Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug mit einer Einrichtung zur Betätigung
eines Drehmomentübertragungssystemes, wie beispielsweise einer
Reibungskupplung. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur
Verwendung einer solchen Einrichtung insbesondere in einem Kraftfahrzeug.
Solche Kraftfahrzeuge mit solchen Einrichtungen können das von einem
Drehmomentübertragungssystem übertragbare Drehmoment gezielt steuern.
Wird bei einem solchen Kraftfahrzeug mit einer solchen Einrichtung mit einer
automatisiert betätigbaren Kupplung und einem Getriebe bei geöffneter
Kupplung versucht ein Gang einzulegen, kann es vorkommen, daß der Vorgang
des Gangeinlegens behindert ist, bevor er bei eingelegtem Gang abgeschlossen
ist. Beispielsweise können Zähne von zwei Zahnrädern einer Schaltgruppe beim
Schaltvorgang derart aufeinander treffen, daß der Gang nicht vollständig
eingelegt werden kann. Dies kann beispielsweise bei unsynchronisierten
Gängen oder auch bei synchronisierten Gängen der Fall sein.
Solche Einrichtungen sind beispielsweise durch die US 5,595,550 bekannt
geworden. Die US 5,595,550 schlägt deshalb vor in einem solchen Fall in den
Neutralgang des Getriebes zurückzuschalten und das Gaspedal zu betätigen,
damit die Kupplung oberhalb einer Leerlaufdrehzahl eingerückt wird.
Anschließend muß dann wieder in den beabsichtigten Gang geschaltet werden.
Dieses Verfahren ist aber nachteilig, da der Fahrer den Zustand erkennen muß
und in den Neutralgang schalten muß, anschließend muß er die Motordrehzahl
mittels Gaspedalbetätigung erhöhen und danach wieder in den beabsichtigten
Gang schalten. Der Fahrer des Fahrzeuges muß somit eine für ihn
unkomfortabele Vorgehensweise durchführen, die ihm evtl. nicht geläufig ist und
die eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Somit kann der Fahrer nicht
unmittelbar seine Fahrt beginnen oder fortsetzen.
Erfindungsgemäß wird dies bei einem Kraftfahrzeug mit einer Einrichtung zur
automatisierten Betätigung einer Kupplung, mit einem Aktuator und einer
elektronischen Steuereinheit, mit einem Getriebe mit einem Element zur
Getriebebetätigung, die Steuereinheit steuert die Betätigung zum Anfahren, beim
Gangwechsel und beim Anhalten, wobei zumindest ein Sensor vorgesehen ist,
welcher die Gangstellung des Getriebes und/oder einen Schaltvorgang
detektiert, dadurch erreicht, daß bei einer Hemmung des Schaltvorganges die
Kupplung zumindest teilweise zumindest zeitweise eingerückt wird. Dies
bedeutet, daß zumindest zeitweise ein von der Kupplung übertragbares
Drehmoment eingestellt wird, daß zwischen einem Wert 0 und dem maximalen
Wert liegt, so daß bei laufendem Motor die Getriebeeingangswelle zumindest
geringfügig verdreht wird. Dadurch werden die aneinander liegenden Zähne der
Zahnräder geringfügig verdreht und der Gang kann sofort eingelegt werden.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Sensor zur Detektion der Gangstellung
des Getriebes ein Sensor ist oder umfaßt, welcher den Weg eines
Schaltelementes in einer Schaltgasse detektiert. Auch ist es vorteilhaft, wenn der
Sensor zur Detektion der Gangstellung des Getriebes ein Sensor ist oder
umfaßt, welcher den Weg eines Schaltelementes zwischen Schaltgassen oder
entlang eines Wählweges detektiert. Diese Sensoren können als getrennte
Sensoren oder auch als Baueinheit ausgebildet sein. Diese Sensoren sind
vorteilhaft Potentiometer, Hall-Sensoren, Inkrementalsensoren oder andere
Sensoren zur Detektion einer Wegstrecke.
Auch ist es zweckmäßig, wenn der Sensor zur Detektion des Schaltvorgangs
des Getriebes ein Sensor ist, welcher eine Betätigung eines Elementes zur
Getriebebetätigung, wie Schalthebel, detektiert. Dieser Sensor kann ein
Wegsensor sein, welcher die Betätigung anhand des Weges des
Betätigungselementes, wie Schalthebel, detektiert. Es kann in einem anderen
Ausführungsbeispiel auch zweckmäßig sein, wenn es ein Kraftsensor ist, der die
Betätigungskraft oder eine Reaktionskraft auf eine am Schalthebel angreifende
Kraft detektiert. Der Sensor kann auch ein kraftproportionaler Sensor sein,
welcher eine kraftproportionale Größe detektiert.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn zumindest ein Sensorsignal von der
Steuereinheit verwendet wird und als ein Schaltabsichtssignal bei einer
Betätigung eines Elementes zur Getriebebetätigung gewertet wird oder ein
solches Schaltabsichtssignal anhand der Sensorwerte erzeugt.
Weiterhin ist es zweckmäßig, wenn die Steuereinheit zur Ermittlung eines
Schaltabsichtssignales zumindest die Signale zweier Sensoren verwendet und
beispielsweise aus einer Differenz dieser gegebenenfalls gewichteter Signale ein
Schaltabsichtssignal generiert. Dabei ist es zweckmäßig, wenn die Signale
zweier Sensoren in ein Differenzwegsignal umgerechnet werden. Dabei ist es
besonders zweckmäßig, wenn dabei ein Sensor am Getriebeschaltelement
angeordnet ist und der andere Sensor am Schalthebel.
Mittels dieser Sensoren werden die Schaltelemente des Getriebes in ihrer
Bewegung oder ihrer Verlagerung oder Position überwacht. Es kann auch die
Kraft detektiert werden, mit welcher sie gegen ein anderes Element wirken.
Erfindungsgemäß wird durch die Steuereinheit der automatisierten Kupplung auf
eine Hemmung eines Schaltvorganges erkannt, wenn zumindest eine der
folgenden Bedingungen erfüllt sind:
- - ein Schaltabsichtssignal liegt vor, das anzeigt, daß ein Schaltvorgang in
einen neuen Gang vorliegt;
- - der Weg eines Schaltelementes in einer Schaltgasse erreicht nicht
seinen Endlagenwert;
- - der Weg eines Schaltelementes in einer Schaltgasse bleibt unterhalb
eines Schwellenwertes in Richtung auf die Endlage;
- - der Änderungsgradient des Weges des Schaltelementes in einer
Schaltgasse unterschreitet einen Schwellenwert.
Auch kann es vorteilhaft sein, wenn von der Steuereinheit auf eine Hemmung
eines Schaltvorganges erkannt oder entschieden wird, wenn zumindest eine der
folgenden Bedingungen erfüllt sind, die anhand von Sensorsignalen erkannt
werden:
- - ein Schaltabsichtssignal liegt vor, das anzeigt, daß ein Schaltvorgang in
einen neuen Gang vorliegt;
- - das Signal des Weges eines Schaltelementes in einer Schaltgasse
erreicht nicht seinen Endlagenwert;
- - das Signal des Weges eines Schaltelementes in einer Schaltgasse
bleibt unterhalb eines Schwellenwertes in Richtung auf die Endlage;
- - der Änderungsgradient des Weges des Schaltelementes in einer
Schaltgasse unterschreitet einen Schwellenwert.
Die Endlagenwerte können erfindungsgemäß von Gang zu Gang oder in
verschiedenen Ganggruppen variieren oder individuelle verschieden sein. Auch
die Schwellenwerte können gangabhängig oder ganggruppenabhängig sein.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn von der Steuereinheit auf eine Hemmung
erkannt wird, wenn zumindest einzelne der Bedingungen für eine vorgebbare
Zeitdauer t vorliegen. Diese Zeitdauer t ist vorzugsweise im Bereich von 0,1 sec
bis 0,5 sec.
Auch ist es zweckmäßig, wenn einen Hemmung nur erkannt wird, wenn das
Fahrzeug steht oder die Geschwindigkeit des Fahrzeuges unterhalb eines
Geschwindigkeitsgrenzwertes ist.
Zweckmäßig ist, wenn bei einer Hemmung des Schaltvorganges die Kupplung
bis auf einen vorgebbaren Wert eines von der Kupplung übertragbaren
Drehmoments eingerückt wird.
Auch ist es zweckmäßig, wenn der vorgebbare Wert das maximal übertragbare
Drehmoment ist. In einem anderen Ausführungsbeispiel ist es zweckmäßig,
wenn der vorgebbare Wert des Drehmomentes geringer als das maximal
übertragbare Drehmoment ist. In einem anderen Ausführungsbeispiel ist es
zweckmäßig, wenn der vorgebbare Wert ein geringer Wert im Bereich von unter
25 Nm, vorzugsweise unter 10 Nm, ist.
Vorteilhaft ist es, wenn der Wert des von der Kupplung übertragbare
Drehmomentes für zumindest eine vorgebbare Haltezeit gehalten wird.
Vorteilhaft ist es, wenn anschließend das von der Kupplung übertragbare
Drehmoment wieder reduziert wird.
Vorteilhaft ist es, wenn bei einer Hemmung des Schaltvorganges die Kupplung
pulsierend bis auf einen vorgebbaren Wert eines von der Kupplung
übertragbaren Drehmoments eingerückt wird und der Wert des von der
Kupplung übertragbaren Drehmomentes wieder reduziert wird. Auch kann es
zweckmäßig sein, wenn dies gegebenenfalls wiederholt wird um ein Pulsieren zu
erhalten. Vorteilhaft kann auch sein, wenn das Kupplungsmoment treppenförmig
oder stufenförmig oder anderweitig schrittweise ansteigt.
Vorteilhaft ist es, wenn das von der Kupplung übertragbare Drehmoment nach
einem Erhöhen und/oder einem Reduzieren des Drehmoments für eine
vorgebbare Zeitdauer konstant gehalten werden kann.
Auch ist es zweckmäßig, wenn ein Einrücken der Kupplung oder ein Ansteigen
des von der Kupplung übertragbaren Drehmoments über eine Rampenfunktion
als Funktion der Zeit erfolgt.
Dabei ist es zweckmäßig, wenn das Maximum des pulsierenden
Kupplungsmomentes zeitlich variabel ist. Auch ist es zweckmäßig, wenn das
Maximum des pulsierenden Kupplungsmomentes als Funktion der Zeit ansteigt.
Nach dem vollständigen Einlegen des Ganges wird in eine übliche
Steuerungsprozedur geschaltet, die ein Anfahren, Kriechen, Abschalten des
Motors, Fahren oder einen Gangwechsel erlaubt. Die Kupplung wird gemäß der
anderen Prioritäten nach dem vollständigen Gangeinlegen geöffnet oder
geschlossen.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Steuerung eines
Betätigungssystems in einem Kraftfahrzeug.
Die Erfindung wird anhand der Figuren erläutert. Dabei zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Einrich
tung,
Fig. 2 ein Blockschaltbild,
Fig. 3 ein Blockschaltbild,
Fig. 4a bis Fig. 4c je ein Diagramm und
Fig. 5 eine Schaltkulisse.
Die Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Kraftfahrzeuges 99 mit
einer Einrichtung zur Betätigung eines Drehmomentübertragungssystems, wie
Kupplung 2, mit einem Antriebsmotor 1, einem Getriebe 3, einer Steuereinheit
6, einem Stellglied, wie Aktuator 5, zur Ansteuerung zumindest eines
Drehmomentübertragungssystems oder des von der Kupplung übertragbaren
Drehmoments.
Das Antriebsaggregat 1, wie beispielsweise ein Verbrennungsmotor, steht mittels
einer Kupplung 2 im Antriebsstrang des Fahrzeuges mit einem Getriebe 3 in An
triebsverbindung. Über die Kupplung und mittels des steuerbaren übertragbaren
Drehmoments der Kupplung wird das abtriebsseitig an den Antriebsrädern
anstehende Drehmoment des Fahrzeuges gesteuert. Die Getriebeabtriebswelle
4 ist im Kraft- oder Drehmomentfluß gegebenenfalls über ein Getriebe, wie
Differential mit zumindest einer nachgeordneten Antriebsachse und/oder mit
Antriebsrädern verbunden.
Die Kupplung 2, wie beispielsweise eine Reibungskupplung, eine
Magnetpulverkupplung oder ein hydrodynamischer Drehmomentwandler mit
oder ohne Wandlerüberbrückungskupplung, wird von einer Einrichtung zur
Ansteuerung des Drehmomentübertragungssystemes angesteuert. Das
Drehmomentübertragungssystem 2, wie Kupplung, kann dem fahrerseitig
manuell schaltbaren Getriebe 3 im Kraftfluß vor oder nachgeschaltet sein.
