DE19928689A1 - Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft Polsterungen für Möbel und/oder Teppichen und/oder Matratzen, basierend auf Polyurethanweichschaumstoffen, enthaltend organische, cyclische Verbindungen mit einem Molekulargewicht von 200 bis 3000 g/mol.
Description
Die Erfindung betrifft Polsterungen für Möbel und/oder Teppiche
und/oder Matratzen, basierend auf Polyurethanweichschaumstoffen,
enthaltend organische, cyclische Verbindungen mit einem Mole
kulargewicht von 200 bis 3000 g/mol sowie Verfahren zur Her
stellung dieser Polsterungen und/oder Matratzen.
Die Erfindung bezieht sich auf die Verwendung von organischen,
cyclischen Verbindungen mit einem Molekulargewicht von 200 bis
3000 g/mol zur Deaktivierung von aminischen Katalysatoren in
Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten und/oder zur Reduzierung
des Gehaltes an primären Aminen in Polyisocyanat-Polyadditions
produkten und/oder zur Verbesserung der mechanischen Eigen
schaften, insbesondere des Druckverformungsrestes, insbesondere
nach Feuchtwärmealterung in Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten.
Die Herstellung von Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten durch
Umsetzung von Polyisocyanaten mit gegenüber Isocyanaten reaktiven
Verbindungen in Anwesenheit von Katalysatoren, die die Reaktion
der gegenüber Isocyanaten reaktiven Stoffe mit Isocyanaten
beschleunigen und gegebenenfalls Treibmitteln, Zusatzstoffen,
und/oder Hilfsmitteln ist allgemein bekannt.
Wie auch andere Kunststoffe sind Polyisocyanat-Polyadditions
produkte Alterungsprozessen unterworfen, die im allgemeinen mit
zunehmender Zeit zu einer Verschlechterung der Gebrauchseigen
schaften führen. Wesentliche Alterungseinflüsse sind beispiels
weise Hydrolyse, Photooxidation und Thermooxidation, die zu
Bindungsbrüchen in den Polymerketten führen. Bei Polyisocyanat-
Polyadditionsprodukten, beispielsweise Polyurethanen, im Folgen
den auch als PUR bezeichnet, hat speziell die Einwirkung von
Feuchtigkeit und noch verstärkt die Kombination von Feuchtigkeit
und erhöhter Temperatur eine hydrolytische Spaltung der Urethan-
und Harnstoffbindungen zur Folge.
Diese Spaltung äußert sich nicht nur in einer signifikanten Ver
schlechterung der Gebrauchseigenschaften, sondern führt auch zur
Bildung von primären aromatischen Aminen wie z. B. Toluylendiamin
(TDA) und Diaminodiphenylmethan (MDA) oder primären aliphatischen
Aminen wie beispielsweise Hexamethylendiamin oder Isophoron
diamin.
Wie in Versuchen festgestellt wurde, wird die Aminbildung
von einer Reihe von Parametern beeinflußt. Insbesondere hohe
Temperaturen ab 80°C in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit
führen zur hydrolytischen Spaltung der Urethan- und Harnstoff
bindungen. Derartige Bedingungen sind für einige spezielle
Anwendungsgebiete von PUR-Weichschaumstoffen von Bedeutung.
Ein weiterer Parameter, der die Bildung primärer Amine signi
fikant beeinflußt, ist die Art und Menge der verwendeten Kataly
satoren. Wie in diversen Experimenten nachgewiesen werden konnte,
katalysieren die in Polyurethansystemen enthaltenen, für die
Urethanisierungs- und Treibreaktion notwendigen Katalysatoren,
in erheblichem Maße auch die hydrolytische Rückspaltungsreaktion.
Die Anwesenheit von Katalysatoren ist somit eine ganz ent
scheidende Voraussetzung für die Hydrolyse der Urethan- und Harn
stoffbindungen. Darüberhinaus konnte gezeigt werden, daß die
Effizienz der Hydrolyse in hohem Maße von der Aktivität und der
Art des Katalysators abhängig ist, sowie der Tatsache, ob der
Katalysator im System verbleibt oder aus dem Material heraus
migrieren kann. Insbesondere tertiäre Aminkatalysatoren mit reak
tionsfähigen funktionellen Gruppen wie OH- und NH2 beschleunigen
die Aminbildung durch Absenkung der Aktivierungsenergie für die
Spaltreaktion erheblich. Die funktionellen Gruppen bewirken den
Einbau der Katalysatoren in das entstehende PUR-Netzwerk und
die damit hergestellten Produkte weisen den Vorteil geringerer
Geruchs- und Foggingproblematik auf, da die Katalysatoren nach
der Fertigstellung des PUR-Produktes nicht durch Diffusion ent
weichen können. Dasselbe gilt für Rezepturen mit Polyolen, die
mit primären oder sekundären Aminen als Startmoleküle herge
stellt wurden und somit katalytisch aktive Zentren besitzen. Der
artige Polyole kommen in jüngster Zeit vermehrt zum Einsatz. Bei
Rezepturen mit solchen Bestandteilen, die als Spezialanwendungen
besonderen feucht-warmen Bedingungen ausgesetzt sind, kann die
Bildung von primären Aminen als Spaltprodukte nicht ausge
schlossen werden. Bei Schaumstoffen mit Aminkatalysatoren, die
keine einbaufähigen funktionellen Gruppen enthalten, entweichen
diese dagegen in der Regel bereits kurze Zeit nach der Fertig
stellung, bzw. bei der Alterung des Schaumstoffes. Bei solchen
Schaumstoffen führen feucht-warme Bedingungen zu wesentlich
geringeren Amingehalten.
Um speziell bei solchen PUR-Produkten, die feucht-warmen
Bedingungen ausgesetzt sind, die hydrolytische Spaltung von
Urethan- und Harnstoffbindungen und damit die Bildung primärer
Amine zu vermindern, war es notwendig, Additive zu finden, die
die verwendeten Aminkatalysatoren durch Deaktivierung in ihrer
Effizienz zur Bindungsspaltung behindern. Die Additive sollten
dabei die Schäumreaktion nicht wesentlich beeinflussen.
In der WO96/23826 wird die Darstellung von steifen thermo
plastischen Polyurethanen mit verbesserter "melt strength" durch
Zugabe eines deaktivierbaren Metall-Katalysators und der Zugabe
eines Deaktivators für den deaktivierbaren Metall-Katalysator, um
die Spaltung von Urethanbindungen zu unterdrücken, beschrieben.
