DE19755589C2 - Vorrichtung für dreidimensionale Kreuzkorrelationstechnik und Verfahren zur Durchführung der Justage von Detektionsoptiken zur Messung von Kreuzkorrelationsfunktionen in flüssigen Medien - Google Patents
Vorrichtung für dreidimensionale Kreuzkorrelationstechnik und Verfahren zur Durchführung der Justage von Detektionsoptiken zur Messung von Kreuzkorrelationsfunktionen in flüssigen MedienInfo
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Description
Die Anmeldung betrifft eine Vorrichtung für dreidimensionale
Kreuzkorrelationstechnik zur Unterdrückung von Mehrfachstreu
ung in der dynamischen und statischen Lichtstreuung gemäß dem
Oberbegriff des Hauptanspruchs. Ferner betrifft die Anmeldung
ein Verfahren zur Durchführung der Justage von Kreuzkorrelati
onsfunktionen, und ein Verfahren zur Bestimmung der einfach
gestreuten Lichtintensität, die mit der genannten Vorrichtung
durchführbar sind, gemäß der Oberbegriffe der Ansprüche 4
und 9.
Die erfindungsgmäße Vorrichtung ist das Kernstück eines drei
dimensionalen Aufbaues zur Durchführung von dreidimensionalen
Kreuzkorrelationsexperimenten. Die Kreuzkorrelationstechnik
ist eine experimentelle Methode, mit der sich die störenden
Einflüsse von mehrfach gestreutem Licht auf die Meßdaten von
Lichtstreuexperimenten effektiv unterdrücken lassen. Die Aus
wertung der gemessenen Kreuzkorrelationsfunktionen ermöglicht
damit selbst für optisch trübe und stark streuende Proben die
korrekte Bestimmung des hydrodynamischen Durchmessers von in
Flüssigkeiten suspendierten Teilchen und die Ermittlung des
Differentiellen Streuquerschnittes solcher Suspensionen.
Die Erfindung gehört in das technische Gebiet der Statischen
und Dynamischen Lichtstreuung, speziell in das der Kreuzkorre
lationstechnik. In H. Wiese, Lichtstreuung und Teilchengrößen
messung, GIT Fachz. Lab. 4/92 werden Methoden der Lichtstreuung
beschrieben, die für viele Bereiche der angewandten Forschung
und der Grundlagenforschung bedeutsam geworden sind. Eines der
Hauptanwendungsgebiete der Lichtstreuung ist die Bestimmung
von mittleren hydrodynamischen Teilchenradien über einen be
achtlichen Bereich von einigen nm bis weit über µ-Meter-Größe.
Weitere Einsatzgebiete sind u. a. die Qualitätskontrolle bei
der Herstellung monodisperser Suspensionen, die Bestimmung des
Wachstums von Mizellen unter veränderlichen chemischen
und/oder thermischen Bedingungen, die Untersuchung der Wech
selwirkung der suspendierten Teilchen untereinander und/oder
mit dem Lösungsmittel, usw.
Eine genaue und verläßliche Interpretation von Lichtstreumes
sungen ist nur dann möglich, wenn das Licht in der Probe
hauptsächlich nur einfach gestreut wird und der Anteil des
mehrfach gestreuten Lichtes vernachlässigt werden kann. Dies
ist jedoch schon bei mäßig konzentrierten Proben nicht mehr
der Fall. Damit können viele Systeme, die von praktischem In
teresse sind, mit den herkömmlichen Methoden der Lichtstreuung
nicht mehr untersucht werden.
Mit der Kreuzkorrelationstechnik lassen sich auf experimentel
lem Wege die störenden Einflüsse des mehrfach gestreuten Lich
tes auf die Meßdaten unterdrücken und der Anteil des einfach
gestreuten Lichtes selektieren. Diese Technik nutzt die Tatsa
che aus, daß die Eigenschaften von einfach gestreutem Licht
vom Streuvektor q = ki - ko abhängen, wobei ki der Wellenvek
tor der beleuchtenden Welle und ko der der detektierten Welle
ist. Führt man daher zwei Streuexperimente unterschiedlicher
Streugeometrie am selben Streuvolumen mit demselben Streuvek
tor q durch und korreliert die beiden Detektorsignale, so er
hält man - abgesehen von einem zeitunabhängigen Untergrund -
die Korrelationsfunktion des einfach gestreuten Lichtes.
Für die Kreuzkorrelationtechnik wurden bereits verschiedene
Meßprinzipien vorgeschlagen. Die in G. Phillies, Supression of
Multiple Scattering Effects in Quasielastic Light Scatteering
by Homodyne Cross-Correlation techniques. J. Chem. Phys.,
74 (1981) 260-262 und M. Drewel et. al., Decorrelation of multiple
scattering for an arbifrary scattering angle,
J. Opt. Soc. 7 (1990) 206-210, beschriebenen Vorschläge basieren
auf einer ebenen Streugeometrie, wobei der Aufbau von Phillies
den Nachteil besitzt, daß der Streuwinkel θ auf 90° festgelegt
ist. Der Aufbau von Drewel (TC-DLS = Two Color Dynamic Light
Scattering) erlaubt eine Variation des Streuwinkels θ, dazu be
nötigt man allerdings zwei Laserfarben unterschiedlicher Wel
lenlänge (z. B. Argon-Ionen-Laser), wodurch die Justage erheb
lich erschwert wird.
K. Schätzel, Supression of multiple scattering by photon cross
correlation techniques, J. mod. Opt. 38 (1991) 1849-1865 und in
E. Overbeck, et. al., Probing Dynamics of Dence Suspensions: 3D
Cross-Correlation technique, Colloids and Surfaces A, 122
(1997) 83-87 wurde eine Streugeometrie für einen dreidimensio
nalen Aufbau vorgeschlagen, bei dem ebenfalls der Streuwinkel
variiert werden kann und welcher wieder mit nur einer Laser
wellenlänge auskommt. In Aberle, L. B., et. al., Supression of
multiply scattered light by photon cross-correlation a 3D ex
periment, Progr. Colloid Polym. Sci. 104 (1997) wird eine wesent
lich einfacher aufgebaute Apparatur samt Justageprozedur für
3D Kreuzkorrelationsexperimente beschrieben. Diese Apparatur
ist nur für einen festen Streuwinkel von 90° ausgelegt. Der
die Probe beleuchtende Laserstrahl wird mittels eines Prismas
und eines Umlenkspiegels in zwei zueinander parallele Strahlen
aufgespalten, die dann mit einer Linse in die Probe fokussiert
werden. Im Fokus befindet sich ein erster Spiegel, der diese
beiden Laserstrahlen um 90° umlenkt. Auf der Detektionsseite
befinden sich zwei weitere Spiegel, die das Streulicht ablen
ken und so Platz für die Glasfaserhalterungen schaffen. Diese
beiden Spiegel werden so ausgerichtet, damit die mittels des
ersten Spiegels umgelenkten Laserstrahlen wieder parallel zu
den zueinander parallelen Laserstrahlen der Beleuchtungsseite
verlaufen und dann von den Mono Mode Fasern aufgenommen wer
den. Auf diese Weise wird erreicht, daß die Mono Mode Fasern
den für 3D Kreuzkorrelationsexperimente entscheidenden Anteil
des Streulichtes aufnehmen.
