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DE1907768C3 - Verwendung von Mischestern als Gleitzusatzmittel für thermoplastische Kunststoffe - Google Patents

Verwendung von Mischestern als Gleitzusatzmittel für thermoplastische Kunststoffe

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DE1907768C3
DE1907768C3 DE19691907768 DE1907768A DE1907768C3 DE 1907768 C3 DE1907768 C3 DE 1907768C3 DE 19691907768 DE19691907768 DE 19691907768 DE 1907768 A DE1907768 A DE 1907768A DE 1907768 C3 DE1907768 C3 DE 1907768C3
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DE
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acid
mixed esters
mixed
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pentaerythritol
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DE19691907768
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Neynaber Chemie GmbH
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Neynaber Chemie GmbH
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Description

Die Erfindung betrifft die Verwendung bestimmter Mischester als Gleitmittelzusätze für thermoplastische Kunststoffe.
Die Verarbeitung thermoplastischer Kunststoffe erfolgt durch Kalandrieren, Pressen, Spritzgießen, Extrudieren bei erhöhter Temperatur. Dabei tritt die Schwierigkeit auf, daß der Kunststoff an den Maschinenteilen kleben bleibt. Dieser Schwierigkeit sucht man durch Gleitmittel zu begegnen.
Es ist bereits eine große Zahl von Gleitmitteln bekannt, die das Kleben des thermoplastischen Kunststoffs verhindern sollen. Zu diesen Produkten zählen Paraffine unterschiedlichen Molekulargewichtes und Verzweigungsgrades, höhermolekulare aliphatische Monocarbonsäuren natürlicher und synthetischer Herkunft sowie von diesen abgeleitete Amide, Metallseifen und einfache Ester. Als Ester natürlicher Herkunft seien Carnaubawachs und Bienenwachs genannt. Die als Gleitmittel bekanntgewordenen synthetischen Ester werden durch Veresterung aliphatischer Monocarbonsäuren einer Kettenlänge von mindestens 12 Kohlenstoffatomen mit ein- oder mehrwertigen Alkoholen gewonnen. Zu diesen Produkten zählen beispielsweise Äthylpalmitat, Butylstearat, Octylstearat, Äthylenglykolmonostearat, Äthylenglykoldistearat, Butylenglykoldi-montanat, Glycerinmonooleat. Desgleichen sind bereits Ester aus Polycarbonsäuren mit langkettigen aliphatischen einwertigen Alkoholen als Gleitmittel bekannt. >. B. Di-octyl-sebecat für die formgebende Verarbeitung thermoplastischer Massen auf der Basis von Polyamiden.
Diese bisher bekannten Gleitmittel und insbesondere auch die sich von langkettigen aliphatischen Carbonsäuren ableitenden Produkte lassen in verarbeitungstechnischer Hinsicht noch zu wünschen übrig. Sie vermitteln dem zu verarbeitenden Kunststoff zwar ein verbessertes Fiießvermögen, verhindern jedoch nicht in ausreichendem Maße das Kleben an den heißen Metallteilen der Verarbeitungsmaschinen.
Es hat nicht an Versuchen gefehlt, diesen Übelstand durch den Einsatz neuer Gleitmittel bzw. Gleitmittelkompositionen zu beseitigen, um insbesondere bei der ίο Verarbeitung chlorhaltiger Polymerisate, wie z. B. Polyvinylchlorid, die besonders anfällig sind, eine befriedigende Klebfreiheit bei der formgebenden Verarbeitung zu erreichen. So wurden Kombinationen von Paraffinen mit Silikonen als Gleitmittel gefunden. Diese führen zwar zu einer ausreichenden Klebfreiheit bei der Formgebung, bilden aber auf der Oberfläche des geformten Halbzeugs oder Fertigproduktes einen geschlossenen Film, der eine nachträgliche Bearbeitung, wie z. B. Schweißen, Kleben, Bedrucken, Lackieren usw., stark erschwert bzw. ganz unmöglich macht. Dieser Ausschwitzeffekt tritt bereits bei sehr geringen Zusatzmengen an Gleitmittel, z. B. 0,1 %, auf.
Mit der vorliegenden Erfindung soll also für
thermoplastische Kunststoffe ein Gleitmittel entwickelt
werden, das ein Kleben der Kunststoffe an den heißen Formwandungen verhindert und mit dem ein störender Ausschwitzfilm nicht auftritt.
