DE19755830A1 - Vorrichtung zum Verschließen eines Leitungsweges - Google Patents
Vorrichtung zum Verschließen eines LeitungswegesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum
Verschließen eines Leitungsweges für Flüssigkeiten im
menschlichen Körper, die ein Betätigungsteil, ein
Absperrelement sowie ein zwischen dem Betätigungsteil
und dem Absperrelement angeordnetes Distanzelement
aufweist.
Derartige Vorrichtungen werden im medizinischen Bereich
für unterschiedliche Verwendungen eingesetzt. Bekannt
ist es in einem anderen Anwendungsbereich
beispielsweise auch, im Bereich der Blase ein
expandierbares Element zu verwenden, das in einem
aufgeweiteten Zustand das Herausrutschen eines
Katheters aus der Blase verhindert. Ebenfalls sind
beispielsweise im Bereich der Adern über Katheter
einsetzbare Einrichtungen bekannt, wobei die
Einrichtungen expandierbar sind und die insbesondere
dafür vorgesehen sind, eine Gefäßaufweitung durch
mechanischen Kontakt zu verursachen.
Bislang sind jedoch keine Vorrichtungen bekannt
geworden, die bei Anwendungen im außerklinischen
Bereich und insbesondere bei Selbstanwendungen durch
den Patienten dafür geeignet sind, die Auswirkungen von
Harninkontinenz zu beseitigen oder zu lindern. Gemäß
dem Stand der Technik werden hierzu vielmehr außerhalb
des Körpers angeordnete Windeln, Vorlagen oder Binden
eingesetzt, die im Rahmen ihrer jeweiligen Kapazität
Urin aufnehmen können. Diese Hilfsmittel sind in der
Regel jedoch für den betreffenden Patienten unangenehm
in der Verwendung, darüber hinaus treten in der Regel
erhebliche Geruchsbelästigungen auf.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine
Vorrichtung der einleitend genannten Art derart zu
konstruieren, daß ein preiswertes und für
Selbstanwendungen durch den Patienten geeignetes
Hilfsmittel bereitgestellt wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
das Absperrelement eine veränderliche
Querschnittdimensionierung aufweist, das eine
Positionierquerschnittfläche des Absperrelementes
kleiner als eine mittlere Querschnittdimensionierung
des Leitungsweges ausgebildet ist und daß eine
Sperrquerschnittfläche des Absperrelementes größer als
die mittlere Querschnittdimensionierung des
Leitungsweges ausgebildet ist.
Durch die vorgeschlagene Vorrichtung ist es möglich,
sowohl den Harn selbst als auch in die Harnröhre
injizierte Medikamente, beispielsweise Flüssigkeiten
oder Öle, zurückzuhalten. Bei einer Verwendung im
Bereich des Harnweges ist es insbesondere möglich,
außerhalb des Körper angeordnete Aufnahmesysteme zu
vermeiden. Nach einer Expansion des Absperrelementes
wird ein sicherer Verschluß gewährleistet und nach
einer Verringerung des Querschnittes kann in einfacher
Weise eine Entnahme erfolgen. Bei einer Anwendung im
Bereich des Harnweges werden außerhalb des Körpers
angeordnete aufsaugende Elemente vermieden, die in der
Regel bei einer Verwendung stets eine Infektionsgefahr
verursachen, da ein Milieu zur Vermehrung von
Krankheitskeimen (zum Beispiel Pilze oder Bakterien)
bereitgestellt wird.
Eine typische Durchmesserauswahl besteht darin, daß als
mittlere Querschnittdimensionierung des Leitungsweges
eine mittlere Querschnittdimensionierung eines
Harnweges gewählt ist.
Zur Erleichterung einer Betätigung des Absperrelementes
wird vorgeschlagen, daß das Distanzteil rohrförmig
ausgebildet ist.
Eine manuelle Betätigung wird dadurch unterstützt, daß
das Betätigungsteil ein Speichervolumen für ein
Betätigungsmedium aufweist.
Zur automatischen Stabilisierung der Vorrichtung in
einem Sperrzustand bei Verwendung eines
Betätigungsmediums wird vorgeschlagen, daß im Bereich
des Distanzteiles ein Ventilelement angeordnet ist.
Eine Veränderlichkeit der Querschnittdimensionierung
kann insbesondere dadurch erreicht werden, daß das
Absperrelement als ein Expansionskörper ausgebildet
ist.
Eine typische Anwendung wird dadurch unterstützt, daß
das Absperrelement eine Sperrquerschnittfläche
aufweist, die geringfügig größer als die
Querschnittfläche eines Harnröhreneinganges gewählt
ist.
Zur Unterstützung einer sicheren Verwendung wird
vorgeschlagen, daß eine Dosierung für das
Betätigungsmedium verwendet ist.
Eine weitere Realisierungsmöglichkeit besteht darin,
daß das Absperrelement eine Einrichtung zur
mechanischen Querschnittveränderung aufweist.
Zur Betätigung einer mechanischen Einrichtung kann
vorgesehen sein, daß eine Zug-Schub-Betätigung
vorgesehen ist.
Alternativ ist ebenfalls daran gedacht, daß eine
Drehbetätigung vorgesehen ist.
Eine Kombination unterschiedlicher Funktionsbaugruppen
kann dadurch realisiert werden, daß das mechanische
Expansionssystem von einem strömungsfähigen
Betätigungsmedium gesteuert ist.
In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der
Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht der Vorrichtung
und
Fig. 2 einen vergrößerten Querschnitt gemäß
Schnittlinie II-II in Fig. 1 mit zusätzlich
dargestellter Innenbegrenzung des zu
verschließenden Leitungsweges bei einer nicht
expandierten Anordnung des Absperrelementes.
Gemäß der Ausführungsform in Fig. 1 weist die
Vorrichtung ein Betätigungsteil (1), ein Absperrelement
(2) sowie ein zwischen dem Betätigungsteil (1) und dem
Absperrelement (2) angeordnetes Distanzelement (3) auf.
Bei der dargestellten Ausführungsform ist das
Betätigungsteil (1) als ein Versorgungsballon
ausgebildet, der in einem Innenraum ein
Betätigungsmedium aufnimmt. Als Betätigungsmedium kann
insbesondere eine Flüssigkeit verwendet werden. Das
Absperrelement (2) kann als eine Ballonhülse
ausgebildet sein, die bei einem Hineindrücken des
Betätigungsmediums expandierbar ist.
Im Bereich des Distanzteiles (3) ist ein Absperrelement
(4) angeordnet, das beispielsweise entsprechend einem
Rückschlagventil konstruiert sein kann. Bei einer
Kompression des Betätigungsteiles (1) läßt das
Absperrelement (4) das Betätigungsmedium in Richtung
auf das Absperrelement (2) passieren und verhindert
nach einer Beendigung des Betätigungsvorganges ein
Rückströmen. Erst bei einer gezielten vorgegebenen
Einwirkung auf das Absperrelement (4) wird dessen
Absperrfunktion aufgehoben und das Betätigungsmedium
kann in das Betätigungsteil (1) zurückströmen.
Das Distanzteil (3) ist vorzugsweise als ein flexibles
Rohr ausgebildet, durch dessen Innenraum das
Betätigungsmedium strömen kann. Das als Ballonhülse
ausgebildete Absperrelement (2) wird vorzugsweise aus
einem elastischen Material hergestellt.
Aus der Querschnittdarstellung in Fig. 2 ist erkennbar,
wie das Absperrelement (2) mit Distanzteil (3)
innerhalb eines zu verschließenden Leitungsweges (5)
positioniert ist. Im dargestellten Betriebszustand ist
das Absperrelement (2) nicht expandiert und kann
innerhalb des Leitungsweges (5) positioniert werden.
Bei einer Verwendung im Bereich der Harnröhre wird das
Absperrelement (2) im Bereich des blasenseitigen
Harnröhreneinganges, jedoch innerhalb der Harnröhre,
angeordnet. Nach einer manuellen Kompression des
Betätigungsteiles (1) strömt das Betätigungsmedium
durch das Ventilelement (4) und das Distanzteil (3)
hindurch zum Absperrelement (2) und führt eine
Expansion des Absperrelementes (2) durch. Das
Absperrelement (2) wird gerade soweit expandiert, das
eine Abdichtung relativ zur Harnröhre erreicht ist.
Durch eine spezielle Konstruktion des Ventilelementes
oder des Betätigungsteiles (1) kann dafür gesorgt
werden, daß eine Dosierung des Betätigungsmediums
gerade derart erfolgt, daß die vorgesehene Expansion
des Absperrelementes (2) durchführbar ist. Die
Dosierung kann beispielsweise auch derart
sichergestellt werden, daß eine vollständige Entleerung
des Betätigungsteiles (1) gerade die vorgesehene
Expansion des Absperrelementes (2) zur Folge hat.
Zur Ermöglichung eines Ablassens des Harns wird
wiederum manuell das Ventilelement (4) betätigt und das
Betätigungsmedium fließt in das Betätigungsteil (1)
zurück. In diesem Zustand kann die Vorrichtung wieder
aus dem Harnweg entfernt werden.
Zur Vermeidung von Infektionen ist insbesondere daran
gedacht, die Vorrichtung für einen Einmalgebrauch
vorzusehen. Als Materialien kommen beispielsweise
Polyuretan, Latex oder Silikon in Frage. Ebenfalls
können diese Materialien in Kombination mit einer
Silberbeschichtung verwendet werden. Besonders
bevorzugt ist die Verwendung von Latex.
Eine typische Längendimensionierung der Vorrichtung
liegt im Bereich von 1 bis 15 cm. Insbesondere ist an
eine Längendimensionierung im Bereich von 3 bis 8 cm
gedacht. Besonders bevorzugt ist eine Vorrichtungslänge
von etwa 5 cm.
Ein typischer Durchmesserbereich für das nicht
expandierte Absperrelement (2) liegt im Bereich von
0,3 mm bis 6,5 mm. Bevorzugt wird insbesondere eine
Durchmesserdimensionierung im Bereich von 1 mm bis
3 mm, besonders bevorzugt ist ein nicht expandierter
Durchmesser von etwa 1,3 mm.
Ein typischer Durchmesserbereich für das expandierte
Absperrelement (2) liegt im Bereich von 0,4 mm bis
7,0 mm. Bevorzugt wird insbesondere eine
Durchmesserdimensionierung im Bereich von 1 mm bis 3 mm,
besonders bevorzugt ist ein expandierter
Durchmesser von etwa 1,5 mm.
Alternativ oder ergänzend zu einer Expansion des
Absperrelementes (2) mit Hilfe eines Betätigungsmediums
ist es auch möglich, beispielsweise eine mechanische
Expansion zu realisieren. Dies kann beispielsweise
durch relativ zueinander verschiebliche Keilelemente
oder kegel- bzw. konusförmige Elemente erfolgen, die
mit korrespondierend geformten Gegenelementen
zusammenwirken. Bei einer derartigen Ausführungsform
ist im Bereich des Distanzteiles (3) ein
verschiebliches oder drehbares Betätigungselement
angeordnet, das die Veränderung der
Querschnittdimensionierung verursachte.
Claims (12)
1. Vorrichtung zum Verschließen eines Leitungsweges
für Flüssigkeiten im menschlichen Körper, die ein
Betätigungsteil, ein Absperrelement sowie ein
zwischen dem Betätigungsteil und dem
Absperrelement angeordnetes Distanzelement
aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß das
Absperrelement (2) eine veränderliche
Querschnittdimensionierung aufweist, daß eine
Positionierquerschnittfläche des Absperrelementes
(2) kleiner als eine mittlere
Querschnittdimensionierung des Leitungsweges (5)
ausgebildet ist und daß eine
Sperrquerschnittfläche des Absperrelementes (2)
größer als die mittlere Querschnitt
dimensionierung des Leitungsweges (5) ausgebildet
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß als mittlere
Querschnittdimensionierung des Leitungsweges eine
mittlere Querschnittdimensionierung eines
Harnweges gewählt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das Distanzteil (3)
rohrförmig ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungsteil
(1) ein Speichervolumen für ein Betätigungsmedium
aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich des
Distanzteiles (3) ein Ventilelement (4)
angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß das Absperrelement
(2) als ein Expansionskörper ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß das Absperrelement
(2) eine Sperrquerschnittfläche aufweist, die
geringfügig größer als die Querschnittfläche
eines Harnröhreneinganges gewählt ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Dosierung für
das Betätigungsmedium verwendet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß das Absperrelement
(2) eine Einrichtung zur mechanischen
Querschnitt-Veränderung aufweist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Zug-Schub-Betätigung
vorgesehen ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Drehbetätigung
vorgesehen ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch
gekennzeichnet, daß das mechanische Expansions
system von einem strömungsfähigen Betätigungs
medium gesteuert ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997155830 DE19755830A1 (de) | 1997-12-16 | 1997-12-16 | Vorrichtung zum Verschließen eines Leitungsweges |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997155830 DE19755830A1 (de) | 1997-12-16 | 1997-12-16 | Vorrichtung zum Verschließen eines Leitungsweges |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19755830A1 true DE19755830A1 (de) | 1999-06-17 |
Family
ID=7852065
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997155830 Withdrawn DE19755830A1 (de) | 1997-12-16 | 1997-12-16 | Vorrichtung zum Verschließen eines Leitungsweges |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19755830A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP1649839A3 (de) * | 2004-09-13 | 2007-07-18 | Bristol-Myers Squibb Company | Darmausgangsverschluss. |
-
1997
- 1997-12-16 DE DE1997155830 patent/DE19755830A1/de not_active Withdrawn
Cited By (1)
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|---|---|---|---|---|
| EP1649839A3 (de) * | 2004-09-13 | 2007-07-18 | Bristol-Myers Squibb Company | Darmausgangsverschluss. |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |