[go: up one dir, main page]

DE19855718A1 - Verfahren zur kontinuierlichen Vernetzung von reaktiven Organopolysiloxanen, speziell additionsvernetzbare Siliconkautschuksysteme durch Einwirkung von elektromagnetischen Wellen (Mikrowellen) zur Herstellung von Elastomer-Formkörpern - Google Patents

Verfahren zur kontinuierlichen Vernetzung von reaktiven Organopolysiloxanen, speziell additionsvernetzbare Siliconkautschuksysteme durch Einwirkung von elektromagnetischen Wellen (Mikrowellen) zur Herstellung von Elastomer-Formkörpern

Info

Publication number
DE19855718A1
DE19855718A1 DE1998155718 DE19855718A DE19855718A1 DE 19855718 A1 DE19855718 A1 DE 19855718A1 DE 1998155718 DE1998155718 DE 1998155718 DE 19855718 A DE19855718 A DE 19855718A DE 19855718 A1 DE19855718 A1 DE 19855718A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
reaction
microwave
microwaves
mold
heat
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Granted
Application number
DE1998155718
Other languages
English (en)
Other versions
DE19855718C2 (de
Inventor
Renate Kurda
Claudia Kurda
Cornelia Kurda
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
RCC POLYMERTECHNIK GmbH
Original Assignee
RCC POLYMERTECHNIK GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by RCC POLYMERTECHNIK GmbH filed Critical RCC POLYMERTECHNIK GmbH
Priority to DE1998155718 priority Critical patent/DE19855718C2/de
Publication of DE19855718A1 publication Critical patent/DE19855718A1/de
Application granted granted Critical
Publication of DE19855718C2 publication Critical patent/DE19855718C2/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Fee Related legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08JWORKING-UP; GENERAL PROCESSES OF COMPOUNDING; AFTER-TREATMENT NOT COVERED BY SUBCLASSES C08B, C08C, C08F, C08G or C08H
    • C08J3/00Processes of treating or compounding macromolecular substances
    • C08J3/24Crosslinking, e.g. vulcanising, of macromolecules
    • C08J3/247Heating methods
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08JWORKING-UP; GENERAL PROCESSES OF COMPOUNDING; AFTER-TREATMENT NOT COVERED BY SUBCLASSES C08B, C08C, C08F, C08G or C08H
    • C08J3/00Processes of treating or compounding macromolecular substances
    • C08J3/28Treatment by wave energy or particle radiation
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08JWORKING-UP; GENERAL PROCESSES OF COMPOUNDING; AFTER-TREATMENT NOT COVERED BY SUBCLASSES C08B, C08C, C08F, C08G or C08H
    • C08J2383/00Characterised by the use of macromolecular compounds obtained by reactions forming in the main chain of the macromolecule a linkage containing silicon with or without sulfur, nitrogen, oxygen, or carbon only; Derivatives of such polymers
    • C08J2383/04Polysiloxanes

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Moulds For Moulding Plastics Or The Like (AREA)
  • Injection Moulding Of Plastics Or The Like (AREA)

Abstract

Bei den herkömmlichen Verfahren wird die Vernetzung in heißen Formen durch Wärmeübertragung hauptsächlich durch Wärmeleitung, Konvektion oder Wärmestrahlung vorgenommen, d. h. durch die Erwärmung von außen nach innen ergibt sich ein Temperaturgefälle, was den Reaktionsablauf bei unterschiedlichen Schichtdicken negativ beeinflußt. Außerdem geht sehr viel an das Umfeld abgegebene Wärmeenergie nutzlos verloren, und das dort tätige Personal wird der Wärme ausgesetzt. DOLLAR A Die vorliegende Erfindung schafft durch Umwandlung von elektromagnetischer Energie (Mikrowellenstrahlung) in Wärmeenergie einen direkten, gleichmäßig und kontinuierlich ablaufenden Vernetzungsprozeß. DOLLAR A Hier werden die Spritzgießformen unabhängig von der Mengengeschwindigkeit bei Raumtgemperatur gefüllt. DOLLAR A Das Vernetzungsverfahren dient zur energiesparenden Herstellung von Elastomer-Formteilen aus reaktiven Organopolysiloxanen wie Flüssigsiliconkautschuk/LSR, die mit Schwerpunkt im Mittel- und Hochspannungsbereich für Kunststoff-Energiekabel sowie für Isolatoren und Spannungsableiter eingesetzt werden.

