DE1906515A1 - Haertbare Mischungen aus Epoxidharzen und cyclischen Harnstoffderivaten - Google Patents
Haertbare Mischungen aus Epoxidharzen und cyclischen HarnstoffderivatenInfo
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Description
Dr. F. Zündstein- Dr. E. Assmarn
Dr, R, Kosnig:berger
Dipl. Phys. R. Hdzbauer
Dipl. Phys. R. Hdzbauer
Paientanw^ilv» , 190 6515
Mönchen 2, Bräuhaussirabe 4/III CIBA AKTIENGESELLSCHAFT, BASEL (SCHWEIZ)
Case 6414/K
Deutschland
Deutschland
Härtbare Mischungen aus Epoxidharzen und cyclischen Harnstoff derivaten.
,. Es,1st bekannt, dass Epoxidharze mit Polycarbonsäureanhydriden
bei erhöhter Temperatur zu unlöslichen, vernetzten hochmolekularen Produkten aushärten. Die gehärteten Produkte
zeichnen sich allgemein durch gute chemische und mechanische
Eigenschaften aus.
Ferner sind die Anhydridhärter in der Regel mit den Epoxidharzen gut verträglich, sodass die Herstellung homogener
härtbarer Mischungen oder Schmelzen zumeist keine Schwierig-
9098A0/158 3.
keiten"Dereitet. Diesen Vorteilen stehen indessen verschiedene
Machteile gegenüber. V ■ -'■ ' '-""■.- -■"-"-·-■'-'.>:r"---\.'-.,>
Wenn man die praktisch wichtigste Klasse von Epoxidharzen, nämlich die Polyglycidylether von' "PoTy phenolen, wie :""
Bisphenol A (2,2-Bis(p-hydroxyphenyl)'propan) ,mit Pöiycarbönsäureanhydriden,wie
z.B. Phthalsäureanhydrid,aushärtet,dann
sind die elektrischen Eigenschaften und zwar speziell Lich'tbogen-
und Kriechstromfestigkeit der gehärteten Produkte für "
manche technische Anwendungen, vor allem auf dem Gebiet der
Hochspannungstechnik:, ungenügend. Die Aushärtung erfordert in
der Regel hohe Härtungsfcemperäturen und verläuft -sogar· dann -in
vielen Fällen" sehr langsam. Es ist daher vorg'eschilagen worden/
Härtungsbeschleuniger, und zwar vor'-alie'm' tertiäre 'Amilie; ^zuzusetzen. Auch den derart beschleunigten härtbar en. Syst emen-haf-"
ten verschiedene Nachteile, an:, so beträgt selbst bei hohen
Härtungs temperatur en im Berei.ch 15Q - 250°C ■ - -: ■: ; -" -die Härtungszelt
in der Regel mehrere Stunden..> ._·._.-_.. ... .;:;f. . ·■: -:■-:
Ein besonders sehwerwiegerider'· Nachteil der als' Be--- ·'
schleuniger bekannten tertiären''Amine, z.'Bv Benzyldimethyl·-'· ■
amin, beruht in der schlechten LagerstabiIitat solcher Epöbcid-i
harz^Änhyd"^ ist.,deshalb
ni eht mögli chy ^au£ 'di-eäer ·Basi s Kläger st abi Ie" .Elnkomponenfeen^ i;,:
sy sterne,-wie "Prepregs", 'Pressmassen oder Sinterpulver-zu·. .,·-;,
formulieren. ·' '■<" ":'.;■ -."-: ":/>;;: ■>-:·:-·\ -y- ■'.·: -,.·■.;, · - -£·...-...
909840/1583 "' ν
Es ist weiter bekannt,. dass man durch Aushärtung von Epoxidharzen mit Dicyandiamid bei erhöhter Temperatur gehärtete
Produkte erhält, die sich nicht allein durch gute chemische und mechanische Eigenschaften, sondern auch durch hervorragende
elektrische Eigenschaften auszeichnen, und zwar ' auch bei Verwendung der Polyglycidyläther von Polyphenolen
als Epoxidharzkomponente. Die Härtungszeiten sind in der Regel
bei vergleichbaren Härtungstemperaturen kürzer als bei Anhydridhärtern.
Hervorzuheben ist ferner die gute LagerstabiIitat der
heisshärtbaren Mischungen aus Epoxidharzen und Dicyandiamid,
die sich darum gut für sogenannte "Einkomponentensysteme", wie Sinterpulver, Pressmassen oder für "Prepregs" eignen.