Eine Möglichkeit für die Justage der Detektionsoptik bei den
Kreuzkorrelationsunstersuchungen wird in der US 51 55 543 und
der US 51 35 302 beschrieben. Dabei wird so vorgegangen, dass
auf einer Grundplatte zwei Detektionsvorrichtungen sowie eine
Linse montiert sind, wobei die Linse den einfallenden Licht
strahl in die Probenküvette focussiert. Eine der Detektions
vorrichtungen nimmt die Intensität des Streulichtes senkrecht
zur Einfallsrichtung des beleuchtenden Lichtstrahles auf, die
zweite Detektionsvorrichtung detektiert die Intensität des des
in Vorwärtsrichtung gestreuten Lichtes.
In der EP 02 10 343 A1 wird die Position des focussierten
Lichtstrahles durch Verkippen eines dünnen Glasplättchens, das
vor der Probe positioniert ist, justiert. Dadurch ist eine
feine Positionierung senkrecht zur optischen Achse der focus
siernden Linse möglich.
Die entwickelte Meßapparatur für die dreidimensionale
Kreuzkorrelationstechnik erlaubt die effektive Unterdrückung
der Mehrfachstreuung sowohl in der Dynamischen als auch in der
Statischen Lichtstreuung. Da die Apparatur die winkelabhängige
Bestimmung der einfach gestreuten Lichtintensität und damit
des differentiellen Wirkungsquerschnittes für optisch trübe
Suspensionen ermöglicht, können nun auch erstmals optisch trü
be Suspensionen mit der Methode der Statischen Lichtstreuung
untersucht werden. Die Justageeinheit zeichnet sich durch eine
einfach zu handhabende Justageprozedur aus. Im Meßbetrieb läßt
sich die Apparatur ebenfalls einfach bedienen, was vor allem
im Hinblick auf winkelabhängige Messungen wichtig ist. Die Ju
stageeinheit ermöglicht eine zügige Durchführung winkelabhän
giger Meßreihen, ohne notwendige Nachjustage (wie z. B. bei
der TC-DLS-Methode). Nach ca. 1 Jahr Meßerfahrung zeigt sich,
daß die entwickelte Apparatur stabil läuft.
Im Gegensatz dazu erfordert die auf dem Gebiet der Kreuzkorre
lationstechnik bisher käuflich erwerbbare TC-DLS Apparatur ei
ne Justageprozedur, die sowohl einen hohen zeitlichen als auch
hohen technischen Aufwand erfordert. Winkelabhängige Messungen
mit der TC-DLS Apparatur erforden für jeden Winkel eine erneu
te Einstellung und Nachjustage der Apparatur, wodurch winke
labhängige Meßreihen erneut einen relativ hohen zeitlichen und
technischen Aufwand benötigen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine gebrauchsvor
teilhafte Vorrichtung zur Durchführung von Untersuchungen mit
den Methoden der dynamischen und statischen Lichtstreuung in
trüben Medien und ein Verfahren zur Justage dieser Vorrichtung
anzugeben. Ferner soll ein Verfahren zur Bestimmung der ein
fach gestreuten Lichtintensität angegeben werden, das mit der
Vorrichtung des Anspruchs 1 durchgeführt wird.
Diese Aufgabe ist durch die in den Ansprüchen 1, 4 und 9 ange
gebene Erfindung gelöst. Die Unteransprüche stellen vorteil
hafte Weiterbildungen dar.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen und der
Beschreibung der Justageprozedur näher erläutert.
Fig. 1 zeigt schematisch das 3D-Kreuzkorrelationsexperiment,
das im wesentlichen in drei Teile unterteilt werden kann.
Hierbei sind Teil 1 und Teil 3 typische Bestandteile eines
Aufbaues für Lichtstreuexperimente. Teil 1. (Laser, GL, RF,
ST) dient im wesentlichen dazu, zwei zueinander parallele La
serstrahlen nahezu gleicher Leistung zu erhalten. Teil 3 bein
haltet die elektronischen Geräte für die Signalverarbeitung
(PM, COR).
Der 2. Teil (grau unterlegter Bereich) ist das Kernstück des
Aufbaues. In diesem Bereich muß die für Kreuzkorrelationsexpe
rimente notwendige hochpräzise Justage geleistet werden. Mit
der speziell für diese Herausforderung entwickelten kompakten
Apparatur (Länge ca. 50 cm, Breite ca. 50 cm, Höhe ca. 50 cm)
läßt sich diese Justageprozedur einfach und systematisch
durchführen.
Im folgenden sollen die einzelnen Bestandteile des in Fig. 1
skizzierten Aufbaues näher erläutert werden. Ein Laserstrahl
durchläuft zunächst ein Glan-Thomson-Prisma (GL) und ein Raum
filter (RF), um die Polarisationsebene des Strahles festzule
gen und ein gaußförmiges Intensitätsprofil zu gewährleisten.
Anschließend wird dieser Strahl durch ein System (ST) aus ei
nem Strahlteiler und einem Spiegel in zwei parallel zueinander
verlaufende Strahlen aufgespalten, die durch eine Linse (L) in
die Probe fokussiert werden. Die Probe befindet sich in der
Mitte eines temperierbaren Behälters mit kreisrunder Grundflä
che. Dieser Behälter besitzt in passender Höhe Glasfenster und
ist mit einer geeigneten Flüssigkeit gefüllt, um winkelabhän
gige Messungen zu erleichtern. Auf der Beobachtungsseite ge
langt das Streulicht durch zwei Glasfasern (F) zu einem Dop
pelphotomultiplier (PM), dessen elektrische Signale verstärkt
und an einen Korrelator (COR) weiterleitet werden. Der Spiegel
S wird, wie unten näher erläutert, so justiert, daß die Glas
fasern Streulicht zu exakt dem selben Streuvektor q aufnehmen
können und die 'Sichtfenster' der Glasfasern, d. h. Bereiche
aus denen die Glasfasern Streulicht aufnehmen, am Ort des
Streuvolumens optimal überlappen. Die Verwendung eines Spie
gels ermöglicht an dieser Stelle, daß die Justage des Streu
vektors q und die Optimierung des Overlaps der 'Sichtfenster'
unabhängig voneinander durchgeführt werden können. Dadurch
kann die Apparatur systematisch justiert werden.
Anhand der schematischen Zeichnung in Fig. 2 werden die ersten
Schritte der Justageprozedur eines 3D-Kreuzkorrelations
experimentes unter Einsatz der Justageeinheit näher erläutert
werden.
