DE19918605C1 - Rollstuhl mit einer Schiebehilfe - Google Patents
Rollstuhl mit einer SchiebehilfeInfo
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Abstract
Ein Rollstuhl mit einer als Schiebehilfe 2 ausgebildeten, an dem Rollstuhl 1 durch Zusammenwirken von ersten und zweiten Verbindungsmitteln 14, 18, 19 montierbaren, zumindest ein Antriebsrad 12 umfassenden Antriebseinheit 8, die Teil einer um eine in Querrichtung zur Fahrtrichtung angeordnete Drehachse D¶1¶ vertikal schwenkbaren, am Gestell 3 des Rollstuhles 1 angelenkten Schwinge ist dadurch bestimmt, daß zum bedarfsweisen Erhöhen des Anpreßdruckes auf das oder die Antriebsräder 12 durch eine Begleitperson der Rollstuhl 1 eine Schiebestange 20 aufweist, die in vertikaler Richtung über einen Hebelarm 21 schwenkbar um eine im Bereich des hinteren Endes des Rollstuhles 1 befindliche Drehachse D¶2¶ anbgelenkt ist, an welchem Hebelarm 21 eine Druckstange 22 mit ihrem oberen Ende angreift, deren unteres Ende gelenkig mit der die Antriebseinheit 8 tragenden Schwinge verbunden ist.
Description
Die Erfindung betrifft einen Rollstuhl mit einer Schiebehilfe. Insbesondere
betrifft die Erfindung einen Rollstuhl mit einer als Schiebehilfe ausgebil
deten, an dem Rollstuhl durch Zusammenwirken von ersten und zweiten
Verbindungsmitteln montierbaren, zumindest ein Antriebsrad umfassen
den Antriebseinheit, die Teil einer um eine in Querrichtung zur Fahrtrich
tung angeordnete Drehachse vertikal schwenkbaren, am Gestell des Roll
stuhles angelenkten Schwinge ist.
Schiebehilfen bei Rollstühlen dienen zur Unterstützung einer den Rollstuhl
schiebenden Begleitperson sowohl auf ebenem, ansteigendem und ab
fallendem Terrain. Eine solche Schiebehilfe wird von der Begleitperson
bedient und unterscheidet sich somit von sogenannten Selbstfahrern, die
durch einen Rollstuhlnutzer bedient werden. Neben einer Unterstützung
der schiebenden Begleitperson beim Schieben des Rollstuhles dient die
Schiebehilfe auch zum Bremsen des Rollstuhles, was insbesondere bei
Gefälle eine Rolle spielt. Ein mit einer solchen Schiebehilfe ausgerüsteter
Rollstuhl ist aus der EP 0 592 427 B1 bekannt. Der in diesem Dokument
beschriebene Rollstuhl umfaßt als Schiebehilfe eine Antriebseinheit, die
Teil einer Schwinge ist, deren Drehachse in Querrichtung zur Fahrtrich
tung des Rollstuhles verläuft. Die Antriebseinheit befindet sich am hinte
ren Ende der Schwinge und besteht im wesentlichen aus einem elektri
schen Motoraggregat, Akkumulatoren, einem Getriebe und zwei parallel
zueinander angeordneten Antriebsrädern, deren Drehachse parallel zur
Drehachse der Hinterräder des Rollstuhles angeordnet ist. Der Boden
kontakt der Antriebsräder befindet sich zwischen den beiden größeren
Hinterrädern des Rollstuhles etwa auf einer Verbindungslinie zwischen
den Bodenkontaktpunkten der beiden Haupträder. Der notwendige An
preßdruck der Antriebsräder auf dem Boden resultiert aus dem Eigenge
wicht der Antriebseinheit.