Ein schwerwiegender Nachteil bei Verwendung von Dicyandiamid als
Härter ist dagegen sein hoher Schmelzpunkt und seine schlechte
Verträglichkeit mit den meisten Epoxidharzen. Dies schliesst die Verwendung dieses Härters für alle technischen Anwendungen
im vorneherein aus, bei welchen manhomogen härtiDare Schmelzen oder
und Mischungen benötigt, d.h. auf dem Giessharz-Zlmprägnierharz-
gebiet.
Es wurde nun gefunden, dass ^ethylenharnstoff in überraschender Weise die wichtigsten vorteilhaften Eigenschaften
der oben angeführten bekannten Heisshärtungsmittel in sich
vereinigt, ohne deren Nachteile aufzuweisen.
90984P/1583
Derart ist ^ethylenharnstoff mit den meisten Epoxidharzen
ausgezeichnet verträglich und liefert bei erhöhter Temperatur mit diesen homogene Lösungen bzw. Schmelzen, die .
z.B. als Giess- oder Imprägnierharze dienen können. Härtbare
Mischungen aus Aethylenharnstoff und Epoxidharzen sind ferner
in.der Regel nicht allein bei Zimmertemperatur, sondern auch
φ bei leicht erhöhten Temperaturen (z.B. 60°C) aussergewöhnlich
gut lagerstabil. Sie eignen sich daher auch als Einkomponentensysteme
(Sinterpulver, Pressmassen, Bindemittel). Solehe Systeme zeichnen sich bei den Verarbeitungstemperaturen wegen,
der guten Verträglichkeit des Aethylenharnstoffs durch ihre ausgezeichneten Fliesseigenschaften aus. Die Gebrauchsdauer
solcher härtbaren Mischungen bei Temperaturen von etwa 80-120" G
ist in der Regel wesentlich höher als bei den bisher bekannten Heisshärtern für Epoxidharze, trotzdem liegen die Aushärtungs^
W zeiten im Temperaturintervall von etwa l40-l80 C auch ohne Zusatz von Beschleunigern in der gleichen Grössehordnung wie bei
Anhydridhärtern. Dies ist mutmasslich darauf zurückzuführen,
dass Aethylenharnstoff offenbar als "latenter Härter" wirkt,: .:" der erst bei höheren Temperaturen in die aktive, vernetzend
wirkende Komponente aufgespalten wird. Die gehärteten Formkörper zeichnen sich.nicht allein durch gute chemische und
mechanische Eigenschaften, sondern vor allem auch durch gute .elektrische Eigenschaften, speziell eine hohe Lichtbogen- und
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Kriechstromfestigkeit aus, und zwar auch dann, wenn als Epoxidharz der Polyglycidyläther eines Polyphenols, wie Bisphenol A,
eingesetzt wird, der bei der Härtung mit den meisten Polycarbonsäureanhydriden
Formkörper mit niedrigen Lichtbogenfestigkeiten liefert.
Aehnliche Eigenschaften besitzt als Härter auch der
Propylenharnstoff, wenngleich seine Verträglichkeit etwas weniger gut ist. '
Propylenharnstoff, wenngleich seine Verträglichkeit etwas weniger gut ist. '
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind somit lagerstabile, heisshärtbare Gemische, die zur Herstellung von Formkörpern,
Imprägnierungen, Ueberzügen und Verklebungen geeignet
sind, und die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie
sind, und die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie
a) eine Polyepoxidverbindung mit durchschnittlich mehr als einer an ein Heteroatom gebundenen Glycidylgruppe oder 2,3-Epoxycyclopentylgruppe
im"Molekül; und ·
b) ein cyclischen Harnstoffderivat der Formel
Il
ram (I)
0H2-(0H2)n
worin η = 1 oder 2 ist, als Härtungsmittel"enthalten.
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Bevorzugt verwendet man als Härtungsmittelden^ethylenharnstoff. Die Verwendung von Propylenharnstoff ist wegen
seines hohen Schmelzpunktes und der weniger guten Verträglichkeit mit vielen Polyglycidylverbindungen für manche praktische
Anwendungen nicht ganz so günstig.
