DE19729563A1 - Fluidisches Verteilerventil - Google Patents
Fluidisches VerteilerventilInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Fluidventil, insbesondere für eine Vorrichtung zur Behandlung von
Abgasen einer Brennkraftmaschine, mit einem Einlaßkanal und wenigstens einem ersten
und einem zweiten Auslaßkanal. Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zur Be
handlung von Abgasen einer Brennkraftmaschine mit mehreren, in einem Abgasstrang
angeordneten Behandlungseinrichtungen für Abgase, wobei mittels mindestens eines in
Abhängigkeit von Betriebsparametern der Brennkraftmaschine und/oder der Abgase
geschalteten Ventiles diese Abgase eine oder mehrere der Behandlungseinrichtungen
durchströmen, wobei das Ventil als fluidisches Verteilerventil frei von bewegten Teilen
ausgebildet ist, welches mit einem das Abgas zuführenden Einlaßkanal und wenigstens
einem ersten und einem zweiten Auslaßkanal für mindestens zwei Auslaßströme versehen
ist, wobei die Auslaßströme in Abhängigkeit mindestens eines Betriebsparameters wechsel
weise einstellbar und jeweils einer anderen Behandlungseinrichtung zugeführt sind.
Aus der DE 36 29 945 A1 ist eine Vorrichtung bekannt, bei der als Abgasbehandlungsein
richtungen zwei Katalysatoren koaxial zueinander angeordnet sind und jedem Katalysator
dabei eine das Abgas abführende Leitung zugeordnet ist. In Abhängigkeit von Betriebs
parametern der Brennkraftmaschine bzw. der Abgase werden in diesen Leitungen angeord
nete, mechanische Drehklappen derart betätigt, daß in bestimmten Betriebsphasen der
Brennkraftmaschine nur jeweils einer der beiden Katalysatoren oder etwa beide gemeinsam
durchströmt werden.
Aus der Veröffentlichung TESAR V.: "Großmaßstäbliche fluidische Ventile für die Durch
flußsteuerung", Messen-steuern-regeln, Bd. 26, Nr. 4, Berlin, 1983 ist es bekannt, klappen
lose Strömungsverteilerelemente für die Durchflußsteuerung von Fluiden zu verwenden.
Hierin wird insbesondere auf die Gebäudeklimatisierung mittels solcher Ventile verwiesen.
Zur Durchflußsteuerung werden hierbei bistabile Umschaltelemente eingesetzt, denen über
einen Einlaßstutzen ein Fluid zugeleitet wird, welches durch das Strömungsverteilerelement
in verschiedene Ausgangsstutzen geleitet werden kann. Die Verteilung auf einen dieser
beiden Kanäle erfolgt mittels Beaufschlagung des Fluidstromes mittels eines quer einge
leiteten Luftstromes.
Dieses Dokument offenbart weiterhin eine koaxiale Anordnung eines Verteilerventiles,
welche in einem Kraftfahrzeugvergaser zum Einsatz kommen kann. Ohne zusätzlich
eingeblasenen Steuerluftstrom umströmt hierbei das zugeführte Fluid einen Verdrän
gungskörper eng anliegend, während durch Ausblasen des Steuerluftstromes aus diesem
Verdrängungskörper das zugeführte Fluid derartig radial abgelenkt wird, daß es ver
wirbelnde Leitschaufeln, die koaxial zu dem Verdrängungskörper angeordnet sind,
durchströmen muß.
Aus der Veröffentlichung PERERA P. C., SYRED N.: "A Coanda Switch for High Tempera
ture Gas Control", ASME Paper 83-WAIDSC-26, ASME - WA.M., Boston 1983 ist es für die
Hochtemperaturvergasung von Kohle unter hohem Druck bekannt, ein zumindest prinzipiell
dem vorgenannten Stand der Technik ähnliches, bistabiles Strömungsverteilerelement unter
Ausnutzung des sogenannten Coanda-Effektes zu verwenden. Das unterdruckbedingte
Anlegen eines durch eine Öffnung in einen Raum bzw. eine Leitung austretenden Fluid
stromes an eine benachbart zu dieser Öffnung angeordnete Begrenzungswandung wird als
Coanda-Effekt bezeichnet.
