DE1903656C3 - Elektrolytisches Verfahren zur Elektrolyse einer wässrigen Sulfatlösung - Google Patents
Elektrolytisches Verfahren zur Elektrolyse einer wässrigen SulfatlösungInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein elektrolytisches Verfahren zur Elektrolyse einer wäßrigen
Sulfatlösung mit einem Gehalt an Verunreinigungen, die mindestens einen Kohlenwasserstoffrest
und Stickstoff, Phosphor oder Halogen enthalten.
Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß eine an sich bekannte Elektrode, die aus einer Blei
und Thallium enthaltenden Legierung hergestellt ist, als Anode verwendet wird.
Elektroden, die aus Blei oder einer bleihaltigen
Legierung hergestellt sind, besitzen gewisse Vorteile bei verschiedenen elektrolytischen Verfahren und
insbesondere bei solchen Arbeitsweisen, bei denen wäßrige Sulfatlösungen als Elektrolyt verwendet
werden. So ist eine Blei enthaltende Elektrode normalerweise gegenüber Korrosion durch wäßrige Sulfatlösungen
beständig, da das Reaktionsprodukt von Elektrolyt und Blei (d. h. Bleisulfat) normalerweise
im Elektrolyten unlöslich ist. In einigen Fällen kann das Reaktionsprodukt der anfänglichen Korrosion
selbst an der Elektrode mit ausreichender Festigkeit und Gleichmäßigkeitt anhaften, um diese vor einer
weiteren Korrosion zu schützen.
Nun sind aber die wäßrigen Sulfatelektrolytc bei den meisten technischen Elektrolyscverfahren bis zu
einem gewissen Grade mit Verunreinicungcn verunreinigt, die die Elcktrodenkorrosion durch Umsetzung
mit Blei unter Bildung von Korrosionsprodukten, die in dem wäßrigen Sulfatelcktrolyten verhältnismäßig
leicht löslich sind, beträchtlich erhöhen. Besonders korrosiv sind bestimmte Kombinationen
von Verunreinigungen und insbesondere solche, die einen oder mehrere Kolenwasserstoffrcste und Stickstoff.
Phosphor oder Halogen enthalten. Selbst wenn derartige Verunreinigungen in dem Elektrolyten in
Konzentralionen von nur 'ΊοnΌ oder weniger vorhanden
sind, ist die Korrosion der bleihaltigen Elektroden im allgemeinen so stark, daß sie bald die
Wirksamkeit oder Leistungsfähigkeit des Elektrolyseverfahrens beeinträchtigt und gegebenenfalls kostspielige
Arbeitsweisen und Behandlungen zur Reinigung des Elektrolyten und/oder eine Verfahrensunterbrechung
zum Elektrodenaustausch erforderlich macht. Bisherige Versuche zur Überwindung der
Korrosion von wäßrigen Sulfatelektrolyten, die Stickstoff oder Halogen als Verunreinigungen enthalten,
beziehen sich im allgemeinen auf die Verwendung von Elektroden, die aus binärer: oder tertiären 1 ·. gierungen
mit einem Gehalt an Blei und geringen Mengen an anderen Metallen, wie Silber, Antimon, Arsen,
Wismut, Calcium oder Magnesium, hergestellt werden. So sind Legierungen, die Blei und einige Gewichtsprozent
Silber enthalten, im allgemeinen beständig gegenüber Korrosion durch wäßrige Chloridionen
enthaltende Sulfatelektrolyte. Wenn jedoch
derartige Legierungen mit wäßrigen Sulfatelektrolyten verwendet werden, die ebenfalls einen oder mehto
rere Kohlenwasserstoffreste enthalten, ist der Schutz gegenüber Korrosion wesentlich geringer und derartige
Legierungen für eine normale technische Betriebsweise nicht akzeptabel.