Description

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur kontinuierlichen Vernetzung von reaktiven Organopolysiloxanen, speziell additionsvernetzbare Siliconkautschuksysteme auf Basis von RTV-2 (raumtemperaturvernetzender 2-Komponenten-Siliconkautschuk) bzw. Flüssigsiliconkautschuk LSR (Liquid Silicone Rubber), durch Einwirkung von elektromagnetischen Wellen (Mikrowellen) zur Herstellung von Elastomer-Formkörpern aller Art.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Elektrotechnik zur Herstellung von Mittel- und Hochspannungsgarnituren (Endverschlüsse und Muffen) für Kunststoff- Energiekabel sowie für Isolatoren und Spannungsableiter.
Allgemeiner Stand der Technik sind bekannte Verfahren zur Herstellung von Formkörpern aus additionsvernetzenden Siliconkautschuksystemen durch langsame Vernetzung oder Vernetzung von Flüssigsiliconsystemen (LSR) bei Temperaturen, die oberhalb von 120°C liegen.
Um die langsame Vernetzung bei RTV-2-Formkörpern zu beschleunigen, wird Wärme zugeführt. Bei den Flüssigsiliconkautschuksystemen muß die Vernetzung im Temperaturbereich von 120°C bis 200°C durchgeführt werden. Jedoch können bei diesen Temperaturen nur kleine Volumina in eine Form gebracht werden.
Bei den bekannten Vernetzungsverfahren wird über lange Zeiten nicht nur viel Wärmeenergie verbraucht, sondern es geht auch sehr viel Wärmeenergie verloren.
Weitere Nachteile liegen darin, daß sich die Reaktionsmassen bei hohen Vernetzungstemperaturen in der Form sehr stark ausdehnen, so daß in den Formen Innendrucke bis 300 bar auftreten können. Dadurch müssen die Formzuhaltekräfte der Schließeinheiten sehr groß sein, was auch hier größere Maschinen mit höherem Invest erforderlich macht.
Die technische Weiterentwicklung auf dem Gebiet der Isolierwerkstoffe, in diesem Fall sind es die additionsvernetzenden Siliconkautschuke, die durch neue rationellere Syntheseverfahren die Flüssigsiliconkautschuke (LSR / Liquid Silicone Rubber) hervorbrachten, zeigt einen deutlichen Fortschritt. Sie sind mit noch besseren Eigenschaften für die Anforderungsprofile ausgestattet und liegen gegenüber den bei Raumtemperatur additionsvernetzenden 2-Komponenten- Siliconkautschuken (RTV-2-Systeme) im Preis wesentlich niedriger.
Bisher wurden auf breiter Linie auf dem Gebiet der Energieverteilung für Mittel- und Hochspannungsanlagen die vorgenannten relativ teuren RTV-2-Siliconkaut­ schuke und energieträchtige Elastomere wie EPDM eingesetzt.
Da der Flüssigsiliconkautschuk LSR bisher wegen seiner hohen Anspring­ temperatur nur in kleinen Mengen mit hohem Energieverbrauch vernetzt werden konnte, liegt mit dieser Erfindung ein rationelles und energiesparendes Vernetzungsverfahren vor.
Ziel des Verfahrens ist die rationelle und energiesparende Herstellung von Formkörpern mit kleinen und großen Volumina, unterschiedlichen Wanddicken und Geometrien, die mit Schwerpunkt auf dem Gebiet der Elektrotechnik eingesetzt werden.
Außerdem sollen die Zykluszeiten für die Herstellung von Produkten wie Garnituren für die Mittel- und Hochspannungstechnik zur Energieübertragung sowie Isolatoren und Spannungsableiter verkürzt werden.
Weiterhin soll der Vernetzungsmechanismus bereits bei Raumtemperatur ansteuerbar sein, d. h. die Formen können im kalten Zustand befüllt werden. Erst danach wird die Vernetzung durch elektromagnetische Wellen in Gang gesetzt. Bisher werden Produkte aus Siliconkautschuk in aufgeheizten Metallformen hergestellt, die bei der Verarbeitung von Flüssigsiliconkautschuk, wie vorgenannt, besonders hoch liegen. Zur Verkürzung der Zykluszeiten müssen die Tempera­ turen auf < 175°C angehoben werden. Außerdem konnten nach den bekannten Standardmethoden Formkörper mit nur einem Spritzgießvolumen bis max. 300 cm3 hergestellt werden, da die Füllgeschwindigkeiten mit herkömmlichen Misch- und Dosiermaschinen bei der Verarbeitung von hochviskosen (< 100 Pa s) Reaktionsmassen nur bei max. 0,8 l/min lagen. Schon hier hatte man Schwierig­ keiten, die vorgeheizten Formen fehlerfrei zu füllen.
Für großvolumige Formkörper wurde eine Mehrkomponenten-Dosier- und Misch- Anlage entwickelt, mit der man bis zu 60 Liter Spritzvolumen kontinuierlich in heiße Formen spritzgießen kann. Diese Anlagen liegen bei einem sehr hohen Invest, so daß sich kleine oder mittlere Firmen derartige Anlagen nicht anschaffen können.
Unter den im Stand der Technik genannten Merkmalen wurden die Nachteile nach Schwerpunkten aufgegliedert. Dabei stand die Notwendigkeit zur Einsparung von Energie im Vordergrund. Es wurde nach einer energiesparenden Vernetzungsmethode gesucht. Außerdem wurde der physikalische Nachteil, nämlich die hohe kubisch-thermische Volumenausdehnung der Reaktionsmasse, die bei höheren Formtemperaturen, vor allem im Übergangsbereich vom Gel- in den Verglasungszustand, auftritt, berücksichtigt und in die Problemlösung einbezogen.
Um nach energiesparenden Vernetzungsmethoden zu suchen, muß zunächst der Vernetzungsmechanismus von reaktiven Organopolysiloxanen durchleuchtet werden.
Zunächst ist die genannte Anspringtemperatur von 120°C notwendig, um den Vernetzungsprozeß weitgehend homogen ablaufen zu lassen. Dafür sind die nachfolgenden Voraussetzungen zu erfüllen:
  • - Strukturelle Voraussetzungen, bei denen durch aufeinander folgende lineare, verzweigte oder vernetzte Makromoleküle durch funktionelle Gruppen gebildet werden.
  • - Thermodynamische Voraussetzung bedeutet, daß die Polymerisationsenthalpie negativ sein muß.
  • - Kinetische Voraussetzungen, hierbei müssen die Reaktionen ausreichend schnell verlaufen. Dabei müssen Konkurrenzreaktionen zum Aufbau der makromolekularen Ketten abwesend bzw. entsprechend langsam ablaufen.
Der Einfluß der Temperatur auf die Polyadditionsgeschwindigkeit ist hauptsächlich von der Aktivierungsenergie der Initiatordissoziation und der Stufenwachstums­ reaktion abhängig. Dabei liegt die addierte Aktivierungsenergie bei etwa 160 kJ/mol.
Stellt man den Einfluß der Temperatur in den Vordergrund und weiß, daß bei Stufenwachstumsreaktionen die Monomeren und auch Oligomeren miteinander und untereinander mit langsam verlaufenden Reaktionen zum Elastomer reagieren, dann kann man von dem Gedanken ausgehen, daß die im Innern der Molekülverbände vorhandenen Energiezustände durch elektromagnetische Wellen (Mikrowellen) angeregt werden, eine Volumenerwärmung in der Reaktionsmasse hervorrufen und dadurch den Reaktionsablauf schnell einleiten und homogen ablaufen lassen. Dadurch wird die Außenform nur geringfügig miterwärmt. Hier werden elektromagnetische Wellen (Mikrowellen) gezielt und direkt in Wärmeenergie umgesetzt. Die Energie wird im Gegensatz zu einer von außen beheizten Form mit einem wesentlich höherem Wirkungsgrad in Wärme umgesetzt.
Durch den homogenen Reaktionsablauf mit Mikrowellen wird eine höhere und gleichmäßige Vernetzungsdichte erzielt, was sich in den mechanischen Eigenschaften der Elastomeren widerspiegelt und auf Grenzflächenpolarisation zurückzuführen ist.
Durch eine hohe Absorption von Mikrowellen in der Reaktionsmasse wird die Eindringtiefe von der Leistung abhängig gesteuert.
Die zur Mikrowellenerzeugung einsetzbaren Mikrowellengeneratoren sind für industrielle Zwecke auf dem 2,45 GHz-Band zugelassen. Außerdem können Mikrowellengeräte für den Haushaltsbedarf mit der Frequenz von 2450 MHz eingesetzt werden.
Durch die Mikrowellen wird ein gleichmäßiger und schneller Reaktionsablauf mit verhältnismäßig geringer Exothermie erzielt. Dafür sind die dabei auftretenden Effekte verantwortlich: Dipoldrehung, Dehnung der Moleküle, Ionenleitung und Grenzflächenpolarisation sowie die ständig wechselnden Kräfte auf die Dipole. Die Vernetzungsreaktionen laufen unabhängig vom Viskositätsspektrum und der Molekularbreite der reaktiven Organopolysiloxane ab.
Die Reaktionswärme und -geschwindigkeit kann über differenzierende relative Dielektrizitätskonstanten gesteuert werden. Außerdem wird durch schwer bewegliche Dipole im Molekülverband bei der Dipolbewegung viel Wärme erzeugt.
Der Haupteffekt der Volumenerwärmung entsteht dadurch, daß sich im Reaktionsgemisch Bewegungen entgegen den Bindungskräften in den Molekülen ausbilden, die durch einen Reibungsvorgang zur Entstehung von Wärme im Innern führen.
Für die Spritzgießformen können metallische und nichtmetallische, elektrisch nichtleitende Werkstoffe oder keramische sowie kunststoffbeschichtete Materialien eingesetzt werden. Außerdem können vorhandene metallische Formen mit einer Isolierung beschichtet werden.
