DE19932455A1 - Aktualisierung von Übertragungsstrukturen, insbesondere Zeitschlitzstrukturen bei Mobilfunksystemen - Google Patents
Aktualisierung von Übertragungsstrukturen, insbesondere Zeitschlitzstrukturen bei MobilfunksystemenInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Aktualisierung und/oder Anpassung von Übertragungsstrukturen bei einem Funk-Kommunikationssystem mit einer Schnittstelle zwischen einer Vielzahl von ersten Stationen und einer Vielzahl von weiteren Stationen, bei dem die Stationen über die Schnittstelle verbindbar sind und darüber zu übertragende Daten gemäß den Vorgaben zumindest einer festen Übertragungsstruktur übermittelt werden. Zur Erhöhung der Flexibilität bei der Einführung neuer oder angepaßter Übertragungsstrukturen, insbesondere Übertragungsrahmen, ist die Übertragungsstruktur über das Kommunikationssystem aktualisierbar.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aktualisierung
und/oder Anpassung von Übertragungsstrukturen, insbesondere
Zeitschlitzstrukturen gemäß den oberbegrifflichen Merkmalen
des Patentanspruchs 1 und ein Kommunikationssystem zum Um
setzen dieses Verfahrens.
In Funk-Kommunikationssystemen werden Informationen (bei
spielsweise Sprache, Bildinformationen oder andere Daten) mit
Hilfe von elektromagnetischen Wellen über eine Funkschnitt
stelle zwischen sendender und empfangender Station (Basissta
tion bzw. Teilnehmerstation) übertragen. Das Abstrahlen der
elektromagnetischen Wellen erfolgt dabei mit Trägerfre
quenzen, die in dem für das jeweilige System vorgesehenen
Frequenzband liegen. Für zukünftige Mobilfunksysteme mit
CDMA- oder TD/CDMA-Übertragungsverfahren über die Funk
schnittstelle, beispielsweise das UMTS (Universal Mobile
Telecommunication System) oder andere Systeme der 3. Genera
tion sind Frequenzen im Frequenzband von ca. 2000 MHz vorge
sehen.
Bei Mobilfunksystemen werden zur Übertragung von Daten und
zur Signalisierung die Datenstrukturen durch Spezifikationen
wie zum GSM Rec. oder DECT Rec. fest vorgegeben. Diese
Datenstrukturen wie zum Beispiel Anzahl der Zeitschlitze,
Zeitschlitzrahmen, Dauer der Zeitschlitze und Zeitschlitz
rahmen und die Burststrukturen für TDMA-, TDD-, TD/CDMA-,
TD/SDCDMA- und FDD-Systeme und Spreizcodes für CDMA-Systeme
müssen dann in miteinander kommunizierenden Basisstationen
und Mobilstation implementiert werden.
Im Laufe der Lebensdauer solcher Mobilfunksysteme verändern
sich die Anforderungen an solche Strukturen oder es werden
verbesserte Strukturen entwickelt. Solche geänderte Struk
turen können jedoch nicht schnell implementiert werden, da
die Spezifikationen erst geändert und zudem in den Standar
disierungsgremien wie zum Beispiel ETSI, ITU oder ARIB
abgestimmt werden müssen. Solche Änderungsanforderungen
können sehr langwierig sein.
Üblich ist, daß die Datenblock- bzw. Burststrukturen festge
legt werden, wie zum Beispiel im GSM, wo ein Zeitschlitz
rahmen aus 8 Zeitschlitzen besteht, wie dies in Fig. 1 dar
gestellt ist. Ein einzelner Zeitschlitz besitzt eine Dauer
von 0,577 msec und der gesamte Zeitschlitzrahmen eine Dauer
von ca. 4,6 msec. Ferner sind Multirahmen bzw. Multiframes
für Daten und die Signalisierung sowie übergeordnete Super
frames und Hyperframes definiert.
Des weiteren sind auch verschiedene Bursttypen wie zum Bei
spiel Normalburst, Frequenzkorrektur-Burst (Frequency Cor
rection Burst), Synchronisations-Burst, Platzhalter- bzw.
