DE19938016A1 - Verfahren und Vorrichtung zur biologischen Abwasserreinigung - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur biologischen AbwasserreinigungInfo
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Abstract
Bei einem Verfahren zur biologischen Abwasserreinigung wird das zu reinigende Abwasser einem Belebungsbecken zugeführt, in welchem Belebungsbecken unter Luft- bzw. Sauerstoffausschluß Wasserinhaltsstoffe von einer Biomasse, insbesondere Bakterien, im Schlamm-Abwassergemisch veratmet werden. Anschließend werden das Abwassergemisch und Überschußschlamm einem Nitrifikationsbecken zugeführt und anschließend einem Absetzbecken zugeführt. Im Absetzbecken wird die Biomasse vom Wasser durch Sedimentation getrennt und in das Denitrifikationsbecken zurückgeführt. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, DOLLAR A daß der Anteil der Biomasse im Denitrifikationsbecken durch schräg verlaufend angeordnete Lamellen, die im Denitrifikationsbecken vor dem Ablauf zum Nitrifikationsbecken angeordnet sind, erhöht wird und daß im Denitrifikationsbecken ein Trockensubstanzgehalt von 4 bis 12 g/l eingestellt wird.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur biologischen
Abwasserreinigung, bei dem das zu reinigende Abwasser einem
Belebungsbecken zugeführt wird, in welchem Belebungsbecken unter Luft- bzw.
Sauerstoffausschluß Wasserinhaltsstoffe von einer Biomasse, insbesondere
Bakterien, im Schlamm-Abwassergemisch veratmet werden und bei dem
anschließend das Abwassergemisch und Überschußschlamm einem
Nitrifikationsbecken zugeführt werden und anschließend einem Absetzbecken
zugeführt werden, in welchem Absetzbecken die Biomasse vom Wasser durch
Sedimentation getrennt wird und in das Denitrifikationsbecken zurückgeführt wird.
Die bekannten Verfahren und Vorrichtungen zur biologischen Abwasserreinigung
sind oft nicht in der Lage, die erforderliche Entfernung des Stickstoffes im
Denitrifikationsbecken sicher zu realisieren. Daher ist oftmals ein teurer Ausbau
zur Schaffung von zusätzlichen Beckenvolumen für die Nitrifikations- und
Denitrifikationsstufe notwendig. Darüber hinaus ist eine Vergrößerung der
Beckenvolumina auch nicht immer möglich, denn beispielsweise kann durch
örtliche Gegebenheiten eine vorhandene Kläranlage nicht erweitert werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile des Standes der Technik
zu überwinden und ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zu schaffen, bei dem der
Stickstoff sicher entfernt werden kann mit einem relativ geringen technischen
Aufwand und damit zu relativ geringen Kosten.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 gelöst, das dadurch gekennzeichnet ist, daß
der Anteil der Biomasse im Denitrifikationsbecken durch schräg verlaufend
angeordnete Lamellen, die im Denitrifikationsbecken vor dem Ablauf zum
Nitrifikationsbecken angeordnet sind, erhöht wird und daß im
Denitrifikationsbecken ein Trockensubstanzgehalt von 4 bis 12 g/l eingestellt wird.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird ein Teil des vorhandenen
Beckenvolumens abgetrennt und mit Lamellenabscheidern versehen, um den
Anteil der Biomasse in der Zone der Denitrifikation zu erhöhen, ohne die
nachfolgenden Anlagenteile zu belasten. Dies entspricht in der Wirkung einer
Vergrößerung des Beckenvolumens und damit einer Verbesserung der
Denitrifikation, ohne die Becken selbst im Volumen zu erweitern. Daher dient der
Gegenstand der Erfindung insbesondere auch dazu, bereits vorhandene Anlagen
zur biologischen Abwasserreinigung, bei denen eine räumliche Ausdehnung
aufgrund örtlicher Gegebenheiten nicht möglich ist, zu erweitern und deren
Effizienz zu steigern.
Erfindungsgemäß wird der Anteil der Biomasse im Nitrifikationsbecken durch
schräg ansteigend angeordnete Lamellen, die im Nitrifikationsbecken vor dem
Ablauf zum Absetzbecken angeordnet sind, erhöht und im Nitrifikationsbecken
wird ein Trockensubstanzgehalt von 4 bis 12 g/l eingestellt.
Es ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß dem Denitrifikationsbecken Sauerstoff,
mit Sauerstoff angereicherte Luft oder Stickstoff, vorzugsweise reiner Sauerstoff
oder reiner Stickstoff, im Bereich der Lamellen zugeführt wird. Mit dem Begriff
"rein" ist hier eine technische Reinheit, daß bedeutet eine Reinheit von 70 bis 99
Vol.-% gemeint.
Nach der Erfindung wird ein Teilstrom der im Absetzbecken abgetrennten
Biomasse in das Nitrifikationsbecken zurückgeführt.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird ferner durch eine Vorrichtung
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 6 gelöst, welche dadurch gekennzeichnet
ist, daß Lamellen vor dem Ablauf vom Denitrifikationsbecken zum
Nitrifikationsbecken angeordnet sind, und daß die Lamellen in Richtung des
Ablaufs zum Nitrifikationsbecken schräg ansteigen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist den Vorteil auf, daß so eine
Effizienzsteigerung mit technisch relativ einfachen Mitteln und zu relativ geringen
Kosten möglich ist. Zudem ist eine Volumenvergrößerung des Beckens nicht
erforderlich.
Nach der Erfindung sind Lamellen vor dem Ablauf des Nitrifikationsbeckens zum
Absetzbecken angeordnet und die Lamellen steigen schräg in Richtung des
Ablaufs zum Absetzbeckens an.
Erfindungsgemäß ist es vorgesehen, daß die Lamellen auf der gesamten Breite in
dem Denitrifikationsbecken angeordnet sind und als Trennwand zu dem
anschließenden Becken dienen, um das Volumen der Becken einzustellen.
Das erfindungsgemäße Verfahren und die Vorrichtung wird vorzugsweise
verwendet für die biologische Abwasserreinigung von Abwässern aus der
Industrie oder Kommune.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung sowie das Verfahren werden nun anhand von
Abbildungen (Fig. 1 bis Fig. 3) beispielhaft näher erläutert.
Die Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung gemäß der Erfindung mit
Lamellen im Denitrifikationsbecken.
Die Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung gemäß der Erfindung mit
Lamellen im Denitrifikationsbecken und im Nitrifikationsbecken.
Die Fig. 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung gemäß der Erfindung mit
Lamellen im Denitrifikationsbecken und im Nitrifikationsbecken mit zusätzlicher
Rückführung der im Absetzbecken abgetrennen Biomasse in das
Nitrifikationsbecken.
Bei der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung wird das Schlamm - Abwassergemisch
aus dem Belebungsbecken über einen Zulauf 1 dem Denitrifikationsbecken 2
zugeführt. Vor dem Ablauf 3 des Denitrifikationsbeckens 2 in das
Nitrifikationsbecken 4 ist ein Lamellenabscheider 5 angeordnet. Der
Lamellenabscheider 5 weist schräg ansteigend verlaufende Lamellenpakete 6 auf
und ist vorzugsweise am Strömungswegende des Denitrifikationsbeckens über
dessen gesamte Breite und Höhe vor dem Ablauf 3 angeordnet. Vorteilhaft
können ein oder mehrere perforierte Schläuche unmittelbar vor oder am
Lamellenabscheider 5 zur Belüftung des Schlamm - Abwassergemisches
angeordnet sein (in Fig. 1 nicht dargestellt). Um die Biomasse bzw. den
Bakterienanteil zu erhöhen und im Belebungsbecken einen bestimmten
Trockensubstanzgehalt zwischen 4 bis 12 g/l gezielt einzustellen, wird eine
entsprechende Sauerstoffmenge durch diese perforierten Schläuche dem
Schlamm - Abwassergemisch zugeführt. Aus dem Nitrifikationsbecken 4 gelangt
das Gemisch durch den Überlauf 7 in das Absetzbecken 8. Das gereinigte
Abwasser verläßt das Absetzbecken 8 über den Ablauf 9 und die Biomasse wird
durch eine Leitung 10 in den Zulauf 1 zurückgeführt. Durch eine Leitung 11 wird
Schlamm aus dem Nitrifikationsbecken 4 in das Denitrifikationsbecken 2 intern
zurückgeführt.
Die in der Fig. 2 dargestellte Vorrichtung entspricht der in Fig. 1 gezeigten
Vorrichtung, wobei zusätzlich ein zweiter Lamellenabscheider 12 mit schräg
angeordneten Lamellenpaketen 16 im Nitrifikationsbecken 4 angeordnet ist.
Die in der Fig. 3 dargestellte Vorrichtung zeigt eine gegenüber der Vorrichtung
nach Fig. 2 erweiterte Ausführungsform mit einem zusätzlichen Rücklauf 14 des
Schlammes aus dem Absetzbecken 8 in das Nitrifikationsbecken 4.
Claims (9)
1. Verfahren zur biologischen Abwasserreinigung, bei dem das zu reinigende
Abwasser einem Belebungsbecken zugeführt wird, in welchem
Belebungsbecken unter Luft- bzw. Sauerstoffausschluß Wasserinhaltsstoffe
von einer Biomasse, insbesondere Bakterien, im Schlamm-
Abwassergemisch veratmet werden und bei dem anschließend das
Abwassergemisch und Überschußschlamm einem Nitrifikationsbecken
zugeführt werden und anschließend einem Absetzbecken zugeführt werden,
in welchem Absetzbecken die Biomasse vom Wasser durch Sedimentation
getrennt wird und in das Denitrifikationsbecken zurückgeführt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Anteil der Biomasse im Denitrifikationsbecken durch schräg
verlaufend angeordnete Lamellen, die im Denitrifikationsbecken vor dem
Ablauf zum Nitrifikationsbecken angeordnet sind, erhöht wird und daß im
Denitrifikationsbecken ein Trockensubstanzgehalt von 4 bis 12 g/t eingestellt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Anteil der Biomasse im Nitrifikationsbecken durch schräg
ansteigend angeordnete Lamellen, die im Nitrifikationsbecken vor dem
Ablauf zum Absetzbecken angeordnet sind, erhöht wird und daß im
Nitrifikationsbecken ein Trockensubstanzgehalt von 4 bis 12 g/l eingestellt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Denitrifikationsbecken Sauerstoff, mit Sauerstoff angereicherte Luft
oder Stickstoff im Bereich der Lamellen zugeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß reiner Sauerstoff oder reiner Stickstoff zugeführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Teilstrom der im Absetzbecken
abgetrennten Biomasse in das Nitrifikationsbecken zurückgeführt wird.
6. Vorrichtung zur biologischen Abwasserreinigung, welche ein
Belebungsbecken aufweist, in dem unter Luft- bzw. Sauerstoffausschluß
Wasserinhaltsstoffe von einer Biomasse, insbesondere Bakterien, im
Schlamm-Abwassergemisch veratmet werden, welche ein daran
anschließendes Nitrifikationsbecken aufweist, dem das Abwassergemisch
und der Überschußschlamm aus dem Belebungsbecken zugeführt werden,
und welche ein daran anschließendes Absetzbecken aufweist, in dem die
Biomassse vom Wasser durch Sedimentation getrennt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß Lamellen vor dem Ablauf vom Denitrifikationsbecken zum
Nitrifikationsbecken angeordnet sind, und daß die Lamellen in Richtung des
Ablaufs zum Nitrifikationsbecken schräg ansteigen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß Lamellen vor dem Ablauf des Nitrifikationsbeckens zum Absetzbecken
angeordnet sind, und daß die Lamellen schräg in Richtung des Ablaufs zum
Absetzbeckens ansteigen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Lamellen auf der gesamten Breite in dem Denitrifikationsbecken
und/oder Nitrifikationsbecken angeordnet sind und als Trennwand zu dem
anschließenden Becken dienen, um das Volumen der Becken einzustellen.
9. Verwendung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5 oder einer
Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8 für die biologische
Abwasserreinigung von Abwässern aus der Industrie oder Kommune.
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