Eine Verbesserung der Hydrolysestabilität und damit der Alterung
wird nicht beschrieben. Bei den genannten Katalysatoren handelt
es sich um Zinnverbindungen, die über Deaktivatoren wie Säuren,
speziell auf Phosphorbasis, antioxidante Metall-Deaktivatoren
wie gehinderte phenolische Polyamme, phenolische Hydrazine oder
phenolische Oxime deaktiviert werden. Über eine Deaktivierung
von tertiären Aminkatalysatoren wird in diesem Dokument nicht
berichtet. Der Deaktivator wird bevorzugt in gekapselter Form
eingesetzt und muß in einem aufwendigen technischen Verfahren
hergestellt werden. Wünschenswert wäre der einfache Zusatz von
Additiven in die Isocyanat- oder Polyolkomponente.
DE-A 42 32 420 offenbart die Verwendung von α,β-ungesättigten
Estercarboxylaten zur Herstellung von Polyurethanschaumstoffen,
die eine verbesserte Stauchhärte und Reißdehnung aufweisen. Salze
von α,β-ungesättigten Estercarboxylaten werden hierin als Kataly
satoren für die NCO/Wasser-Reaktion verwendet. In einem Nebensatz
wird beschrieben, daß die Verbindungen aufgrund des Vorliegens
von olefinischen Doppelbindungen in Nachbarschaft zu den Carboxy
latgruppen zur Addition von Aminogruppen, die während der lang
samen Schaumalterung entstehen, befähigt sind. Nachteilig an
diesen Verbindungen ist ihre katalytische Wirkung, die zu einer
Beeinträchtigung der Schäumreaktion führt. Die katalytische
Wirkung von Additiven zur Reduzierung der Amingehalte in fertigen
PUR-Schäumen ist jedoch nicht erwünscht, da dies wie oben be
schrieben zu einer weiteren und beschleunigten Bildung primärer
Amine führt.
Als Verbindungen, die den Gehalt an aromatischen Aminen in Poly
urethanweichschaumstoffen vermindern, werden gemäß US 4211847,
GB 1565124 und DE-A 29 46 625 sterisch gehinderte cycloaliphatische
Monoisocyanate und Monothioisocyanate verwendet. Diese Isocyanate
reagieren aufgrund ihrer sterischen Hinderung und der verglichen
zu aromatischen Isocyanaten geringeren Reaktivität während der
Schäumreaktion nur in geringem Umfang ab, so daß nach Beendigung
der Schäumreaktion freies Isocyanat zur Reaktion mit gegebenen
falls vorhandenen aromatischen Aminen zur Verfügung steht. Nach
teilig an diesen bekannten Lehren ist, daß die genannten Ver
bindungen relativ teuer und speziell die beiden zuletzt genannten
Verbindungen trotz ihrer sterischen Hinderung zumindest teilweise
auch an der Urethanisierungsreaktion beteiligt werden und nicht
erst nach der Schäumreaktion mit gebildetem aromatischen Amin
reagieren. Zudem neigen diese Isocyanate aufgrund ihres geringen
Dampfdrucks dazu, aus dem fertigen Schaum herauszumigrieren und
stellen somit eine weitere Gesundheitsgefahr durch Auftreten von
freiem Isocyanat dar.
Der Einsatz von Cyclodextrinen oder Calixarenen, d. h. makro
cyclischen Verbindungen, bei der Herstellung von Polyurethanen
ist aus den Schriften US 4 642 362, US 4 617 336, US 5 063 251
und DE-A 196 14 441 bekannt. Ein Hinweis, daß diese Makrocyclen
geeignet sind, aminische Katalysatoren zur Herstellung von Poly
urethanen zu deaktivieren und somit sowohl einen hydrolytischen
Abbau des Polyurethans als auch eine Freisetzung von primären
Aminen zu verhindern, kann diesen Schriften nicht entnommen
werden. Auch der Einsatz in Polsterungen oder Matratzen wird
durch diese Schriften nicht offenbart oder nahegelegt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, aminische Kata
lysatoren in Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten, insbesondere
nach der Herstellung der Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte, zu
deaktivieren und damit die Bildung primärer Amine, insbesondere
primärer aromatischer Amine, in Polyisocyanat-Polyadditions
produkten zu verhindern. Es sollten somit Additive erfunden
werden, die in der Lage sind, den Gehalt an primären, bevorzugt
primären aromatischen Aminen insbesondere in PUR-Weichschaum
stoffen zu reduzieren. Neben ihrer Funktion als Katalysator
deaktivatoren sollten die Additive auch dazu befähigt sein,
gebildetes aromatisches Amin in der Polyurethanmatrix zu
komplexieren. Die Additive sollten dabei die Schäumreaktion
bei der Herstellung von Polyurethanhart- oder insbesondere
-weichschaumstoffen nicht negativ beeinflussen.
Diese Aufgabe konnte durch die eingangs beschriebenen Ver
wendungen von organischen, cyclischen Verbindungen mit einem
Molekulargewicht von 200 bis 3000, bevorzugt 200 bis 1300 g/mol,
im Folgenden auch als "Makrocyclen" bezeichnet, und insbesondere
durch die eingangs beschriebenen Polsterungen für Möbel und/oder
Teppiche und/oder Matratzen gelöst werden. Die erfindungsgemäßen
Makrocyclen werden bevorzugt bereits in den allgemein bekannten
Verfahren zur Herstellung der Polyisocyanat-Polyadditions
produkte, bevorzugt Polyurethane, die gegebenenfalls Isocyanurat
und/oder Harnstoffstrukturen aufweisen können, besonders bevor
zugt Polyurethanweichschaumstoffe, eingesetzt.
Aufgrund des erfindungsgemäßen Einsatzes der Makrocyclen wird
erreicht, daß die Makrocyclen mit tertiären Aminen, die als
Katalysatoren bei der Herstellung der Polyisocyanat-Poly
additionsprodukte eingesetzt wurden, insbesondere im fertigen
Polyisocyanat-Polyadditionsprodukt Komplexe bilden und die
tertiären Amine ihre katalytische Aktivität im Komplex mit den
Makrocyclen nicht mehr entfalten können, d. h. blockiert sind.
Da die komplexierten Aminkatalysatoren in den fertigen Poly
isocyanat-Polyadditionsprodukten nicht mehr dazu befähigt
sind, die eingangs geschilderte hydrolytische Rückspaltung
von Urethan- und Harnstoffbindungen zu katalysieren, wird
durch die erfindungsgemäßen Makrocyclen sowohl einer Ver
schlechterung der mechanischen Eigenschaften insbesondere unter
feuchtwarmer Belastung als auch der Bildung von primären Aminen,
insbesondere primären aromatischen Aminen, beispielsweise 2,2'-,
2,4', und/oder 4,4'-MDA und/oder 2,4- und/oder 2,6-TDA entgegen
gewirkt. Des weiteren können die erfindungsgemäßen Makrocyclen
durch Komplexierung mit primären Aminen, beispielsweise primären
aromatischen Aminen diese an einer Migration oder Extraktion aus
dem Polyisocyanat-Polyadditionsprodukt hindern. Auch die amini
schen Katalysatoren werden durch eine derartige Komplexierung an
einer Migration oder Extraktion aus dem Produkt gehindert. Die
dadurch verringerte Geruchs- und Foggingproblematik wird ins
besondere dadurch verstärkt, daß die erfindungsgemäßen Additive
bevorzugt durch das Vorhandensein von OH-Gruppen zumindest teil
weise in das Polyurethannetzwerk eingebaut werden können. Die
somit fixierten Makrocyclen führen durch Einschluß von primären
und/oder tertiären Aminen zu deren Immobilisierung in der Schaum
matrix.
Makrocyclen, z. B. Cyclodextrine sind neben Aminen zum Einschluß
von wassermolekülen befähigt, was das Auftreten von hydro
lytischen Spaltreaktionen weiter vermindert und somit der Bildung
von primären Aminen zusätzlich entgegenwirkt.
Als erfindungsgemäße Makrocyclen können allgemein bekannte
Verbindungen verwendet werden, beispielsweise Cyclodextrine,
Resorcinarene, Cyclophane und/oder Cyclocalixarene, wobei die
genannten Verbindungen jeweils modifiziert vorliegen können.
Derartige Cyclodextrine, die gegebenenfalls verzweigtkettig
aufgebaut sein können, werden z. B. genannt in US 5 063 251,
Spalte 2, Zeilen 55 bis 63 und DE-A 196 14 441, Seite 2,
Zeilen 46 bis 47. Geeignete Cyclocalixarene werden beschrieben
in US 4 642 362, Spalte 2, Zeile 34 bis Spalte 7, Zeile 68.
Bevorzugt ist die Verwendung von α-Cyclodextrin, β-Cyclodektrin,
γ-Cyclodextrin, Umsetzungsprodukten dieser Cyclodextrine mit
Alkylenoxiden, 4-tert.-Butylcalix[4]aren, 4-tert.-Butylcalix-
[6]aren, 4-tert.-Butylcalix[8]aren, 4-Sulfocalix[4]aren, 4-Sulfo
calix[6]aren, 4-Sulfocalix[8]aren, C-Methylcalix[4]resorcinaren,
C-Undecylcalix[4]resorcinaren, Tetra-N-pentylcalix[4]resorcinaren
und/oder [2.2]Paracyclophan, besonders bevorzugt β-Cyclodextrin,
4-tert.-Butylcalix[6]aren, 4-Sulfocalix[6]aren und/oder
[2.2]Paracyclophan.
Die erfindungsgemäßen Makrocyclen werden zur Herstellung von
Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten nach allgemein bekannten
Verfahren durch Umsetzung von Isocyanaten mit gegenüber Iso
cyanaten reaktiven Verbindungen in Gegenwart von gegebenenfalls
Katalysatoren, Treibmitteln, Zusatzstoffen und/oder Hilfsmitteln
verwendet. Als Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte können bei
spielsweise kompakte oder zellige, beispielsweise mikrozellige.
weiche, halbharte oder harte Polyurethanschaumstoffe, thermo
plastische Polyurethane, oder Polyurethanelastomere nach üblichen
Verfahren unter Verwendung der erfindungsgemäßen Makrocyclen her
gestellt werden. Bevorzugt setzt man die erfindungsgemäßen Makro
cyclen in Verfahren zur Herstellung von Polyurethanelastomeren
oder geschäumten Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten, insbeson
dere Polyurethanweichschaumstoffen, bevorzugt Polsterungen für
Möbel und Teppiche oder Matratzen, insbesondere Krankenhaus
matratzen, durch Umsetzung von Isocyanaten mit gegenüber Iso
cyanaten reaktiven Verbindungen in Gegenwart von Katalysatoren,
Treibmitteln und gegebenenfalls Zusatzstoffen und/oder Hilfs
mitteln ein. Diese Produkte, d. h. die erfindungsgemäßen
Polsterungen für Möbel und/oder Teppiche bzw. die Matratzen
werden zunehmend zur Reinigung oder Desinfektion mit heißem Dampf
behandelt, womit gerade bei diesen Produkten die erfindungs
gemäßen Vorteile besonders ausgeprägt sind.
Zur Herstellung der Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte setzt man
die Makrocyclen bevorzugt in einer Menge von 0,2 bis 5 Gew.-%,
bezogen auf das Gewicht der gegenüber Isocyanaten reaktiven Ver
bindungen, ein.
Die Ausgangsstoffe für die Herstellung der Polyisocyanat-Poly
additionsprodukte werden nachfolgend beispielhaft beschrieben.
Als Isocyanate können die an sich bekannten aliphatischen,
cycloaliphatischen, araliphatischen und vorzugsweise aromatischen
organischen Isocyanate, bevorzugt mehrfunktionelle, besonders
bevorzugt Diisocyanate, eingesetzt werden.
Im einzelnen seien beispielhaft genannt: Alkylendiisocyanate mit
4 bis 12 Kohlenstoffatomen im Alkylenrest, wie 1,12-Dodecan-di
isocyanat, 2-Ethyl-tetramethylen-diisocyanat-1,4, 2-Methyl-penta
methylen-diisocyanat-1,5, Tetramethylen-diisocyanat-1,4 und vor
zugsweise Hexamethylendiisocyanat-1,6; cycloaliphatische Diiso
cyanate, wie Cyclohexan-1,3- und -1,4-diisocyanat sowie beliebige
Gemische dieser Isomeren, 1-Isocyanato-3,3,5-trimethyl-5-iso
cyanatomethyl-cyclohexan (Isophorondiisocyanat), 2,4- und
2,6-Hexahydrotoluylen-diisocyanat sowie die entsprechenden Iso
merengemische, 4,4'-, 2,2'- und 2,4'-Dicyclohexylmethan-diiso
cyanat sowie die entsprechenden Isomerengemische, aromatische Di-
und Polyisocyanate, wie z. B. 2,4- und 2,6-Toluylen-diisocyanat
(TDI) und die entsprechenden Isomerengemische, 4,4'-, 2,4'- und
2,2'-Diphenylmethan-diisocyanat (MDI) und die entsprechenden Iso
merengemische, Naphthalin-1,5-diisocyanat (NDI), Mischungen aus
4,4'- und 2,4'-Diphenylmethan-diisocyanaten, Mischungen aus NDI
und 4,4'- und/oder 2,4'-Diphenylmethan-diisocyanaten, 3,3'-Di
methyl-4,4'-diisocyanatodiphenyl (TODI), Mischungen aus TODI und
4,4'- und/oder 2,4'-Diphenylmethan-diisocyanaten, Polyphenyl
polymethylen-polyisocyanate, Mischungen aus 4,4'-, 2,4'- und
2,2'-Diphenylmethan-diisocyanaten und Polyphenylpolymethylen
polyisocyanaten (Roh-MDI) und Mischungen aus Roh-MDI und
Toluylen-diisocyanaten. Die organischen Di- und Polyisocyanate
können einzeln oder in Form ihrer Mischungen eingesetzt werden.
Häufig werden auch sogenannte modifizierte mehrwertige Iso
cyanate, d. h. Produkte, die durch chemische Umsetzung organischer
Di- und/oder Polyisocyanate erhalten werden, verwendet. Beispiel
haft genannt seien Ester-, Harnstoff-, Biuret-, Allophanat-,
Carbodiimid-, Isocyanurat-, Uretdion- und/oder Urethangruppen
enthaltende Di- und/oder Polyisocyanate. Im einzelnen kommen bei
spielsweise in Betracht: Urethangruppen enthaltende organische,
vorzugsweise aromatische Polyisocyanate mit NCO-Gehalten von 33,6
bis 15 Gew.-%, vorzugsweise von 31 bis 21 Gew.-%, bezogen auf
das Gesamtgewicht, modifiziertes 4,4'-Diphenylmethan-diisocyanat,
modifizierte 4,4'- und 2,4'-Diphenylmethan-diisocyanatmischungen,
modifiziertes NDI, modifiziertes TODI, modifiziertes Roh-MDI
und/oder 2,4- bzw. 2,6-Toluylen-diisocyanat, wobei als Di- bzw.
Polyoxyalkylenglykole, die einzeln oder als Gemische einge
setzt werden können, beispielsweise genannt seien: Diethylen-,
Dipropylenglykol, Polyoxyethylen-, Polyoxypropylen- und Polyoxy
propylen-polyoxyethylen-glykole, -triole und/oder -tetrole.
Geeignet sind auch NCO-Gruppen enthaltende Prepolymere mit
NCO-Gehalten von 25 bis 3,5 Gew.-%, vorzugsweise von 21 bis
14 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht, hergestellt aus bei
spielsweise Polyester- und/oder vorzugsweise Polyetherpolyolen
und 4,4'-Diphenylmethan-diisocyanat, Mischungen aus 2,4'- und
4,4'-Diphenylmethan-diisocyanat, NDI, TODI, Mischungen aus NDI
und Isomeren des MDI, 2,4- und/oder 2,6-Toluylen-diisocyanaten
oder Roh-MDI. Bewährt haben sich ferner flüssige, Carbodiimid
gruppen und/oder Isocyanuratringe erLthaltende Polyisocyanate mit
NCO-Gehalten von 33,6 bis 25, vorzugsweise 31 bis 21 Gew.-%,
bezogen auf das Gesamtgewicht, z. B. auf Basis von 4,4'-, 2,4'-
und/oder 2,2'-Diphenylmethan-diisocyanat, MDI, TODI und/oder 2,4-
und/oder 2,6-Toluylen-diisocyanat.
Die modifizierten Polyisocyanate können miteinander oder mit
unmodifizierten organischen Polyisocyanaten wie z. B. 2,4'-,
4,4'-Diphenylmethan-diisocyanat, NDT, TODI, Roh-MDI, 2,4-
und/oder 2,6-Toluylen-diisocyanat gegebenenfalls gemischt werden.
Bevorzugt werden als Isocyanate in den erfindungsgemäßen
Mischungen bzw. Verfahren 4,4'-, 2,4'- und/oder 2,2'-Diphenyl
methandiisocyanat, 2,4- und/oder 2,6-Toluylendiisocyanat, MDI,
Hexamethylendiisocyanat und/oder Isophorondiisocyanat eingesetzt,
wobei diese Isocyanate sowohl in beliebigen Mischungen als auch
wie bereits beschrieben modifiziert eingesetzt werden können.
Als gegenüber Isocyanaten reaktive Verbindungen mit üblicher
weise mindestens zwei reaktiven Wasserstoffatomen, üblicherweise
Hydroxyl- und/oder Aminogruppen, werden zweckmäßigerweise solche
mit einer Funktionalität von 2 bis 8, vorzugsweise 2 bis 6,
und einem Molekulargewicht von üblicherweise 60 bis 10000 g/mol,
verwendet. Bewährt haben sich z. B. Polyether-polyamine und/oder
vorzugsweise Polyole ausgewählt aus der Gruppe der Polyether
polyole, Polyester-polyole, Polythioether-polyole, Polyester
amide, hydroxylgruppenhaltigen Polyacetale und hydroxylgruppen
haltigen aliphatischen Polycarbonate oder Mischungen aus min
destens zwei der genannten Polyole. Vorzugsweise Anwendung finden
Polyester-polyole und/oder Polyether-polyole, die nach bekannten
Verfahren hergestellt werden können.
Die Polyester-polyole besitzen vorzugsweise eine Funktionalität
von 2 bis 4, insbesondere 2 bis 3, und ein Molekulargewicht
von üblicherweise 500 bis 3000, vorzugsweise 1200 bis 3000 und
insbesondere 1800 bis 2500 g/mol.
Die Polyether-polyole, besitzen eine Funktionalität von vorzugs
weise 2 bis 6 und üblicherweise Molekulargewichte von 500
bis 8000 g/mol.
