DE19832726A1 - Aktivierbares Geschiebe für die dentale Prothetik, sowie Mittel und Verfahren zu dessen Herstellung - Google Patents
Aktivierbares Geschiebe für die dentale Prothetik, sowie Mittel und Verfahren zu dessen HerstellungInfo
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Abstract
Vorgeschlagen wird ein aktivierbares Geschiebe für die dentale Prothetik zur Herstellung einer lösbaren Verbindung zwischen einem restzahnseitigen, eine Matrize 3 aufweisenden Primärteil und einem prothesenseitigen, die Patrize 110 des Geschiebes aufweisenden Sekundärteiles. Dabei ist eine die Matrize bildende längsgeschlitzte, radial federnde, in das Primärteil 1 verdrehbar eingesetzte Hülse 3 vorgesehen, in der der eingeschobene Abschnitt der Patrize 110 axial einsetzbar und mittels einer im Primärteil 1 gewindegeführten, von außen gegen einen federnden Abschnitt der Hülse 3 wirkenden Klemmschraube festsetzbar ist.
Description
Die Erfindung betrifft ein aktivierbares Geschiebe für die dentale Prothetik
zur Herstellung einer lösbaren Verbindung zwischen einem restzahnseiti
gen, eine Matrize aufweisenden Primärteil und einem prothesenseitigen,
die Patrize des Geschiebes aufweisenden Sekundärteil, wobei Mittel vor
gesehen sind zur frikativen Festsetzung des in die Matrize axial einge
schobenen Patrizenabschnittes. Weiterhin betrifft die Erfindung Mittel und
Verfahren zur Herstellung eines solchen aktivierbaren Geschiebes.
Aus der DE 195 26 176 C1 ist ein extrakoronales Geschiebe mit einer Ak
tiviervorrichtung bekannt. Die Aktiviervorrichtung umfaßt eine Aktivier
schraube, deren einschraubseitiges Ende konisch verjüngt ausgebildet ist.
Dieser konischer Abschnitt wirkt mit einer einem Druckstück zugeordneten
Keilfläche zusammen, so daß beim Einschrauben der Aktivierschraube
das Druckstück in einer Führung gehalten, in radialer Richtung von der
Aktivierschraube wegbewegt wird. Die vordere als Druckfläche ausgebil
dete Seite des Druckstückes wirkt dann gegen die Oberfläche des die
Patrize im Bereich ihres Gleitstückes umgebenden Friktionsteiles. Mit die
sem Geschiebe ist eine starre, nicht nachgiebige Verbindung zwischen
der Patrize und der Matrize erstellbar. Aufgrund der hohen auf diese Ver
bindung einwirkenden Querkräfte kann es vorkommen, daß sich eine Ver
klemmung des in der Matrize aufgenommenen Patrizenteiles einstellt. Ein
Abziehen des die Matrize tragenden Zahnersatzes ist nicht ohne weiteres
möglich.
Bekannt ist außerdem aus der DE 197 04 170 eine Aktiviervorrichtung für
die dentale Prothetik, bei der das Geschiebe zwei voneinander beabstan
dete und miteinander zusammenwirkend im Eingriff stehende Aktivierele
mente umfaßt, deren Abstand zueinander zum Aktivieren der Vorrichtung
einrichtbar ist und wobei zwischen den Aktivierelementen als Friktions
mittel ein oder mehrere sich zumindest an einem der beiden Aktivierele
mente abstützende Spreizelemente angeordnet sind, die beim Aktivieren
der Vorrichtung zumindest abschnittsweise in radialer Richtung ausstell
bar sind. Diese Aktiviervorrichtung wird unter Einsatz von platzhaltenden
Mitteln im Modellierverfahren bekannter Art angebracht. Dabei befindet
sich die Aktiviervorrichtung in der Patrize, während die Matrize, die der
längsverschieblichen Aufnahme der Patrize dient, restzahnseitig im ge
nannten Modellierverfahren ausgebildet wird. Bei patrizenseitigen Akti
viervorrichtungen ist es erforderlich, daß die Prothese zur Nachstellung
bzw. Einstellung abgenommen wird, wobei jeweils nach dem Verstellen
der Aktiviervorrichtung wieder probeweise der ausreichend frikative Sitz
überprüft werden muß.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein aktivierbares Geschiebe vor
zuschlagen, welches matrizenseitig intrakoranal, also von der Rest
zahnseite her aktivierbar ist.
