DE19807742A1 - Vorrichtung zum Sterilisieren eines Behälters mittels eines Niederdruck-Plasmas - Google Patents
Vorrichtung zum Sterilisieren eines Behälters mittels eines Niederdruck-PlasmasInfo
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Abstract
Beschrieben wird eine Vorrichtung zum Sterilisieren von Metalldosen mittels eines Niederdruck-Plasmas. Der hierfür erforderliche Reaktor ist durch zwei ineinandergesteckte Elektroden gebildet, die zwischen sich einen Ringspalt zur Aufnahme des Behältermantels belassen. Die Metalldose ist elektrisch leitend mit der äußeren Elektrode verbunden. Dadurch kann das sterilisierende Plasma zwischen der inneren Elektrode und den Innenflächen der Metalldose gezündet werden.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Sterilisieren der
Innenflächen eines Behälters, der eine Füllöffnung und eine
Wandung mit zumindest einer elektrisch leitfähigen Schicht
aufweist, mit einem den Behälter aufnehmenden Reaktor zum Erzeu
gen eines Niederdruck-Plasmas, mit einer an den Reaktor ange
schlossenen Vakuumpumpe, mit einer in den Reaktor mündenden
Zuleitung für zu ionisierendes Gas, mit einer durch die Füllöff
nung in den Behälter einführbaren ersten Elektrode, mit einer
außerhalb des Behälters befindlichen zweiten Elektrode sowie mit
einem an eine der Elektroden angeschlossenen Hochfrequenz-Gene
rator.
Durch die Fig. 3 des US-Patentes 3,701,628 ist es bekannt, einen
in einem Reaktor befindlichen Behälter mittels eines Niederdruck-
Plasmas zu sterilisieren. Die elektrisch leitfähigen Metallwan
dungen des Reaktors dienen als geerdete Elektrode. Die andere, an
eine Hochfrequenzspannung angeschlossene Elektrode ist durch eine
Behälteröffnung in das Innere des Behälters einführbar. Der an
sich dielektrische Mantel des Behälters, zum Beispiel eines
Milchkartons, kann aus einem Schichtmaterial bestehen, von dem
eine Schicht elektrisch leitfähig ist. Der Behälter selbst steht
auf einer isolierten Plattform.
Die sterilisierende Wirkung des zu zündenden Plasmas beruht
sowohl auf einer mechanischen Zerstörung der Keime durch Ionen
beschuß als auch auf einer chemischen Zerstörung. Um die Ionen
auf hohe Beschußenergien zu beschleunigen, ist eine möglichst
große Potentialdifferenz zwischen Plasma und Behälter nötig. Da
sich der Behälter bei der bekannten Vorrichtung isoliert zwischen
den Elektroden befindet, lädt sich die zu sterilisierende Wandung
auf das gegenüber dem Plasma negativere sogenannte Floating-
Potential auf. Die dabei entstehende Potentialdifferenz von
einigen Volt ist recht gering und kaum beeinflußbar, der Wir
kungsgrad somit nicht besonders gut.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die eingangs genannte
Vorrichtung so abzuwandeln, daß solche Behälter mit erheblich
verbessertem Wirkungsgrad sterilisiert werden können, bei denen
die Wandung ganz oder überwiegend elektrisch leitfähig ist.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die leitfähige Schicht der
Wandung des Behälters elektrisch leitend mit der zweiten Elek
trode verbunden ist.
Bei einer solchen Ausgestaltung wird die leitfähige Schicht, im
Sonderfall die komplette Wandung, selber zur zweiten Elektrode.
Dadurch werden die Innenflächen des Behälters für sich periodisch
wiederholende Zeitspannen mit einem negativen Potential beauf
schlagt, welches das erwähnte Floatingpotential betragsmäßig um
ein bis zwei Zehnerpotenzen übersteigt. Diese stark erhöhte
Potentialdifferenz läßt sich für einen verstärkten Ionenbeschuß
dann nutzbar machen, wenn die zu sterilisierende Wandung zur
zweiten Elektrode wird. Sofern die zweite Elektrode geerdet ist,
tritt diese stark erhöhte Potentialdifferenz während der posi
tiven Halbwelle der Hochfrequenzspannung auf.