Fig. 2 zeigt in Draufsicht die Richtungen der beiden einfal
lenden Laserstrahlen sowie die der beiden Detektionsrichtun
gen. Die ersten beiden Schritte der Justageprozedur sind:
- A) Die Mittelpunkte des Temperierbades und der Küvette müssen mit dem Drehpunkt des Drehtisches übereinstimmen.
- B) Drehtisch, Temperierbad und Küvette müssen mittig vom La serstrahl getroffen werden. Außerdem müssen die Längsachsen von Temperierbad und Küvette senkrecht zur optischen Ebene (x-y-Ebene) stehen.
Als nächster Schritt folgt die Justage der Glasfasern.
Um auf diese Justageproblematik näher einzugehen, zeigt Fig. 3
zunächst die Streugeometrie eines 3-dimensionalen Kreuzkorre
lationsexperimentes. Die beiden in die Probe fokussierten La
serstrahlen werden durch die Wellenvektoren ki1 und ki2 reprä
sentiert, die Vektoren ko1 und ko2 zeigen in die Richtungen,
in denen das Streulicht beobachtet wird. Der schräg von oben
in die Probe einfallende Laserstrahl (ki1) gehört also zu ei
ner Detektionsrichtung (ko1), die das Streuvolumen von schräg
unten beobachtet. Gegenüber dieser Ebene ist die durch das
Vektorpaar (ki2, ko2) definierte Streuebene um einen Winkel
2α gedreht. Beide Streuebenen schließen mit der optischen Ach
se einen Winkel α ein. Die mit q gekennzeichneten Streuvekto
ren sind für diese beiden Streuebenen sowohl nach Betrag als
auch Richtung gleich. Für den Betrag dieses für beide Streue
benen gemeinsamen Streuvektors gilt |q| = (4πn sin(θ/2))/λ, wo
bei n der Brechnungsindex des Lösungsmittels, θ der Streuwinkel
und λ die Wellenlänge des einfallenden Laserlichtes im Vakuum
ist.
Die Justage der Detektionsoptik kann wiederum in 3 Schritte
unterteilt werden:
- 1. Die Geometrie der gesamten Detektionsseite muß mit der Geometrie der einfallenden Lichtstrahlen übereinstim men. D. h., der Winkel zwischen den beiden Detektions richtungen ko1 und ko2 muß mit dem Winkel 2α überein stimmen, der durch die beiden Einfallsrichtungen ki1 und ki2 eingeschlossen wird. Außerdem ist darauf zu achten, daß auch die optische Achse mit jeder der Rich tungen ki1, ki2, ko1 und ko2 den Winkel α einschließt.
- 2. Die beiden Glasfasern müssen Licht aus genau dem selben Bereich detektieren, in dem die beiden einfallenden La serstrahlen überlappen. Dieser Überlappungsbereich muß sich in der Mitte des Temperierbades befinden. Dadurch ist die Justage der Glasfasern eng mit der Justage der fokussierenden Linse verknüpft.
- 3. Da sich oben genannter Überlappungsbereich der einfal lenden Laserstrahlen über die gesamte Länge der Küvette erstrecken kann, ist eine weitere Feinjustage der Glas fasern erforderlich, um zu gewährleisten, daß diese Licht aus einem Bereich detektieren, der sich genau in der Mitte des Wasserbades und der Probenküvette befin det.
Anhand der Fig. 4 sollen die Justageschritte 1 bis 3 näher er
läuter werden. Der Anschaulichkeit halber zeigt Fig. 4 schema
tisch das Kreuzkorrelationsexperiment für einen Streuwinkel θ =
0°. Die beiden einfallenden Laserstrahlen (durchgezogene Lini
en) schließen - wie bereits erwähnt - mit der optischen Achse
einen Winkel α ein. Das Streulicht (gestrichelte Linien) mit
den Wellenvektoren ko1 und ko2 gelangt durch die Glasfasern zu
den Detektoren. Der Einfachheit halber wurden in Fig. 4 die
Glasfasern nur schematisch angedeutet.
Wie in Fig. 4 gezeigt, wird die Intensität des Streulichtes
mit dem Wellenvektor ko1 durch einen Spiegel um 90° umgelenkt
und anschließend detektiert. Die Intensität des Streulichtes
zum Wellenvektor ko2 kann direkt und ohne weitere zwischenge
schaltete optische Bauelemente detektiert werden. Alternativ
dazu ist auch hier der Einsatz eines Spiegels möglich. Wie be
reits erwähnt wird/werden der/die Spiegel so justiert, daß die
Glasfasern 1 und 2 Streulicht zum selben Streuvektor q und zum
selben Streuvolumen aufnehmen. Durch den Einsatz des/der Spie
gel(s) lassen sich diese beiden Justageprozeduren unabhängig
voneinander durchführen.
Um die Geometrie der einfallenden Laserstrahlen gewissermaßen
auf die Detektionsseite zu 'kopieren' wird zu Beginn des Ju
stageprozesses analog zu Fig. 4 die Anordnung so positio
niert, daß θ = 0° ist. Es befindet sich jedoch noch keine Probe
zwischen den einfallenden Laserstrahlen und der Detektionsop
tik. Spiegel und Aufnahmehalterungen der Mono-Mode-Fasern wer
den nun so justiert, daß das Licht mit den Wellenvektoren ki1
und ki2 in die Glasfasern einkoppelt.
Anschießend wird die Detektionsoptik auf θ = 90° gedreht. Die
Richtung des Wellenvektors ko2 dient als Referenzrichtung. Der
Spiegel wird jetzt so verkippt, daß ki1-ko1 so gut wie mög
lich mit ki2-ko2 in Übereinstimmung kommt. Ein wichtiges
Hilfsmittel dafür sind Probemessungen an wässrigen Latexpro
ben. Bei solchen Probemessungen wird darauf geachtet, daß so
wohl die Streulichtintensität als auch die Amplitude der ge
messenen Kreuzkorrelationsfunktionen mit jedem Justageschritt
ansteigen. Bei jedem Justageschritt wird zunächst versucht,
eine Amplitudensteigerung durch eine Veränderung der Spiegel
position zu erreichen. Anschließend wird die Position der
Glasfaser 1 in z-Richtung und einer Richtung senkrecht z-
Richtung und zur optischen Achse des Beobachtungsarmes nachju
stiert, bis die Streulichtintensität wieder optimiert ist.
In der Regel ist auch eine Nachjustage erforderlich, damit die
Glasfasern möglichst viel Streulicht aus dem Überlappungsbe
reich der einfallenden Strahlen aufnehmen können. Zu diesem
Zweck kann die Position der Glasfaser 1 und 2 in z-Richtung
und Glasfaser 1 zusätzlich in einer zur z-Richtung und zur op
tischen Achse des Beobachtungsarmes senktrechten Richtung (θ
ist immer noch 90°) nachjustiert werden. Diese Justage ist eng
verbunden mit einer Nachjustage der fokussierenden Linse, de
ren Brennpunkt ebenfalls genau in der Mitte des Temperierbades
und der Probenküvette liegen muß.
