DE19739443A1 - Vorrichtung zur Erzeugung von Eisenschwamm - Google Patents
Vorrichtung zur Erzeugung von EisenschwammInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bei der Reduktion von stückigen Eisenoxiden in einem
Reduktionsschacht wird der erzeugte Eisenschwamm im
unteren Teil des Reduktionsschachtes aus diesem aus
getragen. Eine Möglichkeit dieses Austragens besteht
darin, daß der Eisenschwamm mittels radial wirkende
Austragorgane, insbesondere Förderschnecken, seitlich
aus dem Reduktionsschachtofen abgeführt wird. Durch
die radiale Anordnung der Förderschnecken bestehen
zwischen diesen seitliche Zwischenräume (tote Flä
chen), die sich zur Innenwand des Reduktionsschachtes
hin erweitern. Auf diesen Zwischenraumflächen bauen
sich unbewegte Zonen des durch den Schacht nach unten
bewegten Möllers, sogenannte "tote Männer" auf. Wei
terhin können die Austragorgane aus Festigkeitsgrün
den nicht beliebig groß hinsichtlich ihres Durchmes
sers und ihrer hänge gemacht werden, so daß normaler
weise auch in der Mitte des Reduktionsschachtes zwi
schen den inneren Enden der Austragorgane (Schnecken
köpfen) eine tote Fläche besteht, auf der sich eben
falls ein "toter Mann" (zentraler "toter Mann") auf
baut. Die Höhe dieser "toten Männer" ist abhängig von
der Größe der jeweiligen Zwischenraumfläche und dem
Schüttwinkel der Möllerschuttung. Insbesondere bei
höheren Verstaubungen aufgrund des Staubgehaltes des
Reduktionsgases ist dieser Schüttwinkel sehr steil
und die innere Reibung sehr hoch. Dabei können sich
die über den Zwischenraumflächen der Förderschnecken
gebildeten "toten Männer" und der zentrale "tote Mann"
gegenseitig abstützen. Die "toten Männer" haben einen
potentiell schädlichen Einfluß auf die Gleichmäßig
keit der Durchgasung des Möllers sowie der Möllerbe
wegung im Schacht und damit auf die Gleichmäßigkeit
der Reduktion der Eisenoxide.
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
eine Vorrichtung zur Erzeugung von Eisenschwamm aus
stückigen Eisenoxiden in einem Reduktionsschacht un
ter Verwendung eines heißen staubhaltigen Reduktions
gases, das in einem Gaserzeuger durch partielle Oxi
dation von festen Kohlenstoffträgern erzeugt und über
seitliche Reduktionsgaseinlässe am unteren Ende der
Reduktionszone in den Reduktionsschacht eingeleitet
wird, bei der die stuckigen Eisenoxide im oberen Be
reich des Reduktionsschachtes eingegeben und als Ei
senschwamm an dessen unterem Ende durch Austragorgane
radial ausgetragen werden, zu schaffen, bei der zu
mindest die sich in der Mitte zwischen den radialen
Austragorganen befindliche tote Fläche in der Boden
ebene des Reduktionsschachtes vermieden wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die
im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen
Merkmale. Vorteilhafte Weiterbildungen der erfin
dungsgemäßen Vorrichtung ergeben sich aus den Unter
ansprüchen.
Dadurch, daß im mittleren Bereich des Reduktions
schachtes unterhalb der zwischen den inneren Enden
der Austragorgane gebildeten Fläche im Boden des Re
duktionsschachtes eine zusätzliche Austragöffnung für
den Eisenschwamm vorgesehen ist, können sich keine
"toten Männer" mehr in der Mitte und im wesentlichen
auch seitlich zwischen den Austragorganen ausbilden,
da die mittlere Fläche selbst als Austragöffnung
dient und auch das über den seitlichen Flächen be
findliche Möllermaterial sich nicht mehr am zentralen
"toten Mann" abstützen kann, sondern vielmehr beim
Absinken im Reduktionsschacht zu einem erheblichen
Teil zu der zusätzlichen Austragöffnung hin gelenkt
wird.
Vorteilhaft ist zwischen jeweils zwei Austragorganen
und nach oben über diese hinausragend eine Leitein
richtung vorgesehen, derart, daß der nach unten sin
kende Eisenschwamm seitlich zu den Austragorganen und
radial zu der zusätzlichen Austragöffnung gelenkt
wird. Hierdurch wird eine verstärkte Lenkung des Möl
lermaterials zu den Austragorganen und der zusätzli
chen Austragöffnung hin erreicht.
Die Leiteinrichtungen haben vorzugsweise eine vom
Rand der zusätzlichen Austragöffnung schräg nach oben
bis zur Innenwand des Reduktionsschachtes verlaufende
obere Kante und erweitern sich nach unten und radial
nach außen bis zur Breite des seitlichen Zwischen
raums zwischen den Austragorganen. Hierdurch ist si
chergestellt, daß das gesamte Möllermaterial gleich
mäßig nach unten sinkt, bis es ausgetragen wird.
Durch die Teilung des Abzugs in einen Außen- und Zen
trumsbereich kann die Absinkgeschwindigkeit im Be
reich des Schacht-Außendurchmessers und im Bereich
über dem Mittenaustrag unabhängig voneinander gesteu
ert werden. Somit ist - in Verbindung mit den indivi
duell einstellbaren Austragsgeschwindigkeiten der
Austragsorgane - eine gezielte Steuerung des Schacht
ganges über den gesamten Schachtquerschnitt möglich.
Vorteilhaft befindet sich unterhalb der zusätzlichen
Austragöffnung ein senkrechter Schacht mit einem dem
Durchmesser der Austragöffnung entsprechenden kon
stanten Durchmesser, wobei der Schacht am unteren
Ende verschlossen ist und wobei oberhalb des Bodens
des Schachtes mindestens ein weiteres radial wirken
des Austragorgan für den Eisenschwamm angeordnet ist.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von in den
Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 den unteren Teil eines Reduktions
schachtes in senkrechter Schnittdar
stellung gemäß einem ersten Ausfüh
rungsbeispiel,
Fig. 2 einen horizontalen Schnitt durch den
Reduktionsschachtofen in der Ebene
II-II in Fig. 1, und
Fig. 3 den unteren Teil eines Reduktions
schachtes in senkrechter Schnittdar
stellung gemäß einem zweiten Ausfüh
rungsbeispiel.
Die Figuren zeigen den Teil des Reduktionsschachtes
unterhalb der Bustleebene, das heißt der Ebene, in
der das Reduktionsgas in den Schacht geblasen wird,
um in diesem durch den Möller nach oben zu steigen
und die Umwandlung der Eisenoxide in Eisenschwamm zu
bewirken.
Der Reduktionsschacht weist einen zylindrischen oder
bereichsweise konischen Mantel 1 auf, der am unteren
Ende in den Boden 2 übergeht. Unmittelbar oberhalb
des Bodens 2 befinden sich mehrere, beispielsweise
zehn seitliche Austragöffnungen für den den Eisen
schwamm enthaltenden Möller, die in gleichmäßigem
Abstand in Umfangsrichtung entlang des Mantels 1 in
einer horizontalen Ebene verteilt sind. Durch jede
dieser Austragöffnungen ist ein Austragorgan in Form
einer Förderschnecke 3 geführt. Die Förderschnecken 3
transportieren den auf den Boden 2 herabgesunkenen
Möller radial nach außen, so daß er jeweils in ein
Fallrohr 4 gelangt, durch welches er beispielsweise
in einen das Reduktionsgas erzeugenden Einschmelzver
gaser geführt wird. Dieser Mölleraustrag ermöglicht
das Absinken des Möllers im Reduktionsschacht.
Die radialen Förderschnecken 3 erstrecken sich nur
über einen Teil des Radius des Reduktionsschachtes,
so daß die Schneckenköpfe einen Abstand von der
Schachtachse aufweisen und eine Kreisfläche zwischen
sich bilden. Der Boden 2 enthält eine dieser Kreis
fläche entsprechende mittlere Austragöffnung, die in
einen zylindrischen Schacht 5 mit gegenüber dem des
Reduktionsschachtes entsprechend verringertem Durch
messer übergeht.
Oberhalb des Bodens 2 befindet sich zwischen jeweils
zwei Förderschnecken 3 ein keilförmiges Leitelement
6. Die vordere bzw. obere Kante der Leitelemente er
streckt sich vom Rand der mittleren Austragöffnung
nach oben ansteigend bis zur Innenwand des Mantels 1,
wobei der Steigungswinkel dieser Kante gegenüber der
Vertikalen etwa 25 bis 40° beträgt. Weiterhin erwei
tern sich die Leitelemente 6 von dieser Kante ausge
hend nach unten und radial nach außen, so daß ihre
auf dem Boden aufliegende Fläche jeweils der toten
Fläche zwischen zwei Förderschnecken 3 entspricht.
Der Neigungswinkel der Seitenflächen der Leitelemente
6 liegt etwa im Bereich von 5 bis 15°.
Die Leitelemente 6 lenken den herabsinkenden Möller
so zu der mittleren Austragöffnung im Boden 2 sowie
zu den Förderschnecken 3, daß praktisch der gesamte
Möller ungehindert ausgetragen wird, das heißt das
Auftreten "toter Männer" unterbunden wird.
Der die mittlere Austragöffnung passierende Teil des
Möllers gelangt in den unten geschlossenen Schacht 5.
Um das Material aus diesem auszutragen, sind unmit
telbar über dem Boden des Schachtes 5 zwei einander
diametral gegenüberliegende Austragöffnungen vorgese
hen, durch welche ebenfalls je eine Förderschnecke 7
hindurchgeführt ist für den Austrag zu einem Fallrohr
8, das auch beispielsweise in den Einschmelzvergaser
führt. Da der Durchmesser des Schachtes 5 bedeutend
kleiner als der des Reduktionsschachtes ist, ragen
die Förderschnecken 7 jeweils über die Mitte des
Schachtes 5 hinaus, so daß sämtlicher in den Schacht
5 eintretender Möller ohne Stauung zu den Fallrohren
8 transportiert wird.
Anstelle der Förderschnecken 8 können auch andere
Austragorgane am Boden des Schachtes 5 vorgesehen
sein, beispielsweise eine Zellenradschleuse oder ein
Bunkerräumer.
Bei dem Reduktionsschacht nach Fig. 3 schließt sich
an die mittlere Austragöffnung im Boden 2 ein Schacht
9 an, dessen Innendurchmesser nach unten hin stetig
abnimmt und am unteren Ende etwa 1 m oder weniger
beträgt. Das untere Ende des Schachtes 9 ist offen,
so daß der Möller aus diesem austreten kann. Er fällt
auf einen Hubbalken 10, der sich in einer Kammer 11
mit einem Auslaufrohr 12 befindet. Der Hubbalken 10
führt in Abhängigkeit von der Menge des aus dem
Schacht 9 ausgetretenen Möllers Schwenkbewegungen
durch und bewirkt eine diskontinuierliche Abgabe von
diesem an das Auslaufrohr 12.
Das Auslaufrohr 12 wird zentral durch einen Kohlein
liner 13 in den Kopf eines Einschmelzvergasers 14
geführt. Der Kohleinliner 13 umfaßt ein vertikales
Zuführungsrohr von einem Kohlebunker und einen zwei
stufigen Schneckenförderer. Durch die konzentrische
Einbringung von Möllermaterial bzw. Eisenschwamm und
Kohle in den Kopf des Einschmelzvergasers 14 wird die
Durchmischung von diesem gefördert, so daß das
Schmelzen des Eisenschwamms und die Erzeugung des
Reduktionsgases im Einschmelzvergaser 14 verbessert
werden.
Claims (13)
1. Vorrichtung zur Erzeugung von Eisenschwamm aus
stückigen Eisenoxiden in einem Reduktionsschacht
unter Verwendung eines heißen staubhaltigen Re
duktionsgases, das in einem Gaserzeuger (14)
durch partielle Oxidation von festen Kohlen
stoffträgern erzeugt und über seitliche Reduk
tionsgaseinlässe am unteren Ende der Reduktions
zone in den Reduktionsschacht eingeleitet wird,
bei der die stückigen Eisenoxide im oberen Be
reich des Reduktionsschachtes eingegeben und als
Eisenschwamm an dessen unterem Ende durch Aus
tragorgane (3) radial ausgetragen werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß im mittleren Bereich des Reduktionsschachtes
unterhalb der zwischen den inneren Enden der
Austragorgane (3) gebildeten Fläche im Boden des
Reduktionsschachtes eine zusätzliche Austragöff
nung für den Eisenschwamm vorgesehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß zwischen jeweils zwei Austragorga
nen (3) und nach oben über diese hinausragend
eine Leiteinrichtung (6) vorgesehen ist, derart,
daß der nach unten sinkende Eisenschwamm seit
lich zu den Austragorganen (3) und radial zu der
zusätzlichen Austragöffnung gelenkt wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Austragorgane Förder
schnecken (3) sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Leiteinrichtung
(6) eine vom Rand der zusätzlichen Austragöff
nung schräg nach oben bis zur Innenwand des Re
duktionsschachtes verlaufende obere Kante hat.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Neigungswinkel der oberen Kan
te der Leiteinrichtung (6) etwa 25 bis 40° ge
genüber der Senkrechten beträgt.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß sich die Leitein
richtung (6) nach unten und radial nach außen
bis zur Breite des seitlichen Zwischenraums zwi
schen den Austragorganen (3) erweitert.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Neigungswinkel der Seitenflä
chen der Leiteinrichtung (6) etwa 5 bis 30° ge
genüber der Senkrechten beträgt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß sich unterhalb der
zusätzlichen Austragöffnung ein Schacht (5) mit
nach unten hin verjüngenden gleichbleibendem
oder sich erweiterndem Durchmesser befindet, daß
der Schacht (5) am unteren Ende verschlossen ist
und daß oberhalb des Bodens des Schachtes (5)
mindestens ein weiteres radial wirkendes Aus
tragorgan (7) für den Eisenschwamm angeordnet
ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß das weitere Austragorgan eine För
derschnecke (7) ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß das weitere Austragorgan eine Zel
lenradschleuse ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß das weitere Austragorgan ein Bun
kerräumer ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß sich unterhalb der
zusätzlichen Austragöffnung ein senkrechter
Schacht (9) mit nach unten abnehmendem Durchmes
ser befindet, daß der Schacht (9) am unteren
Ende eine Austragöffnung für den Eisenschwamm
aufweist und in eine Kammer (11) mit Auslaufrohr
(12) mündet, und daß in der Kammer (11) unter
halb der Austragöffnung am unteren Ende des
Schachtes (9) ein Hubbalken (10) vorgesehen ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Auslaufrohr (12) durch das
Zuführungsrohr (13) für die Einbringung der fe
sten Kohlenstoffträger in den Gaserzeuger (14)
geführt ist.
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