DE19843087A1 - Induktor zur Erzeugung eines elektromagnetischen Wechselfeldes - Google Patents
Induktor zur Erzeugung eines elektromagnetischen WechselfeldesInfo
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Abstract
Ein Induktor zur Erzeugung eines elektromagnetischen Wechselfeldes, insbesondere für die Beheizung eines feuerfesten keramischen Formteils, weist Windungen 5 und einen im Wechselfeld der Windungen 5 verlaufenden stromführenden Anschlußleiter 10 auf. Die Windungen 5 und der Anschlußleiter 10 sind gekühlt. Um den Wirkungsgrad des Induktors 1 zu verbessern, weist der Anschlußleiter 10 mindestens einen Längsschlitz 13 auf oder ist aus mindestens einem Einzelleiter 21 aufgebaut, dessen Außendurchmesser d kleiner oder vergleichbar der Eindringtiefe des elektromagnetischen Wechselfeldes ist.
Description
Die Erfindung betrifft einen Induktor zur Erzeugung eines elektromagnetischen
Wechselfeldes, insbesondere für die Beheizung eines feuerfesten keramischen
Formteils, wobei der Induktor Windungen und einen im Wechselfeld der Windungen
verlaufenden stromführenden Anschlußleiter aufweist, und die Windungen und der
Anschlußleiter gekühlt sind.
Ein derartiger Induktor ist in der EP 0 755 741 A1 beschrieben. Ein solcher Induktor
dient dem Aufheizen eines feuerfesten Formteils, insbesondere Formteils der
Metallurgie. Der Induktor ist in einen Innenraum des Formteils einbringbar und nach
dem Aufheizen des Formteils aus dem Innenraum herausnehmbar. Der Induktor
wird zu seinem Schutz mittels eines Kühlfluids gekühlt. Hierfür ist er in der Praxis
hohl, wobei das Kühlfluid durch den Hohlraum strömt.
Ein weiterer solcher Inneninduktor ist in der EP 0 755 740 A1 beschrieben. Der
Induktor ist an seiner einen Seite am Anfang seiner Windungen und an seiner
anderen Seite mittels des innerhalb der Windungen zurücklaufenden Anschlußleiter
an einen elektrischen Generator und eine Kühlfluidquelle angeschlossen. Da der
Anschlußleiter innerhalb der Windungen verläuft, liegt er zwangsläufig im
elektromagnetischen Feld des Induktors. Dies hat zur Folge, daß in den
Anschlußleiter Wirbelströme induziert werden, was den Wirkungsgrad des Induktors
vermindert, weil der Leistungsanteil der Wirbelströme nicht für die Beheizung des
Formteils zur Verfügung steht.
Aufgabe der Erfindung ist es, den Wirkungsgrad des Induktors zu erhöhen.
Erfindungsgemäß ist obige Aufgabe bei einem Induktor der eingangs genannten Art
dadurch gelöst, daß der Anschlußleiter mindestens einen Längsschlitz aufweist oder
aus mindestens einem Einzelleiter (21) aufgebaut ist, dessen Außendurchmesser
(d) kleiner oder vergleichbar der Eindringtiefe des elektromagnetischen
Wechselfeldes ist.
Dadurch ist die Ausbildung von Wirbelströmen in dem Anschlußleiter zumindest
vermindert, wenn nicht unterbunden. Dies hat den Vorteil, daß der auf das
induktive Aufheizen eines Formteils bezogene Wirkungsgrad vergrößert ist. Damit
verbunden ist auch eine Verringerung des Stromverbrauchs beim induktiven
Aufheizen eines Formteils mit einem solchen Induktor. Da der Anschlußleiter selbst
wegen der Verminderung der Wirbelströme weniger aufgeheizt wird, beansprucht er
auch weniger Kühlleistung aus dem Kühlfluid.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen und der folgenden Beschreibung. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt eines Induktors,
Fig. 2 einen Querschnitt des Anschlußleiters des Induktors längs der
Linie II-II in Fig. 1,
Fig. 3 eine Alternative zu Fig. 2,
Fig. 4 eine Fig. 2 bzw. Fig. 3 entsprechende Ansicht, wobei der
Anschlußleiter aus mehreren Einzelleitern aufgebaut ist,
Fig. 5 eine Fig. 2 bzw. Fig. 3 entsprechende Ansicht, wobei der
Anschlußleiter aus einem Einzelleiter aufgebaut ist.