Die Reaktionsmasse kann unabhängig von ihrer Viskosität in die kalte Form eingebracht werden. Die Verteilung der Reaktionsmasse erfolgt ohne zusätzliche Beheizung der Form, so daß der Formfüllprozeß nicht mehr temperaturabhängig ist und die Formfüllung wesentlich langsamer erfolgen kann.
Bei den zur Herstellung von Elastomer-Formkörpern eingesetzten reaktiven Polyorganosiloxanen handelt es sich um handelsübliche Produkte.
Die Erfindung wird im folgenden durch praktische Beispiele dargestellt.
Beispiel 1
Im ersten Schritt werden die Reaktionskomponenten mechanisch in statischen Mischrohren vermischt und das Reaktionsgemisch zur Vernetzung in eine Spritzgießform eingebracht.
Die Spritzgießform befindet sich in einem mit ein bis zu mehreren HF-Zonen (Mikrowellen) ausgestatteten Reaktor (Metallkäfig).
Nachdem die Form gefüllt ist, wird der Anspritzkanal geschlossen, wobei der Entlüftungskanal für die Masseausdehnung offen bleibt.
Je nach Geometrie der Formkörper und Menge der Reaktionsmasse wird die Mikrowellenenergie gewählt und verteilt.
Ausführung 1 Herstellung einer Platte aus Flüssigsiliconkautschuk/LSR
Typ Shore A 40
Viskosität 140 Pa s
Abmessungen: Länge 100 mm x Breite 150 mm x Höhe 30 mm
Eine im oberen Bereich geöffnete Form aus Stahlblech wurde bei Raumtemperatur mit Reaktionsmasse gefüllt. Die Reaktionskomponenten A und B wurden im Mischungsverhältnis 1 : 1 statisch vermischt.
Durchführung
Formtemperatur: 23°C
Mikrowellenenergie: 850 W
Frequenz: 2450 MHz
Einwirkzeit ∼ Vernetzungszeit: 25 Minuten
max. Formkörpertemperatur (im Innern gemessen): 90°C
Härte Shore A (kurz nach der Vernetzung gemessen): 41
Der Elastomer-Formkörper ist homogen und blasenfrei vernetzt.
Beispiel 2
Gemäß der Arbeitsweise des Beispiels 1 wurde ein Flüssigsiliconkautschuk/LSR vom Typ Shore A 40 mit einer Viskosität von 350 Pa s gewählt
(Mischungsverhältnis 1 : 1).
Ausführung 2
Herstellung eines zylindrischen Formkörpers mit den Abmessungen:
30 mm Durchmesser und 160 mm Höhe.
Die Form wurde aus 3 mm dickem Plexiglasrohr hergestellt:
Die Form wurde mit dem Reaktionsgemisch bei Raumtemperatur gefüllt.
Durchführung
Formtemperatur: 23°C
Mikrowellenenergie: 850 W
Frequenz: 2450 MHz
Einwirkzeit ∼ Vernetzungszeit: 22 Minuten
max. Formkörpertemperatur (im Innern des Körpers gemessen): 65°C
Härte Shore A (kurz nach der Vernetzung gemessen): 40
Der Elastomer-Formkörper ist homogen und blasenfrei vernetzt.
Beispiel 3
Gemäß der Arbeitsweise des Beispiels 1 wurde eine reaktive Polydimethylsiloxanmasse als RTV 2-System eingesetzt,
Typ Shore A 30
mit einer Viskosität von 15 Pa s
(Mischungsverhältnis A: B = 9 : 1)
Ausführung 3
Herstellung einer runden Platte mit den Abmessungen:
250 mm Durchmesser × 30 mm Höhe
Das Reaktionsgemisch wurde in eine Stahlform gegossen.
Durchführung
Formtemperatur: 23°C
Mikrowellenenergie: 760 W
Frequenz: 2450 MHz
Einwirkzeit ∼ Vernetzungszeit: 28 Minuten
max. Formkörpertemperatur (im Innern gemessen): 81°C
Härte Shore A (kurz nach der Vernetzung gemessen): 31
Der Elastomer-Formkörper ist homogen und blasenfrei vernetzt.
Die durch Mikrowellen ausvernetzten Formkörper nach Beispiel 1, 2 und 3 zeigten nach Überprüfung die in den Datenblättern für das jeweils ausgewählte reaktive Organopolysiloxan angegebenen mechanischen Eigenschaften.
Durch die Erfindung wird die Problemlösung zur Einsparung von Energie durch die Einwirkung von elektromagnetischen Wellen auf reaktive Organopolysiloxane zur Umsetzung in Wärmeenergie und Vernetzung durch Volumenerwärmung erreicht, so daß Formkörper mit verschiedener Geometrie in bei Raumtemperatur gefüllten Formen hergestellt werden können.
Außerdem können statt der Metallformen kostengünstige Formen aus Kunststoff hergestellt werden, die z. B. für Kleinserien oder einer schnellen Prototypent­ wicklung dienen. Durch die bei der Vernetzung erzielte Volumenerwärmung und nur geringe Exothermie werden die Spritzgießformen kaum der Wärme ausgesetzt. Die geringe thermische Volumenausdehnung der Reaktionsmasse bedarf auch nur geringer Zuhaltekräfte für die Formen.
Die Elastomer-Formkörper zeigen eine homogene und gleichmäßige Vernetzung. Für die Anwendung des Verfahrens zur kontinuierlichen Vernetzung von reaktiven Organopolysiloxanen durch Einwirkung von elektromagnetischen Wellen und deren Steuerung über Intensität und Verteilung sind viele Möglichkeiten zur Herstellung von Elastomer-Formkörpern gegeben.

Claims (4)

1. Verfahren zur kontinuierlichen Vernetzung von reaktiven Organopoly­ siloxanen, speziell additionsvernetzbare Siliconkautschuksysteme, durch Einwirkung von elektromagnetischen Wellen (Mikrowellen) zur Herstellung von Elastomer-Formkörpern, dadurch gekennzeichnet, daß
  • 1. man im ersten Schritt die Reaktionskomponenten mechanisch vermischt und das Reaktionsgemisch zur Vernetzung in eine Spritzgießform einbringt, die sich in einem mit ein bis zu mehreren HF-Zonen (Mikrowellen) ausgestatteten Reaktor (Metallkäfig) befindet.
  • 2. Mikrowellen für die Vernetzung als Energiequelle dienen.
  • 3. die Vernetzung durch Mikrowellen bei Raumtemperatur mit relativ niedriger Exothermie abläuft.
  • 4. die Reaktionswärme durch elektromagnetische Wellen (Mikrowellen) von der elektrischen Komponente hervorgerufen wird.
  • 5. die notwendige Wärmeenergie für den Reaktionsablauf im Innern der Reaktionsmasse durch Umsetzung von elektromagnetischer Energie erzeugt wird.
  • 6. die Vernetzungsreaktion gleichmäßig in der gesamten Reaktionsmasse eingeleitet wird und bei geringer Exothermie vollständig abläuft.
  • 7. die benötigte Energie rationell nur an der gebrauchten Stelle örtlich erzeugt wird.
  • 8. bei der Vernetzung durch Mikrowellen höhere Vernetzungsdichten erreicht werden, die auf Grenzflächenpolarisation zurückzuführen sind.
  • 9. die Leistungsstufen des Mikrowellengenerators kontinuierlich oder intermittierend arbeiten.
  • 10. durch hohe Absorption von Mikrowellen in der Reaktionsmasse die Wellen gedämpft werden und die Eindringtiefe von der Leistung abhängig ist.
  • 11. die Mikrowellenstrahlung tiefer in das Reaktionsgemisch eindringt und im Innern elektromagnetische Energie in Wärme umwandelt, die zur Volumenerwärmung des Reaktionsgemisches führt.
  • 12. für den gleichmäßig und relativ schnellen Reaktionsablauf nachfolgende Effekte verantwortlich sind:
    • - Dipoldrehung
    • - Dehnung der Moleküle
    • - Ionenleitung
    • - Grenzflächen-Polarisation
  • 13. die einsetzbaren Mikrowellengeneratoren für industrielle Zwecke auf dem 2,45 GHz-Band zugelassen sind bzw. die Frequenz von 2450 MHz, die für Haushaltsgeräte zugelassen ist und genutzt werden kann.
  • 14. die Mikrowellenleistung je nach Anwendungsfall im Bereich von wenigen Watt bis zu mehreren Kilowatt genutzt werden kann.
  • 15. im elektrischen Wechselfeld durch Mikrowellen ständig wechselnde Kräfte auf die Dipole ausgeübt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1 gekennzeichnet dadurch, daß
  • 1. die Spritzgießformen und Formteile, die direkt mit dem Reaktionsgemisch kontaktiert werden, aus nichtmetallischen bzw. elektrisch nichtleitenden Werkstoffen bestehen.
  • 2. die Spritzgießformen und Formteile, die direkt mit dem Reaktionsgemisch kontaktiert werden, aus metallischen Werkstoffen bestehen, die mit einer elektrisch isolierenden Beschichtung aus Kunststoff, Keramik oder anderen Materialien versehen sind.