Schritt 3 der Justageprozedur ist eine weitere Feinjustage.
Dazu werden Probemessungen an suspendierten Teilchen durchge
führt, für deren Durchmesser a gilt: a << λ, wobei λ die Wel
lenlänge des verwendeten Lasers ist. Der differentielle Wir
kungsquerschnitt σ(θ) ist für solche Partikel vom Streuwinkel θ
unabhängig. Die tatsächlich gemessenen Amplituden und Streu
lichtintensitäten hängen jedoch stark von der Geometrie der
beleuchteten Gebiete ab, die von der Detektionsoptik "eingese
hen" werden. Dies führt zu einer um θ = 90° symmetrischen Win
kelabhängigkeit der gemessenen Amplituden und Streulichtinten
sitäten. Damit muß die Feinjustage so durchgeführt werden, daß
sowohl die Intensität des Streulichtes <ID(θ)< als auch die Am
plitude der Kreuzkorrelationsfunktion A(θ) für |θ = 90°| gleich
ist, siehe hierzu auch Anhang: Theorie, Gleichungen 7-9. Da
zu wird die Position der fokussierenden Linse und der Glasfa
ser 2 erneut nachjustiert.
Sämtliche oben beschriebene Justageprozeduren lassen sich mit
der entwickelten Apparatur systematisch durchführen. Ein Aus
führungsbeispiel der Vorrichtung ist in Fig. 5 dargestellt.
Fig. 5 zeigt schematisch die Bestandteile der Vorrichtung.
Abgesehen von der fokussierenden Linse 10 besteht die Vorrich
tung aus drei Grundeinheiten:
- 1. Goniometer und Temperierbadtisch
- 2. Detektionstisch und
- 3. Probenhalter.
Auf der in x-Richtung verschiebbaren Grundplatte 1 ist das Go
niometer 2 montiert. Mit dem Goniometer 2 fest verbunden ist
die Grundplatte des Detektionstisches 3. Ein Justagetisch 4
ist von dem Goniometer 2 und der Grundplatte 3 völlig unabhän
gig, aber fest mit der Grundplatte 1 verbunden. Dieser Justa
getisch 4 läßt sich entlang der x- und y-Achse verschieben und
ermöglicht eine Verkippung um die x- und y-Achse. Auf dem Ju
stagetisch 4 befindet sich ein temperierbarer Behälter 5 mit
einem Glasfenster in geeigneter Höhe.
Durch diese Bestandteile läßt sich der Mittelpunkt des Tempe
rierbades mit dem Drehpunkt des Drehtisches in Übereintimmung
bringen (Justage I). Außerdem können Drehtisch und Temperier
bad so justiert werden, daß diese mittig vom Laserstrahl ge
troffen werden (Justage II). Das Temperierbad läßt sich so
verkippen, daß seine Längsachse senkrecht zur optischen Ebene
(x-y-Ebene) justiert ist.
Die Bestandteile des Detektionstisches ermöglichen die Justage
der Glasfasern nach 1 bis 3.
Dazu befindet sich auf der Grundplatte des Detektionstisches 3
eine weitere Platte 7 die gegenüber der Grundplatte 3 durch
einen Verstelltisch 6 in x-Richtung verschiebbar ist. Auf der
Platte 7 befinden sich einige optische Bauteile. Das sind zum
einen 2-3 Stück Aufnahmehalterungen 8 für Glasfasern. Diese
Aufnahmehalterungen ermöglichen eine Verschiebung sowie eine
Verkippung der Glasfaserköpfe bzgl. der drei Raumrichtungen.
Die Aufnahmehalterungen 8 sind ebenso wie die/der Spiegel 9
auf Säulen montiert, die sich wiederum in Säulenaufnahmehalte
rungen befinden. Dadurch lassen sich Spiegel 9 und die Aufnah
mehalterungen 8 in der Höhe (z-Richtung) verstellen. Säulen
und -aufnahmenhalterungen sind so konstruiert, daß eine Ver
drehung um die Eigenachsen der Säulen verhindert wird. Der/die
Spiegel 9 läßt/lassen sich um die z-Achse verkippen und eben
falls um eine Achse, die senkrecht zur z-Richtung und parallel
zur Spiegelebene steht.
Der Probenhalter dient zur Justage der Probenküvette, die
ebenfalls mittig von den einfallenden Laserstrahlen getroffen
wird und deren Achse senkrecht zur optischen Ebene angeordnet
sein muß.
Der Probenhalter ist in y-Richtung verstellbar. Durch eine
weitere Schiene 11 ist der Probenhalter in der Höhe (z-
Richtung) verstellbar. In der horizontalen Ebene besteht der
Probenhalter aus 3 Platten 12, 14, 15, die gegeneinander ver
schieb- bzw. verkippbar sind. Platte 14 läßt sich durch einen
Verschiebtisch 13 gegenüber Platte 12 in x- und y-Richtung
verschieben. Platte 15 läßt sich gegenüber Platte 14 um die y-
und x-Achse verkippen. In Platte 14 und 15 ist jeweils eine
Bohrung vorhanden. Durch diese Bohrung läßt sich die Probe von
oben durchschieben. Die Probe selbst befindet sich an einer
Halterung 16, die an die Platte 15 eingehängt und befestigt
werden kann.
Das Meßverfahren wird anhand eines Ausführungsbeispiels näher
erläutert:
Sämtliche hier vorgestellten Messungen wurden mit He-Ne-Laser (5 mW, 10 mW) an wässrigen Standard-Latexsuspensionen ver schiedener Partikelkonzentrationen durchgeführt. Dazu wurden Küvetten mit einer quadratischen Grundfläche von 1 cm × 1 cm verwendet.
Sämtliche hier vorgestellten Messungen wurden mit He-Ne-Laser (5 mW, 10 mW) an wässrigen Standard-Latexsuspensionen ver schiedener Partikelkonzentrationen durchgeführt. Dazu wurden Küvetten mit einer quadratischen Grundfläche von 1 cm × 1 cm verwendet.
Messungen mit der Justageeinheit zeigen, daß die gemessenen
3D-Kreuzkorrelationsfunktionen das einfach gestreute Licht se
lektieren, wodurch die Meßdaten korrekt interpretiert werden
können. Um dies zu veranschaulichen zeigen die Fig. 6 und 7
zum Vergleich Korrelationsfunktionen, die zum einen mit der
herkömmlichen Autokorrelationstechnik (Fig. 6) und anderer
seits mit der 3D-Kreuz-Korrelationstechnik (Fig. 7) aufgenommen
wurden. Der vom Hersteller angegebene Partikeldurchmesser
betrug 109 +/- 2.7 nm. Der Streuwinkel war für diese Messungen
konstant bei θ = 90°. Die Transmission des Laserlichtes lag für
die verschiedenen Teilchenkonzentrationen in einem Bereich
zwischen 86.2% und 1.4%. Die Temperatur betrug 21° Celsius.