Bei vielen elektrolytischen Arbeitsweisen ist der Ausschluß von bestimmten Verunreinigungen, die
einen Kohlenstoffrest und Stickstoff, Phospor oder Halogen enthalten, aus einem wäßrigen Sulfatelektrolyten
entweder unerwünscht oder praktisch nicht durchführbar. Zur Verbesserunu der technischen
Durchführbarkeit von derartigen Arbeitsweisen besteht
ein großes Interesse an der Verwendung einer Elektrode, die gegenüber Korrosion durch derartige
Verunreinigungen wesentlich beständiger ist als die bisher verwendeten Elektroden. Cberraschenderweise
wurde gefunden, daß die oben geschilderten Schwierigkeiten weitgehend überwunden werden,
wenn man bei dem elektrolytisehen Verfahren eine Elektrode als Anode verwendet, die aus einer Blei
und Thallium enthallenden Legierung hergestellt ist. Elektroden, die aus einer B?ei und Thallium enthaltenden
Legieruna hergestellt sind, sind an sich bekannt (Trans. Electrochem. Sol.. 40. [1921] S. 51 bis
61). ebenso wie elektrolytische Verfahren, bei denen wäßrige Sulfatlösunsien verwendet werden (deutsche
Patentschrift 910 965).
Die durch die erfindungsgemäße Verwendung der Elektrode, die aus einer Bfci und Thallium enthaltenden
Legierung hergestellt ist. als Anode geschaffenen Vorteile werden an Hand eines besonderen clektrohtischen
Verfahrens veranschaulicht, wobei eine Neigung zur Ansammlung von Verunreinigungen, die
mindestens einen Kohlenwasserstoffresl und Stickstoff enthalten, in einem wäßrigen Sulfatelektrolyten
besteht.
Es ist jedoch klar, daß die Erfindung auch auf solche elektrolytische Arbeitsweisen anwendbar ist.
bei denen andere Kohlenwasserstoffreste und Stickstoff. Phosphor oder Halogen in cin-rm wäßrigen SuI-fate'ektrolytcn
zu Beginn vorhanden sind oder sich während der Elektrolyse ansammeln.
Die erfindungsgemäß verwendete Elektrode enthält vorzugsweise 2 Gewichtsprozent Thallium.
In der wäßrigen Sulfatlösung ist als Verunreinigung vorzugsweise ein aliphatischcs Nitril. insbesondere
Acrylnitril oder Adipinonitril, enthalten.
Die wäßrige Sulfatlösung enthält auch bevorzugt Alkylsulfat-, Acrylsiilfonat- oder Alkarylsulfonatiofieti.
Und die wäßrige Sulfatlösung weist vorzugsweise einen pH-Wert von unterhalb 7 auf.
Nach dem beispielhaft beschriebenen Verfahren werden zwei ähnliche oder unähnliche olefinische Nitrile
(im allgemeinen mit 3 bis S Kohlenstoffatomen je Molekül; hier im Beispiel Acrylnitril) zu Adipinonitril
unter polymerisationsfreien Bedingungen in einer Elektrolysezelle hydrodimerisicrt, die einen Ka-Ihodcnraum
und einen durch die kationendurchlä»- sige Membran getrennten Anodenraum aufweist.
Zweckmäßigerweise wird die wäßrige Lösung von
I 903 656
Schwefelsäure durch den Anodenraum der Zelle in
Umlauf gehalten, während eine wäßrige Lösung, die Acrylnitril und ein quarternäres Ammoniumsalz enthglt,
durch den Kathodenraum in Umlauf gehalten wird. Vorzugsweise besteht das quarterrtäre Ammoniumsalz
in den Katholyten aus einem Tetraalkylammoniumarylsulfonat
(Aryl = ζ. Β. Benzol), Tetraalkylammoniumalkarylsulfonat
(Alkaryl = z. B. Toluol) oder Tetraalkylammoniumalkylsulfat, worin
jedoch der Alkylrest 1 bis 4 C-Atome aufweist. Beim Durchleiten von elektrischem Strom zwischen Kathode
und Anode wird Acrylnitril an der Kathode zu Adipinonitril elektrohydrodimerisiert. Die allgemeinen
Bedingungen, unter denen die Elektrolyse in geeigneter Weise ausgeführt werden kann, sind in der
USA.-Patentschrift 3 193 481 und insbesondere mit Bezug auf die elektrolytische Hydrodimerisation von
Acrylnitril in der USA.-Patentschrift 3 193 480 beschrieben.
