DE19850118A1 - Profilmeßsystem und Verfahren zur Durchführung - Google Patents
Profilmeßsystem und Verfahren zur DurchführungInfo
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Abstract
Der Einsatz eines FMCW-Laser-Radars in Zusammenhang mit einem aufgefächerten Strahlengang mittels eines Drehspiegels (10), der ein Meßfenster am Objekt positioniert und einen geringen Schärfentiefenbereich einbringt, ermöglicht ortsaufgelöste Profilschnitte von langgestreckten Objekten. Aus diesen Daten lassen sich relevante Größen wie Resthöhe (h) und Spiegelbreite (a) eines Fahrdrahtes (1) berechnen. Das System weist eine hohe Empfangsdynamik und eine hohe Datenrate auf, ist unabhängig von der Form eines Fahrdrahtes (1), und erlaubt eine automatische Erfassung der Höhe und Seitenlage des Fahrdrahtes (1).
Description
Die Erfindung betrifft ein Profilmeßsystem zur Messung der
Profile eines Objektes entlang seiner Längserstreckung. Die
Aufnahme der Profile geschieht hintereinander und liefert
ortsaufgelöste Profilschnitte, beispielsweise von einem
Draht. Das Profilmeßsystem bewegt sich parallel zur Längser
streckung des Objektes.
Bei elektrischen Bahnen schleift der Stromabnehmer der Loko
motive Material von der Unterseite des Fahrdrahtes ab. Um Be
triebsstörungen zu vermeiden, sollte in zeitlichen Abständen
von einigen Monaten die verbleibende Resthöhe und die Fahr
drahtspiegelbreite mit einer Genauigkeit von einigen 0,1 mm
gemessen werden. Die Resthöhe ist bezogen auf die ursprüngli
che Höhe eines Fahrdrahtes und die Spiegelbreite die Breite
der Unterseite eines Fahrdrahtes, an dem der Stromabnehmer
entlang schleift. Entlang der Fahrstrecke ändert sich die
Seitenlage des Fahrdrahtes laufend relativ zum Stromabnehmer,
damit der Fahrdraht nicht lokale tief in die Schleifleisten
des Stromabnehmers eingeschnittene Kerben erzeugen kann.
Durch die gleichmäßige seitliche Hin- und Herbewegung des
Fahrdrahtes wird eine gleich verteilte relativ geringere Ab
nützung erzeugt. Auf einen Mastabstand von etwa 60 m bezogen
wird der Fahrdraht um ca. 0,8 m versetzt aufgehängt. Das ent
spricht bei einer Geschwindigkeit eines Stromabnehmers bzw.
Schienenmeßfahrzeuges von ca. 80 km/h einer seitwärts gerich
teten Geschwindigkeit des Drahtes von 0,3 mm/msec. Um die
oben erwähnte Meßgenauigkeit zu erreichen, sollte die Ab
tastdauer eines jeden Meßprofiles 0,5 ms nicht überschreiten.
Die Betrachtung bisher bekannter Systeme zur Profilmessung
von Fahrdrähten an Eisenbahneinrichtungen hat folgendes er
bracht:
Die Literaturstelle 1) R. Müller, H. Höfler, "Fahrwegüberwa chung mit optischer Meßtechnik" in Eisenbahn-Ingenieur Kalen der '97, pp. 315-332, Tetzlaff, Darmstadt (1996), ISBN 3- 87814-506-3 beschreibt ein System, das aus einem Laser-Radar zur Positionsbestimmung des Fahrdrahtes und aus zwei seitlich unterhalb des Schleifers am Stromabnehmer montierten CCD-Ka meras zur Messung der Resthöhe besteht. Das Laser-Radar ar beitet nach dem Prinzip der Phasenmessung.
Die Literaturstelle 1) R. Müller, H. Höfler, "Fahrwegüberwa chung mit optischer Meßtechnik" in Eisenbahn-Ingenieur Kalen der '97, pp. 315-332, Tetzlaff, Darmstadt (1996), ISBN 3- 87814-506-3 beschreibt ein System, das aus einem Laser-Radar zur Positionsbestimmung des Fahrdrahtes und aus zwei seitlich unterhalb des Schleifers am Stromabnehmer montierten CCD-Ka meras zur Messung der Resthöhe besteht. Das Laser-Radar ar beitet nach dem Prinzip der Phasenmessung.
In Literaturstelle 2) J. M. Van Gigch, C. Smorenburg,
A. W. Benshop "System zur Messung der Fahrdrahtdicke (ATON)
der niederländischen Eisenbahnen, "Schienen der Welt"
pp. 20-31, April 1991 wird ein System dargestellt, das aus
fünf vom Schienenfahrzeug aus nach oben gerichteten CCD-Zei
lenkameras besteht, welche die Spiegelbreite messen. Um das
Bild des in unterschiedlichen Höhen befindlichen Drahtes im
Schärfen-Tiefe-Bereich zu halten, erfaßt eine weitere hori
zontal orientierte CCD-Kamera den Stromabnehmer über dem Wa
gendach und liefert mittels Bildverarbeitung ein Signal für
die Fokussiereinrichtung.
Ein weiteres System entsprechend der Literaturstelle 3), der
deutschen Patentschrift DE 196 13 737 C2, besteht aus seit
lich am Schleifer des Stromabnehmers montierten CCD-Kameras,
die waagerecht entlang des Schleifers auf die Fahrdrähte
blicken und somit die Resthöhe erfassen. Die Geschwindigkeit
eines Meßfahrzeuges, das dieses Profilmeßsystem enthält, ist
dabei auf 60 km/h beschränkt, da die Kameras über den Strom
abnehmer nach oben hinausragen und seitlich auslaufende Fahr
drähte vorübergehend anheben.
Literaturstelle 4) P. Pohl "Das Streckendiagnosesystem Dr.
Tokai" El-Eisenbahn-Ingenieur (49) 5/98 pp. 45-52 befaßt sich
mit dem gleichen Problem und beschreibt ein nach oben gerich
tetes, quer zur Fahrtrichtung scannendes Laserstrahlsystem,
dessen an der Spiegelfläche des Drahtes erzeugte Reflexe de
tektiert werden. Da die Laserleistung 500 mW beträgt, kann
das System in vielen Ländern wegen Verletzung der Laserstrah
lenschutzbestimmungen nicht verwendet werden. Bei Rückstän
den, die ein aus Kohle bestehender Schleifer, beispielsweise
von der Deutschen Bahn, an den Seiten des Fahrdrahtes hinter
läßt, sind keine zuverlässigen Messungen möglich. In Japan
würde dies andererseits nicht stören, da hier Schleifer aus
Sintermetall eingesetzt werden.
Wird die Breite des Spiegels eines Fahrdrahtes zur Bestimmung
der Resthöhe herangezogen, so ist dies auf die Fälle be
schränkt, in denen der Fahrdraht kreisförmigen Querschnitt
aufweist. Da letztendlich die Resthöhe das relevante Maß für
den Verschleiß an einem Fahrdraht darstellt, muß zuverlässig
von einem Fahrdrahtprofil auf die Resthöhe geschlossen werden
können. Ist der Fahrdraht näherungsweise rechteckförmig, wie
es beispielsweise in Österreich der Fall ist, so ist eine
Messung der Spiegelbreite allein nicht ausreichend.
Zur Messung der ortsaufgelösten Profilschnitte, die durch ein
schrittweises Abtasten von Orten entlang einer Linie auf
einer Objektoberfläche und der Abstandsbestimmung mehrerer
Oberflächenorte auf dieser Linie relativ zum Profilmeßsystem
ermittelt werden, wird ein FMCW-Laser-Radar eingesetzt. Ein
derartiges System wird beispielsweise in den deutschen Pa
tentanmeldungen P 44 27 352.5 (1994) und in P 195 01 875.7
(1996) beschrieben.
Nachteilig ist insbesondere eine Nichtlinearität der Fre
quenzabstimmung der verwendeten Laserdioden in einem Inter
ferometer, sowie die Empfindlichkeit des Systemes gegen Ob
jektbewegungen. Insbesondere bei Objektbewegungen wird als
Folge des Dopplereffektes die Differenzfrequenz verschoben
und damit wird der zu ermittelnde Objektabstand verfälscht.
Beide Effekte können jedoch durch Korrekturinterferometer
ausgeglichen werden, was den Aufwand deutlich erhöht. Der
Einsatz von Korrekturinterferometern wird in den beiden oben
genannten deutschen Patentanmeldungen beschrieben.
In der erstgenannten Patentanmeldung beruht das Meßprinzip
darauf, die Abtastung des Signales eines Probeninterferome
ters nicht in zeitlich äquidistanten Schritten vorzunehmen,
sondern die Abtastzeitpunkte durch Zeitpunkte äquidistanter
Phasendifferenz im Signal des Korrekturinterferometers darzu
stellen. Das abgetastete Signal ist dann monofrequent hin
sichtlich der Abtastindices mit der dimensionslosen Frequenz,
die in einfacher Weise mit dem Abstand zum Objekt in Verbin
dung steht.
