DE19843666A1 - Totmannschaltung - Google Patents
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Abstract
Um eine Totmannschaltung für Motorfahrzeuge, umfassend ein hinsichtlich einer elektrischen Größe durch Handkontakt beeinflußbares Sensorelement, eine die elektrische Größe erfassende und in ein Ausgangssignal umsetzende Auswertestufe und eine das Ausgangssignal verarbeitende Motorabschaltstufe, die bei nicht vorliegendem Handkontakt eine Motorabschaltung auslöst, derart zu verbessern, daß eine sichere und zuverlässige Erfassung des Handkontakts erfolgt, wird vorgeschlagen, daß das Sensorelement so ausgebildet ist, daß es aufgrund des durch in einem definierten Griffbereich entstehenden Drucks die elektrische Größe ändert.
Description
Die Erfindung betrifft eine Totmannschaltung für Motorfahr
zeuge, umfassend ein hinsichtlich einer elektrischen Größe
durch Handkontakt beeinflußbares Sensorelement, eine die
elektrische Größe erfassende und in ein Ausgangssignal um
setzende Auswertestufe, und eine das Ausgangssignal ver
arbeitende Motorabschaltstufe, die bei nicht vorliegendem
Handkontakt eine Motorabschaltung auslöst.
Derartige Totmannschaltungen sind aus dem Stand der Technik
bekannt. Beispielsweise ist eine derartige Totmannschaltung
in der DE 43 44 187 A1 oder der EP 0 701 917 A1 offenbart.
Bei derartigen Totmannschaltungen besteht das Problem, daß
der Handkontakt kapazitiv erfaßt wird und zwar dadurch, daß
die Kapazität eines Kondensators durch Beeinflussung von
dessen elektrischem Feld aufgrund des Handkontakts verändert
wird.
Eine derartige Erfassung des Handkontakts ist hinsichtlich
der elektrischen Auswertung der Kapazitätsänderung problema
tisch.
Aus diesem Grund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Totmannschaltung der gattungsgemäßen Art derart zu ver
bessern, daß eine sichere und zuverlässige Erfassung des
Handkontakts erfolgt.
Diese Aufgabe wird bei einer Totmannschaltung der eingangs
beschriebenen Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das
Sensorelement so ausgebildet ist, daß es aufgrund des durch
Handkontakt in einem definierten Griffbereich entstehenden
Drucks die elektrische Größe ändert.
Diese Lösung hat den großen Vorteil, daß der durch den Hand
kontakt entstehende Druck zuverlässig zu erfassen ist, insbe
sondere, da eine korrekte Führung des Motorfahrzeugs ein
sicheres Zugreifen und somit einen ausreichend großen Druck
auf den Griffbereich eines Steuerelements erforderlich macht.
Prinzipiell wäre es ausreichend, das Sensorelement so anzu
ordnen, daß es an einer Stelle im Griffbereich einen durch
den Handkontakt ausgeübten Druck erfaßt.
Um auch sicherzustellen, daß die Totmannschaltung nicht aus
löst, wenn die jeweilige Bedienungsperson in dem Griffbereich
gegenüber einem üblichen Zugriff versetzt zugreift, ist vor
zugsweise vorgesehen, daß mit dem Sensorelement der Druck an
mehreren Stellen im Griffbereich erfaßbar ist, so daß es aus
reicht, um ein Auslösen der Totmannschaltung zu verhindern,
wenn ein Handkontakt beispielsweise nur in einem seitlichen
Segment des Griffbereichs erfolgt.
Besonders günstig ist es dabei, wenn das Sensorelement sich
flächig über mindestens einen Teil des Griffbereichs
erstreckt. Besonders günstig ist es dabei, wenn sich das
Sensorelement über mindestens die Hälfte des Griffbereichs,
noch besser zwei Drittel, in dessen Längsrichtung erstreckt,
wobei die Längsrichtung des Griffbereichs quer zur Richtung
der zugreifenden Finger verläuft.
Hinsichtlich der Erstreckung des Sensorelements quer zur
Längsrichtung des Griffbereichs, das heißt in Umfangsrichtung
des Griffbereichs, ist vorzugsweise vorgesehen, daß das
Sensorelement sich in dem durch Handflächenkontakt beauf
schlagten Segment des Griffbereichs erstreckt.
Hinsichtlich der Ausbildung des Sensorelements wurden bislang
keine näheren Angaben gemacht, ausschließlich die, daß dieses
seine elektrische Größe durch Druck ändert. Beispielsweise
wäre es denkbar, das Sensorelement so aufzubauen, daß
zwischen zwei flexiblen Elektroden eine sogenannte anisotrop
druckleitfähige Folie beispielsweise aus Gummi liegt, welche
ihren elektrischen Widerstand in Abstandsrichtung zwischen
den Elektroden bei Druckbeaufschlagung ändert.
Eine besonders günstige Ausführung des Sensorelements sieht
jedoch vor, daß das Sensorelement durch Druck seine Kapazität
ändert.
Ein derartiges durch Druck hinsichtlich seiner Kapazität ver
änderbares Sensorelement ist beispielsweise so aufgebaut, daß
es mindestens zwei einander gegenüberliegende flächenhafte
Elektroden und ein dazwischenliegendes druckelastisches
Dielektrikum umfaßt. Durch Beaufschlagung der Elektroden wird
somit das zwischen diesen liegende druckelastische Dielek
trium ebenfalls deformiert und somit der Abstand zwischen den
Elektroden geändert, wodurch sich auch die Kapazität des
Sensorelements ändert.
Noch vorteilhafter ist es, wenn das Sensorelement mehr als
zwei übereinander liegende flächenhafte Elektroden mit
dazwischen liegenden druckelastischen Dielektrika umfaßt, da
damit eine Krafteinwirkung in einem Bereich eine noch größere
Kapazitätsänderung bewirkt.
Eine noch vorteilhaftere Lösung des Sensorelements sieht vor,
daß dieses eine ungerade Zahl von flächenhaften Elektroden
aufweist, von denen zumindest die oberste und die unterste
miteinander elektrisch verbunden sind und somit die zwischen
diesen liegenden Elektroden gegen Störungen von außen ab
schirmen. Damit ist eine besonders störungssichere Ausfüh
rungsform des Sensorelements geschaffen, die gegen Änderung
der äußeren Kapazitäten oder Einstreuungen unempfindlich ist.
Die einfachste Lösung eines derartigen Sensorelements wäre
ein solches aus drei flächenhaften Elektroden, wobei die
oberste und die unterste elektrisch leitfähig miteinander
verbunden sind und außerdem mit einem ersten Anschluß ver
bunden sind, während die mittlere zweite Elektrode mit einem
zweiten Anschluß verbunden ist. Eine weitere Fortbildung
eines derartigen Sensorelements wäre beispielsweise ein
solches aus fünf flächenhaften Elektroden, wobei die ungerad
zahligen Elektroden elektrisch leitend miteinander und mit
dem ersten Anschluß verbunden sind und die geradzahligen
Elektroden elektrisch leitend miteinander und mit dem zweiten
Anschluß verbunden sind.
Vorzugsweise sind die Elektroden des Sensorelements aus einem
deformierbaren Material hergestellt, so daß eine regional
eingeleitete Kraft auch zu einer regionalen Deformation des
Dielektrikums und zu einer regionalen Änderung der Kapazität
führt. Dadurch wird eine flächenhafte Erfassung des Hand
kontakts ermöglicht und somit insbesondere auch ermöglicht,
einen Handkontakt auch als solchen nur dann zu erfassen, wenn
die Hand zumindest mit einer nennenswerten Fläche auf dem
Griffbereich aufliegt.
Besonders günstig läßt sich ein erfindungsgemäßes Sensorele
ment dann herstellen, wenn dieses mehrlagig aus Folienlagen
aufgebaut ist, wobei jeweils die Elektroden und die zwischen
diesen liegenden dielektrischen Schichten die einzelnen Lagen
bilden.
Bei einem derartigen Aufbau des Sensorelements läßt sich
dieses einerseits in beliebigen Formen herstellen und somit
auch günstig der für den jeweiligen Griffbereich geeignetsten
Form anpassen.
Im einfachsten Fall ist das Sensorelement als mehrlagig auf
gebauter Materialstreifen ausgebildet.
Hinsichtlich der Auswertestufe für das Sensorelement sind die
unterschiedlichsten Lösungen denkbar.
Eine besonders günstige Lösung sieht vor, daß die Auswerte
stufe einen Schwingkreis umfaßt und daß das Sensorelement ein
Bauteil des Schwingkreises darstellt. In diesem Fall läßt
sich in besonders einfacher Weise durch Analyse des
Schwingungsverhalten des Schwingkreises die Änderung der
Kapazität des Sensorelements erfassen.
Ein derartiges Erfassen des Schwingungsverhaltens des
Schwingkreises ist in unterschiedlichster Weise denkbar. Bei
spielsweise ist die Auswertestufe so aufbaubar, daß die durch
Änderung der Kapazität des Sensorelements erfolgende Ver
stimmung des Schwingkreises sich in einer Amplitudenänderung
der im Schwingkreis entstehenden elektrischen Schwingung
äußert.
Besonders günstig ist es jedoch, wenn direkt die Frequenz der
elektrischen Schwingung beeinflußt wird und somit sich die
Änderung der Kapazität des Sensorelements in einer Änderung
der Frequenz der elektrischen Schwingung äußert, denn eine
Frequenz läßt sich durch Zählen von Pulsen besonders einfach
ermitteln und auswerten.
Besonders günstig ist es hierbei, wenn der Schwingkreis, in
welchem das Sensorelement angeordnet ist, ein frequenzbe
stimmender Schwingkreis eines Oszillators ist.
Dabei besteht beispielsweise die Möglichkeit, den Schwing
kreis als LC-Schwingkreis aufzubauen. Besonders vorteilhaft
im vorliegenden Fall ist es, um das Vorsehen einer Indukti
vität zu vermeiden, wenn der Schwingkreis als RC-Schwingkreis
aufgebaut ist.
Hinsichtlich der Ausbildung der Motorabschaltstufe sind die
unterschiedlichsten Möglichkeiten denkbar. Die Motorabschalt
stufe erfaßt das Ausgangssignal der Auswertestufe und ent
scheidet anhand des Wertes dieses Ausgangssignals ob ein
Handkontakt im Griffbereich vorliegt oder nicht.
Vorzugsweise läßt sich dies mit einer Vergleichsstufe einfach
lösen, welche das Ausgangssignal der Auswertestufe mit einem
Referenzwert vergleicht und anhand eines Über- oder Unter
schreiten dieses Referenzwerts entscheidet, ob eine Motor
abschaltung auszulösen ist.
Ist beispielsweise die Motorabschaltstufe so ausgebildet, daß
sie die von der Auswertestufe als Ausgangssignal ausgegebene
Frequenz detektiert, so ist in der Vergleichsstufe ein Ver
gleich dieser tatsächlich detektierten Frequenz mit einer
Referenzfrequenz vorgesehen und die Entscheidung betreffend
das Motorabschalten läßt sich bei Über- oder Unterschreiten
dieser Referenzfrequenz treffen.
Ist beispielsweise die Auswertestufe mit dem Schwingkreis so
ausgebildet, daß ein Handkontakt eine Frequenzerniedrigung
bewirkt, so vergleicht die Motorabschaltung die tatsächlich
gemessene, beispielsweise in einem Zeitintervall gemessene
Frequenz mit der Referenzfrequenz, die unterhalb der bei
nicht bestehendem Handkontakt gemessenen Frequenz liegt und
stellt dann, wenn die Referenzfrequenz nicht unterschritten
wird fest, daß eine Motorabschaltung durchzuführen ist,
während ein Unterschreiten der Referenzfrequenz zur Folge
hat, daß keine Motorabschaltung erfolgt, da hieraus ein aus
reichender Handkontakt erkennbar ist.
Darüber hinaus ist vorzugsweise die Motorabschaltstufe auch
noch mit einer Manipulationserkennungsstufe versehen. Eine
derartige Manipulationserkennungsstufe dient dazu, eine Mani
pulation des Sensorelements dergestalt zu verhindern, daß
dieses auch bei nicht bestehendem Handkontakt eine ein Aus
lösen der Totmannschaltung verhindernde elektrische Größe
aufweist. Beispielsweise würde bei einem druckempfindlichen
Sensorelement eine Manipulationsmöglichkeit dadurch bestehen,
daß im Griffbereich ein das Auslösen der Totmannschaltung
verhindernder Druck auf das Sensorelement durch eine Klammer
oder eine Bandage erzeugt wird. Ein derartiger Druck hätte
jedoch zur Folge, daß er stets zu einem konstanten Ausgangs
signal der Auswertestufe führt, während ein Handkontakt im
Griffbereich stets einen sich ändernden Druck auf das Sensor
element erzeugt, da eine Bedienungsperson einerseits unter
schiedlich stark auf den Griffbereich einwirkt und anderer
seits auch noch zusätzliche Bedienungsoperationen durchführt.
Aus diesem Grund sieht die Manipulationserkennungsstufe vor,
daß bei nicht vorhandenen wesentlichen Änderungen des Aus
gangssignals der Auswertestufe eine Motorabschaltung erfolgt,
da in diesem Fall ein Indikator für eine Manipulation liegt,
während die Manipulationserkennungsstufe bei Änderungen des
Ausgangssignals der Auswertestufe in einem vorgegebenen Mani
pulationserkennungsintervall erkennt, daß ein Handkontakt im
Griffbereich besteht und somit die Motorabschaltung nicht
auslöst.
Vorzugsweise ist die Manipulationserkennungsstufe so ausge
bildet, daß sie aufeinanderfolgende Ausgangssignale der Aus
wertestufe abspeichert und miteinander vergleicht und auf
grund dieses Vergleiches Änderungen in den Ausgangssignalen
feststellt.
Im einfachsten Fall ist vorgesehen, daß die Manipulations
erkennungsstufe die abgespeicherten Ausgangssignale der Aus
wertestufe durch Differenzbildung miteinander vergleicht und
durch Analyse der Differenz Änderungen derselben erkennt.
Im einfachsten Fall erfolgt die Analyse der Differenz
dadurch, daß die Manipulationserkennungsstufe die ermittelte
Differenz mit einem Referenzwert vergleicht und bei Über
schreiten des Referenzwertes erkennt, daß ein zu einem
variierenden Druck führender Handkontakt im Griffbereich
besteht, während bei Unterschreiten des Referenzwertes auf
eine Manipulation geschlossen und die Motorabschaltung aus
gelöst wird.
Weitere Merkmale und Vorteile der erfindungsgemäßen Lösung
sind Gegenstand der nachfolgenden Beschreibung sowie der
zeichnerischen Darstellung eines Ausführungsbeispiels.
In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Motorfahr
zeugs zum Einsatz einer erfindungsgemäßen Tot
mannschaltung;
Fig. 2 einen Längsschnitt durch einen Handgriff des in
Fig. 1 dargestellten Motorfahrzeugs längs Linie
2-2 in Fig. 3;
Fig. 3 einen Querschnitt durch den Handgriff längs
Linie 3-3 in Fig. 2;
Fig. 4 einen Längsschnitt durch ein erfindungsgemäßes
Sensorelement mit einer diesem zugeordneten
Auswerteschaltung;
Fig. 5 eine Darstellung der Auswerteschaltungen
gemeinsam mit einer Motorabschaltung in Form
eines Blockschaltbildes; und
Fig. 6 eine Darstellung der Funktion der Motorab
schaltung in einzelnen Funktionsblöcken.
Ein Ausführungsbeispiel eines Motorfahrzeugs, an welchem eine
erfindungsgemäße Totmannschaltung zum Einsatz kommen kann,
ist ein als Ganzes in Fig. 1 bezeichnetes Motorgerät, vor
zugsweise ausgebildet als Einachs-Motorgerät, welches einen
Rahmen 12 umfaßt, an welchem eine Achse 14 angeordnet ist,
die mit zwei Rädern 16 und 18 versehen ist.
An dem Rahmen 12 ist ein als Ganzes mit 20 bezeichneter Motor
angeordnet, der zum Antrieb der Räder 16 und 18 und anbau
barer Zusatzaggregate dient.
Zur Führung des Motorfahrzeugs 10 ist eine als Ganzes mit 22
bezeichnete Lenkergabel vorgesehen, die ausgehend vom Rahmen
12 zwei Äste 24 und 26 aufweist, an deren Enden Handgriffe 28
und 30 vorgesehen sind, die zur Führung des Motorgeräts 10
dienen. Parallel zu den Handgriffen 28, 30 erstrecken sich
dann noch zusätzliche Bedienungshebel 32 und 34, die zur
Bedienung der einzelnen Funktionen des Motorgeräts vorgesehen
sind, wobei die Bedienungshebel 32 und 34 lediglich exem
plarisch dargestellte Bedienungshebel repräsentieren, die
noch durch zusätzliche andere Bedienungshebel ergänzt werden
können.
Jeder dieser Handgriffe 28, 30 weist, wie exemplarisch in
Fig. 2 und 3 am Beispiel des Handgriffs 30 dargestellt, eine
Griffhülle 40, vorzugsweise ausgebildet aus einem elastischen
Material wie Gummi oder Kunststoff, auf, die auf ein Endstück
42 eines den Ast 22 bildenden Rohrs 44 aufgeschoben ist und
eine ergonomisch, vorzugsweise einer Hand, angepaßte Außen
kontur 46 in einem Griffbereich G für die Hand aufweist, der
sich zwischen einem Endstück 48 der Griffhülle 40 und einem
Schutzwulst 50 derselben erstreckt.
Zur Fixierung auf dem Rohr 22 weist die Griffhülle 40 eine
Ausnehmung 52 auf, die mit einer zylindrischen Wand 54 ver
sehen ist, welche auf einer Mantelfläche 56 des Rohrs 44 auf
liegt, sowie eine Abschlußwand 58, welche ein Rohrende 60
übergreift und verschließt.
Um eine an der Griffhülle 40 im Griffbereich G anliegende
Hand zu detektieren, ist die Ausnehmung 52 mit einer gegen
über der zylindrischen Wand 54 zurückgesetzten Tasche 62 ver
sehen, welche sich in Längsrichtung 64 der Griffhülle 40 über
den gesamten Griffbereich G erstreckt und in welche ein als
Ganzes mit 70 bezeichnetes druckempfindliches Sensorelement
eingelegt ist, welches in der Lage ist, in der Längsrichtung
des Griffbereichs G gesehen, das heißt in einer Richtung quer
zu den Fingern der auf dem Griffbereich G aufliegenden Hand
an unterschiedlichen Stellen einwirkende Kräfte K1 und K5 zu
erkennen und selbst bei Einwirken nur einer der Kraftkompo
nenten K1 bis K5 eine seiner elektrischen Größen zu ver
ändern.
Vorzugsweise ist das Sensorelement 70 als Druckmeßstreifen
ausgebildet, welcher auf der Mantelfläche 56 des Rohrs 44
aufliegt und bei Auftreten einer der Kraftkomponenten K1 bis
K5 seine elektrische Größe verändert.
Der Druckmeßstreifen 70 liegt dabei in Azimutalrichtung des
Rohrs 44 gesehen in einem Segment G der Griffhülle 40, in
welchem die Außenkontur 46 bei üblichem Greifen des Hand
griffs 30 von der Handfläche beaufschlagt ist, so daß unab
hängig davon, ob mittels der Finger einer der Bedienungshebel
32 oder 34 betätigt wird, stets durch die Handfläche eine
Krafteinwirkung K auf den Sensorelement 70 erfolgt.
Das Sensorelement 70 ist, wie in Fig. 4 dargestellt, vorzugs
weise als mehrlagiger Druckmeßstreifen ausgebildet, welcher
beispielsweise drei Lagen einer deformierbaren Metallfolie
72, 74 und 76 aufweist, wobei jeweils zwei übereinander
liegende Lagen, nämlich die Lagen 72 und 74 sowie die Lagen
74 und 76 durch eine Lage 78 bzw. 80 eines Dielektrikums
getrennt sind, welches aus einem elastischen Material ausge
bildet ist.
Ferner sind die unterste Lage 72 der Metallfolie und die
oberste Lage 76 der Metallfolie elektrisch leitend mitein
ander verbunden, beispielsweise an einer Endseite 82 des
Streifens.
Wird nun durch eine Kraft K ein Druck auf eine Stelle S des
Sensorelements 70 ausgeübt, so erfolgt eine Deformation der
elastischen Dielektrika 78 und 80 an dieser Stelle und somit
ändert sich die Kapazität des Druckmeßstreifens, die durch
den Abstand der untersten Lage 72 und der obersten Lage 76
von der mittleren Lage 74 definiert ist, wenn die unterste
Lage 72 und die oberste Lage 76 elektrisch leitend mitein
ander verbunden sind.
Wird nun ein derartiges Sensorelement 70 als Kapazität c
eines RC-Schwingkreises 90 eingesetzt, dem ein Widerstand R1
parallel geschaltet ist, so ist die Frequenz dieses Schwing
kreises proportional zu 1/RC ist, so ändert sich die Frequenz
dieses RC-Schwingkreises 90 entsprechend einer Änderung der
Kapazität C des Sensorelements 70 beispielsweise durch die
Krafteinwirkung K, wie in Fig. 4 dargestellt.
Der RC-Schwingkreis 90 umfaßt vorzugsweise zwei invertierende
Schmitt-Trigger ST1 und ST2, wobei ein Eingang El des
Schmitt-Triggers ST1 über einen Kondensator C1 auf Masse
liegt, während ein Ausgang A1 des ersten Schmitt-Triggers ST1
mit einem Eingang E2 des zweiten Schmitt-Triggers ST2 verbun
den ist. Ferner ist ein Ausgang A2 des zweiten Schmitt-
Triggers ST2 mit einem ersten Anschluß SA1 des Sensorelements
70 verbunden und ein zweiter Anschluß SA2 des Sensorelements
70 ist über den Widerstand R1 mit dem Ausgang A1 des ersten
Schmitt-Triggers ST1 und dem Eingang E2 des zweiten Schmitt-
Triggers ST2 verbunden. Zusätzlich ist noch ein Widerstand R2
mit dem Eingang E1 des Schmitt-Triggers ST1 und dem Anschluß
SA2 des Sensorelements 70 verbunden, wobei dieser Widerstand
R2 lediglich zur Minimierung des Einflusses der Vorwärts
spannung einer Eingangsschutzdiode des Schmitt-Triggers ST1
auf die Frequenz dient.
Ein am Ausgang A2 des Schmitt-Triggers ST2 abgegriffenes Aus
gangssignal SI1, welches keine Rechteckform aufweist, sondern
aufgrund der Kapazität des Sensorelements 70 abgerundete
Flanken aufweist, wird auf den Eingang E3 eines weiteren
Schmitt-Triggers ST3 gegeben und von diesem zu einem Recht
ecksignal SI2 geformt, welches an dessen Ausgang A3 anliegt.
Der RC-Oszillator 90 mit dem weiteren Schmitt-Trigger ST3
bildet eine als Ganzes mit 92a bezeichnete Auswertestufe für
den Handgriff 30 und eine identisch ausgebildete Auswerte
stufe 92b ist für den Handgriff 28 vorgesehen.
Die Ausgangssignale SI2 dieser Auswertestufen 92a, b werden
an eine Motorabschaltstufe 94 übermittelt, welche einen
Prozessor 96 mit einem Speicher 98 aufweist. Der Prozessor 96
steuert einen ersten Treiber T1 für ein Relais 100, mit
welchem ein zweiter Treiber T2 in Reihe geschaltet ist, wobei
der zweite Treiber T2 von einer Überwachungsschaltung 102 für
den Prozessor 96 angesteuert ist.
Das Relais 100 umfaßt einen Relaiskontakt 104, welcher vor
zugsweise so geschaltet ist, daß er im geschlossenen Zustand
(Ruhekontakt) die Zündspule des Motors 20 kurzschließt und
somit den Motor 20 abschaltet.
Vorzugsweise ist das Relais 100 als Öffnerrelais ausgebildet,
so daß es im bestromten Zustand offen ist und im stromlosen
Zustand den Relaiskontakt 104 schließt. Aus diesem Grund sind
auch die Treiber T1 und T2 so angesteuert, daß sie dann, wenn
der Motor laufen soll, durchgeschaltet sind und somit ein
Strom durch das Relais 100 fließt, welcher den Relaiskontakt
104 offen hält.
Die Verarbeitung der Signale SI2 der Auswertestufe 92a durch
den Prozessor 96 erfolgt dergestalt, daß, wie in Fig. 6 dar
gestellt, ein Zähler 106 in aufeinanderfolgenden vorgegebenen
Zeitintervallen Δt die Frequenz F des jeweiligen Oszillators
90, beispielsweise durch Bestimmung der Zeitspanne zwischen
zwei aufeinanderfolgenden Flanken der Rechteckpulse, er
mittelt und mit einer Referenzfrequenz FREF in einer Ver
gleichsstufe 108 vergleicht. Die Frequenz FREF stellt dabei
einen Schwellwert dar, der dazu vorgesehen ist, zu erkennen,
ob das Sensorelement 70 mit einer Kraft K durch die Hand
beaufschlagt ist oder nicht. Die Frequenz FREF ist dabei so
gewählt, daß sie einen Schwellwert darstellt, der ein
sicheres Festhalten der Handgriffe 28, 30 fordert. Ist bei
spielsweise die Frequenz bei einer nicht an dem jeweiligen
Handgriff 28, 30 anliegenden Hand höher und bei an dem jewei
ligen Handgriff 28, 30 anliegender Hand aufgrund der Ein
wirkung der Kraft K auf das Sensorelement 70 niedriger, so
liegt die Frequenz FREF so weit unterhalb der Frequenz, die
sich bei nicht angefaßtem Handgriff 28, 30 ergibt, daß eine
nennenswerte Druckkraft K auf den jeweiligen Handgriff 28, 30
ausgeübt werden muß, um die gemessene Frequenz F des Oszilla
tors 90 auf einen Wert unterhalb der Frequenz FREF zu bringen.
Liegt die gemessene Frequenz F über der Frequenz FREF, so ver
anlaßt die Vergleichsstufe 108 ein Ansteuern des Treibers T1
dergestalt, daß dieser den Strom durch das Relais 100 ab
schaltet und somit ein Schließen des Relaiskontakts 104 und
somit ein Abschalten des Motors 20 bewirkt.
Die Vergleichsstufe 108 dient somit als Handkontakt
erkennungsstufe für den jeweiligen Handgriff 28, 30.
Der Handkontakterkennungsstufe 108 ist eine Manipulations
erkennungsstufe 110 parallel geschaltet, welche die in den
jeweiligen aufeinanderfolgenden Intervallen Δt1 bis N eines
Manipulationserkennungsintervalls der Dauer N × Δt ermittel
ten Frequenzen F1 bis FN zunächst in einem Speicher 112
speichert. Anschließend wird die Differenz der einzelnen
Frequenzen F1 bis FN untereinander ermittelt. Beispielsweise
wird in einer Differenzstufe 114 die Differenz zwischen dem
ersten Wert F1 und allen nachfolgenden Werten FN ermittelt.
Die dabei ermittelten Differenzwerte sind D1 bis DM, wobei
M = N-1 ist. Danach wird in einer Vergleichsstufe 116
ermittelt, ob die Differenzwerte D1 bis DM kleiner DREF sind.
Ist dies der Fall, so wird ebenfalls der Treiber T1 ange
steuert und der Motor 20 abgeschaltet.
Die Manipulationserkennungsstufe 110 geht dabei davon aus,
daß bei Anliegen einer Hand an einem der Handgriffe 28 oder
30 die Kraft K, mit welcher die Hand auf das Sensorelement 70
wirkt, nie konstant ist, sondern ständig variiert, entweder
durch unterschiedlich starkes Festhalten oder durch Betä
tigung einer von einem der Bedienungshebel 32 oder 34. Aus
gehend hiervon bleiben die gemessenen Frequenzen F1 bis FN
auch nicht konstant, so daß die Differenzen D1 bis DM ein
Mindestmaß überschreiten, und somit läßt sich durch Vorgabe
einer minimalen Differenz DREF feststellen, ob die ermittelten
Frequenzen F sich innerhalb des Manipulationserkennungsinter
valls N × Δt geändert haben oder nicht.
Wäre beispielsweise eine Manipulation der Totmannschaltung
dergestalt erfolgt, daß um einen der Handgriffe 28 oder 30
ein Klemmelement oder Spannelement gelegt wurde, welches mit
einer ständigen Kraft K auf das Sensorelement 70 wirkt, so
würden sich die Frequenzen F1 bis FN im Manipulations
erkennungsintervall nicht ändern und somit auch die Differen
zen D1 bis DM unterhalb des Referenzwerts liegen.
Die Überwachungsschaltung 102 arbeitet so, daß sie ständig
durch den Prozessor 96 getaktet wird und somit bei Ausfall
des Prozessors, den Treiber T2 so ansteuert, daß dieser
ebenfalls den Strom über das Relais 100 unterbricht und somit
zu einem Schließen des Relaiskontakts 104 und somit einem
Abschalten des Motors führt. Nur wenn der Prozessor 96
arbeitet, hält die Überwachungsschaltung 102 durch Ansteuern
des Treibers T2 den Strom über das Relais 100 aufrecht.
Die in Fig. 6 dargestellten Funktionen der Motorabschaltung
94 werden für die Signale SN2 beider Auswertestufen 92a und
92b entweder parallel oder in zwischengeschachtelten Inter
vallen ausgeführt.
Zusätzlich erfolgt eine Stromversorgung sowohl der Auswerte
stufen 92a und 92b sowie des Prozessors 96 und der Über
wachungsschaltung 102 über eine Stromversorgungseinheit 120.
Claims (21)
1. Totmannschaltung für Motorfahrzeuge umfassend ein hin
sichtlich einer elektrischen Größe durch Handkontakt
beeinflußbares Sensorelement, eine die elektrische Größe
erfassende und in ein Ausgangssignal umsetzende Aus
wertestufe und eine das Ausgangssignal verarbeitende
Motorabschaltstufe, die bei nicht vorliegendem Hand
kontakt eine Motorabschaltung auslöst,
dadurch gekennzeichnet, daß das
Sensorelement (70) so ausgebildet ist, daß es aufgrund
des durch in einem definierten Griffbereich (G) ent
stehenden Drucks (K) die elektrische Größe (C) ändert.
2. Totmannschaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß mit dem Sensorelement (G) der Druck (K) an
mehreren Stellen im Griffbereich (G) erfaßbar ist.
3. Totmannschaltung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß sich das Sensorelement (70) über minde
stens die Hälfte des Griffbereichs (G) in dessen Längs
richtung (64) erstreckt.
4. Totmannschaltung nach einem der voranstehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Sensorelement
(70) sich in dem durch Handflächenkontakt beaufschlagten
Segment (SG) des Griffbereichs (G) erstreckt.
5. Totmannschaltung nach einem der voranstehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Sensorelement
(70) durch Druck (K) seine Kapazität (C) ändert.
6. Totmannschaltung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeich
net, daß Sensorelement (70) mindestens zwei einander
gegenüberliegende flächenhafte Elektroden (72, 74, 76)
und ein dazwischenliegendes druckelastisches Dielektri
kum (78, 80) umfaßt.
7. Totmannschaltung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich
net, daß das Sensorelement (70) mehr als zwei überein
anderliegende flächenhafte Elektroden mit dazwischen
liegenden druckelastischen Dielektrika umfaßt.
8. Totmannschaltung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeich
net, daß das Sensorelement (70) eine ungerade Zahl von
flächenhaften Elektroden (72, 74, 76) aufweist, von
denen zumindest die oberste (76) und die unterste (72)
miteinander elektrisch verbunden sind.
9. Totmannschaltung nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden (72, 74, 76)
des Sensorelements (70) aus einem deformierbaren
Material sind.
10. Totmannschaltung nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß das Sensorelement (70) mehr
lagig aus Folienlagen (72 bis 80) aufgebaut ist.
11. Totmannschaltung nach einem der Ansprüche 5 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die Auswertestufe (92) einen
Schwingkreis (R1, 70) umfaßt und daß das Sensorelement
(70) ein Bauteil des Schwingkreises (R1, 70) darstellt.
12. Totmannschaltung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeich
net, daß sich durch Änderung der Kapazität (C) des
Sensorelements (70) eine Frequenz (F) der elektrischen
Schwingung im Schwingkreis ändert.
13. Totmannschaltung nach einem der Ansprüche 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schwingkreis (R1, 70)
ein frequenzbestimmender Schwingkreis eines Oszillators
(90) ist.
14. Totmannschaltung nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schwingkreis (R1, 70)
als RC-Schwingkreis ausgebildet ist.
15. Totmannschaltung nach einem der voranstehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Motorabschalt
stufe (94) das Ausgangssignal (SI) der Auswertestufe
(92a, b) erfaßt und anhand des Werts des Ausgangssignals
(SI) entscheidet ob ein Handkontakt im Griffbereich (G)
vorliegt oder nicht.
16. Totmannschaltung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeich
net, daß die Motorabschaltstufe (94) in einer Ver
gleichsstufe (108) das Ausgangssignal (F) der Auswerte
stufe (92 mit einem Referenzwert (FREF) vergleicht und
anhand eines Über- oder Unterschreitens dieses Referenz
wertes (FREF) entscheidet, ob eine Motorabschaltung aus
zulösen ist.
17. Totmannschaltung nach einem der voranstehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Motor
abschaltstufe (94) eine Manipulationserkennungsstufe
(110) umfaßt, mit welcher Änderungen im Ausgangssignal
der Auswertestufe erkennbar sind.
18. Totmannschaltung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeich
net, daß die Manipulationserkennungsstufe (110) Ände
rungen des Ausgangssignals (F) der Auswertestufe (92)
innerhalb eines vorgegebenen Manipulationserkennungs
intervalls (N × Δt) erfaßt und bei unwesentlichen Ände
rungen (D) des Ausgangssignals (F) die Motorabschaltung
auslöst.
19. Totmannschaltung nach Anspruch 17 oder 18, dadurch
gekennzeichnet, daß die Manipulationserkennungsstufe
(110) aufeinanderfolgende Ausgangssignale (F1. . .FN) der
Auswertestufe (92) abspeichert und miteinander ver
gleicht und aufgrund dieses Vergleichs Änderungen
(D1. . .DM) feststellt.
20. Totmannschaltung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeich
net, daß die Manipulationserkennungsstufe (110) die
abgespeicherten Ausgangssignale (F1. . .FN) der Auswerte
stufe (92) durch Differenzbildung miteinander vergleicht
und durch Analyse der Differenz (D) Änderungen derselben
erkennt.
21. Totmannschaltung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeich
net, daß die Manipulationserkennungsstufe (110) die
ermittelte Differenz (D1. . .DM) mit einem Referenzwert
(DREF) vergleicht und bei Unterschreiten des Referenz
wertes (DREF) die Motorabschaltung ausläßt.
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| DE1998143666 DE19843666A1 (de) | 1998-09-23 | 1998-09-23 | Totmannschaltung |
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