Es wurde gefunden, daß diese Aufgabe zu lösen ist, wenn als Gleitmittelzusatz für die thermoplastischen Kunststoffe Mischester mit Hydroxyl- bzw. Säurezahlen von 0 bis 6 ai's
a) aliphatischen, cycloaliphatischen und/oder aromatischen Dicarbonsäuren mit 2 bis 22 Kohlenstoffatomen im Molekül,
b) aliphatischen Polyolen mit 2 bis 6 Hydroxylgruppen
im Molekül und
c) aliphatischen Monocarbonsäuren mit 12 bis 30 Kohlenstoffatomen im Molekül
in Mengen von 0,05 bis 5 Gew.-% verwendet werden, wobei ein Verhältnis von Dicarbonsäure zu Polyol zu Monocarbonsäure wie
(n-\):n:nm-2(n-\)
einzuhalten ist. In dieser Formulierung bedeutet η eine ganze Zahl von 2 bis 11, und m stellt die Funktionalität des verwendeten Polyols dar, kann also Werte von 2 bis 6 annehmen. Durch den Wert von η wird auch der Charakter der Mischester, ob niedermolekular oder hochmolekular, weitgehend festgelegt, und zwar werden bei höheren Werten von η hochmolekulare Produkte erhalten.
Als besonders geeignet haben sich Mischester auf der Basis von Adipinsäure, Pentaerythrit und Stearinsäure bzw. ölsäure erwiesen, in denen das Verhältnis von Adipinsäure zu Pentaerythrit zu Stearin-/Ölsäure
(n-\):n:4n-2(n-\)
beträgt, wobei η im Falle der Stearinsäure insbesondere Werte von 2 bis 8 und im Falle der ölsäure insbesondere Werte von 2 bis 7 darstellt. Derartige bevorzugte Produkte haben im Falle der Stearinsäure beispielsweise ein Verhältnis der Mischesterkomponenten Adipinsäure zu Pentaerythrit zu Stearinsäure wie 1:2:6 oder 2 :3 :8oder4 :5 :12oder6 :7 :16oder7 :8 :18undim Falle der ölsäure beispielsweise Adipinsäure zu Pentaerythrit zu ölsäure wie 1:2:6 oder 3:4:10 oder 5:6:14.
Die Herstellung des erfindungsgemäß zu verwenden-
den Gleitmittels erfolgt nach an sich bekannten Veresterungsverfahren, indem man z. B. langkettige aliphatUche Monocarbonsäuren mit zwei oder mehrwertigen Polyolen so verestert, daß der erhaltene Teilester noch eine oder mehrere freie Hydroxylgruppen enthält und daß man dann diese Hydroxylgruppen mit den entsprechenden Dicarbonsäuren umsetzt. Man kann aber auch zunächst einen Teil der Hydroxylgruppen eines Polyols mit einer Dicarbonsäure verestern und danach die restlichen freien Hydroxylgruppen des erhaltenen Teilesters mit längerkettigen aliphatischen Monocarbonsäuren umsetzen. Hierbei können die Ausgangsstoffe in unterschiedlichen gegenseitigen Mengenverhältnissen für die Herstellung der Misch ester eingesetzt werden, jedoch unter der Bedingung, daß die Gesamtzahlen der Carboxylfunktionen und der Hydroxylfunktionen in den Ausgangsstoffen gleich sind. Die erfindungsgemäß erhaltenen Mischester enthalten dann praktisch keine freien Carboxyl- bzw. Hydroxylgruppen und besitzen Hydroxyl- bzw. Säurezahlen von 0 bis 6.
Im einfachsten Fall verestert man z. B. 1 Mol einer Dicarbonsäure, 2 Mol eines n-funktionellen Polyols und 2n-2 Mol einer Monocarbonsäure nach an sich bekannten Verfahren, vorzugsweise in zwei Veresterungsstufen. Dabei sind zwei Varianten möglich. In der ersten Variante wird in erster Stufe 1 Mol einer Dicarbonsäure mit 2 Mol des Polyols so weit verestert, bis die Säurezahl praktisch Null beträgt. Anschließend wird in zweiter Stufe mit der stöchiometrisch erforderlichen Menge Monocarbonsäure so weit verestert, daß praktisch keine freien Hydroxyl- und Carboxylgruppen mehr vorhanden sind, d. h. OH-Zahl und Säurezahl Werte zwischen 0 bis 6 annehmen.