Die Menge des als Härter eingesetzten cyclischen Harn-,
stoffderivates (i) bzw. des Aethylenharnstoffs kann bemerkenswerterweise in weiten Grenzen variiert werden. Man erhält nämlich ausgezeichnete Resultate bei Verwendung von 0,5 bis 3/0
Aequivalenten NH-Gruppen des Aethylenharnstoffs pro 1 Aequivalent
Epoxidgruppen der Polyepoxidverbindung (a). Das bevorzugte Intervall beträgt 0,5 bis 1,5 Aequivalente NH-Gruppen ;
des Aethylenharnstoffs pro 1 Aequivalent Epoxidgruppen des Polyepoxids. . ' ; . ' :.','.-.". ■'. :_ :.;
Als Polyepoxidverbindungen mit durchschnittlich mehr
als einer an ein Heteroatom (z.B. Schwefel, vorzugsweise Sauerstoff
oder Stickstoff) gebundenen Glycidylgruppe oder 2,3-Epoxycyclopentylgruppe
seien insbesondere genannt: ^ Bis(2,3-epoxycyclopentyl)äther; Di- oder Pölyglycidyläther von
mehrwertigen aliphtischen Alkoholen^ wie 1,4-Butandiol, oder"-. '
Polyalkylenglykolen, wie Polypröpylenglykole; Di- oder Pölyglycidyläther von cycloaliphatisehen Pplyolen, wie 2,2-Bis- \
(4-hydroxycyclohexyl)propan; Di- oder Polyglyeiäylather von
mehrwertigen Phenolen, wie Resorcin, Bis-(p-hydroxyphenyl)me-
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than, 2,2-Bis(p-hydroxyphenyl)-propan (=Blsphenol A), 2,2-Bis(4'-hydroxy-3'»5'-dibromphenyl)propan,
1,1,2,2-Tetrakis-(p-hydroxyphenyl)äthan, oder von unter sauren Bedingungen erhaltenen
Kondensationsprodukten von Phenolen mit Formaldehyd, wie Phenol-Novolake und Kresol-Novolake.
Polyglycidylester von mehrwertigen Carbonsäuren, wie Phthalsäure, Terephthalsäure, Δ -Tetrahydrophthaisäure und
Hexahydrophthaisäure.
N-Glycidylderivate von Aminen, Amiden und heterocyclischen
Stickstoffbasen, wie N,N-Diglycidyl-anilin, N,N-Diglycidyl-toluidin,
Ν,Ν,Ν',N'-Tetraglyeidyl-bis-(p~aminophenyl)-methan;
Triglycidyl-isocyanurat; N,N-Diglycidyl-äthylenharnstoff;
N,N'-Diglycidyl-5,5-dimethyl-hydantoin.
Gewünschtenfalls kann man den Polyepoxiden zur Herabsetzung der Viskosität aktive Verdünner, wie z.B. Styroloxi.d,
Butylglycidyläther, Isooctylglycidylather, Phenylglycidyläther,
Kresylglycidyläther, Glycidylester von synthetischen, hochverzweigten, in der Hauptsache tertiären aliphatischen, Monocarbonsäuren
("CARDURA E") zusetzen.
Die Härtung der erfindungsgemässen Mischungen erfolgt
vorzugsweise bei lOO-lSo C. Die Härtungsreaktion verläuft in
der Regel zuerst relativ langsam und erreicht erst nach langer
Reaktionszeit die maximale Geschwindigkeit.
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Diese Beobachtung lässt vermuten,'dass die Härtungsreaktion mit
•einer Ringöffnung des Alkylenharnstoffes verbunden.ist. .Diese.
Tatsache ist wichtig für die technische Anwendung (vor allem
für.die Herstellung grösserer Giesskörper), weilauf diese
Weise die exotherme Reaktion besser kontrolliert und eine
eventuelle nachteilige Ueberhitzung der Formkörper vermieden
werden kann. -■■._■ '.·■- : _ -- : ... , , . ;-.."_.-,,..,./
Um die Gelier- bzw.- Härtungszeiten zu verkürzen,können
bekannte basische Härtungsbeschleuniger, z.B. tertiäre Amine,
quaternäre Ammoniumbasen, quaternäre Ammoniumsalze, Alkalihydroxide
oder insbesondere Alkali-alkoholate, z.B. Natrium-hexantriolat, zugesetzt werden.
Der Ausdruck "Härten", wie er hier gebraucht wird, bedeutet
die Umwandlung der löslichen, entweder flüssigen oder
schmelzbaren Polyepoxide in feste, unlösliche und unschmelzr·
bare,/dreidimensional vernetzte'Produkte bzw. Werkstoffe, und
zwar in "der-Regel"unter gleichzeitiger Formgebung zu FormkÖrr
pern, wie' GiesskÖrpern, Presskörpern,' Schichtstoffen und'-der=--"-.·
gleichen oder "Fiächengebilden", wie Beschichtungen, Lackfil- ,
men oder Verklebungen.
Man kann die Härtung gewünschtenfalls auch-in 2 Stufen
durchführen, indem man"die Härtungsreaktion zunächst vorzeitig
abbricht, ""bzw. die erste. Stufe bei nur massig erhöhter Temperatur
durchführt, wobei ein noch schmelzbares, und lösliches,
909 8AÖ/1&8
bares Vorkondensat (sogenannte "B-Stufe") aus der Epoxid-Komponente
(a) und dem Alkylenharnstoff-Härter (b) erhalten wird.
Ein derartiges Vorkondensat ist in der Regel gut lagerstabil
und'kann z.B. zur Herstellung von "Prepregs", Pressmassen oder
Sinterpulvern dienen.
Die erfindungsgemässen härtbaren Mischungen aus PoIyepoxidverbindungen
(a) und Alkylenharnstoffen der Formel (I) als Härter können ferner vor der Härtung in irgendeiner Phase
mit üblichen Modifizierungsmitteln, wie Streck-, Füll- und Verstärkungsmitteln, Pigmenten, Farbstoffen, organischen
Lösungsmitteln, Weichmachern, Verlaufmitteln, Thixotropiermitteln,
flammhemmenden Stoffen, Formtrennmitteln versetzt werden.
Als Streckmittel, Verstärkungsmittel, Füllmittel und
Pigmente,.die in den erfindungsgemässen härtbaren Mischungen
eingesetzt werden können, seien z.B. genannt: Steinkohlenteer,
Bitumen, Textilfasern, Glasfasern, Asbestfasern, Borfasern, Kohlenstoffasern, Cellulose,- Polyäthylenpulver, Polypropylen-pulver;
Quarzmehl; mineralische Silikate, wie Glimmer, Asbestmehl, SchiefermehlJ Kaolin, Aluminiumoxldtrihydrat, Kreidemehlj,
Gips, Antimontrioxid, Bentone, Kieseisäureaerogel ("AEROSIL"),
Lithopone, Schwerspat, Titandioxid, Russ, Graphit, Oxidfarben, wie Eisenoxid oder Metallpulver, wie Aluminiumpulver oder Eisenpulver.
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Als organische Lösungsmittel eignen sich für die Modifizierung der härtbaren Mischungen z.B. Toluol, Xylol,
n-Propanol, Butylacetat, Aceton, Methyläthylketon, Diacetonalkohol,
Aethylenglykolmonomethyläthyl-, -monoäthyläther und -monobutyläther.
Als Weichmacher können für die Modifizierung der . härtbaren Mischungen z.B. Dibutyl-, Dioctyl- und Din.onyl- "
phthalat, Trikresylphosphat, Trixylenylphosphat, ferner /:."
Polypropylenglykole eingesetzt werden.
Als Verlaufmittel ("flow control, agents") beim Einsatz der härtbaren Mischungen, speziell im Oberflächenschutz,
kann man z.B. SiMcone, Celluloseacetobutyrat, Polyvinylbutyral, Wachse, Stearate etc. (welche z.T. auch alvS Formtrennmittel Anwendung finden) zusetzen.
Speziell für die Anwendung auf dem Lackgebiet können
.-:■■■■ ... ■ ' ■ - ; :-/·:;·:
ferner die Polyepoxidverbindungen in bekannter Weise mit Carbonsäuren,
wie insbesondere höheren ungesättigten Pettsäur.en. partiell verestert sein. Es ist ferner möglich, solchen Lackharz formulierungen andere härtbare Kunstharze, z.B. Phenoplaste
oder Aminoplaste zuzusetzen. ■ '
Die Herstellung d&r erfindungsgemässen härtbaren,.Mif..
schungen kann in üblicher Weise mit Hilfe bekannter Mischaggregate' (Rührer, Kneter, Walzen etc.) erfolgen.
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Die erfindungsgemässen härtbaren Epoxidhärzmischungen
finden ihren Einsatz vor allem auf den Gebieten des Öberflächenschutzes,
der Elektrotechnik, der Laminierverfahren und im Bauwesen. Sie können in jeweils dem speziellen Anwendungszweck
angepasster Formulierung, im ungefüllten oder gefüllten Zustand, gegebenenfalls in Form von Lösungen oder
Emulsionen, als Anstrichmittel, Lacke, als'Pressmassen, Tauchharze,
Giessharze,. Spritzgussformulierungen, Imprägnierharze und Klebmittel, als Werkzeugharze, Laminierharze, Dichtungsund
Spachtelmassen, Bodenbelagsmassen und Bindemittel für mineralische "Aggregate, verwendet werden. ., · :
Ein Hauptanwendungsgebiet liegt auf dem"Gebiet der
Bindemittel, Presspulver und der Sinterpuiver. Die Verarbeitung der Epoxidharzpulver-Mischungen kann hierbei drucklos
oder mit Druck nach bekannten Verfahren, wie' Wirbelsintern,
elektrostatisches Wirbelsintern, Sprühen, elektrostatisches Spritzen, Pressen etc. erfolgen. .
