DE19832000C1 - Fluchthaube - Google Patents
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Abstract
Der Erfindungsgegenstand bezieht sich auf eine Fluchthaube für den Einsatz in brennender oder kontaminierter Umgebung mit folgenden Merkmalen: DOLLAR A a.) Die den Kopf des Haubenträgers zur Umgebung abschließende Fluchthaube (1) besteht aus einem feuerfesten und gasundurchlässigen Material mit einem ebenfalls feuerfesten und gasundurchlässigen, transparenten Visier (2) im Augen- oder Gesichtsbereich des Haubenträgers, DOLLAR A b.) die Fluchthaube (1) weist eine elastische, gasundurchlässige Halskrause (3) im Halsbereich des Haubenträgers auf, die auf der Haubeninnenseite an dem Material der Fluchthaube (1) gasundurchlässig befestigt ist, DOLLAR A c.) die Fluchthaube (1) ist auf gegenüberliegenden Außenseiten im Hals-/Schulterbereich des Haubenträgers mit Griffen (4) versehen, DOLLAR A d.) die Fluchthaube (1) enthält einen Sauerstoffvorrat in mindestens einer Druckgasflasche (10) oder Sauerstoffkerze, DOLLAR A e.) die Fluchthaube (1) verfügt über ein Wasser und Kohlendioxyd aufnehmendes, flächiges, flexibles Absorberelement (5) mit einem in Gasströmungsrichtung vorgeschalteten und verbundenen Ejektor (13) zur Abgabe des vom Sauerstoffvorrat durch eine Gasleitung (11) strömenden Sauerstoffs in den Haubeninnenraum und zur Beförderung der Atemluft aus dem Haubeninnenraum zunächst durch das Absorberelement (5) und abschließend zurück in den Haubeninnenraum, DOLLAR A f.) die Fluchthaube (1) weist ein Druckbegrenzungsventil (14) zwischen Haubeninnenraum und Umgebung auf.
Description
Die Erfindung betrifft eine Fluchthaube für den Einsatz in brennender oder
kontaminierter Umgebung.
Derartige Fluchthauben kommen im Notfall in modernen Transportsystemen,
insbesondere in Passagierflugzeugen, Eisenbahnen und Schiffen, zum Einsatz
und sollen Passagiere und Besatzungen gegen Brandfolgen und insbesondere
Rauch- und Gasvergiftungen schützen.
Die US 3,895,625 beschreibt eine bekannte Fluchthaube, die auf gegen
überliegenden Außenseiten im Hals-/Schulterbereich des Haubenträgers mit
Griffen versehen ist und im Inneren einen Sauerstoffvorrat enthält. Der Sauer
stoff und die Atemluft werden durch ein Absorptionsmaterial geleitet.
Aus der EP 0 426 885 A1 geht eine Fluchthaube mit einer gasundurchlässigen
Halskrause hervor, die auf der Haubeninnenseite an dem Material der Flucht
haube gasundurchlässig befestigt ist, und ein Druckbegrenzungsventil zwischen
Haubeninnenraum und Umgebung aufweist. Zur Absorption von Kohlendioxid
weist diese bekannte Haube Innenbereiche auf, die mit einem geeigneten
Absorptionsmaterial beaufschlagt sind.
Aus der US 5,027,810 ist eine Fluchthaube bekanntgeworden, welche für einen
begrenzten Zeitraum von etwa 5 bis 10 Minuten Sauerstoff aus einer
Druckgasflasche bereitstellt. Das zentrale Bauteil dieser Fluchthaube enthält die
Druckgasflasche mit Sauerstoff, einen labyrinthartig aufgebauten Strömungsweg
durch ein Absorptionsmaterial und einen Ejektor in den Haubeninnenraum, wobei
der Ejektor direkt am Austrittsventil der Druckgasflasche angeordnet ist.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Fluchthaube für den Einsatz in
brennender oder kontaminierter Umgebung bereitzustellen, die einerseits kompakt
und leicht zu tragen und andererseits robust und leicht zu handhaben ist.
Die Lösung der Aufgabe erhält man mit den Merkmalen von Anspruch 1.
Der wesentliche Vorteil der Erfindung im Vergleich zum Stand der Technik ergibt
sich aus der flächigen, flexiblen Ausführung des Absorberelements in Kombination
mit der Gasführung über den Ejektor vom separaten Sauerstoffvorrat und vom
Haubeninnenraum und anschließend über das Absorberelement in den Hauben
innenraum zurück.
Die Unteransprüche definieren vorteilhafte Ausgestaltungen des Erfindungs
gegenstands nach Anspruch 1.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird mit Hilfe der Figuren erläutert.
Es zeigen
Fig. 1 eine Ansicht einer erfindungsgemäßen Fluchthaube und
Fig. 2 einen senkrechten Schnitt durch ein Absorberelement
gemäß Fig. 1.
Die dargestellte Fluchthaube 1 ist eine Brandfluchthaube, die bei der
Brandbekämpfung und Flucht aus brennenden oder beispielsweise mit toxischen
Gasen kontaminierten Räumen verwendet wird.
Derartige Hauben bestehen in der Regel aus einem gasundurchlässigen und
feuerfesten Material, um zumindest für eine bestimmte Zeit den Einsatz bzw.
die Flucht mit der Haube zu ermöglichen.
Das Material der Fluchthaube 1 ist typischerweise ein Glasfasergewebe, welches
auf der Außenseite mit Polyurethan oder Teflon beschichtet ist und innen mit
Silicongummi. Alternativ besteht das Material der Fluchthaube 1 aus einem
Polyimidmaterial, beispielsweise mit dem Handelsnamen "Kapton".
In die Fluchthaube 1 ist auf der Vorderseite ein Fenster eingeschnitten und ein
feuerfestes und gasundurchlässiges, transparentes Visier 2 eingebracht.
Das Visier 2 besteht aus einem transparenten Kunststoff mit einer äußeren
Beschichtung aus Teflon oder Zellulose-Proprianat. Die Innenseite des Visiers
wird mit einer Anti-Fog-Beschichtung versehen. Der gasdichte Abschluß des
Kopfes wird durch eine elastische, gasundurchlässige Halskrause 3 aus
Silicongummi, gegebenenfalls mit einer zusätzlichen Beschichtung aus
Polyurethan, verwirklicht. Die Halskrause 3 ist auf der Haubeninnenseite an dem
Material der Fluchthaube 1 gasundurchlässig befestigt. Die Halskrause 3 weist in
der Mitte ein Loch auf, durch das der Haubenträger beim Aufsetzen mit dem Kopf
schlüpfen muß. Um das Aufsetzen zu erleichtern, sind auf beiden Seiten links und
rechts am Haubenmaterial zwei Griffe 4 befestigt.
Das bei der Veratmung des Haubenträgers anfallende Kohlendioxyd wird durch
ein flächiges, flexibles, kissenförmiges Absorberelement 5 absorbiert.
Der spezielle Aufbau des Absorberelementes 5 wird anhand der Fig. 2 erläutert:
Drei gasdurchlässige Vliese 7 oder Gewebe aus Zellstoff oder einem Kunststoff
mit einer staubabweisenden Beschichtung zumindest auf den Ein- und
Austrittsseiten der Atemluft werden durch Nähte in Kammern 8, 9 abgeteilt, wobei
einerseits die in Gasströmungsrichtung (durch Pfeile angedeutet)
vorgeschalteten Kammern 8 mit wasserabsorbierenden Chemikalien,
insbesondere Silikagel und/oder Zeolithen, gefüllt sind und andererseits die in
Gasströmungsrichtung (durch Pfeile angedeutet) nachgeschalteten Kammern 9
mit kohlendioxydabsorbierenden Chemikalien, insbesondere mit Lithiumhydroxyd,
Natriumhydroxyd und/oder Kaliumdioxyd gefüllt sind.
Eine gasundurchlässige Folie 6 bildet zusammen mit den Vliesen 7 oder
Geweben einen Raum, in dem Atemluft über einen Ejektor 13 aus dem
Haubeninnenraum eingeblasen wird. Die Atemluft strömt dann durch die Vliese 7
und die mit den Chemikalien gefüllten Kammern 8, 9 in den Haubeninnenraum
zurück.
Der für die Atmung und den Stoffwechsel des Haubenträgers benötigte Sauerstoff
wird von einer Druckgasflasche 10 mit einem Konstantfluß-Regler geliefert.