Bei der zweiten Variante werden in erster Stufe 2 Mol eines n-funktionellen Polyols mit 2n-2 Mol einer langkettigen Monocarbonsäure so weit verestert, bis die Säurezahl praktisch Null beträgt. Hiernach wird in zweiter Stufe mit 1 Mol einer Dicarbonsäure erschöpfend verestert, so daß der erhaltene Mischester praktisch keine freien Hydroxyl- bzw. Carboxylgruppen aufweist, d. K daß seine OH-Zahl und Säurezahl Werte von 0 bis 6 annimmt. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, die Mischesterbildung aus den Ausgangskomponenten in einem einstufigen Verfahren durchzuführen.
Zu den als Gleitmittel verwendbaren Mischestern zählen neben den vorstehend in ihrer Herstellung beschriebenen niedermolekularen Produkten auch solche hochmolekularen Aufbaus. Diese lassen sich dadurch herstellen, daß man als molares Verhältnis des Polyols zur Dicarbonsäure ein kleineres als 2 :1, jedoch nicht kleiner als 1:1, wählt, z. B. 5 :4 oder 7 :6. Der bei der Polyesterbildung dieser Komponenten verbleibende Überschuß an Hydroxylfunktionen wird durch eine äquivalente Menge gesättigter oder ungesättigter langkettiger aliphatischer Monocarbonsäure bzw. eines Gemisches langkettiger Monocarbonsäuren verestert, so daß wiederum Mischester entstehen, die praktisch keine freien Hydroxyl- bzw. Carboxylgruppen enthalten. Die Esterbildung aus den Ausgangsstoffen kann auch in diesem Falle entweder in einem Zweistufenverfahren oder einstufig durchgeführt werden. Diese hochmolekularen Polymischester besitzen bei den für die Verarbeitung thermoplastischer Kunststoffe üblichen Verarbeitungstemperaturen einen außergewöhnlich niedrigen Dampfdruck. Aus diesem Grunde sind diese Gleitmittel auf Basis hochmolekularer Mischester bei der Verarbeitung thermoplastischer Kunststoffe besonders wertvoll.
Als Ausgangsstoffe für die Herstellung der erfindungsgemäß zu verwendenden Gleitmittel kommen nachstehend aufgeführte Verbindungen in Frage.
Als aliphatische, cycloaliphatische oder aromatische Dicarbonsäuren sind z. B. folgende Verbindungen geeignet: Oxal-, Malon-, Bernstein-, Glutar-, Adipin-, Pimelin-, Kork-, Azelain-, Sebazin-, Nonandicarbon-,
ίο Undecandicarbon-, Eikosandicarbon-, Malein-, Fumar-, Citracon-, Mesacon-, Itacon-, Cyclopropan-, Cyclobutan-, Cyclopentadicarbonsäure, Camphersäure, Hexahydrophthalsäure. Phthalsäure, Terephthalsäure, Isophthalsäure, Naphthalsäure, Diphenyl-o.o'-dicarbonsäure.
Als Polyolkomponente für die Herstellung der Mischester seien z. B. folgende Verbindungen genannt: Äthylenglykol, 1,2-Propylenglykol, 1,3-Propylenglykol, 1,4-Butandiol, 2,3-Butandiol, 1,5-Pentandiol, 1,6-Hexandiol, Glycerin, Trimethylolpropan, Erythrit, Pentaerythrit, Dipentaerythrit, Xylit, Mannit, Sorbit.
Als Beispiele für langkettige aliphatische Monocarbonsäuren, die für die Herstellung der Mischester geeignet sind, sind zu nennen: Laurin-, Tridecyl-, Myristin-, Palmitin-, Margarin-, Stearin-, Arachinsäure, Eikosancarbonsäure, Behen-, Lignocerin-, Cerotinsäure, Montansäuren, Öl-, Elaidin-, Eruca-, Linol-, Linolensäure, ferner Gemische solcher Säuren, wie sie aus den natürlichen Fetten und Ölen gewonnen werden können.
Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäß verwendeten Gleitmittel ist ferner darin zu sehen, daß es sich der Verarbeitungsart und dem Aggregatzustand des zu verarbeitenden Kunststoffs durch die verwendeten Ausgangsstoffe anpassen läßt. Der Aggregatzustand des
J5 Gleitmittels gemäß der Erfindung ist von dem einer öligen Flüssigkeit bis zu dem von harten Wachsen variierbar. Aus diesen Unterschieden in ihrer Konsistenz bei Raumtemperatur resultieren jedoch keine Unterschiede in der Wirkung der Gleitmittel. Die Einstellung der physikalischen Beschaffenheit der Produkte bei Raumtemperatur erfolgt nicht durch die Höhe des Molekulargewichtes, wie dies bei Monocarbonsäureestern einfacher Struktur der Fall ist. Ferner ist auch die Auswahl der Dicarbonsäure und des Polyols ohne wesentlichen Einfluß auf die physikalische Beschaffenheit der Mischester bei Raumtemperatur. Von wesentlicher Bedeutung für die Höhe des Schmelzpunktes ist dagegen, ob die eingesetzten langkettigen Monocarbonsäuren überwiegend gesättigter oder ungesättigter Natur sind. Mischester, die als Monocarbonsäurekomponente auschließlich gesättigte aliphatische Monocarbonsäuren mit 12 bis 30 Kohlenstoffatomen enthalten, sind feste Hartwachse mit Schmelzpunkten von über 500C. Benutzt man dagegen für die Herstellung der Mischester als Monocarbonsäurekomponente ungesättigte aliphatische Monocarbonsäuren mit 12 bis 30 Kohlenstoffatomen oder Monocarbonsäuregemische mit im wesentlichen ungesättigten Anteilen, so erhält man Produkte, die bei Raumtemperatür ölige Flüssigkeiten darstellen und Stockpunkte unter 00C aufweisen. So besitzt z.B. ein Mischester aus Adipinsäure, Pentaerythrit und ölsäure einen Stockpunkt von 33°C, während ein gleichartig aufgebauter Mischester, dessen Monocarbonsäurekomponente nicht ölsäure, sondern ein teilweise ungesättigtes Fettsäuregemisch der Kettenlänge Ci6 bis Ci8 mit einer Jodzahl von 50 ist, einen Stockpunkt von -15° C aufweist. Im praktischen Einsatz haben sich die Mischester aus
Adipinsäure, Pentaerythrit und langkettigen Monocarbonsäuren mit 12 bis 30 Kohlenstoffatomen, insbesondere Stearin- und ölsäure, am besten bewährt. Besondere Bedeutung kommt dabei den hochmolekularen Mischestern auf Basis der vorgenannten drei 5 Ausgangsstoffe zu.
Die Gleitmittel können allen thermoplastischen Kunststoffen zugesetzt werden, seien es nun Polymerisate, Polykondensate oder Polyadditionsprodukte. Besonders geeignet sind diese Gleitmittel für die Verarbeitung chlorhaltiger Polymerisate, wie z. B. Polyvinylchlorid, Polyvinylidenchlorid, sowie von diesen abgeleiteten Mischpolymerisaten. Sie lassen sich jedoch auch mit Vorteil bei der formgebenden Verarbeitung anderer Kunststoffe, wie z. B. Polystyrol, Polyacryl- und Polymethacrylsäureestern, Polyamiden und Polyurethanen, einsetzen.
Die praktische Verwendung des Gleitmittels erfolgt in der Weise, daß sie den zu verarbeitenden thermoplastischen Massen vor der Formgebung zügesetzt werden. Die zugesetzte Menge richtet sich nach dem zu verarbeitenden Kunststoff und der angewandten Verarbeitungsart und bewegt sich in den Grenzen von 0,01 bis 5 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,05 bis 2 Gewichtsprozent. Nach homogener Verteilung des Gleitmittels in dem Kunststoff kann nach bekannten Verfahren die Verformung erfolgen.
Die nachfolgenden Beispiele sollen den Gegenstand der Erfindung näher erläutern, ohne ihn jedoch hierauf zu beschränken.
Die in den nachstehenden Beispielen eingesetzten Mischester wurden wie folgt hergestellt:
35
Produkt A
Mischester aus Maleinsäure-Pentaerythrit-Behensäure
In einem Dreihalsrundkolben mit Rührer, Thermometer und absteigendem Liebig-Kühler wurden 54 g Pentaerythrit (0,4 Mol), 403 g Behensäure (1,2 Mol) und 0,75 g Zinnstaub auf 200 bis 210° C erhitzt. Diese Temperatur wurde 3 Stunden beibehalten. Die Abführung des Reaktionswassers wurde durch Anlegen von Vakuum beschleunigt. Nach dieser Zeit hatte sich der Triester des Pentaerythrit gebildet, und die Säurezahl war unter 1 gefallen. Zur weiteren Umsetzung wurden in die auf etwa 1500C abgekühlte Schmelze 20 g Maieinsäureanhydrid (0,2 Mol) und 0,25 g Zinnstaub eingetragen und nochmals 3 bis 4 Stunden auf 180 bis 200°C unter Vakuum erhitzt. Die Endsäurezahl des Rohesters betrug 2 bis 3 bei einer Ausbeute von 434 g. Abschließend erfolgte Bleichung der Schmelze bei etwa 100°C mit 1% Bleicherde und 1% Aktivkohle. Nach dem Erkalten wurde ein hellkarameifarbenes, leicht mahlbares Hartwachs mit dem Tropfpunkt 73°C erhalten.
Produkt B
Mischester aus Adipinsäure-Pentaerythrit-Ölsäure
In einem Dreihalsrundkolben mit Rührer, Thermometer und absteigendem Liebig-Kühler wurden 73 g Pentaerythrit (0,5 Moi), 338 g techn. ölsäure (1,2 Mol), 63 g Adipinsäure (0,4 Mol) und 1 g Zinnstaub auf 200 bis 2100C erhitzt. Nach Erreichen dieser Temperatur wurde leichtes Vakuum angelegt, das mit fortschreitender Reaktion auf etwa 20 Torr verstärkt wurde. Die Veresterung war nach 5 Stunden beendet, die Säurezahl auf unter 2 gefallen. Abschließend erfolgte Ble'chung mit 1% Bleicherde und 1% Aktivkohle bei 100 bis 110 C und Filtration. Es wurde ein gelbes bis weinrotos öl mit einer Viskosität von etwa mehr als 1000 cP bei 200C erhalten. Der Stockpunkt lag bei -32° C, der Flammpunkt bei 3200C.
Produkt C
Mischester aus Adipinsäure-Pentaerythril-Stearinsäure
Ein Dreihalsrundkolben mit Rührer, Thermometer und absteigendem Liebig-Kühler wurde mit 68 g Pentaerythrit (0,5 Mol), 405 g techn. Stearinsäure (1,5 Mol) und 1,2 g Zinnstaub beschickt, die Mischung auf 200 bis 210°C erhitzt und leichtes Vakuum angelegt. Dieses wurde im Verlauf von 4 Stunden auf etwa 20 Torr verstärkt Nach dieser Zeit war die Säurezahl auf unter 0,5 gefallen. Unter Rühren wurde auf etwa 15O0C abgekühlt Der Kühler wurde durch einen Wasserabscheider ersetzt Nach Zugabe von 100 g Xylol, 36 g Adipinsäure (0,25 Mol) und nochmals 0,6 g Zinnstaub zu der Triester-Lösung wurde unter azeotropen Bedingungen zu Ende verestert. Innerhalb von 4 Stunden hatte sich die berechnete Menge an Reaktionswasser gebildet. Die Säurezahl lag zwischen 2 und 3. Das Xylol wurde unter Vakuum abdestilliert und das Produkt getrocknet und gebleicht. Es wurde ein gelblichweißes Hartwachs vom Tropfpunkt 60°C erhalten.