Beim elektrischen Induktor 1 sind an einer Halteplatte 2 zwei Anschlußenden 3, 4
angeordnet. Die beiden Anschlußenden 3, 4 sind beispielsweise Schraubanschlüsse.
Sie dienen dem Anschließen des Induktors an einen elektrischen Generator bzw.
Frequenzumrichter und an eine Kühlfluidquelle. Das Kühlfluid kann beispielsweise
Wasser oder Druckluft sein. Am Anschlußende 3 wird das Kühlfluid in Richtung des
Pfeiles z zugeleitet. Am Anschlußende 4 wird das Kühlfluid in Richtung des Pfeiles a
abgeleitet. Auch das Umgekehrte wäre möglich.
An das Anschlußende 3 schließen sich eine Spule bildende Windungen 5 des
Induktors 1 an. Diese bilden einen Hohlraum 6 zur Führung des Kühlfluids. Ihre
Wandung 7 ist metallisch.
Die in Fig. 1 unterste, von der Halteplatte 2 entfernteste Windung 5 geht in einer
Umlenkung 8 in die Mittelachse A der Windungen über. Die Umlenkung 8 weist
in der Mittelachse A ein Außengewinde 9 auf. Von der Umlenkung 8 erstreckt sich in
der Mittelachse A, also innerhalb der Windungen, ein Anschlußleiter 10 zum
Anschlußende 4, das unter der Halteplatte 2 ebenfalls ein Außengewinde 11
aufweist. Bei einer anderen Form des Induktors kann der Anschlußleiter außerhalb
der Windungen verlaufen.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 ist der Anschlußleiter 10 von
einer elektrisch gut leitenden metallischen Hülse 12 gebildet, die einen Längsschlitz
13 aufweist. An dem Anschlußleiter 10 bzw. der metallischen
Hülse 12 sind unten und oben Bunde 14, 15 ausgebildet, bei denen jeweils eine
Überwurfmutter 16, 17 als Kupplungsteil angeordnet ist, welche ein dem
Außengewinde 9 bzw. dem Außengewinde 11 passendes Innengewinde hat.
Der Anschlußleiter 10 ist von einer eine Kühlleitung bildenden Umhüllung 18
umschlossen, die verhindert, daß Kühlfluid durch den Längsschlitz 13 nach außen
austreten kann. Die Umhüllung 18 ist beispielsweise von einem hitzebeständigen
Schlauch gebildet, der mittels Spannelementen 19, beispielsweise Spannschnüren,
im Bereich der Enden des Längsschlitzes 13 an den Anschlußleiter 10 bzw. die
metallische Hülse 12 fluiddicht angedrückt ist. Beispielsweise kann die Umhüllung 18
auch auf die Hülse 12 aufgeschrumpft werden. Die Umhüllung 18 ist elektrisch
nichtleitend. Die stromführende, geschlitzte metallische Hülse 12 kann auch ein
beispielsweise keramisches Rohr fluiddicht umschließen oder von einem solchen
umschlossen werden. Die stromführende, geschlitzte metallische Hülse 12 kann
auch in eine weitestgehend fluiddichte Masse eingegossen werden. Innerhalb der
Überwurfmuttern 16, 17 sind Dichtringe 20 angeordnet, die ein Austreten des
Kühlfluids im Gewindebereich verhindern sollen.
Der Induktor 1 ist in einen Innenraum 1 eines feuerfesten keramischen Formteils F
einschiebbar, das an das vom Induktor 1 erzeugte elektromagnetische Wechselfeld
ankoppelbar und dadurch aufheizbar ist. Im Betrieb werden in den Anschlußleiter 10
kaum Wirbelströme induziert, weil er den die Wirbelstrombildung unterdrückenden
Längsschlitz 13 aufweist. Im Betrieb besteht die elektrische Verbindung zwischen
der Umlenkung 8 der untersten der Windungen 5 und dem Anschlußende 4 über die
Überwurfmutter 16, den Anschlußleiter 10, 12 und die Überwurfmutter 17. Es wäre
jedoch auch möglich, die Dichtringe 20 elektrisch leitend und die Überwurfmuttern
16, 17 elektrisch nichtleitend auszulegen. Dann besteht die elektrische Verbindung
zwischen der Umlenkung 8 und dem Anschlußende 4 über den unteren Dichtring 20,
den Anschlußleitern 10, 12 und dem oberen Dichtring 20. Da in diesem Fall die
Überwurfmuttern 16, 17 nicht metallisch sind, werden in sie auch keine Wirbelströme
induziert. Jedoch auch im anderen Fall - wenn die Überwurfmuttern 16, 17 metallisch
sind - werden in sie Wirbelströme höchstens geringfügig induziert, weil sie
weitgehend außerhalb der Windungen 5 liegen.
Das Kühlfluid durchströmt im Betrieb die Windungen 5 sowie den Anschlußleiter 10
innenseitig, wobei die Umhüllung 18 einen wesentlichen Austritt des Kühlfluids durch
den Längsschlitz 13 verhindert.
Der Anschlußleiter 10 ist am Induktor 1 leicht montierbar und leicht auswechselbar,
indem die Überwurfmuttern 16, 17 montiert oder demontiert werden. Anstelle der
beschriebenen Schraubkupplung (Überwurfmuttern 16, 17) kann auch eine andere
Kupplung, beispielsweise eine bajonettartige Kupplung, vorgesehen sein.
In Fig. 3 ist dargestellt, daß der Anschlußleiter 10, 12 auch mehr als einen
Längsschlitz 13 aufweisen kann. Durch das Vorsehen mehrerer Längsschlitze 13
wird die Wirbelstrombildung im Anschlußleiter 10 weiter unterdrückt.
In Fig. 4 ist ein Anschlußleiter 10 gezeigt, der aus einer Mehrzahl von Einzelleitern
21 besteht. Diese sind dabei gegeneinander elektrisch isoliert und werden vom
Kühlfluid gekühlt. Sie können auch miteinander verdrillt oder gebündelt sein. Dabei
sind sie an ihren Enden an dem Leiter 12 befestigt.
In Fig. 5 ist ein Anschlußleiter 10 gezeigt der nur aus einem einzigen mittig
liegenden Einzelleiter 21 besteht. Dieser hat einen Außendurchmesser d von etwa 3
mm und wird vom Kühlfluid umströmt. Hierfür ist eine Kühlleitung an dem
Anschlußleiter 10, 12 fluiddicht angebracht. Auch in diesem Fall ist im Anschlußleiter
10 die Wirbelstrombildung im elektromagnetischen Wechselfeld durch den geringen
Außendurchmesser d ≦ der Eindringtiefe wesentlich unterdrückt.
Der beschriebene Induktor kann zum induktiven Aufheizen eines Formteils auch
verwendet werden, wenn der Innenraum des Formteils schalen- oder kanalförmig ist.
Claims (10)
1. Induktor zur Erzeugung eines elektromagnetischen Wechselfeldes,
insbesondere für die Beheizung eines feuerfesten keramischen Formteils,
wobei der Induktor Windungen und einen im Wechselfeld der Windungen
verlaufenden stromführenden Anschlußleiter aufweist, und die Windungen
und der Anschlußleiter gekühlt sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Anschlußleiter (10) mindestens einen Längsschlitz (13) aufweist, oder
aus mindestens einem Einzelleiter (21) aufgebaut ist, dessen
Außendurchmesser (d) kleiner oder vergleichbar der Eindringtiefe des
elektromagnetischen Wechselfeldes ist.
2. Induktor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Anschlußleiter (10) aus gegeneinander elektrisch isolierten
Einzeleitern (21) aufgebaut ist.
3. Induktor nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Einzelleiter (21) einen Außendurchmesser (d) von max. 5 mm
aufweisen.
4. Induktor nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Anschlußleiter (10) zumindest in einem Teilbereich von einer für das
Kühlfluid dichten Kühlleitung (18) umschlossen ist, die vom Kühlfluid
durchströmbar ist.
5. Induktor nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der oder die durch die Kühlleitung (18) führenden Einzelleiter (21) direkt
vom Kühlfluid umströmt und gekühlt werden.
6. Induktor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kühlleitung (18) von einem elektrisch isolierenden Schlauch
oder Rohr gebildet ist, der/das das Kühlfluid führt.
7. Induktor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Anschlußleiter (10) mittels einer lösbaren Kupplung (16) mit den
Windungen (5) verbunden ist.
8. Induktor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Anschlußleiter (10) mit einer lösbaren Kupplung (17) mit einem
Anschlußende (4) des Induktors (1) verbunden ist.
9. Induktor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kühlleitung (18) mittels Spannelementen (19) an dem Anschlußleiter
(10) fluiddicht festgelegt ist.
10. Induktor nach einem der vorgehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß er zumindest teilweise in eine weitgehend fluiddichte Masse eingegossen
ist.
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