DE19933040A1 - Freistrahlzentrifuge, insbesondere zur Reinigung des Schmieröls einer Brennkraftmaschine - Google Patents
Freistrahlzentrifuge, insbesondere zur Reinigung des Schmieröls einer BrennkraftmaschineInfo
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Abstract
Freistrahlzentrifuge mit Einrichtung zur Abbremsung des Rotors. Bekannte Freistrahlzentrifugen werden durch die Lagerreibung abgebremst, sobald der Öldruck einen gewissen Wert unterschreitet. Ziel ist es jedoch, die Lagerreibung zur Erreichung möglichst hoher Drehzahlen soweit wie möglich zu vermindern. Gelingt dies, so stört insbesondere bei der Verwendung der Zentrifuge im PKW-Bereich das lange Nachlaufen und die hiermit verbundenen Geräusche bzw. der Lagerverschleiß. Daher wird vorgeschlagen, an einer Zentrifuge mit Gehäuse 10 und Rotor 11 Reibpartner 15a, 15b anzuordnen, die durch eine Feder 20 bei Unterschreiten des Betriebsöldrucks gegeneinandergepreßt werden und den Rotor zum Stillstand bringen. Der Rotor ist in einem Gleitlager 12, welches gleichzeitig den Einlaß 23 bildet und mit einem Wälzlager 19 versehen, was zu einer äußerst geringen Lagerreibung führt.
Description
Die Erfindung betrifft eine Freistrahlzentrifuge, die z. B. zur Reinigung von Schmieröl
in einer Brennkraftmaschine verwendet werden kann, nach der Gattung des Patent
anspruches 1.
Derartige Freistrahlzentrifugen sind bekannt. Gemäß der DE 29 60 9980 U1 wird ein
Rotor einer Zentrifuge vorgeschlagen, dessen Herstellung tauglich für große Serien
ist. Dieser besteht aus mehreren Blechtöpfen, die durch Umbördeln miteinander ver
bunden sind (vergl. hierzu Fig. 1 der erwähnten Schrift). Dieser Verband weist ein
Mittelrohr 30 auf, in welches Buchsen 31, 32 eingepreßt sind. Diese dienen zur dreh
baren Lagerung des Zentrifugenrotors auf einer Gehäusewelle 16 sowie zur Begren
zung des Axialspiels des Rotors im Einbauraum. Während des Betriebs kann der
Rotor zwischen den Axialbegrenzungen des Gehäuses pendeln, wobei er durch den
anliegenden Öldruck sowie evtl. eine Schrägstellung der Düsen 28 nach unten die
Tendenz besitzt, im Gehäuse zu steigen.
Bei Unterschreitung eines definierten Öldrucks schließt sich das Ventil 40, so daß die
Durchleitung des Öls im Zentrifugenrotor unterbunden wird. Aufgrund der Lagerrei
bung der Gleitlager kommt der Rotor dann zum Stillstand. Die Lagerreibung wird da
durch erhöht, daß sich der Zentrifugenrotor auf den unteren Axialanschlag im Ge
häuse absenkt, wodurch die Lagerfläche des Gleitlagers erhöht wird.
Trotz der Verwendung von integrierten Bauteilen, wie z. B. Druckventil 40, weist die
beschriebene Baugruppe des Rotors eine hohe Komplexität auf. Dadurch wird eine
wirtschaftliche Herstellung erschwert. Insbesondere ist die Axiallage des Rotors wäh
rend des Betriebs nicht genau definiert. Plötzliche Druckschwankungen können z. B.
auch während des Betriebs zu einem Anschlagen des Rotors an einen der Axialan
schläge führen. Deswegen müssen diese mit ähnlich günstigen Gleiteigenschaften
ausgestattet sein, wie der Radialbereich der Gleitlager.
Ein weiteres Problem besteht in der Beeinflussung des Nachlaufverhaltens der Zen
trifuge, sobald die Ölzufuhr unterbrochen wird. In diesem Fall soll die Zentrifuge
möglichst schnell zum Stillstand kommen. Die kinetische Energie des Rotors wird
dabei über die Lagerreibung abgebaut. Um möglichst hohe Drehzahlen zu erreichen,
soll die Lagerreibung jedoch sehr gering sein. Je mehr eine Verringerung der Lager
reibung also gelingt, desto länger läuft die Zentrifuge nach.
