DE19732778A1 - Vorrichtung zur Verteilung und/oder Schleusung eines heißen mehlförmigen Gutes - Google Patents
Vorrichtung zur Verteilung und/oder Schleusung eines heißen mehlförmigen GutesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Verteilung und/oder
Schleusung eines heißen mehlförmigen Gutes, insbesondere eines
heißen Zementrohmehlstromes in einer Anlage zur Herstellung von
Zementklinker aus Zementrohmehl, das in einem Wärmetauscher
system vorerhitzt und in einem Drehrohrofen zu Zementklinker ge
brannt wird.
Bei Anlagen zur Herstellung von Zementklinker aus Rohmehl, das vor
dem Brennprozeß vorgewärmt und calciniert wird, ist es oft erforder
lich, einen heißen Zementrohmehlstrom auf zwei Mehlableitungen
aufzuteilen, das heißt heißes Rohmehl in die eine und/oder andere
Mehlableitung zu leiten. So ist es z. B. bei der Anlage zur Herstellung
von Zementklinker aus Zementrohmehl (EP-B-0 222 044) erforderlich,
das vorerhitzte Rohmehl, das aus der vorletzten (zweituntersten) Zy
klonstufe nach unten austritt, auf eine in der Klinkerkühlerabluftleitung
(Tertiärluftleitung) liegende Calcinierzone einerseits und auf eine in
der Drehofenabgasleitung liegende Calcinierzone andererseits gezielt
aufzuteilen. Außerdem ist es bei bestimmten Zweistranganlagen
(Zwillingsanlagen), bei denen das in der Drehofenabgasleitung vor
calcinierte Zementrohmehl des einen Strangs in der von der heißen
Klinkerkühlerabluft betriebenen Calcinierzone des anderen Strangs
nachcalciniert wird, erforderlich, nach dem Anfahren der Anlage das
aus der untersten Zyklonstufe des Drehofenabgasstranges austre
tende vorcalcinierte Zementrohmehl mittels einer Umstellklappe statt
in den Drehrohrofen in die betriebsbereite Nachcalcinierzone des an
deren Stranges einzuführen.
Die Verteilung bzw. Umstellung des heißen Rohmehlstromes wird
bisher mit einem Verteilergehäuse bewerkstelligt, an dessen Ober
seite die Heißmehlzuleitung und an dessen Unterseite zwei Heiß
mehlableitungen anschließbar sind, so daß das Verteilergehäuse von
seiner Gestalt her auch als sogenanntes "Hosenrohr" bezeichnet wird.
Im Hosenrohr ist schwenkbar eine Klappe angeordnet, durch deren
Schwenkbetätigung der heiße Zementrohmehlstrom, der eine Tempe
ratur von z. B. 800 bis 900°C aufweisen kann, verteilt bzw. umgestellt
wird. Es versteht sich, daß dabei speziell die schwenkbare Klappe
einem hohen thermochemischen und abrasiven Verschleiß ausgesetzt
ist.
Auch sogenannte Prallschieber, die bei Zementanlagen quer in eine
vom Drehrohrofen und/oder vom Klinkerkühler kommende Heißgas
leitung eingebaut sind und die Aufgabe haben, vorerhitztes Ze
mentrohmehl, das von der Seite her in die Heißgasleitung eingeführt
wird, gleichmäßig über den Heißgasquerschnitt zu verteilen bzw. zu
suspendieren, sind einem hohen Verschleiß ausgesetzt.
Außerdem sind bei Zyklonschwebegasvorwärmersträngen mit von
Heißgas durchströmten übereinander angeordneten Zyklonen zur Er
hitzung von Zementrohmehl in den Mehlfalleitungen sogenannte
Klappenkästen bzw. Pendelschleusen, auch Doppel-Pendelschleusen
eingebaut, in denen eine bzw. zwei gewichtsbelastete Pendelklappen
integriert sind, welche die Aufgabe haben, den heißen Gasstrom je
weils zurückzuhalten und andererseits nach einer bestimmten Fest
stoffbeladung durch Aufschwenken der Klappen den heißen Roh
mehlstrom nach unten durch die Mehlfalleitung durchzulassen. Auch
diese Pendelklappen sind einem hohen Verschleiß ausgesetzt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, insbesondere für den Ze
mentanlagenbau zur Verteilung und/oder Schleusung eines heißen
mehlförmigen Gutstromes eine Vorrichtung zu schaffen, deren einem
hohen Verschleiß ausgesetzten Einbauten, insbesondere das Stellor
gan, eine hohe Standzeit aufweisen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Kenn
zeichnungsteils des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
sind in den Unteransprüchen angegeben.
Charakteristisch für die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Verteilung
und/oder Transportschleusung eines heißen mehlförmigen Gutstro
mes mit Schwenkklappe/Pendelklappe oder Prallschieber ist, daß
dieses dem Verschleiß besonders ausgesetzte Organ als plattenför
miger kühlmediumdurchströmter Hohlköper ausgebildet ist, der we
nigstens eine Kühlmediumeintrittsöffnung und wenigstens eine Kühl
mediumaustrittsöffnung aufweist. Als Kühlmedium wird der Einfach
heit halber Außenluft als Kühlluft eingesetzt, die von einem Kühlluft
ventilator oder von einem Druckluftnetzanschluß ausgehend durch
den Plattenhohlkörper gedrückt wird. Das Kühlmedium kühlt die in der
Regel aus metallischem Werkstoff bestehende Hohlkörper-Klappe
bzw. den Hohlkörper-Prallschieber sowie jeweils deren Oberfläche.
Feststoffanbackungen an den gekühlten vergleichsweise leichtge
wichtigen erfindungsgemäßen Organen werden vermieden. Insgesamt
ist die Lebensdauer bzw. die Standzeit der erfindungsgemäßen
Heißmehlverteilvorrichtung bzw. Heißmehlschleuse sehr hoch.
Die Erfindung und deren weitere Merkmale und Vorteile werden an
hand der in den Figuren schematisch dargestellten Ausführungsbei
spiele näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 in Seitenansicht ein hosenrohrförmiges Heißmehlvertei
lergehäuse mit luftgekühlter verstellbarer Klappe zur
Verteilung/Umstellung eines von oben zuströmenden
Heißmehlstromes in die eine und/oder andere Ableitung,
gesehen in Richtung des Pfeiles I der Fig. 2,
Fig. 2 die um 90° versetzte andere Seitenansicht auf den Heiß
mehl-Umstellkasten der Fig. 1 mit integrierter luftgekühl
ter Umstellklappe,
Fig. 3 im Vertikalschnitt einen luftgekühlten Prallschieber, ein
gebaut in eine Drehofenabgassteigleitung unterhalb der
Heißmehleinführungsöffnung,
Fig. 4 herausgezeichnet etwas vergrößert den Vertikalschnitt
durch den luftgekühlten Prallschieber der Fig. 3,
Fig. 5 die Draufsicht, teilweise im Horizontalschnitt auf den luft
gekühlten Prallschieber der Fig. 4, und
Fig. 6 ausschnittsweise schematisch eine sogenannte Zwei
stranganlage (Zwillingsanlage) zur Herstellung von Ze
mentklinker aus Zementrohmehl mit integrierter luftge
kühlter Heißmehlumstellklappe und mit integriertem luft
gekühlten Prallschieber.
Die Zweistranganlage zur Herstellung von Zementklinker aus Ze
mentrohmehl der Fig. 6 weist einen linken vom Abgas eines Dreh
rohrofens 10 durchströmten Strang und einen rechten Strang auf, der
von heißer Kühlerabluft über eine Tertiärluftleitung 11 des nicht dar
gestellten Klinkerkühlers mit hochtemperierter Kühlerabluft versorgt
wird. Beide Stränge weisen jeweils für sich betriebene Zyklonschwe
begasvorwärmer-Stränge auf, von denen der Einfachheit halber je
weils nur die beiden untersten Zyklonstufen 12, 13 und 14, 15 ge
zeichnet sind. Von der gesamten in der Zweistranganlage behandel
ten Rohmehlmenge können auf den linken Strang bei 16 z. B. ca. 50%
Rohmehl und auf den rechten Strang bei 17 ebenfalls z. B. ca. 50%
Rohmehlmenge aufgegeben werden. Das etwa 800°C heiße Rohmehl
aus der zweituntersten Zyklonstufe 12 des linken Strangs wird über
Leitung 18 in das etwa 900 bis 1100°C heiße Drehofenabgas einge
führt und dort mit oder ohne Zufuhr von Brennstoff vorcalciniert. Die
Rohmehleinführungsstelle in das Drehofenabgas befindet sich ober
halb eines Prallschiebers 19, der den Zweck hat, das eingeführte
Heißmehl gleichmäßig über den Drehofenabgasquerschnitt zu vertei
len.
Beim Anfahren der Anlage nach Fig. 6 steht noch keine aus dem
Klinkerkühler kommende heiße Kühlerabluft zum Betrieb des rechten
Stranges zur Verfügung. In diesem Stadium wird das in der untersten
Zyklonstufe 13 des linken Strangs vom Drehofenabgas abgetrennte
Heißmehl 20, das etwa 800 bis 900°C heiß ist, vom Umstellkasten
21, dessen Pendelklappe 22 die rechte Schwenkposition eingenom
men hat, über das Gutableitungsrohr 23 direkt in die Einlaufkammer
des Drehrohrofens 10 eingeführt. Nach Beendigung des Anfahrbe
triebes, wenn genügend heiße Kühlerabluft über die Tertiärluftleitung
11 zur Verfügung steht, wird die Klappe 22 des Umstellkastens 21
umgestellt und das Heißmehl des linken Strangs wird über Heißmehl
leitung 24 in den mit Zweitfeuerung 25 ausgestatteten Calcinator 26
des rechten Stranges eingeführt, in den das Rohmehl aus der
zweituntersten Zyklonstufe 14 des rechten Stranges über Leitung 27
ebenfalls einmündet. Schließlich wird das im Calcinator 26 calcinierte
gesamte Zementrohmehl im untersten Zyklon 15 des rechten Strangs
vom heißen Abgasstrom 28 abgetrennt und als hochgradig (z. B. 95%)
calciniertes Zementrohmehl 29 in den Drehrohrofen 10 eingeführt, in
dessen Sinterzone es zu Zementklinker gebrannt wird.
Der Heißmehl-Umstellkasten bzw. Verteilerkasten 21 mit der gekühl
ten Stellklappe 22 ist in den Fig. 1 und 2 herausgezeichnet. Die
um ihre Unterseite schwenkbare Klappe 22 ist als kühlmediumdurch
strömter Hohlkörper ausgebildet, der im hosenrohrförmigen Gehäuse
21 angeordnet ist und je nach Schwenklage den eintretenden Heiß
mehlstrom 20 in die eine und/oder andere Gutableitung 23, 24 ablei
tet. Wie insbesondere aus Fig. 2 hervorgeht, ist im Inneren der
Hohlkörperklappe 22 wenigstens ein quer zur Klappenebene ange
ordneter Steg 30 eingebaut, der das über das eine Ende der hohlen
Klappenwelle 31 zugeführte Kühlmedium, im Ausführungsbeispiel
Kühlluft, durch den Klappenhohlraum zum anderen Ende der hohlen
Klappenwelle 31 zum Zweck der Verlängerung der Kühlluftverweilzeit
umlenkt. Dabei wird die vom Kühlluftventilator 32 geförderte Kühlluft
über eine flexible Leitung 33 in das eine Ende der Hohlwelle 31 ein
geführt, und die in der Klappe 22 erwärmte Kühlluft wird über das an
dere Ende der Hohlwelle 31 über Leitung 34 in die Umgebung abge
blasen. Die Betätigung der Schwenkklappe 22 erfolgt über einen Ver
stellantrieb 35, z. B. Elektroverstellantrieb mit Motor 36 und Gelenk
spindel 37, oder über Hydraulikschwenkzylinder, Pneumatik
schwenkzylinder etc. Jedenfalls zeichnet sich die thermochemisch
und abrasiv hoch beanspruchte und gekühlte Klappe 22 der erfin
dungsgemäßen Heißmehlverteilvorrichtung durch eine hohe Standzeit
aus.
Ähnlich wie die kühlmediumdurchströmte Schwenkklappe 22 der Fig.
1 und 2 kann eine kühlmediumdurchströmte Pendelklappe einer
Pendelschleuse einer Heißmehlfalleitung ausgebildet sein.
Der Prallschieber 19 der Fig. 6 ist in den Fig. 3 bis 5 herausge
zeichnet. Im Unterschied zu Fig. 6 ist bei Fig. 3 der Prallschieber
19 von der rechten Seite aus in die Drehofenabgassteigleitung 38
eingebaut. Das über die Mehlleitung 18 eingeführte Heißmehl wird
beim Aufprall auf den Prallschieber 19 von diesem gleichmäßig über
den gesamten Querschnitt der Drehofenabgassteigleitung verteilt.
Auch der Prallschieber 19 ist als kühlluftdurchströmter Hohlkörper
ausgebildet, in dessen Innerem wenigstens ein quer zur Schie
berebene angeordneter Steg, im Ausführungsbeispiel nach Fig. 5
konkret zwei Stege 39, 40 eingebaut sind, welche das über eine an
der äußeren Schieberstirnseite angeordneten Eintrittsöffnung 41 zu
geführte Kühlmedium, im Ausführungsbeispiel wieder Kühlluft, zur
wenigstens einen ebenfalls an der Schieberstirnaußenseite angeord
neten Kühlmedium-Austrittsöffnung, nach Fig. 5 zu den Austrittsöff
nungen 42 und 43 umlenken. Die durch die Öffnung 41 in den Hohl
körper-Prallschieber 19 eingeführte Kühlluft kann eine Hochge
schwindigkeits-Druckluft sein, welche aus ihrer Umgebung nach dem
Injektorprinzip weitere in der Umgebung befindliche Luftmengen in
den Hohlkörper einsaugt und durch den Hohlkörper zu dessen Küh
lung fördert. Die Standzeit des luftgekühlten Prallschiebers 19 der Fig.
3 ist ebenfalls sehr hoch.
Der luftgekühlte Prallschieber 19 kann nicht nur in der Calcinierzone
der Zementklinkerproduktionslinie, wie im Beispiel der Fig. 6 ge
zeigt, eingebaut sein, sondern auch an einer anderen Stelle des Zy
klonschwebegas-Wärmetauschersystems, z. B., in der Abgasleitung
zwischen dem untersten und dem zweituntersten Zyklon usw.
Claims (6)
1. Vorrichtung zur Verteilung und/oder Schleusung eines heißen
mehlförmigen Gutes, insbesondere eines heißen Zementroh
mehlstromes in einer Anlage zur Herstellung von Zementklinker aus
Zementrohmehl, das in einem Wärmetauschersystem vorerhitzt und in
einem Drehrohrofen zu Zementklinker gebrannt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß das Stellorgan der Vorrichtung als
plattenförmiger kühlmediumdurchströmter Hohlkörper (22, 19) aus
gebildet ist, der wenigstens eine Kühlmediumeintrittsöffnung und we
nigstens eine Kühlmediumaustrittsöffnung aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Stellorgan aus einer Hohlkörper-
Klappe (22) besteht, die in einem hosenrohrförmigen Gehäuse (21)
mit an der Oberseite angeordneter Gutzuleitungsöffnung (20) und an
der Unterseite angeschlossenen zwei Gutableitungen mit einer Welle
(31) schwenkbar gelagert ist zur Leitung und/oder Umschaltung des
eintretenden Gutstromes in die eine und/oder in die andere Gutab
leitung (23, 24).
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Stellorgan aus einem Hohlkörper-
Prallschieber (19) besteht, der in eine Heißgassteigleitung (38) im
Bereich unterhalb einer Guteintrittsöffnung zwecks Suspendierung
bzw. gleichmäßigen Verteilung des eingeführten Gutstromes (18) in
tegriert ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Stellorgan aus wenigstens einer
gewichtsbelasteten Pendelklappe einer Zementrohmehl-Pendel
schleuse besteht.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, daß im Inneren der plattenförmigen Hohl
körper-Klappe (22) wenigstens ein quer zur Klappenebene angeord
neter Steg (30) eingebaut ist, der das über das eine Ende der hohlen
Klappenwelle (31) zugeführte Kühlmedium durch den Klappenhohl
raum zum anderen Ende der hohlen Klappenwelle umlenkt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß im Inneren des Hohlkörper-Prallschie
bers (19) wenigstens ein quer zur Schieberebene angeordneter Steg
(39, 40) eingebaut ist, welcher das über eine an der äußeren Schie
berstirnseite angeordnete Eintrittsöffnung (41) zugeführte Kühlme
dium zur wenigstens einen ebenfalls an der Schieberstirnseite ange
ordneten Kühlmedium-Austrittsöffnung (42, 43) umlenkt.
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| DE10155407B4 (de) * | 2001-11-10 | 2010-02-18 | Khd Humboldt Wedag Gmbh | Verfahren und Einrichtung zur Einführung von festem, flugfähigem Brennstoff in den Calcinator einer Zementproduktionslinie |
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1998
- 1998-05-12 DE DE59805065T patent/DE59805065D1/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
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|---|---|
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| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |