DE19950650C1 - Positioniereinrichtung für Flurfahrzeuge, insbesondere für Arbeitsgeräte an Niederschacht-Reduktionsöfen - Google Patents
Positioniereinrichtung für Flurfahrzeuge, insbesondere für Arbeitsgeräte an Niederschacht-ReduktionsöfenInfo
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Abstract
Bei einer Positioniereinrichtung für Flurfahrzeuge, insbesondere für Arbeitsgeräte an Niederschacht-Reduktionsöfen, ist ein Führungswagen (5) an einer Leitschiene (3) geführt und zwischen Führungswagen (5) und Flurfahrzeug (7) eine Koppelstange (6) vorgesehen, wobei Meßwertgeber (A, B, C, D) zur Bestimmung der Position des Führungswagens (5) an der Leitschiene (3), zur Bestimmung des jeweiligen Winkels (beta) zwischen Führungswagen (5) und Koppelstange (6) und des jeweiligen Winkels (alpha) zwischen Koppelstange (6) und Flurfahrzeug (7) sowie zur Bestimmung des jeweiligen Winkels (gamma) der Lenk- und Antriebsvorrichtung (9) vorgesehen sind. Aus der Position des Führungswagens (5) an der Leitschiene (3), der Länge (L) der Koppelstange (6) und den Winkeln (alpha, beta) zwischen Führungswagen (5) und Koppelstange (6) sowie zwischen Koppelstange (6) und Flurfahrzeug (7) werden mittels eines Rechners die Position des Anlenkpunktes zwischen Koppelstange (6) und Flurfahrzeug (7) und die Ausrichtung des Flurfahrzeugs (7) bestimmt sowie unter Berücksichtigung des Lenkwinkels (gamma) der Lenk- und Antriebsvorrichtung (9) das Flurfahrzeug (7) gesteuert.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Positioniereinrichtung
für Flurfahrzeuge, insbesondere für Arbeitsgeräte an
Niederschacht-Reduktionsöfen.
Die Erfindung findet beispielsweise Anwendung bei Elektro-
Induktionsöfen mit drei großen Graphitelektroden. Darin wird das
Vormaterial zu beispielsweise Ferrosilizium, Ferrochrom,
Calziumkarbid etc., aufgeschmolzen, unten abgestochen und fließt
dann in entsprechende Gefäße. Oben wird über eine Mulde am
Flurfahrzeug oder über Rohre Material zugeführt.
Es gibt grundsätzlich zwei Ausführungsformen von Maschinen
zum Chargieren und Stochern bei solchen Schmelzöfen: Eine erste
Maschine, wie beispielsweise in DE 29 24 445 C2 beschrieben, ist
auf Gummirädern durch einen Fahrer frei verfahrbar, wobei der
Fahrer entweder Material in den Ofen einbringt oder mit einer
Stocherstange das Material im Ofen verteilt oder umrührt und
dabei auch die Oberflächenkruste aufbricht, weil explodierende
Gasblasen im Ofen dazu führen können, daß heiße Brocken aus dem
Ofen herausgeschleudert werden, so daß die Arbeit für den Fahrer
des Flurfahrzeugs nicht ganz ungefährlich ist. Es gibt zwar
Öfen, die Schiebetüren oder Kettenvorhänge aufweisen; aber dort,
wo gerade mit dem Flurfahrzeug gearbeitet wird, fehlt der
entsprechende Schutz zwangsläufig, weil das Ofeninnere dort
zugänglich sein muß.
Bei der zweiten Ausführungsform, z. B. nach DE 27 22 994 C2,
wird eine Maschine an einer Kran- oder Flurschiene um den Ofen
herum bewegt. Diese Maschine hat aber ebenfalls Nachteile. So
ist z. B. der Aufwand für eine Fahrbahn um den Ofen herum
beträchtlich.
Der Vorteil der erstgenannten Ausführungsform mit
Flurfahrzeug und Fahrer ist die freie Verfahrbarkeit und die
Möglichkeit, das Fahrzeug zu Wartungs- oder Reparaturzwecken aus
dem Gefahrenbereich des Ofens herauszubringen.
Der Vorteil der zweitgenannten Ausführungsform ist die
Möglichkeit, die Maschine ohne eine direkt vor Ort befindliche
Bedienungsperson programmgesteuert einzusetzen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, sozusagen durch
eine Kombination beider Systeme die jeweiligen Vorteile
derselben zu nutzen und deren jeweilige Nachteile, wie erwähnt,
zu vermeiden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die
Kennzeichnungsmerkmale des Patentanspruchs 1 gelöst, wobei eine
zweckmäßige Weiterbildung der Erfindung im Unteranspruch
gekennzeichnet ist.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nunmehr mit Bezug
auf die Zeichnungen beschrieben. Dabei zeigt
Fig. 1 in schematischer Draufsicht zwei Niederschacht-
Reduktionsöfen, die mit einem Flurfahrzeug bedient
werden, und
Fig. 2 einen schematischen Ausschnitt aus Fig. 1 zur
Erläuterung der Positionierung und Steuerung des
Flurfahrzeugs.
Fig. 1 zeigt zwei Niederschacht-Reduktionsöfen 1 mit großen
Graphit-Elektroden 2. Konzentrisch um die Öfen 1 herum sind
überkopf eine Leitschiene 3 und parallel dazu Schleifleitungen 4
vorgesehen. Ein Führungswagen 5 ist an der Leitschiene 3
geführt. Der Führungswagen 5 ist über eine Koppelstange 6 mit
einem Flurfahrzeug 7 verbunden. Das Flurfahrzeug 7 weist zwei
Laufräder 8 und eine Lenk- und Antriebsvorrichtung, z. B. ein
Schwenk- und Antriebsrad 9 auf. Beim dargestellten
Ausführungsbeispiel trägt das Flurfahrzeug 7, das unbemannt ist,
eine Stocherstange 10, mit der um die Elektroden 2 herum das
Schmelzgut im jeweiligen Ofen 1 gleichmäßig verteilt und/oder
umgerührt wird, wobei auch die Oberflächenkruste der Schmelze
aufgebrochen wird, um Explosionen von Gasblasen zu vermeiden,
bei denen heiße Brocken aus dem Ofen 1 herausgeschleudert werden
könnten. Anstelle der dargestellten zwei Niederschacht-
Reduktionsöfen 1 kann natürlich auch nur einer oder können auch
mehr als zwei nebeneinander vorgesehen sein und mit dem
Flurfahrzeug 7 bedient werden.
In Fig. 1 sind verschiedene Arbeitspositionen I des
Flurfahrzeugs 7 sowie eine Warte- und Serviceposition II
dargestellt.
Die jeweilige Position des Flurfahrzeugs 7 wird durch
entsprechende Meßwertgeber A, B und C festgestellt. Die
entsprechenden Daten der Meßwertgeber A, B, C werden in einem
Rechner verarbeitet, so daß dieser nach vorgegebenem Programm
das Flurfahrzeug steuert.
Der Meßwertgeber A ist ein Wegaufnehmer zwischen
Führungswagen 5 und Leitschiene 3 und übermittelt an den Rechner
entsprechende Daten für die Position des Führungswagens 5 an der
Leitschiene 3. Der Meßwertgeber B ist ein Winkelaufnehmer für
den Winkel β im Verbindungspunkt von Führungswagen 5 und
Koppelstange 6. In diesem Punkt kreuzen sich die Achsen eines
festgelegten Koordinatensystems X, Y für die Daten des
Meßwertgebers A. Der Meßwertgeber C ist ein Winkelaufnehmer für
den Winkel α im Verbindungspunkt von Koppelstange 6 und
Flurfahrzeug 7. Zur Ermittlung und Ansteuerung der jeweiligen
Arbeitspositionen I und Warte- und Serviceposition II des
Flurfahrzeugs 7 sind zudem die Länge L der Koppelstange 6 sowie
die Geometrie der Leitschiene 3 als Konstante bzw. Datensatz im
Rechner eingegeben. Bei der Steuerung des Flurfahrzeugs 7 wird
außerdem der Leitwinkel γ der Lenk- und Antriebsvorrichtung 9
durch einen Meßwertgeber D berücksichtigt, die nicht
notwendigerweise aus nur einem lenkbaren Antriebsrad besteht,
wie in Fig. 1 und Fig. 2 dargestellt.
Die jeweiligen Daten und Steuerbefehle werden vorzugsweise
über die Schleifleitungen 4 zwischen dem Führungswagen 5 und dem
Rechner (nicht dargestellt) und über die Koppelstange 6 zwischen
dem Führungswagen 5 und dem Flurfahrzeug 7 übertragen. Über die
Koppelstange 6 wird auch die Energie für den Fahr- und
Lenkantrieb sowie die Arbeitsantriebe des Flurfahrzeugs 7
zugeführt.
Das Flurfahrzeug 7 wird hauptsächlich dann zum Stochern
mittels der Stocherstange 10 verwendet, wenn das zu schmelzende
Material über Rohre, wie eingangs erwähnt, in den Ofen 1
eingebracht wird. Wird das Material aber mittels Chargiermulden
in den Ofen 1 eingebracht, so kann das Flurfahrzeug 7 in der
Warte- und Serviceposition II mit einer entsprechenden
Chargiermulde versehen werden, wie bei frei verfahrbaren
bemannten Flurfahrzeugen bekannt; es kann aber auch dann zum
Stochern mit der Stocherstange 10 verwendet werden.
1
Niederschacht-Reduktionsöfen
2
Graphit-Elektroden
3
Leitschiene
4
Schleifleitungen
5
Führungswagen
6
Koppelstange
7
Flurfahrzeug
8
Laufräder von
7
9
Schwenk- und Antriebsrad von
7
10
Stocherstange
A Meßwertgeber (Wegaufnehmer)
B Meßwertgeber (Winkelaufnehmer des Winkels β)
C Meßwertgeber (Winkelaufnehmer des Winkels α)
D Meßwertgeber (Winkelaufnehmer des Winkels γ)
L Länge der Koppelstange
X, Y Achsen des Koordinatensystems für die Daten von A
I Arbeitspositionen von
A Meßwertgeber (Wegaufnehmer)
B Meßwertgeber (Winkelaufnehmer des Winkels β)
C Meßwertgeber (Winkelaufnehmer des Winkels α)
D Meßwertgeber (Winkelaufnehmer des Winkels γ)
L Länge der Koppelstange
X, Y Achsen des Koordinatensystems für die Daten von A
I Arbeitspositionen von
7
II Warte- und Serviceposition von
7
α Winkel im Verbindungspunkt von
6
und
7
β Winkel im Verbindungspunkt von
5
und
6
γ Lenkwinkel
Claims (2)
1. Positioniereinrichtung für Flurfahrzeuge, insbesondere
für Arbeitsgeräte an Niederschacht-Reduktionsöfen, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Führungswagen (5) an einer Leitschiene
(3) geführt ist und zwischen Führungswagen (5) und Flurfahrzeug
(7) eine Koppelstange (6) vorgesehen ist, wobei Meßwertgeber zur
Bestimmung der Position des Führungswagens (5) an der
Leitschiene (3), zur Bestimmung des jeweiligen Winkels (β)
zwischen Führungswagen (5) und Koppelstange (6) und des
jeweiligen Winkels (α) zwischen Koppelstange (6) und
Flurfahrzeug (7) vorgesehen sind, derart, daß aus der Position
des Führungswagens (5) an der Leitschiene (3), der Länge (L),
der Koppelstange (6) und den Winkeln (α, β) zwischen
Führungswagen (5) und Koppelstange (6) sowie zwischen
Koppelstange (6) und Flurfahrzeug (7) mittels eines Rechners die
Position des Anlenkpunktes zwischen Koppelstange (6) und
Flurfahrzeug (7) und die Ausrichtung des Flurfahrzeugs (7)
bestimmt werden, und zwar unter Berücksichtigung des
Lenkwinkels γ der Lenk- und Antriebsvorrichtung (z. B. 9) des
Flurfahrzeuges (7).
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
über Leitungen an der Koppelstange (6) die Energie und die
Steuerdaten zwischen parallel zur Leitschiene (3) angeordneten
Schleifleitungen (4) und dem Flurfahrzeug (7) übertragen werden.
Priority Applications (3)
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|---|---|---|---|
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| RU2526360C1 (ru) * | 2013-02-14 | 2014-08-20 | Владимир Александрович Трусов | Установка для загрузки шихтовых материалов в индукционную печь для плавки черных и цветных металлов |
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1999
- 1999-10-21 DE DE19950650A patent/DE19950650C1/de not_active Expired - Fee Related
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2000
- 2000-10-03 ZA ZA200005361A patent/ZA200005361B/xx unknown
- 2000-10-18 NO NO20005234A patent/NO321793B1/no unknown
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
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| NO20005234D0 (no) | 2000-10-18 |
| NO20005234L (no) | 2001-04-23 |
| ZA200005361B (en) | 2001-03-06 |
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