DE19835331A1 - Verfahren zur computergestützten Haarschnittsimulation - Google Patents
Verfahren zur computergestützten HaarschnittsimulationInfo
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Abstract
Zur Simulation von Haarschneidetechniken wird in einem Computer die Kontur einer Kopfform (K) als Profilansicht gespeichert und am Bildschirm dargestellt. Von der Kopfform (K) stehen Haare (H) ab. Aus den Haaren (H) wird ein Bündel (B) aufeinanderfolgender Haare definiert und die im Bündel befindlichen Haare werden in einem außerhalb der Kopfform (K) liegenden Schnittpunkt (C) zusammengefaßt. Im Schnittpunkt (C) werden die dargestellten Haare des Bündels (B) abgeschnitten. Danach bilden sich die Haare in Richtung ihrer ursprünglichen Positionen zurück. Durch geeignete Wahl des Bündels (B) und der Lage des Schnittpunkts (C) können die Ergebnisse unterschiedlicher Haarschneidetechniken am Computer verfolgt werden.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur computerge
stützten Haarschnittsimulation.
Bei der Ausbildung von Friseuren besteht ein wichtiger
Schritt darin, daß der Auszubildende erkennt, welche
Folgen das Abschneiden eines Haarbündels hat, das mit
den Fingern einer Hand festgehalten wird, während es
mit der anderen Hand beschnitten wird. Bei hinreichend
langen Haaren kann das Haarbündel zwischen den Fingern
einer Hand festgehalten und nach verschiedenen Stellen
hin straffgezogen werden. Erfolgt dann an einer be
stimmten Stelle das Abschneiden, so haben alle in dem
Haarbündel enthaltenen Haare unterschiedliche Längen,
weil die Abstände von der Haarwurzel bis zur Schnitt
linie unterschiedlich sind. Die sich so ergebenden
Haarlängen hängen von dem Winkel des Haarbündels zur
Tangente an die Kopfoberfläche ab. Bei einem unge
schickten Haarschnitt, nämlich bei unsachgemäßer Aus
wahl der Haarbündel bzw. bei Schnitteingriffen in die
Haare eines Bündels, entstehen unregelmäßige Haarlän
gen, mit der Folge eines unfachmännisch wirkenden Haare
schnitts. Unter unregelmäßigen Haarlängen wird der Fall
verstanden, daß die Haarlängen benachbarter Haare will
kürlich variieren, daß sich also kürzere Haare mit län
geren Haaren wahllos abwechseln.
Es ist bereits bekannt, am Computer eine Frisurensimu
lation durchzuführen. Hierbei wird das Gesicht des Kun
den mit unterschiedlichen Frisuren versehen, um deren
geschmackliche Wirkung zu erproben. Mit einer derarti
gen Frisurensimulation befaßt sich die vorliegende Er
findung nicht. Diese ist vielmehr darauf gerichtet, die
Technik des Haarschneidens zu erproben und zu demon
strieren.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren zur computergestützten Haarschnittsimula
tion anzugeben, mit dem Haarschneidetechniken erprobt,
verbessert und demonstriert werden können.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit
den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es möglich,
unterschiedliche Haarschneidetechniken am Computer zu
simulieren. Der Computer stellt das Bild einer Kopfform
mit den zugehörigen Haaren zur Verfügung, wobei die
Haare gewissermaßen das Rohmaterial darstellen, das
verformt, gebündelt und abgeschnitten werden kann. Ein
wichtiges Merkmal ist die Bündelungsfunktion, wonach
Haare, die von unterschiedlichen Wurzelpunkten ausge
hen, zu einem Bündel zusammengefaßt werden können. Da
bei kann der Bündelungspunkt, in dem sich sämtliche
Haare des Bündels schneiden, vom Benutzer festgelegt
und variiert werden. Der Bündelungspunkt bildet zu
gleich den Schnittpunkt, in dem die Haare durch Maus
klick o. dgl. abgeschnitten werden können.