Dummy-Burst und Zugriffs- bzw. Access-Burst eindeutig fest
gelegt. Der in Fig. 2 dargestellte Normalburst, der zur
Übertragung von Daten für die Signalisierung benutzt wird,
ist gemäß folgender Tabelle 1 spezifiziert:
Dabei sind die 8 möglichen Trainingssequenzen sowie die Tail
Bit bzw. Listenendemarkierungen durch die Spezifikationen
eindeutig festgelegt und damit auch die Leistungsfähigkeit
bzw. Performance.
Im DECT-System sind die Strukturen der Zeitschlitze und der
entsprechenden Datenblöcke bzw. Bursts für Vollzeitschlitz-
(Full Slot), Halbzeitschlitz-(Half Slot) und Doppelzeit
schlitz-(Double Slot)-Methoden eindeutig festgelegt.
Um für ein Mobilfunksystem oder andere Übertragungssysteme
eine neue Burststruktur bzw. Zeitschlitzstruktur zu ent
werfen, sind aufwendige Simulationen notwendig, um die
Strukturen festzulegen und anschließend zu standardisieren.
Dieses bedeutet, daß man bei der Standardisierung und
Entwicklung eines neues Mobilfunkstandards sehr viel Zeit
benötigt.
Zum Beispiel soll in einem bestehenden Mobilfunknetz ein
neuer Dienst eingeführt werden, der beispielsweise zur
Optimierung der Übertragungsrate eine andere Zeitschlitz
struktur und/oder Burststruktur für TDMA/TDD-, TD/CDMA-,
TD/SDCDMA-Systeme und/oder andere Spreizcodes für reine CDMA-
Systeme oder FDMA/TDMA/CDMA-Systeme als die bisher im System
implementierten Strukturen aufweisen soll. In diesem Fall muß
den mobilen Teilnehmern in der Regel ein neues Mobilteil mit
diesem neuen Merkmal zur Verfügung gestellt werden.
Es kann sich auch im Laufe des Wirkbetriebs des Netzes her
ausstellen, daß die spezifizierten Strukturen in gewissen
Szenarien doch nicht die erforderliche Leistungsfähigkeit
erbringen. Dann müssen neue Strukturen spezifiziert und diese
in die Netzwerkelemente wie zum Beispiel die Basisstationen
und die Mobilstationen implementieren werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Verfahren und Funk-
Kommunikationssysteme bereitzustellen, bei denen Übertra
gungsstrukturen, insbesondere Zeitschlitzstrukturen ohne
einen hohen technischen Aufwand an insbesondere Basissta
tionen und Mobilstationen aktualisiert und neu eingerichtet
werden können.
Diese Aufgabe wird durch das Verfahren zur Aktualisierung
und/oder Anpassung von Übertragungsstrukturen, insbesondere
Zeitschlitzstrukturen mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und
das Kommunikationssystem mit den Merkmalen des Anspruchs 16
gelöst.
Die Aktualisierung von Übertragungsstrukturen, insbesondere
Zeitschlitzstrukturen über das Kommunikationssystem ermög
licht eine sehr variable und zügige Anpassung der einzelnen
Einrichtungen des Kommunikationssystems, insbesondere der
Endstationen und der damit kommunizierenden Stationen.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand von Unteran
sprüchen.
Erst bei Anforderung eines Dienstes einer kommunizierenden
Station die spezielle Zeitschlitzstruktur und den Aufbau des
physikalischen Inhaltes (Burst) des Zeitschlitzes mitzu
teilen, ermöglicht die Bereitstellung eines einfachen Grund
übertragungsrahmens, der besonders variabel ergänzbar ist.
Die Burststrukturen können aber auch über einen BCCH ausge
sendet werden.
Besonders vorteilhaft ist die feste Definition nur der Grund
struktur, wie zum Beispiel eines Zeitschlitzrahmens (TDMA-
Rahmen), so daß die einzelnen Zeitschlitzstrukturen und
Bursttypen für die verschiedenen Dienste dann definiert
werden können, wenn die Dienste für sich genommen festliegen.
Vorteilhaft ist die Übertragung und Anpassung der Strukturen
per Software bzw. Informationselemente über das Netz für die
Basisstationen und über die Luftschnittstellen für die be
treffenden Mobilstationen. Die Strukturen können dabei auch
dienstabhängig sein.
