DE19902957A1 - Dosiervorrichtung an einer Rotationsdruckmaschine - Google Patents
Dosiervorrichtung an einer RotationsdruckmaschineInfo
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Abstract
Bei einer Dosiervorrichtung, die aus einer Kammerrakel (2) mit einer ein flüssiges Medium aufnehmenden Kammer (3) und einer in das flüssige Medium eintauchenden, drehbaren Walze (1) mit einer gerasterten oder porösen Oberfläche besteht, ist an der Bodenplatte (5) der Kammerrakel (2) ein Ultraschallschwinger (6) angebracht. Hierdurch kann in der Druckmaschine eine intensive Reinigung der Dosiervorrichtung durchgeführt werden.
Description
Die Erfindung betrifft eine Dosiervorrichtung an einer
Rotationsdruckmaschine mit einer ein flüssiges Medium auf
nehmenden Kammer und einer in das flüssige Medium eintau
chenden drehbaren Walze.
Dosiervorrichtungen der angegebenen Art werden in Rotati
onsdruckmaschinen zur Dosierung der Zufuhr von Farbe,
Feuchtmittel oder Lack eingesetzt. Bekannte Dosiervorrich
tungen dieser Art sind u. a. in der DE 43 24 631 C2 und der
DE 44 10 161 A1 beschrieben.
Bei Dosiervorrichtungen der angegebenen Art besteht das
Problem, daß die Oberfläche der Walze im Laufe des Betriebs
verschmutzt und daher gereinigt werden muß. Eine solche
Reinigung erfordert seither eine Unterbrechung des Druckbe
triebs und nach Aufbringen einer Reinigungsflüssigkeit auf
die rotierende Walze oftmals auch ein Abwischen der Walze
von Hand. In Lackiereinrichtungen und im Flexodruck werden
auch Walzen verwendet, deren Oberfläche mit einem Raster
versehen ist. Diese Walzen verschmutzen bei längerer
Gebrauchsdauer durch Ablagerungen in den Vertiefungen, so
daß von Zeit zu Zeit eine intensive Reinigung vorzunehmen
ist. Für eine solche intensive Reinigung werden seither die
gerasterten Walzen ausgebaut und in gesonderten Reinigungs
anlagen, beispielsweise Bürstenwaschanlagen oder Ultra
schallreinigungsanlagen, gereinigt. Eine Ultraschallreini
gungsanlage ist aus der US 5,291,827 A bekannt.
Es ist weiterhin aus der DD 34 030 ein Gerät zum Reinigen
von Druckzylindern an Druckmaschinen bekannt, das eine an
den Druckzylinder anstellbare Absaugglocke aufweist, in der
eine Injektionsdüse für ein Reinigungsmittel und ein Ultra
schallgeber angeordnet sind. Das Reinigungsgerät ist auf
einem Support geführt, und kann auf diesem in Längsrichtung
des Druckzylinders hin und her bewegt werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine intensive
Reinigung der Walze einer Dosiervorrichtung der eingangs
genannten Art in der Druckmaschine mit geringem Aufwand zu
ermöglichen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß an
einer Wand der Kammer der Dosiervorrichtung ein Ultra
schallschwinger angebracht ist. Mit Hilfe der erfindungsge
mäßen Anordnung eines Ultraschallschwingers kann sowohl
während eines Druckprozesses als auch bei einer Druckunter
brechung die Walze der Dosiervorrichtung so intensiv gerei
nigt werden, daß eine mechanische Reinigung von Hand oder
eine Reinigung in einer separaten Reinigungsanlage nicht
erforderlich ist. Handelt es sich bei der Dosiervorrichtung
um das Feuchtwerk, so kann durch den Betrieb des Ultra
schallschwingers während des Drucks ein Farbaufbau an der
Feuchtduktorwalze unterbunden und eine konstante Feuchtmit
telzuführung erreicht werden. Ist ein Betrieb des Ultra
schallschwingers während des Drucks nicht möglich, so ist
als wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Dosiervor
richtung anzusehen, daß in der Maschine mit geringem Zeit
aufwand eine automatische Reinigung der Walze ohne eine
mechanische Behandlung derselben von Hand durchführbar ist.
Die erfindungsgemäße Gestaltung der Dosiervorrichtung
zeichnet sich weiterhin durch geringen baulichen Aufwand
aus, da lediglich die Kammer zur Aufnahme des flüssigen
Mediums zusätzlich mit einem Ultraschallschwinger auszurü
sten ist.
Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung kann die Kammer
von einer gesonderten, mit einem Ultraschallschwinger aus
gerüsteten Vorrichtung, z. B. einer Rakel, gebildet sein,
die zur Durchführung einer Reinigung mittels eines Spülme
diums an die Walze anstellbar ist. Die Vorrichtung kann
beispielsweise zusätzlich an eine Kammerrakellagerung ange
setzt werden, um die Reinigung der Walze durchführen zu
können.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbei
spielen näher erläutert, die in der Zeichnung dargestellt
sind. Es zeigen
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer erfindungsge
mäßen Dosiervorrichtung mit einer Kammerrakel,
Fig. 2 eine anstelle einer Kammerrakel einsetzbare Rei
nigungsvorrichtung,
Fig. 3 eine schematische Darstellung eines erfindungsge
mäßen Feuchtwerks mit Walzendosierung und
Fig. 4 eine weitere Ausgestaltung eines Feuchtmittelbe
hälters für ein Feuchtwerk gemäß Fig. 2.