Als Polyether-polyole eignen sich beispielsweise auch polymer
modifizierte Polyether-polyole, vorzugsweise Pfropf-polyether
polyole, insbesondere solche auf Styrol- und/oder Acrylnitril
basis, die durch in situ Polymerisation von Acrylnitril, Styrol
oder vorzugsweise Mischungen aus Styrol und Acrylnitril her
gestellt werden können.
Die Polyether-polyole körnen ebenso wie die Polyester-polyole
einzeln oder in Form von Mischungen verwendet werden. Ferner
können sie mit den Pfropf-polyether-polyolen oder Polyester
polyolen sowie hydroxylgruppenhaltigen Polyesteramiden, Poly
acetalen und/oder Polycarbonaten gemischt werden.
Als Polyolkomponenten werden dabei für Polyurethanhartschaum
stoffe, die gegebenenfalls Isocyanuratstrukturen aufweisen
können, insbesondere hochfunktionelle Polyole, insbesondere Poly
etherpolyole auf Basis hochfunktioneller Alkohole, Zuckeralkohole
und/oder Saccharide als Startermoleküle, für flexible Schäume
insbesondere 2- und/oder 3-funktionelle Polyether- und/oder Poly
esterpolyole auf Basis Glyzerin und/oder Trimethylolpropan und/
oder Glykolen als Startermoleküle bzw. zu veresternde Alkohole
eingesetzt. Die Herstellung der Polyetherpolyole erfolgt dabei
nach einer bekannten Technologie. Geeignete Alkylenoxide zur
Herstellung der Polyole sind beispielsweise Tetrahydrofuran,
1,3-Propylenoxid, 1,2- bzw. 2,3-Butylenoxid, Styroloxid und
vorzugsweise Ethylenoxid und 1,2-Propylenoxid. Die Alkylenoxide
können einzeln, alternierend nacheinander oder als Mischungen
verwendet werden. Bevorzugt werden Alkylenoxide verwendet, die
zu primären Hydroxylgruppen in dem Polyol führen. Besonders be
vorzugt werden als Polyole solche eingesetzt, die zum Abschluß
der Alkoxylierung mit Ethylenoxid alkoxyliert wurden und damit
primäre Hydroxylgruppen aufweisen. Zur Herstellung von thermo
plastischen Polyurethanen verwendet man bevorzugt Polyole mit
einer Funktionalität von 2 bis 2, 2 und keine Vernetzungsmittel.
Als gegenüber Isocyanaten reaktive Verbindungen können des
weiteren Kettenverlängerungs- und/oder Vernetzungsmittel ver
wendet werden. Beispielsweise zur Modifizierung der mechanischen
Eigenschaften der mit diesen Substanzen hergestellten Polyiso
cyanat-Polyadditionsprodukte, z. B. der Härte, kann sich der
Zusatz von Kettenverlängerungsmitteln, Vernetzungsmitteln oder
gegebenenfalls auch Gemischen davon als vorteilhaft erweisen.
Als Kettenverlängerungs- und/oder Vernetzungsmittel können
Wasser, Diole und/oder Triole mit Molekulargewichten von 60 bis
<500, vorzugsweise von 60 bis 300 g/mol verwendet werden. In
Betracht kommen beispielsweise aliphatische, cycloaliphatische
und/oder araliphatische Diole mit 2 bis 14, vorzugsweise 4 bis
10 Kohlenstoffatomen, wie z. B. Ethylenglykol, Propandiol-1,3,
Decandiol-1,10, o-, m-, p-Dihydroxycyclohexan, Diethylenglykol,
Dipropylenglykol und vorzugsweise Butandiol-1,4, Hexandiol-1,6
und Bis-(2-hydroxy-ethyl)-hydrochinon, Triole, wie 1,2,4-,
1,3,5-Trihydroxy-cyclohexan, Glycerin und Trimethylolpropan und
niedermolekulare hydroxylgruppenhaltige Polyalkylenoxide auf
Basis Ethylen- und/oder 1,2-Propylenoxid und Diolen und/oder
Triolen als Startermoleküle.
Sofern zur Herstellung der Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte
Kettenverlängerungsmittel, Vernetzungsmittel oder Mischungen
davon Anwendung finden, kommen diese zweckmäßigerweise in. einer
Menge von 0 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise von 2 bis 8 Gew.-%,
bezogen auf das Gewicht der gegenüber den Isocyanaten reaktiven
Verbindungen zum Einsatz, wobei thermoplastische Polyurethane
bevorzugt ohne Vernetzungsmittel hergestellt werden.
Als Katalysatoren kommen allgemein übliche Verbindungen in
Betracht, beispielsweise organische Amine, beispielsweise Tri
ethylamin, Triethylendiamin; Tributylamin, Dimethylbenzylamin,
N,N,N',N'-Tetramethylethylendiamin, N,N,N',N'-Tetramethyl-butan
diamin, N,N,N',N'-Tetramethyl-hexan-1,6-diamin, Dimethylcyclo-
hexylamin, Pentamethyldipropylentriamin, Pentamethyldiethylen
triamin, 3-Methyl-6-dimethylamino-3-azapentol, Dimethylamino
propylamin, 1,3-Bisdimethylaminobutan, Bis-(2-dimethylamino
ethyl)-ether, N-Ethylmorpholin, N-Methylmorpholin, N-Cyclohexyl
morpholin, 2-Dimethylamino-ethoxy-ethanol, Dimethylethanolamin,
Tetramethylhexamethylendiamin, Dimethylamino-N-methyl-ethanol
amin, N-Methylimidazol, N-(3-Aminopropyl)imidazol, N-(3-Amino
propyl)-2-Methylimidazol, 1-(2-Hydroxyethyl)imidazol, N-Formyl-
N,N'-dimethylbutylendiamin, N-Dimethylaminoethylmorpholin,
3,3'-Bis-dimethylamino-di-n-propylamin und/oder 2,2'-Dipiparazin
diisopropylether, Dimethylpiparazin, N,N'-Bis-(3-aminopropyl)-
ethylendiamin und/oder Tris-(N,N-dimethylaminopropyl)-s-hexa
hydrotriazin, oder Mischungen enthaltend mindestens zwei der ge
nannten Amine, wobei auch höhermolekulare tertiäre Amine, wie sie
beispielsweise in DE-A 28 12 256 beschrieben sind, möglich sind.
Des weiteren können als Katalysatoren für diesen Zweck übliche
organische Metallverbindungen eingesetzt werden, vorzugsweise
organische Zinnverbindungen, wie Zinn-(II)-salze von organischen
Carbonsäuren, z. B. Zinn-(II)-acetat, Zinn-(II)-octoat, Zinn-(II)-
ethylhexoat und Zinn-(II)-laurat und die Dialkylzinn-(IV)-salze
von organischen Carbonsäuren, z. B. Dibutyl-zinndiacetat, Dibutyl
zinndilaurat, Dibutylzinn-maleat und Dioctylzinn-diacetat. Bevor
zugt können tertiäre aliphatische und/oder cycloaliphatische
Amine in den Mischungen in den Mischungen enthalten sein,
besonders bevorzugt Triethylendiamin.
Als Treibmittel können gegebenenfalls, bevorzugt zur Herstellung
von geschäumten Polyurethanen, allgemein bekannte Treibmittel,
wie z. B. Stoffe, die einen Siedepunkt unter Normaldruck im
Bereich von -40°C bis 120°C besitzen, Gase und/oder feste Treib
mittel und/oder Wasser in üblichen Mengen eingesetzt werden, bei
spielsweise Kohlendioxid, Alkane und oder Cycloalkane wie bei
spielsweise Isobutan, Propan, n- oder iso-Butan, n-Pentan und
Cyclopentan, Ether wie beispielsweise Diethylether, Methyliso
butylether und Dimethylether, Stickstoff, Sauerstoff, Helium,
Argon, Lachgas, halogenierte Kohlenwasserstoffe und/oder teil
halogenierte Kohlenwasserstoffe wie beispielsweise Trifluor
methan, Monochlortrifluorethan, Difluorethan, Pentafluorethan,
Tetrafluorethan oder Mischungen, die mindestens zwei der bei
spielhaft genannten Treibmittel enthalten.
Als Hilfsmittel und/oder Zusatzstoffe seien beispielsweise ober
flächenaktive Substanzen, Schaumstabilisatoren, Zellregler, Füll
stoffe, Farbstoffe, Pigmente, Flammschutzmittel, Hydrolyseschutz
mittel, fungistatische und bakteriostatisch wirkende Substanzen
genannt.
Üblicherweise werden die organischen Polyisocyanate und die
gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen mit einem Molekular
gewicht von 60 bis 10000 g/mol in solchen Mengen zur Umsetzung
gebracht, daß das Äquivalenzverhältnis von NCO-Gruppen der Poly
isocyanate zur Summe der reaktiven Wasserstoffatome der gegenüber
Isocyanaten reaktiven Verbindungen 0,5 bis 5 : 1 vorzugsweise
0,9 bis 3 : 1 und insbesondere 0,95 bis 2 : 1 beträgt.
Gegebenenfalls kann es von Vorteil sein, daß die Polyurethane
zumindest teilweise Isocyanuratgruppen gebunden enthalten. In
diesen Fällen kann ein Verhältnis von NCO-Gruppen der Polyiso
cyanate zur Summe der reaktiven Wasserstoffatome von 1,5 bis
60 : 1, vorzugsweise 1,5 bis 8 : 1 bevorzugt gewählt werden.
Die Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte können beispielsweise
nach dem one-shot Verfahren, oder dem bekannten Prepolymer-Ver
fahren hergestellt werden, beispielsweise mit Hilfe der Hoch
druck- oder Niederdruck-Technik in offenen oder geschlossenen
Formwerkzeugen, Reaktionsextrudern oder Bandanlagen.
Bevorzugt werden mit den erfindungsgemäßen Mischungen geschäumte
Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte, beispielsweise geschäumte
Polyurethane- und/oder Polyisocyanurate hergestellt.
Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, die Polyisocyanat-
Polyadditionsprodukte nach dem Zweikomponentenverfahren herzu
stellen und die gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen und
gegebenenfalls die Katalysatoren, Treibmittel und/oder Hilfs-
und/oder Zusatzstoffe in der A-Komponente zu vereinigen und als
B-Komponente die Isocyanate und Katalysatoren und/oder Treib
mittel einzusetzen. Die Makrocyclen können in der A- und/oder
B-Komponente beziehungsweise in den Bestandteilen dieser Kompo
nenten verwendet werden, bevorzugt in der Isocyanatkomponente,
um eine Komplexierung der Aminkatalysatoren, die üblicherweise
in der A-Komponente enthalten sind, vor der Fertigstellung des
Polyurethanproduktes zu vermeiden. Sind die Makrocyclen weder
in der A- noch in der B-Komponente löslich, werden sie in der
pulverisierter Form in einer der beiden Komponenten dispergiert
und anschließend verarbeitet.
Die Erfindung soll anhand der folgenden Beispiele dargestellt
werden.
Um Bedingungen, wie sie bei oben erwähnten Spezialanwendungen
vorkommen können, zu simulieren, wurde mit Proben nachfolgend
genannter Weichschaumstoffe eine Feuchtwärmealterung durch
geführt. Hierzu wurden jeweils Probewürfel der zu testenden
Schaumstoffe mit der Kantenlänge 3 cm bei 90°C und 90% rel.
Luftfeuchtigkeit für 72 Stunden im Klimaschrank gealtert. Unter
diesen Bedingungen kann es zu einer hydrolytischen Spaltung von
Urethan- und Harnstoffbindungen und damit zur Bildung primärer
aromatischer Amine kommen. Das gebildete Amin wurde anschließend
mittels einer von Prof. Skarping, Universität Lund, entwickelten
Methode extrahiert. Hierzu wurde der Schaum mit 10 ml Essigsäure
(w = 1 Gew.-%) 10 mal ausgequetscht. Die Essigsäure wurde bei
zusammengedrückter Schaumprobe in einen 50-ml-Meßkolben über
führt. Der Vorgang wurde zwei mal wiederholt und der Meßkolben
wurde bis zur Meßmarke mit Essigsäure aufgefüllt. Anschließend
wurde der MDA-Gehalt der vereinigten Extrakte mittels Kapillar
elektrophorese mit UV-Detektion bestimmt. Die in der Tabelle
angegebenen MDA-Gehalte entsprechen den Absolutgehalten des
gebildeten MDA im PUR-Schaumstoff.
