DE19837485A1 - Verfahren zum Erkennen von Schäden an Schienenfahrzeugen und/oder Gleisen - Google Patents
Verfahren zum Erkennen von Schäden an Schienenfahrzeugen und/oder GleisenInfo
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Abstract
Zum Unterscheiden von Störungsereignissen, die ihre Ursache auf einem Fahrzeug oder im befahrenen Gleis haben, werden die Meldungen von fahrzeugseitigen Sensoren zum Überwachen bestimmter Fahrzeugkomponenten in ihrer zeitlichen Folge bewertet. Pflanzen sich die Sensormeldungen von Sensor zu Sensor fort, so handelt es sich um ein Störungsereignis, dessen Ursache am Gleis zu suchen ist. Sensormeldungen, die nur einem oder einigen Sensoren zuzuordnen sind und die wiederholt auftreten, können eine Störung der jeweils überwachten Fahrzeugkomponente auf dem Fahrzeug anzeigen.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Erkennung
sich anbahnender oder plötzlich auftretender Schäden an
Schienenfahrzeugen und/oder Gleisen, soweit diese Schäden
Auswirkungen haben auf die Fahrqualität der Fahrzeuge, unter
Verwendung von örtlich auf den Fahrzeugen verteilt angeordne
ter Sensoren zum Erfassen des Schwingungsverhaltens vorgege
bener Fahrzeugkomponenten oder -komponentenanordnungen.
Um etwaige Schäden an besonders expornierten Komponenten von
Schienenfahrzeugen möglichst frühzeitig erkennen zu können,
gibt es aus jüngster Zeit Vorschläge, diese Fahrzeugkomponen
ten ständig durch dafür geeignete Sensoren zu überwachen und
die Sensormeldungen auszuwerten. Die Sensoren reagieren dabei
regelmäßig auf Schwingungen der von ihnen überwachten Fahr
zeugkomponenten z. B. der Räder, Achsen oder Drehgestelle ei
nes Fahrzeugs. Die aktuellen Sensormeldungen sollen hinsicht
lich Amplitude und Frequenz bewertet werden, indem man sie
mit entsprechenden Referenzwerten vergleicht, die zuvor auf
Testfahrten bei ordnungsgerechtem Betriebszustand der Fahr
zeugkomponenten und der Gleise ermittelt wurden. Dieser lau
fende Vergleich von aktuellen Sensormeldungen und gespeicher
ten Referenzwerten ist außerordentlich aufwendig; häufig ist
nicht erkennbar, ob dabei ausgelöste Störungsmeldungen dem
Fahrzeug oder der Strecke zuzuordnen sind.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren nach
dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 anzugeben, das eine
aufwandsarme und intelligente Bewertung der Sensormeldungen
dahingehend ermöglicht, daß etwaige Störungsmeldungen eindeu
tig einem Fahrzeug oder einer Fahrstrecke zuzuordnen sind.
Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die Anwendung der
kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1. Danach wer
den die Sensormeldungen einer zeitlichen Bewertung unterzo
gen, wobei aus der Umstand, daß sich Sensormeldungen beim
Vorrücken des Zuges unter dem Zug von Sensor zu Sensor fort
pflanzen auf ein streckenseitiges Ereignis und aus dem Um
stand, daß nur einer oder einige Sensoren ansprechen, auf das
Vorhandensein eines fahrzeugseitigen Störungsereignisses ge
schlossen wird.
Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens
sind in den Unteransprüchen angegeben.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist nachstehend näher erläu
tert.
Die Fahrzeuge eines Fahrzeugverbandes sollen mit an sich be
kannten beliebig ausgeführten Sensoren ausgestattet sein, die
auf Schwingungen fahrzeugseitiger Komponenten reagieren. Sol
che Sensoren können beispielsweise an den Achslagern der
Fahrzeugräder oder an den Drehgestellen angeordnet sein; sie
können auch zum Überwachen anderer mechanisch beanspruchter
Teile wie beispielsweise der Fahrzeugaufhängung von Neigezü
gen installiert sein. Die Sensoren geben laufend Sensormel
dungen an eine Auswerteeinrichtung zur Bewertung der aufge
nommenen Schwingungen nach Frequenz und Amplitude. Dabei kann
die Anordnung so getroffen sein, daß die aktuellen Sensormel
dungen mit entsprechenden vorab in einem Speicher hinterleg
ten Referenzwerten verglichen werden oder aber daß die Sen
sormeldungen mechanisch oder elektrisch bedämpft werden, so
daß etwaige Ereignismeldungen nur dann ausgegeben und bewer
tet werden, wenn die überwachten Fahrzeugkomponenten übermä
ßig stark beansprucht sind. Solch eine mechanische Bedämpfung
ist z. B. die schwingende Lagerung von Sensoren zum Absorbie
ren eines bestimmten Anteils der Schwingungen.
Eine elektrische Bedämpfung der Sensormeldungen kann z. B.
durch eine Frequenz- oder eine Amplitudenbewertung bewirkt
werden. Die jeweiligen Schwellwerte, bei deren Erreichen Er
eignismeldungen auszulösen sind, sind vorab durch Versuche zu
bestimmen.
Um zu unterscheiden zwischen Ereignismeldungen, die sich auf
eine Störung am Fahrweg beziehen und Ereignismeldungen die
ihre Ursache in einer Störung auf einem Fahrzeug haben, ist
erfindungsgemäß vorgesehen, die Ereignismeldungen der Senso
ren in ihrer zeitlichen Folge zu bewerten. Ereignismeldungen,
die zeitlich aufeinanderfolgend über die Fahrzeuge des Fahr
zeugverbandes verteilt angeordneten gleichartigen Sensoren
zuzuordnen sind, kennzeichnen ein Ereignis an der Fahrstrec
ke, beispielsweise das Überfahren eines Schienenstoßes oder
einer Weiche. Solche Ereignismeldungen werden quasi unter dem
Zug entgegen der Fahrrichtung von Sensor zu Sensor durchge
schoben und können eindeutig von Beeinflussungen einzelner
Sensoren unterschieden werden. Dabei können die Sensormeldun
gen in ihrer zeitlichen Folge geschwindigkeitsabhängig
und/oder achsmusterbezogen bewertet werden, d. h. es wird ge
prüft, ob die einzelnen Sensormeldungen tatsächlich jeweils
dann generiert werden, wenn zu erwarteter steht, daß die je
weils überwachte Komponente den Schienenstoß oder die sonsti
ge markante Gleisstelle passiert.
Aus dem Umstand, daß nur ein Sensor oder einzelne Sensoren
ansprechen, kann auf ein Störungsereignis am betreffenden
Fahrzeug geschlossen werden, z. B. auf eine Flachstelle oder
einen Lagerschaden. Dabei ist es von Vorteil, eine Störung
erst dann anzunehmen, wenn sich solche Ereignismeldungen be
zogen auf den oder die einzelnen Sensoren häufen, insbesonde
re wenn sie zyklisch auftreten oder ständig vorhanden sind.
Durch diese Art der Bewertung werden Ereignisse aus dem Stö
rungsmuster ausgeschlossen, die nicht auf fahrzeug- und
gleisseitige Schäden zurückzuführen sind. Solche nur kurzzei
tig und meist nur an der ersten Achse des führenden Fahrzeugs
auftretenden Sensormeldungen können beispielsweise darauf zu
rückzuführen sein, daß das Fahrzeug einen auf dem Gleis lie
genden Ast zur Seite schleudert oder einen kleineren Stein
überfährt. Solche Ereignisse können zwar registriert werden
und sie können auch das Begehen der Strecke durch einen
Streckenposten veranlassen; für sich allein betrachtet kenn
zeichnen sie jedoch keine strecken- oder fahrzeugseitige Stö
rung.