Fig. 1 zeigt eine Dosiervorrichtung, die beispielsweise in
Lackierstationen von Bogen-Rotationsdruckmaschinen einge
setzt wird. Die Dosiervorrichtung besteht aus einer Walze
1, an die eine Kammerrakel 2 angestellt ist. Die Oberfläche
der Walze 1 ist porös oder mit einer feinen Rasterung ver
sehen und weist unzählige, sehr kleine, dicht nebeneinander
liegende Vertiefungen nach Art kleiner Näpfchen auf. Im
Betrieb nehmen diese Vertiefungen das in der Kammer 3 der
Kammerrakel 2 befindliche flüssige Medium, beispielsweise
Lack, Farbe oder Feuchtmittel, auf und übertragen es auf
einen sich an der Walze 1 abwälzenden Formzylinder 4. Die
übertragene Menge an flüssigem Medium wird hierbei durch
das Schöpfvolumen der Vertiefungen in der porösen oder
gerasterten Oberfläche der Walze 1 bestimmt. Lagert sich im
Laufe des Betriebs in den Vertiefungen Schmutz an, so ver
ringert sich das Schöpfvolumen und damit auch die an den
Formzylinder 4 abgegebene Menge flüssigen Mediums, was
unerwünscht ist. Es ist daher von Zeit zu Zeit eine Reini
gung der Oberfläche der Walze 1 erforderlich, die auch den
in den Vertiefungen haftenden Schmutz entfernt. Ebenso muß
die Walze 1 bei Produktionsende bei einem Wechsel, z. B. der
Lackart oder der Walze gereinigt werden. Um die Reinigung
schnell und mit der gewünschten Gründlichkeit durchführen
zu können, ist an einer Bodenplatte 5 der Kammerrakel 2 ein
Ultraschallschwinger 6 angebracht. Der Ultraschallschwinger
6 befindet sich in einer Vertiefung auf der der Kammer 3
abgekehrten Außenseite der Bodenplatte 5 etwa in der Mitte
zwischen den Abstreifkanten der Rakelblätter 7, so daß die
erzeugten Schallschwingungen unmittelbar auf die Oberfläche
der Walze 1 gerichtet sind. Der Ultraschallschwinger 6 kann
aus einem einzigen sich in Längsrichtung der Kammerrakel 2
erstreckenden Element bestehen. Es können aber auch zwei
oder mehr einzelne Elemente im Abstand voneinander an der
Bodenplatte 5 der Kammerrakel 2 angeordnet sein.
Zum Reinigen der Walze 1 wird diese in Drehung versetzt und
die Kammer 3 der Kammerrakel 2 mit einer Reinigungsflüssig
keit gefüllt und durchspült. Gleichzeitig werden mit Hilfe
des Ultraschallschwinger 6 Schallwellen erzeugt, deren Fre
quenz vorzugsweise in einem Bereich von 20 bis 40 kHz
liegt. Auf diese Weise kann in kurzer Zeit eine wirksame
Reinigung der Walze 1 erreicht werden, ohne daß es zusätz
licher Maßnahmen bedarf. Mit der beschriebenen Gestaltung
ist es außerdem möglich, den Ultraschallschwinger 6 während
des Druckprozesses zu erregen und dadurch das Anlagern von
Schmutzpartikeln an der Walze 1 zu reduzieren.
Anstelle der Kammerrakel 2 kann zur Reinigung der Walze 1
auch die in Fig. 2 gezeigte Reinigungsvorrichtung 8 ver
wendet werden, die anstelle der Kammerrakel 2 in die Kam
merrakelaufnahme 9 eingesetzt wird. Die Reinigungsvorrich
tung 8 besteht aus einem Kasten 21 der analog zur Kammerra
kel 2 eine Kammer 3 zur Aufnahme eines flüssigen Reini
gungsmediums umschließt. Der Kasten 21 weist eine in Längs
richtung der Walze 1 erstreckende Öffnung 22 auf, die durch
die Walze 1 verschließbar ist, wenn der Kasten 21, wie in
der Zeichnung dargestellt, an die Walze 1 angestellt ist.
Die Ränder 23 der Öffnung 11 tragen eine Dichtung 24 in
Form eines O-Rings, die den Kasten 21 gegenüber der Walze 1
abdichtet. Am Boden des Kastens 21, der Öffnung 22 gegen
über, ist ein Ultraschallschwinger 6 angebracht. Das Zufüh
ren und Rückführen des Reinigungsmediums erfolgt über Öff
nungen 25, 26 in der Stirnwand des Kastens 21. Die Reini
gung der Walze 1 wird mit der Reinigungsvorrichtung 8 in
gleicher Weise durchgeführt, wie mit der Kammerrakel 2.
Fig. 3 zeigt ein Feuchtwerk einer Offset-Rotations-Druck
maschine. Das Feuchtwerk weist eine in Feuchtmittel eintau
chende Walze 10, eine Dosierwalze 11 und eine Feuchtauf
tragwalze 12 auf. Die Walze 10 entnimmt das Feuchtmittel
aus einem Feuchtmittelbehälter 13 und überträgt es auf die
Feuchtauftragwalze 12, die mit einem Plattenzylinder 14 in
Kontakt ist. Die an der Walze 10 anliegende Dosierwalze 11
sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Feuchtmittels
auf der Oberfläche der Walze 10 und bestimmt die Dicke des
Feuchtmittelfilms. Neben der Feuchtauftragwalze 12 befindet
sich eine Brückenwalze 15, die an der Feuchtauftragwalze 12
und einer Farbauftragwalze 16 eines im übrigen nicht darge
stellten Farbwerks anliegt. Der Behälter 13 wird über eine
Zuführleitung 17 und eine Rückführleitung 18 je nach Bedarf
mit Feuchtmittel oder einer Reinigungsflüssigkeit befüllt
oder entleert.
Während des Druckbetriebs nimmt die in das Feuchtmittel
eintauchende Walze 10 von der Feuchtauftragwalze 12 Farbe
an, wodurch die Feuchtmittelzufuhr beeinträchtigt wird. Um
dies zu unterbinden und, die Walze 10 während des Druckbe
triebs reinigen zu können, ist außen am Boden des Behälters
13 ein Ultraschallschwinger 19 angeordnet, der mit Hilfe
eines Generators 20 erregbar ist. Wird der Ultraschall
schwinger 19 während des Druckprozesses erregt, so wird die
der Walze 10 zugeführte Farbe entfernt und ein Farbaufbau
unterbunden. Auf diese Weise wird eine konstante Feuchtmit
telführung erreicht und eine Unterbrechung des Druckbe
triebs zum Reinigen der Walzen vermieden. Auch eine Reini
gung nach einem Druckprozeß unter Verwendung eines Reini
gungsmittels wird durch den Einsatz des Ultraschallschwin
gers 19 erheblich vereinfacht und beschleunigt.
Wie bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 kann der
Ultraschallschwinger 19, z. B. ein Biegschwinger, aus einem
langgestreckten Element oder mehreren Einzelelementen
bestehen. Es kann weiterhin, wie in Fig. 4 gezeigt, ein
plattenförmiger Ultraschallschwinger 19 auf der Innenseite
auf dem Boden des Behälters 13 angeordnet sein, um eine
noch direktere Einwirkung der Schallenergie auf die Ober
fläche der Walze 10 zu erreichen.
Claims (7)
1. Dosiervorrichtung an einer Rotationsdruckmaschine mit
einer ein flüssiges Medium aufnehmenden Kammer und
einer in das flüssige Medium eintauchenden drehbaren
Walze, dadurch gekennzeichnet, daß an einer Wand der
Kammer (3) ein Ultraschallschwinger (6) angebracht ist.
2. Dosiervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Walze (1) eine poröse oder mit
einem Raster versehene Oberfläche hat und die Kammer
(3) von einer Kammerrakel (2) mit im Abstand voneinan
der angeordneten Rakelblättern (7) gebildet ist, wobei
der Ultraschallschwinger (6) zwischen den Rakelblätter
(7) an der Bodenplatte (5) der Kammerrakel (2) ange
bracht ist.
3. Dosiervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Kammer (3) von einem unter der Walze (10)
angeordneten Behälter (13) gebildet ist und der Ultra
schallschwinger (19) am Boden des Behälters (13) ange
bracht ist.
4. Dosiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, dag der Ultraschallschwin
ger (19) als Flächenelement auf der Innenseite der Kam
mer angeordnet ist.
5. Dosiervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Ultraschallschwinger
(6, 19) auf der Augenseite der Kammer angeordnet ist
und der Boden der Kammer als Schwingmembran ausgebildet
ist.
6. Dosiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die Kammer von einer
gesonderten, mit einem Ultraschallschwinger ausgerüste
ten Reinigungsvorrichtung (8) gebildet ist, die zur
Durchführung einer Reinigung an die Walze (1) anstell
bar ist.
7. Dosiervorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich
net, daß die Reinigungsvorrichtung (8) einen Kasten
(21) mit einer sich längs der Walze (1) erstreckenden
Öffnung (22) aufweist, und daß die die Öffnung (22)
begrenzenden Ränder (23) des Kastens (21) an die Walze
(1) anstellbar sind und eine an die Walze (1) anlegbare
Dichtung (24) tragen.
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Representative=s name: PATENTANWAELTE HAAR & SCHWARZ-HAAR, DE Effective date: 20120605 |
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| R119 | Application deemed withdrawn, or ip right lapsed, due to non-payment of renewal fee |
Effective date: 20130801 |