Das Abspeichern verschiedener Übertragungsstrukturen über
einen festsetzbaren oder festgesetzten Zeitraum in einem
Speicher im Mobilteil (MS) und/oder den Basisstationen (BS)
ermöglicht einerseits eine nicht bei jedem Verbindungsaufbau
erforderliche Übertragung der Parameter der entsprechenden
Übertragungsstruktur. Andererseits wird zur Speicheropti
mierung das Auswählen von abzuspeichernden Übertragungs
strukturen und/oder das Löschen von über einen vorgebbaren
Zeitraum nicht verwendeten Übertragungsstrukturen und/oder
relativ selten verwendeten Übertragungsstrukturen aus dem
Speicher vorgeschlagen.
Ein Basiszeitschlitzverfahren und ein Basis-Fehlerschutz
verfahren zur Übertragung der Parameter stellen eine be
sonders effiziente und sichere Anpassung der Übertragungs
struktur an den jeweils angeforderten Dienst sicher.
Datenstrukturen wie zum Beispiel die Anzahl der Zeitschlitze,
Zeitschlitzrahmen, die Dauer der Zeitschlitze und Zeit
schlitzrahmen und die Burststrukturen für TDMA-, TDD-,
TD/CDMA-, TD/SDCDMA- und FDD-Systeme sowie Spreizcodes für
CDMA-Systeme werden somit in miteinander kommunizierenden
Basisstationen und Mobilstation implementiert.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 Datenrahmen des Standes der Technik,
Fig. 2 einen bekannten Normalburst als Bestandteil eines
Multirahmens,
Fig. 3 ein Blockschaltbild eines bekannten Mobilfunksystems,
Fig. 4 eine schematische Darstellung der bekannten
Rahmenstruktur des TDD-Übertragungsverfahrens und
Fig. 5 einen speziell angepaßten Burst.
Das in Fig. 3 dargestellte Mobilfunksystem als Beispiel eines
bekannten Funk-Kommunikationssystem besteht aus einer Viel
zahl von Basisstations-Steuereinrichtungen bzw. Mobilver
mittlungsstellen MSC, die untereinander vernetzt sind bzw.
den Zugang zu einem Festnetz PSTN herstellen. Weiterhin sind
diese Mobilvermittlungsstellen MSC mit jeweils zumindest
einer Einrichtung RNM zum Zuteilen von funktechnischen
Ressourcen verbunden. Jede dieser Einrichtungen RNM ermög
licht wiederum eine Verbindung zu zumindest einer Basis
station BS. Eine solche Basisstation BS kann über eine
Funkschnittstelle eine Verbindung zu Teilnehmerstationen,
z. B. Mobilstationen MS oder anderweitigen mobilen und
stationären Endgeräten aufbauen. Durch jede Basisstation BS
wird zumindest eine Funkzelle Z gebildet. Bei einer
Sektorisierung oder bei hierarchischen Zellstrukturen werden
pro Basisstation BS auch mehrere Funkzellen Z versorgt.
In Fig. 3 sind beispielhaft bestehende Verbindungen V1, V2,
V3 zur Übertragung von Nutzinformationen und Signalisie
rungsinformationen zwischen Mobilstationen MS und einer
Basisstation BS und eine Anforderung zur Ressourcenzuteilung
oder eine kurze Bestätigungsmeldung in einem Zugriffskanal
RACH durch eine weitere Mobilstation MS dargestellt. Weiter
hin ist ein Organisationskanal (BCCH: Broadcast Control
CHannel) dargestellt, der zur Übertragung von Nutz- und
Signalisierungsinformationen mit einer definierten Sende
leistung von jeder der Basisstationen (BS) für alle Mobil
stationen bereitgestellt wird.
Ein Operations- und Wartungszentrum OMC realisiert Kontroll-
und Wartungsfunktionen für das Mobilfunksystem bzw. für Teile
davon. Die Funktionalität dieser Struktur ist auf andere
Funk-Kommunikationssysteme übertragbar, insbesondere für
Teilnehmerzugangsnetze mit drahtlosem Teilnehmeranschluß.
Die Rahmenstruktur der Funkübertragung für TDMA/CDMA ist aus
Fig. 4 ersichtlich. Gemäß einer TDMA-Komponente (TDMA: Time
Division Multiple Access) ist eine Aufteilung eines breit
bandigen Frequenzbereichs, beispielsweise der Bandbreite B =
5 MHz, in mehrere Zeitschlitze ts gleicher Zeitdauer, bei
spielsweise 16 Zeitschlitze ts0 bis ts15, vorgesehen. Ein
Frequenzband erstreckt sich über einen Frequenzbereich B. Ein
Teil der Zeitschlitze ts0 bis ts8 wird in Abwärtsrichtung DL
(Downlink von BS zu MS) und ein Teil der Zeitschlitze ts9 bis
ts15 wird in Aufwärtsrichtung UL (Uplink von MS zu BS) be
nutzt. Dazwischen liegen ein oder mehrere Umschaltpunkte SP -
in Fig. 4 nur ein Umschaltpunkt. Bei diesem TDD-Übertra
gungsverfahren entspricht das Frequenzband für die Aufwärts
richtung UL dem Frequenzband für die Abwärtsrichtung DL.
Gleiches wiederholt sich für weitere Trägerfrequenzen.
Innerhalb der Zeitschlitze ts werden Informationen mehrerer
Verbindungen in Funkblöcken übertragen. Funkblöcke zur Nutz
datenübertragung bestehen aus Abschnitten mit Daten d, in
denen empfangsseitig bekannte Trainingssequenzen mal bis man
eingebettet sind. Die Daten d mit 1 . . N Symbolen sind ver
bindungsindividuell mit einer Feinstruktur, einem Teilneh
merkode c, gespreizt, so daß empfangsseitig beispielsweise n
Verbindungen durch diese CDMA-Komponente (CDMA: Code Division
Multiple Access) separierbar sind. Ein physikalischer Kanal
wird dabei durch ein Frequenzband B, einen Zeitschlitz, z. B.
ts6, und einen Teilnehmerkode c gebildet. Zur Übertragung von
Services mit hohen Datenraten werden in der Regel mehrere
physikalische Ressourcen zu einem logischen Kanal verknüpft.
Zum Beispiel werden für den Service 144 kbit/s in Uplink und
Downlink jeweils 8 physikalische Ressourcen benötigt.
Die Spreizung von einzelnen Symbolen der Daten d bewirkt, daß
innerhalb der Symboldauer Tsym Q Chips der Dauer Tchip über
tragen werden. Die Q Chips bilden dabei den verbindungs
individuellen Teilnehmerkode c. Weiterhin ist innerhalb des
Zeitschlitzes ts eine Schutzzeit gp (guard period) zur
Kompensation unterschiedlicher Signallaufzeiten der Signale
der Verbindungen vorgesehen.
Die verwendeten Parameter der UMTS/TDD-Funkschnittstelle sind
vorteilhafterweise:
Chiprate: 3.84 Mcps
Rahmendauer: 10 ms
Anzahl Zeitschlitze: 15
Dauer eines Zeitschlitzes: 666 µs
Spreizfaktor: 16
Modulationsart: QPSK
Bandbreite: 5 MHz
Frequenzwiederholungswert: 1
Chiprate: 3.84 Mcps
Rahmendauer: 10 ms
Anzahl Zeitschlitze: 15
Dauer eines Zeitschlitzes: 666 µs
Spreizfaktor: 16
Modulationsart: QPSK
Bandbreite: 5 MHz
Frequenzwiederholungswert: 1
Diese Parameter ermöglichen auch eine besonders geeignete
Harmonisierung mit einem FDD-Modus (FDD: Frequency Division
Duplex) für die 3. Mobilfunkgeneration.
Im TDD-Modus wird die teilnehmerindividuelle Unterscheidung
durch einen entsprechend zugewiesenen Spreizkode c gegeben.
Eine Mobilstation MS, die eine Verbindung aufbauen möchte,
erhält auf ihre über den BACH gesendete Anforderung in
bekannter Weise u. a. die Information, welcher Spreizkode c
für den Zugriff bzw. Verbindungsaufbau zu verwenden ist.
Gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel ist in den Ein
richtungen des Kommunikationssystems vorteilhafterweise
lediglich eine Grundstruktur eines allgemein verwendbaren
Übertragungsrahmens bereitgestellt.
Fordert ein Teilnehmer bzw. Subscriber einen bestimmten
Dienst an, dann gehört zu diesem Dienst eine entsprechende
spezielle Zeitschlitzstruktur. Diese Zeitschlitzstruktur ist
im wesentlichen durch den Startpunkt und die Dauer des
Zeitschlitzes und die zugeordnete Datenblock- bzw. Burst
struktur gekennzeichnet. Dem Teilnehmer werden bei der
Anforderung des Dienstes entsprechend die einzelnen Parameter
der Zeitschlitzstrukturen mitgeteilt.
Mit diesen Informationen wird dann die Luftschnittstelle zwi
schen einer Mobilstation MS und einer Basisstation BS für den
speziellen angeforderten Dienst mit den entsprechenden Para
metern der Zeitschlitze aufgebaut. Zusätzlich können dem
Teilnehmer auch noch weitere Parameter übermittelt werden,
wie zum Beispiel die Sendeleistung, ein Spreizcode c etc.
Besonders vorteilhaft ist das Abspeichern verschiedener
Übertragungsstrukturen über einen längeren Zeitraum in einem
Speicher im Mobilteil MS und insbesondere den Basisstationen
BS, so daß nicht bei jedem Verbindungsaufbau zuerst ein
Training oder eine Abstimmung mit der Übertragung sämtlicher
erforderlicher Daten, die z. B. über den Grundrahmen hinaus
gehen, und eine Konditionierung von diesen durchgeführt
werden muß. Bekannt gegeben wird insbesondere, wo der Burst
beginnen und enden soll. Man kann solche Informationen u. a.
auch über den BCCH ausstrahlen, der ständig mitteilt, welche
Bit des Grundrahmens belegt sind.
Zweckmäßigerweise besteht bei insbesondere den Mobilstationen
MS die Möglichkeit, ausgewählt nur bestimmte Übertragungs
strukturen abzuspeichern. Alternativ oder zusätzlich ist zur
Speicheroptimierung auch eine Automatikfunktion implemen
tierbar, die über einen vorgebbaren Zeitraum nicht verwendete
Übertragungsstrukturen oder relativ selten verwendete Über
tragungsstrukturen aus dem Speicher löscht.
Nach dem Übermitteln einer entsprechend geeigneten Übertra
gungsstruktur bzw. Auswahl dieser aus dem Speicher werden im
Mobilteil implementierte Burstinstallationseinrichtungen und
Burstdeinstallationseinrichtungen mit den entsprechenden
Parametern versorgt.
Das Mobilteil dient hier somit insbesondere nur als eine
Hardware-Plattform.
Damit die Parameter der Zeitschlitzstrukturen gesichert über
tragen werden, wenden die Netzwerkelemente, insbesondere die
Mobilstationen MS und die Basisstationen BS ein Basiszeit
schlitzverfahren und ein Basis-Fehlerschutzverfahren zur
Übertragung der Parameter an. Verwendbar sind dazu beispiels
weise ein ARQ-(Automatic Repeat Request)-Verfahren, das auf
einem Blockcode beruht, sowie hinsichtlich der Zeitschlitz
struktur der Normalburst des GSM-Systems.
Weiterhin können gemäß einer besonders vorteilhaften Ausfüh
rungsform auch geänderte Tail-Bit bzw. Listenendemarkierungen
und/oder Trainingssequenzen mit einer verbesserten Leistungs
fähigkeit übertragen werden. Zur Erhöhung der Datenrate
können z. B. auch verkürzte Tail-Bit und verkürzte Trainings
sequenzen gewählt werden.
Bei diesem Verfahren sind verschiedenartigste bekannte und
zukünftig zu entwickelnde Bursttypen einsetzbar. Beispiele
sind Access-Bursts für einen zufälligen Zugriff (Random
Access) oder einen Übergabezugriff (Handover Access), Fre
quenzkorrektur-Bursts (Frequency Correction Bursts), Syn
chronisations-Bursts, Normalbursts für Sprache, Daten,
Signalisierung und Broadcasting sowie Platzhalter- bzw.
Dummy-Bursts.
Eine beispielhafte Struktur eines Normalbursts für einen
bestehenden Zeitschlitz mit einer Dauer von 0,577 msec, die
eine derartige Anpassung an verschiedene Dienste ermöglicht
und verkürzte Tail-Bit und Trainingssequenzen aufweist, ist
in Fig. 5 und Tabelle 2 dargestellt:
Dieser beispielhafte Normalburst enthält durch die verkürzten
Tail-Bit und die verkürzte Trainingssequenz ca. 20% mehr
Datenbit.
Gemäß einer anderen beispielhaften Ausführungsform besteht
auch die Möglichkeit, verkürzte Normalburst für geringere
Datenraten einzuführen, wenn zum Beispiel ein neuer Sprach
codec mit einer sehr geringen Datenrate realisiert werden
soll.
Zur Übertragung der speziellen Parameter des Normalbursts
sowie der Bitfolge für die Tail-Bit und die Bitfolge der
Trainingssequenz kann gemäß einer besonders vorteilhaften
Ausführungsform ein Nachrichtendienst verwendet werden, wie
z. B. der bekannte Kurzmitteilungsdienst SMS. Daneben muß der
Zeitpunkt bzw. Startpunkt des Zeitschlitzes mitgeteilt wer
den. Aber auch Übertragungskanäle wie der Random Access
Channel FACH oder der BCCH sind für die Übertragung der dazu
erforderlichen Informationen geeignet.
Weiterhin können auch Normalburst mit zwei Trainingssequenzen
spezifiziert werden, die wesentlich länger sind und eine
höhere Performance bzw. Leistungsfähigkeit zur Verfügung
stellen.
Gemäß einer besonderen Ausführungsform wird vorzugsweise ein
bestimmtes Informationselement von einer Mobilstation MS aus,
die flexible Strukturen unterstützt, an das Netz bzw. die mit
dieser kommunizierende Basisstation BS gesendet, damit diese
und/oder das System erkennen, ob die kommunizierende Mobil
station MS mit flexiblen Strukturen arbeiten kann. Das zu
sätzliche Informationselement wird vorzugsweise während der
Anforderung des Dienstes übermittelt. Diese Information kann
im Heimatregister HLR und/oder Besucherregister VLR durch das
Setzen eines Flags gespeichert werden. Alternativ kann die
Übermittlung eines entsprechenden Informationselements auch
von mit flexiblen Strukturen arbeitenden Basisstationen BS zu
Mobilstationen MS und/oder dem Kommunikationssystem erfolgen,
wenn neue Verbindungen aufgebaut werden.
Vorteilhaft ist insbesondere auch die Übertragung und Anpas
sung der Strukturen per Software bzw. die Übertragung über
Informationselemente über das Netz für die Basisstationen BS
und über die Luftschnittstellen für die betreffenden Mobil
stationen MS. Die Strukturen können dabei auch dienstabhängig
sein.
Allgemein können die Zeitschlitzstrukturen sowohl im Uplink
als auch im Downlink unterschiedlich sein, wobei für den
Downlink z. B. auch andere Burststrukturen definiert werden
können.
Nachfolgend werden beispielhafte Varianten anhand des be
stehenden GSM-Systems mit einem Zeitschlitzrahmen aus 8
Zeitschlitzen aufgeführt. Jeder Zeitschlitz hat eine Dauer
von 0,577 msec bzw. enthält genau 156,25 Bit. Jedes Bit hat
eine Bitdauer von 3,69 µsec. Ein Zeitschlitzrahmen hat also
156,25 Bit mal 8 Zeitschlitzen, d. h. 1250 Bit. Diese 1250 Bit
können z. B. als Grundstruktur erhalten bleiben.
