DE19913078A1 - Fahrzeug mit einem Stoßfänger - Google Patents
Fahrzeug mit einem StoßfängerInfo
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Abstract
Es sind bereits Fahrzeuge mit Stoßfängern bekannt, bei denen bei einem Offset-Crash auch die stoßabgewandte Seite der Fahrzeugstruktur beschädigt wird. Aufgabe der Erfindung ist es, ein Fahrzeug mit einem Stoßdämpfer zu schaffen, bei dem die Reparaturkosten bei kleineren Unfällen niedrig bleiben. DOLLAR A Dies wird dadurch erreicht, daß der Stoßfänger (1, 1') eine Crashbox (4, 4') aufweist, die in Fahrzeuglängsrichtung x aus mindestens zwei hintereinander geschalteten Kammern (8, 9, 10, 8', 9', 10') besteht und daß der Aufbau der Kammern (8, 9, 10, 8', 9', 10') so ausgebildet ist, daß die Kammern (8, 9, 10, 8', 9', 10') eine definierte Verformungsenergie aufnehmen.
Description
Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug mit einem Stoßfänger nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
Bei bekannten Fahrzeugen schließt sich an den vorder- und/oder rückseitigen
Stoßfänger eine Längsträgerstruktur an, die bei einem Fahrzeugcrash durch plasti
sche Verformung Energie aufnimmt. Bei den bekannten Stoßfängern kommt es ins
besondere bei einem sogenannten "Offset-Crash", d. h. bei einem seitlich versetzten
Aufprall des Fahrzeuges auf ein Hindernis, zu einem seitlichen Ausknicken der
Längsträger. Bei diesem Energieabbau wird auch der vom Stoß abgewandte Stoß
träger beschädigt, so daß relativ hohe Reparaturkosten entstehen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Fahrzeug mit einem Stoßfänger zu schaffen, bei
dem die Reparaturkosten bei kleineren Unfällen niedrig bleiben.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Der erfindungsgemäße Stoßfänger weist eine Crash-Box auf, die in Fahrzeuglängs
richtung gesehen aus mindestens zwei, hintereinander geschalteten Kammern be
steht. Der Aufbau der Kammern ist so gestaltet, daß die Kammern eine definierte
Verformungsenergie aufnehmen. Durch die erfindungsgemäße Ausbildung der Kam
mern ist vorteilhafterweise nahezu jede Kraft-Weg-Kurve darstellbar. Die von der
Crashbox aufnehmbare Verformungsenergie ist in einer vorteilhaften Ausführungs
form so eingestellt, daß Unfälle mit einer Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h durch
die erfindungsgemäße Crashbox aufgenommen werden, ohne daß die sich an die
Crashbox anschließenden Längsträger beschädigt werden. Durch die Verwendung
von Strangprofilen ist die erfindungsgemäße Crashbox relativ preisgünstig
herstellbar. Von Vorteil ist ferner, daß das Strangprofil in einer Ausführungsform aus
einem Leichtmetall, insbesondere aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung
besteht. Durch den erfindungsgemäßen Aufbau ist die Crashbox unempfindlich für
die Ausbildung von Durchbrüchen oder dergleichen.
Eine definierte Verformung der Crashbox wird dadurch erreicht, daß die Kammer
wände senkrecht zur Fahrzeuglängsrichtung Einschnürungen oder Sollverfor
mungsbereiche aufweisen, damit sich die in Fahrzeuglängsrichtung erstreckenden
Seitenwände der Kammern durch Faltung oder dergleichen bei einem Aufprall auf
ein Hindernis verformen. Eine Einstellung der Verformungsenergie erfolgt in einer
vorteilhaften Ausführungsform dadurch, daß die Wandstärken der Seitenwände der
einzelnen Kammern unterschiedlich groß sind. Ferner können vorteilhafterweise zur
Aufnahme von Kräften Verstärkungsstege in den Kammern ausgebildet sein.
Zur Aufnahme geringer Verformungsenergien, d. h. beispielsweise bei einer Auf
prallgeschwindigkeit eines Fahrzeuges auf ein stehendes Hindernis von bis zu 5 km/h,
ist der Stoßfänger mit einer Außenschicht aus einem flexibel verformbaren
Schaum versehen, der sich nach einem Aufprall mit einer solchen geringen Auf
prallgeschwindigkeit reversibel, d. h. ohne bleibenden Schaden, zurückverformt. Der
Schaum besteht vorteilhafterweise aus Polypropylen oder aus Polyurethan oder aus
einem gleichartigen Kunststoff.
Ausführungsformen der Erfindung werden nachstehend anhand der Zeichnungen
beispielshalber beschrieben. Dabei zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht von oben auf einen Stoßfänger, der an zwei beabstandeten
Längsträgern eines Fahrzeuges angeordnet ist,
Fig. 2 eine Querschnittsansicht des in der Fig. 1 gezeigten Stoßfängers längs
der Linie II-II in der Fig. 1,
Fig. 3 eine Querschnittsansicht einer weiteren Ausführungsform eines Stoß
fängers,
Fig. 4 eine Ansicht von oben auf einen verformten Stoßfänger nach einem
Offset-Crash auf ein Hindernis und
Fig. 5 eine mit dem Stoßfänger nach den Fig. 2 oder 3 darstellbare Kraft-
Weg/Geschwindigkeits-Kurve.
Die Fig. 1 zeigt einen Stoßfänger 1, der an zwei seitlich voneinander beabstande
ten Längsträgern 2 eines nicht dargestellten Fahrzeuges 3 angeordnet ist. Der
Stoßfänger 1 besteht im wesentlichen aus einer Crashbox 4 und einer die Crashbox
4 umgebenden Außenschicht 5 aus einem reversibel verformbaren Schaum. Die
Außenschicht 5 ist in der gezeigten Ausführungsform einstückig auf der sich in der
Fahrzeugquerrichtung y erstreckenden Außenfläche 6 der Crashbox 4 sowie an den
beiden Stirnseiten 7 der Crashbox 4 angeordnet.
Die in den Fig. 1 bis 3 jeweils gezeigte Crashbox 4, 4' weist in Fahrzeuglängs
richtung x drei hintereinander geschaltete Kammern 8, 9, 10; 8', 9', 10' auf. Bei der
in der Fig. 2 gezeigten Crashbox 4 weisen die Außenwände 11, 12, 13 der Kam
mern 8, 9, 10 jeweils mindestens eine Sollbiegestelle oder einen Sollververfor
mungsbereich 14, 15, 16 auf. Die genannten Sollbiegestellen 14, 15, 16 werden in
der in der Fig. 2 gezeigten Ausführungsform dadurch gebildet, daß die gegen
überliegenden Außenwände 11, 12, 13 der einzelnen Kammer 8, 9, 10 in Richtung
eines Hohlraumes 17, 18, 19 der jeweiligen Kammer 8, 9, 10 gekrümmt sind. Da
durch ergibt sich an der jeweiligen Sollbiegestelle 14, 15, 16 jeweils eine Ein
schnürung 20, 21, 22.
Die Höhe der durch die jeweilige Kammer 8, 9, 10 aufnehmbare Verformungsener
gie wird in der in der Fig. 2 gezeigten Ausführungsform neben der Steifigkeit des
verwendeten Materials, der Auslegung der Sollbiegestellen 14, 15, 16 und der
Geometrie der Kammern 8, 9, 10 zusätzlich durch die Wandstärke oder Wanddicke
a, b, c der einzelnen Außenwände 11, 12, 13 der Kammern 8, 9, 10 bestimmt.
So weisen die in der Fig. 2 gezeigten Außenwände 11 der Kammer 8 eine relativ
geringe Wandstärke a auf, die bei a = 2 bis 4 mm liegen kann. Die Außenwände 12
der Kammer 9 sind dagegen um einen Betrag x = 0,5 bis 1 mm dicker. Die Wand
dicke b der Außenwände 12 beträgt somit b = a + x. Auch die Außenwände 13 der
Kammer 10 sind um einen Betrag y, d. h. beispielsweise um y = 0,5 bis 1 mm, dicker
als die Wanddicke b der Außenwände 12. Damit ergibt sich die Wanddicke c der
Außenwände 13 durch die Gleichung c = a + x + y.
In der in der Fig. 2 gezeigten Ausführungsform nimmt die aus dem reversiblen
Schaum bestehende Außenschicht 5 eine Aufprallenergie des Fahrzeuges 3 auf ein
stehendes Hindernis 30 von bis zu 4 km/h auf, wobei das Hindernis 30 in der Fig. 4
gezeigt ist. Durch die Crashbox 4 wird maximal eine Aufprallenergie aufgenommen,
die entsteht, wenn das Fahrzeug 3 mit einer Geschwindigkeit von bis zu ca. 20 bis
25 km/h gegen ein stehendes Hindernis 30 fährt. Die bei einer Geschwindigkeit von
mehr als 25 km/h auftretende Aufprallenergie des Fahrzeuges 3 gegen ein
stehendes Hindernis 30 wird durch die Längsträger 2 und die damit verbundene
Struktur des Fahrzeuges 3 aufgenommen.
Bei der in der Fig. 3 gezeigten Ausführungsform einer Crashbox 4' sind gleiche
Teile wie bei der in der Fig. 2 gezeigten Crashbox 4 mit dem gleichen Bezugszei
chen und zusätzlich mit einem Apostroph versehen. Die in der Fig. 3 gezeigte
Ausführungsform einer Crashbox 4' unterscheidet sich von der in der Fig. 2 ge
zeigten Ausführungsform einer Crashbox 4 durch die Geometrie der Kammern 8', 9',
10'. Der durch die Außenwände 11', 12', 13' sowie durch Querstege 23', 24', 25' und
26' gebildete Querschnitt der jeweiligen Kammer 8', 9' und 10' setzt sich aus einem
rechteckförmigen bzw. U-förmigen Querschnitt und einem sich daran an
schließenden trapezförmigen Querschnitt zusammen. Dadurch ergibt sich jeweils
eine Sollbiegestelle 14', 15', 16' an dem Übergang von dem geradlinigen Abschnitt
in den nach außen geneigten Abschnitt der jeweiligen Außenwand 11', 12' und 13'.
Eine weitere Sollbiegestelle 27, 28, 29 in der jeweiligen Kammer 8', 9', 10' wird
durch eine Querschnittsschwächung der jeweiligen, sich gegenüberliegenden
Außenwänden 11', 12' und 13' in Höhe der dazugehörigen Querstege 24', 25' und
26' erreicht.
Die Fig. 4 zeigt einen verformten Stoßfänger 1 nach einem Aufprall auf ein stehen
des Hindernis 30. Nach dem Aufprall hat sich die Außenschicht 5 wieder in ihren
ursprünglichen Zustand zurückverformt. Die Kammern 8, 9, 10 der Crashbox 4 wur
den jedoch durch die Aufprallenergie bleibend beschädigt. Da die gesamte Aufprall
energie durch die Crashbox 4 aufgenommen wurde, bleiben die sich an den Stoß
fänger 1 anschließenden Längsträger 2 umverformt.
Die Fig. 5 zeigt ein Kraft-Weg- und ein Kraft-Geschwindigkeits-Diagramm, aus dem
die durch den Stoßfänger 1 aufgenommene Aufprallenergie nach einem bestimmten
Verformungsweg x und nach einer Fahrzeuggeschwindigkeit hervorgeht. Nach
einem Verformungsweg x = von ca. 3 cm und einer dazugehörigen Fahrzeugge
schwindigkeit von bis zu 4 km/h wird die Aufprallenergie durch die flexibel ver
formbare Außenschicht 5 aufgenommen.
Durch eine entsprechende Auslegung der Crashbox 4 bzw. 4' mit hintereinanderge
schalteten Kammern 8, 9, 10 bzw. 8', 9', 10' ergibt sich ein in etwa stufenförmiger
Kraft-Weg/Geschwindigkeits-Verlauf, bei dem bis zu einem Verformungsweg x = ca.
10 cm und einer Fahrzeuggeschwindigkeit zwischen 8 und 10 km/h die erste
Kammer 8, 8' überwiegend die auf den Stoßfänger 1 bzw. die Crashbox 4 einwir
kende Aufprallenergie aufnimmt. Die zweite Kammer 9, 9' wirkt in der gezeigten
Ausführungsform bis zu einem Verformungsweg x = ca. 15 cm und einer Fahrzeug
geschwindigkeit von ca. 15 bis 18 km/h. Die dritte Kammer 10, 10' ermöglicht
einen Verformungsweg x = von ca. 20 cm bei einer Fahrzeuggeschwindigkeit von
bis zu ca. 25 km/h. Bei größeren Verformungswegen x < 20 cm und Fahrzeugge
schwindigkeiten < 25 km/h wird die Aufprallenergie durch die Längsträger 2, 2'
und die damit verbundene Struktur des Fahrzeuges 3 aufgenommen.
Claims (6)
1. Fahrzeug mit einem Stoßfänger, wobei der Stoßfänger an der Vorderseite
und/oder am Heck eines Fahrzeuges im wesentlichen in einer horizontalen
Ebene über Längsträger an einer Struktur des Fahrzeuges angeordnet ist, da
durch gekennzeichnet, daß der Stoßfänger (1, 1') eine Crashbox (4, 4') auf
weist, die in Fahrzeuglängsrichtung (x) aus mindestens zwei hintereinander ge
schalteten Kammern (8, 9, 10, 8', 9', 10') besteht und daß der Aufbau der
Kammern (8, 9, 10, 8', 9', 10') so ausgebildet ist, daß die Kammern (8, 9,
10, 8', 9', 10') eine definierte Verformungsenergie aufnehmen.
2. Fahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Crashbox (4,
4') ein Strangprofil ist, das aus einem Leichtmetall hergestellt ist.
3. Fahrzeug nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Kammern (8, 9, 10, 8', 9', 10') der Crashbox (4, 4') definierte Soll-Verfor
mungsbereiche (14, 15, 16; 14', 15', 16', 27, 28, 29) aufweisen.
4. Fahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich
net, daß die Kammern (8, 9, 10, 8', 9', 10') durch eine entsprechende Wand
stärke (a, b, c) der Außenwände (11, 12, 13, 11', 12', 13') und/oder durch
Verstärkungsstege und/oder durch die Geometrie der Kammern (8, 9, 10, 8',
9', 10') der aufzunehmenden Verformungsenergie angepaßt sind.
5. Fahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich
net, daß die Crashbox (4, 4') mit einer Außenschicht (5, 5') aus einem rever
sibel verformbaren Schaum versehen ist und daß die Außenschicht (5, 5')
zumindest die bei einem Fahrzeugunfall relevanten Flächen (6, 6', 7, 7') des
Stoßfängers (1) umgibt.
6. Fahrzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaum der
Außenschicht (5) Polypropylen oder Polyurethan ist.
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| Publication Number | Publication Date |
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| DE19913078A1 true DE19913078A1 (de) | 2000-09-28 |
Family
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