DE19900274A1 - Verfahren zur Anpassung der Melkanlage an eine Herde von Tieren - Google Patents
Verfahren zur Anpassung der Melkanlage an eine Herde von TierenInfo
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Abstract
Verfahren zur Anpassung der Melkanlage an eine Herde von Tieren.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Anpassung der Melkanlage an eine Herde von
Tieren. Melkanlagen werden in den unterschiedlichsten Milchviehherden eingesetzt.
Die einzelnen Tiere jedoch sind individuell verschieden, was die Melkbarkeit oder Zit
zenformen betrifft. Besonders die zum Melken angelegte Vakuumhöhe ist entscheidend
für die Melkbarkeit. Übliche Praxis ist, dass die Vakuumhöhe für das Melkvakuum vom
Installateur nach seiner Schätzung ohne genauere Grundlagen eingestellt wird. Jedoch
kann zu hohes Vakuum erhebliche Schädigungen und Mastitis zur Folge haben.
Ein weiteres Problem ist, dass oftmals eine nicht zur Herde passende Zitzengummi
grösse verwendet wird. Dies hat den entscheidenden Nachteil, dass bei zu engen Zitzen
gummis Abschnürungen an der Zitze auftreten, die den Ausmelkgrad behindern; die
Folge sind Milchrückgang, Euterentzündungen oder lange Melkzeiten.
Bei zu grossen Zitzengummis fallen die Melkzeuge zu leicht ab, was ebenfalls stark die
Milchabgabe stört und Probleme verursacht. Ausserdem klettern zu grosse Zitzengum
mis und verursachen Abschnürungen an der Zitzenbasis.
Bekannt sind einfache Schablonen zur Bestimmung der Zitzengrösse, die aber durch
einen schmalen Messsteg unbefriedigende Ergebnisse liefern.
Aufgabe der Erfindung ist es, diese Nachteile dadurch zu vermeiden, dass bei jeder
Zitze von jedem Einzeltier das Mindestvakuum ermittelt wird, das für den Milchentzug
erforderlich ist. Das erfolgt dadurch, dass mittels einer Milchentzugskontrolleinrichtung
jede Zitze solange vorzugsweise mit langsam steigendem Vakuum beaufschlagt wird,
bis ein Milchentzug erfolgt. Daraus ergibt sich das minimale Milchentzugsvakuum zum
jeweiligen Zeitpunkt der Messung. Dies kann sowohl mit massierendem Zitzengummi
als auch ohne Massage erfolgen. Die Kontrolle erfolgt vorteilhafterweise zu verschie
denen Zeitpunkten im Abstand zu den Melkzeiten, z. B. eine Kontrolle vor dem Mel
ken, eine in der Mitte der Zwischenmelkzeit, eine zwei Stunden nach dem Melken.
Ausserdem ist es möglich auch das Milchentzugsvakuum in Abhängigkeit zum Lak
tationsstadium zu ermitteln.
Auch ist eine Feststellung des Mindestmilchentzugsvakuums während des Melkens
möglich. Somit lässt sich eine anpassende Vakuumhöhe auch für die Dauer des
Melkens, abhängig vom Euterinnendruck und Minutengemelk, mit berücksichtigen.
Alle Daten werden gespeichert und ergeben dann eine Basis für die Ermittlung des
optimalen Melkvakuums für das Tier. Dadurch wird das Tier mit optimaler Vakuum
höhe gemolken.
Besonders wertvoll sind die Daten für eine züchterische Auswertung, z. B. können auch
Tiere mit zu geringem Schliessmuskelwiderstand erfasst werden. (Tiere, die in der Zwi
schenmelkzeit die Milch laufen lassen sind einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt).
Ein weiterer Vorteil ist, dass bei Kontrollmessungen am Tier auch Abweichungen regi
striert werden, die auf Verletzungen schliessen lassen, wie z. B. eine Trittverletzung an
der Zitze mit einem inneren Schleimhautabriss, was die Melkbarkeit wesentlich ver
schlechtert, aber von aussen nicht sichtbar sein muss.
In einer besonders vorteilhaften Umsetzung der Werte in der Praxis wird die Vakuum
höhe beim Melken jeder Zitze des Einzeltieres angepasst. Dies ist besonders bei auto
matischen Melksystemen durchführbar.
Falls bei grösseren Melkständen eine Anpassung des Vakuums an das Einzeltier zu
aufwendig erscheint, so ist es möglich, die Tiere in Gruppen aufzuteilen, die annähernd
gleiches Melkvakuum benötigen. Dies kann bei Erkennungssystemen automatisch über
Selektionstore erfolgen.
Auch ohne Gruppeneinteilung kann durch Ermittlung des Durchschnittsvakuums für
den Milchentzug aller Einzeltiere der Herde eine unnötige Belastung der Zitzen durch
überhöhtes Vakuum vermieden werden.
Eine besonders vorteilhafte Kombination ist, wenn das Tier bei optimalem Melkvakuum
mit der richtigen Zitzengummigrösse gemolken wird. Erfindungsgemäss wird dies
durch eine Einrichtung erreicht, die grossflächig die Einzelzitze abtastet und die Werte
speichert.
Eine erfindungsgemässe Möglichkeit ist die Anwendung einer Einrichtung mit Abtast
kissen, die ringförmig um die Zitzenform angeordnet sind und bei der Messung vor
zugsweise mit Druckluft oder Flüssigkeit beaufschlagt werden, um eine gleichmässige
und genaue Anpassung der Kissen an die Zitze zu gewährleisten. Der Wert kann dann
mittels Dehnmessstreifen oder Volumenmessung erfasst werden.
Eine weitere Möglichkeit ist eine optische Erfassung der Zitze über eine Messskala, die
vorzugsweise im Hintergrund der Zitze angebracht ist.
Anhand der ermittelten Werte von "Minimalem Milchentzugsvakuum" und "definierter
Zitzengrösse" lässt sich die Melkanlage in wichtigen Punkten objektiv an die bestehen
de Herde anpassen und verbessert dadurch die Eutergesundheit und die Rentabilität.
Claims (13)
1. Verfahren zur Anpassung der Melkanlage an eine Herde von Tieren
dadurch gekennzeichnet, dass
für jedes Tier das Mindestvakuum ermittelt wird, um Milch zu entziehen.
2. Nach Anspruch 1
für jede Zitze eines Tieres das Mindestvakuum ermittelt wird, um Milch zu
entziehen.
3. Nach Anspruch 1 und 2
das Mindestvakuum, um Milch aus der Zitze zu entziehen, zu verschiedenen
Zeitpunkten ermittelt und gespeichert wird.
4. Nach Anspruch 1 und 2
bei Vergleichsmessungen die Unterschiede des Mindestvakuums an der Zitze des
gleichen Tieres gemessen, gespeichert und ausgewertet werden.
5. Nach Anspruch 1 und 2
als Indikator für den Milchentzug die Widerstandsmessung zwischen zwei
Elektroden dient.
6. Nach Anspruch 1 und 2
als Indikator für den Milchentzug ein Sichtglas unterhalb der Zitze dient.
7. Nach Anspruch 1 und 2
die Ermittlung des Mindestvakuums für den Milchentzug bei zyklisch
massierendem Zitzengummi erfolgt.
8. Nach Anspruch 1 und 2
die Ermittlung des Mindestvakuums für den Milchentzug ohne massierendem
Zitzengummi erfolgt.
9. Nach Anspruch 1 und 2
die Zitze jedes Tieres individuell mit der Vakuumhöhe gemolken wird, die aufgrund
der Auswertung der Ergebnisse des Mindestvakuums für Milchentzug ermittelt
wird.
10. Die Zitzengrössen jedes Einzeltieres erfasst und gespeichert werden.
11. Nach Anspruch 10
die Abtastung der Zitze vorzugsweise ringförmig und möglichst grossflächig
erfolgt.
12. Nach Anspruch 9 und 10
die Abtastung der Zitze mittels Kissen erfolgt, die vorzugsweise mit Druck
beaufschlagt werden.
13. Nach Anspruch 9 und 10
die Erfassung der Zitzengrösse optisch erfolgt.
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Cited By (3)
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| WO2006068581A1 (en) * | 2004-12-20 | 2006-06-29 | Delaval Holding Ab | Method, computer program product and arrangement for controlling the milking by a milking machine |
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| SE9603377D0 (sv) * | 1996-09-17 | 1996-09-17 | Tetra Laval Holdings & Finance | A milking unit, a milking apparatus and a method for controlling such an apparatus |
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Also Published As
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| FR2788196A1 (fr) | 2000-07-13 |
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