DE19820505A1 - Meßkabel zur Meßwertübertragung von einer Aufnehmerbrückenschaltung zu einer Meßwertverarbeitungsschaltung - Google Patents
Meßkabel zur Meßwertübertragung von einer Aufnehmerbrückenschaltung zu einer MeßwertverarbeitungsschaltungInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Meßkabel (4) zur Meßwertübertragung von einer Aufnehmerschaltung (1) in Sechsleitertechnik zu einer entfernten elektronischen Meßwertverarbeitungsschaltung (5). Dabei ist das Meßkabel (4) zweilagig aufgebaut und besteht aus einem zweiadrigen Kern (9), der eine Meßleitung (13) darstellt, wobei die Adern mit dünner PEEK-Isolierung (17) umgeben sind. Dieser Kern (9) ist mit einer weiteren PEEK-Isolierung (15) ummantelt, worüber eine zweiadrige, mit PEEK-Isolierung versehene Speiseleitung (18) und eine zweiadrige, mit PEEK-Isolierung (11) versehene Rückführleitung (7) angeordnet ist, wobei das Ganze mit einem Kunststoffaußenmantel (10) umgeben ist.
Description
Die Erfindung betrifft ein Meßkabel zur Meßwertübertragung von
einer Aufnehmerbrücken- zu einer Meßwertverarbeitungsschaltung
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
In der industriellen Meßtechnik werden Aufnehmer häufig nach
dem Prinzip der Wheatstone'schen Meßbrücke geschaltet und mit
tels einer elektronischen Meßwertverarbeitungsschaltung werden
die erfaßten Meßsignale ausgewertet. Dabei ist es nicht immer
möglich, daß die Meßwerterfassung und Meßwertverarbeitung in
räumlicher Nähe untergebracht sind, so daß dazwischen Meßkabel
zur Meßwertübertragung und Speisung der Aufnehmerschaltung
vorgesehen sein müssen. Damit auf dieser Übertragungsstrecke
keine Meßwertverfälschungen entstehen, werden hohe Anforderun
gen an derartige Meßkabel gestellt. So werden derartige Meß
leitungen in bekannter Weise verdrillt und abgeschirmt, um
induktive und kapazitive Beeinflussungen weitgehend auszu
schalten.
Bei Meßwertaufnehmern in Brückenschaltung ist es bekannt, das
Meßkabel in Sechsleitertechnik auszuführen, um neben den Meß
leitungen und den Speiseleitungen noch Referenzleitungen vor
zusehen, durch die bei längeren Übertragungsstrecken der Span
nungsabfall der Speisespannung berücksichtigt werden kann.
Diese Meßkabel bestehen in der Regel aus mindestens sechs
kunststoffummantelten, verdrillten Leitern, die mit einer Ab
schirmung und einem Außenmantel aus Kunststoff umgeben sind.
Diese Meßkabel sind aber nicht bei extremen Umgebungseinflüs
sen einsetzbar, wie sie beispielsweise in Kernreaktoren herr
schen. So sind zwar Kunststoffe wie Polyetheretherketon (PEEK)
bekannt, die weitgehend unempfindlich gegen radioaktive Strah
lung und hohe Dampfdrücke bei hohen Temperaturen sind, die
aber sehr starr und damit für Kabel mit hohen Isolationsanfor
derungen zu unflexibel sind.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Meßkabel
für extreme Umgebungseinflüsse wie hohe Dampfdrücke bei ex
tremen Temperaturen zu schaffen, ohne daß dadurch die Meßer
gebnisse verfälscht werden.
Diese Aufgabe wird durch die in Patentanspruch 1 angegebene
Erfindung gelöst. Weiterbildungen und vorteilhafte Aus
führungsbeispiele der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
Die Erfindung hat den Vorteil, daß die Aufnehmerschaltung auch
über längere örtliche Entfernung von der elektronischen Ver
arbeitungsschaltung getrennt untergebracht sein kann, ohne daß
dadurch das Meßergebnis nennenswert beeinträchtigt wird. Ins
besondere ist es im Kernkraftwerksbereich möglich, daß die
Aufnehmer unmittelbar in strahlungsgefährdeten Bereichen an
zubringen sind, um unmittelbar am Entstehungsort die physika
lischen Größen zu erfassen, wobei die strahlungsgefährdete
Elektronik an entfernter Stelle ohne nennenswerte radioaktive
Strahlung installiert wird.
Weiterhin sind durch das erfindungsgemäße Meßkabel hochgenaue
Meßwerterfassungen möglich, da durch die zweifache PEEK-Iso
lierung nicht nur eine hohe Strahlungsbeständigkeit, sondern
auch eine doppelte Dampf-Diffusionssperre erreicht wird, die
trotzdem die notwendige Elastizität des Kabels gewährleistet.
So sind die erfindungsgemäßen Meßkabel nicht nur bei strah
lungsgefährdeten Meßaufgaben einsetzbar, sondern gewährleisten
auch bei hoher Dampfdruckbelastung und hohen Temperaturen ma
ximale Isolationsbedingungen.
Darüber hinaus erfüllt das erfindungsgemäße Meßkabel in vor
teilhafter Weise höchste Ansprüche an die Isolationswirkung
und sonstige elektrische Eigenschaften, da die elektrisch emp
findliche zweiadrige Meßleitung im Kern angeordnet und mit
doppelter PEEK-Umhüllung versehen ist. Hierdurch sind relativ
dünnwandige Isolierschichten möglich, die eine Verdrillung der
Meßadern ermöglichen - in Verbindung mit dem Schirm um die
beiden Meßadern herum- um die kapazitiven und induktiven Wir
kungen zu kompensieren und dies unter Erzielung eines maxima
len Isolationswiderstandes bei hohen Dampfdruckbelastungen.
Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispieles, das in
der Zeichnung dargestellt ist, näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Meßwertübertragungsschaltung mit Aufneh
merschaltung, Meßkabel und Meßwertver
arbeitungsschaltung, und
Fig. 2 den Aufbau eines Meßkabels für eine Sechslei
teranschlußtechnik.
In Fig. 1 der Zeichnung ist schematisch eine Meßwertübertra
gungsschaltung mit einem Aufnehmer in Brückenschaltung 2, ei
nem Sechsleitermeßkabel 4 und einer Meßwertverarbeitungsschal
tung 5 dargestellt.
Der Aufnehmer ist in einer Wheatstone'schen Brückenschaltung 2
vorgesehen, die als veränderliche Widerstände 3 dargestellt
ist. Mit diesem Aufnehmer werden physikalische Größen, wie
beispielsweise der Druck in einem Kernkraftreaktor erfaßt. Es
können mit einer derartigen Aufnehmerschaltung 1 aber auch
andere physikalische Größen, wie beispielsweise eine Kraft
oder eine Temperatur erfaßt werden. Da bei vielen Brücken
schaltungen 2 bei maximaler physikalischer Größe nur wenige mV
übertragen werden, sind hohe Anforderungen an die Meßstrecke
zu stellen. Insbesondere dann, wenn zwischen den Aufnehmern 1
und der Meßwertübertragungsschaltung 5 eine größere örtliche
Entfernung überwunden werden soll. Dies ist häufig der Fall,
wenn elektronische Schaltungen zur Meßwertverarbeitung einge
setzt werden und die Aufnehmer 1 die physikalischen Größen
unter ungünstigen Umweltbedingungen erfassen müssen. So sind
elektronische Schaltungen 5 insbesondere nicht in Bereichen
mit hoher radioaktiver Strahlung, hoher Temperatur oder bei
großer Feuchtigkeitseinwirkung einsetzbar, während die Auf
nehmer 1 hierdurch nicht beeinflußt oder dagegen leicht abge
kapselt werden können. So ist es beispielsweise im Kernkraft
werksbereich notwendig, den Dampfdruck im Reaktor sicher und
genau zu erfassen, insbesondere um die Gefahr einer Kern
schmelze frühzeitig zu erkennen und abzuwenden. Deshalb wird
im Reaktorbereich ein Druckaufnehmer in Brückenschaltung 2
vorgesehen, die als veränderliche Widerstände RBr dargestellt
sind. Diese Brückenschaltung 2 besteht aus passiven Bauelemen
ten, die auch durch radioaktive Strahlung nicht beeinflußt
werden. Die Brückenschaltung 2 ist in einem nicht dargestell
ten abgeschlossenen Metallgehäuse untergebracht, so daß das
Meßsignal auch nicht durch Feuchtigkeit und hohe Dampfdrücke
verfälscht wird.
