DE19810265A1 - Verfahren zur Herstellung einer metallischen Zylinderlaufbuchse - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer metallischen ZylinderlaufbuchseInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer metallischen Zylinderlaufbuchse (6) zum Einsatz in den Motorblock eines Verbrennungsmotors, wobei die Innenoberfläche der Zylinderlaufbuchse (6) eine Oberflächenstruktur aufweist. DOLLAR A Zur Herstellung der Zylinderlaufbuchsen in einem Arbeitsgang und der damit einhergehenden Verbilligung wird vorgeschlagen, daß die Zylinderlaufbuchse (6) mit der Oberflächenstruktur in einem Arbeitsgang mit der an sich bekannten Drückwalztechnik hergestellt wird.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer metallischen Zylinderlauf
buchse zum Einsatz in den Motorblock eines Verbrennungsmotors, wobei die In
nenoberfläche der Zylinderlaufbuchse eine Oberflächenstruktur aufweist.
Im Motorenbau werden zur Auskleidung von Zylindern Zylinderlaufbuchsen ("naß"
oder "trocken") verwendet, die in die meist aus Gußmaterialien bestehenden Motor
blöcke eingesetzt werden. Die Laufbuchsen bestehen aus verschleißfesten Materiali
en und weisen zur besseren Kolbenführung und Kolbenschmierung eine besonders
ausgebildete Topographie der Innenoberfläche auf. Diese Innenoberflächen werden
herkömmlich durch aufwendige mechanische Bearbeitung für den Einsatz vorbereitet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung einer metalli
schen Zylinderlaufbuchse zum Einsatz in den Motorblock eines Verbrennungsmotors
anzugeben, mit dem die Zylinderlaufbuchsen in einem Arbeitsgang und damit kosten
günstiger hergestellt werden können. Außerdem soll die Qualität dieser Zylinderlauf
buchsen zumindest vergleichbar mit der Qualität der nach dem Stand der Technik
hergestellten Zylinderlaufbuchsen sein.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Zylinderlaufbuchse mit
der Oberflächenstruktur in einem Arbeitsgang mit der an sich bekannten Drückwalz
technik hergestellt wird.
Die Drückwalztechnik ist beispielhaft beschrieben in der DE 24 20 014 A1 oder der
WO 96/200 50. Das Drückwalzen wird in diesen Veröffentlichungen auch als Ab
streckdrücken bezeichnet. In der WO 96/200 50 ist auch eingehend das Gegenlauf-
Drückwalzverfahren und das Gleichlauf-Drückwalzverfahren beschrieben.
Im folgenden wird die Drückwalztechnik an Hand der Fig. 1 kurz beschrieben. Hier
wird ein rohrförmiges Rohteil 1 einem rotierenden Fließpreßvorgang unterworfen. Es
tritt dabei eine plastische Verformung bzw. ein punktförmiges Teigigwerden des
Werkstoffs ein.
Das Rohteil 1 befindet sich auf einem drehbar angetriebenen Drückwalzdorn 2, wobei
von außen eine oder mehrere Drückrollen 3a, 3b, 4a, 4b während einer Längsbewe
gung gegen das Rohteil 1 anliegen. Zwischen dem Drückwalzdorn bzw. einem Um
formwerkzeug und den Drückrollen 3a, 3b, 4a, 4b findet eine Fließverformung des
Metalls statt, wobei die Wandstärke des Rohteils 1 verringert und seine Länge ver
größert wird.
Als Rohteil eignet sich ein Rohr (mit und ohne Schweißnaht). Dabei ist es auch denk
bar, daß ein Rohr als Rohteil aus mehreren unterschiedlichen Materialien hergestellt
wird, die zusammengefügt werden. Darunter sind auch Vorformen zu verstehen, die
innen mit einer Oberflächenschutzschicht (Verschleißschutz, Schutz gegen Hitzebe
einflussungen), z. B. mit AlO3, versehen sind. Diese Vorformen sind geeignet, die un
terschiedlichen Beanspruchungen der Laufbuchse zu unterstützen. Weitere Vorfor
men sind topfförmige Rohteile (z. B. Schmiede- oder Kaltumformteil) oder auch eine
Ronde. Dabei wird im Falle, daß ein Rohr als Rohteil eingesetzt wird, das Gegenlauf-
Drückwalzverfahren oder auch das Gleichlauf-Drückwalzverfahren eingesetzt. Bei den
anderen Rohteilen wird das Gleichlauf-Drückwalzverfahren angewandt.
Während des Drückwalzprozesses legt sich das Werkstück (Rohr, topfförmiges Teil
oder Ronde) unter dem Druck der äußeren Umformrollen bzw. Drückwalzrollen so an
den Werkzeugdorn an, daß es innen dessen Oberflächenqualität und dessen Abmaße
annimmt. So können Innenoberflächen mit einer Rauheit von Ra ≦ 0,3 µm und Innen
toleranzen bis zu einer ISO-Qualität von 9-10 je nach Abmessung erreicht werden.
Voraussetzung ist allerdings, daß der Werkzeugdorn bzw. der Drückwalzdorn zumin
dest gleiche oder bessere Oberflächen bzw. Toleranzen aufweist.
Durch die Rückfederung des Werkstoffs nach Abschluß der Umformoperation hebt
sich das Werkstück einige Mikrometer vom Drückwalzdorn ab (je nach Werkstoff und
Abmessung verschieden) und kann ohne weiteres vom Drückwalzdorn entnommen
werden.
Im oberen Teil der Fig. 1 ist das Gleichlauf-Drückwalzverfahren gezeigt. Mit dem Be
zugszeichen 3a ist die Drückrolle zu Beginn der Umformung gezeigt, während das
Bezugszeichen 3b die Drückrolle zum Ende der Umformung bzw. der Drückoperation
zeigt.
Im unteren Teil der Fig. 1 ist das Gegenlauf-Drückwalzverfahren gezeigt. Auch hier ist
mit dem Bezugszeichen 4a die Drückrolle zu Beginn und mit dem Bezugszeichen 4b
die Drückrolle zum Ende der Drückwalzoperation gezeigt. Mit dem Bezugszeichen 5
ist eine Verdrehsicherung für das Rohteil 1 gezeigt. Diese Verdrehsicherung 5 besteht
aus einer stirnseitig angeordneten Verzahnung, an die das Rohteil 1 gedrückt wird.
In einer ersten vorteilhaften Ausführungsform wird auf dem Drückwalzdorn der Drück
walzmaschine als Negativform ein geeigneter Schliff, z. B. ein Kreuzschliff, aufge
bracht.
Zylinderlaufbuchsen weisen herkömmlicherweise innen nicht nur eine geschliffene
Oberfläche auf, sondern auch z. B einen "Kreuzschliff", der die unterschiedlichen tri
bologischen Beanspruchungen des Bauteils unterstützt und den Verschleiß reduziert.
Erfindungsgemäß wird diese Topographie als Negativabbildung bereits auf dem
Drückwalzdorn aufgebracht. Dabei weist die Oberfläche dieses Werkzeugdorns eine
Güte auf, die mindestens der geforderten Innenoberflächenqualität des Werkstücks
entsprechen muß.
Nach einer Drückwalzoperation hebt sich das Werkstück durch die Rückfederung des
Werkstoffs einige Mikrometer ab, so daß die eingewalzte Oberflächenstruktur nach
dem Abstreifen des Werkstücks vom Werkzeugdorn ohne Beschädigung erhalten
bleibt.
Die im Vorhergehenden dargestellte Verfahrensweise beschreibt die Herstellung einer
üblichen Zylinderlaufbuchse. Die nachfolgend beschriebene Variante mittels der
Drückwalztechnik führt über die mit zerspanenden Methoden oder anderen Methoden
vergleichbar möglichen Innenoberflächen zu einer neuartigen inneren Mikrooberflä
che der Zylinderlaufbuchse. Diese weist besondere Schmiereigenschaften auf, indem
in die Innenoberfläche der Zylinderlaufbuchse regelmäßige Erhebungen und Vertie
fungen im µm-Bereich eingebracht werden.