In den Arbeitsweisen der vorsiehenden An ne'men
das olefinische Nitril und das als Dimerisationsproduki
erhaltene Dinitril (z.B. Adipinonitril bei der Dimerisation von Acrylnitril) gewöhnlich zur Diffusion
aus dem Kathodei. .ium durch die Zelltrcnnmembran
in die wäßrige Sulfailosung in dem Anodenraum. Die quarteniüren Ammoniumsalze ionisieren
in dem Kaiholyten unter Bildung von neaativ
geladenen Alkylsulfat-, Arylsulfonat- odei Alkarylsulfonationen, die ebenfalls zur Diffusion durch die
Membran in Richtung der positiv geladenen Anode neigen. Die Diffusion finde', normalerweise nur in geringen
Mengen statt, so daß die Konzentrationen von
Nitril und Salzionen im Anolyten sehr niedrig sind (gewöhnlich nicht me':r als .1 Gewichtsprozent).
Trotzdem beschleunigt die Anwesenheit der diffundierten Verunreinigungen selbst in derartig geringen
Konzentrationen die Korrosion der Blei enthaltenden Anoden beträchtlich.
Der Mechanismus der korrosiven Wirkung von derartigen Verunreinigungen auf Blei ist nicht genau
bekannt. Es wurde jedoch beobachtet, daß Kohlendioxid normalerweise an der Anode in geringen
Mengen erzeugt wird, und es wird angenommen, daß der aliphatische Rest des olefinischen Nitrils und
oder Dinitrils und der Alkyl-, Aryl- oder Alkarylrest des Salzanions vor der Oxydation zu Kohlendioxid
zunächst an der Anode oxydiert wird, wobei niedere Carbonsäuren (wahrscheinlich Essigsäure und Aminosäuren)
gebildet werden, die unter Bildung von
Salzen in dem wäßrigen Sulfatanolyten vcrhältnismäßig
löslich sind.
Obgleich die Oxydationszwischenprodukic der
Kohlenwasserstoffreste in dem Anolyten nicht identifiziert wurden, ist zu sehen, daß sie wesentlich zur
Korrosion von Blei enthaltenden Anoden der bisher bei derartigen Arbeitsweisen verwendeten Arten, und
insbesondere in Gegenwart von Verunreinigungen. die Stickstoff, Phosphor oder Halogen enthalten
(z. B. Nitrationen, die durch Oxydation des diffundierten Nitrils und/oder Dinitrils an der Anode gebildet
werden), beitragen. Beispielsweise wurde bei Korrosionsversuchen an Anoden aus 9y"« Pb und
1 °/o Ag in einem wäßrigen 0,6 n-Schwefelsäureanolyten
bei 55° C und einer Stromdichte von 0.? Λ/eingefunden,
daß die Anwesenheit von 0.G5 Gewichtsprozent Äthylsulfationen in dem Anolyten die Koirosionswirkunt!
von Nitrationen erhöht, wie dies aus
der folgenden Tabelle hervorgeht.
Anodenkorroston cm/Jahr
| 5 Nitrationen im | Keine | Mit 0,05 Gewichts |
| Anolyien Gewichtsprozent |
IYC-IITw Aihylsulfationen |
prozent Ätbylsulfaiionen |
| O1Oo | 0,76 | 1,52 |
| 10 0,08 | 1,27 | 2,54 |
| 0,10 | 1,27 | 4,06 |
| 0,20 | 4,57 | 7,11 |
| 0,40 | 12,2 | 17,3 |
| 0,60 | 17,0 | 23,6 |
Zur weiteren Veranschaulichung der Korrosionswirkung von Kohlenwasserstoffresten (oder von deren
Oxydationszwischenprodukten) auf bisher bevorzugte Bleilegierungen wurde eine Anode aus 99 "Ό Pb
und 1 0ZnAg bei der oben beschriebenen Elektrohvdrodimerisation
von Acrylnitril verwendet, wobei als Anolyt eine wäßrige 1.0 n-Schwefelsäurelösimu nut
einem Gehalt von etwa 0.14 Gewichtsprozent an diffundierten
Äthylsulfationen und einer ausreichenden Menge an diffundiertem Acrylnitril zur Erzeugung
ein-;r Konzentration von 150 bis 250 ppm an Nitrationen
zur Anwendung gelangte. Die Elektrolyse wurde bei 40 bis 42" C und einer Stromdichte von
0.95 A cm- 408 Stunden durchgeführt, worauf festgestellt wurde, daß die durchschnittliche Korrosion der
Anode 0,56 cm pro Jahr betrug. Wenn der Versuch
368 Stunden mit der Abänderung wiederholt wurde,
daß die Nitrationenkonzentration 500 bis 600 ppm betrug, betrug die· mittlere Korrosion d.7(» cm pt->
Jahr. Überdies war die Korrosion der Silber-Blei-Anode nicht gleichmäßig, sondern führte statt dessen
zu einer Schalenbildung und gegebenenfalls zu einer Verdrängung oder Verschiebung von großen Oherflächenschichten
der Anode, vas den Strom des Anolyten
störte und behinderte, eine elektrisch leittahige Berührung zwischen der Anode und der ZeII-trennmcmbran
errichtete und schließlich l.öchei durch die Membran brannte.
Frühere Untersuchungen ergaben, daß die Korrosion von Blei-Thallium-Legicrungen durch wäßrige
Sulfatlösungcn. die nur Nitrationen enthalten, wesentlich
größer waren als diejenigen von vergleichbaren Blei-Silbei-Legierungcn. Wenn z.B. Anoden, die
aus einer Legierung mit einem Gehalt an 99" „ Blei
und 1 " (.Silber hergestellt waren, bei der Elektrolyse
von wäßriger 0,6 bis 1,0 n-Sehwefelsäun., die etwas
weniger als 200 ppm an Nitiationen (jedoch keine
Kohlenwasserstoffreste) enthielt, bei ZiO C und einer Stromdichte von 0.45 bis 0.5 A cm ■ verwende!
wurden, betrug die mittlere Korrosion 0.48 bis 0.91 cm pro Jahr, während, wenn dieser '.ersuch mit
Anoden wiederholt wurde, die aus einer Legierung von 9(>" ο Pb und 1 °Ί, Tl hergestellt waren, die mittlere
Korrosion 3,05 cm pro Jahr betrug. Wenn die Versuche bei einer Nitrationenkonzentration von
0.01 "Ζ« wiederholt wurden, betrug die mittlere Korrosion für °9 «ό Pb und 1 °/n Ag, 98 0Zo Pb und 2 » 0 TI
und 95" „Pb und 50ZuTl 3.81 bis 5,59 cm bzw. 7.11
bis 1 2.7 cm bzw. 9,4 bis 18,8 cm pro Jahr.
Bei \ibeitsweisen in Bctriebsanlagen wäre die
oben he .chriebene Pb-Tl-Elcktrodenkonosion unerträglich
hoch und unter der Annahme, daß wäßrige Sulfatlösungcn. uV Nitrationen und Kohietmnssc:-
Stoffreste enthalten, im allgemeinen korrosiver als diejenigen sind, die nur Nitrationen enthalten, war es
zweifelhaft, ob Pb-TI-Elektroden für die Anwendung in elektrolytischen Verfahrensweisen der oben geschilderten
Art zufriedenstellend arbeiten. Wenn jedoch Elektroden, die aus Blei und einer geringen
Menge von Thallium enthaltenden Legierungen hergestellt waren, in einer betriebstechnischen Arbeitsweise
des oben beschriebenen kontinuierlichen Verfahrens für die Elektrohydrodimerisierung von
Acrylnitril geprüft wurden, wurde festgestellt, daß die Korrosion mit einer sehr geringen Geschwindigkeit
und gleichmäßig fortschritt. Dabei waren die gelockerten oder abgelösten jedoch ungelösten Anodenkorrosionsprodukte
von pulverförmiger Beschaffenheit und wurden auf diese Weise in dem Anolytstrom
ohne Strömungshindernis oder Membranschädigung weggetragen.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung. Prozente sind Gewichtsprozent.