Beispiel 1
Eine Masse aus 300 g eines Polyvinylchlorid-Suspensions-Polymerisates vom K-Wert 60 und 4,5 g eines Thio-Zinn-Stabilisators wurde zur Mischung, Homogenisierung und Herstellung einer Platte auf einem Walzwerk, dessen Walzen eine BaHenbreite von 400 mm und einen Ballendurchmesser von 220 mm hatten, die mit einer Drehzahl von 12,5 UpM umliefen und eine Oberflächentemperatur von 18O0C aufwiesen, bearbeitet. Die Spaltbreite zwischen den Walzen wurde so eingestellt, daß die Dicke des umlaufenden Felles gleichmäßig 0,6 mm betrug. Nach 15 Minuten Laufzeit wurde festgestellt, daß die Masse fest auf der Oberfläche einer Walze klebte und sich nicht ablösen ließ. Nun wurden der Masse vor der Aufgabe auf das Walzwerk Gleitmittel in den in nachstehender Tabelle angegebenen Mengen (Gewichtsprozent) zugegeben und die mit den Gleitmitteln versetzten Massen in gleicher Weise bearbeitet. Die dabei gefundene Zeit bis zum Kleben der Masse stellt ein Maß für die Wirksamkeit der Gleitmittel dar. Zum Vergleich mit den erfindungsgemäßen Gleitmitteln wurde Cetylstearat als Vertreter bekannter Gleitmittel in den Versuch einbezogen. Dabei ergaben sich folgende Werte:
Gleitmittel
Gleitmittelmenge und Klebfreiheit
in Minuten bei
0,1
Gewichtsprozent
0,2
Gewichtsprozent
03
Gewichtsprozent
Cetylstearat
Produkt A
Produkt B
15
15
45
15 85 95
15
115
105
Der Tabelle ist zu entnehmen, daß Cetylstearat als Vertreter der üblichen Gleitmittel in den verwendeten Konzentrationen keinerlei Wirksamkeit zeigt, während mit dem Gleitmittel gemäß der Erfindung eine erhebliche Verbesserung der Klebfreiheit erzielt wird.
Der erfindungsgemäße hochmolekulare Mischester Produkt B entwickelt bereits bei 0,1% Zusatz eine deutliche Verbesserung der Klebfreiheit. Bei steigenden Zusatzmengen wird die Wirkung von Produkt A und Produkt B etwa gleich, in jedem Fall aber unvergleich-Hch besser als die des Vergleichsproduktes.
Beispiel 2
Eine Masse aus 300 g eines Polyvinylchlorid-Suspensions-Polymerisates vom K-Wert 60 und 4,5 g eines Thio-Zinn-Stabilisators wurde auf einem Walzwerk der Abmessungen 400 · 220 mm bei einer Oberflächentemperatur von 1800C und einer Drehzahl von 12,5UpM bearbeitet. Nach ö Minuten Laufzeit klebte die Masse auf einer Walze fest und ließ sich nicht mehr abziehen. Wurden der Masse vor der Walzenbearbeitung 1,5 g des Produktes C zugesetzt, so ließ sich die Masse bis zu einer Zeit von 100 Minuten bearbeiten, ohne festzukleben. Innerhalb dieser Verarbeitungszeit, nach 30 und 60 Minuten, wurde eine homogene, glatte Platte von 0,3 mm Dicke abgezogen. Die Platte war bei Raumtemperatur sehr schlägzäh und zeigte im übrigen die für weichmacherfreies Polyvinylchlorid übliche mechanische, elektrische und chemische Verhaltensweise.
Beispiel 3
In einem Schnellauf enden Mischer wurden jeweils 100 Gewichtsteile eines Polyvinylchlorid-Massepolymeren vom K-Wert 57 mit 4 Gewichtsteilen eines Thio-Zinn-Stabiüsators und unterschiedlichen, nachstehend angegebenen Mengen eines Gleitmittels vermischt. Die so vorbereiteten pulverförmigen Mischungen wurden in einem Extruder von 30 mm Zylinderdurchmesser und 750 mm Zylinderlänge aufgeschmolzen. Der Extruder war mit einer 100 mm breiten Schlitzdüse ausgerüstet, in der eine Verformung zu einer Platte von etwa 0,5 mm Dicke erfolgte. Zylinder und Düse wurden durch eine elektrische Widerstandsheizung auf konstanter Temperatur gehalten. Die Drehzahl wurde mit 30 UpM ebenfalls konstant gehalten.
In einem ersten Versuch enthielt die zu verarbeitende Masse 2,3 Gewichtsteile des Stearinsäureesters einer Ci2-C2o-Alkoholfraktion als Gleitmittel. Das für das Aufschmelzen und Fördern des Materials notwendige Drehmoment betrug 22,5 mkp, der axiale Schneckenrückdruck wurde mit 1,780 kp gemessen. Die mit einer Materialtemperatur von 172°C austretende Platte zeigte auf der Oberfläche Fließlinien und war zwar transparent, jedoch deutlich gelbstichig.
