DE19860685A1 - Gerät zum Verschluss oberflächlicher Varikosis - Google Patents
Gerät zum Verschluss oberflächlicher VarikosisInfo
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Abstract
Medizinisches Klammer- oder Tackergerät zur Verschließung oberflächlicher, variköser Venen, dadurch gekennzeichnet, daß durch die intakte Haut über der varikösen Vene hindurch spezielle Klammern durch die aneinander gepreßten Venenwände eingebracht oder durchgeschossen werden, die die Venenwände fest aneinander heften und so die variköse Vene ganz oder teilweise verschließen. Mit diesem Verfahren lassen sich schnell und sicher sowie minimal-invasiv große, variköse Venenareale fast ohne Risiken irreversibel verschließen.
Description
In der chirurgischen Medizin gibt es seit Jahren Klammergeräte zum
zuverlässigen und schnellen Wundverschluß oder zur Verbindung von
Darmenden oder zur äußeren, endgültigen Kompression kleinerer Gefäße
spezielle Clips-Geräte. Im Handwerker- und Industriebereich existieren
sogenannte Tacker, mit deren viel genutzter Hilfe man von außen spezielle
Klammern flach in zwei miteinander zu verbindende Gewebe einschießen kann.
Dabei werden die Materialien oder Gewebe aufeinander gepreßt und dann die
Klammern eingeschossen.
Klammergeräte auf der Tackerbasis existieren bisher in der Medizin nicht.
Unter Nutzung eines medizinischen Tackergerätes, welches natürlich allen
Vorschriften des medizinischen Gebrauchs entsprechen müßte, könnte man sehr
einfach, von außen angelegt, die ausgebeulten varikösen Venen schnell und
sicher verschließen. Der medizinische Tacker wird auf die äußerlich gut
sichtbare, erweiterte Vene aufgesetzt. Dann komprimiert man mit dem Tacker
die Vene bis beide Venenwände fest aneinander liegen. Die Tackerklammern
werden nun durch die fest aneinanderliegenden Venenwände geschossen oder
gedrückt und verschließen damit das Venenlumen zuverlässig und sicher.
Dieses Klammerverfahren könnte in lokaler Anaesthesie oder periduraler
Anaesthesie erfolgen und wäre ambulant leicht durchführbar. Der richtige
Klammersitz bzw. die Verschlußwirkung wäre schnell und sicher mittels einer
Ultraschalluntersuchung zu überprüfen. Notwendigerweise könnten weitere
gezielte Klammerungen erfolgen. Auch könnte man durch
dopplersonographische Vorprüfungen und Vermessungen die benötigten
Klammergrößen und Klammerarten abschätzen. Die eingebrachten Klammern
würden mehrere Wochen in der Haut verbleiben, bis die Venenwände völlig
miteinander verwachsen sind. Dies wäre ebenfalls wieder dopplersonographisch
oder endoskopisch leicht zu überprüfen.
Die aus der Haut herausragenden Klammeranteile würden am besten der
Beinfarbe des Patienten angepaßt werden, damit sie nicht während der Tragezeit
kosmetisch stören.
Dieses Klammer- oder Tackergerät unterscheidet sich erheblich von den bisher
in der Chirurgie verwendeten Instrumenten. Bei den Klammergeräten für den
Wundverschluß werden die Wundränder mit einer Pinzette angehoben und
adaptiert und die Wunde dann durch Klammerung senkrecht und von der Seite
bezüglich des Wundverlaufs eingebracht. Die Klammergeräte um zwei
Darmenden miteinander zu verbinden umgreifen die Darmwand von innen und
außen und klammern sie aneinander.
Mit diesem innovativen Klammergerät werden keine Wunden verschlossen. Es
werden keine Pinzetten benötigt und die Klammern werden auch nicht seitlich
am Objekt vorbei eingebracht. Die Klammergeräte umfassen auch nicht von
innen oder außen die einzelne Venenwand, sondern die speziell gebogenen
Klammen werden durch die intakte Haut hindurch und nach Zusammendrücken
der Vene durch die aneinander liegenden Venenwände hindurch getrieben oder
geschossen und heften die beiden Venenwände fest aneinander, indem sie sich
vor der intakten Haut und hinter der letzten Venenwand umbiegen. Die
Klammern werden also direkt in das Gefäß von außen über die intakte Haut
eingebracht und verschließen nicht ohne Verletzung des Gefäßes durch bloße
Kompression von außen (z. B. durch einen Clip) das Gefäßlumen. Die
Klammern sind deshalb auch anders geformt als die üblichen Wund- oder
Clipklammern und die Klammerführung im Klammergerät ist speziell auf die
Anheftung beider Venenwände ausgerichtet.
Mit Hilfe dieser Klammertechnik lassen sich viele Sklerosierungsbehandlungen
mit den bekannten Risiken der Entzündungen, Allergien, Schmerzen und
Rezidivneigung vermeiden. Auch könnten öfters Strippingverfahren entbehrlich
werden, da die variköse Vene im Körper verbleiben kann. Die üblichen
operativen Risiken der Strippingverfahren (Nervenverletzungen, Narben,
Entzündungen, Immobilität usw.) entfallen völlig.
Auch würden für diese Klammertechnik keine Kontraindikationen, wie
Marcumarisierung, fehlende OP-Fähigkeit wegen Übergewicht und anderer
Dinge vorliegen. Die behandelten Patienten sind sofort gehfähig. Außerdem
könnten in Abständen von wenigen Tagen weitere Klammerungen erfolgen, die
den Patienten nicht belasten. Die innovative Tackerung der varikösen Venen
ließe sich auch ohne Probleme mit den anderen bewährten Therapieverfahren
kombinieren.
Das innovative Klammergerät eignet sich vor allem dazu, größere, stark
erweiterte Varizen schnell und sicher zu verschließen und würde vor allem bei
den älteren Patienten, die sich vor Operationen fürchten oder inoperabel sind
sowie schlechte Erfahrungen mit Verödungen gemacht haben, eine
hervorragende Therapiealternative darstellen. Auch könnte dieses Verfahren zur
Prophylaxe schwerer variköser Veränderungen eingesetzt werden, da zum
Beispiel bei insuffizienten Perforanzvenen die nachfolgende druckbelastete
Vene mit geeigneten Klammersperren den Reflux des Blutes nach distal
verhindern könnte.
Die Behandlungen könnten bei den Betroffenen über Jahre hindurch phasen-
und indikationsgerecht immer wieder eingesetzt werden.
So könnten durch diese einfache Therapie die schwerwiegenden und
kostenintensiven Folgeschäden der chronisch venösen Insuffizienz
(Dermatosklerosen, Ulcera) in vielen Fällen verhindert werden. Die Klammern
könnten aus verschiedensten geeigneten Materialien (rostfreie Stähle,
Kunststoffe) usw. gefertigt werden. Die erfindungsgemäßen Klammem könnten
in geeigneten Längen und Breiten angeboten werden, die auf die jeweilige
Venenbreite und Venenwanddicke und Druckbelastung abgestimmt wären.
Claims (3)
1. Gerät zum externen Verschluß oberflächlicher Varizen dadurch
gekennzeichnet, daß mit einem speziellen Klammergerät die erweiterten und
aneinander gepreßten Venenwände durch die intakte Haut hindurch mit
speziellen Klammern fest aneinander geheftet werden.
2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Klammern in die
Haut eingedrückt oder eingeschossen (Tacker) werden.
3. Gerät nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß Klammern
verschiedenen zweckdienlichen Größen und Formen sowie in verschiedenen
Hautfarben genutzt werden.
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|---|---|---|---|
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Country Status (1)
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Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US9375218B2 (en) | 2006-05-03 | 2016-06-28 | Datascope Corp. | Systems and methods of tissue closure |
| US10485545B2 (en) | 2013-11-19 | 2019-11-26 | Datascope Corp. | Fastener applicator with interlock |
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-
1998
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Cited By (8)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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