  • 3. die Spritzgießformen und Formteile, die direkt mit dem Reaktionsgemisch kontaktiert werden, aus Metall bzw. Metalllegierung bestehen.
  • 4. die Reaktionsmasse unabhängig von ihrer Viskosität in eine kalte Form eingebracht wird.
  • 5. die Formen von der im Innern der Reaktionsmasse erzeugten Wärme nur unwesentlich erwärmt werden und die Umgebung der Form, d. h. der Luftstrom, nur geringfügig mit erwärmt wird.
  • 6. die Vernetzung der Reaktionsmasse ohne zusätzliche Beheizung der Form erfolgt.
  • 7. der Formfüllprozeß nicht mehr temperaturabhängig ist und die Formfüllung wesentlich langsamer erfolgen kann.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2 gekennzeichnet dadurch, daß
  • 1. die Vernetzung unabhängig vom Viskositätsspektrum (Pa s) durchgeführt werden kann.
  • 2. die Volumenkontraktion (Reaktionsschwindung) während der Vernetzung durch gleichmäßige Volumenausdehnung der Reaktionsmasse über die gesamte Oberfläche des Formkörpers verteilt wird, so daß es nicht zu partiellen Schrumpferscheinungen kommt.
  • 3. über differierende relative Dielektrizitätskonstanten bei den Reaktions­ partnern die Reaktionswärme und Reaktionsgeschwindigkeit gesteuert werden kann.
  • 4. bei schwer beweglichen Dipolen im Molekülverband bei der Dipolbewegung relativ viel Wärme erzeugt wird.
  • 5. sich im Reaktionsgemisch Bewegungen entgegen den Bindungskräften in den Molekülen ausbilden, die ähnlich wie bei einem Reibungsvorgang zur Entstehung von Wärme im Innern führen.
  • 6. auf dielektrische Stoffe (z. B. Flüssigsiliconkautschuk/LSR) im elektrischen Feld wirkende Kräfte auf die Moleküle Polarisationsvorgänge zur Folge haben. Dabei bilden sich molekulare Dipole, oder vorhandene Dipole orientieren sich nach der Richtung des äußeren elektrischen Feldes.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3 gekennzeichnet dadurch, daß
  • 1. isolierende und elektrisch leitfähige, reaktive, platinkatalysierte Organopolysiloxane bei Raumtemperatur additionsvernetzt werden.
  • 2. die erfindungsgemäß eingesetzten reaktiven Organopolysiloxane handelsübliche Produkte sind.
  • 3. die Vorteile in der Einsparung von Energie liegen, die durch gezielten Energieumsatz direkt in der Reaktionsmasse umgewandelt und erzeugt wird und nur geringe Verlustwärme aufweist.
  • 4. daß die Wärme im Innern der Reaktionsmasse gleichmäßig erzeugt wird, d. h. man erreicht eine Volumenerwärmung, bei der die Wärme auch schnell und gleichmäßig verteilt wird.
DE1998155718 1998-06-15 1998-06-15 Verfahren zur kontinuierlichen Vernetzung von reaktiven additionsvernetzbaren Flüssigsiliconkautschuksystem durch Einwirkung von Mikrowellen zur Herstellung von Elastomer-Formkörpern Expired - Fee Related DE19855718C2 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE1998155718 DE19855718C2 (de) 1998-06-15 1998-06-15 Verfahren zur kontinuierlichen Vernetzung von reaktiven additionsvernetzbaren Flüssigsiliconkautschuksystem durch Einwirkung von Mikrowellen zur Herstellung von Elastomer-Formkörpern

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE1998155718 DE19855718C2 (de) 1998-06-15 1998-06-15 Verfahren zur kontinuierlichen Vernetzung von reaktiven additionsvernetzbaren Flüssigsiliconkautschuksystem durch Einwirkung von Mikrowellen zur Herstellung von Elastomer-Formkörpern

Publications (2)

Publication Number Publication Date
DE19855718A1 true DE19855718A1 (de) 2000-05-31
DE19855718C2 DE19855718C2 (de) 2003-02-06

Family

ID=7889798

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE1998155718 Expired - Fee Related DE19855718C2 (de) 1998-06-15 1998-06-15 Verfahren zur kontinuierlichen Vernetzung von reaktiven additionsvernetzbaren Flüssigsiliconkautschuksystem durch Einwirkung von Mikrowellen zur Herstellung von Elastomer-Formkörpern

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE19855718C2 (de)

Cited By (5)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO2007031775A1 (en) * 2005-09-15 2007-03-22 Alexium Limited Method for attachment of silicon-containing compounds to a surface and for the synthesis of hypervalent silicon-compounds
WO2010086621A3 (en) * 2009-01-30 2010-09-23 Alexium Limited Method for attachment of silicon-containing compounds to a surface and for synthesis of hypervalent silicon-compounds
WO2018133936A1 (de) 2017-01-19 2018-07-26 Leoni Kabel Gmbh Mikrowellensystem und absorberanordnung zur mikrowellenvernetzung von silikonleitungen
WO2018133935A1 (de) 2017-01-19 2018-07-26 Leoni Kabel Gmbh Vernetzung von isolationsschichten auf silikonbasis
DE102017222744A1 (de) 2017-12-14 2019-06-19 Leoni Kabel Gmbh Vernetzung von Isolationsschichten auf Polyethylen-Basis

Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2638471B2 (de) * 1975-09-18 1978-03-16 Dow Corning Corp., Midland, Mich. (V.St.A.) Verfahren zum Härten von Organopolysiloxanen durch Wellenstrahlung

Patent Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2638471B2 (de) * 1975-09-18 1978-03-16 Dow Corning Corp., Midland, Mich. (V.St.A.) Verfahren zum Härten von Organopolysiloxanen durch Wellenstrahlung

Cited By (8)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO2007031775A1 (en) * 2005-09-15 2007-03-22 Alexium Limited Method for attachment of silicon-containing compounds to a surface and for the synthesis of hypervalent silicon-compounds
GB2431173B (en) * 2005-09-15 2010-01-13 Alexium Ltd Method for attachment of silicon-containing compounds to a surface
AU2006290509B2 (en) * 2005-09-15 2012-01-12 Alexium, Inc. Method for attachment of silicon-containing compounds to a surface and for the synthesis of hypervalent silicon-compounds
WO2010086621A3 (en) * 2009-01-30 2010-09-23 Alexium Limited Method for attachment of silicon-containing compounds to a surface and for synthesis of hypervalent silicon-compounds
CN102341188A (zh) * 2009-01-30 2012-02-01 阿力泽有限公司 含硅化合物结合至表面的方法及高价硅化合物的合成方法
WO2018133936A1 (de) 2017-01-19 2018-07-26 Leoni Kabel Gmbh Mikrowellensystem und absorberanordnung zur mikrowellenvernetzung von silikonleitungen
WO2018133935A1 (de) 2017-01-19 2018-07-26 Leoni Kabel Gmbh Vernetzung von isolationsschichten auf silikonbasis
DE102017222744A1 (de) 2017-12-14 2019-06-19 Leoni Kabel Gmbh Vernetzung von Isolationsschichten auf Polyethylen-Basis

Also Published As

Publication number Publication date
DE19855718C2 (de) 2003-02-06

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE7825657U1 (de) Vorrichtung zum formen expandierter kunststoffe durch ultrahochfrequenzstrahlung
DE3002780C2 (de) Polyorganosiloxanzusammensetzung mit verbesserter elektrischer Leitfähigkeit und ihre Verwendung
DE2638471C3 (de) Verfahren zum Härten von Organopolysiloxanen durch Wellenstrahlung
DE1494084A1 (de) Abriebfeste Polymerisate von Fluorkohlenwasserstoffen
DE19855718C2 (de) Verfahren zur kontinuierlichen Vernetzung von reaktiven additionsvernetzbaren Flüssigsiliconkautschuksystem durch Einwirkung von Mikrowellen zur Herstellung von Elastomer-Formkörpern
DE102004049060B4 (de) Verfahren zur Herstellung von Formkörpern aus Polymerschaumpartikeln
CN114015019B (zh) 提升环氧树脂绝缘材料沿面闪络电压的方法
DE69715392D1 (de) Materialien mit hoher elektrischer leitfähigkeit bei raumtemperatur und verfahren zu deren herstellung
DE102016206121A1 (de) Verfahren zur Herstellung eines für eine elektrische Maschine vorgesehenen Kühlmantels und Kühlmantel für eine elektrische Maschine
EP0671504A1 (de) Verfahren zur Herstellung von geschäumtem Material aus Altpapier und dgl.
DE2127607B2 (de) Verfahren zur herstellung bindemittelhaltiger feuerfester formkoerper
CN1637067A (zh) 具有电响应特性的形状记忆材料及其制备方法
DE102007027586A1 (de) Verfahren zur Herstellung von elastisch verformbaren Bauteilen
DE69013988T2 (de) Verfahren zum Formen und Vulkanisieren von Kautschuk.
DE102012015128B4 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von harzbasierten Schaumstoffen
DE10029095A1 (de) Verfahren zur emissionsfreien Beheizung von Kraftfahrzeug-Innenräumen durch Einwirkung von elektromagnetischen Wellen (Mikrowellen) auf semileitfähige Organopolysiloxan-Elastomere und deren Umwandlung in Wärmeenergie.
DE2058240A1 (de) Verfahren zum Herbeifuehren und Steuern eines Schaeumvorgangs unter der Einwirkung von Induktionswaerme
DE4326068C1 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Entwässern und Trocknen von Formteilen aus Altpapier-Schlämme
Wang et al. Influence of thermal aging on the physical characteristics of liquid silicone rubber
DE2008427A1 (de) Verfahren zur katalytischen Vernetzung von Polysiloxanen
DE102015009045A1 (de) Über Verfahren zur Herstellung eines Überspannungsableiters, Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens und Überspannungsableiter hergestellt gemäß dem Verfahren.
DE2922042A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur thermischen behandlung von gegenstaenden durch aussendung von mikrowellen
US12031243B2 (en) Methods to produce carbon fibers from carbon pitches
DE202013011894U1 (de) Vorrichtung zur Herstellung eines Kunststoffformteils
EP2150396B1 (de) Verfahren zur umformung von profilen aus unidirektional faserverstärkten compositmaterialien während des fertigungsprozesses

Legal Events

Date Code Title Description
OAV Applicant agreed to the publication of the unexamined application as to paragraph 31 lit. 2 z1
OP8 Request for examination as to paragraph 44 patent law
8122 Nonbinding interest in granting licenses declared
8304 Grant after examination procedure
8364 No opposition during term of opposition
R119 Application deemed withdrawn, or ip right lapsed, due to non-payment of renewal fee

Effective date: 20130101