Um den Einfluß der Mehrfachstreuung auf die Meßdaten deutlich
zu machen, wurde eine logarithmisch lineare Auftragung ge
wählt. Wie im Anhang: Theoretische Grundlagen, Gl. 5, erläu
tert, besitzt das zeitabhängige Signal einer Korrelationsfunk
tion einer monodispersen Suspension, die kugelförmige, nicht
wechselwirkende Teilchen enthält, einen monoexponentiellen Ab
fall, falls das Streulicht nur von einfach gestreutem Licht
herrührt. In einer logharitmisch linearen Abbildung liegen
solche Meßdaten dann auf einer Geraden. Eine Abweichung von
einer Geraden zeigt an, daß die Meßdaten durch mehrfach ge
streutes Licht beeinflußt werden. In Fig. 6 sieht man deut
lich, daß lediglich die Daten für die sehr verdünnte Latexsus
pension noch einen annähernd monoexponentiellen Verlauf besit
zen. Mit zunehmender Konzentration weichen die Meßdaten immer
mehr von einer Geraden ab, die Kurven biegen sich immer stär
ker durch und lassen sich damit nicht mehr durch monoexponen
tielle Funktionen beschreiben. Im Gegensatz dazu ist in Fig. 7
deutlich zu erkennen, daß die an denselben Proben gemessenen
3D-Kreuzkorrelationsfunktionen selbst für die stark streuenden
Proben einen monoexponentiellen Verlauf zeigen. Bei diesen
Meßdaten kann also davon ausgegangen werden, daß das zeitliche
Signal nur das einfach gestreute Licht repräsentiert.
Eine Auswertung der 3D-Kreuzkorrelationfunktionen liefert da
her eine verläßliche Interpretation der Meßdaten. Mit Hilfe
der Stokes-Einstein-Beziehung (siehe Anhang: Theoretische
Grundlagen, Gl. 6) läßt sich somit der korrekte Durchmesser
der suspendierten Teilchen bestimmen. Fig. 8 zeigt die Ergeb
nisse, die für den Partikeldurchmesser von suspendierten La
texteilchen mit der dreidimensionalen Kreuzkorrelationstechnik
bestimmt wurden. Es wurden wässrige Latexlösungen verschiede
ner Konzentration untersucht, bei denen die Transmission des
Laserlichtes zwischen 97.1% und 0.67% lag. Für diese Messun
gen wurde ein He-Ne-Laser mit einer Leistung von 10 mW einge
setzt. Die Temperatur betrug 20.6° +/- 0.2°. Der vom Herstel
ler angegebene Partikeldurchmesser betrug 107 +/- 10.5 nm. Die
Messungen wurden für verschiedene Streuwinkel θ in einem Breich
von 30° bis 135° aufgenommen. Die Messungen zeigen, daß
mit der 3D-Kreuzkorrelationstechnik für sämtliche Konzentra
tionen und Streuwinkel der richtige Partikeldurchmesser bestimmt
werden konnte. Die 3D-Kreuzkorrelationstechnik ist also
eine geeignete Methode, mit der die Mehrfachstreuung effektiv
unterdrückt werden kann.
Ganz anders sieht das bei der herkömmlichen Autokorrelation
stechnik aus, wie in Fig. 9 dargestellt. Hier scheint sich
der berechnete Partikeldurchmesser mit steigender Konzentrati
on der Probe (abnehmender Transmission) und mit kleiner wer
dendem Beobachtungswinkel θ zu verringern. Dieses Resultat ent
behrt jedoch jeglicher physikalischer Grundlage. Lediglich für
sehr verdünnte Proben läßt sich auch hier der richtige Parti
keldurchmesser erzielen.
Bei der herkömmlichen Autokorrelationstechnik ist man also auf
die Verwendung sehr verdünnter Systeme angewiesen, was die Un
tersuchung vieler wichtiger Systeme z. B. aus dem Bereich der
kolloiden Flüssigkeiten, kritischen Flüssigkeiten etc. aus
schließt. Dies betrifft auch viele reale Systeme, wie z. B. Ba
bymilch, Pharmazeutika, Farbe, etc. die nunmal in der Regel
nicht verdünnt sondern im optisch trüben Zustand vorliegen.
Die 3D-Kreuzkorrelationstechnik ermöglicht nur auch die Unter
suchung solcher Systeme bis hin zu optisch sehr trüben Suspen
sionen.
Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet der 3D-Kreuz
korrelationstechnik liegt im Bereich der Statischen Licht
streuung. Bei dieser Methode wird die mittlere Streulichtin
tensität <ID(θ)< für verschiedene Beobachtungswinkel gemessen.
Die gemessenen Daten sind charakteristisch für die verwendeten
Teilchen und ermöglichen damit, Informationen über die Größe,
Form oder Struktur der in der Suspension enthaltenen Teilchen
zu gewinnen. Bislang war man auch hier auf sehr verdünnte Sy
steme angewiesen, da die Mehrfachstreuprozesse die Meßdaten
für optisch trube Suspensionen verfälschten. Fig. 10 zeigt
winkelabhängige Streulichtmessungen <IDo(θ)< = <ID(θ)<.exp(τurb.
l(θ))/Veff(θ) wässriger Latexlösungen für verschiedene Teil
chenkonzentrationen die nach Herstellerangabe 453 +/- 9 nm
große Latexteilchen erhalten. Die Meßdaten wurden der Anschau
lichkeit halber so normiert, daß die Minima bei θ = 83° über
einanderliegen.
Der Einfluß des mehrfach gestreuten Lichtes macht sich auch
hier deutlich bemerkbar. Die Form der Kurven verändert sich
mit zunehmender Teilchenkonzentration (abnehmende Transmissi
on). Zur Messung des differentiellen Streuquerschnittes, der
nach Gl. 9 (siehe Anhang: Theoretische Grundlagen) proportio
nal zur Intensität des einfach gestreuten Lichtes ist, liefern
wieder nur sehr verdünnte Systeme verläßliche Informationen,
da hier die Wahrscheinlichkeit, daß das einfallende Laserlicht
mehrfach gestreut wird, vernachlässigt werden kann. Die Ver
wendung stark verdünnter Systeme zieht aber auch mehrere Nach
teile nach sich. So ist z. B. die Pulsrate des Streulichtes
stark verdünnter Medien in der Regel sehr gering, was die Mes
sung hinsichtlich der notwendigen statistischen Genauigkeit
erschwert. Andererseits kann das System durch den Prozeß der
Verdünnung selbst - z. B. hinsichtlich der bestehenden Wech
selwirkungsprozesse oder der Zusammensetzung - verändert wer
den.
Für viele Anwendungsgebiete besteht also auch hier das Inter
esse, den differentiellen Streuquerschnitt für optisch trübe
Suspensionen zu bestimmen, was durch die Erfindung ermöglicht
wird (siehe Anhang: Theoretische Grundlagen, Gl. 8 und Gl. 9).
