DE19808737A1 - Textiles Flächengebilde zur Herstellung aufblasbarer Körper - Google Patents
Textiles Flächengebilde zur Herstellung aufblasbarer KörperInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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Description
Die Erfindung betrifft ein textiles Flächengebilde nach dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1, Verfahren zu seiner
Herstellung und seine Verwendung.
Bekannte aufblasbare Körper bestehen aus luft- bzw. gasdichten
flexiblen Membranen, insbesondere in Form von textilen
Flächengebilden - insbesondere Geweben - die ein- oder
beidseitig mit einer polymeren Beschichtung versehen sind.
Derartige beschichtete textile Flächengebilde sind aus
verschiedenen Materialien und in den verschiedenen
Ausführungsformen bekannt. Dabei hat sich gezeigt, daß
Beschichtungen aus Naturkautschuk sich insbesondere durch eine
hervorragende Luftdichtigkeit und Flexibilität auszeichnen,
während man bezüglich ihrer Abrieb- und UV-Beständigkeit bei
extremen Beanspruchungen mit gewissen Einschränkungen rechnen
muß. Dagegen läßt sich mit Beschichtungen aus
thermoplastischen Kunststoffen - insbesondere mit Polyurethan-
Beschichtungen - eine gute Abriebfestigkeit und bei Einsatz
geeigneter Additive eine bessere UV-Beständigkeit erzielen,
wofür eine höhere Luft- bzw. Gas-Permiabilität und eine
geringere Flexibilität bei niedrigen Temperaturen sowie als
wesentlicher Nachteil erheblich höhere Materialkosten in Kauf
genommen werden müssen. Dies hat erfahrungsgemäß zur Folge,
daß die Beschichtungsstärke in der Praxis auf das niedrigst
mögliche Maß beschränkt und auf eine beidseitige Beschichtung
regelmäßig ganz verzichtet wird. Es ist offensichtlich, daß
hierdurch die Gefahr folgenschwerer Defekte besteht, denn bei
einseitiger Beschichtung führt jede Verletzung der
Beschichtung - gleichgültig, ob durch flächigen Abrieb oder
durch Einschnitte - zwangsläufig zu Undichtigkeiten in der
Wandung des aufblasbaren Körpers und damit zu Druckverlusten,
die den aufblasbaren Körper - z. B. eine Rettungsinsel außer
Funktion setzen.
Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, für aufblasbare
Körper ein kostengünstig herstellbares, gasdicht beschichtetes
textiles Flächengebilde zu schaffen, das weitgehend
verletzungsunanfällig ist und bei dem nicht bereits kleinere
Defekte zu bedrohlichen Situationen führen.
Diese Aufgabe wird durch ein textiles Flächengebilde gemäß
Patentanspruch 1 gelöst. Die Unteransprüche geben zweckmäßige
Ausgestaltungen und Weiterbildungen, besonders vorteilhafte
Herstellungsverfahren sowie eine bevorzugte Verwendung an.
Wählt man als Beschichtung der als Außenfläche für aufblasbare
Körper vorgesehenen beschichteten textilen Flächengebilde
einen thermoplastischen Kunststoff, insbesondere Polyurethan,
so hat man damit ein Material zur Verfügung, das eine sehr
gute Abriebfestigkeit aufweist. Eine Abnutzung durch
Abscheuern der Beschichtung ist damit auf ein Minimum
beschränkt. Darüber hinaus weist eine derartige Beschichtung
eine hohe UV-Beständigkeit auf, wodurch eine große
Langlebigkeit gewährleistet ist.
Da die Befüllung der aufblasbaren Körper oftmals mit
Kohlensäure (Kohlendioxid) vorgenommen wird, wäre eine
ausschließliche Beschichtung des Festigkeitsträgers mit
Polyurethan nicht optimal, auch wenn sie beidseitig
durchgeführt würde, da sie erfahrungsgemäß nicht genügend
kohlensäureundurchlässig ist. Erfindungsgemäß wird daher
vorgeschlagen, die Innenbeschichtung des Festigkeitsträgers
aus Kautschuk, vorzugsweise aus Naturkautschuk auszuführen. Es
hat sich gezeigt, daß durch Verwendung von Naturkautschuk als
Beschichtungswerkstoff eine hervorragende Dichtigkeit für die
verschiedensten Gase gegeben ist. Selbst bei Temperaturen bis
-70°C bleibt die Naturkautschuk-Beschichtung elastisch. Risse
und damit ein Ausfall des Hohlkörper-Systems wegen
Undichtigkeiten sind deshalb nicht zu befürchten.
Die beiden verschiedenen Beschichtungsmaterialien -
thermoplastischer Kunstoff auf der Außenseite und Kautschuk
auf der Innenseite - lassen sich erfindungsgemäß auf
verschiedenen textilen Flächengebilden anbringen, ohne daß es
zu Unverträglichkeiten der verschiedenen Werkstoffe käme und
ohne daß Probleme bezüglich der Haftung und damit Ablösungen
der unterschiedlichen auf den textilen Trägern angebrachten
Beschichtungen auftreten. Die textilen Flächengebilde können
je nach gewünschter Zug- bzw. Reißfestigkeit und je nach
gewünschter Dehnbarkeit insbesondere aus Polyamid- und/oder
Polyesterfasern enthaltenden Garnen gewebt sein. Auch Aramid- und/oder
Glasfasern sind als Material für die textilen
Flächengebilde hervorragend geeignet, da sie eine besonders
hohe Weiterreißfestigkeit gewährleisten. Für viele
Anwendungsfälle stellen PA 6.6-Gewebe unter Qualitäts- und
Kostengesichtspunkten einen bevorzugten Kompromiß dar.
Im Vergleich zu Flächengebilden, bei denen man versucht, die
erforderliche Gasdichtigkeit und Verschleißunempfindlichkeit
mit besonders dicken Beschichtungen zu erzielen, ergibt sich
erfindungsgemäß eine Gewichtsreduktion, da die Schichtdicken
sowohl der thermoplastischen Außenbeschichtung als auch der
elastomeren Innenbeschichtung verhältnismäßig gering sein
kann. Dies bedeutet nicht nur eine Material- und damit eine
Kosteneinsparung bei der Herstellung, sondern auch eine
leichtere Handhabbarkeit der fertigen Produkte.
Wie bereits eingangs erwähnt, ist bei den erfindungsgemäß
beschichteten Flächengebilden vornehmlich an die Verwendung
für Schlauchboote und Rettungsinseln gedacht, weil bei diesen
Erzeugnissen die Gasdichtigkeit und Abriebfestigkeit über eine
langjährige Gebrauchsdauer von lebensrettender Bedeutung sein
kann. Aber auch die vorteilhafte Verwendung erfindungsgemäßer
Flächengebilde zur Herstellung von Transportkissen und
aufblasbaren Wagenhebern, sogenannten Hebekissen, soll nicht
unerwähnt bleiben, denn auch hier werden hohe Anforderungen an
die Strapazierfähigkeit und Zuverlässigkeit gestellt.
Die Herstellung erfindungsgemäßer Flächengebilde erfolgt
vorzugsweise folgendermaßen:
In einer ersten Verfahrensstufe wird eine Seite des textilen Trägergewebes mit Kautschuk - vorzugsweise Naturkautschuk - beschichtet. Dabei ist darauf zu achten, daß der Kautschuk das Gewebe nicht vollständig durchdringt, sondern auf die Beschichtungsseite beschränkt bleibt. Anschließend wird diese Kautschukbeschichtung vulkanisiert.
In einer ersten Verfahrensstufe wird eine Seite des textilen Trägergewebes mit Kautschuk - vorzugsweise Naturkautschuk - beschichtet. Dabei ist darauf zu achten, daß der Kautschuk das Gewebe nicht vollständig durchdringt, sondern auf die Beschichtungsseite beschränkt bleibt. Anschließend wird diese Kautschukbeschichtung vulkanisiert.
In einer zweiten Verfahrensstufe wird die andere Seite des
Trägergewebes mit thermoplastischem Kunststoff - vorzugsweise
Polyurethan - beschichtet, wobei diese Beschichtung das Gewebe
vorzugsweise soweit durchdringt, daß sie zu der
Kautschukbeschichtung in Kontakt tritt und sich bei der
anschließenden in üblicher Weise durchgeführten
werkstoffspezifischen Verfestigung stoffschlüssig mit der
Kautschukbeschichtung verbindet.
Der Aufbau eines erfindungsgemäßen beschichteten textilen
Flächengebildes ist der ausschnittsweisen perspektivischen
Prinzipdarstellung der beigefügten Zeichnung zu entnehmen:
Ein textiles Flächengebilde in Form eines Gewebes 3 ist auf
der einen Seite 3.1, die beispielsweise die Außenfläche eines
Schlauchbootes bilden soll, mit einem abriebbeständigen
thermoplastischen Kunststoff 1 - wie z. B. Polyurethan -
beschichtet, während die andere Seite 3.2, die im
bestimmungsgemäßen Einsatz als Innenseite des betreffenden
aufblasbaren Körpers zu verwenden ist, aus einem Elastomer 2 - und
zwar vorzugsweise Naturkautschuk - gebildet ist.
Um auszuschließen, daß es bei den zur Vulkanisation des
Kautschuks erforderlichen Temperaturen zu Beeinträchtigungen
des thermoplastischen Kunststoffs kommt, erfolgt die
Herstellung des beschichteten Flächengebildes erfindungsgemäß
in der Weise, daß die Beschichtung mit dem thermoplastischen
Kunststoff 1 erst dann durchgeführt wird, wenn die
Beschichtung mit dem Kautschuk 2 und dessen Vulkanisation
beendet sind.
Claims (8)
1. Beidseitig mit polymeren flexiblen Werkstoffen
beschichtetes textiles Flächengebilde zur Herstellung
aufblasbarer Körper, insbesondere aufblasbarer
schwimmfähiger Seenot-Rettungseinrichtungen, wie
Schlauchboote, Rettungsinseln oder Schwimmwesten,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Beschichtung (1) einer Seite (3.1) des textilen
Flächengebildes (3) aus einem abriebbeständigen
thermoplastischen Kunststoff und die Beschichtung (2) der
anderen Seite (3.2) des textilen Flächengebildes (3) aus
einem vernetzten Elastomer gebildet ist.
2. Beschichtetes textiles Flächengebilde nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung (1) der einen
Seite (3.1) aus einem Polyurethan gebildet ist.
3. Beschichtetes textiles Flächengebilde nach Anspruch 1 oder
2, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung (2) der
anderen Seite (3.2) aus Naturkautschuk gebildet ist.
4. Beschichtetes textiles Flächengebilde nach einem der
Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das textile
Flächengebilde (3) ein Gewebe hoher Weiterreißfestigkeit
ist, das aus Polyamid- und/oder Polyester und/oder Aramid- und/oder
Glasfasern oder -fäden gebildet ist.
5. Beschichtetes textiles Flächengebilde nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß das textile Flächengebilde (3)
aus Polyamid-6.6-Fasern gebildet ist.
6. Verfahren zum Herstellen eines flexiblen beschichteten
textilen Flächengebildes nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß in einer ersten Verfahrensstufe
die eine Seite (3.2) des textilen Flächengebildes (3) mit
einem Kautschuk beschichtet und dieser anschließend
vulkanisiert wird, ohne daß er das textile Flächengebilde
vollständig durchdringt, und daß danach in einer zweiten
Verfahrensstufe die andere Seite (3.1) des textilen
Flächengebildes (3) mit einem Polyurethan beschichtet und
dies verfestigt wird.
7. Verfahren zum Herstellen eines flexiblen beschichteten
textilen Flächengebildes nach Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Polyurethanbeschichtung (3.1) das
textile Flächengebilde (3) soweit durchdringt, daß sie zu
der Kautschukbeschichtung (3.2) in Kontakt tritt und in der
Kontaktfläche stoffschlüssig mit dieser verbunden wird.
8. Verwendung eines beschichteten textilen Flächengebildes
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7 als Wandung von
aufblasbaren Hohlkammern, insbesondere von schwimmfähigen
Rettungseinrichtungen, dadurch gekennzeichnet, daß die
Beschichtung (1) aus abriebbeständigem thermoplastischem
Kunststoff die Außenseite und die Beschichtung (2) aus
vernetztem Elastomer die Innenseite der Wandungen der
aufblasbaren Hohlkammern bildet.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1998108737 DE19808737A1 (de) | 1998-03-02 | 1998-03-02 | Textiles Flächengebilde zur Herstellung aufblasbarer Körper |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998108737 DE19808737A1 (de) | 1998-03-02 | 1998-03-02 | Textiles Flächengebilde zur Herstellung aufblasbarer Körper |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19808737A1 true DE19808737A1 (de) | 1999-09-09 |
Family
ID=7859380
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998108737 Withdrawn DE19808737A1 (de) | 1998-03-02 | 1998-03-02 | Textiles Flächengebilde zur Herstellung aufblasbarer Körper |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19808737A1 (de) |
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