Maßgeblich für das Messen mit einer Wheatstone'schen Brücken
schaltung ist das Verhältnis von Brücken-Ausgangsspannung zu
Brückenspeisespannung. Damit die tatsächliche Druckaufnehmer
speisespannung Ue erfaßt werden kann, wird die Meßwertübertra
gung in Sechsleiter-Anschlußtechnik durchgeführt. Hierzu wird
die Brückenschaltung 2 mit einem sechsadrigen Meßkabel 4 ver
bunden, das druckdicht an dem Aufnehmer 1 befestigt ist.
Da zwischen der Meßwertverarbeitungsschaltung 5 und den Druck
aufnehmern 1 Leitungslängen von mehr als 20 Metern keine Sel
tenheit sind, ist die an der Brückenschaltung 2 anliegende
Spannung Ue kleiner als die an den Klemmen 2, 3 anliegende
Speisespannung Usp, weil eine Teilspannung (URL1, URL2) am Lei
tungswiderstand abfällt. Dieser Spannungsabfall ist zudem in
geringem Maße temperaturabhängig.
Damit die tatsächlich an der Brückenschaltung 2 anliegende
Speisespannung Ue zur Bildung der Referenzspannung verwendet
werden kann, wird der Speisespannungswert direkt an dem Druck
aufnehmer über eine zweiadrige Leitung 2B, 3B zu einem Ver
gleicher in der Meßwertverarbeitungsschaltung 5 zurückgeführt.
Referenz- und Meßsignal werden von entsprechenden hochohmigen
Eingangsstufen gemessen, so daß der Strom in den Meßleitungen
(1, 4; 2B, 3B) vernachlässigt werden kann. Eine hochkonstante
Referenzspannung Uref liefert die Bezugsgröße für den Verglei
cher. Ändert sich die Speisespannung durch äußere Einflüsse,
ändert sich das Meß- und Referenzsignal gleichermaßen. Dadurch
bleibt der Meßwert nach der Auswertung durch den Analog-
Digital-Wandler unverändert.
Da dieses Meßkabel 4 auch im Reaktorraum verläuft, darf es
weder durch die hohe radioaktive Strahlung noch durch hohe
Dampfdrücke bis 8 bar und Temperaturen bis 170°C elektrisch
nennenswert beeinflußbar sein.
So sind die meisten Kunststoffe bei hohen Temperaturen und
Dampfdrücken nicht genügend dicht, so daß der notwendige Iso
lationswiderstand nicht gewährleistet ist. Weiterhin sind die
meisten Kunststoffe durch die radioaktive Strahlenbelastung
nicht alterungsbeständig, so daß auch dadurch der Isolations
widerstand ungünstig beeinflußt wird. Es ist jedoch ein Kunst
stoff Polyetheretherketon (PEEK) bekannt, der in bestimmter
Wandstärke diesen Temperaturen, Dampfdrücken und radioaktiven
Belastungen standhält. Allerdings sind bei sehr geringen Si
gnalspannungen bei hohen Dampfdrücken und hohen Temperaturen
Isolationswanddicken erforderlich, die ein Verdrillen der Lei
tungen und eine flexible Handhabung der Meßkabel 4 nicht mehr
zulassen.
Deshalb wird bei dem vorgesehenen Meßkabel 4 nach Fig. 2 der
Zeichnung ein zweilagiger Aufbau vorgeschlagen. Dabei ist im
Kern 9 des Meßkabels 4 ein vieradriger Bereich mit zwei iso
lierten Meßleitungen (1, 4) 13 vorgesehen. Die Meßleitungen
(1, 4) 13 sind mit einer dünnen PEEK-Isolation 17 umgeben und
miteinander verdrillt. Weiterhin sind noch zwei Fülladern 12
aus Kunststoff oder andere Füllstoffe vorgesehen, um einen
runden Kernquerschnitt zu erzeugen. Um diese Meßleitungen (1,
4) 13 hinreichend gegen die durch den Dampfdruck und die hohe
Temperatur erzeugte Feuchtigkeitseinwirkung zu schützen und
trotzdem die Flexibilität des Kabels zu gewährleisten, sind
diese zweiadrige Meßleitungen (1, 4) 13 und die zwei Fülladern
12 oder andere Füllstoffe zusätzlich mit einer weiteren Isola
tion 15 aus PEEK-Kunststoff umgeben.
Zusätzlich zu dieser PEEK-Ummantelung 15 ist noch ein Draht
geflecht 16 als Abschirmung gegen elektromagnetische Einwir
kungen vorgesehen. Dabei bestehen die Meßleitungen (1, 4) 13
beispielsweise aus verzinnter Kupferlitze mit einer PEEK-Adern
isolation 17 von 0,3 mm Wanddicke. Auch die PEEK-Isolations
ummantelung 15 des Kabelkerns 9 besitzt beispielsweise eine
Wanddicke von 0,3 mm. Dabei hängt die Wanddicke in erster Li
nie von der zulässigen Mindestisolationswirkung und Temperatur
sowie der notwendigen Flexibilität des Kabels 4 ab, so daß
hierfür auch andere Wanddicken vorgesehen werden können.
In der äußeren Lage 6 des Meßkabels 4 sind zwei Speise- (2, 3)
18 und zwei Rückführleitungen (2B, 3B) 7 und acht Blindadern 8
angeordnet. Zwischen jeder Leitung sind in den Freiräumen aus
Symmetriegründen zwei Kunststoffblindadern 8 vorgesehen. Die
Freiräume zwischen den Leitungen können aber auch mit anderen
Füllstoffen oder Leitungen ausgefüllt werden. Die Speise- 18
und Rückführleitungen 7 sind wie die im Kern 9 befindlichen
Meßleitungen (1, 4) 13 ausgeführt und bestehen aus PEEK-iso
lierten 11 Kupferlitzen. Die äußere Lage 6 ist mit einem Ab
schirmgeflecht 14 und einem äußeren Kabelmantel 10 umgeben,
der beispielsweise aus strahlungsvernetztem Polyolefin be
steht. Unter dem Außenmantel 10 ist eine zusätzliche PEEK-Iso
lierung entbehrlich, da durch die Sechsleitertechnik der Span
nungsabfall bei Verminderung der Isolierfähigkeit durch die
Rückführleitung (2B, 3B) 7 in der Verarbeitungsschaltung 5
berücksichtigt wird. Im übrigen wäre eine zusätzliche PEEK-
Umhüllung mit einem relativ großen Durchmesser unter der Au
ßenmantelumhüllung 10 oder als Außenmantel so steif, daß der
ganze Aufbau keinerlei Biegsamkeit hätte und nicht wie ein
Kabel um Hindernisse herumlegbar wäre.
Das Meßkabel 4 ist weiterhin nach IEC-Norm flammwidrig, halo
genfrei und erzeugt im Brandfall keine korrosiven Gase. Des
halb ist es nicht nur in Kernkraftwerksbereichen einsetzbar,
sondern auch in anderen Bereichen mit hoher Dampfdruckbela
stung bei hohen Temperaturen, wie sie beispielsweise auch in
herkömmlichen Kraftwerken oder Heizkraftwerken vorkommen.
Claims (3)
1. Meßkabel zur Meßwertübertragung von einer Aufnehmer- zu
einer Meßwertverarbeitungsschaltung mit mindestens sechs
kunststoffisolierten Adern, die mit einem Kunststoffau
ßenmantel umgeben sind, dadurch gekennzeichnet, daß das
Kabel (4) mindestens zweilagig aufgebaut ist, wobei die
innere Lage (9) aus mindestens zwei Meßadern (13) be
steht, die zusätzlich mit einer dünnen Kunststoffummante
lung (15) umgeben ist, die wie die Adernummantelung (17)
aus dünnem Polyetheretherketon (PEEK)-Kunststoff besteht.
2. Meßkabel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Kern (9) aus zwei Meßadern (13) und Füllstoffen (12) be
steht und daß die darüberliegende Schicht (6) vier
kunststoffisolierte Adern (7, 18) und Füllstoffe (8)
enthält.
3. Meßkabel nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Meßleitungen (13) im Kern (9) mitein
ander verdrillt und mit einem Drahtgeflecht (16) umgeben
sind, das mit der dünnen Kunststoffummantelung (15) aus
PEEK umgeben ist, worauf sich die zweite Lage (6) aus
vier PEEK-isolierten Adern (7, 18) mit dazwischen ange
ordneten Füllstoffen (8) anschließt, die mit einem weite
ren Drahtgeflecht (14) und darüberliegendem Außenmantel
(10) umgeben sind.
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| DE (1) | DE19820505A1 (de) |
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- 1998-05-08 DE DE1998120505 patent/DE19820505A1/de not_active Withdrawn
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Legal Events
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