DE19962906A1 - Vorrichtung und Verfahren zum Schneiden von im wesentlichen flachen Werkstücken aus sprödbrüchigem Material - Google Patents
Vorrichtung und Verfahren zum Schneiden von im wesentlichen flachen Werkstücken aus sprödbrüchigem MaterialInfo
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Abstract
Bei einem erfindungsgemäßen Verfahren zum Schneiden von im wesentlichen flache Werkstücken aus sprödbrüchigem Material, die entlang einer vorgegebenen Schneidlinie beliebiger Kontur eine Ritzspur aufweisen, ist vorgesehen, daß ein Brechen des Werkstücks entlang der Schneidlinie durch kurzzeitiges Erwärmen oszillierend entlang des Abschnitts der Ritzspur ausgelöst wird. DOLLAR A Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist entsprechend Mittel zum kurzzeitigen Erwärmen oszillierend entlang eines Abschnitts der Ritzspur zum Brechen des Werkstücks entlang der Schneidlinie auf.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Schneiden von im
wesentlichen flachen Werkstücken aus sprödbrüchigem Material, insbesondere
aus Glas, Glaskeramik oder Keramik, die entlang einer vorgegebenen Schneidli
nie beliebiger Kontur eine Ritzspur aufweisen.
Konventionelle Schneidverfahren für Werkstücke aus sprödbrüchigem Material,
wie beispielsweise Flachglas, basieren darauf, mittels eines Diamanten oder ei
nes Schneidrädchens zunächst eine Ritzspur im Glas zu generieren, um das Glas
anschließend durch eine äußere mechanische Kraft entlang der so erzeugten
Schwachstelle zu brechen. Nachteilig ist bei diesem Verfahren, daß durch die
Ritzspur Partikel (Splitter) aus der Oberfläche gelöst werden, die sich auf dem
Glas ablagern können und dort beispielsweise zu Kratzern führen können. Eben
falls können sogenannte Ausmuschelungen an der Schnittkante entstehen, die zu
einem unebenen Glasrand führen. Weiterhin führen die beim Ritzen entstehenden
Mikrorisse in der Schnittkante zu einer verringerten mechanischen Beanspruch
barkeit, d. h. zu einer erhöhten Bruchgefahr.
Ein Ansatz, sowohl Splitter als auch Ausmuschelungen und Mikrorisse zu vermei
den, besteht im Trennen von Glas auf der Basis thermisch generierter mechani
scher Spannung. Hierbei wird eine Wärmequelle, die auf das Glas gerichtet ist,
mit fester Geschwindigkeit relativ zu dem Glas bewegt und so eine derart hohe
thermomechanische Spannung aufgebaut, daß das Glas Risse bildet. Der not
wendigen Eigenschaften der Wärmequelle, die thermische Energie lokal, d. h. mit
einer Genauigkeit kesser einen Millimeter, was den typischen Schnittgenauigkei
ten entspricht, positionieren zu können, genügen Infrarotstrahler, spezielle Glas
brenner und insbesondere Laser. Laser haben sich wegen ihrer guten Fokussier
barkeit, guten Steuerbarkeit der Leistung sowie der Möglichkeit der Strahlformung
und damit der Intensitätsverteilung auf Glas bewährt und durchgesetzt.
Dieses Laserstrahl-Schneidverfahren, das durch eine lokale Erwärmung durch
den fokussierten Laserstrahl in Verbindung mit einer Kühlung von außen eine
thermomechanische Spannung bis über die Bruchfestigkeit des Werkstoffes indu
ziert, ist durch mehrere Schriften bekannt geworden. Beispielsweise wird auf die
DE 197 15 537 A1, die DE 197 34 833, die DE 43 05 107 C2, die DE 69 30 4194
T2 oder die EP 0 872 303 A2 hingewiesen.
Laserstrahl-Schneidverfahren erfordern typischerweise einen sogenannten Start-
oder Initialriß am Anfang der gewünschten Schneidlinie, indem typischerweise
durch ein Ritzwerkzeug mechanisch eine Schwachstelle auf der Glasoberfläche,
ein Anritzen, erzeugt wird. Die vom Laserstrahl auf der Schneidlinie aufgebaute
thermomechanische Spannung führt dann zu einem Bruch des Glases, der von
der Schwachstelle ausgeht. Diese Initialrißerzeugung wird beispielsweise in der
US 4,044,936 beschrieben.
Die Nachteile der bekannten Schneideverfahren sind:
Das Brechen des Werkstücks entlang der Schneidlinie geht sowohl beim rein me
chanischen Schneiden als auch beim thermischen Schneiden mit einer direkten
mechanischen Einwirkung auf die Oberfläche des Werkstücks einher. Dadurch
kommt es oftmals zu einer Verunreinigung der Oberfläche und zu einer zusätzli
chen Splitterbildung.
Der Start- oder Initialriß muß sehr präzise entlang der Schneidlinie gesetzt wer
den, was einen hohen apparativen Aufwand erfordert.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine entsprechende Vor
richtung zum Schneiden von im wesentlichen flachen Werkstücken aus sprödbrü
chigem Material, die entlang einer vorgegebenen Schneidlinie beliebigen Kontur
eine Ritzspur aufweisen, zu finden, bei dem während des Brechens des Werk
stücks entlang der Schneidlinie eine Verunreinigung der Oberfläche des Werk
stücks vermieden und die Splitterbildung möglichst minimiert wird. Gegenüber be
kannten Verfahren und Vorrichtungen soll der apparative Aufwand des Brechens
wesentlich verringert werden.
Gelöst wird diese Aufgabe gemäß Anspruch 1 durch ein Verfahren zum Schnei
den von im wesentlichen flachen Werkstücken aus sprödbrüchigem Material, die
entlang einer vorgegebenen Schneidlinie beliebige Kontur eine Ritzspur aufwei
sen, bei dem das Brechen des Werkstücks entlang der Schneidlinie durch kurz
zeitiges Erwärmen oszillierend entlang eines Abschnittes der Ritzspur ausgelöst
wird.
Mit diesem Verfahren ist es mit Vorteil möglich, ein berührungsloses Brechen des
Werkstücks entlang der Schneidlinie einzuleiten.
Während des Brechens des Werkstücks wird dabei jegliche Verunreinigung der
Oberfläche des Werkstücks vermieden. Da das Brechen vollkommen berüh
rungslos eingeleitet wird, wird auch die Splitterbildung minimiert sowie Abdrücke
auf dem Werkstück vermieden.
Gegenüber bekannten Verfahren ist der apparative Aufwand wesentlich verrin
gert, da insbesondere der ansonsten präzise auf die Schneidlinie zu setzende
Start- oder Initialriß zum Brechen des Werkstücks nicht mehr notwendig ist, bzw.
da auf eine aufwendige Brechmechanik verzichtet werden kann.
Vorzugsweise wird dabei entlang eines Abschnitts, der sich am Anfang der Ritz
spur befindet, erwärmt.
Zum effektiven Brechen des Werkstücks genügt es dabei, daß ein im Vergleich
zur gesamten Ritzspur kleiner Abschnitt, beispielsweise ein ≦ 5 cm langer Ab
schnitt, der Ritzspur erwärmt wird.
Der Abschnitt der Ritzspur wird bevorzugt mittels wenigstens eines Laserstrahls,
insbesondere eines CO2-Laserstrahls, erwärmt, wobei besonders bevorzugt ein
Laserstrahl verwendet wird, dessen Brennfleck defokussiert ist.
Weiterhin kann der Abschnitt der Ritzspur auch vorteilhaft mittels wenigstens ei
ner Wärmequelle, insbesondere mittels eines Brenners, z. B. eines Gasbrenners,
mittels einer Heißluftquelle, z. B. einem Heißluftfön, oder mittels einer Wärme
strahlungsquelle, z. B. einem IR-Strahler, erwärmt werden. Auch hierbei hat es
sich gezeigt, daß ein defokussiertes Erwärmen effektiver als ein allzu konzent
riertes Erwärmen ist.
Die Bruchauslösezeit kann zusätzlich verringert werden, wenn das Brechen des
Werkstücks entlang der Schneidlinie durch eine Biegezugbelastung wenigstens
entlang eines Teils cler Ritzspur unterstützt wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich sehr gut zum Schneiden und letzt
endlich zum Brechen von Werkstücken aus sprödbrüchigem Material, die eine
rein mechanisch angebrachte oder, aber eine thermisch angebrachte Ritzspur
aufweisen.
Wird ein Werkstück aus Glas geschnitten, beispielsweise ein Flachglas, ein
Dünnglas oder ein Displayglas, so ist unbedingt darauf zu achten, daß das Glas
nicht über seine jeweilige Transformationstemperatur erwärmt wird.
Allgemein reicht es dabei aus, daß der Abschnitt der Ritzspur weniger als 8 Se
kunden erwärmt wird.
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Schneiden von im wesentlichen fla
chen Werkstücken aus sprödbrüchigem Material, die entlang einer vorgegebenen
Schneidlinie beliebiger Kontur eine Ritzspur aufweisen, sind Mittel zum kurzzeiti
gen Erwärmen oszillierend entlang eines Abschnitts der Ritzspur zum Brechen
des Werkstücks entlang der Schneidlinie vorgesehen.
Anhand des folgenden Beispiels und anhand der Zeichnung soll die Erfindung
genauer verdeutlicht werden.
Fig. 1 zeigt wesentliche Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie we
sentliche Merkmale der erfindungsgemäßen Vorrichtung (a: Aufsicht; b: Seitenan
sicht).
Bei einem auf einem Schneidtisch 1 angeordneten flachen Werkstück aus spröd
brüchigem Material, z. B. ein Flachglas 2, das entlang einer geraden Schneidlinie
eine Ritzspur 3 aufweist, wird ein Brechen des Werkstücks entlang der Schneidli
nie durch kurzzeitiges (< 8 sec) Erwärmen oszillierend entlang eines Abschnitts
der Ritzspur ausgellöst.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist dabei Mittel zum Erwärmen 4 entlang
des Abschnitts der Ritzspur auf, die ein kurzzeitiges und oszillierendes Erwärmen
ermöglichen.
Zum Erwärmen des Abschnitts der Ritzspur kann dabei, wie in Fig. 1 dargestellt
die gesamte Wärmequelle 4, beispielsweise ein CO2-Laser, oszillierend entlang
des Abschnitts geführt werden.
Wesentlich ist jedoch, daß eine oszillierende Relativbewegung zwischen Werk
stück und Wärmequelle bzw. Wärmestrahl entlang des Abschnitts der Ritzspur
erfolgt.
Der Laserstrahl wird dabei derart auf den abschnitt der Ritzspur geführt, daß des
sen Brennfleck defokussiert auf die Flachglasoberfläche tritt. Dadurch soll verhin
dert werden, daß neben der eigentlichen Ritzspur eine weitere Ritzspur generiert
wird bzw. das Werkstück allzu stark erwärmt und bei Glas, dessen Transformati
onstemperatur nicht überschritten wird. Vielmehr soll durch die Erwärmung des
Abschnitts die bereits auf rein mechanischem oder aber auf thermischen Wege
generierte Spannung derart erhöht werden, daß es zum Bruch entlang der
Schneidlinie kommt.
Die Bruchauslösezeit kann zusätzlich durch eine leichte Biegezugbelastung ent
lang der Ritzspur verringert und so das Brechen des Werkstücks entlang der
Schneidlinie unterstützt werden. Gemäß Fig. 1b wird die zusätzliche Biegezug
belastung dadurch erreicht, daß die Flachglasscheibe auf einer Seite etwas über
den Schneidetisch hinausragt. Eine weitere Möglichkeit zusätzlich eine Biegezug
belastung entlang der Schneidlinie zu generieren besteht darin, die Flachglas
scheibe auf einem Schneidtisch, der eine entlang der Schneidlinie verlaufende
Wölbung der Oberfläche aufweist, zu schneiden.
Claims (16)
1. Verfahren zum Schneiden von im wesentlichen flachen Werkstücken aus
sprödbrüchigern Material, die entlang einer vorgegebenen Schneidlinie be
liebiger Kontur eine Ritzspur aufweisen,
dadurch gekennzeichnet,
das ein Brechern des Werkstücks entlang der Schneidlinie durch kurzzeitiges
Erwärmen oszillierend entlang eines Abschnitts der Ritzspur ausgelöst wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß entlang eines Abschnitts, der sich am Anfang der Ritzspur befindet, er
wärmt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein im Vergleich zur gesamten Ritzspur kleiner Abschnitt der Ritzspur
erwärmt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß insgesamt entlang eines ≦ 5 cm langen Abschnitts der Ritzspur erwärmt
wird.
5. Verfahren nach wenigstens einen der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abschnitt der Ritzspur mittels wenigstens eines Laserstrahls, insbe
sondere eines CO2-Laserstrahls, erwärmt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Laserstrahl verwendet wird, dessen Brennfleck defokussiert ist.
7. Verfahren nach wenigstens einen der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abschnitt der Ritzspur mittels wenigstens einer Wärmequelle, ins
besondere mittels eines Brenners, z. B. eines Gasbrenners, mittels einer
Heißluftquelle, z. B. einem Heißluftfön, oder mittels einer Wärmestrahlungs
quelle, z. B. einem IR-Strahler, erwärmt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Wärmequelle verwendet wird, deren Brennfleck defokussiert ist.
9. Verfahren nach wenigstens einen der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Brechen des Werkstücks entlang der Schneidlinie durch eine Biege
zugbelastung wenigstens entlang eines Teils der Ritzspur unterstützt wird.
10. Verfahren nach wenigstens einen der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ritzspur durch mechanisches Ritzen angebracht wird.
11. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ritzspur durch thermisches Ritzen angebracht wird.
12. Verfahren nach wenigstens einen der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Werkstück aus Glas geschnitten wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Flachglas, bevorzugt ein Dünnglas und besonders bevorzugt ein
Displayglas, geschnitten wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Glas nicht über seine jeweilige Transformationstemperatur erwärmt
wird.
15. Verfahren nach wenigstens einen der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abschnitt der Ritzspur weniger als 8 Sekunden erwärmt wird.
16. Vorrichtung zum Schneiden von im wesentlichen flachen Werkstücken aus
sprödbrüchigem Material, die entlang einer vorgegebenen Schneidlinie be
liebiger Kontur eine Ritzspur aufweisen,
gekennzeichnet durch
Mittel zum kurzzeitigen Erwärmen oszillierend entlang eines Abschnitts der
Ritzspur zum Eirechen des Werkstücks entlang der Schneidlinie.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1999162906 DE19962906A1 (de) | 1999-12-23 | 1999-12-23 | Vorrichtung und Verfahren zum Schneiden von im wesentlichen flachen Werkstücken aus sprödbrüchigem Material |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE1999162906 DE19962906A1 (de) | 1999-12-23 | 1999-12-23 | Vorrichtung und Verfahren zum Schneiden von im wesentlichen flachen Werkstücken aus sprödbrüchigem Material |
Publications (1)
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|---|---|
| DE19962906A1 true DE19962906A1 (de) | 2001-04-12 |
Family
ID=7934423
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| DE1999162906 Ceased DE19962906A1 (de) | 1999-12-23 | 1999-12-23 | Vorrichtung und Verfahren zum Schneiden von im wesentlichen flachen Werkstücken aus sprödbrüchigem Material |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19962906A1 (de) |
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1999
- 1999-12-23 DE DE1999162906 patent/DE19962906A1/de not_active Ceased
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