Durch die gezielte Ansteuerung des Drehmomentübertragungssystems kann das
jeweils benötigte Drehmoment angesteuert werden und nicht nur das maximal zu
übertragende Drehmoment, das Nominalmoment, das nur in Bruchteilen der
gesamten Betriebsdauer des Fahrzeuges anliegt.
Die Ansteuerung steuert das Ein- und/oder Ausrücken der Kupplung bzw. steuert
das von dem Drehmomentübertragungssystem übertragbare Drehmoment.
Die Einrichtung zur Betätigung des Drehmomentübertragungssystems weist ein
Mittel 5 zur Ansteuerung oder Einstellung des übertragbaren Drehmoments des
Drehmomentübertragungssystems auf, wobei dieses Mittel 5 ein mechanisch
angesteuertes Ausrücklager mit einer Ausrückgabel oder einem Ausrückhebel
oder ein hydraulisches System mit Geber- und Nehmerzylinder, wie
beispielsweise Zentralausrücker, sein kann. Weiterhin kann ein Hydraulik
nehmerzylinder auf eine Ausrückgabel wirken, um das Ausrücklager
anzusteuern. Ebenso kann eine elektromotorische Ansteuerung eines Ausrück
lagers vorgesehen sein. Auch kann der Aktuator elektromotorisch ausgebildet
sein und über ein Getriebe ein Ausgangselement des Aktuators antreiben.
Der Aktuator 5 zur Betätigung steht in Signalverbindung mit einer zentralen
Steuereinheit 6, die mit einer zentralen Computereinheit mit Prozessor und
Speicher ausgestattet sein kann, wobei die zentrale Steuereinheit 6 ihrerseits
gegebenenfalls in Signalverbindung mit weiteren Elektronikeinheiten, wie
beispielsweise mit einer Motorelektronik 30, einer Getriebesteuerelektronik 32
und/oder einem Antiblockiersystem (ABS) 31 stehen kann.
Als Detektoren stehen beispielsweise Sensoren zur Verfügung, welche zur
Erfassung oder Ermittlung des Betriebspunktes benötigt werden. Als Sensoren
können unter anderem beispielsweise ein Motor- und/oder
Getriebedrehzahlsensor 7, 7a wie Getriebeeingangsdrehzahlsensor, sowie ein
Sensor 8 zur Detektion der Gaspedalstellung des Gaspedals 8a sowie ein
Sensor 9 zur Detektion der Position des Schalthebels oder der Kraft auf den
Schalthebel 10 sowie ein Sensor 11 zur Detektion einer Position eines getrie
beinternen Schaltelementes 12, wie beispielsweise der zentralen Schaltwelle.
Der Sensor 11 kann sowohl den Weg von Getriebeschaltelementen innerhalb
von Schaltgassen und/oder zwischen Schaltelementen detektieren. Dabei kann
dieser Sensor 11 aus zwei einzelnen Sensoren bestehen oder ein Sensor für
beide Richtungen der Betätigungen sein.
Weiterhin können beispielsweise Fahrzeuggeschwindigkeitssensoren oder
Tachometer, Raddrehzahlsensoren, Drosselklappenwinkel-, Neigungs-,
Beschleunigungs- oder Drehzahlsensoren Verwendung finden. Die Signale
dieser Sensoren werden zumindest Zeitweise von der Steuereinheit verarbeitet
und mittels der Steuereinheit wird eine Schaltabsicht des Fahrers derart erkannt,
daß die Meßdaten der Sensoren eine Zeitabhängigkeit aufweisen, welche als
eine Schaltabsicht gewertet wird.
In Fahrzeugen mit einem Schaltgetriebe, wie Stufengetriebe nach dem Stand
der Technik, ist ein Bedienungselement 10, wie Schalthebel, zur manuellen
Betätigung der Schaltung der Getriebeübersetzung vorhanden, welches mit
zumindest einem Verbindungsmittel oder einer Verbindung 13 mit
getriebeinternen Schaltelementen, wie einer zentralen Schaltwelle,
Schaltstangen oder Schaltgabeln des Getriebes, verbunden ist. Eine Bewegung
des Schalthebels 10 hat eine Bewegung der getriebeinternen Schaltelementen
12 zur Folge.
In der Verbindung zwischen dem Angriffsbereich des Schalthebels 10 und dem
zumindest einen getriebeinternen Schaltelement 12 ist in der Regel ein Wegspiel
vorhanden. Weiterhin ist innerhalb dieser Verbindung in der Regel zumindest ein
elastisches Element 14 vorhanden, welches beispielsweise zur Schwin
gungsdämpfung oder -entkopplung oder Vorspannung der Verbindung 13
eingesetzt ist. Das zumindest eine elastische Element 14 kann zwischen einem
Betätigungselement oder Betätigungsbereich, wie Griffbereich, des Schalthebels
10 und den getriebeinternen Schaltelementen angeordnet sein. Weiterhin kann
das zumindest eine elastische Element in/an Gelenken der Verbindung 13
angeordnet sein.
Die Sensoren 9, 11 sind an Elementen der Verbindung zwischen einem
Betätigungsbereich oder Betätigungselement des Schalthebels und den
getriebeinternen Schaltelementen angeordnet oder angelenkt. Sie detektieren
die Position oder Bewegung des Schalthebels 10 oder eines damit in
Verbindung stehenden ersten Elementes 13a und/oder die Position oder
Bewegung von getriebeinternen Schaltelementen 12 oder eines damit in
Verbindung stehenden zweiten Elementes 13b. Das erste 13a und das zweite
Element 13b kann Element der Verbindung 13 sein.
Die detektierten Positionen repräsentiert somit zumindest eine Position des
Schalthebels oder der getriebeinternen Schaltelemente.
Bei einer manuellen fahrerseitigen Bewegung des Schalthebels 10, beispiels
weise von dem ersten Gang in die Neutralposition oder entsprechend anders,
wird der Schalthebel 10 fahrerseitig zunächst im Rahmen des eventuell
vorhandenen Wegspieles des Schalthebels und der Wirkverbindung zwischen
Schalthebel und Getriebe bewegt. Die Bewegung des Schalthebels erfolgt ohne
eine Bewegung von getriebeinternen Schaltelementen, wie der getriebeseitigen
zentralen Schaltwelle bzw. den Schaltschwingen, Schaltstangen oder
Schaltgabeln. Wird der Schalthebel nach einer ersten Bewegung im Bereich des
Wegspiels weiter bewegt, so erfolgt eine Dehnung oder Stauchung
beispielsweise eines Elementes des Verbindungselementes zwischen
Betätigungselement oder Betätigungsbereich des Schalthebels und einem
getriebeinternen Schaltelement. Eine solche Kraftbeaufschlagung kann eine
Dehnung oder Stauchung beispielsweise eines elastischen Elementes in der
Verbindung unter Druck oder Zug erbringen. Diese Dehnung oder Stauchung
kann infolge von Elastizitäten im Bereich der Verbindung als auch aufgrund von
Materialeigenschaften spezieller Bauteile erfolgen.
Die Elastizitäten und/oder das Wegspiel im Bereich zwischen Schalthebel und
getriebeinternen Schaltelementen, welche herstellungsbedingt vorhanden sind,
werden nach dem erfindungsgemäßen Gedanken genutzt um eine Schaltabsicht
des Fahrers anhand der Bewegung des Schalthebels zu erkennen. Es muß
somit nicht zwingend eine zusätzliche Elastizität verwendet werden. Dies kann
bei elastischen Verbindungen zwischen Schalthebel und getriebeinternen
Schaltelementen vorteilhaft sein. Weiterhin kann es aber auch vorteilhaft sein,
wenn bei relativ steifen Verbindungen zwischen Schalthebelbetätigungsbereich
und getriebeinternen Schaltelementen zusätzliche elastische Elemente
eingesetzt werden.
Aufgrund des/der vorhandenen Sensors/Sensoren 11 zur Gangerkennung kann
mit Hilfe der Signale dieser Sensoren eine Schaltabsichtserkennung realisiert
werden.