Werden Ölzentrifugen im PKW-Bereich verwendet, so werden jedoch an die Lauf
kultur des Motors besondere Anforderungen gestellt. Gleichzeitig führen häufige
Lastwechsel, z. B. bei der Verwendung des PKW in Ballungszentren, zu einem stän
digen Ein- und Abschalten der Zentrifuge. Im Leerlauf der Brennkraftmaschine kann
ein langes Nachlaufen des Zentrifugenrotors wegen der Geräuschentwicklung nicht
hingenommen werden, da diese das in diesem Betriebszustand leise Motorgeräusch
übertönt und von dem Fahrer als störend wahrgenommen wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Zentrifuge mit einem Rotor zu schaf
fen, welcher gleichzeitig durch Realisierung hoher Drehzahlen ein gutes Zentrifugier
ergebnis erzielt und nach dem Abschalten kurze Nachlaufzeiten besitzt. Diese Auf
gabe wird durch die Patentansprüche 1, 6 und 8 gelöst.
Die erfindungsgemäße Freistrahlzentrifuge besteht in bekannter Weise aus einem
Rotor mit einem Einlaß und mindestens einer Antriebsdüse, die gleichzeitig Auslaß
ist. Die Ablagerungsfläche für die abgeschiedenen Schwebstoffe des Fluids können
z. B. durch den Rotormantel gebildet sein. Das Gehäuse dient zur Abschirmung des
Rotors gegenüber der Umgebung. Dies ist nötig, da der Strahl der Antriebsdüsen
aufgefangen werden muß. Als Gehäuse im Sinne der Erfindung ist jede Art von Ver
schalung, die die Umgebung schützt, zu verstehen. Es muß kein gesondertes Ge
häuse für die Zentrifuge vorgesehen werden. Ebenso ist es denkbar, die Zentrifuge
z. B. in Hohlräume einer Brennkraftmaschine einzubauen, welche zum Ölkreislauf
gehört. Die Lagerung des Zentrifugenrotors im Gehäuse ermöglicht gleichzeitig des
sen Drehung und sorgt für eine Begrenzung des Axialspiels des Rotors.
Erfindungsgemäß wird in der Freistrahlzentrifuge eine Kraftquelle vorgesehen, die
einerseits ortsfest im Gehäuse der Zentrifuge befestigt ist und deren Kraftentfaltung
andererseits auf den Rotor wirkt. Diese Kraftquelle kann z. B. aus einer Schrauben
feder bestehen, deren Enden sich jeweils an der Rotorlagerung und im Gehäuse ab
stützen, wobei die Feder unter Vorspannung steht. Die Kraft der Kraftquelle wirkt
entgegen der Axialkräfte, die während des Rotorbetriebs entstehen. Dadurch stellt
sich ein Kräftegleichgewicht zwischen Kraftquelle und dem im Betrieb befindlichen
Rotor ein. Der Rotor wandert im Rahmen seines axialen Bewegungsspielraums in die
Position des Kräftegleichgewichts, wobei er zu keinem der Axialanschläge in Verbin
dung steht. Hierdurch ist ein reibungsarmer Betrieb der Zentrifuge bei hohen Dreh
zahlen möglich. Die Kraftquelle wirkt gleichzeitig als Puffer bei Druckschwankungen,
die das Kräftegleichgewicht verschieben, jedoch nicht zu einem Reiben des Rotors
an einem der Axialanschläge führen.