Die Bewertung der Sensormeldungen hinsichtlich ihrer Zuord
nung zu einem Fahrzeug oder zu einer Strecke kann auf dem je
weiligen Fahrzeug geschehen, auf dem die Sensoren angeordnet
sind. Besonders vorteilhaft ist es aber, diese Bewertung an
zentraler Stelle auf einem ausgewählten Fahrzeug des Fahr
zeugverbandes vorzunehmen, weil hier dann mehr Sensormeldun
gen zusammenlaufen und damit die Bewertungsergebnisse zuver
lässiger sind als bei der Bewertung nur weniger Sensorsigna
le. An dieses ausgewählte Fahrzeug sind die Sensormeldungen
per Funk oder leitungsgebunden zu übertragen. Für die eindeu
tige Zuordnung der Sensormeldungen zu den Sensoren oder Fahr
zeugkomponenten ist es erforderlich, daß die Sensormeldungen
auch Angaben über die Identität der Sensoren oder der von ih
nen überwachten Fahrzeugkomponenten beinhalten. Sensoren, die
zusätzlich zu etwaigen variablen Ereignismeldungen auch un
veränderliche Identitätskennzeichen an eine Bewertungsein
richtung übermitteln, sind an sich bekannt, z. B. aus der äl
teren europäischen Patentanmeldung PCT/DE 98/00403.
Durch Anordnung eines zusätzlichen Sensor auf dem letzten
Fahrzeug eines Zuges, der auf die bei normalem Lauf des Fahr
zeugs sich einstellenden Schwankungen des Fahrzeugaufbaues
reagiert, ist es möglich, auf dem ausgewählten Fahrzeug eine
Zugschlußüberwachung durchzuführen, die allerdings nur wäh
rend der Fahrt wirksam ist.
Ein gleiches Ergebnis läßt sich erzielen, wenn das ausgewähl
te Fahrzeug die z. B. von den Achssensoren beim Überfahren
von Schienenstößen ausgelösten Ereignismeldungen zählt. Aus
dem Umstand, daß die Anzahl dieser Ereignismeldungen konstant
bleibt, kann das Fahrzeug auf das Mitführen seines Schluß
fahrzeugs schließen.
Claims (7)
1. Verfahren zur Erkennung sich anbahnender oder plötzlich
auftretender Schäden an Schienenfahrzeugen und/oder Gleisen,
soweit diese Schäden Auswirkungen haben auf die Fahrqualität
der Fahrzeuge, unter Verwendung von örtlich auf den Fahrzeu
gen verteilt angeordneten Sensoren zum Erfassen des Schwin
gungsverhaltens vorgegebener Fahrzeugkomponenten oder -kompo
nentenanordnungen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sensormeldungen zusammen mit Identitätskennzeichen
für die Sensoren oder Fahrzeugkomponenten an eine fahrzeug
seitige Bewertungseinrichtung übertragen und dort bewertet
werden dergestalt, daß aus dem Umstand, daß etwaige Ereignis
meldungen zeitlich aufeinanderfolgend über die Fahrzeuge des
Fahrzeugverbandes verteilt angeordneten Sensoren zuzuordnen
sind, auf ein Störungsereignis an der Fahrstrecke und aus dem
Umstand, daß diese Ereignismeldungen nur einem oder einzelnen
Sensoren zuzuordnen sind, auf ein Störungsereignis am betref
fenden Fahrzeug geschlossen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sensormeldungen zur Unterscheidung von streckenseiti
gen und fahrzeugseitigen Störungsereignissen in ihrer zeitli
chen Folge geschwindigkeitsabhängig und/oder achsmusterbezo
gen bewertet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß aus dem wiederholten Auftreten von Ereignismeldungen an
einem Sensor auf eine Störung oder eine sich anbahnende Stö
rung an mindestens einer von diesem Sensor überwachten Fahr
zeugkomponente geschlossen wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sensormeldungen von einer dafür vorgesehenen Emp
fangseinrichtung auf dem jeweiligen Fahrzeug empfangen und
dort ggf. bewertet werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sensormeldungen per Funk oder leitungsgebunden an ein
ausgewähltes Fahrzeug des Fahrzeugverbandes übertragen und
dort gemeinsam bewertet werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf dem letzten Fahrzeug eines Fahrzeugverbandes ein zu
sätzlicher Sensor zum Registrieren von als ungefährlich anzu
sehenden Fahrzeugschwankungen vorgesehen ist, dessen Ereig
nismeldungen vom ausgewählten Fahrzeug als Zugschlußmeldungen
gewertet werden.
7. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß vom ausgewählten Fahrzeug aus dem Vorhandensein einer im
mer gleichen Anzahl von Ereignismeldungen beim Befahren von
Schienenstößen und sonstigen Schienenanomalien auf das Mit
führen seines Schlußfahrzeugs geschlossen wird.
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| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |