Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Direktbelichtung von Leiterplatten
substraten durch Abtastung mit einem Laserstrahl, bei dem ein zumindest abschnitt
weise mit fotoempfindlichen Schichten und mit Referenzmarken versehenes Leiterplat
tensubstrat zunächst grob zu einer Belichtungseinheit ausgerichtet wird, dann die Po
sitionen der Referenzmarken optisch erfaßt werden und danach die Abtastung der fo
toempfindlichen Schichten mit dem entsprechend der gewünschten Leiterplattenstruk
tur modulierten Laserstrahl vorgenommen wird. Die Erfindung bezieht sich weiterhin
auf eine Anordnung zur Durchführung des Verfahrens.
Bei der Herstellung von Leiterplatten ist die Übertragung des beispielsweise mit einem
CAD-Programm entworfenen Leiterbild-Layouts auf ein resistbeschichtetes Leiterplat
tensubstrat erforderlich. Das geschieht in herkömmlicher Weise nach dem sogenann
ten Kontaktbelichtungs-Verfahren, bei dem das Leiterbild zunächst auf einer Maske,
wie z. B. einer Filmschablone oder einem Glasmaster, abgebildet und von dort mit Hilfe
einer UV-Lichtquelle auf das Leiterplattensubstrat übertragen wird. Bei dieser Techno
logie liegt die erzielbare Strukturbreite im Bereich < 80 µm, lediglich unter Laborbedin
gungen auch darunter. Der Übergang zu kleineren Strukturbreiten mit diesem Verfah
ren wird durch Probleme erschwert, die ihren Ursprung u. a. im Streulicht, in der Wel
ligkeit des Substrates und in Dimensionsinstabilitäten der Filmmaske haben.
Bei jüngeren Leiterplatten-Fertigungstechnologien, bei denen das Leiterbild auf dünne
flexible Träger aufgebracht wird, entstehen weitere Probleme durch die Instabilität des
Basismaterials selbst, die nur durch Verwendung gesondert angepaßter Masken kom
pensiert werden können, wodurch der Aufwand für die Maskenherstellung unvertretbar
hoch ansteigt.
Um der Forderung der Industrie nach Herstellungstechnologien gerecht zu werden,
durch die auch Kleinserien von Leiterplatten wirtschaftlich gefertigt werden können,
wurden Verfahren und Einrichtungen entwickelt, mit denen die Leiterbilder bzw. das
Leiterplatten-Layout direkt auf das Substrat, wie beispielsweise mit Trockenfilmresist
beschichtete, kupferkaschierte Platten, abgebildet werden können. Das wird erreicht,
indem mit Hilfe eines in Abhängigkeit vom Leiterbild-Layout modulierten Laserstrahles
der Resist Ort für Ort und Zeile für Zeile abgetastet und dabei je nach Vorgabe durch
die Modulation an den Stellen belichtet oder nicht belichtet wird, die der jeweiligen
Ablenkposition des Laserstrahles entsprechen.
Gegenüber der herkömmlichen Fertigungstechnologie entfällt die teuere Vorlagenpro
duktion von Filmen bzw. Glasmastern, der Umfang der anfallenden Schadstoffe in Form
von Schwermetallösungen und Ammoniak bei der Film- und Glasmasterproduktion
geht zurück, die schnellere Durchlaufzeit bei Kleinserien ermöglicht eine wirtschaftli
chere Produktion von Leiterplatten und größere Leiterplattenserien können mit höherer
Wirtschaftlichkeit anlaufen, da entscheidende Prozeßparameter über das Direktbelich
tungssystem ermittelt und beeinflußt werden können, wie beispielsweise Datentests,
Speizfaktoren, Ätzzuschläge, Positiv- und Negativbelichtung usw.
Eine Qualitätssteigerung bei der Herstellung der Leiterplatten ergibt sich bereits aus
dem Wegfall der Fehlerquellen von Filmen oder Glasmastern, die als Wiederholungs
fehler auf das Leiterplattensubstrat übertragen werden. Ein feiner strukturiertes Leiter
bild ist ebenfalls erzielbar, da die mit der Verfilmung von Druckvorlagen verbundenden
negativen Auswirkungen, wie beispielsweise Ausdehnung oder Kontraktion aufgrund
von Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen, sowie durch Fremdkörper verursach
te Schäden bei der Laserdirektbelichtung nicht möglich sind.
Allerdings werden mit der Möglichkeit, kleinere Strukturbreiten erzielen zu können, die
Anforderungen an die Leiterbildgenauigkeit, an die Ablenkgenauigkeit des Laserstrah
les und vor allem an die Ausrichtgenauigkeit des Leiterplattensubstrates relativ zur
Belichtungseinrichtung höher.
Zum Zweck der Ausrichtung weisen gedruckte Leiterplatten typischerweise Justiermar
ken auf, die in der Nähe der Ränder oder Ecken der Leiterplatte an festgelegten Be
zugspunkten relativ zu der auf die Platte gedruckten Schaltkreisanordnung aufge
bracht sind. Die Justiermarken werden als Orientierung für das Bohren von Löchern
verwendet, die während des Herstellung- und Prüfprozesses immer wieder zur Ausrich
tung dienen, indem die Platte auf Montierstifte aufgesteckt wird.
Nachteilig bei der Ausrichtung der Leiterplatten anhand dieser Stiftlöcher ist die Tatsa
che, daß die Positionen der Stiftlöcher von Leiterplatte zu Leiterplatte mit Ferti
gungstoleranzen behaftet sind, deren Ursache in den zur Herstellung verwendeten
Bohrwerkzeugen, Bohrmaschinen usw. liegen. Dieses Problem wiegt um so schwerer,
als die Stukurbreiten auf der Leiterplatte immer kleiner werden und eine genauere
Deckung von Leitplatte zu Leiterplatte nur durch eine Erhöhung der Ausrichtgenauig
keit erzielbar ist.
Zum Ausgleichen solcher Ungenauigkeiten dient ein in der Offenlegungsschrift DE 43
42 645 A1 beschriebenes Ausrichtsystem für Leiterplatten, bei dem eine Anordnung
von Prüfsonden in Kontakt mit einer Anzahl von Prüfpunkten in einer auf die Platte
gedruckten Schaltkreisanordnung gehalten wird. Die Schaltkreisanordnung ist auf der
Platte positioniert in Bezug auf Justiermarken oder andere Bezugspunkte. Weiterhin ist
in der Platte ein Stiftloch vorgesehen, das ebenfalls bezüglich der Schaltkreisanord
nung positioniert ist und unter Verwendung der Justiermarken als Positionierhilfe für
das Bohrwerkzeug dient. Die Aufnahmevorrichtung enthält einen Montierstift, auf den
die Leiterplatte mit dem Stiftloch aufgesteckt wird, wodurch die gedruckte Schalt
kreisanordnung in einer fixierten Position relativ zu den Prüfsonden gehalten wird. Nun
werden die Justiermarken mit Hilfe einer Abtastvorrichtung abgetastet, welche ein
Ausgangssignal erzeugt, das für die Ausrichtung oder Fehlausrichtung der Prüfsonden
im Hinblick auf die Prüfpunkte in der Schaltkreisanordnung repräsentativ ist.
Die Position des Montierstiftes ist verstellbar, wobei mit der Verstellung des Montier
stiftes die Leiterplatte relativ zu Vorrichtung verschiebbar und dadurch eine Fehlaus
richtung der Prüfsonden relativ zur Schaltkreisanordnung korrigierbar ist. Das Aus
gangssignal der Abtasteinrichtung zeigt die Größe und Richtung der erforderlichen
Verschiebung des Montierstiftes und damit der Platte an. Nachteilig bei diesem Aus
richtsystem ist der relativ hohe Zeitaufwand, der erforderlich ist, um die Platte genau
auszurichten. Zur Verkürzung der Produktionsvorlaufzeiten bei der Leiterplattenher
stellung ist dieses Ausrichtsystem deshalb nicht geeignet.
Im "Handbuch der Leiterplattentechnik" von Herrman/Egerer, Band 2, Eugen G. Leuze
Verlag 1991, ist auf den Seiten 180 ff. das Prinzip der Laser-Direktbelichtung kurz er
läutert. Hier ist auch ein Beispiel für ein optisches Positioniersystem im Zusammen
hang mit der Direktbelichtung beschrieben, bei dem eine Halbleiterkamera, ein Bild
prozessor, ein Datenprozessor und eine Rotationsausgleichsbühne Hauptbestandteile
sind. Während des Betriebes dieses Ausrichtungssystems werden die Positionen der
Ausrichtungsöffnungen in der Platte mit der Halbleiterkamera gemessen, um danach
die Koordinatensysteme der Belichtungseinheit und der Leiterplatte in Übereinstim
mung bringen zu können. Nachdem beide Koordinatensysteme in Übereinstimmung
gebracht worden sind, kann mit der Abbildung des Leiterbildes an der jeweiligen Posi
tion begonnen werden. Beim Aufbau der hier vorgeschlagenen Anordnung ist ein rela
tiv hoher gerätetechnischer Aufwand zu betreiben, weil neben der Belichtungseinrich
tung mit der Ablenkeinheit für den Laserstrahl in den Koordinaten X und Y eine kom
plette Bildaufnahmeeinrichtung mit Halbleiterkamera, Bildprozessor, Datenprozessor
usw. erforderlich ist. Außerdem verbleiben stets Fehler zwischen dem Koordinatensy
stem der Belichtungseinheit und dem Koordinatensystem des Meßaufbaus, der ledig
lich zur Ermittlung der Lage der Leiterplatte vorgesehen ist.
In der DE 30 19 869 A1 ist eine "Vorrichtung zum Erzeugen eines Bildes einer Ätz-
bzw. Druckvorlage für eine gedruckte Schaltung" beschrieben, in der Maßnahmen zur
Erhöhung der Genauigkeit von Ätzvorlagen, die der Leiterplattenherstellung dienen,
vorgesehen sind. Hierbei wird der modulierte Laserstrahl auf ein Ausgabemedium, z. B.
auf einen Film oder eine Glasplatte, gerichtet und dabei so abgelenkt, daß er das Aus
gabemedium überstreicht, wobei ein Bild der Ätzvorlage erzeugt wird. Zugleich mit
dem Laserstrahl wird ein Bezugsstrahl abgelenkt und auf eine Bezugsmaske gerichtet,
wobei ein Bezugssignal erzeugt wird, das die jeweilige Lage des Laserstrahles be
stimmt und dazu dient, die Synchronisation der Modulation des Laserstrahles und der
Lage des Laserstrahles gegenüber dem Ausgabemedium herbeizuführen. Damit wer
den gerätetechnisch bedingte Fehler kompensiert. Nachteilig ist hierbei allerdings im
mer noch, daß Abweichungen der Lage, der Maßhaltigkeit und der Form des zu belich
tenden Mediums nicht berücksichtigt werden und somit eine optimale Genauigkeit
nicht erzielt werden kann.
Aus DE 31 30 422 C2 ist ein "Verfahren zum Aufzeichnen eines Bildmusters auf einem
mit einem für Elektronen empfindlichen Material beschichteten Substrat" bekannt. Die
ses Substrat verfügt über Referenzmarken, die beim Überstreichen mit dem Elektro
nenstrahl erfaßt werden. Hierbei ist vorgesehen, die Intensität des Elektronenstrahles
in Abhängigkeit davon zu ändern, ob dieser zum Zweck der Lageerfassung oder der
Aufzeichnung des Musters auf das Substrat gerichtet ist, wobei davon ausgegangen
wird, daß die Intensität des Elektronenstrahles bei Abtastung der Referenzmarken auf
einen höheren Wert eingestellt ist, als bei der Bildmustererzeugung.
Ausgehend davon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der vorge
nannten Art zur Belichtung von Leiterplattensubstraten derart weiterzubilden, daß eine
höhere Genauigkeit bei der Übertragung des Layouts auf das Leiterplattensubstrat er
zielt wird.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst, indem die Positionserfassung der Refe
renzmarken durch eine Kontrollabtastung mit dem Laserstrahl erfolgt, wobei dessen
Intensität so ausgelegt ist, daß keine Belichtung der fotoempfindlichen Schichten ge
geben ist und/oder die Kontrollabtastung nur in Kontrollarealen erfolgt, in denen sich
die Referenzmarken bei Grobausrichtung zumindest teilweise befinden, die dabei ge
wonnenen Positionswerte einem Vergleich mit gespeicherten Soll-Werten unterzogen
und daraus Informationen über Lage-, Maß- und/oder Formabweichungen des Leiter
plattensubstrates ermittelt werden, aus diesen Informationen Korrekturwerte für die
Modulations-Daten des Laserstrahles errechnet werden und dann die Belichtung der
fotoempfindlichen Schichten mit korrigierten Modulations-Daten und zur Belichtung
geeigneter Intensität des Laserstrahles vorgenommen wird.
Als Soll-Positionen sind in diesem Zusammenhang die Positionen zu verstehen, die die
Referenzmarken als Voraussetzung für eine exakte Belichtung einnehmen. Aus dem
Vergleich werden Korrekturdaten gewonnen. Anhand der Korrekturdaten wird eine Än
derung der Ablenk- bzw. Modulations-Daten des Laserstrahles veranlaßt, was dazu
führt, daß ein die Lage-, Maß- und/oder Formabweichungen des Leiterplattensubstra
tes kompensierendes Leiterbild entsteht.
In einer Ausgestaltungen der Erfindung kann alternativ vorgesehen sein, daß entweder
die Kontrollabtastung mit einem Laserstrahl erfolgt, der im Hinblick auf seine Intensität
und/oder seine spektralen Eigenschaften so moduliert ist, daß kein Belichtungsvorgang
in der fotoempfindlichen Schicht ausgelöst wird oder die Kontrollabtastung lediglich
auf Flächenabschnitte des Leiterplattensubstrates beschränkt ist, in denen sich die
Referenzmarken befinden.
Wird die Kontrollabtastung des Leiterplattensubstrates mit einem Laserstrahl vorge
nommen, dessen Intensität zu gering ist, um fotochemische Veränderungen der fo
toempfindlichen Schicht zu veranlassen, ist erfindungsgemäß vorgesehen, nach Ende
der Kontrollabtastung die Intensität der Laserstrahlung zu erhöhen oder auf eine La
serstrahlung anderer, den Fotoresist beeinflussende Wellenlänge umzuschalten.
Das kann beispielsweise dadurch erfolgen, daß in der Belichtungseinrichtung Ein- oder
Mehrlinienlaser vorgesehen sind, denen ein Strahlvereiniger sowie ein akusto-optisch
durchstimmbarer Filter (AOTF) und/oder ein akusto-optischer Modulator (AOM) nach
geschaltet sind. Auf diese Weise ist es leicht möglich, mit derselben Scan-Einrichtung
das Leiterplattensubstrat sowohl bezüglich seiner Ist-Position mit einem Kontrollstrahl
abzutasten als auch unmittelbar folgend die Belichtung des Fotoresistes vorzunehmen.
Bevor jedoch mit der Belichtung begonnen wird, erfolgt in den vorbeschriebenen erfin
dungsgemäßen Verfahrensschritten die Korrektur der Ausrichtung des Leiterplatten
substrates relativ zur Belichtungeinrichtung und/oder die Korrektur der Modulations-
Daten in Abhängigkeit von der jeweiligen Ablenkposition des Laserstrahles.
Mit der Korrektur der Modulations-Daten in Abhängigkeit von der jeweiligen Ablenkpo
sition des Laserstrahles erreicht man, daß nicht nur schlechthin Lageabweichungen des
Leiterplattensubstrates zur Soll-Position korrigiert, sondern auch Maßabweichungen,
die beispielsweise ihre Ursache in Fertigungstoleranzen oder geometrischen Verfor
mungen des Substrates haben, ausgeglichen werden können, wie noch zu zeigen sein
wird.
In verschiedenen Ausgestaltungen der Erfindung ist vorgesehen, daß die auf dem Lei
terplattensubstrat vorhandenen optisch wahrnehmbaren Referenzmarken in Form von
Übergängen zwischen geneigten und damit die Richtung des Laserstrahles unter
schiedlich beeinflussenden Flächenabschnitten, von Übergängen zwischen transparen
ten und nichttransparenten Flächenabschnitten oder von Übergängen zwischen Flä
chenabschnitten unterschiedlicher Reflexionseigenschaften sind. So lassen sich auch
auf Leiterplatten für die herkömmliche Fertigung vorhandene Kontrollbohrungen, die
ursprüglich zur Positionierung des jeweiligen Substrates mit Hilfe von Montagestiften
vorgesehen sind, vorteilhaft als "transparente" Flächen nutzen, während die übrige
Substratfläche für den Laserstrahl nicht transparent ist.
In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung zur Belichtung einer Serie
von Leiterplattensubstraten, von denen jedes mindestens vier durch das Leiterplatten
substrat hindurchgehende Kontrollbohrungen aufweist, deren Abstände zueinander
und deren Lage charakteristisch sind für die Ausrichtung der Leiterplattensubstrate in
Bezug auf das Belichtungssystem, ist vorgesehen, daß jeder Kontrollbohrung eines
Leiterplattensubstrates ein Kontrollareal auf dem Auflagetisch zugeordnet wird.
Nun wird eine manuelle Grobausrichtung des Leiterplattensubstrates zunächst so vor
genommen, daß von jeder Kontrollbohrung mindestens ein Abschnitt ihres Umfanges,
bevorzugt jedoch der gesamte Umfang, innerhalb des zugeordneten Kontrollareales
liegt.