Der Sauerstoff strömt über eine Gasleitung 11, insbesondere einen flexiblen
Schlauch aus Kunststoff, und über einen Durchflußanzeiger 12, der im Sichtfeld
des Haubenträgers angeordnet ist, in den Ejektor 13. Der Ejektor 13 saugt aus
dem Haubeninnenraum Atemluft an und befördert sie in das Absorberelement 5,
während der Sauerstoff in den Haubeninnenraum aus dem Ejektor 13 gelangt
(durch Pfeile angedeutet).
Die Fluchthaube 1 weist mindestens ein Haubenvolumen von etwa 6 Litern auf, da
sie gleichzeitig als Atembeutel mit einem Atemgasreservoir dient.
Damit der Druck in der Fluchthaube 1 im Normalbetrieb und insbesondere bei
einer Dekompression, beispielsweise in Flugzeugen, auf ein physiologisch
vertretbares Maß begrenzt wird, befindet sich auf der Haubenrückseite ein
Druckbegrenzungsventil 14 zwischen Haubeninnenraum und Umgebung, welches
beispielsweise bei etwa 1,5 mbar Überdruck zur Umgebung abbläst.
Gemäß einer alternativen Ausführungsform können zwei gut thermisch isolierte
Sauerstoffkerzen als Sauerstoffvorrat verwendet werden, um den Ejektor 13
anzutreiben. In diesem Fall dienen die Sauerstoffkerzen gleichzeitig als Griffe 4
beim Aufsetzen der Fluchthaube 1.
Claims (4)
1. Fluchthaube für den Einsatz in brennender oder kontaminierter Umgebung
mit folgenden Merkmalen:
- 1. a.) Die den Kopf des Haubenträgers zur Umgebung abschließende Fluchthaube (1) besteht aus einem feuerfesten und gasundurchlässigen Material mit einem ebenfalls feuerfesten und gasundurchlässigen, transparenten Visier (2) im Augen- oder Gesichts bereich des Haubenträgers,
- 2. b.) die Fluchthaube (1) weist eine elastische, gasundurchlässige Hals krause (3) im Halsbereich des Haubenträgers auf, die auf der Haubeninnenseite an dem Material der Fluchthaube (1) gasundurch lässig befestigt ist,
- 3. c.) die Fluchthaube (1) ist auf gegenüberliegenden Außenseiten im Hals-/ Schulterbereich des Haubenträgers mit Griffen (4) versehen,
- 4. d.) die Fluchthaube (1) enthält einen Sauerstoffvorrat in mindestens einer Druckgasflasche (10) oder Sauerstoffkerze,
- 5. e.) die Fluchthaube (1) verfügt über ein Wasser und Kohlendioxid auf nehmendes, flächiges, flexibles Absorberelement (5) mit einem in Gasströmungsrichtung vorgeschalteten Ejektor (13), welcher eingangs seitig einerseits mittels einer Gasleitung (11) mit dem als Druckgas flasche (10) oder Sauerstoffkerze ausgebildeten Sauerstoffvorrat und andererseits mit dem Haubeninnenraum verbunden ist, so daß der Sauerstoff aus dem Sauerstoffvorrat und die Atemluft aus dem Haubeninnenraum durch das Absorberelement (5) in den Hauben innenraum strömen,
- 6. f.) die Fluchthaube (1) weist ein Druckbegrenzungsventil (14) zwischen Haubeninnenraum und Umgebung auf.
2. Fluchthaube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das flächige, flexible Absorberelement (5) aus Kammern (8, 9) bildenden
gasdurchlässigen Vliesen (7) oder Geweben aufgebaut ist, wobei die in
Gasströmungsrichtung vorgeschalteten Kammern (8) mit
wasserabsorbierenden Chemikalien, insbesondere Silikagel und/oder
Zeolithe, gefüllt sind und die in Gasströmungsrichtung nachgeschalteten
Kammern (9) mit kohlendioxydabsorbierenden Chemikalien, insbesondere
mit Lithiumhydroxyd, Natriumhydroxyd und/oder Kaliumdioxyd gefüllt sind.
3. Fluchthaube nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
sie zwei Griffe (4) mit je einer integrierten Sauerstoffkerze zum Antrieb des
Ejektors (13) besitzt.
4. Fluchthaube nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Druckbegrenzungsventil (14) eine
Druckbegrenzung von etwa 1,5 mbar gegen die Umgebung aufweist.
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