Ein aus DE 24 29 002 A1 bekannter Abgasreaktor für eine Brennkraftmaschine eines Kraft
fahrzeuges soll durch eine spezielle Ausgestaltung einer Abgasleitung vor dem Abgas
reaktor eine strömungsverlustarme, gleichmäßige Beaufschlagung des gesamten Abgas
reaktorquerschnittes gewährleisten. Hierbei sollen durch in einen Verbindungsstutzen
zwischen einer Abgasleitung und dem Abgasreaktor eingesetzte, mit Öffnungen versehene
Luftleittrichter unter Ausnutzung des Coanda-Effektes, nach Art einer Strahlpumpe die
Abgase auch in einen äußeren Bereich des Abgasreaktors gezogen werden.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Ventil und eine Vorrichtung der
obengenannten Art zur Verfügung zu stellen, wobei eine verbesserte Fluidsteuerung ohne
bewegliche Teile erzielt wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Ventil der o.g. Art mit den in Anspruch 1
gekennzeichneten Merkmalen und durch eine Vorrichtung der o.g. Art mit den in Anspruch
11 gekennzeichneten Merkmalen gelöst.
Dazu ist es bei einem Ventil der o.g. Art und bei einer Vorrichtung der o.g. Art erfindungs
gemäß vorgesehen, daß im Einlaßkanal ein Verdrängungskörper vorgesehen ist, der mit
Wandungen des Einlaßkanals eine ringförmige Düse ausbildet, und daß ferner in Strö
mungsrichtung beabstandet von der ringförmigen Düse und diese in einer Projektion in
Strömungsrichtung gesehen überdeckend eine ringförmige konkave Prallfläche ausgebildet
ist.
Dies hat den Vorteil, daß ohne mechanisch bewegliche Teile zwei stabile Strömungszu
stände einstellbar sind, bei denen sich eine Wirbelströmung auf der konkaven Prallfläche
ausbildet, die direkt den Fluidstrom in eine vorbestimmte Richtung nach dem Verdrängungs
körper ablenkt.
In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform sind die wenigstens zwei Auslaßkanäle
koaxial zueinander angeordnet.
Dadurch, daß innerhalb der ringförmigen konkaven Prallfläche ein Durchlaßfenster ausge
bildet ist und wenigstens der erste Auslaßkanal im Anschluß an dieses Fenster stromab
vorgesehen ist, ergibt sich auf besonders einfache Weise ein Strömungssystem, in dem der
Fluidstrom wahlweise in den ersten Auslaßkanal zwischen der Prallfläche oder nach außen
neben die Prallfläche leitbar ist.
Hierbei ist es besonders vorteilhaft, wenn wenigstens der zweite Auslaßkanal außen um die
ringförmige konkave Prallfläche herum und stromab angeordnet ist. Er kann durch den das
Fluidventil umgebenden Außenraum oder durch einen z. B. koaxialen, rohrartigen Kanal
gebildet sein. Hierdurch wird in vorteilhafter Weise ein Fluidsystem zur Verfügung gestellt,
welches mindestens zwei Strömungswege vorsieht in denen unterschiedliche Mittel zur
Fluidbeeinflussung oder -bearbeitung angeordnet werden können.
Für einen vorbestimmten Zustand des Strömungszustandes ist der Verdrängungskörper
vorzugsweise derart ausgebildet, daß in einem stabilen Strömungszustand das in das
Ventil einströmende Fluid bzw. Gas ausschließlich in den ersten oder den zweiten Auslaß
kanal strömt.
Zum aktiven und wahlweisen Schalten des Ventils in unterschiedliche Strömungszustände
ist in besonders vorteilhafter Weise im Bereich zwischen der ringförmigen Düse und der
Prallfläche wenigstens eine Steuerdüse zum Zuführen einer Steuerströmung vorgesehen.
Diese ist, je nach den gewünschten Eigenschaften des Ventils, im Verdrängungskörper, an
der Prallfläche und/oder am Umfang der ringförmigen Düse ausgebildet.
Ein Röhrensystem zum Zuführen der Steuerströmung von außen an die wenigstens eine
Steuerdüse dient zum gezielten Einbringen von Steuerströmungen an einem genau
vorbestimmten Ort in dem Ventil zum Steuern desselben.
Weitere Merkmale, Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus
den abhängigen Ansprüchen, sowie aus der nachstehenden Beschreibung der Erfindung
anhand der beigefügten Zeichnungen. Diese zeigen in
Fig. 1 bis 3 das Funktionsprinzip der Strömungszustände eines erfindungsgemäßen Ventils
in schematischer Schnittansicht,
Fig. 4 eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Ventils in einem ersten
stabilen Strömungszustand,
Fig. 5 eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Ventils in einem zweiten
stabilen Strömungszustand,
Fig. 6 eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemaßen Ventils in einem zweiten
stabilen Strömungszustand,
Fig. 7 eine dritte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Ventils in einem zweiten
stabilen Strömungszustand,
Fig. 8 eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit einem erfindungsgemäßen Ventil in
Schnittansicht in einem ersten stabilen Strömungszustand und
Fig. 9 die erfindungsgemäße Vorrichtung mit einem erfindungsgemäßen Ventil von Fig.
8 in Schnittansicht in einem zweiten stabilen Strömungszustand.
Das Prinzip der Funktionsweise des erfindungsgemäßen Ventils wird nachfolgend unter
Bezugnahme auf die Fig. 1 bis 3 beschrieben. In einem Einlaßkanal 10 strömt Fluid 12 in
Strömungsrichtung 14 auf ein Einlaßkanalende 16 zu. Ein Verdrängungskörper 18, hier in
Form einer Scheibe, verengt den Querschnitt des Einlaßkanals 10 derart, daß am Einlaß
kanalende 16 eine ringförmige Düse 20 ausgebildet ist. Das Fluid 12 strömt somit in ring
förmiger Geometrie in Strömungsrichtung 14 aus der Düse 20 aus und trifft nach einer
vorbestimmten Strecke in Strömungsrichtung 14 auf eine konkav ausgebildete Prallfläche
22.
Diese Prallfläche ist in der Art eines toroidalen Hohlraumes so ausgebildet, daß sie in einer
Projektion in Strömungsrichtung 14 die Öffnung der ringförmigen Düse 20 vollkommen über
deckt. Mit anderen Worten trifft das gesamte aus der Düse 20 ausströmende Fluid am ge
samten Umfang der Düse 20 auf die Prallfläche 22. Innerhalb der Prallfläche 22 ist ein Mittel
fenster 24 ausgebildet, durch welches das Fluid 12 strömen soll, wenn sich das erfindungs
gemäße Ventil im Zustand "offen" befindet.
Die Prallfläche 22 führt zu einer Störung des Strömungsbildes in der nachfolgend
beschriebenen Weise. Der in Fig. 1 dargestellte neutrale Strömungszustand ist nicht
stabil. Vielmehr führt bereits eine minimale Störung in der Strömung des Fluids 12 zu einer
Ablenkung, die im konkaven Hohlraum der Prallfläche 22 eine Wirbelbewegung bzw. einen
Wirbelstrom 26 erzeugt. Dieser Wirbel 26 wirkt auf den aus der Düse 20 austretenden Strahl
derart zurück, daß sich einer der beiden in den Fig. 2 und 3 dargestellten stabilen
Strömungszustände einstellt, ja nach Drehsinn des Wirbels 26 im Hohlraum der Prallfläche
22.
Bei einem Wirbel in dem konkaven Hohlraum 22 mit negativer Drehrichtung, wie in Fig. 2
dargestellt, lenkt der Wirbel 26 das Fluid 12 nach innen in Richtung einer Mittelachse 28, so
daß das Fluid 12 durch das Mittelfenster 24 abströmt. Umgekehrt wird das Fluid gemäß
Fig. 3 nach außen von der Mittelachse 28 weg und an dem Ring der Prallfläche 22 vorbei
gelenkt, wenn der Wirbel 26 in der konkaven Kavität der Prallfläche 22 einen positiven
Drehsinn aufweist. In diesem zweiten stabilen Zustand gemäß Fig. 3 wird durch einen
Saugeffekt des Fluidstrahles ein Rückwärtsfluß erzeugt, wie mit Pfeilen 30 angedeutet.
Der in der toroidalen Kavität 22 erzeugte Wirbelring 26 ist eine sehr stabile, kohärente
Wirbelstruktur, die sich üblicherweise am Umfang von instabilen Fluidstrahlen bildet. Ohne
die Kavität oder konkave Prallfläche 22 würde ein derartiger Wirbelring 26 weggetragen
werden und die in diesem aufgebaute Energie mit sich nehmen. Gemäß der vorliegenden
Erfindung hält sich jedoch dieser Wirbelring 26 stabil an seinem Ort, da er in der Kavität 22
gefangen ist.
Dieses strahlteilende Prinzip wird nun erfindungsgemäß als Ventil ohne mechanisch beweg
liche Teile benutzt. Eine erste vorteilhafte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Ventils ist in den Fig. 4 und 5 dargestellt. Neben den bereits in Bezug zu Fig. 1 bis 3
oben beschriebenen Komponenten umfaßt diese Anordnung ferner einen ersten Auslaß
kanal 32, welcher sich stromab an das Mittelfenster 24 anschließt. Ein zweiter Auslaßkanal
34 befindet sich außen um den Umfang der konkaven Prallfläche 22 herum und dient als
Abstromweg, wenn sich das Ventil im Zustand "geschlossen" befindet. Der Fluidstrom 12
kommt in Richtung 14 in den Figuren von links in den Einlaßkanal 10 hinein.
Im Zustand "offen" strömt das Fluid 12 durch das Ventil in den ersten Auslaßkanal 32.
Dieser eigenstabile Zustand stellt sich ohne jede Einwirkung von außen durch eine ent
sprechende Formgebung des Verdrängungskörpers 18 automatisch ein, sobald Fluid 12
durch die ringförmige Düse 20 strömt. Dies entspricht dem Zustand, wie in Fig. 2 dargestellt,
mit dem Unterschied eines aerodynamisch entsprechend anders ausgebildeten Verdrän
gungskörpers 18. Ferner ist ein Diffusor oder Ausströmraum 36 derart ausgebildet, daß in
diesem in der Düse aufgebaute kinetische Energie des Stromes zurück in Druckenergie
gewandelt wird. In der Düse 20 ist eine Beschleunigung zur Vermeidung eines Entweichens
des Fluids 12 in die Umgebung erforderlich. Ferner wird ein derartiges Entweichen durch die
Wirkung des Wirbelringes 26 verhindert, der den Fluidstrom 14 gegen die Oberfläche des
Verdrängungskörpers 18 drückt. Tatsächlich geht diese Wirkung sogar so weist, daß unter
üblichen Lastbedingungen zusätzlich durch den Ejektorpumpeneffekt (Strahlpumpe) Luft von
außen in den Fluidstrom 14 angesaugt wird.
Um den Fluidstrom 14 in den ersten Auslaßkanal 32 zu stoppen oder mit anderen Worten,
um das Ventil zu schließen, muß der Drehsinn des Wirbelringes 26 umgekehrt werden,
damit sich der zweite Strömungszustand analog der Darstellung von Fig. 3 einstellt. Dies
wird erfindungsgemäß durch einen Steuerstrom 38 über Steuerstromzuführungen 42 und
eine Steuerdüse 40 bewirkt. Der aus der Steuerdüse 40 austretende Steuerstrom 38 lenkt
den Hauptstrom 14 nach außen ab und kehrt den Drehsinn des Wirbelringes 26 um.
Dadurch tritt der Fluidstrom 12 nicht mehr in den Diffusor 36 ein, sondern wird nach außen
in den zweiten Auslaßkanal 34 abgeleitet.
Fig. 5 bis 7 zeigen diesen zweiten stabilen Strömungszustand mit dem "geschlossenen"
Ventil und verschiedenen Anordnungen für die Steuerdüse 40 und entsprechende Steuer
stromzuführungen 42. In der Ausführungsform von Fig. 5 ist die Steuerdüse 40 in den
Verdrängungskörper integriert. Dies erfordert zusätzliche Rohrleitungen 42 von außen durch
den Einlaßkanal 10 in den Verdrängungskörper 18. In diesem ist eine entsprechend
umlaufende Kavität 43 ausgebildet, über die der Steuerstrom 38 zu der Steuerdüse 40
gelangt.
In der Ausführungsform von Fig. 6 ist die Steuerdüse 40 in eine die Prallfläche 22 bildende
Wandung integriert und eine Kavität oder Steuerstromkammer 43 sorgt für eine Zuführung
des Steuerstromes 38 über den gesamten Querschnitt der Steuerdüse 40. Dies hat den zu
sätzlichen aerodynamischen Vorteil, daß der Steuerstrom 38 aus der Steuerdüse nicht nur
den Drehsinn des Wirbelringes 26 umkehrt, sondern auch aktiv einem unerwünschten
Nebenstrom in den Diffusor 36 entgegenwirkt. Diese Ausführungsform ist auch einfacher
und kostengünstiger herstellbar, als diejenige gemäß Fig. 5. Der Verdrängungskörper wird
nämlich von Streben 44 (Fig. 6) im Einlaßkanal 10 gehalten und diese müßten für eine
Steuerstromzuführung gemäß Fig. 5 in irgendeiner Form hohl ausgebildet sein. Es ist jedoch
auch möglich, die Strukturen gemäß Fig. 5 und 6 miteinander zu kombinieren, wobei sich die
Steuerströme 38 in ihrer Wirkung gegenseitig unterstützen würden.