Gelöst wird die Erfindungsaufgabe mit einem aktivierbaren Geschiebe mit
den Merkmalen des Anspruchs 1.
Teil der Lösung der Erfindungsaufgabe sind auch Mittel gemäß Anspruch
5 zum Herstellen eines solchen Geschiebes sowie das gemäß Anspruch 6
vorgeschlagene Verfahren zum Herstellen der entsprechenden Matrizen
aufnahme für das Geschiebe und die Ausbildung des Geschiebes.
Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, zunächst mit bekannten
Modellierverfahren und entsprechenden Hilfsteilen am Primärteil eine ent
sprechende Matrizenaufnahme auszuformen. In dieser Matrizenaufnahme
wird erfindungsgemäß in einfacher Weise eine die Matrize bildende, in
radialer Richtung federnde, geschlitzte Hülse verdrehfest eingesetzt. Die
se Hülse nimmt nach dem Einsetzen den entsprechenden Abschnitt einer
bekannten Patrize auf. Die Festsetzung der Patrize in der die Matrize bil
denden Hülse erfolgt durch eine seitliche von außen bedienbare Klemm
schraube, die die eigentliche Aktivierung bzw. Festsetzung der Matrize
gegen den entsprechenden Patrizenabschnitt bewirkt. Die für die Klemm
schraube benötigte Gewindeführung im Primärteil wird ebenfalls im Mo
dellierverfahren erzeugt. Dabei wird im Primärteil ein Durchbruch über das
entsprechend geformte Hilfsteil hergestellt. In diesem Durchbruch kann
dann als bevorzugtes Ausführungsbeispiel eine entsprechende konische
Gewindehülse von der Innenseite der Matrizenaufnahme eingesetzt und
festgesetzt werden. Dabei ist es zweckmäßig, zwei sich gegenüberliegen
de Arme am Hilfsteil vorzusehen, die wahlweise für eine Rechts- oder
Linksausführung bei der Geschiebeherstellung abgetrennt werden kön
nen.
Für das in seinen Schritten im Prinzip bekannte Modellierverfahren wird
matrizenseitig eine Aufnahme geschaffen, in der in einfacher Weise eine
radial federnde, längsgeschnitzte Hülse verdrehfest eingesetzt werden
kann, wobei in diesem Modellierverfahren die Aufnahme für eine Gewin
dehülse mit der Klemmschraube erzeugt wird. Das aktivierbare Geschiebe
ist daher in sehr einfacher Weise lagegenau herzustellen.
Anhand eines abgebildeten Ausführungsbeispieles wird die Erfindung im
Folgenden näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 in einer perspektivischen Darstellung die Einrichtung eines
Hilfsteiles an einem abgeformten Kronenmodell,
Fig. 2 die entsprechende Darstellung nach der Umwachsung des
Kronenmodelles mit dem Hilfsteil,
Fig. 3 in einer explosionsartigen perspektivischen Darstellung die das
Primärteil bildende gegossen Krone mit der Matrizenaufnahme,
die in diese Aufnahme einzusetzende, die Matrize bildende
Hülse sowie die von der Innenseite der Matrizenaufnahme ein
zusetzende konische Gewindehülse mit der zur Aktivierung
notwendigen Klemmschraube,
Fig. 4 eine perspektivische explosionsartige Darstellung der primär
seitigen Krone nach der Fertigstellung und das darin einzuset
zende Sekundärteil in Form der zugehörigen Patrize,
Fig. 5-7 Ansichten des Hilfsteiles aus Keramik gemäß Fig. 1.
In Fig. 1 ist ein Kronenmodell 1' dargestellt, an dem mit nicht gezeigten
Hilfsvorrichtungen ein vorzugsweise aus Keramikmaterial bestehendes
Hilfsteil 2 anliegend eingerichtet ist. Dieses Hilfsteil 2 besteht aus einem
Stangenelement 21, im unteren Bereich beidseitig angeformten konischen
Armen 22 und dem der Anlageseite gegenüberliegendem Block 23. Die
ses Hilfsteil ist insbesondere aus den Fig. 5 bis 7 ersichtlich. An der
dem Block gegenüberliegenden Seite weist das Stangenelement 21 eine
kugelabschnittsförmige Ausbildung 24 auf. Das Hilfsteil dient als Platz
halter für die entsprechende Ausformung einer Matrizenaufnahme an der
das Primärteil bildenden Krone 1, wie es aus den Fig. 3 und 4 ersicht
lich ist.
In Fig. 2 ist eine Situation dargestellt, bei der die Anordnung gemäß Fig.
1 umwachst ist, dabei wird das sogenannte angewachste Kronenmo
dell 1'' gebildet. Aus diesem Wachsmodell ragt der Block 23 einseitig her
aus. Im unteren Bereich ragt durch entsprechende Durchbrüche jeweils
ein konischer Arm 22 des Hilfsteiles 2 heraus.
Dieses Wachsmodell wird in bekannter Weise mit Metall nach dem Ab
formen ausgegossen. Danach entsteht das Kronenmodell 1 gemäß Fig.
3. Dieses Kronenmodell 1 weist eine durch den Durchbruch 12 seitlich
offene Matrizenaufnahme 11 auf, sowie Durchbrüche 13 in seinem unte
ren Bereich. In dieses Kronenmodell bzw. in die Matrizenaufnahme 11
wird als Matrize eingeführt die aus Metall oder Kunststoff bestehende Hül
se 3 mit dem Längsschlitz 31. Durch geringfügiges Zusammendrücken
dieser radial federnden Hülse 3 ist es möglich, die Hülse in die Matrizen
aufnahme 11 in Pfeilrichtung 6 einzuführen. Dabei gelangt der angeformte
Kugelabschnitt 32 in den Bereich der entsprechenden Ausbildung im Inne
ren der Matrizenaufnahme 11. Durch diese Einführung bzw. Verrastung
wird die Hülse 3 verdrehungs- und verschiebegesichert in der Aufnahme
11 festgesetzt. Damit ist die Matrize an der Krone 1 fertiggestellt.
Vor dem Einsetzen der Hülse wird von der Innenseite der Matrizenauf
nahme 11 her die konische Gewindehülse 4 in den Durchbruch 13 so ein
gesetzt, daß ihre Innenkontur fluchtend der Kontur der Matrizenaufnahme
11 angepaßt ist. Von außen wird in diese festgesetzte Gewindehülse 4 in
das Innengewinde 41 die mit der Ziffer 5 in Pfeilrichtung 9 eingesetzte
Schraube eingeschraubt. Die Pfeile 7 und 8 zeigen die Montagerichtung
für das Einbringen der konischen Gewindehülse 4.
Gemäß Fig. 4 kann nun in Pfeilrichtung 10 die am Sekundärteil anzu
bringende Geschiebepatrize 110 in axialer Richtung eingeschoben wer
den. Danach ragt der von dem Führungszylinder 111 abstehende Patri
zensteg 112 nach außen und ist in der Regel mit der Prothese verbunden.
Über die eingesetzte Klemmschraube 5 kann Druck auf die federnden Ab
schnitte der die Matrize bildenden Hülse 3 ausgeübt werden, so daß diese
gegen den Führungszylinder 111 zur frikativen Festsetzung gedrückt wird.
Damit wird eine ausreichende Friktion zwischen der Hülse 3 und der Pa
trize 110 bzw. dem Führungszylinder 111 einstellbar.
1
' Kronenmodell
1
'' eingewachstes Kronenmodell
1
Metallkrone, Primärteil
11
Matrizenaufnahme
12
Schlitz
13
Durchbruch
2
Hilfsteil
21
Stangenelement
22
konischer Arm
23
platzhaltender Block
24
Kugelabschnitt
3
Matrizenhülse
31
Schlitz
32
Kugelabschnitt
4
konische Gewindehülse
41
Innengewinde
5
Klemmschraube
6
Pfeil
7
Pfeil
8
Pfeil
9
Pfeil
10
Pfeil
110
Geschiebepatrize, Sekundärteil
111
Führungszylinder
112
Patrizensteg
Claims (6)
1. Aktivierbares Geschiebe für die dentale Prothetik zur Herstellung
einer lösbaren Verbindung zwischen einem restzahnseitigen, eine
Matritze aufweisenden Primärteil und einem protheseseitigen, die
Patritze des Geschiebes aufweisenden Sekundärteil, wobei Mittel
vorgesehen sind zur frikativen Festsetzung des in die Matritze axial
eingeschobenen Patritzenabschnittes, gekennzeichnet durch eine
längsgeschlitzte, radial federnde, in das Primärteil (1) verdrehfest
eingesetzte, die Matritze bildende Hülse (3), in der der eingescho
bene Abschnitt der Patritze (110) axial einsetzbar und mittels einer
im Primärteil (1) gewindegeführten, von außen gegen einen fe
dernden Abschnitt der Hülse (3) wirkenden Klemmschraube (5)
festsetzbar ist.
2. Geschiebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
die Matrize bildende Hülse (3) an ihrem Außenmantel eine oder
mehrere Retentionen (32) aufweist zu ihrer Festsetzung in einer
entsprechenden Ausbildung der Matrizenaufnahme (11) am Pri
märteil, vorzugsweise einer Metallkrone (1).
3. Geschiebe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
kuglige oder ballige Retention (32) dem Längsschlitz (31) gegen
überliegend an der Hülse (3) vorgesehen ist.
4. Geschiebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Klemmschraube (5) in einer im Primärteil (1) von der Matrizenauf
nahme (11) her eingesetzten konischen Gewindehülse (4) aufge
nommen ist.
5. Mittel zum Herstellen eines Geschiebes nach einem oder mehreren
der vorangegangenen Ansprüche, gekennzeichnet durch ein aus
Keramik bestehendes, der auszubildenden Matrizenaufnahme ent
sprechendes zylindrisches Hilfsteil (2), an dem zur Ausbildung von
seitlichen Durchbrüchen (12) im Primärteil (1), in denen die koni
schen Gewindehülsen (4) einsetzbar sind, entsprechende konische
Arme (22) sich diametral gegenüberliegend angeformt sind.
6. Verfahren zum Herstellen der Matrizenaufnahme für das Geschie
be und Ausbildung des Geschiebes nach einem oder mehreren der
vorangegangen Ansprüche unter Verwendung der Mittel nach An
spruch 5, umfassende folgende Schritte:
- a) Anwachsen des für die Erzeugung der Matrizenaufnahme (12) bestimmten Hilfsteil (2) als Platzhalter an das angeformte Modell (1') eines Primärteiles, insbesondere eines Kronenmo dells und anschließendes Umwachsen,
- b) Gießen des Primärteiles (1), insbesondere einer Primärkro ne, aus Metall,
- c) Entfernen des Hilfsteiles (2) aus Keramik, vorzugsweise durch Ausstrahlen,
- d) Einsetzen der die Matrize bildenden Hülse (3) in die am Pri märteil (1) ausgeformte Matrizenaufnahme (11), wobei die Re tention (32) der Hülse (3) in eine entsprechende, ausgebildete Aufnahme in der Matrizenaufnahme (11) einrastet,
- e) Einsetzen der sekundärseitigen Geschiebepatrize (110) mit ihrem einen Führungszylinder (111) bildenden Patrizenab schnitt in die Hülse (3), wobei ein Geschiebsteg aus dem Schlitz (13, 31) der Matrizenhülse (3) nach außen ragt,
- f) Aktivieren der nach dem Einsetzen der konischen Gewinde hülse (4) in das Primärteil (1) eingesetzten Klemmschraube (5) zur frikativen Festsetzung der Hülse (3) gegen den eingescho benen Patrizenabschnitt (111).
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998132726 DE19832726A1 (de) | 1998-07-21 | 1998-07-21 | Aktivierbares Geschiebe für die dentale Prothetik, sowie Mittel und Verfahren zu dessen Herstellung |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE1998132726 DE19832726A1 (de) | 1998-07-21 | 1998-07-21 | Aktivierbares Geschiebe für die dentale Prothetik, sowie Mittel und Verfahren zu dessen Herstellung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19832726A1 true DE19832726A1 (de) | 2000-02-03 |
Family
ID=7874779
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1998132726 Withdrawn DE19832726A1 (de) | 1998-07-21 | 1998-07-21 | Aktivierbares Geschiebe für die dentale Prothetik, sowie Mittel und Verfahren zu dessen Herstellung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19832726A1 (de) |
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| DE10104839B4 (de) * | 2000-02-10 | 2006-02-09 | Roberto Morala | Mehrteilige Matrize für ein aktivierbares extrakoronales Geschiebe |
| DE102011109252B4 (de) * | 2011-08-02 | 2017-11-02 | Si-Tec Gmbh Dental-Spezialartikel | Vorrichtung zum Freihalten eines Aufnahmeraums bei der Herstellung von Zahnersatz |
| DE102012103469B4 (de) | 2012-04-20 | 2018-04-05 | Peter Hackstein | Teleskopkrone |
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-
1998
- 1998-07-21 DE DE1998132726 patent/DE19832726A1/de not_active Withdrawn
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