Ein wesentliches Merkmal des erfindungsgemäßen Verfah
rens liegt darin, daß die Haare des Bündels in der Com
puterdarstellung vertikal zusammengefaßt werden, so daß
sie sich entlang einer horizontalen Schnittlinie
schneiden. Die Haare des Haarbündels werden also in ei
ner Art Idealform so zusammengefaßt, daß sie sich in
Seitenansicht in einem unendlich kleinen Schnittpunkt
schneiden. Werden die Haare des Bündels im Schnittpunkt
abgeschnitten, so bilden sie anschließend ein Haarbün
del, dessen Haare eine reguläre Haarlängenverteilung
haben.
Im Prinzip kann man so vorgehen, daß einzelne Haarbün
del separat auf die jeweils gewünschte Länge geschnit
ten werden. Dabei wäre jedoch kein stufenloser Übergang
von Haarbündel zu Haarbündel sichergestellt. Zur Erzie
lung gleitender Übergänge ist nach einer bevorzugten
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens vor
gesehen, daß die Länge eines ausgewählten beschnittenen
Haares als Längenmaß für ein ausgewähltes Haar des
nächstfolgenden Bündels genommen wird. Vorzugsweise
wird hierbei das äußerste Haar des beschnittenen Haar
bündels gewählt, das dem anschließend zu beschneidenden
Haarbündel zugewandt ist. Dieses Haar ist das letzte
Haar des vorherigen Bündels und gleichzeitig das erste
Haar des nachfolgenden Bündels. Unabhängig davon, wohin
der Schnittpunkt des nachfolgenden Bündels gelegt wird,
ist stets sichergestellt, daß die Bündel stufenlos an
einander anschließen. Falls eine Stufe oder ein Knick
gewünscht wird, kann natürlich auch ein abrupter Über
gang der Haarlänge realisiert werden.
Im Rahmen der Erfindung ist es auch möglich, unter
schiedliche Weichheit der Haare am Computer zu simulie
ren. Hierbei biegen sich die Haare entsprechend der
nach unten wirkenden Schwerkraft, so daß eine Frisur,
die am Computer zunächst mit abstehenden Haaren erzeugt
wurde, mit zunehmender Weichheit der Haare zu einer
eher realistischen Frisur zusammensinkt.
Das erfindungsgemäße Verfahren bezweckt nicht, das Aus
sehen oder äußere Erscheinungsbild einer Frisur wieder
zugeben. Vielmehr ist es auf Erprobung und Verbesserung
von Haarschneidetechniken gerichtet.
Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung
unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Darstellung der Kontur einer Kopfform mit
davon abstehenden Haaren als Rohmaterial,
Fig. 2 das Zusammenfassen und Abschneiden von Haarbün
deln,
Fig. 3 das Zusammenfassen und Abschneiden eines weite
ren Haarbündels,
Fig. 4 in Fortsetzung von Fig. 3 das Zusammenfassen
und Abschneiden eines weiteren Haarbündels,
Fig. 5 ein Ergebnis einer Haarschnittsimulation und
Fig. 6 ein weiteres Ausführungsbeispiel zur Verdeutli
chung des Beschneidens desselben Haarbündels
mit zwei unterschiedlichen Ausrichtungen.
Gemäß Fig. 1 wird in dem Computer eine Kopfform K als
Profilansicht gespeichert und auf einem Bildschirm dar
gestellt. Von dem Kopf gehen zahlreiche Haare H strah
lenförmig ab. Die Haare H werden von geraden Linien
gebildet, deren Fußpunkte am Kopf K hier äquidistant
gewählt sind, jedoch zur Simulierung unterschiedlicher
Haardichten auch unterschiedlich sein können. Die unbe
schnittenen Haare H bilden das Rohmaterial, das be
schnitten werden soll.
Auf dem Bildschirm kann ein Cursor 10 in Form eines
Symbols, z. B. des Symbols einer Schere, bewegt werden.
Wird dieser Cursor 10 entlang des Pfeiles 11 in Fig. 1
bewegt, so sammelt er die Haare H zu einem Bündel. Der
Cursor 10 läßt die Haare, auf die er aufläuft, nicht
durch, sondern sammelt sie, wobei die Haare ein Bündel
B ergeben und sich am Ort des Cursors 10 schneiden.
Diejenigen Haare, die der Cursor 10 bei seiner Bewegung
entlang des Pfeiles 11, also in Querrichtung zu den
Haaren, aufgesammelt hat, verbleiben auch dann im Bün
del B, wenn der Cursor anschließend zurückbewegt wird.
Der Cursor 10 hat gewissermaßen die Funktion eines Bün
delringes oder einer Öse. Alles, was einmal darin ge
fangen wurde, bleibt darin enthalten, unabhängig davon,
an welche Stelle der Cursor anschließend bewegt wird,
es sei denn, daß der Cursor an eine Stelle bewegt wird,
deren Abstand vom Kopf größer ist als die Haarlänge.
Dann fällt das betreffende Haar gewissermaßen aus dem
Bündelring heraus.
In Fig. 2 ist ein Bündel B dargestellt, dessen Haare
mit dem Cursor 10 zusammengefaßt worden sind. Die Mit
tellinie 12 des Bündels B steht hier senkrecht auf der
Tangente zum Kopfprofil. Durch einen Mausklick wird das
Bündel B im Schnittpunkt C, also im Ort des Cursors 10,
abgeschnitten. Die abgeschnittenen Haarlängen sind in
Fig. 2 gestrichelt dargestellt. Die auf diese Weise
beschnittenen Haare, die nach dem Schneiden im Schnitt
punkt C nicht mehr festgehalten werden, bilden sich
anschließend in ihre Ursprungsstellung zurück.
Abweichend von dem Bündel B ist in Fig. 2 noch ein an
deres Bündel B1 gestrichelt dargestellt. Das Bündel B
kann auch in der Form erzeugt werden, daß das Bündel B1
entsteht, bei dem die Mittellinie 12 einen anderen Tan
gentenwinkel zur Kopfform hat. Im Bündel B1 ergeben die
Haarspitzen der geschnittenen Haare eine andere Linie
als im Bündel B.
In Fig. 3 ist der Zustand dargestellt, daß die Haare
des Bündels B sich nach dem Beschneiden in ihre Ur
sprungsstellung zurückbewegt haben. Im Anschluß daran
wird ein zweites Bündel B2 durch entsprechendes Bewegen
des Cursors 10 erzeugt, wobei sämtliche Haare des Bün
dels B2 sich im Schnittpunkt C, nämlich dem Ort des
Cursors, schneiden.
Um einen kontinuierlichen Übergang der Haarlängen zu
schaffen, wurde das Haar H1, welches das letzte Haar
des Bündels B gebildet hatte, als erstes Haar noch in
das Bündel B2 mitübernommen. Anhand der Länge des Haa
res H1, das sowohl im Bündel B als auch im Bündel B2
enthalten ist, kann der Benutzer den Schnittpunkt C
festlegen. Auf diese Weise ist ein kontinuierlicher
Längenübergang zwischen den Bündeln B und B2 möglich.
Fig. 4 zeigt den Fall des Zusammenfassens eines Bündels
B3, bei dem der Winkel sehr stark von 90° abweicht.
Durch Abschneiden im Schnittpunkt C ergeben sich in
nerhalb des Bündels B3 relativ große Unterschiede bei
der Haarlänge. Die Haarlänge nimmt von dem Haar H2 aus
bis zum Haar H3 kontinuierlich ab.
In Fig. 5 ist die Gesamtheit der Haare beschnitten,
wobei unterschiedliche Bündel mit unterschiedlichen
Winkeln gebildet worden waren. Hinzu kommt, daß die
Haare gemäß Fig. 5 nicht in gleichmäßiger Verteilung im
wesentlichen rechtwinklig aus dem Kopfprofil austreten,
sondern unter Berücksichtigung einer Schwerkraftkompo
nente.
In Fig. 6 ist anhand sehr breiter Bündel der Fall dar
gestellt, daß die Haare desselben Bündels zweifach be
schnitten werden. Zuerst wird das Bündel B4 mit dem
Schnittpunkt C4 erzeugt und im Schnittpunkt C4 be
schnitten. Dann wird aus den Haaren desselben Bündels
ein zweites Bündel B5 geformt mit dem Schnittpunkt C5.
