation zu einem geschlossenen Strang ganz
zusammengequetscht werden, oder es kann, beispielsweise !Jit der in anderem Zusammenhang
bereits beschriebenen Einführung von Stützluft, ein ganz feiner, dem späteren Einführen
des Blasmediums dienender Kanal 22 offengehalten werden0 Es ist ferner möglich und
dies wird von dem Durohmesser des Vorformlings abhängen, in hierfür vorgesehenen
Ausnehmungen der Bodenteile 7a und 7b in bekannter Weise sog. Überquetschungen 23
des Überschußteils des Vorformlings
aufzunehmen, wie strichpunktiert
in Fig. 3 dargestellt, Nach dem Aufblasen oder noch in der Endphase desselben tritt
der Schieber 10 in Funktion, d.h. wird auf den in der Stellung gemäß den Fig. 1
und 2 stehenden Schieber 9 zu bewegt, bis er die in Fig. 4 mit aot bezeichnet Lage
eingenommen hat und dabei den zwischen den Schiebern liegenden Abschnitt des Vorformlings
kompri miert, beispielsweise zu einem in der Breite dem Querschnitt des kreisrunden
Stranges entsprechenden Plättohen komprimiert hat. Dadurch wird eine absolut sichere
Verschweißung des über dem Boden ausgeformten Hohlkörpers 21 stehenden Materials
und damit ein garantiert dichter Boden erreicht, was durch die Tatsache gefördert
wird, daß die Größe des Kanals für den Durchtritt des Blasmediums und die Zeitdauer
seiner Aufrechterhaltung so gering wie möglich gehalten werden können0 Je nach der
Nasse des zwischen den Schiebern vor deren Bewegung eingeschlossenen Materials und
Je nach dem durch die Schieber auf dieses ausgeübten Druck wird auch ein Teil dieses
Materials quer zur Druckrichtung in Richtung auf den Innenraum des Hohllcörpers
(Pfeil C) gedrückt und eo die sonst an derartigen Nahtstellen 24 bekannten, Einziehungen"
genannten, den Querschnitt verringernden Kerben verhindert bsw, für einen Boden
errdrderlicher
Stärke auch an dieser Steile gesorgt.
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Anschließend wird, wie in Fig0 5 veranschaulicht, einer der Schieber,
und zwar zweckmäßig dr dem Druck ausübenden Schieber 10 gegenüberliegende Schieber
9 entlastet, während der Druck auf den Schieber 10 bzw. sein Bewegungsmittel, beim
dargestellten Beispiel die Sohieberplatte 12, aufrechterhalten bleibt. Dadurch worden
sich beide Schieber in Pfeilrichtung B bewegen, bis der entlastete Schieber 9 in
seiner Ausnehmung 8a die in Fig. 5 dargestellte Stellung 9' einnimmt und der Schieber
10 bis in die gleiche Ausnehmung vorgerückt ist und die Stellung 10" erreicht hat.
Als Folge dieser Operation wird ein in seiner breite dem Dnrchmeaser 14 emtsprechandes
Plättchen 25 ausgestanzt und ein der Höhe der Bodenöffnung 26 an der Außenseite
des Hohlkörperbodens entsprechend großer Steg 27 erzeugt. Die Form kann sich nun
öffnen und der geblaseno Hohlkörper 21 oder die beiden durch die Schneideinrichtung
3 erzeugten offenen Hohlkörper aus der Form entnommen werden. Wenn dann für den
Beginn eines neuen Arbeitszyklus die Schieber in ijre Grundstellung gemäß Fig. 1
zurückgefahren werden, fällt das Kunststoffplättchen 25 nach unten aus der Form
heraus, Die Tatsache, daß bei der Komprimierung des zwischen den Schiebern befindlichen
Abschnitts gemäß Pig. 4 auch Material in Richtung des Pfeiles G in das Innere des
auszublasenden
Hohlkörper verdrängt werden wird, kann auch dazu ausgenützt werden, eine Bondennahtverstärkung
zu erzielen, was am Beispiel der Fig. 6 bis 8 erläutert ist0 Hierzu wird zweckmäßig
der extruderseitige uberschußteil nicht, wie beim Beispiel der Fig, 1 bis S, als
im Querschnitt mehr oder weniger runder Strang, sondern als die Länge der Bodennaht
einnehmender plattenförmiger, dem Butzen 6 nach Fig. 1 ähnelnder Teil ausgebildet.
Fig0 6 neigt eine der Fig. 2 entsprechende Anfangsphase am Beispiel der Herstellung
zweier becherartiger Gefäße 28a und 28b. Die übrigen Teile der Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens entsprechen der nach den Fig. 1 bis 5, nur daß die Formhälften 29a,
29b nicht nur Jeweils einen Bodenteil 30a bzw. 30b mit in Ausnehmungen 31a, 31b
geführten Schiebern 32 und 33, sondern auch in der unteren Hälfte des Formnestes
für das Ausblasen eines Hohlkörpers 28b zugeordnete Bodenteile 34a, 34b mit in Ausnehmungen
35a, 35b geführten Schiebern 36 und 37 aufweisen, Wenn din nach oder während dem
Aufbluen in der unter Bezugnahme auf Fig0 4 beschriebenen Weise der Schieber 32
in der in Fig. 6 dargestellten Stellung gehalten und der Schieber 33 in die Stellung
33' gefahren werden, - und der gleiche Vorgang entsprechend mit den Schiebern 36
und 37 vollzogen wird - so wird ein Teil des Jeweils zwischen den Schiebern 32,
33 und 36, 37 liegende Abschnitt
38 bzw. 39 des Jeweiligen Überschußteils
des Vcrformlings durch die beim Pornschluß an dieter Stelle, entstehende Naht zur
Bildung einer im Querschnitt pilz förmigen Bodennahtverstärkung 39, 40 am Hohlkörper
28a bzw. 41 am Hohlkörper 28b hindurchgedrückt.
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Die Länge und der Querschnitt der Bodennahtterstärkung 40 bzw. 41
richten sich nach der Größe und Form gebung des hergestellten Hohlkörpers, nach
seiner Wandstärke und nach dem zu seiner Herstellung verwendeten Material, Bei Hohlkörpern
mit einem konkavem Boden, ssoBe Flaschen, wird es im allgemeinen genügen, die Bodennaht
verstärkung nur über einen Teil der Breite oder des Durchmessers des Hohlkörpers
vorzusehen, weil der bogenförmige Übergang 42 vom Flaschenkörper zum Boden bereits
eine gewisse Versteifung an dieser Stelle erzeugt. In dem einen Schnitt längs der
Linie VIII-VIII nach Fig0 7 darstellenden Horizontaischnitt gemäß, Fig. 8 ist ein
Beispiel für eine erprobte Länge einer Bodennahtverstärkung 41 im Verhältnis zum
Durchmesser des' Hohlkörpers 28b angegeben, obwohl die Schieber und damit die erzeugte
Nahtverstärkung, je nach den Erfordernissen, natürlich auch breiter oder schmäler
sein können.
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Die erforderliche Versteifung des Bodenbereichs eines Hohlkörpers
hängt natürlich auch im Zusammenwirken mit der Wandstärke desselben von dem Gewicht
des Füllgutes abo ES ist beispielsweise eine bekannte Tatsache, daß die aus Gründen
der Materialersparnis sehr dünn hergestellten E,inweg-Nilchflaschen aus Kunststoff
in ganz gefülltem Zustand oft deshalb eine mangelhafte Standfestigkeit aufweisen,
weil der Boden sich nach unten konvex durchwölbt. Es ist zwar, wenn auch mit unverhältnismäßig
hohem Aufwand, von der mechanischen und/oder Material seite her möglich, den die
Standfestigkeit des Hohlkörper. in erster Linie gewährleistenden Boden gegenüber
dem übrigen Flaschenkörper ganz oder an einzelnen Stellen zu verstärken, aber diese
Verfahren verändern meist in oft nicht gewänsohtem Umfang die Gestalt des Hohlkörpere,
beispielsweise indem umlaufende Wülste, sog. Standwarzen oder dergl. an den Boden
angeformt werden und kompensieren häufig dadurch zumindest teilweise die durch die
Dünnwandigkeit des übrigen Hohlkörpers erzielte Materialersparnis. Es hat sich gezeigt,
daß die Bodennahtverstärkung nach der Erfindung soweit zur Versteifung des gesamten
Bodenbereichs beiträgt, daß der Nachteil mangelt der Standfestigkeit ohne Beeinträchtigung
der Formgebung beseitigt werden kann.
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Das Ausführungsbeispiel nach den Fig. 6 bis 8 führt zu der rkenntnis,
daß das erfindungsgemäße Verfahren auch geeignet ist, bei der Herstellung von nach
dem Blandorn- oder Nadelverfahren hergestellten, einseitig offenen Hohlkörpern,
wie beispielsweise Flaschen und dergleichen eine Bodennahtverstärkung au erzeugen.