Die die Antriebseinheit tragende Schwinge umfaßt ein in Längsrichtung
des Rollstuhls verlaufendes Rohrstück, an dessen vorderem Ende ein in
Querrichtung verlaufendes, erste Verbindungsmittel tragendes Querge
stänge angeordnet ist. In Längsrichtung des Quergestänges sind ver
schieblich Steckachsen angeordnet, mit denen die Schwinge mit zweiten,
am Rollstuhl angeordneten Verbindungsmitteln verbindbar ist. Bei diesen
zweiten Verbindungsmitteln handelt es sich um eine jeder Rollstuhlseite
zugeordnete Aufnahme, in die jeweils eine solche Steckachse eingescho
ben werden kann. Die Steckachsen sind in den Aufnahmen nach Ihrer
Montage drehbar angeordnet, so daß die an dem Quergestänge angeord
nete Schwinge um die Drehachse der Steckachsen in vertikaler Richtung
verschwenkbar ist. Die zweiten Verbindungsmittel sind beim Gegenstand
der EP 0 592 427 B1 im Bereich der vorderen Schwenkräder des Roll
stuhls angeordnet, so daß eine Montage der Schwinge an dem Rollstuhl
nur von vorne möglich ist. Soll eine Montage der Schiebehilfe erfolgen,
wenn in dem Rollstuhl ein Rollstuhlbenutzer Platz genommen hat, dann
erfolgt eine Befestigung der Schwinge durch die Beine des Rollstuhlbe
nutzers hindurch.
Zum Anheben der Antriebseinheit sind zwei Gurte vorgesehen, anhand
denen die Antriebseinheit durch Betätigen eines Fußhebels in ihre ange
hobene Stellung angehoben werden kann, in der die Antriebsräder keinen
Bodenkontakt mehr haben.
Auch wenn ein mit einer solchen Schiebehilfe ausgerüsteter Rollstuhl eine
brauchbare Schiebehilfe auf ebenem und auf ansteigendem Gelände dar
stellt, wird die gewünschte Bremsung auf Gefällestrecken nicht immer er
zielt, da die Antriebseinheit mit ihren Antriebsrädern entweder bei ent
sprechend hohem zu bremsenden Gewicht oder bei entsprechenden Ge
fällestrecken nicht in ständigem Bodenkontakt verbleibt, sondern zu hüp
fen beginnt. Es ist dann nur ein intermittierender Bodenkontakt vorhan
den; die gewünschte Bremsung des Rollstuhls kann daher nicht bestim
mungsgemäß mit der Schiebehilfe erfolgen, sondern muß durch die Be
gleitperson herbeigeführt werden. Nicht immer ist die Begleitperson je
doch kräftig genug, auch einen schweren Rollstuhl bei Gefällestrecken in
ausreichendem Maße bremsen zu können.
Ausgehend von diesem diskutierten Stand der Technik liegt die Erfindung
daher die Aufgabe zugrunde, einen eingangs erwähnten gattungsgemä
ßen Rollstuhl dergestalt weiterzubilden, daß auch bei Gefällestrecken ein
andauernder Bodenkontakt der Antriebsräder der Antriebseinheit ge
währleistet ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zum be
darfweisen Erhöhen des Anpreßdruckes auf das oder die Antriebsräder
durch eine Begleitperson der Rollstuhl eine Schiebestange aufweist, die in
vertikaler Richtung über einen Hebelarm schwenkbar um eine im Bereich
des hinteren Endes des Rollstuhles befindliche Drehachse angelenkt ist,
an welchem Hebelarm eine Druckstange mit ihrem oberen Ende angreift,
deren unteres Ende gelenkig mit der die Antriebseinheit tragenden
Schwinge verbunden ist.
Der erfindungsgemäße Rollstuhl umfaßt eine Schiebestange, die in verti
kaler Richtung über einen Hebelarm schwenkbar um eine im Bereich des
hinteren Endes des Rollstuhles befindliche Drehachse angelenkt ist.
Zweckmäßigerweise befindet sich die Drehachse der Schiebestange im
Bereich der Schiebegriffe des Rollstuhles. An den Hebelarm, an dem die
Schiebestange angelenkt ist, greift eine Druckstange mit ihrem oberen
Ende an, deren unteres Ende gelenkig mit der die Antriebseinheit tragen
den Schwinge verbunden ist. Da die Antriebseinheit Teil der Schwinge ist,
kann vorgesehen sein, daß die Druckstange mit ihrem unteren Ende auch
unmittelbar an der Antriebseinheit gelenkig angelenkt ist. Durch diese An
ordnung ist ein Lenkersystem geschaffen, wobei die beiden Querlenker
die Schwinge und der Hebelarm der Schiebestange und der bewegliche
Längslenker die Druckstange ist. Da es sich bei der Druckstange um ei
nen starren Körper handelt kann durch Herabdrücken der Schiebestange
der Anpreßdruck der Antriebsräder auf den Boden erhöht werden. In Ab
hängigkeit von dem Abstand der Schwenkachse der Schiebestange und
der Drehachse des oberen Endes der Druckstange an dem Hebelarm und
dem Abstand der Schiebestange von der letzt genannten Drehachse er
folgt eine hebelübersetzte Kraftübertragung des auf die Schiebestange
ausgeübten, nach unten gerichteten Druckes auf die Antriebseinheit und
somit auf die Antriebsräder. Beim Schieben eines solchen Rollstuhles ist
ein höherer Anpreßdruck auf die Antriebsräder der Schiebehilfe dadurch
ausübbar, daß sich die Begleitperson auf der Schiebestange abstützt.
Insbesondere bei Gefällestrecken ist mühelos ein Anpreßdruck erzielbar,
bei dem die Antriebsräder in dauerndem Bodenkontakt belassen sind und
somit eine Rollstuhlbremsung durch die Antriebseinheit selbst ermöglicht
ist. Wird auf die Schiebestange kein nach unten gerichteter Druck durch
die Begleitperson ausgeübt, wirkt auf die Antriebsräder das Eigengewicht
der Antriebseinheit, wobei dieser zusätzlich durch das Gewicht der Schie
bestange und der Druckstange gegenüber demjenigen des vorbekannten
Standes der Technik erhöht ist.
In einer vorteilhaften Weiterbildung ist vorgesehen, daß die in vertikaler
Richtung verschwenkbare Schiebestange nach oben hin über einen Tot
punkt verschwenkbar ist und in dieser über den Totpunkt geführten Stel
lung gegen einen Anschlag wirkt. In einer solchen Ausgestaltung kann die
Antriebseinheit durch Hochschwenken der Schiebestange vom Boden
angehoben werden. Bei einer Montage der Schiebehilfe am Rollstuhl
braucht dann das ansonsten umständliche Anordnen der Gurte zum An
heben der Antriebseinheit nicht mehr durchgeführt werden.
Zweckmäßigerweise ist die Schiebestange in an den Schiebegriffen des
Rollstuhles angeordneten Schiebegriffverlängerungen gehalten, was eine
problemlose Montage der Schiebestange an dem Rollstuhl und auch eine
problemlose Nachrüstung eines vorhandenen Rollstuhles erlaubt.
Bei einem Einsatz von zwei parallel zueinander angeordneten Antriebsrä
dern ist es zweckmäßig, die Schwinge mit der Antriebseinheit über einen
elastischen Abschnitt, an dessen hinterem Ende die Antriebseinheit und an
dessen vorderem Ende die ersten Verbindungsmittel der Schwinge ange
ordnet sind mit dem Gestell des Rollstuhles zu verbinden. Ein solcher ela
stischer Abschnitt kann beispielsweise durch einen Einsatz eines Gummi
puffers realisiert sein. Der Vorteil einer solchen Realisierung der Schwinge
liegt zum einen darin, daß zwischen den ersten Verbindungsmitteln und
den zweiten, am Rollstuhl angeordneten Verbindungsmittel eine feste
Verbindung vorgesehen sein kann. Vorteilhaft ist bei einer solchen Anord
nung jedoch auch, daß die Antriebseinheit nicht nur in vertikaler Richtung,
sondern auch in anderen Richtungen verschwenkbar ist, was sich auf das
Antriebsverhalten der Antriebsräder vor allem bei unebenem Gelände
vorteilhaft bemerkbar macht. Die Drehachse der Antriebsräder kann näm
lich gegenüber der Drehachse der Haupträder geneigt verlaufen, so daß
bei einem Durchfahren von Schlaglöchern beide Antriebsräder in Boden
kontakt verbleiben.
Zum Montieren der Schiebehilfe an dem Rollstuhl kann vorgesehen sein,
als erstes Verbindungsmittel zwei jeweils einer Rollstuhlseite zugeordnete,
durch Laschen definierte Aufnahmen vorzusehen, durch welche beiden
Laschen jeweils ein Verriegelungsbolzen hindurchgreifend angeordnet ist.
Als zweite Verbindungsmittel sind am Rollstuhl befestigte Verbindungs
zungen vorgesehen, die ebenfalls eine entsprechende Durchbrechung
aufweisen. Eine Befestigung der Schiebehilfe an dem Rollstuhl ist somit
dadurch herbeiführbar, daß die Aufnahme über die am Rollstuhl angeord
nete Verbindungszunge gebracht wird und anschließend die Verriege
lungsbolzen zum Durchgreifen der Laschen und der Verbindungszunge
betätigt werden. Zu diesem Zweck sind die Verriegelungsbolzen zweck
mäßigerweise an einen Bowdenzug gekoppelt, der aus einer für die Be
gleitperson bequemen Stellung betätigt werden kann. Zum erleichterten
Heranführen der Schiebehilfe mit den ersten Verbindungsmitteln an die
zweiten Verbindungsmittel kann vorgesehen sein, daß jeder Fahrzeug
seite eine entsprechende Führungsschiene zugeordnet ist, auf der die
ersten Verbindungsmittel aufgesetzt und in dieser aufgesetzten Stellung
den zweiten Verbindungsmitteln zugeführt werden können.
Weiterbildungen und weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den 3
übrigen Unteransprüche sowie der nachfolgenden Beschreibung eines
Ausführungsbeispieles der Erfindung unter Bezugnahme auf die beige
fügten Figuren. Es zeigen:
Fig. 1: in einer schematisierten Darstellung einen Rollstuhl mit einer
Schiebehilfe,
Fig. 2: eine schematische Draufsicht auf eine der Schiebehilfe der
Fig. 1 zugeordnete Schiebestange,
Fig. 3a: in einer schematisierten und vereinfachten Darstellung die
an einer Schwinge angeordnete Antriebseinheit der Schie
behilfe der Fig. 1,
Fig. 3b: die Schwinge der Fig. 3a in einer schematisiert dargestell
ten Draufsicht,
Fig. 4: der Rollstuhl der Fig. 1 mit der angehobenen Schiebehilfe,
Fig. 5a: die Schiebehilfe des Rollstuhles der Fig. 1 vor einer Monta
ge derselben an dem Rollstuhl und
Fig. 5b: die sich auf einer Führungsschiene abstützende Schiebehilfe
beim Montieren derselben an dem Rollstuhl der Fig. 1.
Ein Rollstuhl 1 ist mit einer Schiebehilfe 2 ausgerüstet. Der in den Figuren
durch Abbilden der rechten Rollstuhlseite lediglich schematisch darge
stellte Rollstuhl 1 umfaßt ein Gestell 3, an dessen vorderem Ende unter
seitig Schwenkräder 4 angelenkt sind. Im Bereich des hinteren Endes des
Rollstuhles 1 sind zwei große Hinterräder 5 angeordnet, von denen in den
Figuren lediglich das rechte Hinterrad 5 dargestellt ist. Das Gestell 3 des
Rollstuhles 1 umfaßt an seinem hinteren oberen Ende zwei parallel zuein
ander in Fahrtrichtung weisende Schiebegriffe 6, an deren Enden jeweils
eine Schiebegriffverlängerung 7 angeordnet ist.