Fig. 11 zeigt den relativen differentiellen Streuquerschnitt σ
(θ) für dieselben Proben, die bereits in Fig. 10 vorgestellt
wurden. Die Datenpunkte liegen für sämtliche Probenkonzentra
tionen sehr gut übereinander.
Die theoretischen Grundlagen der Dynamischen Lichtstreuung
wurden bereits an anderen Stellen ausführlich dargestellt. Da
her soll sich der theoretische Teil hier auf das Relevante be
schränken.
Eine fluide Suspension wird mit kohärentem monochromatischem
Licht beleuchtet. Dann entsteht im Fernfeld des Streulichtes
ein Lichtflecken-Muster, bestehend aus zeitlich variierenden
Intensitätsmaxima und -minima. I(q, t) sei im folgenden die in
Abhängigkeit von der Zeit t und dem Streuvektor q gemessene
Streulichtintensität, wobei der Betrag des Streuvektors q ge
geben ist durch |q| = (4πn/λ)sin(θ/2).
Dann ist
I(q, t) = |E(q, t)|2 und Es(q, t) + Em(q, t) (1)
Das Elektrische Feld E(q, t) ist die Summe zweier Komponenten,
wobei Es(q, t) für das einfach gestreute Licht steht und Em(q, t)
doppel- und mehrfach gestreutes Licht repräsentiert.
Für Streumedien, in denen sich die Partikel statistisch unab
hängig bewegen, ist die Komponente Es(q, t) des einfach gestreu
ten Lichtes proportional zur räumlichen Fourierkomponente
F(q, t) der Dichteverteilung der Probe. Damit ist das Licht
flecken-Muster vor einfach gestreuten Lichts nichts anderes
als die Abbildung des streuenden Mediums im reziproken Raum.
Handelt es sich bei der Probe um eine optisch sehr transparen
te Suspension, so daß Mehrfachstreuprozesse und damit Em(q, t)
vernachlässigt werden können, lassen sich aus der zeitlichen
Dynamik des Lichtflecken-Musters Informationen über die Dyna
mik des streuenden Mediums gewinnen.
Sobald in der Probe Mehrfachstreuprozesse auftreten, ist
Em(q, t) ≠ 0. Die Beziehungen zwischen mehrfach gestreutem Licht
und der Dynamik des streuenden Mediums sind jedoch sehr kom
pliziert. Damit spiegelt die Dynamik des Lichtflecken-Musters
nicht mehr unmittelbar die Dynamik des Streumediums im rezi
proken Raum wieder.
Bei der herkömmlichen Methode der dynamischen Lichtstreuung -
der Autokorrelationstechnik - wird die zeitliche Fluktuation
der Streulichtintensität innerhalb eines Lichtfleckes gemessen
und das Detektorsignal mit sich selbst korreliert. Die Auto
korrelationsfunktion ist dann durch folgenden Ausdruck gege
ben:
I(q, 0)I(q, τ) = Is(q, 0)Is(q, τ) + Im(q, 0)Im(q, τ)
+ Es(q, 0)Es*(q, τ).Em*((q, 0)Em(q, τ)
+ Es*(q, 0)Es(q, τ).Em(q, 0)Em*(q, τ)
+ 2.Is(q) Im(q) (2)
Der erste Term in Gleichung (2) ist die Korrelationsfunktion
des einfach gestreuten Lichtes, deren Zeitsignal die richtigen
Informationen über die Dynamik des streuenden Mediums liefert.
Sobald Em(q, t) ≠ 0 - wie in optisch trüben Medien der Fall -
sind in obigem Ausdruck (2) aber auch Terme enthalten, die von
mehrfach gestreutem Licht herrühren. Diese Terme verändern den
Abfall des Zeitsignals der Autokorrelationsfunktion
<I(q, 0)I(q, τ)< und führen dadurch wie bereits erwähnt zu einer
komplizierten und/oder falschen Interpretation der Meßdaten.
Mit der Kreuzkorrelationstechnik gelingt es nun, diesen Ein
fluß der Mehrfachstreuprozesse auf das Zeitsignal der Korrelationsfunktion
experimentell zu unterdrücken. Bei der 3D-
Kreuzkorrelationstechnik werden - wie bereits eingangs er
wähnt - zwei Streuexperimente unterschiedlicher Streugeometrie
am selben Streuvolumen durchgeführt, jedoch so, daß die Streu
vektoren q für die beiden Streugeometrien gleich sind (siehe
auch Fig. 3).
Im Folgenden werden die an den Detektoren 1 und 2 registrier
ten Streulichtintensitäten mit ID1(q, t) bzw. ID2(q, t) bezeich
net. Imn(q, t), m, n = 1, 2 ist dann die Intensität des Lichtes,
das in Richtung des Wellenvektors kim eingestrahlt und vom De
tektor in Richtung kon detektiert wird.
Den Ausdruck für ED2(t) erhält man, indem in (3) +Δg durch -Δ
q ersetzt und überall die Indizes 1 und 2 vertauscht werden.
Ausdruck (3) enthält Terme für verschiedene Streuvektoren q, q
± Δg. Die Elektrischen Feldamplituden für diese verschiedene
Streuvektoren beschreiben aber verschiedene Fourierkomponenten
F(q, t) und F(q ± Δq, t) der Dichtefluktuationen des streuenden Me
diums. Da diese Fourierkomponenten F(q, t) und F(q ± Δq ,t) vonein
ander unabhängig sind, ergeben sich auch keine Korrelationen
für die entsprechenden Terme der Elektrischen Feldamplituden
(vorausgesetzt Δq ist groß genug. Damit ergibt sich für die
normierte 3D-Kreuzkorrelationsfunktion
mit A(q) = AD.βovl(q)
Die Faktoren AD und βovl(q) sind Korrekturfaktoren, die in jedem
realen Experiment berücksichtigt werden müssen und auf die
weiter unten eingegangen werden soll. ρE(q, τ) ist die normierte
Autokorrelationsfunktion des Elektrischen Feldes [4, 5, 9], die
für die Brownsche Bewegung kugelförmiger, nicht wechselwirken
der Streuteilchen einen monoexponentiellen Abfall zeigt.
D ist die Diffusionskonstante der Brownschen Bewegung aus der
sich mit Hilfe der Stokes-Einstein-Beziehung
D = kBT/3πηa (6)
der mittlere Partikeldurchmesser a bestimmen läßt. Hierbei ist
kB die Boltzmannkonstante, T die Temperatur und η die Viskosi
tät des Lösungsmittels.