Sobald der Öldruck unter einen bestimmten Wert fällt, drückt die Kraftquelle den Ro
tor an einen der Axialanschläge. Hierdurch entsteht ein Bremsmoment, welches den
Rotor bis zum Stillstand abzubremsen vermag. Ein langes Nachlaufen wird verhin
dert, wodurch z. B. im Leerlauf der Brennkraftmaschine keine Laufgeräusch der Zen
trifuge zu hören ist. Die Kraftquelle hat weiterhin den positiven Effekt, daß die Lager
partner unter Vorspannung gehalten werden. Damit wird beim Nachdrehen der Zen
trifuge ein Schlagen der Lager aufgrund ihres Lagerspiels verhindert, welches eben
falls unangenehme Geräusche hervorrufen kann. Im übrigen wird dabei die Gefahr
umgangen, daß durch das Lagerschlagen Beschädigungen auftreten, die die Lager
standzeiten verkürzen. Dies ist besonders bei Verwendung von Wälzlagern zur Lage
rung des Rotors notwendig. Aber auch Gleitlager profitieren von den verkürzten
Nachlaufzeiten. In diesem Betriebszustand ist nämlich die Schmierung des Lagers
aufgrund des geringen Öldruckes nicht mehr vollständig gewährleistet. Ein langes
Nachlaufen würde also zu einem erhöhten Lagerverschleiß führen.
Im Normalfall wird die Fremdunterstützung durch die Kraftquelle in Richtung der
Schwerkraft wirken. Dies hängt mit der typischen Einbaulage von Ölzentrifugen zu
sammen. Die Schwerkraft ist bei Zentrifugen gemäß dem Stand der Technik die nöti
ge Gegenkraft für die im Rotorbetrieb entstehenden Axialkräfte. Durch Verwendung
der beschriebenen Kraftquelle ist jedoch die Notwendigkeit einer vertikalen Einbau
lage unter Ausnutzung der Schwerkraft des Rotors nicht mehr notwendig. Diese kann
vollständig durch die Kraftquelle ersetzt werden, wodurch auch z. B. ein Einbau des
Rotors mit horizontaler Drehachse möglich wird. Dies erlaubt einen größeren Ge
staltungsfreiraum bei der Verwendung der Freistrahlzentrifuge z. B. in einer Brenn
kraftmaschine.
Wird wie beschrieben die Feder als Kraftquelle verwendet, so entfaltet diese eine
Kraft, die entsprechend der Federkennlinie von dem Axialweg des Rotors im Gehäu
se abhängig ist. Dies ist eine besonders einfache Ausführungsform, die ein selbst
regelndes System für die Freistrahlzentrifuge schafft. Hierzu ist jedoch Vorausset
zung, daß die Feder derart ausgelegt wird, daß der entstehende Betrag der Feder
kraft immer kleiner oder gleich dem durch den Rotorbetrieb innerhalb des vorgese
henen Betriebsbereichs entstehenden Betrag der Axialkraft ist. Der Betriebsbereich
ist durch die Drehzahl des Rotors und den Öldruck definiert. Erst wenn der Betriebs
bereich nach unten hin verlassen wird, übersteigt die Federkraft die Axialkraft des
Rotors, so daß dieser an einen seiner Axialanschläge angedrückt und gebremst wird.
Das Hochlaufverhalten des Rotors wird dadurch gewährleistet, daß bei einer Erhö
hung des Öldruckes sich dieser wieder vom Axialanschlag lösen kann und in Dre
hung versetzt wird. Er bewegt sich dann so lange entgegen der Federkraft axial, bis
sich wieder das beschriebene Kräftegleichgewicht eingestellt hat. Dieser selbstre
gelnde Aufbau läßt sich selbstverständlich auch mit anderen Kraftquellen, z. B. ei
nem Pneumatikzylinder erreichen.
Eine andere vorteilhafte Möglichkeit besteht darin, die Kraftquelle mit einer Fremd
betätigung zu versehen. Dadurch läßt sich die Krafteinleitung der Kraftquelle durch
beliebige Regelmechanismen steuern. Die Kraftquelle kann z. B. aus einem Hydrau
likzylinder bestehen, der fremd angesteuert wird. Alternativ ist ein elektromechani
scher Antrieb, z. B. eine Motor-Getriebe-Kombination denkbar. Auch die im Kraftfahr
zeugbereich häufig zur Anwendung kommenden Druckdosen ergeben eine sinnvolle
Lösung zum fremdbetätigten Antrieb der Kraftquelle.
Mit Hilfe der Fremdbetätigung kann die Zentrifuge aus jedem Betriebszustand her
untergebremst werden, indem sie durch Aktivierung der Kraftquelle gegen den
Axialanschlag gedrückt wird. Sinnvolle Betriebszustände, bei denen eine Abbrem
sung des Rotors sinnvoll ist, ergeben sich zum einen im bereits beschriebenen
Leerlaufzustand, zum anderen aber für den Fall, daß eine unzureichende Versor
gung der Brennkraftmaschine mit Schmieröl droht. In diesem Fall kann durch die
fremdbetätigte Kraftquelle die Zentrifuge abgeschaltet werden, so daß der zum Be
trieb der Zentrifuge notwendige Nebenstrom des Öls direkt zur Schmierung zur Ver
fügung steht. Diese Funktion wird ansonsten durch entsprechende Ventile im Öl
kreislauf gewährleistet, auf die bei der beschriebenen Lösung verzichtet werden
kann. Hierdurch ergibt sich ein zusätzlicher Einsparungseffekt, der zu einer höheren
Wirtschaftlichkeit der Lösung führt bzw. den Mehraufwand für die fremdbetätigte
Kraftquelle aufwiegt.
Eine besonders günstige Ausführungsform ergibt eine Freistrahlzentrifuge, die als
Lagerungsmittel auf einer Seite ein Gleitlager aufweist, welches gleichzeitig der Ein
laß ist. Die Schmierung erfolgt dann durch die eingeleitete Flüssigkeit. Als zweites
Lager kommt ein Wälzlager zum Einsatz, welches zu äußerst geringen Reibungs
verlusten führt. Dieses ist komplett außerhalb des zu zentrifugierenden Flüssigkeits
stroms angebracht. Die Kraftquelle ist zwischen einer Abstützung im Gehäuse und
dem Wälzlager eingespannt, so daß das Wälzlager axial verschiebbar ist. Mit der
Verschiebung des Wälzlagers wird gleichzeitig der Zentrifugenrotor bewegt. Diese
Axialbewegung wird im Gleitlager zugelassen. Das Wälzlager kann z. B. mit seinem
Innenring am Rotor befestigt sein, während die Kraftquelle am Außenring angreift.
Damit wird unabhängig vom Betriebszustand der Zentrifuge ein Lagerspiel im Wälz
lager unterbunden.
Eine alternative Möglichkeit zur Abbremsung des Rotors besteht in der Realisierung
einer Schubumkehr. Diese wird erreicht durch Betätigung von Düsen am Zentrifugen
rotor, die einen Antrieb entgegengesetzt der normalen Drehrichtung ermöglichen. Zu
diesem Zweck können die Düsenköpfe des Zentrifugenrotors drehbar ausgeführt
sein, so daß sich die Schubumkehr durch Drehung der Düsen um 180° erreichen
läßt. Eine andere Möglichkeit ist die Anbringung von zusätzlichen Bremsdüsen, de
ren Spritzrichtung entgegen derjenigen der Antriebsdüsen liegt. Die Ansteuerung der
Düsen kann durch den im Rotor vorliegenden Druck gesteuert werden.
Eine weitere alternative Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß außerhalb der
Lagerungsmittel ein Reibflächenpaar vorgesehen ist, wobei einer der Reibpartner im
Gehäuse und der andere am Rotor fixiert ist. Diese Reibflächenpaarung kann als
Bremse genutzt werden. Eine vorteilhafte Möglichkeit besteht darin, die Reibpartner
ringförmig auszugestalten und im Bereich einer der Rotordeckelflächen und dem Ge
häuse unterzubringen. Die Funktion dieses Reibflächenpaars ist mit dem bereits be
schriebenen Axialanschlag der Lagerung vergleichbar. Das Reibflächenpaar ersetzt
genau diesen Axialanschlag im Lager, und zwar denjenigen, welcher der axialen
Bewegungstendenz des Rotors im Betrieb entgegengesetzt ist. Außerhalb des vor
gesehenen Betriebsbereiches des Rotors senkt sich dieser auf die Reibpaarung ab
und wird dadurch abgebremst. Dieser Vorgang kann durch eine Kraftquelle gemäß
einem der Ansprüche 1 bis 5 unterstützt werden. Alternativ läßt sich der Effekt auch
allein durch die auf den Zentrifugenrotor wirkende Schwerkraft erzielen.
Durch die Entkopplung der Brems- und Lagerfunktion läßt sich für beide Aufgaben
die ideale Werkstoffpaarung auswählen. Dabei kann bei der Gestaltung des Lagers
auf eine Minimierung der Reibungsverluste und bei der Wahl der Reibpaarung zur
Abbremsung auf eine Maximierung des Bremsmomentes geachtet werden. Außer
dem lassen sich die Reibpartner in der Nähe des Außenumfangs des Rotors unter
bringen, wodurch das Bremsmoment durch deren geometrische Anordnung zusätz
lich gesteigert wird. Für die Reibpaarung zur Bremsung des Rotors lassen sich ins
besondere folgende Werkstoffe auswählen. Werkstoff des einen Reibpartners: PA
(evtl. glasfaserverstärkt), POM, PTFE. Anderer Reibpartner: PA, POM, PTFE sowie
Bronze-, Stahl- und Aluminiumlegierungen.
Eine andere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist die Anordnung eines
Bremsbandes im Gehäuse, welches z. B. mit der Mantelfläche des Rotors zusam
menwirken kann. Durch Anziehen des Bremsbandes kann der beschriebene Brems
effekt erzielt werden.
Durch Vorsehen der beschriebenen Mittel zur Abbremsung des Rotors, seien es zu
sätzliche Reibpaare oder Kraftquellen zur Verstärkung der Reibung in der Lagern,
läßt sich der Rotor aus jedem beliebigen Betriebszustand bis zum Stillstand abbrem
sen. Hierdurch ergibt sich eine Möglichkeit, den Durchfluß durch die Zentrifuge auf
ein Minimum zu reduzieren, da der Volumenstrom an den Düsen nur bei hohen
Drehzahlen durch die entstehenden dynamischen Drücke im Innenraum der Zentrifu
ge nennenswerte Beträge erreicht. Im Stillstand ist der Volumenstrom durch die enge
Düsenbohrung vernachlässigbar. Dies bedeutet, daß Ventile zur Betätigung und
Steuerung der Zentrifuge vollständig eingespart werden können, wobei der Leckage
strom durch die Düsenöffnung bei Stillstand des Rotors hingenommen wird. Durch
Einsparung der Steuerventile läßt sich die Wirtschaftlichkeit der Zentrifuge deutlich
erhöhen.
Diese und weitere Merkmale von bevorzugten Weiterbildungen der Erfindung gehen
außer aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung und den Zeichnungen her
vor, wobei die einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder zu mehreren in Form
von Unterkombinationen bei der Ausführungsform der Erfindung und auf anderen
Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte sowie für sich schutzfähige Ausführungen
darstellen können, für die hier Schutz beansprucht wird.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden in den Zeichnungen anhand von sche
matischen Ausführungsbeispielen beschrieben. Hierbei zeigen
Fig. 1 den Querschnitt durch eine Freistrahlzentrifuge mit Gehäuse und Rotor,
Fig. 2 das Detail X aus Fig. 1,
Fig. 3 das Detail Y aus Fig. 1,
Fig. 4 den schematischen Querschnitt einer Zentrifuge, wobei die Darstellung
der Perspektive A-A gemäß Fig. 1 folgt und eine zusätzliche Brems
düse am Umfang vorgesehen ist und
Fig. 5 den Querschnitt einer Zentrifuge mit Bremsband, welches unter Aus
wertung diverser Motorparameter fremdbetätigt ist.
Eine Freistrahlzentrifuge gemäß Fig. 1 besitzt ein Gehäuse 10, in dem ein Rotor 11
unter Verwendung eines Gleitlagers 12 und eines Wälzlagers 13 drehbar gelagert ist.
Das Gleitlager 12 erlaubt eine axiale Verschiebung des Rotors, der mit einem Mittel
rohr 14 in dieses Lager eintaucht. Eine Axialbegrenzung in Richtung des Gleitlagers
ist durch Reibflächen 15a, 15b gewährleistet.
Das Wälzlager 13 ist fest mit einem Stutzen 16 am Zentrifugenrotor verbunden. Der
Stutzen reicht in einen Innenring 17 des Wälzlagers. Der Außenring 19 des Wälzla
gers ist in einer Aufnahme 18 im Gehäuse radial festgelegt. In axialer Richtung ist
eine Verschiebung des Wälzlagers 13 möglich, wobei diese durch eine auf einen
Außenring 19 des Wälzlagers wirkende Schraubenfeder 20 begrenzt wird. Die Feder
hat ein Widerlager in einer Abstützung 21 im Gehäuse.
Im Stillstand wird der Rotor 11 durch die Feder 20 mit der Reibfläche 15a, die an ei
ner Deckelfläche 22 des Rotors angebracht ist, auf die im Gehäuse untergebrachte
Reibfläche 15b gedrückt. Steigt der Öldruck in einem Einlaß 23 an, so wirkt der Rotor
wie ein Hydraulikzylinder und steigt in dem Gleitlager 12, sobald die aus dem Öldruck
resultierende Kraft die Federkraft übersteigt. Das Öl gelangt durch das Mittelrohr 14
in einen Abscheideraum 24, von dort in Düsenkanäle 25 und wird durch Antriebsdü
sen 26 in das Gehäuse gespritzt, von wo aus es durch einen Auslaß 27 abläuft. Die
Antriebsdüsen versetzen den Rotor 11 in Drehbewegung, wodurch die im Öl befindli
chen Schwebstoffe 28 an den Ablagerungsflächen 29 des Rotors abgeschieden wer
den.
Zwischen der Federkraft der Feder 20 und den am Rotor 11 wirkenden Axialkräften
stellt sich ein Gleichgewicht ein, von dem die axiale Lage des Rotors abhängt. Im
Betriebsbereich befindet sich diese axiale Lage oberhalb des durch die Reibflächen
15a und 15b gebildeten Axialanschlags. Die Axialkraft am Rotor wird hauptsächlich
durch den am Einlaß 23 anliegenden Öldruck bestimmt. Sinkt dieser unter einen be
stimmten Wert, der die untere Grenze des Betriebsbereiches definiert, so führt die
Federkraft der Feder 20 zu einer Absenkung des Rotors derart, daß sich die Reibflä
chen 15a, 15b berühren und der Rotor bis zum Stillstand abgebremst wird.
Fig. 2 zeigt eine alternative Möglichkeiten der Anordnung von Reibflächenpaaren.
Das Reibflächenpaar muß nicht notwendigerweise aus besonders hierfür auf den
Teilen der Zentrifuge angebrachten Werkstoffen bestehen. Es ist ebenso möglich,
den Werkstoff von Gehäuse 10 und Rotor 11 selbst zu verwenden. Weiterhin können
Reibflächen 15c, 15d im Bereich des Gleitlagers untergebracht werden. Diese bilden
in beschriebener Weise den Axialanschlag, wobei die Reibflächen zu einem schlag
artigen Anstieg der Reibung im Lager führen, sobald der Axialanschlag im Rotor mit
den Reibflächen in Berührung kommt.
Fig. 3 zeigt eine Variante für die Wälzlagerung des Rotors ohne eine zusätzliche
Kraftquelle. Das Wälzlager 19 ist fest im Gehäuse 10 montiert. Der Stutzen 16 des
Rotors 11 ist im Innenring 17 des Wälzlagers axial verschiebbar, wobei ein Absatz 30
die Axialbewegung begrenzt. Entsprechend dem Prinzip mit Kraftquelle wirkt die auf
den Rotor 11 wirkende Schwerkraft als Rückstellkraft, wobei diese in beschriebener
Weise mit den am Rotor wirkenden Axialkräften im Gleichgewicht steht.
In Fig. 4 ist eine Zentrifuge, bestehend aus dem Rotor 11 und dem Gehäuse 10,
dargestellt. Außerdem ist der Einlaß 23 und der Auslaß 27 zu erkennen. Neben der
Antriebsdüse 26 ist der Rotor mit einer Bremsdüse 31 ausgestattet. Die Düsenkanäle
25 sind mit Ventilen 32 ausgestattet, die mit einer Druckbetätigung 33 versehen sind.
Die Druckbetätigung schaltet die Ventile derart, daß unterhalb des Betriebsdruckbe
reiches die Bremsdüse 31 freigeschaltet ist und innerhalb des Betriebsdruckberei
ches die Antriebsdüse 26 freigeschaltet ist. Sinkt der Druck z. B. im Leerlauf des
Motors so weit ab, daß der Betriebsdruck verlassen wird, führt ein Umschalten der
Ventile dazu, daß die Bremsdüse aktiviert wird. Obwohl der Druck am Eingang 23
bereits stark abgesunken ist, führt der dynamische Druck aufgrund der hohen Dreh
zahl im Düsenausgang 31 zu einem starken Impuls, der ein Bremsmoment auf den
Rotor ausübt. Hierdurch wird dieser abgebremst. Die Drehrichtung der Zentrifuge ist
durch einen Pfeil gekennzeichnet.
Fig. 5 zeigt eine Zentrifuge in der Darstellung entsprechend Fig. 4. Anstelle der
Bremsdüse 31 ist jedoch ein Bremsband 34 vorgesehen, welches durch einen sche
matisch dargestellten Pneumatikzylinder 35, der z. B. auch durch eine Unterdruckdo
se gebildet werden kann, fremdbetätigt wird. Durch Betätigung des Pneumatikzylin
ders 35 wird das Bremsband 34 an eine Außenwand 36 des Rotors angedrückt.
Hierdurch entsteht ein Bremsmoment, welches abhängig vom an den Pneumatikzy
linder angelegten Druck ist. Der Pneumatikzylinder wird durch ein Betätigungsventil
37 angesteuert, welches mit einem Druckspeicher 38 in Verbindung steht. Zur
Schaltung des Betätigungsventils ist eine Kontrolleinheit 39 vorgesehen, die in Ab
hängigkeit der Parameter wie Drehzahl n und Öldruck p eines Motors 40 das Schalt
signal s an ein Betätigungsventil 37 weitergibt. Durch diese Anordnung läßt sich die
Zentrifuge aus jedem Betriebszustand zum Stillstand bringen. Die Antriebsdüse 26
der stillstehenden Zentrifuge wirkt als Drossel, so daß ein Ventil für die Versorgung
der Zentrifuge mit Öl nicht notwendig ist.
Claims (10)
1. Freistrahlzentrifuge, insbesondere zur Reinigung des Schmieröls einer Brenn
kraftmaschine, welche
- - einen Rotor (11) mit einem Einlaß (23) und mindestens einer Antriebsdüse (26) als Auslaß und einer Ablagerungsfläche (29) im Inneren des Rotors,
- - ein Gehäuse (10) zur Abschirmung des Rotors gegenüber der Umgebung,
- - Lagerungsmittel zur drehbaren Lagerung und zur Begrenzung des Axialspiels des Rotors (11) im Gehäuse (10)
2. Freistrahlzentrifuge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der durch
die Kraftquelle (29, 35) entfaltete Betrag der Axialkraft kleiner oder gleich dem
durch den Rotorbetrieb innerhalb des vorgesehenen Betriebsbereiches entste
henden Betrag der Axialkraft ist.
3. Freistrahlzentrifuge nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Kraftquelle (29, 35) fremdbetätigt ist.
4. Freistrahlzentrifuge nach Anspruch 2, wobei eines der Lagerungsmittel aus ei
nem Gleitlager (12) besteht, welches gleichzeitig den Einlaß (23) bildet und ein
anderes Lagerungsmittel aus einem Wälzlager (13) besteht, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Kraftquelle zwischen einer Abstützung (21) im Gehäuse und
dem Wälzlager eingespannt ist, wobei das Wälzlager axial verschiebbar in einer
Aufnahme (18) im Gehäuse montiert ist.
5. Freistrahlzentrifuge nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Kraftquelle eine Schraubenfeder (20) ist.
6. Freistrahlzentrifuge, insbesondere zur Reinigung des Schmieröls einer Brenn
kraftmaschine, welche
- - einen Rotor (11) mit einem Einlaß (23) und mindestens einer Antriebsdüse (26) als Auslaß und einer Ablagerungsfläche (29) im Inneren des Rotors,
- - ein Gehäuse (10) zur Abschirmung des Rotors gegenüber der Umgebung,
- - Lagerungsmittel zur drehbaren Lagerung und zur Begrenzung des Axialspiels des Rotors (11) im Gehäuse (10)
7. Freistrahlzentrifuge nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schub
umkehr durch mindestens eine Bremsdüse (31)realisiert ist, wobei Bremsdüse
und Antriebsdüse in Abhängigkeit vom Druck des zu zentrifugierenden Fluids an
gesteuert werden.
8. Freistrahlzentrifuge, insbesondere zur Reinigung des Schmieröls einer Brenn
kraftmaschine, welche
- - einen Rotor (11) mit einem Einlaß (23) und mindestens einer Antriebsdüse (26) als Auslaß und einer Ablagerungsfläche (29) im Inneren des Rotors,
- - ein Gehäuse (10) zur Abschirmung des Rotors gegenüber der Umgebung,
- - Lagerungsmittel zur drehbaren Lagerung und zur Begrenzung des Axialspiels des Rotors (11) im Gehäuse (10)
9. Freistrahlzentrifuge nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Reib
partner im Gehäuse aus einem Bremsband besteht.
10. Freistrahlzentrifuge nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Reib
partner ringförmig ausgeführt sind, wobei diese derart jeweils außen auf einer der
Deckelflächen (22) des Rotors und im gegenüberliegenden Gehäuseabschnitt
angebracht sind, daß sie das Axialspiel des Rotors in diejenige Richtung begren
zen, die der axialen Bewegungstendenz des Rotors im Betrieb entgegengesetzt
ist.
Priority Applications (6)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19933040A DE19933040A1 (de) | 1999-07-15 | 1999-07-15 | Freistrahlzentrifuge, insbesondere zur Reinigung des Schmieröls einer Brennkraftmaschine |
| EP00936891A EP1196246B1 (de) | 1999-07-15 | 2000-06-17 | Freistrahlzentrifuge, insbesondere zur reinigung des schmieröls einer brennkraftmaschine |
| DE50004263T DE50004263D1 (de) | 1999-07-15 | 2000-06-17 | Freistrahlzentrifuge, insbesondere zur reinigung des schmieröls einer brennkraftmaschine |
| AT00936891T ATE252947T1 (de) | 1999-07-15 | 2000-06-17 | Freistrahlzentrifuge, insbesondere zur reinigung des schmieröls einer brennkraftmaschine |
| PCT/EP2000/005598 WO2001005515A1 (de) | 1999-07-15 | 2000-06-17 | Freistrahlzentrifuge, insbesondere zur reinigung des schmieröls einer brennkraftmaschine |
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Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19933040A DE19933040A1 (de) | 1999-07-15 | 1999-07-15 | Freistrahlzentrifuge, insbesondere zur Reinigung des Schmieröls einer Brennkraftmaschine |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19933040A1 true DE19933040A1 (de) | 2001-01-18 |
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ID=7914798
Family Applications (2)
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|---|---|---|---|
| DE19933040A Withdrawn DE19933040A1 (de) | 1999-07-15 | 1999-07-15 | Freistrahlzentrifuge, insbesondere zur Reinigung des Schmieröls einer Brennkraftmaschine |
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|---|---|---|---|
| DE50004263T Expired - Lifetime DE50004263D1 (de) | 1999-07-15 | 2000-06-17 | Freistrahlzentrifuge, insbesondere zur reinigung des schmieröls einer brennkraftmaschine |
Country Status (5)
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| OM8 | Search report available as to paragraph 43 lit. 1 sentence 1 patent law | ||
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