DE19914224C2 - Augenklappe - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Augenklappe für eine Brille,
bestehend aus einem Klappenkörper aus Textil-, Kunst-, Schaum
stoff, Leder oder deren Kombination, wobei der Klappenkörper
einen das Brillenglas abdeckenden vorderen Klappenteil und
Befestigungsmittel zur lösbaren Anbringung der Augenklappe an
eine der beiden Hälften einer Brille aufweist.
Augenklappen werden bei Sehfehlern, wie Schielen, oder Augen
krankheiten zur Abdeckung des betroffenen Auges verwendet, um
Korrekturen des Auges herbeizuführen oder die Heilung des Auges
zu unterstützen.
Eine Augenklappe der eingangs genannten Art ist aus der DE-PS 587 655
bekannt. Es handelt sich dabei um ein getöntes Kunst
stoffglas, das auf ein Brillenglas aufgesetzt wird, um die
Brille in eine Sonnenbrille umzufunktionieren. Diese bekannte
Augenklappe hat keine seitlichen Abdeckungen, so dass sie nicht
geeignet ist, die Augenkorrekturwirkung wie vorstehend beschrie
ben zu erfüllen.
Ein vollständige Abdeckung des Auges geschieht daher bekannter
weise mit einer Textilklappe, die entweder mit einem elastischen
Band, das um den Kopf des Patienten geführt ist, oder mittels
Pflaster am Auge festgehalten wird. Die mit dem Band zu tragen
den Klappen drücken oft oder verschieben sich leicht, was insbe
sondere bei Kindern hinderlich ist. Eine Befestigung der Klappe
mittels Pflaster ist schmerzhaft, insbesondere dann, wenn ein
häufiger Wechsel der Klappen erforderlich ist. Außerdem können
manche Patienten aufgrund einer Pflasterallergie derartige Au
genklappen nicht verwenden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Augenklappe zu
schaffen, die fertigungstechnisch einfach herzustellen ist und
ohne die vorstehend genannten Nachteile leicht ausgewechselt
werden kann.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des An
spruchs 1 gelöst.
Mit einer von einer Brille zu haltenden Augenklappe werden alle
vorgenannten Nachteile überwunden. Die erfindungsgemäße Augen
klappe kann anschmiegsam ausgestaltet werden, ist gewichtsmäßig
sehr leicht, bequem und ohne unangenehme Nebenerscheinungen aus
zuwechseln. Die erfindungsgemäße Augenklappe kann gewaschen wer
den und ist damit beliebig oft wiederverwendbar. Sie kann so
ausgestaltet werden, daß sie wechselseitig verwendbar ist, so
daß auch dann nur eine Klappe benötigt wird, wenn die Augen ab
wechselnd abgedeckt werden müssen.
Die Klappe läßt sich ferner ohne Mühe so ausgestalten, daß sie
sich vollständig um das Auge anlegt. Damit wird jeder Lichtein
fall verhindert und das Darüberweggucken unmöglich gemacht.
Es kann im Prinzip jeder Textil-, Leder- oder Verbundstoff ver
wendet werden. Unter Leder ist natürliches Leder sowie Kunst
leder zu verstehen. Je nach Stoffart, kann der Klappenkörper aus
einer oder mehreren Schichten des Stoffes bestehen. Bei Vlies,
Filz, Leder, dicke oder wollenen Stoffen wird in der Regel eine
Schicht ausreichen. Bei mehreren oder gefütterten Schichten kön
nen auch dünne Stoffe verwendet werden. Auch gestrickte Klappen
sind unter Textilklappen zu verstehen. Selbst bei Kunststoffen,
weichen Kunststoffen und Schaumstoffen ist die Auslegung und die
Materialwahl und Materialstärke vielseitig. Es ist natürlich
auch möglich, textile Stoffe mit Kunststoffen zu kombinieren. In
gleicher Weise kann das Befestigungsmittel aus einem beliebigen
Material bestehen, das das gleiche des Klappenkörpers sein oder
sich von diesem unterscheiden kann.
Eine gute Abdeckung wird in einer einfachen Art dadurch er
reicht, daß der Klappenkörper gewölbt ausgestaltet wird. Eine
vorteilhafte Ausführung hierfür besteht darin, daß der Klappen
körper aus einem einstückigen Schnittmuster hergestellt wird und
daß die Wölbung durch Zusammennähen bzw. Verschweißen der Kanten
von Einkerbungen im Schnittmuster erzeugt wird.
Natürlich sind auch andere Formen zur Bildung einer Wölbung mög
lich, z. B. indem am Rand einer Grundfläche aus Stoff, Leder oder
Kunststoff ein Ring, z. B. aus Schaumstoff angebracht wird. Bei
Verwendung eines weichen Kunststoffes kann dieser direkt gewölbt
geformt, modelliert oder gegossen werden und bei Bedarf an den
Rändern gepolstert werden.