In der Ausführungsform von Fig. 7 ist die Steuerdüse 40 am Umfang der ringförmigen Düse
20 angeordnet. Hier ist die ringförmige Hauptdüse 20 derart abgewinkelt, daß ohne Steuer
strom 38 aus der Steuerdüse 40 der Fluidstrom nach außen in den zweiten Auslaßkanal 34
abgeleitet wird. Beim Aktivieren der Steuerströmung 38 wird der Hauptfluidstrom 14 nach
innen abgelenkt und strömt in den Diffusor 36. In dieser Anordnung ist also das Ventil ohne
Steuerstrom 38 geschlossen und öffnet sich bei Aktivieren des Steuerstroms 38 durch
Steuerdüse 40.
Die Ausführungsformen gemäß Fig. 5 bis 7 können in jeder beliebigen Weise und auch
alle zusammen miteinander kombiniert werden.
Bei der in Fig. 8 und 9 dargestellten erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es die Aufgabe
des Fluidventils mit dem gefangenen Wirbelring 26 den Fluidstrom 14 wahlweise durch einen
chemischen Reaktor 46 oder ein Bypassrohr 48 zu leiten. Die Ausführungsform gemäß
Fig. 8 und 9 benötigt in vorteilhafter Weise nur wenig Bauraum und ist besonders dort
geeignet, wo das Ventil bzw. die Prallfläche 22 integral bzw. einstückig mit einem Reaktor
körper 50 ausgebildet ist. Das Rohr 48, durch welches der Fluidstrom 14 am Reaktor vorbei
geführt wird, ist mittig bzw. koaxial zum Reaktorkörper 50 angeordnet.
Die wahlweise Strömungssteuerung entweder in das Bypassrohr 48 oder in den Reaktor 46
erfolgt wiederum mittels eines zusätzlichen Steuerstromes 38 und es ist nur eine einzige
Steuerdüse 40 vorgesehen. Dadurch hat das Ventil eine asymmetrische Charakteristik bzw.
Eigenschaften, wobei ohne Steuerstrom 38 eine Rotationsrichtung des Wirbels 26 bevorzugt
ist. Dieser Zustand ist in Fig. 8 dargestellt, bei dem ohne Steuerstrom 38 das Fluid 12 in den
Reaktor 46 strömt. Dies wird dadurch erreicht, daß die ringförmige Hauptdüse 20 von der
Mittelachse 28 weg ausgerichtet ist, analog zur Anordnung gemäß Fig. 7. Durch aktivieren
des Steuerstromes 38, wie in Fig. 9 dargestellt, erfolgt eine Ablenkung des Fluidstromes 14
in das Bypassrohr 48 hinein.
Claims (20)
1. Fluidventil, insbesondere für eine Vorrichtung zur Behandlung von Abgasen einer
Brennkraftmaschine, mit einem Einlaßkanal (10) und wenigstens einem ersten und
einem zweiten Auslaßkanal (32, 34),
dadurch gekennzeichnet, daß
im Einlaßkanal (10) ein Verdrängungskörper (18) vorgesehen ist, der mit Wandungen
des Einlaßkanals (10) eine ringförmige Düse (20) ausbildet, und daß ferner in
Strömungsrichtung (14) beabstandet von der ringförmigen Düse (20) und diese in
einer Projektion in Strömungsrichtung (14) gesehen überdeckend eine ringförmige
konkave Prallfläche (22) ausgebildet ist.
2. Fluidventil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die wenigstens zwei Auslaßkanäle (32,34) koaxial zueinander angeordnet sind.
3. Fluidventil nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
innerhalb der ringförmigen konkaven Prallfläche (22) ein Durchlaßfenster (24)
ausgebildet ist und wenigstens der erste Auslaßkanal (32) im Anschluß an dieses
Fenster (24) stromab vorgesehen ist.
4. Fluidventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
wenigstens der zweite Auslaßkanal (34) außen um die ringförmige konkave
Prallfläche (22) herum und stromab angeordnet ist.
5. Fluidventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Verdrängungskörper (18) derart ausgebildet ist, daß in einem stabilen Strö
mungszustand das in das Ventil einströmende Fluid (12) ausschließlich in den
ersten oder den zweiten Auslaßkanal (32, 34) strömt.
6. Fluidventil einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
im Bereich zwischen der ringförmigen Düse (20) und der Prallfläche (22) wenigstens
eine Steuerdüse (40) zum Zuführen einer Steuerströmung (38) vorgesehen ist.