Fordert ein Teilnehmer einen Dienst an, so kann man ihm einen
entsprechenden Anteil aus diesen 1250 Bit zuordnen, wobei
hier angenommen werden soll, daß für einen normalen Sprach
dienst (Dienst 1) einschließlich Kanalkodierung zum Beispiel
für Full-Rate-Speech eine Bruttodatenrate von 22.8 kbit/s
(Burst 1) benötigt wird, für einen Half-Rate-Speech-Channel
(Dienst 2) eine Bruttodatenrate von 8,0 kbit/s (Burst 2), für
einen 64 Kbit/s-Datendienst (Dienst 3) eine Bruttodatenrate
von 85,8 kbit/s (Burst 3), für einen 32 Kbit/s-Datendienst
(Dienst 4) eine Bruttodatenrate von 54,8 kbit/s (Burst 4) und
für einen 16 Kbit/s-Datendienst (Dienst 5) eine Bruttodaten
rate von 39,0 kbit/s (Burst 5).
Dann könnten z. B. Datenburst gemäß der folgenden Tabellen 3
bis 7 definiert werden, wobei die Abfolge der Felder wieder
der Abfolge der vorhergehenden Tabellen entspricht:
Die Bit auf der Luftschnittstelle sind von 1 bis 1250 durch
numeriert, wie dies in Tabelle 8 dargestellt ist. Fordert ein
Teilnehmer den Dienst 1 an, so wird ihm der Burst 1 zuge
ordnet und zwar mit den Bit 1 bis 156 eines Zeitschlitz
rahmens. Fordert anschießend ein Teilnehmer einen Dienst 2
an, so werden ihm die Bit 157 bis 234 zugeordnet. Werden
beispielsweise weiter nacheinander die Dienste 3, 4 und 5
angefordert, dann bekommt der nächste Teilnehmer für den
Dienst 3 den Burst 3 auf den Bit 235 bis 702, der Teilnehmer
danach für den Dienst 4 (Burst 4) die Bit 703 bis 1014 und
der folgende Teilnehmer danach für den Dienst 5 (Burst 5) die
Bit 1015 bis 1248. Die restlichen 2 Bit bleiben frei. Auf
einer anderen Frequenz kann es anders aussehen, je nachdem
was die darüber versorgten Teilnehmer angefordert haben.
In einer Nachricht bzw. Message wird dem Teilnehmer mitge
teilt, mit welchem Bit des Zeitschlitzrahmens sein Burst
beginnt und endet. Weiterhin wird ihm mitgeteilt, welche
Struktur der Burst hat.
Eine andere Konstellation könnte z. B. darin bestehen, daß
zweimal Dienst 3 und einmal Dienst 4 angefordert wird. Dem
ersten Teilnehmer vom Dienst 3 könnten die Bit 1 bis 468, dem
zweiten Teilnehmer vom Dienst 3 die Bit 469 bis 936 und dem
Teilnehmer mit Dienst 4 die Bit 937 bis 1248 zugewiesen
werden. Die restlichen 2 Bit der 1250 Bit des Zeitschlitz
rahmens bleiben wiederum frei. Diese Zuordnung ist in Tabelle
9 veranschaulicht.
Tabelle 10 zeigt eine weitere Konstellation mit sechzehnmal
dem Dienst 2.
Noch eine andere Konstellation ist in Tabelle 11 mit viermal
Dienst 5 und dreimal Dienst 2 dargestellt.
Die Strukturen auf den einzelnen Frequenzen können dabei
natürlich unterschiedlich sein.
Claims (16)
1. Verfahren zur Aktualisierung und/oder Anpassung von
Übertragungsstrukturen bei einem Kommunikationssystem,
insbesondere Funk-Kommunikationssystem mit einer Schnitt
stelle zwischen zumindest einer, insbesondere einer Vielzahl
von ersten Stationen (BS) und zumindest einer, insbesondere
einer Vielzahl von weiteren Stationen (MS), bei dem
- - jeweils zumindest eine erste Station (BS) mit mehreren weiteren Stationen (MS) über die Schnittstelle (V1-V3) verbindbar ist und
- - zu übertragende Daten darüber gemäß den Vorgaben zumindest einer festen Übertragungsstruktur übermittelt werden,
- - die zumindest eine Übertragungsstruktur über das Kommuni kationssystem übermittelbar und/oder aktualisierbar ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem
als Übertragungsstruktur eine Übertragungsrahmen-Zeitschlitz
struktur verwendet wird, insbesondere im Up- und/oder Down
link.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem
das Kommunikationssystem ein Mobilfunk-Kommunikationssystem
mit Basisstationen (BS) und Mobilstationen (MS) und
insbesondere auch einem Operations- und Wartungszentrum (OMC)
ist, die miteinander über Schnittstellen kommunizieren.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem
bei Anforderung eines Dienstes die Übertragungsstruktur,
insbesondere Zeitschlitzstruktur und/oder der Aufbau des phy
sikalischen Inhaltes (Burst) der Struktur zwischen den
kommunizierenden Stationen übermittelt werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem
zwischen kommunizierenden Stationen Beginn und Ende eines
Bursts bzw. Zeitschlitze für Beginn und Ende im Downlink
und/oder Uplink bekanntgegeben werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem
ohne Anforderung eines speziellen Dienstes und/oder zum
Aufbau einer Verbindung ein Grundrahmen verwendet wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem
die Übertragung und/oder Anpassung der Strukturen per Soft
ware und/oder über Informationselemente über ein Kommuni
kationsnetz für Basisstationen (BS) und über Luftschnitt
stellen für Mobilstationen (MS) erfolgt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem
die Übertragungsstrukturen diensteabhängig ausgewählt werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem
verschiedene Übertragungsstrukturen über zumindest einen
festsetzbaren oder festgesetzten Zeitraum in einem Speicher
in Mobilstationen (MS) und/oder Basisstationen (BS) abge
speichert werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem
ausgewählte Übertragungsstrukturen abgespeichert werden
und/oder über einen vorgebbaren Zeitraum nicht verwendete
Übertragungsstrukturen und/oder relativ selten verwendete
Übertragungsstrukturen aus dem Speicher gelöscht werden.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem ein Basiszeitschlitzverfahren und ein Basis-Fehlerschutz
verfahren zur Übertragung von Parametern angewendet werden.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem der Übertragungskanal aus einem oder mehreren unter
schiedlichen Bursts besteht, die wiederum auf unterschied
liche Frequenzen legbar sind.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem zur Übertragung von speziellen Parametern ein Nachrich
tendienst, insbesondere Kurzmitteilungsdienst (SMS) verwendet
wird.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem von flexible Strukturen unterstützenden ersten und/oder
weiteren Stationen (BS, MS) deren Fähigkeit signalisiert
wird, insbesondere ein Informationselement übertragen wird.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem in den ersten und/oder weiteren Stationen (BS, MS), im
Heimatregister (HLR), im Besucherregister (VLR) und/oder
einer Basisstations-Steuereinrichtung (MSC) insbesondere
durch Setzen eines Flags registriert wird, ob die kommuni
zierenden Stationen (MS, BS) flexible Strukturen unter
stützen.
16. Kommunikationssystem, insbesondere Funk-Kommunikations
system zum Umsetzen eines Verfahrens nach einem der vorher
gehenden Ansprüche.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999132455 DE19932455A1 (de) | 1999-07-12 | 1999-07-12 | Aktualisierung von Übertragungsstrukturen, insbesondere Zeitschlitzstrukturen bei Mobilfunksystemen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999132455 DE19932455A1 (de) | 1999-07-12 | 1999-07-12 | Aktualisierung von Übertragungsstrukturen, insbesondere Zeitschlitzstrukturen bei Mobilfunksystemen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19932455A1 true DE19932455A1 (de) | 2001-04-05 |
Family
ID=7914446
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1999132455 Withdrawn DE19932455A1 (de) | 1999-07-12 | 1999-07-12 | Aktualisierung von Übertragungsstrukturen, insbesondere Zeitschlitzstrukturen bei Mobilfunksystemen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19932455A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US7289458B2 (en) | 2001-07-30 | 2007-10-30 | Siemens Ag | Method for transmitting data between a read/write device and a data memory, use of the method in an identification system and a read/write device and mobile data memory for an identification system |
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1999
- 1999-07-12 DE DE1999132455 patent/DE19932455A1/de not_active Withdrawn
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|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8130 | Withdrawal |