Eine fertigungstechnisch einfache Ausgestaltung einer Klappe
wird dadurch erreicht, daß der Klappenkörper aus einem Textil-
oder Lederschnittmuster hergestellt wird, bei dem die Wölbung
durch Abnäher erzeugt wird.
Ein Klappenkörper, mit dem auch der Seitenbereich des Auges ab
gedeckt werden kann, besteht gemäß einer weiteren Ausgestaltung
der Erfindung in der Verwendung eines Schnittmusters, das die
Form eines Rechtecks mit ggf. abgerundeten Kanten hat und an
einer Schmalseite und an den Längsseiten je eine Einkerbung auf
weist. Durch Zusammennähen oder Schweißen der Kanten der jewei
ligen Einkerbung wölbt sich das Muster, wobei durch entsprechen
de Anordnung, Öffnung und Länge der Einkerbungen ein etwa 90°
winkliger Knick eingebracht werden kann. Durch diesen Knick wird
erreicht, daß die Klappe das Auge sowohl von vorne als auch
seitlich abdeckt. Damit ist eine sehr leicht herstellbare, das
Auge vollständig abdeckende Klappe geschaffen.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist für die
lösbare Anbringung der Augenklappe an eine Brille als Befesti
gungsmittel ein Textil-, Leder oder Kunststoffstreifen vorge
sehen, dessen Enden an die Klappe genäht, geschweißt, mit Klett
verbindung oder anderweitig mit der Klappe verbunden sind.
Damit ist das Anbringen an die und Abnehmen von der Brille sehr
einfach, indem der Brillenbügel und ein Brillenglas zwischen der
Klappe und dem daran angebrachten Streifen durchgesteckt bzw.
herausgezogen wird. Derartige Augenklappen können einheitlich
für beide Augen hergestellt werden.
Der als Befestigung dienende Streifen ist vorzugsweise für die
Außenseite eines Brillenglases bestimmt. Er kann auch breit
ausgeführt mit einem Bildmotiv geschmückt werden.
Zum Anbringen der erfindungsgemäßen Klappe an eine Brille sind
viele andere Ausführungen möglich. Die Klappe kann beispiels
weise in der Art eines Schlauches, ggf. mit unregelmäßigem Quer
schnitt ausgebildet werden, durch das ein Brillenglas und der
angrenzende Brillenbügel durchgesteckt werden. Es ist auch
denkbar, daß die Klappe mit einem doppelten Rand ausgebildet
wird, der den Brillenrand umgreift. Die erfindungsgemäße
Augenklappe läßt sich in der Regel so ausbilden, daß sie sowohl
für das linke als auch für das rechte Auge verwendbbar ist. Bei
einer Augenanomalie, bei der die Augen abwechselnd abzudecken
sind, wird somit nur eine Augenklappe benötigt.
Die Erfindung wird anhand von in der Zeichnung schematisch dar
gestellten Ausführungsbeispielen näher beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1-3 ein erstes Ausführungsbeispiel,
Fig. 4 ein weiteres Ausführungsbeispiel und
Fig. 5 und 6 ein drittes Ausführungsbeispiel.
In Fig. 1 ist eine Brille 10 mit einer Augenklappe 11 darge
stellt, die aus einem Klappenkörper 12 und einem damit verbun
denen Befestigungsstreifen 13 mit einem Bildmotiv 14 besteht.
Die Augenklappe 11 deckt mit einem seitlichen Klappenteil 15
und einem vorderen Klappenteil 16 das Auge von der Seite und
von vorne ab.
Der Klappenkörper 12 ist aus einem in Fig. 2 in ausgebreiteter
Form dargestellten, rechteckigen Textil- oder Lederstück 20 mit
abgerundeten Kanten hergestellt. In eine Schmalseite wird eine
Kerbe 21 herausgeschnitten, deren Tiefe L in etwa der Länge L
des seitlichen Klappenteiles 15 entspricht. Aus dem vorderen
Klappenteil 16 werden an den Längsseiten des Textilstückes 20 je
eine kurze Kerbe 22, 23 herausgeschnitten. Die Kerbenspitzen
reichen bis zu dem gestrichelt dargestellten Bereich 24, der als
Ebene hinter der Brille 10 zu liegen kommt. Der Bereich 24 ist
etwas größer als das die Klappe 11 tragende Brillenglas 17.
Die Kanten 25, 26 und 27 jeder Einkerbung 21, 22 bzw. 23 werden je
nach Material des Musters 20 zusammengenäht, geschweißt oder an
derweitig miteinander verbunden. Dadurch knickt das Muster 20 an
den gestrichelt gezeichneten Linien des Bereiches 24 um, wodurch
sich die gewünschte Wölbung des Klappenkörpers 12 ergibt, wie
sie in den Fig. 1 und 3 dargestellt ist. Außer dem starken
Knick entlang der Linie 28 zwischen dem seitlichen und dem vorderen
Klappenteil 15, 16 ist sowohl der seitliche Klappenteil 15
als auch der vordere Klappenteil 16 in sich gewölbt, so daß eine
gute Auflage am Gesicht um das Auge des Patienten gewährleistet
wird.
Eine Schnittansicht (Schnitt III-III der Fig. 2) des fertigge
stellten Klappenkörpers 12 ist in Fig. 3 gezeigt, aus der die
Wölbung des vorderen Klappenteiles 16 und die Naht 30 im
seitlichen Klappenteil 15 ersichtlich sind.
In Fig. 4 ist ein Beispiel einer ein Auge ebenfalls vollständig
abdeckenden Augenklappe 40 gezeigt, die als Befestigungsmittel
am oberen und unteren Ende des vorderen Klappenteiles 43 je eine
Umrahmung 41 aufweist, die den Brillenrand 42 umgreifen.
Die erfindungsgemäße Augenklappe umfaßt auch solche, die nur aus
einem vorderen Klappenteil bestehen. In Fig. 5 ist ein in Rück
seitenansicht dargestelltes Beispiel dazu gezeigt. Diese Augen
klappe 50 besteht aus einer Grundklappenfläche 51, auf deren zum
Auge gerichteten Seite ein ringförmiger Abdeckrand 52 aus
Schaumstoff, Filz, oder dergleichen aufgenäht, geklebt, ge
schweißt ist.
Die Fig. 6 zeigt einen Schnitt entlang der Linie VI-VI, Fig. 5,
dieses Beispieles. Auf der äußeren Seite ist ein Befestigungs
streifen 53 vorgesehen, zwischen dem und dem Klappenkörper 51
ein Brillenglas zu liegen kommt.
Die oben beschriebenen Ausführungen und jede andere Variante
lassen sich aus Textilien, Leder, weichen, aber selbsttragenden
Kunststoffen oder Schaumstoffen herstellen, wobei jede Kombi
nation dieser Materialien auch verwendet werden kann. Kunst
stoffe können direkt in die Endform geformt werden, ggf. mit
Stoff oder Schau stoff überzogen oder ausgestattet sein. Bei
Textilstoffen einen sich insbesondere Filz, Vlies oder andere
dickere Stoffe. Auch Strickausführungen sind möglich.
Claims (7)
1. Augenklappe für eine Brille, bestehend aus einem Klappen
körper aus Textil-, Kunst-, Schaumstoff, Leder oder deren
Kombination, wobei der Klappenkörper einen das Brillenglas
abdeckenden vorderen Klappenteil und Befestigungsmittel zur
lösbaren Anbringung der Augenklappe an eine der beiden
Hälften einer Brille aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass
der Klappenkörper (15, 16; 50) außerdem einen seitlichen
Klappenteil (15) besitzt und dass der vordere Klappenteil
(15; 50) in Verbindung mit dem seitlichen Klappenteil so
ausgebildet ist, dass der Klappenkörper so um ein Auge
anlegbar ist, dass das Auge vollständig abgedeckt ist.
2. Augenklappe nach Anspuch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Augenklappe (11, 40, 50), d. h. der Klappenkörper
(15, 16; 51, 52) gewölbt ausgebildet ist.
3. Augenklappe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass der Klappe körper (15, 16) aus einem einstückigen
Schnittmuster (2) hergestellt ist und dass die Wölbung
durch Zusammennähen oder Verschweissen der Kanten (25-27)
von Einkerbungen (21-23) im Schnittmuster erzeugt ist.
4. Augenklappe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
dass zur Abdeckung auch des Seitenbereiches des Auges das
Schnittmuster (12) die Form eines Rechtecks mit abge
rundeten Ecken hat, wobei eine Einkerbung (21) an einer
Schmalseite und je eine Einkerbung (22, 23) an den Breit
seiten vorgesehen sind.
5. Augenklappe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsmittel (13, 53)
aus einem Textil-, Leder- oder Kunststoffstreifen besteht,
dessen Enden mit dem Klappenkörper (16, 51) verbunden sind
und zusammen mit diesem ein Brillenglas zumindest teilweise
umschließen können.
6. Augenklappe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
dass der als Befestigungsmittel (13, 53) dienende Textil-,
Leder- oder Kunststoffstreifen für die Aussenseite eines
Brillenglases bestimmt ist und auf der sichtbaren Seite ein
Bildmotiv (14) aufweisen kann.
7. Augenklappe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Klappenkörper (15, 16; 40,
41; 51, 52) und das Befestigungsmittel (13, 41, 53) aus dem
gleichen oder aber auch aus unterschiedlichem Material
bestehen.
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE202015001127U1 (de) | 2015-02-12 | 2015-03-30 | Verena Weis | Augenklappe zum Aufstecken auf eine Brille |
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| US3339206A (en) * | 1964-12-04 | 1967-09-05 | Henry G Daley | Post-operative eyeglass |
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1999
- 1999-03-29 DE DE19914224A patent/DE19914224C2/de not_active Expired - Fee Related
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