Um die Statische Lichtstreuung auch für Messungen an optisch
trüben Proben zugänglich zu machen, wurde eine neue Auswerte
methode entwickelt. Diese Methode basiert auf der Auswertung
der Amplitude der 3D-Kreuzkorrelationsfunktion, die wie folgt
definiert wird
wobei angenommen wird, daß die Intensitäten an den beiden De
tektoren D1 und D2 bei optimaler Justage gleich sind. Um den
theoretisch maximalen Wert von R(q) zu bestimmen, gehen wir
davon aus, daß die Apparatur optimal justiert ist und Detekto
ren mit einer punktförmigen Öffnung exakt dasselbe Streuvolu
men "sehen". Dann kann A(q) = 1 gesetzt werden. Falls außerdem
in der Probe nur Einfachstreuprozesse auftreten, ist <ID(q)< =
2.<Is(q)< und für R(q) ergibt sich ein theoretisch maximaler
Wert von 0.5. Dann ergibt sich die zeitlich gemittelte Inten
sität des einfach gestreuten Lichtes zu:
Der letzte Term berücksichtigt, daß die Intensität des detek
tierten Streulichtes von der Turbidity τurb der Probe abhängt.
Diese Abhängigkeit folgt einem exponentiellen Gesetz, wobei in
obiger Formel der optische Weg des Streulichtes durch die Pro
be mit l(q) gekennzeichnet ist. Für den differentiellen Streu
querschnitt folgt dann schließlich:
IL ist die Intensität des beleuchtenden Laserlichtes, Veff(q)
das effektive Streuvolumen, cn die Teilchendichte und dΩ der
Raumwinkelbereich, der sich über die Detektoröffnung auf
spannt. Die Bestimmung der Winkelabhängigkeit des differentiellen
Wirkungsquerschnittes erfordert daher die Kenntnis der
Winkelabhängigkeit des effektiven Streuvolumens Veff(q). Die
Bestimmung dieser Winkelabhängigkeiten läßt sich auf experi
mentellem Wege durch Testmessungen an sehr verdünnten Proben
durchführen, in denen Teilchen suspendiert sind, für deren
Partikeldurchmesser a gilt: a << λ wobei λ die Wellenlänge des
verwendeten Lasers ist.
Die Faktoren AD und βovl(q) sind Korrekturfaktoren, die in jedem
realen Experiment berücksichtig werden müssen. Der Korrektur
faktor AD ist eine vom Streuwinkel und von der Probenkonzentra
tion unabhängige Konstante und beträgt für eine punktförmige
Detektorapertur und bei optimaler Justage den Wert 1. In jedem
realen Experiment muß jedoch die Streulichtintensität über die
räumliche Ausdehnung der Detektorapertur integriert werden,
was zu einem Absinken von AD führt. Bei der Verwendung von Mo
no-Mode-Fasern, führt der letztgenannte Effekt jedoch ledig
lich zu einem Absinken der experimentell bestimmten Amplitude
von ≦ 2%.
Für die Bestimmung des differentiellen Streuquerschnittes ist
hauptsächlich die Abhängigkeit des Korrekturfaktors A(q) vom
Streuvektor und damit vom Streuwinkel θ maßgeblich. Dazu ist
die Kenntnis der Winkelabhängigkeit von βovl(q) erforderlich.
Dieser Korrekturterm βovl(q) berücksichtigt einen Effekt, der
mit der Geometrie des Streuvolumens zusammenhängt. Fig. 12
zeigt das Streuvolumen des 3D-Kreuzkorrelationsexperimentes in
einer schematischen Darstellung.
In Fig. 12 ist das Streuvolumen dreidimensional skizziert. Das
schraffierte Gebiet repräsentiert das Gebiet, das von der De
tektionsoptik "eingesehen" werden kann. Das "Sichtfenster" der
Detektionsoptik ist in den hier vorgestellten Experimenten we
sentlich größer (≈ Faktor 5 bis 10) als der maximale Durchmes
ser (≈ 2r) des Streuvolumens. Daher gelangt auch Streulicht zum
Detektor, das aus Gebieten stammt, die nicht von beiden Laser
strahlen beleuchtet werden. Streulicht, das aus diesen "unkor
relierten" Gebieten stammt, trägt lediglich zu dem zeitunab
hängigen Untergrund der gemessenen Kreuzkorrelationsfunktion
bei. Wird die Kreuzkorrelationsfunktion für Streuwinkel aufge
nommen, die von θ = 90° weiter entfernt liegen, "sieht" die De
tektionsoptik im Verhältnis zu den "korrelierten" Gebieten immer
größere Anteile dieser "unkorrelierten" Gebiete. Dies
führt zu einem gegenüber θ = 90° symmetrischen Abfall der Am
plitude der Kreuzkorrelationsfunktion.
Der Korrekturfaktor βovl(q) berücksichtigt außerdem, daß die Am
plitude R(q) der gemessenen Kreuzkorrelationsfunktionen emp
findlich Dejustage reagiert und absinkt. βovl(q) wird nach Been
digung der Justageeffekte einmalig experimentell bestimmt, in
dem Testmessungen an sehr verdünnten Latex-Suspensionen durch
geführt werden.
Claims (10)
1. Vorrichtung für dreidimensionale Kreuzkorrelationstechnik
zur Unterdrückung von Mehrfachstreuung in der dynamischen
und statischen Lichtstreuung zur Bestimmung des hydrodyna
mischen Durchmessers und des differentiellen Streuquer
schnitts von mesoskopischen Teilchen in optisch trüben Me
dien, mit der zwei Streuexperimente mittels unterschiedli
cher Streugeometrie am selben Streuvolumen mit dem gleichen
Streuvektor zur Messung von Kreuzkorrelationsfunktionen
ausgeführt werden, dabei ist ein lichtdurchlässiger tempe
rierbarer Behälter für die Probe vorgesehen und es werden
zwei aus einer Laserquelle erzeugte parallele Laserstrahlen
gleicher Wellenlänge zur Beleuchtung der Probe durch eine
Linse in der Probe focussiert, wobei das Streulicht aus der
Probe zur Signalverarbeitung mittels Monomode-Glasfasern
über einen Photomulitplier einem Korrelator zuführbar ist
und wobei auf der Detektionsseite das Streulicht für die
Ausrichtung zu den Monomode-Glasfasen spiegelbar ist, da
durch gekennzeichnet, dass auf einer Grundplatte(1) ein als
Drehtisch ausgeführtes Goniometer (2) befestigt ist, dass
das als Drehtisch ausgebildete Goniometer (2) über eine
Platte (3) einen Detektionstisch (7) trägt, dass die Dreh
achse des als Drehtisch ausgeführten Goniometers, die Mit
telpunkte des temperierbaren Behälters (5) und einer Küvet
te für die Probe in einer gemeinsamen Drehachse zusammen
fallen, und dass die Drehachse des als Drehtisch ausgeführ
ten Goniometers, die Mittelpunkte des temperierbaren Behäl
ters und der Küvette für die Probe jeweils in der x-, y-
Ebene justierbar ausgeführt sind, dass die Drehachse des
als Drehtisch ausgeführten Goniometers, die Längsachsen des
temperierbaren Behälters und der Küvette für die Probe in
z-Richtung senkrecht zur optischen x-, y-Ebene ausgerichtet
sind, dass die Laserbeleuchtungsstrahlen mit ihrem durch
eine Linse eingestellten Brennpunkt mittig auf der gemein
samen Drehachse des als Drehtisch ausgebildeten Goniome
ters, des temperierbaren Behälters und der Küvette für die
Probe liegen, und dass die Justage der Monomode-Glasfasern
auf diesen Brennpunkt derart durchführbar ist, indem die
Monomode-Glasfasern in einem ersten Schritt bei einem
Streuwinkel von 0 Grad und anschließend in einem zweiten
Schritt durch Drehung des Detektionstisches (7) mit seinen
Justiereinrichtungen mit Hilfe der an dem Goniometer befe
stigten Platte (3) um einen Streuwinkel θ mit Hilfe wenig
stens eines mittels Verstelleinrichtungen verkippbaren
Spiegels und von Verstelleinrichtungen für die Monomode-
Glasfasern ausrichtbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die Korrelationsfunktion für einfach gestreute Lichtinten
sität und der Anteil der gestreuten Lichtintensität der nur
von Einfachstreuprozessen stammt, durch Verkippen des ver
kippbaren Spiegels und durch Ausrichten der Monomodefasern
bestimmbar sind.
3. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zur Untersuchung
von Dispersionen verwendbar ist.
4. Verfahren zur Durchführung der Justage von Detek
tionsoptiken zur Messung von Kreuzkorrelationsfunktionen in
flüssigen Medien, wobei zwei Lichtstreumessungen mittels
unterschiedlicher Streugeometrie am selben Streuvolumen mit
dem gleichen Streuvektor ausgeführt werden, wobei zwei La
serstrahlen gleicher Wellenlänge in der zu untersuchenden
Probe gekreuzt werden und wobei das Streulicht aus der Pro
be zur Signalverarbeitung mittels Detektionsoptiken aufge
sammelt, verstärkt und durch einen Korrelator kreuzkorre
liert wird und wobei das Streulicht durch wenigstens einen
Spiegel zu den Detektionsoptiken ausgerichtet wird, dadurch
gekennzeichnet, dass zunächst die Richtungsselektion der
Detektionsoptiken bei zwei unterschiedlichen Streuwinkeln
und durch Verkippung wenigstens eines Spiegels so einge
stellt wird, dass beide Detektionsoptiken Streulicht zum
selben Streuvektor aufnehmen und dass danach die Detekti
onsaperturen so ausgerichtet werden, dass sie am Ort des
Streuvolumens überlappen und die beiden Schritte so oft
wiederholt werden bis die Amplitude der Kreuzkorrelations
funktionen in diesem Verfahrensschritt ihren optimalen Wert
erreicht hat.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass
zwei Detektionsoptiken vorhanden sind und die Richtung des
von der einen Detektionsoptik aufgesammelten Streulichtes
als Referenzrichtung dient und die Richtung des Streulich
tes, das von der anderen Detektionsoptik aufgesammelt wird,
durch Verkippung wenigstens eines vor dieser Detektionsop
tik befindlichen, verkipparen Spiegels so ausgerichtet
wird, dass die Detektionsoptiken das Streulicht zum selben
Streuvektor aufnehmen.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die
Richtungsselektion der Detektionsoptiken bei einem Streu
winkel θ = 0 Grad und anschließend bei einem Streuwinkel θ
= 90 Grad durchgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass als
Detektionsoptiken Monomodefasern eingesetzt werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekenn
zeichnet, dass in einem weiteren Schritt der Schnittpunkt
der sich kreuzenden Laserstrahlen so ausgerichtet wird, dass
die Amplitude der Kreuzkorrelationsfunktionen weiter an
steigt und dass dann die Schritte nach Anspruch 4 so oft
wiederholt werden, bis die Amplitude der Kreuzkorrelations
funktionen ihr Optimum erreicht hat und dass anschließend
sämtliche Schritte in einem iterativen Prozess so oft wie
derholt werden, bis die Amplitude der Kreuzkorrelationsfunk
tionen ihren optimalen Wert erreicht hat.
9. Verfahren zur Bestimmung der einfach gestreuten Lichtinten
sität bei Lichtstreumessungen in flüssigen Medien mittels
Kreuzkorrelationstechnik, dadurch gekennzeichnet, dass die
an trüben Proben gemessenen Amplituden R(q) der Kreuzkorre
lationsfunktionen in der Weise korrigiert werden, dass ein
Korrekturfaktor βovl = A(q)/AD bestimmt wird, wobei A(q) die
Amplitude ist, die an transparenten Proben gemessen worden
ist und AD ein Term ist, der die räumliche Ausdehnung der
Detektionsoptiken berücksichtigt und dass eine normierte Am
plitude
aus dem Verhältnis der beiden Amplitudenwerte zueinander bestimmt wird, und dass anschließend die zeitlich gemittelte Intensität IS(q) des einfach gestreuten Lichtes gemäß den Formeln
bestimmt wird, wobei ID(q) die zeitlich gemittelte Streu lichtintensität, q den Streuvektor, τurb die Trübung und l(q) den Optischen Weg des Lichtes durch die Probe bedeuten.
aus dem Verhältnis der beiden Amplitudenwerte zueinander bestimmt wird, und dass anschließend die zeitlich gemittelte Intensität IS(q) des einfach gestreuten Lichtes gemäß den Formeln
bestimmt wird, wobei ID(q) die zeitlich gemittelte Streu lichtintensität, q den Streuvektor, τurb die Trübung und l(q) den Optischen Weg des Lichtes durch die Probe bedeuten.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 8 und nach Anspruch
9, dadurch gekennzeichnet, dass die Richtung des von der ei
nen Detektionsoptik aufgesammelten Streulichtes als Refe
renzrichtung dient und der Schnittpunkt der sich kreuzenden
Strahlen und die Position der anderen Detektionsoptik so
ausgerichtet werden, dass die Amplitude der Kreuzkorrelati
onsfunktionen an transparenten Proben symmetrisch verläuft,
je größer der Abstand des eingestellten Streuwinkels von dem
Streuwinkel von 90 Grad ist.
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|---|---|---|---|
| DE1997155589 DE19755589C2 (de) | 1997-12-15 | 1997-12-15 | Vorrichtung für dreidimensionale Kreuzkorrelationstechnik und Verfahren zur Durchführung der Justage von Detektionsoptiken zur Messung von Kreuzkorrelationsfunktionen in flüssigen Medien |
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|---|---|---|---|
| DE1997155589 DE19755589C2 (de) | 1997-12-15 | 1997-12-15 | Vorrichtung für dreidimensionale Kreuzkorrelationstechnik und Verfahren zur Durchführung der Justage von Detektionsoptiken zur Messung von Kreuzkorrelationsfunktionen in flüssigen Medien |
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