Bei der Bildung des zweiten Bündels B5 fallen zahlrei
che Haare H4 aus dem Bündel heraus, weil sie nicht lang
genug sind, um von ihrem Wurzelpunkt am Kopf bis zu dem
Schnittpunkt C5 zu reichen. Nur die längeren Haare H5,
die lediglich einen Teil des Bündels B5 darstellen,
werden im Schnittpunkt C5 beschnitten. Man erkennt, daß
bei der Bildung eines Haarbündels Haare, die zu kurz
sind, um den Schnittpunkt zu erreichen, aus dem Bündel
herausfallen, was auf der Bildschirmdarstellung des
Computers auch deutlich sichtbar ist.
Bei den zeichnerisch dargestellten Ausführungsbeispie
len sind jeweils die Haare als gerade Linien darge
stellt. Es ist auch möglich, die Weichheit der Haare
bei der Computerdarstellung zu verändern, wobei die
Haare sich unter dem Einfluß der Schwerkraft verformen.
Auch die Welligkeit der Haare kann durch entsprechende
Selektion am Computer verändert werden.
Claims (5)
1. Verfahren zur computergestützen Haarschnittsimula
tion mit den folgenden Schritten:
- a) Speicherung der Kontur einer Kopfform (K) als Profilansicht,
- b) Darstellung von Haaren (H), die von der Kopf form (K) abstehen,
- c) Definieren eines Bündels (B) aufeinanderfolgen der Haare und Zusammenfassung der im Bündel (B) befindlichen Haare in einem außerhalb der Kopf form liegenden Schnittpunkt (C),
- d) Abschneiden der dargestellten Haare (H) des Bündels (B) in dem Schnittpunkt (C),
- e) Zurückbilden der dargestellten beschnittenen Haare (H) in Richtung auf die vor dem Abschnei den eingenommenen Positionen,
- f) mehrfaches Wiederholen der Schritte c) bis e)
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Länge eines ausgewählten beschnittenen
Haares (H1) als Längenmaß für den Anfang des nach
folgenden Bündels genommen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß Bündel (B4, B5) sich gegenseitig
überlappen oder zusammenfallend gebildet werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Weichheit der simulierten
Haare derart veränderbar ist, daß die Haare sich
unter dem Einfluß der Schwerkraft verformen.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Welligkeit der simulierten
Haare veränderbar ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998135331 DE19835331A1 (de) | 1998-08-05 | 1998-08-05 | Verfahren zur computergestützten Haarschnittsimulation |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19835331A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102007011405A1 (de) * | 2007-03-08 | 2008-09-11 | Thomas Kobeck | System und Verfahren zur dreidimensionalen Darstellung eines Haarschnitts sowie Element zur symbolischen Darstellung einer Haarlänge |
| US8977389B2 (en) | 2013-07-17 | 2015-03-10 | ColorCulture Network, LLC | Method, system and apparatus for dispensing products for a personal care service, instructing on providing a personal care treatment service, and selecting a personal care service |
| US11351686B2 (en) | 2015-12-22 | 2022-06-07 | Koninklijke Philips N.V. | Haircut recording device, method and system |
-
1998
- 1998-08-05 DE DE1998135331 patent/DE19835331A1/de not_active Ceased
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE102007011405A1 (de) * | 2007-03-08 | 2008-09-11 | Thomas Kobeck | System und Verfahren zur dreidimensionalen Darstellung eines Haarschnitts sowie Element zur symbolischen Darstellung einer Haarlänge |
| DE102007011405B4 (de) * | 2007-03-08 | 2008-10-16 | Thomas Kobeck | System und Verfahren zur dreidimensionalen Darstellung eines Haarschnitts sowie Element zur symbolischen Darstellung einer Haarlänge |
| US8977389B2 (en) | 2013-07-17 | 2015-03-10 | ColorCulture Network, LLC | Method, system and apparatus for dispensing products for a personal care service, instructing on providing a personal care treatment service, and selecting a personal care service |
| US9961984B2 (en) | 2013-07-17 | 2018-05-08 | ColorCulture Network, LLC | Method, system and apparatus for dispensing products for a personal care service, instructing on providing a personal care treatment service, and selecting a personal care service |
| US11103049B2 (en) | 2013-07-17 | 2021-08-31 | ColorCulture Network, LLC | Method, system and apparatus for dispensing products for a personal care service, instructing on providing a personal care treatment service, and selecting a personal care service |
| US11351686B2 (en) | 2015-12-22 | 2022-06-07 | Koninklijke Philips N.V. | Haircut recording device, method and system |
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