In der zweitgenannten Patentanmeldung wird die simultane Mes
sung zweier Interferenzsignale mit einer einzigen Meßanord
nung vorgenommen. Darin wird bei der einen Messung die Fre
quenz der ausgesandten elektromagnetischen Welle während der
Messung um einen Frequenzhub verringert. Bei der zweiten si
multanen mit derselben Meßanordnung durchgeführten Messung
wird dagegen die Frequenz erhöht. Durch Multiplikation der
beiden vom Objekt reflektierten und erhaltenen Empfangs
signale entsteht ein Signal, das mit der doppelten ursprüng
lichen Zwischenfrequenz oszilliert und die Abstandsinforma
tion enthält, wohingegen ein anderes Frequenz verschobenes
Signal herausfilterbar ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Profilmeßsystem
mit hoher Dynamik zur Aufnahme von Profilschnitten längs ge
streckter Objekte bereitzustellen, wobei Profile des Objektes
sukzessive bei der Bewegung des Profilmeßsystemes parallel
zur Längserstreckung des Objektes aufgenommen werden. Weiter
hin ist ein Verfahren zum Betrieb des Profilmeßsystemes zu
beschreiben.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Merkmalskombina
tion von Anspruch 1 bzw. Anspruch 10.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß sich die
Aufnahme von Profilen eines langgestreckten Objektes zu des
sen geometrischer Kontrolle mit einem parallel zum Objekt be
wegten Profilmeßsystem durchführen läßt, das ein Frequenz-Mo
duliertes-Dauer-Radar (FMCW-Radar) verwendet. Ein derartiges
Radar wird auch als Chirped-Laser-Radar bezeichnet. Durch ein
FMCW-Laser-Radar können Profilschnitte ortsaufgelöst, d. h.
in Form von aneinandergereihten Meßpunkten, aufgenommen wer
den. Hierzu werden mittels des Radar-Systems Abstandsmessun
gen zu ausgewählten Punkten auf der Oberfläche des Objektes
vorgenommen, woraus sich jeweils ein Profilschnitt ergibt.
Ein FMCW-Laser-Radar, das als Ausgangssignal eine mit dem Ab
stand zu einem Oberflächenpunkt korrelierte Zwischen- oder
Differenzfrequenz liefert, wie es in der Darlegung des Stan
des der Technik beschrieben ist, weist eine im Vergleich zu
Triangulations-, Laufzeit- oder Phasenmeßverfahren sehr hohe
Empfangsdynamik auf, womit eine weitgehende Unabhängigkeit
von den Streueigenschaften der Oberfläche eines Objektes ein
hergeht. Statt wie bisher wird somit nicht nur die Spiegel
breite eines Fahrdrahtes in Reflexion oder die Resthöhe des
Fahrdrahtes als Schattenwurf gemessen, sondern aus den orts
aufgelösten Profilschnitten oder Teilprofilschnitten eines
längs gestreckten Objektes wie beispielsweise einem Fahrdraht
in einer Oberleitung lassen sich die relevanten Größen wie
Resthöhe und Spiegelbreite berechnen. Das System ist weitge
hend unabhängig von der Form des längs gestreckten Objektes.
Für gleichzeitig bzw. parallel vorhandene Objekte kann je Ob
jekt ein Meßsystem eingesetzt werden. Neben der Profilmessung
erfolgt die Erfassung der Höhen- und der Seitenlage eines Ob
jektes relativ zum Meßsystem. Das Profilmeßsystem und das
Verfahren können nicht nur zur Vermessung von Fahrdrähten,
sondern auch von Gleisen eingesetzt werden.
Da der Tiefenschärfenbereich wegen der numerischen Apertur
der Sende-/Empfangsoptik auf ca. 0,002 bis etwa 0,16 m be
grenzt ist und der Fahrdraht sich in einer Höhe von etwa 1 m
über dem Dach des Meßfahrzeuges um ca. 0,8 m seitlich hin und
her bewegt, wird eine optische Anordnung bereitgestellt, die
die Abstandsänderung Objekt-Meßsystem soweit reduziert, daß
sie kleiner als der Schärfentiefenbereich ist.
Vorteilhafte Ausgestaltungen bestehen darin, daß beispiels
weise 32 oder 64 Laserstrahlen parallel auf das Objekt ge
richtet werden und ein im FMCW-Laser-Radar befindlicher Foto
sensor, beispielsweise eine Fotodiode oder eine Fotodioden
zeile, in Form einer Zeile mit beispielsweise 32 oder 64 Ele
menten ausgebildet ist. Hierdurch wird eine parallele Abar
beitung eines einzigen Profilschnittes mit entsprechend 32
oder 64 Stützpunkten ermöglicht.
Nachdem das Profilmeßsystem sich parallel zu dem langge
streckten Objekt bewegt und das Objekt zusätzlich seitwärts
auswandern oder oszillieren kann, ist eine grobe Voreinstel
lung des Meßsystemes sehr vorteilhaft. Hierzu wird mittels
eines zusätzlichen Laufzeitradars die grobe Position des Ob
jektes relativ zum Meßsystem gesucht bzw. eingestellt. Das
Objekt wird somit in ein Meßfenster gelegt oder in diesem er
faßt. Die entsprechenden Daten werden dem FMCW-Laser-Radar
bzw. dessen Steuerung zur Verfügung gestellt, so daß die Auf
nahme eines Objektprofiles innerhalb dieses Meßfensters mit
hoher Genauigkeit ermöglicht wird. Ohne die Anforderung an
das FMCW-Laser-Radar, die ungefähre Lage des Objektes vor der
eigentlichen Profilmessung zu erkennen, kann dessen Meßgenau
igkeit optimal genutzt werden. Durch das zusätzliche Lauf
zeitradar können Höhen- und Seitenlage eines Objektes be
stimmt werden.
Das seitliche Auswandern bzw. Oszillieren eines Objektes ist
in der Regel mit einer Abstandsänderung des Objektes zum Meß
system verbunden. Eine regelmäßige Nachfokussierung kann da
durch entfallen, daß der von einem Drehspiegel geführte La
serstrahl eines FMCW-Laser-Radars mittels einer Faltung des
Strahlenganges derart gelenkt wird, daß über den gesamten Be
reich der seitlichen Abweichung des Objektes relativ zum Meß
system ein ungefähr gleicher Abstand zwischen Objekt und Meß
system eingehalten wird.
Nach dem Prinzip des FMCW-Laser-Radars (Chirped-Laser-Radar)
wird das Objekt mit frequenzmoduliertem Laserlicht konstanter
Intensität beleuchtet. Die vom Objekt zurückgestreute Licht
welle wird mit der ausgesandten kohärent überlagert. Dabei
entsteht ein Interferenzsignal, das mit der Differenzfrequenz
der beiden Lichtwellen, die ein Maß für den Abstand dar
stellt, oszilliert. Mit Hilfe einer Fast Fourier Transforma
tion wird die gesuchte Frequenz ermittelt. Wegen des kohären
ten Überlagerungsempfanges wird bereits im optischen Bereich
das Nutzsignal erheblich verstärkt, womit gegenüber Verfahren
mit direktem Empfang wesentlich größere Dynamikbereiche und
Empfindlichkeiten erreicht werden können.
Im folgenden werden anhand von schematischen Figuren weitere
Ausführungsbeispiele beschrieben.
Fig. 1 zeigt den Querschnitt eines verschlissenen Fahr
drahtes 1 einer Oberleitung mit einer Resthöhe h
und einer Spiegelbreite a, wobei Laserstrahlen 4
von rechts unten kommend auf den Fahrdraht 1 auf
treffen.
Fig. 2 zeigt das Prinzip des Profilmeßsystemes auf einem
Wagendach 2 eines Meßfahrzeuges,
Fig. 3 zeigt einzelne Verfahrensschritte bei der Profil
aufnahme,
Fig. 4 zeigt eine Ansicht in Fahrtrichtung, wobei der
Fahrdraht 1 im Querschnitt sichtbar ist und seit
lich hin und her wandert und der Strahlengang ent
lang der Winkelhalbierenden 11 senkrecht zum Plan
spiegel 9 dargestellt ist, d. h. nicht in der Zei
chenebene liegt,
Fig. 5 zeigt eine zur Fig. 4 korrespondierende Drauf
sicht, wobei der Strahlengang relativ zu einer Mit
telsenkrechten dargestellt ist,
Fig. 6 zeigt das Prinzip des FMCW-Laser-Radars,
Fig. 7 zeigt Verfahrensschritte nach dem Prinzip des FMCW-
Laser-Radars.
Die Fig. 2 und 3 zeigen Prinzipskizzen des vorgeschlagenen
Meßsystemes. Auf dem Dach 2 eines Meßfahrzeuges befindet sich
in einem klimatisierten Gehäuse 12 ein FMCW-Radar. Ein Dreh
spiegel 10 lenkt den Laserstrahl 4 durch ein Fenster 5 auf
den Fahrdraht 1. Da der Laserstrahl 4 einen annähernd ellip
tischen Querschnitt mit mehr als 20 mm maximaler Breite auf
weist oder aus mehreren Einzelstrahlen besteht, kann der
Fahrdraht 1 vollständig beleuchtet werden. Das zurück ge
streute Licht gelangt in einen Fotodetektor, der in Fig. 6
als Fotodiode innerhalb des FMCW-Laser-Radars 3 dargestellt
ist. Dieser Fotodetektor kann in vorteilhafter Weise in Form
einer Zeile mit 32 Elementen dargestellt sein. Dabei ist an
jedes Element eine Hardware angeschlossen, die in Echtzeit
den Abstand des zugehörigen Ortes auf dem Fahrdraht 1 ermit
telt. Dies kann somit parallel für 32 gleichzeitige Messungen
geschehen. Nach der in Fig. 3 vermerkten Transformation von
Polarkoordinaten in kartesische Koordinaten erhält man das
dargestellte Profil 7, 7'. Aus diesem Profil kann die Spiegel
breite a und die Resthöhe h berechnet werden. Zusätzlich wird
eine Stellgröße für den Drehspiegel 10 zur automatischen
Drahtverfolgung erzeugt. Zur Erhöhung der Empfangsleistung
ist es äußerst vorteilhaft, statt eines großen aufgeweiteten
Strahles 32 parallele Einzelstrahlen auf den Fahrdraht 1 zu
lenken. Die Darstellung von 32 Einzelstrahlen kann beispiels
weise durch ein Beugungsgitter erfolgen.
Die beschriebene Verfolgung des Fahrdrahtes 1 setzt voraus,
daß sich ein Fahrdraht im Gesichtsfeld eines FMCW-Laser-Ra
dars befindet. Da die Länge eines einzelnen Fahrdrahtes auf
etwa 2 km begrenzt ist, treten an seinen Enden Überlappungen
mit dem vorhergehenden bzw. nachfolgenden Draht auf. In den
Überlappungsbereichen verlaufen zwei Fahrdrähte 1 über eine
Strecke von bis zu 60 m Länge in fast gleicher Höhe bei einem
horizontalen Abstand von einigen Zentimetern nebeneinander
her. Die Höhendifferenz zwischen auf- und absteigendem Draht
beträgt 0 bis ca. 15 cm. Außerhalb des beschriebenen Berei
ches werden die Drähte seitwärts nach oben zu ihrer jeweili
gen Endverankerung fortgeführt. Da sich an den Überlappungs
bereichen die Steifigkeit des Fahrleitungssystemes im Ver
gleich zur übrigen Strecke ändert, kann sich der Verschleiß
der Fahrdrähte 1 hier erhöhen. Um sicher zu stellen, daß
diese kritischen Strecken vollständig erfaßt werden, wird für
je einen Fahrdraht je ein Radarsystem bereitgestellt.
Um ein schnelles Auffinden des von oben und seitwärts neu
hinzukommenden Fahrdrahtes 1 zu ermöglichen, wird ein schnel
les Laufzeit-Radar installiert. Dessen nach oben gerichteter
Laserstrahl schwingt fortwährend quer zur Fahrtrichtung bzw.
zur Längserstreckung des Objektes und erfaßt somit die Höhen-
und Seitenlage aller Fahrdrähte. Diese Erfassung ist bei
spielsweise mit einer Meßunsicherheit von etwa 1 cm verbun
den.
Fig. 6 stellt das Prinzip des FMCW-Laser-Radars (Chirped-La
ser-Radar) dar. Das Objekt wird mit frequenzmoduliertem La
serlicht konstanter Intensität beleuchtet. Die vom Objekt zu
rück gestreute Lichtwelle wird mit der ausgesandten kohärent
überlagert. Dabei entsteht ein Interferenzsignal, das mit der
Zwischenfrequenz der beiden Lichtwellen, die ein Maß für den
Abstand darstellt, oszilliert. Mit Hilfe einer Fast Fourier
Transformation wird die gesuchte Frequenz ermittelt. Wegen
des kohärenten Überlagerungsempfanges wird bereits im opti
schen Bereich das Nutzsignal erheblich verstärkt, womit ge
genüber Verfahren mit direktem Empfang wesentlich größere Dy
namikbereiche und Empfindlichkeiten erreicht werden können.
Nachteilige Nichtlinearitäten bei der Frequenzabstimmung von
verwendeten Laserdioden in Radarsystemen, sowie die Empfind
lichkeit gegen Objektbewegungen spielen bei einem in Zusam
menhang mit der Erfindung eingesetzten FMCW-Laser-Radar keine
Rolle. Dabei kann auch die Verschiebung der Zwischenfrequenz
als Folge des Dopplereffektes die Ermittlung des Abstandes
nicht verfälschen. Beide Effekte können beispielsweise durch
Korrekturinterferometer ausgeglichen werden.
Ein verwendetes FMCW-Laser-Radar basiert darauf, daß auf dem
Wechselstromanteil des Fotostromes basierende Signale des Re
ferenzinterferometers in einfacher Weise auswertbar sind,
wenn die Abtastzeitpunkte nicht zeitlich äquidistant sind,
sondern proportional zur zeitlichen Veränderung der optischen
Frequenz der Laserdiode positioniert werden. Hierzu wird auf
der Basis des Wechselstromanteiles des Fotostromes entspre
chend dem Signal des Referenzinterferometers jeweils zu glei
chen Phasenlagen, d. h. mit äquidistanten Phasendifferenzen,
zu dadurch bestimmten Abtastzeitpunkten das Signal abgeta
stet. Die Abtastzeitpunkte sind somit nicht zeitabhängig,
sondern phasenabhängig. Die Zwischenfrequenz des Probeninter
ferometers verhält sich dabei zur Zwischenfrequenz des Refe
renzinterferometers wie die Weglängendifferenz des Probenin
terferometers zur Weglängendifferenz des Referenzinterferome
ters. Die mit der Phasendifferenz im Referenzinterferometer
gekoppelten Abtastzeitpunkte ermöglichen die Erzeugung eines
monofrequenten Signales, das in einem analog/digitalen-Wand
ler digitalisiert und aufgezeichnet wird. Die Frequenz dieses
Signales ist dimensionslos und direkt proportional zur zu
messenden Weglängendifferenz.
Mit einer simultanen Messung zweier Interferenzsignale mit
derselben bzw. einer identischen Meßanordnung können Störsi
gnale im Nutzsignal beseitigt werden. Bei der Messung für das
eine Signal wird die Frequenz der ausgesandten elektromagne
tischen Welle während der Messung um einen bestimmten Fre
quenzhub verändert. Bei der Messung bezüglich des zweiten Si
gnales mit derselben Meßanordnung unterscheidet sich die
Steigung der Frequenzveränderung bzw. des Frequenzhubes we
sentlich von der beim ersten Signal. Durch Mischen, d. h.
Multiplikation, der beiden so erhaltenen Signale (Empfangs
signale) entsteht ein Signal, das sich in der mathematischen
Beschreibung aus zwei Amplituden modulierten Signalen zusam
mensetzt. Eines dieser beiden Amplituden modulierten Signale
oszilliert mit der Summe der Zwischenfrequenzen und enthält
die Abstandsinformation. Das andere enthält die durch die Ob
jektbewegung hervorgerufene Störung und kann, da es Frequenz
verschoben ist, durch geeignete Filter leicht eliminiert
werden. Variationen in der Oberflächenreflektivität des Ob
jektes sind ebenso beherrschbar. Besteht die Möglichkeit, die
Ausgangssignale zweier Sender gleichzeitig in eine Meßanord
nung einzuspeisen, die zur Überlagerung eines Ausgangssigna
les und eines von einem Objekt rückreflektierten Signales
dient, so werden über zwei Detektoren zwei Empfangssignale
aufgenommen. Diese werden multipliziert und ergeben ein mit
der Zwischenfrequenz oszillierendes elektrisches Empfangs
signal. Die somit umrissene Funktionsweise eines FMCW-Laser
radars ist verbunden mit der schaltungstechnischen Darstel
lung in Fig. 6. In dem auch als Chirped-Laser-Radar be
zeichneten System wird eine Laserdiode mit einer Rampe fre
quenzmoduliert angesteuert. Die Interferometeranordnung weist
einen Arm mit einem Referenzspiegel auf, der zu einem Refe
renzinterferometer gehört und einen Arm mit einer Fotodiode,
der zum Proben- bzw. Meßinterferometer gehört. Die Überlage
rungen der ausgesendeten und empfangenen Strahlen geschieht
in der oben beschriebenen Weise. Gemessen wird der Abstand
des Meßsystemes zu einer Objektoberfläche.
Fig. 7 stellt korrespondierend zu der Anordnung in Fig. 6
das Prinzip des Chirped-Laser-Radars dar. Auf einer Zeitachse
ist im oberen Diagramm die Frequenzveränderung an der Laser
diode dargestellt. Der Referenzstrahl (reference beam) ist
zeitversetzt zu einem vom Objekt eingehenden Objektstrahl
(object beam). Dazwischenliegend tritt die Zwischenfre
quenz/Differenzfrequenz (intermediate frequency) auf, die
hier beispielsweise 1 MHz beträgt.
Im unteren Diagramm der Fig. 8 ist über eine Zeitachse die
Intensität an der Fotodiode dargestellt. Eine Periode der
dargestellten Schwingung entspricht dem Kehrwert der Zwi
schenfrequenz.
Die seitliche Bewegung des Fahrdrahtes 1 würde einen Meßbe
reich von 1 m erfordern. Wegen der begrenzten Schärfentiefe
muß der Meßbereich auf einige 10 cm reduziert werden. Hierzu
dient der in den Fig. 4 und 5 dargestellte Strahlengang
der abtastenden Laserstrahlen. Der Abstand vom Drehspiegel 10
zum Fahrdraht 1 beträgt ca. 2,5 m. Somit beschreibt der Fokus
des Abtaststrahles einen Kreisbogen, der nur um höchstens +5
bzw. -5 cm von der Geraden, deren Endpunkte bzw. Meßorte 13
und 13' sich an den Orten maximaler und minimaler Entfernung
des Objektes vom FMCW-Laser-Radar befinden, abweicht. Daher
bleibt bei der dargestellten Anordnung (Fig. 5) auch bei
einer Verschiebung des Fahrdrahtes 1 in seitlicher Richtung
von 1 m der Meßabstand zwischen Profilmeßsystem und Objekt
bis auf 10 cm nahezu konstant.
Die spezielle optische Anordnung der Strahlengänge entspre
chend der Fig. 5, die den Meßbereich auf 0,16 m begrenzt,
ermöglicht eine numerische Apertur des Objektives von 0,002.
Bei einem z. B. zweifach größeren Meßbereich müßte die Aper
tur um den Faktor 21/2 = 1,4 kleiner sein, was zu einer um den
Faktor 1,42 = 2 geringeren empfangenen Signalleistung führt, da
die Sendeleistung jedes einzelnen der z. B. 32 Laserstrahlen
nur ca. 0,1 mW beträgt. Ferner ermöglicht die Begrenzung des
Meßbereiches eine Begrenzung der Bandbreite der Zwischenfre
quenz auf etwa 1-2 MHz. Somit kann die Frequenzmessung durch
Berechnung mittels einer FFT(Fast Fourier Transformation) mit
nur noch 1024 Stützstellen geschehen und die Meßzeit von
0,5 ms eingehalten werden. Beim schrittweisen Abtasten des
Objektprofiles mit einem einzelnen Strahl würden zur Aufnahme
eines Profilschnittes mit 32 Meßpunkten etwa 32 × 0,5 ms =
16 ms benötigt. Dies begrenzt die relative Bewegung zwischen
längs gestrecktem Objekt (Fahrdraht 1) und dem auf einem Meß
wagen befindlichen in Längsrichtung des Objektes bewegten
Profilmeßsystem. Durch Parallelisierung der Abtastung kann
die erforderliche Meßgeschwindigkeit von 0,5 ms erreicht wer
den.
Fig. 1 zeigt einen Querschnitt des Fahrdrahtes 1 mit Profil
7, von Laserstrahlen beleuchtet.
In Fig. 3 sind die Abb. 7' und 8' des Profiles 7 und
des Fahrdrahtspiegels 8 in Draufsicht dargestellt.
Fig. 4 zeigt eine Ansicht in Fahrtrichtung mit Darstellung
der ungefähren Positionierung des Daches 2 eines Wagens, des
Radars 3, des Drehspiegels 10, der Winkelhalbierenden 11,
des/der Laserstrahlen 4 und des Fahrdrahtes 1 mit seiner
seitlichen Bewegungsrichtung 6.
In Fig. 5 ist zusätzlich der Planspiegel 9 zur Faltung des
Strahlenganges eingezeichnet. In diesem Fall beträgt der Win
kel 14 zwischen Objektoberfläche und Laserstrahl 4 +/-45°.
Mit den Meßorten 13 und 13' sind Extrempositionen bei jeweils
maximal seitlich versetztem Fahrdraht 1 bezeichnet.
Claims (17)
1. Profilmeßsystem zur Messung von Profilen langgestreckter
Objekte, wobei sich das Meßsystem in Richtung der Längser
streckung des Objektes bewegt, und folgendes aufweist:
- 1. mindestens ein FMCW-Laser-Radar (3) zur Abtastung des zu vermessenden Profiles der Objektoberfläche mit mindestens einem Laserstrahl (4),
- 2. einen Drehspiegel (10), der ein Meßfenster am Objekt posi tioniert,
- 3. mindestens einen eindimensional auflösenden Photodetektor und
- 4. eine Auswerteeinheit zur Berechnung von ortsaufgelösten Profilschnitten des Objektes.
2. Profilmeßsystem nach Anspruch 1, wobei der Strahlengang
von Laserstrahlen (4), die von einem FMCW-Laser-Radar (3)
ausgehen, durch den Drehspiegel (10) im zeitlichen Mittel un
ter etwa 45° auf das Objekt geführt wird, um einen geringen
Schärfentiefenbereich und eine möglichst hohe numerische
Apertur zu erhalten.
3. Profilmeßsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Abstand vom Drehspiegel (10) zum Objekt so gewählt
ist, daß das vom Brennfleck der Laserstrahlen (4) beschrie
bene Kreissegment von einer Geraden, deren Endpunkte (13, 13')
sich an den Orten maximaler und minimaler Entfernung des Ob
jektes vom FMCW-Laser-Radar befinden, um höchstens den halben
Schärfentiefebereich der Brennflecken der Laserstrahlen (4)
abweicht.
4. Profilmeßsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Strahlengang der Laserstrahlen (4) mittels minde
stens eines Planspiegels (9) gefaltet wird, um die Baugröße
des Meßsystemes zu verringern.
5. Profilmeßsystem, nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Photodetektor eine Photodiodenzeile mit mindestens
10 Elementen aufweist.
6. Profilmeßsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei gleichzeitig mit mehr als einem Laserstrahl (4) gemes
sen wird, wobei die Anzahl der Laserstrahlen (4) der Zahl der
Elemente des Photodetektors entspricht.
7. Profilmeßsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei für mehrere gleichzeitig zu vermessende Objekte jeweils
ein FMCW-Laser-Radar (3) vorhanden ist.
8. Profilmeßsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei zusätzlich zu dem mindestens einen FMCW-Laser-Radar ein
Laufzeitradar zur groben Positionsbestimmung eines oder meh
rerer Objekte vorhanden ist.
9. Profilmeßsystem nach Anspruch 6, wobei mittels des Lauf
zeitradars die Höhen und die Seitenlage eines Objektes be
stimmbar ist.
10. Verfahren zur Durchführung einer Profilmessung mit einem
Profilmeßsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei
- 1. mit einem FMCW-Laser-Radar ein aufzunehmendes Profil (7, 7') eines längsgestreckten Objektes mit Laserstrahlen (4) be leuchtet wird,
- 2. das vom Objekt zurückgestreute Licht zur Ermittlung des Ab standes des zugehörigen Ortes auf der Objektoberfläche von dem FMCW-Laser-Radar von einem darin enthaltenen Photode tektor empfangen wird,
- 3. mittels eines Drehspiegels (10) eine Profilabtastung vorge nommen wird, und
- 4. ortsaufgelöst Profilschnitte eines langsgestreckten Objek tes berechnet werden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei zur Beleuchtung des Ob
jektes 32 parallele Einzelstrahlen vorgesehen sind, durch die
ein Profil des Objektes gleichzeitig beleuchtet wird und emp
fangsseitig durch einen aus einer Zeile mit 32 Einzelelemen
ten bestehenden Photodetektor eine parallele Auswertung ge
schieht.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 oder 11, wobei die
ungefähre Höhen- und Seitenlage eines langgestreckten Objek
tes relativ zum bewegten Profilmeßsystem ermittelt wird, in
dem ein Laufzeitradar fortwährend quer zur Bewegungsrichtung
schwingt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, wobei eine
Stellgröße zur Nachführung eines Meßfensters mittels des
Drehspiegels (10) auf das Objekt entweder von dem Laufzeitra
dar oder von dem FMCW-Laser-Radar (3) generiert wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei das Meßfenster ellip
tisch ausgebildet und ungefähr 20 mm lang ist.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14, wobei vor
gegebene wesentliche Teilprofile eines Objektes vermessen
werden.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14 wobei das
Profil von Fahrdrähten elektrischer Bahnen vermessen wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 15, wobei das
Profil von Gleisen vermessen wird.
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