In einem zweiten Versuch enthielt die zu verarbeitende Masse nur 1,5 Gewichtsteile des Stearinsäureesters einer C^^o-Alkoholfraktion und zusätzlich noch 0,05 Gewichtsteile des Produktes C als Gleitmittel Unter gleichen Versuchsbedingungen war für das Aufi.chmelzen und Fördern des Materials nur ein Drehmoment von 8 mkp erforderlich, und der Schneckenrüekdruck stellte sich auf 1500 kp ein. Die mit einer Materialtemperatur von 172°C austretende Platte besaß eine völlig glatte Oberfläche, die auch bei längerem Lagern ihre Brillanz nicht verlor. Die Platte war genauso transparent wie die im ersten Versuch erhaltene, jedoch vollständig farblos.
Der Vorteil, der sich bei der formgebenden Verarbeitung thermoplastischer Kunststoffe durch den Zusatz der Gleitmittel erzielen läßt, besteht einmal darin, daß die plastischen Massen auch nach langen Verarbeitungszeiten keine Klebneigung auf den Maschinenteilen zeigen. Es werden ferner Formteile erhalten, deren Oberflächen sich durch außergewöhnliche Glätte, Geschlossenheit und Farbklarheit, d.h. Vergilbungsfreiheit auszeichnen. Die erhaltenen Formteile lassen sich ohne Schwierigkeiten nach beliebigen bekannten Verfahren wie Verkleben, Schweißen, Prägen, Bedrucken und Lackieren weiterverarbeiten.

Claims (4)

Patentansprüche:
1. Verwendung von Mischestern mit Hydroxyl- bzw. Säurezahlen von 0 bis 6 aus
a) aliphatischen, cycloaliphatischen und/oder aromatischen Dicarbonsäuren mit 2 bis 22 Kohlenstoffatomen im Molekül,
b) aliphatischen Polyolen mit 2 bis 6 Hydroxylgruppen im Molekül und
c) aliphatischen Monocarbonsäuren mit 12 bis 30 Kohlenstoffatomen im Molekül,
in denen das Molverhältnis der unter a), b) und c) genannten Stoffe etwa
n— 1 : η: nm — 2(n— 1)
beträgt, wobei π eine ganze Zahl von 2 bis 11 und m die Funktionalität des Polyols darstellt, in einer Menge von 0,01 —5 Gewichtsprozent, als Gleitmittelzusatz für thermoplastische Kunststoffe.
2. Verwendung von Mischestern gemäß Anspruch 1 in einer Menge von 0,05-2 Gewichtsprozent als Gleitmittelzusatz für chlorhaltige Polymerisate.
3. Verwendung von Mischestern gemäß Anspruch 1 oder 2 aus Adipinsäure, Pentaerythrit und Stearinsäure im angegebenen Molverhältnis, wobei η eine ganze Zahl von 2 bis 8 darstellt
4. Verwendung von Mischestern gemäß Anspruch 1 oder 2 aus Adipinsäure, Pentaerythrit und ölsäure im angegebenen Molveirhältnis, wobei π eine ganze Zahl von 2 bis 7 darstellt
DE19691907768 1969-02-15 1969-02-15 Verwendung von Mischestern als Gleitzusatzmittel für thermoplastische Kunststoffe Expired DE1907768C3 (de)

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DE19691907768 DE1907768C3 (de) 1969-02-15 Verwendung von Mischestern als Gleitzusatzmittel für thermoplastische Kunststoffe
NL7000514A NL162682C (nl) 1969-02-15 1970-01-14 Werkwijze ter bereiding van thermoplastische kunst- stoffen die een glijmiddel bevatten.
SE43670A SE358408B (de) 1969-02-15 1970-01-14
CH163570A CH539672A (de) 1969-02-15 1970-02-05 Verwendung von Mischestern als Gleitmittel für die formgebende Verarbeitung thermoplastischer Kunststoffe
FR7004647A FR2032841A5 (de) 1969-02-15 1970-02-10
BE745886D BE745886A (fr) 1969-02-15 1970-02-12 Lubrifiants pour le formage de matieres thermoplastiques
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GB702170A GB1292548A (en) 1969-02-15 1970-02-13 Improvements in the procesing of thermoplastic material
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DE1907768B2 DE1907768B2 (de) 1971-12-02
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