7. Fluidventil Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein Röhrensystem (42) zum Zuführen der Steuerströmung (38) von außen an die
wenigstens eine Steuerdüse (40) vorgesehen ist.
8. Fluidventil Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
die wenigstens eine Steuerdüse (40) im Verdrängungskörper (18) ausgebildet ist.
9. Fluidventil wenigstens einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
die wenigstens eine Steuerdüse (40) an der Prallfläche (22) ausgebildet ist.
10. Fluidventil wenigstens einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
die wenigstens eine Steuerdüse (40) am Umfang der ringförmigen Düse (20)
ausgebildet ist.
11. Vorrichtung zur Behandlung von Abgasen einer Brennkraftmaschine mit mehreren, in
einem Abgasstrang angeordneten Behandlungseinrichtungen (46) für Abgase (12),
wobei mittels mindestens eines in Abhängigkeit von Betriebsparametern der Brenn
kraftmaschine und/oder der Abgase (12) geschalteten Ventiles diese Abgase (12)
eine oder mehrere der Behandlungseinrichtungen (46) durchströmen, wobei das
Ventil als fluidisches Verteilerventil frei von bewegten Teilen ausgebildet ist, welches
mit einem das Abgas (12) zuführenden Einlaßkanal (10) und wenigstens einem
ersten (32) und einem zweiten Auslaßkanal (34) für mindestens zwei Auslaßströme
versehen ist, wobei die Auslaßströme in Abhängigkeit mindestens eines Betriebs
parameters wechselweise einstellbar und jeweils einer anderen Behandlungsein
richtung (46) zugeführt sind
dadurch gekennzeichnet, daß
im Einlaßkanal (10) ein Verdrängungskörper (18) vorgesehen ist, der mit Wandungen
des Einlaßkanals (10) eine ringförmige Düse (20) ausbildet, und daß ferner in Strö
mungsrichtung (14) beabstandet von der ringförmigen Düse (20) und diese in einer
Projektion in Strömungsrichtung (14) gesehen überdeckend eine ringförmige konkave
Prallfläche (22) ausgebildet ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
die wenigstens zwei Auslaßkanäle (32, 34) koaxial zueinander angeordnet sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet, daß
innerhalb der ringförmigen konkaven Prallfläche (22) ein Durchlaßfenster (24)
ausgebildet ist und wenigstens der erste Auslaßkanal (32) im Anschluß an dieses
Fenster (24) stromab vorgesehen ist.
14. Vorrichtung einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß
wenigstens der zweite Auslaßkanal (34) außen um die ringförmige konkave
Prallfläche (22) herum und stromab angeordnet ist.
15. Vorrichtung einem der Ansprüche 11 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Verdrängungskörper (18) derart ausgebildet ist, daß in einem stabilen Strö
mungszustand das in das Ventil einströmende Abgas (12) ausschließlich in den
ersten (36) oder den zweiten Auslaßkanal (34) strömt.
16. Vorrichtung einem der Ansprüche 11 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß
im Bereich zwischen der ringförmigen Düse (20) und der Prallfläche (22) wenigstens
eine Steuerdüse (40) zum Zuführen einer Steuerströmung (38) vorgesehen ist.
17. Vorrichtung Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein Röhrensystem (42) zum Zuführen der Steuerströmung (38) von außen an die
wenigstens eine Steuerdüse (40) vorgesehen ist.
18. Vorrichtung Anspruch 16 oder 17,
dadurch gekennzeichnet, daß
die wenigstens eine Steuerdüse (40) im Verdrängungskörper (18) ausgebildet ist.
19. Vorrichtung einem der Ansprüche 16 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, daß
die wenigstens eine Steuerdüse (40) an der Prallfläche (22) ausgebildet ist.
20. Vorrichtung einem der Ansprüche 16 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, daß
die wenigstens eine Steuerdüse (40) am Umfang der ringförmigen Düse (20)
ausgebildet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997129563 DE19729563A1 (de) | 1997-07-10 | 1997-07-10 | Fluidisches Verteilerventil |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997129563 DE19729563A1 (de) | 1997-07-10 | 1997-07-10 | Fluidisches Verteilerventil |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19729563A1 true DE19729563A1 (de) | 1999-01-14 |
Family
ID=7835284
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997129563 Ceased DE19729563A1 (de) | 1997-07-10 | 1997-07-10 | Fluidisches Verteilerventil |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19729563A1 (de) |
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