Herstellung eines Polyurethan-Weichschaumstoffes, nachfolgend
als Vergleichssystem 1 bezeichnet, durch Vermischen von 750 g
A-Komponente mit 354 g B-Komponente (Index 90) und Überführen des
aufschäumenden Gemisches in eine auf 53°C temperierte Aluminium
form (40 × 40 × 10 cm), wobei sich die Komponenten folgendermaßen
aufbauen:
97 Teile eines Polyols mit der Hydroxylzahl (OHZ) von 28 mg
KOH/g, einer mittleren Funktionalität von 2,3 und
einem Ethylenoxid (EO)/ Propylenoxid (PO)-Verhältnis
von 14/86,
3 Teile eines Polyols mit der OHZ 42 mg KOH/g, einer mittleren Funktionalität von 3 und einem PO/EO- Verhältnis von 30/70,
3,31 Teile Wasser,
0,8 Teile Aminopropylimidazol,
0,6 Teile Lupragen® N 107, OHZ: 421 (BASF Aktiengesellschaft),
0,5 Teile Tegostab B 8631 (Goldschmidt).
3 Teile eines Polyols mit der OHZ 42 mg KOH/g, einer mittleren Funktionalität von 3 und einem PO/EO- Verhältnis von 30/70,
3,31 Teile Wasser,
0,8 Teile Aminopropylimidazol,
0,6 Teile Lupragen® N 107, OHZ: 421 (BASF Aktiengesellschaft),
0,5 Teile Tegostab B 8631 (Goldschmidt).
Mischung aus einem Polymer-MDI mit einem Anteil von 50% und
einem Gemisch aus 2,4'-MDI und 4,4'-MDI im Verhältnis 1 : 1 mit
einem Anteil von 50%.
Dieses System beinhaltet als einbaubare Katalysatoren Amino
propylimidazol und Lupragen® N 107 (BASF Aktiengesellschaft). Es
wurde ausgewählt, um die besondere Wirksamkeit der zugesetzten
Additive bei PUR-Rezepturen mit einbaufähigen Katalysatoren und
katalytisch aktiven Spacerpolyolen zu verdeutlichen.
Herstellung eines Polyurethan-Weichschaumstoffes in Analogie zu
1), nachfolgend bezeichnet als Testsystem 1, mit dem Unterschied,
daß die A-Komponente zusätzlich 1 Gew.-Teil β-Cyclodextrin in fein
dispergierter Form enthielt.
Herstellung eines Polyurethan-Weichschaumstoffes in Analogie zu
1), nachfolgend bezeichnet als Testsystem 2, mit dem Unterschied,
daß die A-Komponente zusätzlich 1 Gew.-Teil 4-tert.-Butylcalix-
[6]aren in fein dispergierter Form enthielt.
Beispiel 4
Herstellung eines Polyurethan-Weichschaumstoffes in Analogie zu
1), nachfolgend bezeichnet als Testsystem 3, mit dem Unterschied,
daß die A-Komponente zusätzlich 1 Gew.-Teil 4-Sulfocalix[6]aren
in fein dispergierter Form enthielt.
Herstellung eines Polyurethan-Weichschaumstoffes in Analogie zu
1), nachfolgend bezeichnet als Testsystem 4, mit dem Unterschied,
1 daß die A-Komponente zusätzlich 1 Gew.-Teil [2.2]Paracyclophan in
fein dispergierter Form enthielt.
Herstellung eines Polyurethan-Weichschaumstoffes, nachfolgend
7 als Vergleichssystem 2 bezeichnet, durch Vermischen von 750 g
A-Komponente mit 354 g B-Komponente (Index 90) und Überführen des
aufschäumenden Gemisches in eine auf 53°C temperierte Aluminium
form (40 × 40 × 10 cm), wobei sich die Komponenten folgendermaßen
aufbauen:
97 Teile eines Polyols mit der Hydroxylzahl (OHZ) von 28 mg
KOH/g, einer mittleren Funktionalität von 2, 3 und
einem Ethylenoxid (EO)/Propylenoxid (PO)-Verhältnis
von 14/86,
3 Teile eines Polyols mit der OHZ 42 mg KOH/g, einer mittleren Funktionalität von 3 und einem PO/EO- Verhältnis von 30/70,
3,31 Teile Wasser,
0,22 Teile Diazabicyclo[2.2.2]octan,
0,14 Teile Lupragen® N 206 (BASF Aktiengesellschaft),
0,5 Teile Tegostab B 8631 (Goldschmidt).
3 Teile eines Polyols mit der OHZ 42 mg KOH/g, einer mittleren Funktionalität von 3 und einem PO/EO- Verhältnis von 30/70,
3,31 Teile Wasser,
0,22 Teile Diazabicyclo[2.2.2]octan,
0,14 Teile Lupragen® N 206 (BASF Aktiengesellschaft),
0,5 Teile Tegostab B 8631 (Goldschmidt).
Mischung aus einem Polymer-MDI mit einem Anteil von 50% und
einem Gemisch aus 2,4'-MDI und 4,4'-MDI im Verhältnis 1 : 1 mit
einem Anteil von 50%.
Herstellung eines Polyurethan-Weichschaumstoffes in Analogie zu
6), nachfolgend bezeichnet als Testsystem 6 mit dem Unterschied,
daß die A-Komponente zusätzlich 1 Gew.-Teil 4-tert.-Butylcalix-
[6]aren in fein dispergierter Form enthielt.
Herstellung eines Polyurethan-Weichschaumstoffes in Analogie zu
6), nachfolgend bezeichnet als Testsystem 7 mit dem Unterschied,
daß die A-Komponente zusätzlich 1 Gew.-Teil 4-Sulfocalix[6]aren
in fein dispergierter Form enthielt.
Herstellung eines Polyurethan-Weichschaumstoffes in Analogie zu
6), nachfolgend bezeichnet als Testsystem 8 mit dem Unterschied,
daß die A-Komponente zusätzlich 1 Gew.-Teil c-Methylcalix[4]-
resorcinaren in gelöster Form enthielt.
Bei den in den Tabellen der Beispiele angegebenen Abkürzungen
handelt es sich im folgenden um:
4,4'-MDA: 4,4'-Diaminodiphenylmethan
2,4'-MDA: 2,4'-Diaminodiphenylmethan
DVR: Druckverformungsrest, gemessen nach DIN 53572
RPE: Rückprallelastizität, gemessen nach DIN 53573
Stauchhärte: gemessen nach DIN 53577 bei 40% Verformung des Formkörpers
2,4'-MDA: 2,4'-Diaminodiphenylmethan
DVR: Druckverformungsrest, gemessen nach DIN 53572
RPE: Rückprallelastizität, gemessen nach DIN 53573
Stauchhärte: gemessen nach DIN 53577 bei 40% Verformung des Formkörpers
Wie die MDA-Gehalte in den angegebenen Testsystemen zeigen, führt
der Zusatz von Makrocyclen zu deutlich reduzierten MDA-Gehalten
verglichen zu den beiden Vergleichssystemen ohne Zusatz von
Makrocyclen, indem die Makrocyclen zu einer Deaktivierung der
vorhandenen tertiären Aminkatalyatoren beitragen. Da der kata
lytisch aktive Stickstoff durch Einschluß in den Makrocyclus
nunmehr komplexiert und damit blockiert ist, ist seine Aktivi
tät gegenüber der Spaltung von Urethan- und Harnstoffbindungen
signifikant vermindert. Durch den Zusatz der erfindungsgemäßen
Makrocyclen werden folglich deutlich weniger Urethan- und Harn
stoffbindungen gespalten und somit auch weniger primäre aromati
sche Amine gebildet. Dies äußert sich nicht nur in wesentlich
geringeren Mengen an extrahierbaren aromatischen Aminen, sondern
auch in einem deutlich geringeren Verlust der mechanischen
Eigenschaften der Schaumstoffe (Testsysteme) nach Feucht-Wärme
lagerung, insbesondere bei Rezepturen, die einbaufähige Kataly
satoren beinhalten. Wie die Beispiele weiter zeigen, ist in den
Testsystemen verglichen zum Vergleichssystem 1 ein deutlich
geringerer Abfall der Rückprallelastizität nach der Feucht-Wärme
alterung zu verzeichnen. Auch die Druckverformungsreste halten
sich auf einem wesentlich geringeren Niveau. Die zugesetzten
Makrocyclen eignen sich demnach in hervorragenderweise als
Stabilisatoren gegen eine hydrolytische Spaltung von Urethan- und
Harnstoffbindungen und damit gegen die Bildung primärer Amine als
Spaltprodukte in Polyurethanprodukten. Zudem sind die zugesetzten
Makrocyclen dazu befähigt, Komplexe mit bereits gebildeten
primären Aminen zu bilden, so daß diese in immobilisierter und
damit nicht extrahierbarer Form in der Schaumstoffmatrix vor
liegen. Ein weiterer Vorteil, der bei Betrachtung der Beispiele 1
bis 5 deutlich wird, ist die Verbesserung der Druckverformungs
reste und der Rückprallelastizität bereits vor der Feucht-Wärme
lagerung. Die verwendeten Makrocyclen eignen sich neben ihrer
Funktion als Hydrolysestabilisatoren auch als Additive zur
Herstellung von Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten mit ver
bessertem Druckverformungsrest (geringere DVR-Werte im fertigen
Schaumstoff) und erhöhter Rückprallelastizität.
Claims (9)
1. Polsterungen für Möbel und/oder Teppiche und/oder Matratzen<
basierend auf Polyurethanweichschaumstoffen, enthaltend
organische, cyclische Verbindungen mit einem Molekulargewicht
von 200 bis 3000 g/mol.
2. Verfahren zur Herstellung von Polsterungen für Möbel und/oder
Teppiche und/oder Matratzen, basierend auf Polyurethan
weichschaumstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man die
Herstellung in Gegenwart von organischen, cyclischen Ver
bindungen mit einem Molekulargewicht von 200 bis 3000 g/mol
durchführt.
3. Verwendung von organischen, cyclischen Verbindungen
mit einem Molekulargewicht von 200 bis 3000 g/mol zur
Deaktivierung von aminischen Katalysatoren in Polyisocyanat-
Polyadditionsprodukten.
4. Verwendung von organischen, cyclischen Verbindungen mit
einem Molekulargewicht von 200 bis 3000 g/mol zur Reduzierung
des Gehaltes an primären Aminen in Polyisocyanat-Poly
additionsprodukten.
5. Verwendung von organischen, cyclischen Verbindungen mit
einem Molekulargewicht von 200 bis 3000 g/mol zur Ver
besserung der mechanischen Eigenschaften in Polyisocyanat-
Polyadditionsprodukten.
6. Verwendung gemäß Anspruch 3, 4 oder 5 in Verfahren zur
Herstellung von Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten.
7. Verwendung gemäß Anspruch 3, 4 oder 5 in Polyurethan
weichschaumstoffen.
8. Verwendung von gegebenenfalls modifizierten Cyclodextrinen,
Resorcinarenen, Cyclophanen und/oder Cyclocalixarenen gemäß
Anspruch 3, 4 oder 5.
9. Verwendung von α-Cyclodextrin, β-Cyclodextrin, γ-Cyclo
dextrin, Umsetzungsprodukten dieser Cyclodextrine mit
Alkylenoxiden, 4-tert.-Butylcalix[4]aren, 4-tert.-Butyl
calix[6]aren, 4-tert.-Butylcalix[8]aren, 4-Sulfocalix[4]aren,
4-Sulfocalix[6]aren, 4-Sulfocalix[8]aren, C-Methylcalix[4]-
resorcinaren, C-Undecylcalix[4]resorcinaren, Tetra-N-pentyl
calix[4]resorcinaren und/oder [2.2]Paracyclophan gemäß
Anspruch 3, 4 oder 5.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19928689A DE19928689A1 (de) | 1999-06-23 | 1999-06-23 | Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19928689A DE19928689A1 (de) | 1999-06-23 | 1999-06-23 | Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte |
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| Publication Number | Publication Date |
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| DE19928689A1 true DE19928689A1 (de) | 2000-12-28 |
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ID=7912217
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE19928689A Withdrawn DE19928689A1 (de) | 1999-06-23 | 1999-06-23 | Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19928689A1 (de) |
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| WO2012135888A1 (de) | 2011-04-06 | 2012-10-11 | Eurofoam Gmbh | Verfahren zur herstellung eines formschaumelementes |
| DE102015000393A1 (de) | 2014-01-21 | 2015-07-23 | Frank Becher | Verfahren zur Herstellung von geschlossen-porigen Erzeugnissen mit hohlen Zellen, mittels dessen der Druck in den Zellen kontrolliert während des Aufschäumens erhöht oder reduziert werden kann, sowie Erzeugnisse, die nach diesem Verfahren hergestellt werden |
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1999
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