Die Schiebehilfe 2 des Rollstuhles 1 besteht im wesentlichen aus einer
Antriebseinheit 8 umfassend einen Elektromotor 9, zwei Akkumulatoren
10, 10' ein Getriebe 11 und zwei parallel zueinander angeordnete An
triebsräder 12, von denen in den Figuren das in Fahrtrichtung linke darge
stellt ist. Die Drehachse der Antriebsräder 12 ist grundsätzlich parallel zur
Drehachse der Hinterräder 5 angeordnet. Die Antriebseinheit 8 ist über
zwei in Fahrtrichtung parallel zueinander verlaufende Gummiklötze 13 mit
ersten Verbindungsmitteln 14 verbunden. Diese ersten Verbindungsmittel
14 umfassen eine jeweils einer Rollstuhlseite zugeordnete, aus zwei ein
zelnen Laschen 15, 16 gebildete U-förmige Aufnahme, in die Durchbre
chungen zum Durchführen eines Verriegelungsbolzens 17 eingebracht
sind. Der Verriegelungsbolzen 17 ist in seiner Längsrichtung beweglich
gelagert und kann durch einen in den Figuren nicht dargestellten Bow
denzug betätigt werden. Die ersten Verbindungsmittel 14 wirken in der in
Fig. 1 gezeigten montierten Stellung der Schiebehilfe 2 an dem Rollstuhl
1 mit einer Verbindungszunge 18 zusammen, durch die ebenfalls der Ver
riegelungsbolzen 17 hindurchgreift. Die lichte Weite der durch die La
schen 15, 16 gebildeten Aufnahme entspricht im wesentlichen der Stärke
der Verbindungszunge 18, so daß in der Fig. 1 montierten Stellung der
Schiebehilfe 2 an dem Rollstuhl 1 die ersten Verbindungsmittel 14 starr an
dem Rollstuhl 1 befestigt sind. Die Verbindungszunge 18 ist wiederum an
einer gestellseitig befestigten Montageplatte 19 angeordnet. Die Monta
geplatte 19 umfaßt ein Lochraster, so daß die Montageplatte 19 an unter
schiedlichen Rollstühlen anbringbar ist. Die Montageplatte 19 und die
darauf angeordnete Verbindungszunge 18 stellen die zweiten Verbin
dungsmittel dar.
Infolge des Einsatzes der Gummiklötze 13 zwischen den ersten Verbin
dungsmitteln 14 und der Antriebseinheit 8 ist in der montierten Stellung
der Schiebehilfe 2 an dem Rollstuhl 1 eine um die Gummiklötze 3
schwenkbare Schwinge durch die Antriebseinheit 8 gebildet. Die
Schwenkachse der Schwinge ist schematisiert mit dem Bezugszeichen D1
gekennzeichnet.
In den Schiebegriffverlängerungen 7 des Rollstuhls 1 ist eine Schie
bestange 20 um die Schwenkachse D2 in vertikalen Richtungen nach
oben und nach unten schwenkbar angeordnet. Die Schiebestange 20 ist
über einen Lenker 21 an die Schwenkachse D2 gekoppelt. An dem Lenker
21 ist ferner das obere Ende einer Druckstange 22 gelenkig angeordnet,
deren unteres Ende wiederum gelenkig mit der Antriebseinheit 8 verbun
den ist. Die Drehachsen der Druckstange 22 zum einen mit dem Lenker
21 und zum anderen mit der Antriebseinheit 8 sind mit D3 bzw. D4 be
zeichnet. Die vier Achsen D1 bis D4 definieren ein Lenkersystem, bei dem
die Antriebseinheit 8 bzw. die dadurch realisierte Schwinge und der Len
ker 21 die Querlenker und die Druckstange 22 einen beweglichen Längs
lenker darstellen.
Bei einer Ausübung eines im wesentlichen vertikal nach unten gerichteten
Druckes auf die Schiebestange 20 wird über die starre Druckstange 22
dieser Druck auf die Antriebseinheit 8 und insbesondere auf die Antriebs
räder 12 zur Erhöhung des Anpreßdruckes auf dem Boden erhöht.
Fig. 2 zeigt in einer schematisierten Draufsicht die Anordnung der Schie
bestange 20 mit dem Lenker 21 und deren Befestigung in den Schiebe
griffverlängerungen 7. Erkennbar ist auch die Anordnung der gelenkigen
Verbindungen D2 und D3.
Zur Verdeutlichung der auf einer Schwinge befindlichen Antriebseinheit 8
sind in Fig. 3a die ersten Verbindungsmittel 14, die daran rückseitigen
angrenzenden Gummiklötze 13 und die Antriebseinheit 8 schematisiert
dargestellt. Bei dem in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiel ist
vorgesehen, daß zwei parallel zueinander angeordnete Gummiklötze 13
vorgesehen sind, damit eine in Fahrtrichtung wirkende größere Steifigkeit
dieser gelenkigen Verbindung erzielt ist (vgl. Fig. 3b). Durch die Anord
nung von zwei parallelen Gummiklötzen 13 besteht die Möglichkeit, daß
die Antriebseinheit 8 auch um eine parallel zur Fahrtrichtung verlaufende
Schwenkachse verschwenkbar ist. Die Schwenkbarkeit der Antriebsein
heit 8 ist von der Dimensionierung und den Materialeigenschaften der
eingesetzten Gummiklötze 13 abhängig.
Durch das Lenkersystem kann bei einem Anheben der Schiebestange 20,
wie in Fig. 4 gezeigt, das Antriebsaggregat 8 auch soweit um die
Schwenkachse D1 nach oben geschwenkt werden, daß die Antriebsräder
12 den Bodenkontakt verlieren. Fig. 4 zeigt eine Zwischenstellung wäh
rend des Anhebens der Antriebseinheit 8 ist. Die angehobene Stellung der
Antriebseinheit 8 ist verriegelbar. Eine solche Verriegelung kann bei
spielsweise dadurch realisiert sein, daß die Drucksrange 22 im Bereich
der Schwenkachse D2 eine U-förmige Ausbildung aufweist, so daß die
Schiebestange 20 über den Totpunkt hinweg aufgeschwenkt werden kann
und in dieser Stellung durch einen Anschlag gehalten wird.
Zum Montieren der Schiebehilfe 2 an dem Rollstuhl 1 kann folgenderma
ßen vorgegangen werden: In einem ersten Schritt wird die Schiebehilfe 2
an den Rollstuhl 1 herangefahren, wie in Fig. 5a dargestellt. Bei weite
rem Einfahren der Antriebseinheit 8 der Schiebehilfe 2 in den zwischen
den Hinterrädern 5 belassenen Zwischenraum des Rollstuhles 1 wird die
untere Lasche 16 der ersten Verbindungsmittel 14 auf eine Führungs
schiene 23 oberseitig aufgelegt, so daß allein durch weiteres Einschieben
der Antriebseinheit 8 die Verbindungszunge 18 in die durch die Laschen
15, 16 gebildete Aufnahme eingebracht wird. Nach Einführen der Verbin
dungszunge 18 in die Aufnahme wird der Verriegelungsbolzen 17 betätigt,
so daß dieser in seine Fig. 1 gezeigte, die Laschen 15, 16 und die Ver
bindungszunge 18 durchgreifende Stellung gebracht wird. Anschließend
oder auch zuvor ist die Schiebestange 20 an den Schiebegriffverlänge
rungen 7 angeordnet worden.