Obwohl der Metallbehälter im Innern eines Reaktors angeordnet
ist, wird durch die genannte Maßnahme der Metallbehälter gleich
sam selbst zu einem Reaktor, wobei der Mantel innen und außen vom
Vakuum umgeben ist. Dadurch lassen sich Beeinträchtigungen der
Formstabilität des Behälters vermeiden.
Häufig ist der metallene Mantel von Behältern, beispielsweise von
Metalldosen, außen mit einer nichtleitenden Schicht überdeckt,
welche zu Werbezwecken bedruckt ist. In einem solchen Fall ist
jedoch der leitfähige Mantel leitfähig mit dem Boden des Behäl
ters verbunden. In Ausgestaltung der Erfindung kann somit vorge
sehen sein, daß die leitfähige Schicht des Mantels über den
leitfähigen Boden des Behälters mit der zweiten Elektrode ver
bunden ist. Dies kann beispielsweise so geschehen, daß die zweite
Elektrode einen entsprechenden Boden aufweist, auf den der
Behälter gestellt ist. Alternativ kann natürlich der Mantel
unterhalb der bedruckten Schicht von der zweiten Elektrode
kontaktiert werden. Im Falle von Aluminiumbehältern, die im
allgemeinen von einer nichtleitenden Oxidschicht überzogen sind,
muß durch die nichtleitende Schicht hindurch kontaktiert werden.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß
die zweite Elektrode den Mantel des Behälters zumindest im
Bereich seiner Füllöffnung von außen umgibt. Dadurch kann sich
das Plasma im Bereich der Füllöffnung auch auf die Außenflächen
erstrecken und diese dort sterilisieren. Die erste Elektrode und
die zweite Elektrode können gegebenenfalls einen größeren Ring
spalt miteinander bilden, in welchem sich der Mantel des Behäl
ters befindet. Das Plasma wird dabei zwischen den Innenflächen
des Behälters und der ersten Elektrode gezündet, so daß vorrangig
die Innenflächen des Behälters sterilisiert werden. Bei einer
derartigen Ausgestaltung kann der Reaktor im wesentlichen nur
durch die zwei Elektroden gebildet sein.
In besonders vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung kann an
die mit dem Hochfrequenz-Generator verbundene Elektrode eine
Gleichspannungsquelle angeschlossen sein. Mit dieser lassen sich
die Potentialverhältnisse derart beeinflussen, daß eine um den
Betrag der Gleichspannung erhöhte Potentialdifferenz zwischen dem
Plasma und der zu sterilisierenden Wandung des Behälters abfällt.
Je nachdem, welche der zwei Elektroden an den Hochfrequenz-Gene
rator angeschlossen ist, muß diese Gleichspannung positiv oder
negativ sein. Daraus resultiert eine im zeitlichen Mittel deut
lich erhöhte Beschußenergie der Ionen, was kürzere Behandlungs
zeiten zur Folge hat. Die Entkeimungseffizienz des Plasmas kann
somit aktiv eingestellt werden.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung zweier Ausführungsbeispiele.
Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung, bei der die erste
Elektrode an einen Hochfrequenz-Generator angeschlossen ist,
Fig. 2 eine erfindungsgemäße Vorrichtung, bei der die zweite
Elektrode an einen Hochfrequenz-Generator angeschlossen ist.
Die in der Fig. 1 dargestellte Vorrichtung dient dem Sterili
sieren von Behältern 1 mittels eines Niederdruck-Plasmas. Die
Behälter 1 haben Innenflächen 2, die in der Regel mit einer
Lackierung 21 versehen sind, eine Füllöffnung 3 sowie einen
elektrisch leitfähigen Boden 4. Der Mantel 5 kann, abgesehen von
der Lackierung 21, entweder zur Gänze oder überwiegend ebenfalls
elektrisch leitfähig sein, beispielsweise besitzt er eine elek
trisch leitfähige tragende Schicht 6 sowie eine äußere nichtlei
tende Schicht 7, die zu Werbezwecken bedruckt sein kann. Die
elektrisch leitfähige Schicht 6 des Mantels 5 ist mit dem Boden 4
elektrisch leitend verbunden. Beim Behälter 1 kann es sich
beispielsweise um eine Metalldose handeln, wie sie für Bier oder
andere Getränke verwendet wird.
Der zu sterilisierende Behälter 1 ist im Inneren eines Reaktors 8
aufgenommen, der im vorliegenden Fall im wesentlichen durch eine
erste (innere) Elektrode 9 und eine zweite (äußere) Elektrode 10
gebildet wird. Die erste Elektrode 9, die durch die Füllöffnung 3
hindurch in den Behälter 1 einführbar ist, ist in noch zu be
schreibender Weise an eine Wechselspannung angeschlossen. Die
zweite Elektrode 10, die selbst behälterartig ausgebildet sein
kann, ist geerdet und umgibt den Mantel 5 und den Boden 4 des
Behälters 1 komplett, bildet also somit eine Wandung des Reaktors
8.
Die zwei Elektroden 9 und 10 sind unter Zwischenschaltung einer
Ringdichtung 12 bei Betrieb teleskopartig ineinandergeschoben.
Sie können entsprechend den Pfeilrichtungen A und B zum Einführen
eines Behälters 1 auseinanderbewegt und anschließend wieder
dichtend verschlossen werden. Das Vakuum befindet sich somit auf
beiden Seiten des Mantels 5, obwohl sich das sterilisierende
Plasma im wesentlichen nur zwischen dem Mantel 5 und der ersten
Elektrode 9 bildet, so daß die Innenflächen 2 des Behälters 1
sowie dessen Außenflächen im Bereich der Füllöffnung 3 sterili
siert werden.
Der Boden der behälterartig ausgebildeten zweiten Elektrode 10
besitzt eine Auflagefläche 13, auf welcher der Boden 4 des
Behälters 1 elektrisch leitend abgestützt ist. Auf diese Weise
wird die elektrisch leitfähige Schicht 6 des Mantels 5 zu einer
Verlängerung der zweiten Elektrode 10 und bildet selbst eine
Elektrode. Obwohl also der Reaktor 8 eigentlich durch die Elek
troden 9 und 10 gebildet ist, ist bezüglich des gezündeten
Plasmas der eigentliche Reaktor der Ringraum 11 zwischen den
Innenflächen 2 des Behälters 1 und den Außenflächen der ersten
Elektrode 9.
Der Reaktor 8 ist durch ein elektrisch isolierendes Verschluß
stück 14 dichtend verschlossen. In den Reaktor 8 mündet eine
Saugleitung 15, die unter Zwischenschaltung eines Ventils 22 an
eine Vakuumpumpe 16 angeschlossen ist. Die Vakuumpumpe 16 ist für
Betriebsdrücke zwischen 1 und 100 Pa ausgelegt. Niedrige Drücke
des zu zündenden Plasmas bedeuten gleichzeitig niedrige Behand
lungstemperaturen.
In den Reaktor 8 mündet weiterhin eine Zuleitung 17 für zu
ionisierendes Gas. Der Zustrom des Gases wird durch ein Drossel
ventil 18 geregelt. Als Gase werden beispielsweise Wasserstoff
oder Helium verwendet, da diese die leichtesten und kleinst
möglichen Ionen haben und eine hohe Ionisationsenergie aufweisen.
In Betracht kommt auch Wasserstoffperoxid, da es durch Bilden
mikrobizid wirkender Radikale den Sterilisationseffekt erhöht.
Die im Reaktor 8 befindlichen Mündungen der Saugleitung 15 und
der Zuleitung 17 sind vorzugsweise jeweils mit einem elektrisch
leitfähigen Netz 26 bzw. 27 abgedeckt, dessen Maschenweite so
klein ist, daß es für Gas zwar durchlässig, für Plasma jedoch
undurchlässig ist. Dadurch wird wirksam verhindert, daß das
Plasma auf die Anschlüsse der Saugleitung 15 und der Zuleitung 17
brennt oder daß das Plasma bei einem eventuellen Pumpen abgesaugt
wird.
Die erste Elektrode 9 ist an einen Hochfrequenz-Generator 19
angeschlossen, der beispielsweise für 13,56 MHz ausgelegt ist.
Die Wechselspannung wird dabei über ein Anpaßnetzwerk 20 an das
zu bildende Plasma übertragen.
Bei dem in wesentlichen aus Metall bestehenden Behälter 1 geht es
vorrangig um das Sterilisieren der Innenflächen 2 des Mantels 5
und der Innenflächen des Bodens 4. Im Bereich der Füllöffnung 3
soll jedoch auch ein kleiner Teil der Außenflächen des Behälters
1 sterilisiert werden, was durch die dargestellte Anordnung der
Elektroden 9 und 10 möglich ist. Man erkennt, daß die Elektroden
9 und 10 den oberen Rand des Behälters 1 nach oben hin etwas
überragen, so daß auch in diesem Bereich 23, also an der Ober
kante des Mantels 5, ein Plasma gezündet wird.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung beruht darauf, daß die leitfä
hige Schicht 6 des Mantels 5 elektrisch leitend mit der zweiten
Elektrode 10 verbunden ist und somit selbst zu einer Elektrode
wird. Dadurch bildet die elektrisch leitfähige Schicht 6 keine
Sperre zwischen den Elektroden 9 und 10, sondern bildet selbst
eine mit der ersten Elektrode 9 zusammenwirkende Elektrode. Dies
hat weiterhin zur Folge, daß das Plasma im wesentlichen nur in
dem Ringraum zwischen dem Mantel 5 und der ersten Elektrode 9
gezündet wird, wodurch der Behälter 1 gleichsam den eigentlichen
Reaktorraum bildet. Dadurch aber, daß der Mantel 5 innen und
außen von Niederdruck umgeben ist, wird die Formstabilität des
Behälters 1 in keiner Weise beeinträchtigt.
Wie strichpunktiert angedeutet, kann die an den Hochfrequenz-
Generator 19 angeschlossene erste Elektrode 9 zusätzlich an eine
Gleichspannungsquelle 25 mit positiver Gleichspannung ange
schlossen sein. Ihr ist eine Spule 24 zugeordnet. Der einstell
bare Betrag der Gleichspannung erhöht die Potentialdifferenz
zwischen dem Plasma und den Innenflächen 2 des Behälters 1.
Die Ausführung nach Fig. 2 unterscheidet sich von der Ausführung
nach Fig. 1 im wesentlichen nur dadurch, daß der Hochfrequenz-
Generator 19 über das Anpaßnetzwerk 20 nicht an die erste Elek
trode 209, sondern an die zweite Elektrode 210 angeschlossen ist.
Zusätzlich kann an die Elektrode 210 wieder über eine Spule 24
eine nur strichpunktiert dargestellte Gleichspannungsquelle 25
angeschlossen sein, deren Gleichspannung in diesem Falle negativ
sein muß.
Auch gemäß Fig. 2 wird der Reaktor 208 im wesentlichen nur durch
die zwei Elektroden 209 und 210 gebildet. Im Bereich der Füll
öffnung 3 des Behälters 1 ist die äußere Elektrode 210 mit einem
Isolator 214 versehen, der die Elektrode 210 gegenüber der Elek
trode 209 isoliert.
Claims (6)
1. Vorrichtung zum Sterilisieren der Innenflächen eines Behäl
ters, der eine Füllöffnung und eine Wandung mit zumindest einer
elektrisch leitfähigen Schicht aufweist, mit einem den Behälter
aufnehmenden Reaktor zum Erzeugen eines Niederdruck-Plasmas, mit
einer an den Reaktor angeschlossenen Vakuumpumpe, mit einer in
den Reaktor mündenden Zuleitung für zu ionisierendes Gas, mit
einer durch die Füllöffnung in den Behälter einführbaren ersten
Elektrode, mit einer außerhalb des Behälters befindlichen zweiten
Elektrode sowie mit einem an eine der Elektroden angeschlossenen
Hochfrequenz-Generator, dadurch gekennzeichnet, daß die leit
fähige Schicht (6) der Wandung (4, 5) des Behälters (1) elektrisch
leitend mit der zweiten Elektrode (10; 210) verbunden ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
leitfähige Schicht (6) über einen leitfähigen Boden (4) des
Behälters (1) mit der zweiten Elektrode (10; 210) verbunden ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die zweite Elektrode (10) einen Mantel (5) des Behälters (1)
zumindest im Bereich seiner Füllöffnung (3) von außen umgibt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Reaktor (8) im wesentlichen nur durch die zwei
Elektroden (9, 10; 209, 210) gebildet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß an die mit dem Hochfrequenz-Generator (19) verbun
dene Elektrode (9; 210) eine Gleichspannungsquelle (25) ange
schlossen ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die im Reaktor (8; 208) befindlichen Mündungen einer
an die Vakuumpumpe (16) angeschlossenen Saugleitung (15) und/oder
der Zuleitung (17) für das zu ionisierende Gas mit einem
plasma-undurchlässigen leitfähigen Netz (26, 27) abgedeckt sind.
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