3 Elektroden, die aus einer homogenen Legierung mit einem Gehalt von 99°/oBlei und 1 1Vo Thallium
hergestellt waren, wurden in den Anodenräumen von Elektrolysezellen der oben beschriebenen Art für die
Elektrohydrodimerisierung von Acrylnitril eingebracht. Eine wäßrige 1,0 n·Schwefelsäure wurde
durch die Anodenräume bei 40 bis 42° C in Umlauf gehalten, und die Zellen wurden bei einer Stromdichte
von 0,95 A/cm2 betrieben. Acrylnitril diffundierte durch die Zelltrennmembran und wurde im
Anodenraum zersetzt und oxydiert, wodurch Anolytverunreinigungen, einschließlich Nitrationen und
Oxydationsprodukten des olefinischen Restes des Nitrils, erhalten wurden. Die Anolytnitrationenkonzen··
tration wurde bei 150 bis 250 ppm durch kontinuierliches Ablassen von unreinem Anolyt und Ersetzen
desselben mit frischer 1,0 n-Schwefelsäurc aufrechterhalten. Nach Arbeiten der Zelle bei diesen
korrosiven Verunreinigungen während 280 Stunden wurde gefunden, daß die Anode mit im Durchschnitt
weniger als 0,25 cm pro Jahr korrodierte.
Wenn die Arbeitsweise des Beispiels 1 im wesentlichen wiederholt wurde mit der Abänderung, daß die
Legierung 0S0ZuBlCi und 2% Thallium enthielt und
der Versuch 408 Stunden fortgesetzt wurde, wurde festgestellt, daß die mittlere Korrosion der Anoden
0,35 cm pro Jahr betrug.
Die in Beispiel 2 verwendeten Anoden wurden analog Beispiel 1 mit der Abänderung untersucht,
daß das Ablaßausmaß des unreinen Anolytcn halbiert wurde, wodurch eine Nitralkonzcntration von
500 bis 600 ppm im Anolytcn erhalten wurde. Nach Betrieb der Zelle bei dieser Konzentration von korrosiven
Verunreinigungen während 368 Stunden wurde gefunden, daß die mittlere Korrosion der
Anoden 0,38 cm pro Jahr betrug.
Im allgemeinen können die Kohlcnwa;scrstoffrcstc und Stickstoff, Phosphor oder Halogen in einer beliebigen
Verbindung oder als beliebiges Jon vorhanden sein, die b/w. das mit Blei unter Bildung eines KorrosioiisprotHikles
reagiert, das in der wäßrigen SuI-fatlösung starker löslich ist als Bleisulfat oder das bei
dem elektrolytischen Verfahren an der Anode unter Bildung einer solchen Verbindung oder eines solchen
Ions oxydiert wird. So können der Kohlenwasser-Stoffrest
und Stickstoff, Phosphor oder Halogen als Bestandteile einer einzigen Verbindung oder eines
einzigen Ions vorhanden sein, oder sie können in verschiedenen Verbindungen und/oder Ionen vorhanden
sein. Beispielsweise können eir Kohienwasserstoff-
rest und Stickstoff als Bestandteile der vorstehend genannten aliphatischen Nitrile, Dinitrile oder
Amide vorhander, sein. Kohlenwasserstoffrest und Phosphor können als Bestandteile einer Aryl- oder
aliphatischen (z.B. Alkyl-) Phosphat, -phosphonat
»5 oder -phosphitverbindung oder eines hiervon abgeleiteten
Ions, beispielsweise von einem quarternären Ammoniumphosphat, das als Elektrolyt in Elektrohydrodimerisationsverfahren
verwendet werden kann, vorhanden sein. Ein Kohlenwasserstoffrest und ein Halogen können in einer aliphatischen oder Arylhalogenidverbindun'·
oder einem entsprechenden Ion vorhanden sein. Außerdem kann der Kohlenwasserstoffrest
als Komponente eines aliphatischen Amids, Nitrils (z. B. Acrylnitril) ode. Dinitrils (Adipinonitril)
vorhanden sein, und der Phosphor kann in einer Phosphat-. Phosphonat- oder Phosphilverbindung
oder einem entsprechenden lon vorliegen. Ebenso kann das Halogen als Halogenidverbindung oder
-ion (beispielsweise aus einem quarternären Ammoniumhalogenid. das ais Elektrolyt in Elektrohydrodimerisationsverfahren
brauchbar ist) vorhanden sein, und das von derjenigen Verbindung verschieden ist, in der der Kohlenwasserstoffrest vorhanden ist.
Die Erfindung ist natürlich auch bei wäßrigen Sulfatlösungen anwendbar, die mehr als einen Kohlen- asserstoffrest
und/oder mehr als ein Nichtmetall aus der Gruppe von Stickstoff, Phosphor oder Halogen
enthalten.