Die' Fig. 9 und 10 veranschaulichen hierzu die Anwendung des Verfahrens nach der
Erfindung für die Verstärkung eines sich quer zur Hauptachse des herzustellenden
Ilohlkörpers eratreckenden Teiles, beispielsweise des Bodens einer Flasche in Form
der Verstärkung der Bodennaht. Hierzu besteht die geschlossen dargestellte Blasform,
ebenso wie bei den Ausführungsbeispielen nach den Fig. 1 bis 8, aus Formhälften
43aund 43b, die zusammen da2 Formnest 44 £ die Ausformung des herzustellenden Hohlkörpers
bilden.
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Der aus der Düse eines Extruders auegespritzte, thermoplastische,
verformbare Vorformling 45 wird bei der Aufnahme der sich um ihn schließenden Formhälften
an seinem einen Ende durch Quetachkanten 46 verschlossen und sein über diese hinausstehender
terschußteil in einer von der geschlossenen Form gebildeten Ausnehmung zum oog,
Butzen 47 zusammengequetscht, während das gegenüberliegende Ende nach der Trennung
vom extruderseitigen Nachschub längs der Kante 48 im Halsbereich-49 der geechlossenen
Forla ruht, falls der Durchmesser des Vorformlings auf diesen Halsbereich entsprechend
abgestimmt
ist. Durch geeignete, bekannte und unter Bezugnahme
auf Fig. 1 bereits beschriebene Maßnahmen wird erreicht, daß der über die Stirnfläche
50 der geschlossenen Blasform überstehende Teil des Vorformlings, der sog.
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Haisbutzen 51 für die nachfolgend beschriebene Einung eins Blas- und
gegebenenfalls Kalibrierdorns kelch-oder tulpenartig ausgeweitet ist.
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Auch in diesem Falle weist Jede Fornihälfte in besonderen Bodenteilen
52a, 52b Je einen in Ausnehmungen 53a, 53b horizontal verschiebbaren Schieber 54
bzw 55 auf, die in Fig. 9 in der Grundstellung dargestellt sind. Nur um eine mögliche
Variante aufzuzeigen, unterscheidet sich die Stellung der Schieber in der Anfangsphase
gemaß Fig. 9 von der nach den Fig. 1 bzw, 6 dadurch, daß beide Schieber einen gleichen
Abstand von der Formsittel-oder Trennebene aufweisen. Nachdem der Vorformling in
der dargestellten Weise von der geschlossenen Form aufgenommen und in ihr so gelagert
zur Blasstation gefahren worden ist, wird in einer weiteren Verfahrensphase gemäß
Fig. 10 der allgemein mit 56 beeeichngfe Blaedarn, der in diesem Fall auch Kalibrierdorn
ist, in das offene Ende des im Halsbereich 49 der Blasform gelagerten Vorformlings
eingeführt, um mit seiner Hilfe den Vorformling zum Hohlkörper, beinpielsweise zu
einer allgemein mit 57 bezeichneten Flasche auszublasen.
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Dabei wird in an sich bekannter Weise die öffnung des Hohlkörpers,
beispielsweise der Hals 58, durch ein das Material des Vorformlinge in diesen Bereich
im wesentlichen radial verdrängenden Vorgang kalibriert, d.h. hinsichtlich seines
Außen- und Innendurchmessers festgelegt und mittels einer Dornverdickung 59 eine
ebene Randlippe oder Stirnfläche des Halses erzeugt und gleichzeitig der Halsbutzen
51 abgetrennt.
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Mit dem Ausweiten des Vorforolinge 45 durch Au blasen - oder auch
im Anschluß daran - tritt gleichseitig auch einer der Schieber oder treten gegebenenfalls
beide Schieber in Funktion, bis sie beispielsweise die in Fig. 10 dargestellte Stellung
54', 55' erreicht haben.
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Daß Materialstück 60, das durch die Quetschkanten 46 am Entweichen
aus der Form heraus gehindert ist, wird dabei komprimiert und als Folge hiervon
gleichzeitig durch die Bodenöffnung in das Innere des Hohlkörpers 57 hineingepreßt,
wodurch eine im Querschnitt etwa pilbförmige Bodennahtverstärkung 61 über die Länge
der Schieber entsteht.
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Anschließend wird, wie bereite beschrieben, einer der Schieber entlastet,
während der Druck auf den gegenüberliegenden aufrechterhalten wird. Dadurch bewegen
sich beide Schieber soweit, bis ein der komprimierten Tafel 60 entsprechendes tunatstoftpldttchen
ausgestanzt
und Je nach der Höhe der Bodenöffnung ein leistenartiger
Steg außerhalb des Behälterbodens erzeugt worden ist, Die Form kann sich dann öffnen
und der ausgeblasene Hohlkörper mit einem durch eine verstärkte Naht 61 ausgezeichneten
Boden auo der Porm entnommen werden0