Der Sensor 9 detektiert im wesentlichen die Bewegung des Schalthebels in der
Richtung der Schaltgassen einer Schaltkulisse. Eine Schaltkulisse eines
gängigen manuell schaltbaren Getriebes ist in der Fig. 5 dargestellt. Dort ist
eine Kulisse eines Fünfganggetriebes mit Rückwärtsgang dargestellt, wobei dies
keine Beschränkung der Allgemeinheit darstellt. Die Erfindung kann auch im
Zusammenhang mit anderen Getrieben, wie beispielsweise Viergang- oder
Sechsganggetriebe, verwendbar sein. Bei einer Anlenkung des einen Sensors 9
am Schalthebel, bei welcher sowohl der Schaltweg als auch der Wählweg im
Sensorsignal berücksichtigt werden, kann eine entsprechend gewählte
Übersetzung der jeweiligen Auslenkungsrichtungen, wie entlang des Schalt- oder
Wählweges, genutzt werden, um das Schaltwegsignal mit einem dominanten
Einfluß auf das Gesamtsignal auszustatten. Dies bedeutet, daß eine relative
Änderung des Wählwegsignales nur eine geringe Signaländerung verursacht, im
Vergleich zu einer relativ großen Signaländerung bei einer entsprechenden
Schaltwegbewegung.
Der Sensor 11 detektiert im wesentlichen die Bewegung von zumindest einem
getriebeinternen Schaltelement 12, wobei insbesondere die Bewegung in
Schaltrichtung zur Schaltabsichtserkennung verwendet wird.
Weiterhin kann eine Schaltabsichtserkennung bei einer Bewegung des
Schalthebels in Wählrichtung durchgeführt werden, wobei in einem solchen
Falle, die Anlenkung des Schalthebelsensors 9 entsprechend gewährleistet, daß
beide Bewegungsrichtungen mit dem Sensor in ein gut aufgelöstes Sensorsignal
transformiert wird.
Die Steuereinheit 6 berechnet aufgrund der Informationen oder Signale von
zumindest dem Sensor 9 oder dem Sensor 11 die Position des Schalthebels 10
und entscheidet in Abhängigkeit von vorgegebenen Kriterien, ob eine gezielte
Bewegung des Schalthebels vorliegt und somit eine Schaltabsicht identifiziert
wird.
Wird eine Bewegung des Schalthebels von beispielsweise dem Fahrer des
Kraftfahrzeuges eingeleitet, so detektieren die Sensoren eine Betätigungskraft
oder die Bewegung und die Steuereinheit führt eine vorgegebene Prozedur zur
Ermittlung einer Schaltabsicht durch. Ist eine Schaltabsicht erkannt, wird ein
Schaltabsichtssignal erzeugt.
Wenn einer dieser Vorgänge, wie ein Gangwechsel oder ein Gangeinlegen als
beendet angesehen oder bewertet wird, weil beispielsweise eine vorgegebene
Gangendposition anhand eines Sensorsignales als Eingelegt erkannt wird, wird
der Gangwechsel als abgeschlossen erkannt und eine Einrückstrategie bzw. ein
Einrückverfahren der Kupplung wird gestartet. Ist die Gangendlage nicht erreicht
wird das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt.
Die Steuereinheit erhält oder empfängt Signale der Sensoren 9 und/oder 11 und
ermittelt anhand dieser Signale die Position oder die Positionen von relevanten
Bauelementen und/oder bildet eine Differenz und/oder einen Differenzenquotient
von Positionen innerhalb der Verbindung oder Wegstrecken zwischen den
detektierten Positionen der überwachten Elementen, wobei als relevante
Bauelemente insbesondere Bauelemente zwischen einem Betätigungsbereich
des Schalthebels und getriebeinternen Schaltelementen berücksichtigt werden.
Erreicht, überschreitet oder unterschreitet eine Position, eine berechnete
Differenz oder ein berechneter Differenzenquotient eine vorgebbare Schwelle, so
wird eine Schaltabsicht als vorliegend gewertet und die Steuereinheit generiert
ein Schaltabsichtssignal.
Die Fig. 2 zeigt ein Bockschaltbild zur Erläuterung des erfindungsgemäßen
Verfahrens. In Block 100 wird ausgewertet, ob ein Schaltabsichtssignal
vorliegt. Ist dies der Fall, liegt eine Betätigung beispielsweise eines
Schalthebels vor. Die Steuereinheit erkennt dies wie beschrieben und erzeugt
ein Schaltabsichtssignal. In Block 101 wird geprüft ob der Abstand eines
Getriebeschaltelementes, wie beispielsweise als getriebeinternes
Schaltelement, zur Endlage bei eingelegtem Gang größer ist als ein
vorgebbarer Schwellenwert, der gang- oder geschwindigkeitsabhängig sein
kann. Mit anderen Worten, ist der Wert oder das Signal von der Neutralgasse
aus berechnet kleiner als ein Schwellenwert ist die Endlage nicht erreicht. Wird
dies laut Block 100 und Block 101 für eine gewisse vorgebbare Zeitdauer t
gleichzeitig beobachtet, wird in Block 102 die Kupplung zumindest kurzzeitig
geringfügig eingerückt. Dieses Einrücken bewirkt, daß die
Getriebeeingangswelle geringfügig verdreht wird und die Hemmung durch
aufeinander treffende Zähne einer Schaltgruppe aneinander vorbei gleiten und
der Gang in seine Endlage eingelegt werden kann. Es kann also ein Zähler
zwischen 101 und 102 eingebaut werden, der vor der Einleitung des
Einrückens der Kupplung prüft, ob die Bedingungen der Blöcke 100 und 101
auch lange genug vorliegen.
Die Fig. 3 zeigt ein Bockschaltbild zur Erläuterung des erfindungsgemäßen
Verfahrens. In Block 110 wird ausgewertet, ob ein Schaltabsichtssignal
vorliegt. Ist dies der Fall, liegt eine Betätigung beispielsweise eines
Schalthebels vor. Die Steuereinheit erkennt dies wie beschrieben und erzeugt
ein Schaltabsichtssignal. In Block 111 wird geprüft ob der Änderungsgradient
des Weges eines Getriebeschaltelementes, wie beispielsweise als
getriebeinternes Schaltelement, kleiner ist als ein vorgebbarer Schwellenwert,
der gang- oder geschwindigkeitsabhängig sein kann. Mit anderen Worten, ist
die Betätigungsgeschwindigkeit kleiner als ein Schwellenwert so ist die
Endlage nicht erreicht. Dies kann noch damit überprüft werden, ob die Endlage
erreicht ist oder nicht, entsprechend Block 101.
Werden die Signale laut Block 101 und Block 121 für eine gewisse vorgebbare
Zeitdauer t gleichzeitig beobachtet, wird in Block 112 die Kupplung pulsierend
ein- und ausgerückt. Dieses pulsierende Ein- und Ausrücken bewirkt, daß die
Getriebeeingangswelle geringfügig verdreht wird und die Hemmung durch
aufeinander treffende Zähne einer Schaltgruppe aneinander vorbei gleiten und
der Gang in seine Endlage eingelegt werden kann. Es kann auch ein Zähler
zwischen 111 und 112 eingebaut werden, der vor der Einleitung des
Einrückens der Kupplung prüft, ob die Bedingungen der Blöcke 110 und 111
auch lange genug vorliegen.
Die Fig. 4a bis 4c zeigen Diagramme zur Darstellung der Steuerung des
von der Kupplung übertragbaren Drehmomentes bei Vorliegen einer
Hemmung. In diesen Figuren ist das von der Kupplung übertragbare
Drehmoment M, auch Kupplungsmoment genannt, als Funktion der Zeit t
dargestellt. Dieser Anstieg kann linear oder auch in einem anderen
Ausführungsbeispiel nicht linear oder in Stufen oder mit unterschiedlicher
Steigung oder Schritten erfolgen.
Die Fig. 4a zeigt einen gleichmäßigen oder monotonen Anstieg des
Kupplungsmomentes M ab dem Zeitpunkt t1, ab welchem von der
Steuereinheit auf eine Hemmung erkannt wurde.
Die Fig. 4b zeigt einen gleichmäßigen oder monotonen Anstieg des
Kupplungsmomentes M bis auf einen Grenzwert M2 ab dem Zeitpunkt t2, ab
welchem von der Steuereinheit auf eine Hemmung erkannt wurde. Der Wert
von M2 kann gangabhängig oder fahrzeuggeschwindigkeitsabhängig gewählt
werden. Nach Ablauf einer Haltezeit Δt kann dann das Kupplungsmoment M
wieder reduziert werden. Der Wert des Kupplungsmomentes M kann gering
sein, so daß beim zumindest geringfügigen Schließen der Kupplung die
Getriebeeingangswelle zumindest nur geringfügig verdreht wird.