Die so hergestellten Innenoberflächen haben besondere Eigenschaften, die die tribo
logischen Aufgaben der Zylinderlaufbuchse wirksam unterstützen und stark verbes
sern. Diese Innenstrukturen werden durch besondere Maßnahmen und Ausführungen
an den Drückrollen sowie besondere Einstellungen der Prozeßparameter beim
Drückwalzen realisiert.
Vorteilhafterweise werden zur Erreichung dieser Ziele drei Drückrollen x, y, z verwen
det und folgende Prozeßparameter eingestellt:
- - Umlaufgeschwindigkeit der Rollen: 80-150 mm/min.
- - Vorschub der Rollen: 50-400 mm/min.
- - Spalte x, y, z: 1/3 So
- - Achsenversatz Wx, Wy, Wz: 1-5 mm.
Vorteilhafterweise werden diese Prozeßparameter mit den folgenden Parametern für
die Drückrollen x, y, z kombiniert.
- - Einlaufwinkel α
αx = 15-40°
αy = 15-30°
αz = 15-30° - - Auslaufwinkel β
βx = 3-10°
βy = 3-10°
βz = 3-10° - - Rollenradius R
Rx = 0,5-3 mm
Ry = 0,5-3 mm
Rz = 0,5-3 mm.
Diese Parameter sind natürlich auch für sich alleine genommen zweckmäßig.
In Fig. 4 sind die einzelnen Parameter wie Spalten x, y, z, Achsenversatz Wx, Wy,
Wz, Einlaufwinkel α, Auslaufwinkel β und Rollenradius Rx, Ry, Rz definiert.
Die im Vorhergehenden beschriebene Methode ist geeignet, "Schmiertaschen" her
zustellen, ohne daß es einer besonderen Vorbehandlung des Werkzeugdorns bedarf.
Denkbar ist jedoch auch, daß auf dem Drückwalzdorn Erhebungen aufgebracht wer
den, die sich beim Drückwalzen des Teils als Vertiefungen in der Innenoberfläche
darstellen. Diese Vertiefungen (bzw. Erhebungen als Negativabbildung auf dem
Werkzeugdorn) können sehr unterschiedlich ausgebildet sein, um den unterschiedli
chen Anforderungen gerecht zu werden. Da solche Erhebungen auf dem Werk
zeugdorn vorteilhafterweise nur sehr gering sind (einige µm bis max. 0,015 mm hoch),
kann das Werkstück nach dem Drückwalzprozeß wegen der bereits beschriebenen
Rückfederung des Werkstoffs problemlos vom Werkzeugdorn abgestreift werden, oh
ne die vorher eingebrachte Innenstruktur zu zerstören.
Zum Beispiel weisen diese Erhebungen die Form eines Pyramidenstumpfes mit einer
rechteckigen Grundfläche auf. Es sind jedoch auch alle anderen möglichen Erhebun
gen zweckmäßig.
Falls die im vorhergehenden beschriebenen Erhebungen auf dem Drückwalzdorn
größer als die evtl. Rückfederung des Werkstücks sind, kann das Werkstück nach
dem Drückwalzvorgang nicht mehr ohne Beschädigung oder Zerstörung der inneren
Oberflächenstruktur des Werkstücks vom Werkzeugdorn abgestreift werden. In die
sem Falle wird erfindungsgemäß ein Spreizdorn (mit mechanischer, hydraulischer
pneumatischer oder sonstiger Spreizmethode) eingesetzt, der während der Drück
walzoperation gespreizt und nach der Umformung entlastet wird. Dadurch können
größere Durchmesserunterschiede überwunden werden und tiefere "Schmiertaschen",
die über das Maß der Rückfederung hinausgehen, hergestellt werden, ohne daß beim
Abstreifen des Teils nach der Umformoperation die gewollte Innenstruktur beschädigt
wird.
Hierzu ist der Drückwalzdorn in beispielhafter Ausführungsform becherförmig ausge
bildet und weist Längsschlitze auf, so daß ein in den Drückwalzdorn einschiebbarer
Feststelldorn den Drückwalzdorn aufspreizen kann.
Weitere Merkmale der Erfindung zeigen die Figuren, die nachfolgend beschrieben
sind. Es zeigt:
Fig. 1 das Grundprinzip der Drückwalztechnik im Gleichlauf- und Gegenlauf-
Drückwalzverfahren,
Fig. 2 einen Werkzeugdorn mit angedeutetem Kreuzschliff und einen Ausschnitt aus
einer Zylinderlaufbuchse mit einem Kreuzschliff auf der Innenoberfläche,
Fig. 3 eine Prinzipdarstellung einer speziellen Oberflächenstruktur einer Zylinder
laufbuchse,
Fig. 4 eine Erläuterung der einzelnen Parameter wie Spalten, Achsenversatz, Ein
laufwinkel, Auslaufwinkel und Rollenradius,
Fig. 5 eine Prinzipdarstellung eines Drückwalzdorns mit Erhebungen und die da
durch geschaffene Oberflächenstruktur der Zylinderlaufbuchse mit Schmierta
schen und
Fig. 6 einen speziellen Drückwalzdorn im ungespreizten und gespreizten Zustand.
Fig. 1 ist schon in der Beschreibungseinleitung beschrieben und zeigt beispielhaft im
oberen Teil das Gleichlauf-Drückwalzverfahren und im unteren Teil das Gegenlauf-
Drückwalzverfahren mit einem Werkzeugdorn 2, einem Rohteil 1, Drückrollen 3a, 3b,
4a, 4b und einer Verdrehsicherung 5.
Fig. 2 zeigt einen Ausschnitt aus einem Werkzeugdorn 2 mit angedeutetem Kreuz
schliff 7 auf seiner Oberfläche. Außerdem ist ein Ausschnitt aus einer mit dem ge
nannten Werkzeugdorn 2 hergestellten Zylinderlaufbuchse 6 gezeigt. Diese zeigt
ebenfalls einen Kreuzschliff 7. Der Kreuzschliff 7 auf dem Werkzeugdorn 2 ist dabei
die Negativform des Kreuzschliffs auf der Oberfläche der Zylinderlaufbuchse 6.
Fig. 3 zeigt wieder eine Zylinderlaufbuchse 6 und einen vergrößerten Ausschnitt der
Innenoberfläche. Die Innenoberfläche zeigt eine spezielle Oberflächenstruktur mit
tropfenförmigen Erhebungen 8. Diese spezielle Oberflächenstruktur ist mit einer
Kombination folgender Merkmale erzielt worden:
Umlaufgeschwindigkeit der Drückrollen 80-150 mm/min; Vorschub der Drückrollen 50-400 mm/min; Spalten x, y, z 1/3 So; Achsenversatz Wx, Wy, Wz 1-5 mm; Einlauf winkel αx = 15-40°, αy = 15-30°, αz = 15-30°; Auslaufwinkel βx = 3-10°, βy = 3-10°, βz = 3-10° und Rollenradius der Drückrollen Rx = 0,5-3 mm, Ry = 0,5-3 mm und Rz = 0,5-3 mm.
Umlaufgeschwindigkeit der Drückrollen 80-150 mm/min; Vorschub der Drückrollen 50-400 mm/min; Spalten x, y, z 1/3 So; Achsenversatz Wx, Wy, Wz 1-5 mm; Einlauf winkel αx = 15-40°, αy = 15-30°, αz = 15-30°; Auslaufwinkel βx = 3-10°, βy = 3-10°, βz = 3-10° und Rollenradius der Drückrollen Rx = 0,5-3 mm, Ry = 0,5-3 mm und Rz = 0,5-3 mm.
Die Höhe h dieser Erhebungen 8 liegt zwischen 4 bis 7 µm.
In Fig. 4 sind die drei Drückrollen x, y, z zur besseren Darstellung in der Zeichenebe
ne dargestellt. Tatsächlich sind die drei Drückrollen x, y, z jedoch umfangsmäßig je
weils um 120° versetzt. Zur besseren Darstellung ist der Achsenversatz Wx, Wy, Wz
zwischen den Drückrollen x, y, z größer dargestellt als er in Wirklichkeit ist.
Die erste Drückrolle z gerät zuerst in Kontakt mit dem Werkstück. Mit einer konischen
Preßfläche 18 liegt sie an dem Werkstück an. Durch axialen Vorschub wird die
Wandstärke des Werkstücks durch die erste Drückrolle z, ausgehend von einer origi
nalen Wandstärke So um die Dicke z reduziert. Dabei läuft die erste Drückrolle z auf
schraubenförmigen Bahnen über die Oberfläche des Werkstücks. Der Vorschub und
die Drehgeschwindigkeit, mit der die Drückrolle z das Werkstück umwendet, sind so
zueinander abgestimmt, daß die Drückrolle z die gesamte Oberfläche des Werkstücks
erfaßt. Der Einlaufwinkel αz ist der Winkel zwischen der Preßfläche 18 und der Au
ßenfläche des Werkstücks. Die Preßfläche 19 der zweiten Drückrolle y weist die glei
che Geometrie auf. Die Preßfläche 20 der dritten Drückrolle x verläuft unter einem
Einlaufwinkel αx.
An die Preßfläche 20 schließt sich ein Übergangsbereich 21 an, der in eine Auslauf
fläche 22 der Drückrolle x übergeht. Der Übergangsbereich 21 hat einen Radius Rx.
Auch die erste und zweite Drückrolle z, y weisen jeweils einen Übergangsbereich mit
den Radien Rz bzw. Ry auf. Die Auslaufflächen verlaufen unter einem Auslaufwinkel
βx, βy, βz bezüglich der Außenwand des Werkstücks.
Die Drückrollen x, y, z haben einen unterschiedlichen radialen Abstand zu dem Form
werkzeug bzw. zu dem Werkstück. Die erste Drückrolle z hat den größten Abstand, da
sie das Werkstück zuerst bearbeitet. An dem auslaufseitigen Ende der Preßfläche 18
der ersten Drückrolle z ist die ursprüngliche Wandstärke So des Werkstücks um den
Betrag z reduziert. In diesem radialen Abstand So-z greift nun das eingangsseitige
Ende der Preßfläche 19 der zweiten Drückrolle y an. Durch die Preßfläche 19 der
zweiten Drückrolle y wird die Wandstärke um den Betrag y reduziert. Die letzte Drück
rolle x reduziert die Wandstärke um den Betrag x, bis die gewünschte Zielwandstärke
S1 des Werkstücks erreicht ist. Die Wandstärke des Werkstücks wird also von der
Ursprungswanddicke So auf die Zielwandstärke S1 reduziert. Die Wandstärkenreduk
tion d setzt sich aus den Einzelreduktionen x, y, z zusammen.
Fig. 5 ist eine Prinzipdarstellung eines Drückwalzdorns 2 mit Erhebungen 8 und der
dadurch geschaffenen Oberflächenstruktur der Zylinderlaufbuchse 6 mit Schmierta
schen 11. Die Erhebungen 8 weisen die Form eines Pyramidenstumpfes mit einer
rechteckigen Grundfläche auf. Es sei betont, daß die Form der Erhebungen nur bei
spielhaft ist. Es sind viele andere Formen denkbar. Zweckmäßigerweise weisen die
Erhebungen 8 eine Höhe von maximal 0,015 mm auf. Dadurch läßt sich die Zylinder
laufbuchse 6 nach der Bearbeitung leicht vom Drückwalzdorn 2 schieben. Die Form
der Schmiertaschen 11 ist natürlich umgekehrt wie die der Erhebungen 8, so daß die
Schmiertaschen 11 eine Tiefe von maximal 0,015 mm haben.
In Fig. 6 ist ein spezieller Drückwalzdorn 2 gezeigt, der spreizbar ist. Dieser Drück
walzdorn 2, auch Spreizdorn genannt, kann z. B. mechanisch, hydraulisch oder
pneumatisch gespreizt werden und wird während des Drückwalzvorgangs gespreizt
und nach der Umformung entlastet. Hierdurch kann die fertige Zylinderlaufbuchse
auch vom Drückdorn 2 geschoben werden, wenn die Höhe der Erhebungen größer als
z. B. 0,015 mm ist.
Im oberen Teil der Fig. 6 ist der Drückwalzdorn 2 im nicht gespreizten Zustand ge
zeigt. Der Drückwalzdorn 2 ist becherförmig ausgebildet und weist Längsschlitze 9
auf. Der untere Teil der Fig. 6 zeigt diesen Drückwalzdorn 2 gespreizt. Hierzu wird ein
Feststelldorn 10 eingeschoben, der geringfügig dicker als der becherförmige Hohl
raum im Drückwalzdorn 2 ist. Hierdurch werden die einzelnen durch die Längsschlitze
9 getrennten Teile gespreizt. Die Außenfläche dieses Drückwalzdorns 2 ist, wie vor
her beschrieben, mit der erfindungsgemäßen Oberflächenstruktur versehen.
Mit α ist der Spreizwinkel bezeichnet.
Claims (8)
1. Verfahren zur Herstellung einer metallischen Zylinderlaufbuchse (6) zum Einsatz
in den Motorblock eines Verbrennungsmotors, wobei die Innenoberfläche der
Zylinderlaufbuchse (6) eine Oberflächenstruktur aufweist, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Zylinderlaufbuchse (6) mit der Oberflächenstruktur in einem
Arbeitsgang mit der an sich bekannten Drückwalztechnik hergestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Drück
walzdorn (2) der Drückwalzmaschine als Negativform ein geeigneter Schliff, z. B.
ein Kreuzschliff (7) aufgebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß drei Drückrollen (x,
y, z) verwendet und folgende Prozeßparameter beim Drückwalzen eingestellt
werden:
- - Umlaufgeschwindigkeit der Rollen: 80-150 mm/min.
- - Vorschub der Rollen: 50-400 mm/min.
- - Spalte x, y, z: 1/3 So
- - Achsenversatz Wx, Wy, Wz: 1-5 mm.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß folgende Parameter
der Drückrollen (x, y, z) eingestellt werden:
- - Einlaufwinkel α
αx = 15-40°
αy = 15-30°
αz = 15-30° - - Auslaufwinkel β
βx = 3-10°
βy = 3-10°
βz = 3-10° - - Rollenradius R
Rx = 0,5-3 mm
Ry = 0,5-3 mm
Rz = 0,5-3 mm.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Drück
walzdorn (2) der Drückwalzmaschine Erhebungen (8) aufgebracht werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Erhebungen (8)
auf dem Drückwalzdorn (2) bzw. Vertiefungen in der Zylinderlaufbuchse (6) eine
Höhe von maximal 0,015 mm aufweisen.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Drück
walzdorn (2) als Spreizdorn ausgebildet wird, der z. B. mechanisch, hydraulisch
oder pneumatisch spreizbar ist und während des Drückwalzvorgangs gespreizt
und nach der Umformung entlastet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Drückwalzdorn
(2) becherförmig ausgebildet ist und Längsschlitze (9) aufweist, so daß ein in
den Drückwalzdorn (2) einschiebbarer Feststelldorn (10) den Drückwalzdorn (2)
aufspreizen kann.
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|---|---|---|---|
| DE1998110265 DE19810265A1 (de) | 1998-03-10 | 1998-03-10 | Verfahren zur Herstellung einer metallischen Zylinderlaufbuchse |
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| DE1998110265 DE19810265A1 (de) | 1998-03-10 | 1998-03-10 | Verfahren zur Herstellung einer metallischen Zylinderlaufbuchse |
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