In den nachfolgenden Beispielen bedeuten, wenn nichts
anderes angegeben ist, Teile Gewichtsteile und Prozente Gewichtsprozente. Volumteile und Gewichtsteile verhalten sich
zueinander Wie Milliliter und Gramm.
909840/15^3
Beispiel 1 ; ;
100 Teile eines durch Kondensation von Epichlorhydrin
mit Bisphenol A (=2,2-Bis(p-hydroxyphenyl)propan) in Gegenwart
von Alkali hergestellten, bei Zimmertemperatur/flüssigen Bisphenol-A-polyglycidyläthers
mit einem Epoxidgehalt von 5*3 £ Epoxidäquivalent/kg (=Epoxidharz A) werden auf 1300^C? erwärmt
und 11,5 Teile Aethylenharnstoff (entsprechend 0^5ΛAequivalenten
NH-Gruppe pro 1 Epoxidäquivalent) rasch zugegeben, · ■
wobei die Temperatur auf 110°C sinkt und man eine klare Lö- / sung des Aethylenharnstoff im Epoxidharz erhält. Das erhaltene Harz/Härter-Gemisch wird in Aluminiumformen gegossen, und
zuerst 3 Stunden auf 130°C erhitzt, wobei Gelierung erfolgt.
Darauf werden die Formkörper während 16 Stunden bei ΙβΟ C ^
durchgehärtet, und Λ Stunden bei l8o°C nachgehärtet.
" Man erhält glasklare Giesslinge mit folgenden Eigenschaften:
·
Biegefestigkeit (VSM 77 103) 12,5 kg/mm2
: Durchbiegung beim Bruch (VSM 77 105) ~^>Λ mm ..
Schlagbiegefestigkeit (VSM 77 105) 21,9 cm χ kg/cm2
mechanische Formbeständigkeit in ön°p
der Wärme nach Martens (DIN 53 llirQX ου Ο
Kochwasseraufnahme nach 1 Stunde. 0,83 %
Kriechstromfestigkeit (VDE 0303) Stufe KA 3, c
Lichtbogenfestigkeit (VDE 0303) Stufe L 4
Bei der Härtung bei 1300C- erreichte man die maximale Geschwindigkeit erst nach 6o Minuten.
909840/1583
Verwendet man im obigen Beispiel als Härter 67 Teile
Phthalsäureanhydrid (entsprechend 0,85 Mol Anhydrid pro 1 Epoxidäquivalent) anstelle von 11,4 Teilen Aethylenharnstoff
und härtet während 14 Stunden bei l40°C aus, dann erhält man
Giesskörper mit folgenden Eigenschaften:
Biegefestigkeit (VSM) ' l4 kg/mm2
2 Schlagebiegefestigkeit (VSM) - l4 cm χ kg/cm
Kriechstromfestigkeit (VDE) Stufe KA 3 c
Liehtbogenfestigkeit (VDE) Stufe L 1
Verwendet man im obigen Beispiel als Härter 80 Teile Methyl-nadic-anhydrid (= Methyl-3,6~endomethylen-Ä -tetrahydr
phthalsäureanhydrid) anstelle von 11,4"Teilen Aethylenharnstoff und härtet während 24 Stunden bei l6o°C aus, dann erhält
man Giesskörper mit folgenden Eigenschaften:
2 : kg/mm
Biegefestigkeit (VSM) . 12 kg/mm2
Schlagbiegefestigkeit (VSM) 10 cm χ kg/cm*
Kriechstromfestigkeit'(VDE) . Stufe KA 2
Liehtbogenfestigkeit .(VDE). ... Stufe L 1
Diese Vergleichsversuche zeigen, dass mit Aethylenharnstoff als Härter Formstoffe mit besseren elektrischen
Eigenschaften;- und zwar speziell mit höherer Liehtbogenfestigkeit
erhalten werden als mit den in der Technik gebräuchli- ■'
chen Anhydridhärtern. , ■
909840/16 83
Beispiel 2 ..,,, _._; . .".... . . ■■ ■Λ.Γ^ι.;ν
Es wird.eine Mischung, aus 100..Teilen Epoxidharz und. _
11,4 Teilen Aethylenharnstoff. genau gleich wie im Beispiel.1.,
beschriebet hergestellt; nachdem sich der Aethylenharnstoff
klar gelöst hat werden als Beschleuniger noch 0,3 Teile einer
Lösung von 0,82 Teilen Natriummetall in .10Q Teilen 3-#ydr.Qxymethy1-2,4-dihydroxypentan("Natrium-hexantriolät"·)
zugesetzt. Aus dem Gemisch werden analog wie im Beispiel 1.beschrieben
gehärtete Giesskörper hergestellt (Härtungsbedingungeh: 2-,
16 , i6o C). . ' , ■ ' ..'■■■ .
Man -erhält Giesskörper mit folgenden;Eigenschaften:
Biegefestigkeit (VSM)- -;■ , . . - . . - 12,9
Durchbiegung beim Bruch (VSM) 13,0 mm
Schlagbiegefestigkeit (VSM) " 11,6 "cm χ kg/cm'
mechanische Formbeständigkeit ' ' 78°r ■ ^ :
in der Wärme nach Martens("DIN| .-.,· , /--. .:- , ■-;; . ·-.:.·,:. :ii:
Kochwasseraufnahme nach 1 Stunde. ;■-;.. -;-: 0,82·:^>. .;·
100 Teile des im Beispiel 1 verwendeten flüssigen Bisphenol-A-polyglycidyläthers
mit einem Epoxidgehalt von 5*3 Epoxidäquivälent/kg (Epoxidharz A) werden mit 22,8 Teilen Aethylenharnstoff
(entsprechend 1 Aequivalent NH-Gruppe pro 1
909840/1583 ; ^
Epoxidäquivalent) wie im Beispiel 1 beschrieben zu einer homogenen
Schmelze vermischt. Aus dem Gemisch werden wie im Beispiel 1 beschrieben GiesskÖrper hergestellt (Härtungsbedingungen: 3h, 1200C + l6n, l60°C).
Man erhält GiesskÖrper mit folgenden Eigenschaften:
Biegefestigkeit (VSM) Durchbiegung beim Bruch (VSM)
Schlagbiegefestigkeit (VSM)
mechanische Formbeständigkeit in der Wärme nach Martens (DIN)
KochWasseraufnähme nach 1 Stunde
Kriechstromfestigkeit (VDE) Lichtbogenfestigkeit (VDE)
Schliesst man an obigen Härtungszyklus noch eine Nachhärtung während 4 Stunden bei l8o°C an, dann besitzt der GiesskÖrper
folgende Eigenschaften:
Biegefestigkeit (VSM) ' 15*3 kg/mm2
Durchbiegung beim Bruch (VSM) 14,2 mm
Schlagbiegefestigkeit (VSM) - 15,0 cm χ kg/cm
Formbeständigkeit in der 6Q0C
Wärme nach Martens (DIN) "
Kochwasseraufnahme nach 1 Stunde 1,42 %
| 14 | ,5 | kg/mm |
| 12 | ,9 | mm : |
| 12 | ,1 | cm χ kg/cm |
| 75 | °C | |
| 1, | 33 | * |
| Stufe | KA 3 c | |
| Stufe | L 4 |
909840/15.8
Beispiel 4 .
_ - Es wird eine Mischung aus 100,Teilen Epoxidharz A
und 22,8 Teilen Aethylenharnstoff genau gleich wie im Beispiel
1 beschrieben hergestellt; nachdem sich der Aethylenharnstoff klär gelöst hat, werden als Beschleuniger noch 0,3 Teile einer
P · Lösung von 0,82 Teilen Natriummetall in 100 Teilen 3-Hydröxymethyl-2,4-dihydroxy-pentan
zugesetzt. Aus dem Gemisch werden
analog wie im Beispiel 1 beschrieben gehärtete Giesskörper . hergestellt (Härtungsbedingungen: 2h, 120°C + l6h, l60°C. '
Man erhält Giesskörper mit folgenden Eigenschaften:
Biegefestigkeit (VSM) Durchbiegung beim Bruch
Schlagbiegefestigkeit (VSM)
mechanische Formbeständigkeit in der Wärme nach Martens (DIN) '
P Kochwasseraufnahme nach 1 Stunde
| 14, | 6 | kg/mm |
| 14, | 7 | mm |
| 18, | 4 | , / 2 cm χ kg/cm |
| 74° | C | i |
Beispiel 5 ,_.'-_
100 Teile des im Beispiel 1 verwendeten flüssigen Bis.-. ■
phenol-A-polyglycidyläthers mit einem Epoxidgehält von 5,3
Epoxidäquivalent/kg (Epoxidharz A) werden mit 32,2 Gewichtstei-.len
Aethylenharnstoff (entsprechend 1,5 Aequivalenten NH-Gruppe
pro 1 Epoxidäquivalent) wie im Beispiel 1 beschrieben zu einer
9098Λ0/1583
homogenen Schmelze vermischt. Die Mischung wird in Alüminiumförmeh
vergossen zuerst 2 Stünden bei 120 G geliert und dann
während 16 Stünden bei 16O°G ausgehärtet.
Man erhält Giesslinge mit folgenden Eigenschaften:
Biegefestigkeit (VSM) 13,05 kg/mm2
Durchbiegung beim Bruch (VSM) 8,0 mm
Schlagbiegefestigkeit (VSM) · 8,8 cm χ kg/cm
mechanische Formbeständigkeit 57 R 0C-
in der Wärme nach Martens (DIN) Oi»D ·
Kochwasseraufnähme nach 1 Stunde 1*05 %
Beispiel β
100 ieile des im Beispiel 1 verwendeten, bei Zimmertemperatur
flüssigen Bisphenol-A-polyglycidyläthers mit einem
Epoxidgehäit von 5*3 Epoxidäquivalent/kg werden auf 200°C erhitzt*
und 13,3 Teile Propylenharnstoff (entsprechend 0,5 Aequivaient NH-Gruppe pro 1 Epoxidäquivalent) rasch zugegeben,
wobei die Temperatur auf cal l8o°C fällt. Nachdem der' Propylenharnstoff
bei l8o°-190°G in Lösung gegangen ist, wird das Gemisch
in Aluminiumförmen vergossen, und zuerst während 16 Stunden bei l60°C, dann während 18 Stunden bei ISO C gehärtet.
Man erhält klare, hart-spröde Giesskörper.
9Q984Ö/1583
-: 18 -
lÖÖ !feile des bei Zimmertemperatur flüssigen^ -Te-
trahydrö-phthalsäuredigiycidylesters mit hinein Ep
von 6j4 Epöxidäquivälerit/kg \=± Epoxidhai-z Mj #ei?deri auf
ei-wärmt und 28 Teile ÄethyierihaKistöff fehfespreeherid 1 Aequi
valent NH-Gruppe pro 1 Epöxidäquivaleht) räöcti zügegSBeni Wo
bei die Tdmperätür auf ca^ 12Ö°Ö fällt; Näöiidem äiök der Aethylenhärristoff
be;i ca. i2Ö°C gelSöt hat, wird die Miichung
in Alumihiüniförrnen vergossen ürid foigendöni Härtühgszyltiüs
ühterwörferi:
β Stündäri bei 12O0Gi darin 1 Stunde bei i3Ö°G, dähri 1 sfcüiide
l40°C, dann 16 Stunden bei l6Ö°C. Die gehärteten Gie'sskörger
sind glasklar und spröde-.
10Ö Teile iriglycidyl-isoeyahürät mit einem Epöxidgehalt
von 9*8 Epöxidaquivalent/kg (Epoxidharz G) werdeii auf 13Ö°G
erhitzt und rasch 21,1 Teile Aethylenhärristoff (ehtspreehend
0,5 Aeqüivalent NH-Grüppe pro 1 Epoxidäqüivälent) zugegeb'enj
wobei die Temperatur auf ca, IlO°C fällt j nachdeni sieh der Aethyleriharhstöff
bei 1100C gelöst hat>
wird die Mischung lh
Aluminiumformen vergossen, zuerst während 10 Stunden bei 1000C
geliert, und dann während l6 Stunden bei l60°C ausgehärtet.
Man erhält gelbliche klare Giesslinge mit guten elektrischen Eigenschaften»
(Herstellung einer B-Stufe) ■
Ein Gemisch aus 91^O Teilen des im Beispiel 1 verwendeten
flüssigen Bisphenol-A-polyglycidyläthers mit einem Epoxidgehalt
von 5,3 Epoxidäquivalenten pro kg, 107,5 Teilen Aethylenharnstoff (entsprechend 0,5 Aequivalent NH-Gruppe pro 1 Epoxidäquivalent)
und 0,125 Volumenteilen J>6 #iger wässriger Natronlauge wird bei 155-165°C gerührt. Nach 1 Stunde hat der Epoxidgehalt
der Reaktionsmischung auf 3>20 Epoxidäquivalent/kg,nach
total 2 Stunden auf 2,92 Epoxidäquivalent/kg und nach total 2
1/2 Stunden auf 2,62 (Theorie: 2,71) Epoxidäquivalent/kg abgenommen.
Die Reaktion wird abgebrochen und die Substanz zum Erkalten auf. ein Blech ausgegossen. ' "
Man erhält ein gelblich-klares, sprödes Harz mit einem Erweichungspunkt von 560C und einem Epoxidgehalt von 2,62 Epoxidäquivalent/kg,
welches eine reaktive B^Stufe darstellt.
909840/15 83
Es lässt sich leicht pulverisieren und weist eine ·
gute Lagerstabilität sowie beim Schmelzen einen guten .Fluss
auf. Durch Erhitzen,z.B. !,Stunde auf I90 C, -kann es. in einen
unschmelzbaren und unlöslichen, vernetzten Formstoff mit
guten mechanischen Eigenschaften übergeführt werden. Diese
durch Vorkondensation erhaltene^ "B-Stufe"' eignet sich daher
vorzüglich z.B. zur Herstellung von Einkomponentenbindemitteln oder "Prepregs". -
Beispiel 10 ' ^
(Herstellung einer B-Stufe)
931 Teile Δ -Tetrahydro-phthalsäure-diglycidylester mit einem
Epoxidgehalt von 6,4 Epoxidäquivalent/kg(Epoxidharz B) werden
mit 138,2 Teilen Aethylenharnstoff (entsprechend 0,5 Aequivalent
NH-Gruppe pro 1 Epoxidäquivalent) und 0,1"· Volumentellen '
30^iger wässriger Natronlauge vermischt und unter gutem Rühren
auf 155-1570C erhitzt. Nach 50 Minuten hat der Epoxidgehalt .
der Reaktionsmischung auf 4,84 Epoxidäquivalent/kg,nach-90
Minuten auf 3*15 Epoxidäquivalent/kg und nach insgesamt 2-Stunden
auf 2,80 Epoxidäquivalent/kg abgenommen. Die Reaktionwird
nach diesem Zeitintervall durch Ausgiessen des Harzes
auf ein Blech abgebrochen. .
9098AO/15 83
Man erhält ein gelbliches, zähflüssiges Harz mit einem
Epoxidgehalt von 2,80 (Theorie: 2*79) Epoxidäquivalent/kgjdas
eine B-Stufe darstellt. Es ist bei Zimmertemperatur lager.stabil und kann durch Erhitzen in einen unschmelzbaren und unlöslichen
Pormstoff mit guten mechanischen und elektrischen
Eigenschaften übergeführt werden. Es eignet sich daher z.B. zur Herstellung von Einkomponentenbindemitteln oder "Prepregs".
9 0 9 8 4 0/1583
Claims (8)
1. Lagerstabile, heisshärtbare. Gemische, die zur Herstellung
von Formkörpern, Imprägnierungen, Ueberzügen und
Verklebungen geeignet sind, dadurch gekennzeichnet,- dass sie
(a) eine Polyepoxidverbindung mit durchschnittlich mehr als einer an ein Heteroatom gebundenen Glyeidylgruppe oder2,3-Epoxycyclopentylgruppe
im Molekül; und (b) ein cyclisches Harnstoffderivat der Formel
1 I
worin η = 1 oder 2 ist, als Härtungsmittel enthalten, .
2. Gemische gemäss Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass sie als Härtungsmittel Aethylenharnstöff enthalten.
3· - Gemische gemäss Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie pr© 1 Aequivalent Epoxidgruppen der Polyepoxidverbindung
(a) 0,5 bis 3,0, vorzugsweise 0,5 bis 1,5
Aequivalente NH-Gruppen des cyclischen Harnstoffderivate (b)
enthalten.
909840/1583
4. Gemische gemäss den Patentansprüchen- 1-3, dadurch gekennzeichnet,
dass sie als Polyepoxidverbindung (a) einen Polyglycidyläther
eines mehrwertigen Phenols enthalten,
5* Gemische gemäss Patentanspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
dass sie als Polyepoxidverbindung (a) einen Polyglycidyläther von 2,2-Bis(p-hydroxyphenyl)propan enthalten.
6. Gemische gemäss Patentanspruch 1-3* dadurch gekennzeichnet,
dass sie als Polyepoxidverbindung (a) einen Polyglycidylester
einer Polycarbonsäure enthalten.
7· Gemische gemäss Patentanspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
dass sie als Polyepoxidverbindung (a) den Diglycldylester
der Δ -Tetrahydrophthaisäure oder Hexahydrophthälsäure enthalten. .
8. ' Lagerstabile, heisshärtbare Einkomponentensysteme, die
als Bindemittel, Presspulver oder Sinterpulver geeignet sind, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Harzkomponente ein noch
schmelzbares härtbares, Vorkondensat ("B-Stufe) enthalten aus (a) einer Polyepoxidverbindung mit durchschnittlich mehr als
einer an ein Heteroatom gebundenen Glycidylgruppe oder 2,3-Epoxy-eyclopentylgruppe
im Molekül, und (b) einem cyclischen Harnstoffderivat der Formel
909 840/1583
~24 " 180651S
σ /ν
im
worin η =1 oder 2 ist, wie vorzugsweise Aethylenharnstoff,
909840/1583
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