Die Fig. 4c zeigt insgesamt ein pulsierendes Verhalten der Kupplung mit
einem gleichmäßigen oder monotonen Anstieg des Kupplungsmomentes M bis
auf einen Grenzwert M3 ab dem Zeitpunkt t3, ab welchem von der
Steuereinheit auf eine Hemmung erkannt wurde. Der Wert von M3 kann
gangabhängig oder fahrzeuggeschwindigkeitsabhängig gewählt werden. Über
die Dauer einer Haltezeit bleibt das Moment M konstant. Nach Ablauf einer
Haltezeit Δt von t4 bis t5 wird anschließend das Kupplungsmoment M bis t6
wieder reduziert, wobei der Wert des reduzierten Kupplungsmomentes Null
annehmen kann oder einen geringen von Null verschiedenen Wert annehmen
kann. Während einer weiteren Haltezeit bis t7 bleibt das Kupplungsmoment
wieder konstant.
Anschließend kann das Verfahren zur Ansteuerung von t3 bis t7 wiederholt
werden, wobei die Amplitude, also der Wert des Kupplungsmomentes variieren
kann.
Der Wert des Kupplungsmomentes M, M2 bis M5 kann gering sein, so daß beim
zumindest geringfügigen Schließen der Kupplung die Getriebeeingangswelle
zumindest nur geringfügig verdreht wird.
Die Fig. 5 zeigt eine Schaltkulisse 200 eines Schaltgetriebes mit fünf
Vorwärtsgängen und einem Rückwärtsgang R, wobei zwischen Schaltgassen
201, 202 und 203 und einer Wählgasse 204 unterschieden wird. Die Endlagen
210 bis 215 stellen die Position eines Getriebeschaltelementes, wie einer
Schaltgabel oder einer zentralen Schaltwelle, dar, wenn der entsprechende
Gang geschaltet ist. Es können auch andere Schaltkulissen verwendet werden.
Vorteilhaft ist es, wenn die Gangabhängigkeit derart genutzt wird, daß das
erfindungsgemäße Verfahren zumindest bei nicht synchronisierten Gängen
durchgeführt wird, wie bei einem nicht synchronisierten Rückwärtsgang R.
Mit 220 bis 225 sind Schwellenwerte bezeichnet, die etwa angenommen
werden, wenn beim Einlegen eines Ganges eine Hemmung auftritt.
Weiterhin ist es besonders zweckmäßig, wenn die Grenzwerte oder
Schwellenwerte oder Haltezeiten oder andere relevante Parameter über die
Fahrzeuglebensdauer adaptierbar und somit veränderbar sind. Diese
adaptierbaren Parameter können in der Steuereinheit in einem Speicher
gespeichert werden.
Die mit der Anmeldung eingereichten Patentansprüche sind Formulierungsvor
schläge ohne Präjudiz für die Erzielung weitergehenden Patentschutzes. Die
Anmelderin behält sich vor, noch weitere, bisher nur in der Beschreibung
und/oder Zeichnungen offenbarte Merkmale zu beanspruchen.
In Unteransprüchen verwendete Rückbeziehungen weisen auf die weitere
Ausbildung des Gegenstandes des Hauptanspruches durch die Merkmale des
jeweiligen Unteranspruches hin; sie sind nicht als ein Verzicht auf die Erzielung
eines selbständigen, gegenständlichen Schutzes für die Merkmale der rück
bezogenen Unteransprüche zu verstehen.
Die Gegenstände dieser Unteransprüche bilden jedoch auch selbständige
Erfindungen, die eine von den Gegenständen der vorhergehenden Unter
ansprüche unabhängige Gestaltung aufweisen.
Die Erfindung ist auch nicht auf das (die) Ausführungsbeispiel (e) der Beschrei
bung beschränkt. Vielmehr sind im Rahmen der Erfindung zahlreiche Abände
rungen und Modifikationen möglich, insbesondere solche Varianten, Elemente
und Kombinationen und/oder Materialien, die zum Beispiel durch Kombination
oder Abwandlung von einzelnen in Verbindung mit den in der allgemeinen
Beschreibung und Ausführungsformen sowie den Ansprüchen beschriebenen
und in den Zeichnungen enthaltenen Merkmalen bzw. Elementen oder Verfah
rensschritten erfinderisch sind und durch kombinierbare Merkmale zu einem
neuen Gegenstand oder zu neuen Verfahrensschritten bzw. Verfahrensschritt
folgen führen, auch soweit sie Herstell-, Prüf- und Arbeitsverfahren betreffen.