Danach werden die Kontrollareale mit einem Laserstrahl Ort für Ort in X-Richtung und
Zeile für Zeile in Y-Richtung abgetastet, wobei der Laserstrahl jeweils dann ein Positi
onssignal an einer Detektoreinrichtung auslöst, wenn er in X-Richtung über den Um
fang der Kontrollbohrung hinweg abgelenkt wird. Das geschieht dadurch, daß der ab
gelenkte Laserstrahl dann auf die Detektionseinrichtung trifft und von dieser registriert
wird, wenn die Ablenkung über das nicht transparente Leiterplattensubstrat hinweg
zum Bohrungsumfang hin erfolgt und die Kante des Bohrungsumfanges passiert. So
ermittelt beispielhaft in genau dieser Ablenkposition y1; x1E des Laserstrahles die Detek
tionseinrichtung ein Signal "Licht ein" bzw. "Empfang". Trifft der Laserstrahl bei weite
rer Ablenkung auf der gegenüberliegenden Seite des Bohrungsumfanges wieder auf
das Leiterplattensubstrat, liegt für genau diese Ablenkposition y1; x1A am Ausgang der
Detektionseinrichtung ein Signal "Licht aus" bzw. "kein Empfang" an.
Für jedes Kontrollareal werden nun die Positionssignale erfaßt, dabei jedem Positions
signal die entsprechende Ablenkposition des Laserstrahles als Wertepaar von yn; xnE
bzw. yn; xnA zugeordnet und als Koordinatenmatrizen gespeichert. In der Folge wird
unter Anwendung bekannter mathematischer Beziehungen aus jeder Koordinatenma
trix die aktuelle Lage des Mittelpunktes der zugehörigen Kontrollbohrung errechnet
und als Ist-Position gespeichert.
Die Lage der Mittelpunkte aller vier Kontrollbohrungen ist damit ein Maß für die Ist-
Position des Leiterplattensubstrates. Die Ist-Positionen werden nunmehr einem Ver
gleich mit den Soll-Positionen unterzogen, aus dem Vergleich Korrekturdaten gewon
nen und anhand der Korrekturdaten eine Positionsänderung des Leiterplattensubstra
tes und/oder eine Änderung der den jeweiligen Ablenkpositionen für den Laserstrahles
beim späteren Belichtungsdurchlauf zugeordneten Modulations-Daten vorgenommen.
Die Änderung bzw. Korrektur der Ablenkpositionen für den Laserstrahl nach der Be
stimmung der Ist-Position des Leiterplattensubstrates und nach dem Vergleich mit des
sen Soll-Position hat den Vorteil, daß eine unter Umständen zeitaufwendige Positi
onsänderung des Leiterplattensubstrates entfallen kann. Die Umrechnung der Modula
tionsdaten ist wesentlich schneller möglich. Hierdurch wird das Koordinatensystem der
Ablenkeinrichtung rechnerisch dem Koordinatensystem des Leiterplattensubstrates
angeglichen, was durch rechnerische Drehung und/oder durch rechnerische Verschie
bung in X- bzw. Y-Richtung vorgenommen wird, so daß beim Belichtungsdurchlauf der
Laserstrahl an genau der vorgesehenen Ablenkposition mit der dieser Ablenkposition
zugeordneten Intensität moduliert ist, um an dieser Stelle des Leiterplattensubstrates
eine Belichtung des Fotoresistes zu bewirken.
Nach erfolgter Korrektur wird anstelle der Abtastung mit dem unmodulierten Laser
strahl die Belichtung mit dem modulierten Laserstrahl vorgenommen.
Die Erfindung bezieht sich weiterhin auf eine Anordnung zur Durchführung des Verfah
rens. Diese weist einen Aufnahmetisch für mit Kontrollbohrungen versehene Leiterplat
tensubstrate, eine Ablenkeinrichtung für einen Laserstrahl in den Koordinaten X, Y und
eine Ansteuereinheit für die Ablenkeinrichtung auf.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß eine Modulationseinrichtung zur Variation der
Intensität der Laserstrahlung vorgesehen und mit der Ansteuereinheit gekoppelt ist,
der Auflagetisch mindestens an den Flächenabschnitten transparent ausgebildet ist,
die bei Grobausrichtung eines Leiterplattensubstrates von einer Kontrollbohrung über
deckt werden, optoelektronische Empfänger vorhanden sind, die bei Durchgang eines
über das Leiterplattensubstrat abgelenkten Laserstrahles durch eine Kontrollbohrung
Positionssignale abgeben und die Ausgänge der Empfänger über eine Auswerteschal
tung, die zum Vergleich der Positionssignale mit gespeicherten Soll-Werten sowie zur
Berechnung von Modulations-Korrekturwerten dient, mit der Ansteuereinheit verbun
den sind.
Bevorzugt ist weiterhin vorgesehen, daß der Auflagetisch vier Durchbrüche aufweist
und jedem Durchbruch ein Empfänger zugeordnet ist, dem in Empfangsrichtung eine
fokussierende Linsenanordnung vorgeschaltet sein kann.
Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert
werden. In den zugehörigen Zeichnungen zeigen
Fig. 1 ein auf einem Auflagetisch grob ausgerichtetes Leiterplattensubstrat
Fig. 2 den Ausschnitt eines Querschnittes durch den Auflagetisch
Fig. 3 den prinzipiellen Aufbau einer Anordnung zur Durchführung des Ver
fahrens
In Fig. 1 ist ein Auflagetisch 1 für ein Leiterplattensubstrat 2 dargestellt. Das Leiterplat
tensubstrat 2 ist an seiner Oberfläche mit einem Foto resist (zeichnerisch nicht darge
stellt) beschichtet, der zur Belichtung auf der Grundlage der Layout-Daten für ein Lei
terbild vorgesehen ist, wobei während der Belichtung dem Fotoresist das Leiterbild
aufgeprägt wird und danach in an sich bekannter Weise die Leiterplatte hergestellt
wird.
Die Belichtung erfolgt durch einen Laserstrahl, der Ort für Ort in Richtung X und Zeile
für Zeile in Richtung Y relativ zum Leiterplattensubstrat 2 bewegt wird, was sowohl
durch Ablenkung des Laserstrahles in den Koordinaten X, Y als auch durch Ablenkung
des Laserstrahles nur in der Koordinate X bei gleichzeitiger Bewegung des Leiterplat
tensubstrates 2 in Richtung Y erfolgen kann. Während der Abtastung wird der Laser
strahl bezüglich seiner Intensität moduliert, wobei diese Modulation in Abhänigkeit
von den Layout-Daten erfolgt und dabei der Fotoresist entsprechend den Layout-Daten
beeinflußt wird.
In jeder Abtastposition x; y ist demzufolge der Laserstrahl mit einer vorgegebenen In
tensität moduliert, die eine Veränderung im Fotoresist bewirkt oder nicht bewirkt, je
nach vorgegebener Ablenkposition und in Übereinstimmung mit den Layout-Daten. Die
Belichtungseinrichtung, von welcher der Laserstrahl ausgeht, ist in Fig. 1 zeichnerisch
nicht dargestellt; ebenso nicht die Ablenkeinrichtung.
Eine wichtige Voraussetzung bei der Belichtung des Leiterplattensubstrates 2 bzw. des
Fotoresistes ist die genaue Ausrichtung zum Koordinatensystem der Belichtungsein
richtung. Nur damit ist gewährleistet, daß die aufeinander folgenden Belichtungen bei
der Seiten des Leiterplattensubstrates 2 einen geometrisch definierten Bezug zueinan
der erhalten (Überdeckung) und somit die Bohrbarkeit des Leiterplattensubstrates 2
gegeben ist.
Zum Zweck der genauen Ausrichtung verfügt das Leiterplattensubstrat 2 beispielhaft
über vier Kontrollbohrungen 3, 4, 5 und 6, die jeweils nahe der Ecken des viereckigen
Leiterplattensubstrates 2 eingebracht sind. Die Abstände der Kontrollbohrungen 3 bis
6 und ihre Lage sind Bezugsgrößen für das positionsgerechte Aufbringen des Leiterbil
des. Nach dem bisherigen Stand der Technik werden Leiterplattensubstrate vor der
Belichtung anhand der Kontrollbohrungen mit Hilfe von Montierstiften ausgerichtet,
was jedoch (wie bereits dargelegt) nachteilig ist. Auch bei den Verfahren nach dem
Stand der Technik, bei denen eine gleichzeitige Belichtung beider Leiterplattenseiten
vorgesehen ist, erfolgt die Ausrichtung der beiden Leiterbilder, von denen jeweils eines
einer Leiterplattenseite zugeordnet ist, durch Ausrichtung der entsprechenden Film
schablonen zueinander vor Beginn der Belichtung z. B. wiederum mit Hilfe von Mon
tierstiften.
Um nun eine genauere und auch weniger zeitaufwendige Positionierung als Vorausset
zung einer präzisen Belichtung des Leiterplattensubstrates 2 vornehmen zu können, ist
erfindungsgemäß vorgesehen, das Leiterplattensubstrat 2 zunächst manuell auf dem
Auflagetisch 1 so zu positionieren, daß jede der Kontrollbohrungen 3 bis 6 innerhalb
eines ihr zugeordneten Kontrollareales 7 bis 10 zu liegen kommt. Das heißt, beim ma
nuellen Auflegen des Leiterplattensubstrates 2 auf den Auflagetisch 1 wird darauf ge
achtet, daß beispielhaft die Kontrollbohrung 3 im Kontrollareal 7 liegt, die Kontrollboh
rung 4 im Kontrollareal 8 usw.
Nunmehr wird die Belichtungseinrichtung in Betrieb genommen, wobei jedoch mit dem
Belichtungsstrahlengang nicht das gesamte Leiterplattensubstrat, sondern lediglich die
Kontrollareale 7 bis 10 abtastet werden. Jedes Kontrollareal wird dabei Ort für Ort in
Richtung X und Zeile für Zeile in Richtung Y abgetastet. Während dieser Abtastung wird
der Laserstrahl je nach Lage der innerhalb eines Kontrollareales 7 bis 10 liegenden
Kontrollbohrungen 3 bis 6 über die Kanten dieser Bohrung geführt.
In Fig. 2 ist beispielhaft anhand des Kontrollareales 7, das die Ausdehnung A hat, zu
erkennen, daß sich im Auflagetisch 1 unterhalb des Kontrollareales 7 ein optoelektro
nischer Empfänger 11 befindet, auf den über eine Optik 12 der Kantenübergang 13,
der dem Umfang der Kontrollbohrung 3 entspricht, projiziert wird, sobald der Laser
strahl 14 diesen Kantenübergang 13 passiert. Die Optik 12 kann beispielhaft in einer
Gehäuseöffnung des Empfängers 11 angeordnet sein. Tritt der Laserstrahl 14 über den
Kantenübergang 13 in die Bohrung ein, registriert der Empfänger 11 ein Signal "Licht
ein". Dieses Signal wird der Abtastposition x, y zugeordnet, die der Laserstrahl beim
Kantenübergang 13 erreicht hat. Für diese Abtastposition wird ein Werte paar y1, x1E ge
speichert.
Tritt der Laserstrahl 14 auf der gegenüberliegenden Seite über den Kantenübergang 13
wieder aus der Kontrollbohrung 3 aus, registriert der Empfänger 11 ein Signal "Licht
aus". Entsprechend wird für diese Abtastposition ein Wertepaar y1, x1A gespeichert.
Für jede Abtastzeile, in welcher der Laserstrahl 14 die Kontrollbohrung 3 überstreicht,
werden die Positionen der Kantenübergänge aufgenommen, so daß für jede Kontroll
bohrung 3 bis 6 nach der Abtastung eine Koordinatenmatrix der Form gespeichert ist:
In einer Auswerteschaltung wird nach bekannten Rechenoperationen aus der jeweiligen
Koordinatenmatrix der Mittelpunkt der zugehörigen Kontrollbohrung errechnet. Aus
der Lage der Mittelpunkte wird die reale Lage des Leiterplattensubstrates 2 relativ zum
Auflagetisch 1 bzw. zum Belichtungssystem bestimmt und in der Folge werden aus
dem Vergleich der Ist-Position zur Soll-Position Korrekturwerte ermittelt. Anhand der
Korrekturwerte werden in der beschriebenen Weise entweder die Ausrichtung des Lei
terplattensubstrates 2 relativ zur Belichtungseinrichtung oder die Modulationsdaten
geändert.
In Fig. 3 ist beispielhaft eine Anordnung zur Ausführung der erfindungsgemäßen Ver
fahrensschritte dargestellt. Hier ist auf einem Auflagetisch (nicht dargestellt) ein Lei
terplattensubstrat 2 mit mehreren Kontrollbohrungen abgelegt, von denen der folgen
den Erläuterung aus Gründen der Übersichtlichkeit lediglich die Kontrollbohrung 3 zu
grundegelegt werden soll. Unterhalb der Kontrollbohrungen sind im Auflagetisch (wie
in Fig. 2 beschrieben) Durchbrüche 15 eingearbeitet, denen jeweils ein optoelektroni
scher Empfänger 11 zugeordnet ist.
Über dem Auflagetisch ist die Belichtungseinrichtung angeordnet, in welcher eine Ab
lenkeinrichtung 16 für den Laserstrahl 14 vorgesehen ist. Die Ablenkeinrichtung 16
verfügt über einen drehbaren Polygonspiegel, auf den der Laserstrahl 14 gerichtet ist
und durch den er während der Rotation des Polygonspiegels eine Ablenkung in Rich
tung der Koordinate X erfährt. Weiterhin ist ein Antrieb 17 zur Erzeugung einer Bewe
gung des Auflagetisches mit dem aufgelegten Leiterplattensubstrat 2 relativ zur Belich
tungseinrichtung in Richtung der Koordinate Y vorgesehen.
Weiterhin sind für jede Koordinate X, Y Positionsmelder 18 und 19 vorhanden, die mit
Linearmaßstäben 20 und 21 ausgestattet sind. Vom Positionsmelder 18 wird die jewei
lige Ablenkposition x des Laserstrahles 14, vom Positionsmelder 19 die jeweilige Ab
lenkposition y des Laserstrahles 14 (bzw. die Tischposition) bei der Abtastung der
Oberfläche des Leiterplattensubstrates 2 erfaßt und an eine Speicher- und Rechenschal
tung 22 weitergegeben.
Tritt der Laserstrahl 14 während seiner Ablenkung in Richtung der Koordinate X bei
spielsweise durch die Kontrollbohrung 3 hindurch, trifft er auf die Empfangsfläche des
darunter angeordneten optoelektronischen Empfängers 11 und löst ein Empfangs
signal aus, das ebenfalls an die Speicher- und Rechenschaltung 22 ausgegeben wird.
Das im Augenblick eines Kantenüberganges 13 am Umfang der Kontrollbohrung 3
ausgegebene Empfangssignal "Licht ein" oder "Licht aus" wird in der Speicher- und Re
chenschaltung 22 der jeweiligen Ablenkposition x, y des Laserstrahles 14 zugeordnet,
und es erfolgt wie oben beschrieben die Speicherung von Koordinatenmatritzen für alle
Kantenübergänge.
Außerdem wird in der Speicher- und Rechenschaltung 22 aus diesen Koordinatenmatri
zen die Lage der Mittelpunkte der Kontrollbohrungen errechnet und an Kontrollschal
tungen 23, 24 und 25 ausgegeben. In der Kontrollschaltung 23 wird ein Vergleich der
Ist-Positionen der Mittelpunkte mit deren Soll-Positionen in Y-Richtung vorgenommen
sowie gegebenenfalls eine Verdrehung des Leiterplattensubstrates 2 ermittelt; in der
Kontrollschaltung 24 erfolgt derselbe Vergleich für die Koordinate X.
Die Kontrollschaltung 25 dient dem Vergleich der ermittelten realen Abstände zwi
schen zwei oder mehreren Kontrollbohrungen in den Koordinaten X und Y mit den Soll-
Abständen zwischen diesen Kontrollbohrungen. Auf diese Weise werden geometrische
Verzerrungen und damit Formabweichungen von Leiterplattensubstrat zu Leiterplat
tensubstrat ermittelt.
Zugleich werden in den Kontrollschaltungen 23, 24 und 25 Korrekturwerte ermittelt
und ausgegeben. Dabei erfolgt die Ausgabe der Korrekturwerte für die Koordinate Y
sowie die Ausgabe eines Verdrehwinkels an die Stelleinrichtung 17, die Ausgabe der
Korrekturwerte für die Koordinate X jedoch an eine Modulationseinrichtung 26. Allein
damit ist bereits eine Lagekorrektur des Leiterplattensubstrates 2 zum Koordinatensy
stem der Belichtungseinrichtung möglich. Sollten außer den Lageabweichungen zu
sätzlich Formabweichungen des Leiterplattensubstrates 2 vorhanden sein, so können
über die Stelleinrichtung 17 zusätzliche Korrektursignale ausgegeben werden, die zu
einer Veränderung der Ablenkgeschwindigkeit in Richtung Y und damit zu einer Kor
rektur der geometrischen Verzerrung in dieser Richtung führen. Weiterhin steht der
Ausgang der Kontrollschaltung 25 mit einer Taktsynchronisierschaltung 27 in Verbin
dung, die einen zum Grundtakt der Ablenkung in Richtung X synchronisierten Belich
tungstakt ausgibt, der in seiner Frequenz so korrigiert ist, daß ein erneutes Abtasten
der Kontrollbohrungen die Ermittlung der exakten Soll-Positionen zum Ergebnis hätte.
Die genannte Anordnung erlaubt weiterhin durch Kontrollabtastung eines bekannten
und vermessenen Normals 28, das mit Durchgangsbohrungen oder Marken in X-
und/oder Y-Richtung versehen ist, eine selbständige Justierung des metrologischen
Grundzustandes der Belichtungseinrichtung wie oben beschrieben.
Bei Anwendung dieser Anordnung lassen sich die Vorteile der erfindungsgemäßen Ver
fahrensschritte im vollen Umfang erzielen.
Bezugszeichenliste
1
Auflagetisch
2
Leiterplattensubstrat
3
,
4
,
5
,
6
Kontrollbohrungen
7
,
8
,
9
,
10
Kontrollareale
11
Optoelektronischer Empfänger
12
Optik
13
Kantenübergang
14
Laserstrahl
15
Durchbruch
16
Ablenkeinrichtung
17
Antrieb
18
,
19
Positionsmelder
20
,
21
Linearmaßstäbe
22
Speicher- und Rechenschaltung
23
,
24
,
25
Kontrollschaltungen
26
Modulationseinrichtung
27
Taktsynchronisierschaltung
28
Normal