1
Rollstuhl
2
Schiebehilfe
3
Gestell
4
Schwenkrad
5
Hinterrad
6
Schiebegriff
7
Schiebegriffverlängerung
8
Antriebseinheit
9
Elektromotor
10
,
10
'Akkumulator
11
Getriebe
12
Antriebsrad
13
Gummiklotz
14
Verbindungsmittel, erste
15
Lasche
16
Lasche
17
Verriegelungsbolzen
18
Verbindungszunge
19
Montageplatte
20
Schiebestange
21
Lenker
22
Druckstange
23
Führungsschiene
D1
D1
Schwenkachse
D2
D2
Schwenkachse
D3
D3
Drehachse
D4
D4
Drehachse
Claims (9)
1. Rollstuhl mit einer als Schiebehilfe (2) ausgebildeten, an dem Roll
stuhl (1) durch Zusammenwirken von ersten und zweiten Verbin
dungmitteln (14, 18, 19) montierbaren, zumindest ein Antriebsrad
(12) umfassenden Antriebseinheit (8), die Teil einer um eine in
Querrichtung zur Fahrtrichtung angeordnete Drehachse (D1) verti
kal schwenkbaren, am Gestell (3) des Rollstuhles (1)angelenkten
Schwinge ist, dadurch gekennzeichnet, daß zum bedarfweisen
Erhöhen des Anpreßdruckes auf das oder die Antriebsräder (12)
durch eine Begleitperson der Rollstuhl (1) eine Schiebestange (20)
aufweist, die in vertikaler Richtung über einen Hebelarm (21)
schwenkbar um eine im Bereich des hinteren Endes des Rollstuh
les (1) befindliche Drehachse (D2) angelenkt ist, an welchem He
belarm (21) eine Druckstange (22) mit ihrem oberen Ende angreift,
deren unteres Ende gelenkig mit der die Antriebseinheit (8) tragen
den Schwinge verbunden ist.
2. Rollstuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schiebestange in vertikaler Richtung über einen Totpunkt nach
oben verschwenkbar ist.
3. Rollstuhl nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Drehachse (D2) der Schiebestange (20) im Bereich der Schie
begriffe (6) des Rollstuhles (1) angeordnet ist.
4. Rollstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Schiebestange (20) in an den Schiebegriffen (6)
des Rollstuhles angeordneten Schiebegriffverlängerungen (7) ge
halten ist.
5. Rollstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Schwinge mit der Antriebseinheit (8) über einen
materialelastischen Abschnitt (13) mit den ersten Verbindungsmit
teln (14) zum Verbinden der Schwinge (8) mit den zweiten, am Ge
stell (3) des Rollstuhles (1) angeordneten Verbindungsmitteln (18,
19) verbunden ist.
6. Rollstuhl nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die er
sten Verbindungsmittel (14) jeweils zwei einer Seite des Rollstuhles
(1) zugeordnete, eine Aufnahme definierende Laschen (15, 16) mit
jeweils einer sich durch die beiden Laschen (15, 16) in einer mit
einander fluchtenden Anordnung erstreckenden Durchbrechung
sowie jeweils einen Verriegelungsbolzen (17) umfassen, der ver
schieblich zum Durchgreifen der Durchbrechungen angeordnet
sind.
7. Rollstuhl nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Ver
riegelungsbolzen (17) über einen Bowdenzug betätigbar sind.
8. Rollstuhl nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
zweiten Verbindungsmittel eine jeder Rollstuhlseite zugeordnete, in
die Aufnahme der ersten Verbindungsmittel (14) einführbare Zunge
(18) mit jeweils einer Durchbrechung umfassen, durch welche
Durchbrechung ein Verriegelungsbolzen (17) der ersten Verbin
dungsmittel (14) durchführbar ist.
9. Rollstuhl nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
zweiten Verbindungsmittel (18, 19) eine jeder Rollstuhlseite zuge
ordnete Führungsschiene (23) für die ersten Verbindungsmittel (14)
zum Zusammenführen der ersten Verbindungsmittel (13) mit den
zweiten Verbindungsmitteln (18) umfassen.
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