DE19857306A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Einblasen von festen Teilchen in einen Schachtofen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Einblasen von festen Teilchen in einen SchachtofenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Einblasen von festen Teilchen in einen Schachtofen, insbesondere einen Hochofen, bei dem die festen Teilchen mittels eines gasförmigen Förderstromes in den Heißwindstrom der Windformen zugeführt werden. DOLLAR A Verfahrensgemäß wird der gasförmige Förderstrom mit den festen Teilchen unmittelbar vor Eintritt in eine Einblaslanze mit einem gasförmigen Medium beaufschlagt, dessen Druck an dieser Stelle über dem Druck des Förderstromes liegt und das so in den Förderstrom eingeleitet wird, daß unter Erhöhung der Fließgeschwindigkeit die im Förderstrom eingelagerten festen Teilchen verwirbelt und in eine, in Richtung des Lanzenaustritts gerichtete, spiralförmige Bewegung versetzt werden. DOLLAR A Die dazugehörende Vorrichtung ist in Fig. 4 dargestellt und besteht aus einem der Einblaslanze 6 vorgeordneten Rohrabschnitt 1, der mindestens zwei gegenüberliegende und zueinander versetzt angeordnete Rohreinmündungen aufweist, die über einen Rohrbogen 2 miteinander verbunden sind und der an einem Anschluß 3 für ein gasförmiges Medium befestigt ist.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Einblasen von
festen Teilchen in einen Schachtofen, insbesondere einen Hochofen, bei dem die
festen Teilchen mittels eines gasförmigen Förderstromes in den Heißwindstrom
der Windformen zugeführt werden.
Zum Betreiben von Hochöfen oder anderen vergleichbaren Schachtöfen ist es
bekannt, Zusatzbrennstoffe über die Windformen dem metallurgischen Prozeß
zuzuführen. Neben flüssigen Zusatzbrennstoffen, wie z. B. Heizöl, werden auch
feste Energieträger über geeignete pneumatische Transporteinrichtungen dem
Ofen zugeführt. Diese zumeist pulverförmigen Brennstoffe werden dabei durch
Beaufschlagung mit einem Trägergas über Rohrleitungen von einem Vorrats
behälter über Ausgabekammern und entsprechend ausgebildete Einblaslanzen
dem Heißwindstrom zugesetzt und in das Ofeninnere befördert.
Ein Verfahren zum Zuführen eines pulverförmigen Brennstoffgemisches ist zum
Beispiel in der Veröffentlichung gemäß DE 30 50 394 beschrieben. Nach diesem
Verfahren wird das pulverförmige Brennstoffgemisch unmittelbar nach dem
Austrag aus einer Ausgabekammer in jeder Rohrleitung mit einem Gasstrahl
beaufschlagt, der entgegen dem Förderstrom gerichtet ist. Damit soll die
Förderfähigkeit der im Fördergas eingelagerten Brennstoffteilchen gesichert
werden.
Neben dem Einsatz von pulverförmigen Zusatzbrennstoffen in Form von Kohlen-
oder Koksstäuben ist es bekannt, Plastegranulate oder Abprodukte aus der Alt
autoverwertung, wie z. B. die Shredderleichtfraktion nach entsprechender
Aufbereitung als Zusatzbrennstoff in einem Hochofen einzusetzen. Diese Stoffe
neigen jedoch stärker als normale pulverförmige Brennstoffe zu Verstopfungen
in den Rohrleitungen und verursachen Störungen bei der Versorgung der
einzelnen Einblaslanzen mit Zusatzbrennstoff. Diesem Zustand wird durch eine
Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit des Förderstromes begegnet.
Trotz dieser Maßnahmen sind Störungen beim Betrieb derartiger Anlagen nicht
zu vermeiden. Durch die Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit des
Förderstromes tritt in den Rohrleitungen ein verstärkter Verschleiß auf, der zu
einem erhöhten Instandhaltungsaufwand für die Anlage führt. Weiterhin führen
auftretende Verstopfungen im pneumatischen Transportsystem verstärkt zu
Ausfällen an den Einblaslanzen, da eine Kühlung der Einblaslanzen durch den
Förderstrom dann nicht mehr gegeben ist. Darüber hinaus hat eine instabile
Versorgung der einzelnen Windformen mit Zusatzbrennstoff Auswirkungen auf
einen kontinuierlichen Ablauf der metallurgischen Prozesse im Hochofen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu finden, mit
denen Zusatzbrennstoffe in Form von festen Teilchen, wie z. B. Granulate aus der
Altplasteaufbereitung, Stäube oder andere pulverförmige Stoffe und deren
Gemische mittels eines gasförmigen Förderstromes so in den Heißwindstrom der
Windformen eines Schachtofens, insbesondere eines Hochofens, gefördert wer
den, daß unter Absenkung der bisher üblichen Druckbeaufschlagung des
Fördersystems nach einer Ausgabekammer einer pneumatischen Transport
einrichtung Störungen bei der Versorgung des Ofens mit diesen Zusatzbrenn
stoffen vermieden, der Wartungs- und Instandhaltungsaufwand für derartige
Anlagen vermindert und günstigere Bedingungen für eine Verbrennung der festen
Teilchen in der Schmelzzone des Ofens gewährleistet werden können.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe entsprechend den Ansprüchen 1 bis 6 gelöst.
Die erfindungsgemäße Beaufschlagung des Förderstromes mit einem gasförmigen
Medium unmittelbar vor Eintritt der festen Teilchen in eine Einblaslanze ermög
licht eine Auflockerung und Verwirbelung der festen Teilchen vor Eintritt in den
Heißwindstrom einer Windform bei gleichzeitiger Erhöhung der Fließgeschwin
digkeit des Förderstromes. Die zusätzliche Einleitung eines gasförmigen
Mediums in Richtung der Einblaslanze mit einem Druck, der um ein mehrfaches
über dem des Fördermediums in diesem Rohrabschnitt liegt, wird im
vorgeordneten Teil der jeweiligen Rohrleitung eine Sogwirkung erzeugt, die die
Gefahr von Verstopfungen in diesem bisher gefährdeten Rohrabschnitt erheblich
vermindert. Die spiralförmige Einleitung des gasförmigen Mediums in den
Förderstrom unmittelbar vor Eintritt in die Einblaslanze ermöglicht eine stabile
Ausbildung des Förderstromes, wodurch ein Transport der festen Teilchen bis
weit in die Schmelzzone des Ofens möglich ist.
Durch die Beaufschlagung des Förderstromes mit einem zusätzlichen gasför
migen Medium vor einer Einblaslanze ist sichergestellt, daß bei einer
auftretenden Verstopfung in den zu jeder Einblaslanze führenden Rohrleitung
ein Verbrennen der Lanzen nicht mehr möglich ist, da die Kühlung der
Einblaslanze mit dem zusätzlichen gasförmigen Medium gewährleistet wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren und die dazugehörende Vorrichtung sollen
nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. In den
dazugehörenden Zeichnungen zeigen
Fig. 1 Seitenansicht der Vorrichtung,
Fig. 2 Draufsicht der Vorrichtung,
Fig. 3 Verbindung Rohrbogen mit Rohrabschnitt,
Fig. 4 Vorrichtung im eingebauten Zustand.
Das Ausführungsbeispiel bezieht sich auf das Einblasen von festen Teilchen, wie
z. B. Plastegranulat oder aufbereitete Bestandteile aus der Shredderleichtfraktion,
die im Rahmen einer umweltgerechten Verwertung als Energieträger dem
Hochofenprozeß über die Windformen 5 zugeführt werden. Die festen Teilchen
werden dabei unter Druckbeaufschlagung von einem Vorratsbehälter über
Rohrleitungen bis in den Bereich der Windformen 5 des Hochofens gefördert.
Der übliche Druck am Anfang der Förderstrecke von 2,2-2,5 bar kann unter
Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie der dazugehörenden
Vorrichtung auf 1,6-2,0 bar abgesenkt werden. In Abhängigkeit von der
Förderstrecke, die je nach Ofengröße und Anzahl der Vorratsbehälter unter
schiedlich sein kann, stellt sich am Ende der Förderstrecke ein Druck von 0,2-
0,5 bar ein. Die festen Teilchen werden über an den Windformen angeordnete
Einblaslanzen 6 dem Heißwindstrom zugesetzt und so dem Ofeninneren zuge
führt. Dazu ist unmittelbar vor einer Einblaslanze 6 die jeweilige Rohrleitung über
ein Ventil 4 mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung verbunden. Die Vorrichtung
ist zwischen Einblaslanze 6 und Ventil 4 angeordnet und zweckmäßigerweise
mittels beidseitiger Schraubverbindungen mit diesen verbunden.
Sie besteht aus einem Rohrabschnitt 1 und einem mit dem Rohrabschnitt 1
festverbundenen Rohrbogen 2, der unter einem Winkel von ca. 30° zur
Symmetrieachse des Rohrabschnittes 1 angeordnet ist. Am Umfang des Rohr
abschnittes 1 sind in vertikaler Ebene zur Symmetrieachse des Rohrabschnittes 1
zwei zueinander versetzt angeordnete Öffnungen angebracht, deren Größe dem
Innendurchmesser des Rohrbogens 2 entspricht. Der Rohrabschnitt 1 und die
beiden Enden des Rohrbogens 2 sind im Bereich der Öffnungen gasdicht,
vorzugsweise durch eine Schweißverbindung wie aus Fig. 3 ersichtlich,
miteinander verbunden. Der Rohrbogen 2 weist einen Anschluß 3 für eine
Druckluftleitung auf. Der Anschluß 3 ist am oberen Scheitelpunkt des
Rohrbogens 2 angeordnet, wobei die Verbindung so ausgebildet ist, daß
Druckluft über den Anschluß 3 und dem Rohrbogen 2 in den Rohrabschnitt 1
strömen kann. Die Druckluft wird mit ca. 5 bis 6 bar aus dem am Hochofen
installierten Leitungsnetz entnommen und über ein nicht näher dargestelltes
Rückschlagventil der erfindungsgemäßen Vorrichtung zugeführt. Durch die
vorhandene Druckdifferenz entsteht eine Sogwirkung in der Rohrleitung für die
festen Teilchen, wodurch Ansatzbildungen bzw. Verstopfungen im hinteren
Abschnitt der Rohrleitung vermieden werden. Die versetzte Anordnung der
Rohrbogenenden am Rohrabschnitt 1 ist aus Fig. 1 ersichtlich. Sie bewirkt eine
Auflockerung und Verwirbelung der festen Teilchen im Bereich hinter den
Rohreinmündungen im Rohrabschnitt 1. Die Anordnung der Rohrbogenenden in
einem Winkel von 80° zur Symmetrieachse des Rohrabschnittes 1 erzeugt eine in
Richtung der Lanze 6 gerichtete, spiralförmige Bewegung der festen Teilchen.
Diese Ausgestaltung ist in Fig. 2 dargestellt. Der Innendurchmesser des Rohrab
schnittes 1 ist gleich dem Innendurchmesser der nachgeordneten Einblaslanze 6,
um negative Einwirkungen auf den Förderstrom zu vermeiden.
1
Rohrabschnitt
2
Rohrbogen
3
Anschluß
4
Ventil
5
Windform
6
Einblaslanze
Claims (6)
1. Verfahren zum Einblasen von festen Teilchen in einen Schachtofen, insbe
sondere einen Hochofen, bei dem die festen Teilchen mitteln eines gasförmigen
Förderstromes über Einblaslanzen in den Heißwindstrom der Windformen
zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, daß der gasförmige Förderstrom
unmittelbar vor Eintritt in eine Einblaslanze mit einem gasförmigen Medium
beaufschlagt wird, dessen Druck an dieser Stelle über dem Druck des Förder
stromes liegt und das so in den Förderstrom eingeleitet wird, daß unter Erhö
hung der Fließgeschwindigkeit die im Förderstrom eingelagerten festen
Teilchen verwirbelt und in eine, in Richtung des Lanzenaustritts gerichtete,
spiralförmige Bewegung versetzt werden.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß Anspruch 1, dadurch
gekemizeichnet, daß ein der Einblaslanze (6) vorgeordneter Rohrabschnitt (1)
mindestens zwei gegenüberliegende und zueinander versetzt angeordnete
Rohreinmündungen aufweist, die über einen Rohrbogen (2) miteinander
verbunden sind und an dem ein Anschluß (3) für ein gasförmiges Medium
angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Rohrbogen (2)
in einem Winkel von 20° bis 40° zur Symmetrieachse des Rohrabschnittes (1)
angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrein
mündungen im Rohrabschnitt (1) im gleichen Abstand zur Symmetrieachse
des Rohrabschnittes (1) versetzt angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Rohreinmündungen unter einem Winkel kleiner 90°, vorzugsweise zwischen
80° und 70° zur Symmetrieachse des Rohrabschnittes (1) angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
Rohrabschnitt (1) den gleichen Innendurchmesser aufweist wie die Einblas
lanze (5).
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