Die erfindungsgemäß verwendeten Elektroden können nach gebräuchlichen Arbeitsweisen, die in
der Technik allgemein bekannt sind, hergestellt werden. Beispielsweise kann Thallium in geschmolzenem
Blei von irgendeiner Ouaiiiät. d.h. mit keiner derartigen
Verunreinigung, daß die gewünschte Ausbeute der clektrolytischen Reaktion verringert wird, gelöst
werden. Elektrolytqualitäten von Blei werden bevorzugt. Das Thallium ist in der Legierung in einer geringen
Konzentralion (bis zu etwa 4 Gewichtsprozent oder erwünschtcnfalls darüber) enthalten, die nusreicher.'d
ist, um die Korrosion des Bleis in der Elektrode durch den zu verwendenden wäßrigen Sulfatclektrolyten
zu hemmen. Obgleich niedrigere Konzentrationen Schutz erteilen, ist es normalerweise zweckmäßig
und erwünscht, in die Legierung mindestens etwa 0.5 "ΌThallium, bezogen auf das Gewicht lies
Bleis, einzugeben. In den meisten Fällen enthält die
Legierung vorzugsweise weniger als 2 Gewichtsprozent Thallium, wobei optimale Ergebnisse gewöhnlich
innerhalb des Konzcnlrationsbercichcs von 0,75 bis 1,75 Gewichtsprozent Thallium erhalten werden.
Gegebenenfalls kann die Legierung auch eine geringe Menge an einem oder mehreren anderen Metallen,
wie Silber, Arsen. Antimon, Calcium. Zinn oder Kobalt, enthalten, ohne daß die korrosionshcmmcnde
Wirkung des Thalliums wesentlich nachteilig beeinflußt wird.
Nach der Auflösung des Thalliums in dem Blei kann die sich ergebende Legierung inch irgendeinem
geeigneten Verfahren, das in der Technik bekannt
ist, zu Elektroden geformt werden, beispielsweise durch Gießen der Legierung in eine Form von gewünschten
Elektrodenabmcssungcn für die Produktion in klcintcchnischcm Maßslab oücr durch Kühlen
der Legierung bis zum festen Zustand und anschließendes Formen derselben auf F.'.cktroclcnabmcssungcn
in einem Walzwerk.
Anoden, die aus Legierungen hergestellt sind, die Blei und mindestens 0.5 0U Thallium enthalten, er
lauben die Anwendung eines nur halb so großen Ab gußausmaßes wie das bei Anoden mit 99 °/o Pb um
1 "/»Ag gewöhnlich verlangte Ausmaß. Überdies er geben die Thalliumioncn, die sich in dem Elektroly
ten in verhältnismäßig geringeren Mengen lösen keine merkliche Erniedrigung der ZcUcnausbeute.
«09
Q Λ
Claims (1)
- Patentanspruch:Elektrolytisches Verfahren zur Elektrolyse einer wäßrigen Sulfatlösung mit einem Gehalt an Verunreinigungen, die mindestens einen Kohlenwasserstoffrest und Stickstoff, Phosphor oder Halogen enthalten, dadurch gekennzeichnet, daß eine an sich bekannte Elektrode, die aus einer Blei und Thallium enthaltenden Legierung hergestellt ist, als Anode verwendet wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1903656A DE1903656C3 (de) | 1969-01-24 | 1969-01-24 | Elektrolytisches Verfahren zur Elektrolyse einer wässrigen Sulfatlösung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1903656A DE1903656C3 (de) | 1969-01-24 | 1969-01-24 | Elektrolytisches Verfahren zur Elektrolyse einer wässrigen Sulfatlösung |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1903656A1 DE1903656A1 (de) | 1970-08-13 |
| DE1903656B2 DE1903656B2 (de) | 1974-04-25 |
| DE1903656C3 true DE1903656C3 (de) | 1974-12-05 |
Family
ID=5723331
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1903656A Expired DE1903656C3 (de) | 1969-01-24 | 1969-01-24 | Elektrolytisches Verfahren zur Elektrolyse einer wässrigen Sulfatlösung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1903656C3 (de) |
-
1969
- 1969-01-24 DE DE1903656A patent/DE1903656C3/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE1903656B2 (de) | 1974-04-25 |
| DE1903656A1 (de) | 1970-08-13 |
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| SH | Request for examination between 03.10.1968 and 22.04.1971 | ||
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) |