DE19727984A1 - Vorrichtung zum Entfernen von Schwimmschlamm aus Abwasser-Klärbecken - Google Patents
Vorrichtung zum Entfernen von Schwimmschlamm aus Abwasser-KlärbeckenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Entfernen von Schwimmschlamm aus
Abwasser-Klärbecken.
In Kläranlagen tritt insbesondere in den Wintermonaten häufig das Problem einer
Schwimmschlammbildung auf. Der Schwimmschlamm führt zu Betriebsstörungen an den
maschinellen Einrichtungen, auch wird die Klärleistung erheblich beeinträchtigt. Es ist
daher erforderlich, den sich bildenden Schwimmschlamm zu entfernen, wobei eine gute
Trennung der festen und flüssigen Bestandteile vorteilhaft ist. Im übrigen erschweren die
Verwendung unterschiedlicher Belüftungssysteme und die dadurch sehr unterschiedlichen
Strömungsverhältnisse in den Becken ein optimiertes Entfernen das Klärschlamms von der
Wasseroberfläche.
Da es sich bei dem Schwimmschlamm um eine Substanz handelt, die dazu neigt, sich an bzw.
in Schöpfmitteln festzusetzen und somit deren Funktion zu beeinträchtigen, ist es üblich,
Schwimmschlamm mittels am Abwasser-Klärbecken angeordneten Abzugsrinnen zu
entfernen (DE-PS 15 84 976). Hier ist es jedoch schwierig, den Schwimmschlamm zu
entwässern. Insgesamt ist der Vorgang des Entfernens des Schwimmschlamms nicht sehr
effektiv.
In der DE 43 15 110 A1 ist es auch bereits beschrieben, Schwimmschlamm aus einem
klär-oder Absetzbecken mittels eines um eine horizontale Achse wippbaren bzw. kippbaren
Schöpforgans abzuschöpfen. Dieses Verfahren hat sich in der Praxis jedoch nicht
durchgesetzt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Entfernen von
Schwimmschlamm aus Abwasser-Klärbecken zu schaffen, was eine sehr effektive
Entfernung des Schwimmschlamms und zudem eine optimale Entwässerung ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Die weitere Ausgestaltung
der Erfindung ist den Unteransprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß ein Förderband unter einem Winkel in das
Abwasser-Klärbecken geführt ist, daß das Förderband aus einem als Entwässerungsband
ausgebildeten Kunststoffgewebe mit einer Maschenweite von 8 bis 48 Maschen pro cm2
besteht und daß das Förderband eine in das Abwasser-Klärbecken eintauchende untere
Umlenkrolle und eine oberhalb eines Sammelbehälters für den Schwimmschlamm
angeordnete obere Umlenkrolle aufweist, in deren Bereich eine Abstreifvorrichtung
angeordnet ist. Wie sich gezeigt hat, ist das erfindungsgemäße Förderband geeignet,
Schwimmschlamm abzuschöpfen und sehr gut zu entwässern, ohne daß es am
Kunststoffgewebe bzw. in den Maschen des Kunststoffgewebes zu einer die Funktion
beeinträchtigenden Ablagerung von Schlamm kommt.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Förderband soweit in das
Abwasser-Klärbecken geführt, daß die Oberseite der unteren Umlenkrolle im Bereich der
Wasseroberfläche positioniert ist. Bei einer derartigen Anordnung ergibt sich ein optimaler
Fördereffekt.
Im Rahmen der Erfindung ist es vorgesehen, daß das Förderband in einem Winkel von 10°
bis 40° in das Abwasser-Klärbecken geführt ist. Die Position des Förderbandes im
Abwasser-Klärbecken ist mittels einer Hebevorrichtung einstellbar.
Vorzugsweise ist das Kunststoffgewebe des Förderbandes von einem Entwässerungsband in
Köperbindung gebildet. Derartige Entwässerungsbänder werden z. B. bei der Entwässerung in
Siebbandpressen bereits eingesetzt. Alternativ hat es sich auch als vorteilhaft erwiesen,
wenn das Kunststoffgewebe des Förderbandes von einem Entwässerungsband in Köperbindung
gebildet ist. Hier ergeben sich zusätzlich verbesserte Laufeigenschaften des Förderbandes.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch dargestellt und wird
im folgenden näher beschrieben.
In der Zeichnung ist mit 1 eine Vorrichtung zum Entfernen von Schwimmschlamm 2 von
einer Wasseroberfläche 3 eines Abwasser-Klärbeckens 4 bezeichnet. Die Vorrichtung 1
weist ein über eine untere Umlenkrolle 5 und eine obere Umlenkrolle 6 geführtes
Förderband 7 auf. Das Förderband besteht aus einem als Entwässerungsband ausgebildeten
Kunststoffgewebe mit einer Maschenweite von 8 bis 48 Maschen pro cm2. Die untere
Umlenkrolle 5 und die obere Umlenkrolle 6 des Förderbandes 7 sind an einem Traggestell 8
des Förderbandes 7 angeordnet. An der oberen Umlenkrolle 6 ist ein in der Zeichnung nicht
dargestellter Antriebsmotor für das Förderband 7 angeordnet.
Das Traggestell 8 ist im Bereich der oberen Umlenkrolle 5 des Förderbandes in der
Vorrichtung 1 mittels in der Zeichnung nicht dargestellter Mittel verschwenkbar befestigt.
An dem Traggestell 8 ist eine Lasche 9 befestigt, an der eine Hebevorrichtung 10 zum
Aufholen des Förderbands 7 und zur Einstellung der Eintauchtiefe in das Abwasser
klärbecken 4 angreift.
Im Bereich der oberen Umlenkrolle 6 ist am Förderband 7 eine Abstreifvorrichtung 11 für
am Förderband 7 haffenden Schwimmschlamm 2 angeordnet. Unterhalb der Ab
streifvorrichtung 11 ist ein Sammelbehälter 12 für den Schwimmschlamm 2 angeordnet. In
dem Sammelbehälter 12 ist eine Ansaugleitung 13 einer Schwimmschlammpumpe 14
geführt. Im Sammelbehälter 12 sind außerdem Steuersonden 15 angeordnet, über die die
Funktion der Schwimmschlammpumpe 14 gesteuert wird. In einem Schaltschrank 16 ist
eine in der Zeichnung nicht dargestellte Steuerelektronik für die Vorrichtung 1 angeordnet.
Ein Ablaß 17 ermöglicht eine Entleerung des Sammelbehälters 12.
Zum Entfernen des Schwimmschlamms 2 aus dem Abwasser-Klärbecken 4 wird das
Förderband 7 soweit in das Abwasser-Klärbecken 4 abgesenkt, daß die Oberseite der unteren
Umlenkrolle 5 etwa im Bereich der Wasseroberfläche 3 positioniert ist. Das Förderband 7
wird dann über die obere Umlenkrolle 6 in Pfeilrichtung angetrieben, wobei der an der
Wasseroberfläche 3 des Abwasser-Klärbeckens 4 befindliche Schwimmschlamm 2 vom
Förderband 7 erfaßt und auf dessen Oberseite abgefördert wird. Während des Abförderns ist
das Förderband 7 vorzugsweise in einem Winkel von etwa 20° in das Abwasser-Klärbecken
4 geführt.
Da das Förderband 7 aus einem offenen wasserdurchlässigen Kunststoffgewebe mit einer
Maschenweite von 8 bis 48 Maschen pro cm2 besteht, wird der vom Förderband 7 erfaßte
Schwimmschlamm 2 bereits während des Transportes auf dem Förderband 7 fortlaufend
entwässert. Wie sich gezeigt hat, ist hier eine sehr effektive Entwässerung des
Schwimmschlamms 2 erzielbar. Die festen Anteile des Schwimmschlamms 2 gelangen
schließlich in den Bereich der oberen Umlenkrolle 6 und werden dort mittels der
Abstreifvorrichtung 11 vom Förderband 7 entfernt und fallen in den Sammelbehälter 12.
Der im Sammelbehälter 12 befindliche Schwimmschlamm 2 wird entsprechend der
Steuerbefehle der Steuersonden 15 mittels der Schwimmschlammpumpe 14 über die
Ansaugleitung 13 entfernt.
Wie es sich im übrigen gezeigt hat, erfolgt beim Betrieb eine Selbstreinigung des
Förderbandes 7. Der an der Abstreifvorrichtung 11 nicht entfernte, in den Maschen des
Gewebes des Förderbandes 7 verbliebene Schwimmschlamm 2 wird beim Auflaufen auf die
untere Umlenkrolle 5 durch das zwischen Förderband 7 und der Oberfläche der Umlenkrolle
5 gestaute Wasser nach außen aus den Maschen gedrückt. Es findet hier ständig ein
Freispülvorgang statt, der überhaupt erst den Einsatz des aus einem als Entwässerungsband
ausgebildeten Kunststoffgewebe bestehenden Förderbandes ermöglicht. Es ergibt sich in
vorteilhafter Weise, daß das Förderband 7 bei jedem Umlauf vollständig geöffnet wird und
dann dazu in der Lage ist, Schwimmschlamm 2 von der Wasseroberfläche 3 des Abwasser-
Klärbeckens 4 abzuschöpfen und während des Transportes an die obere Umlenkrolle 6 sehr
effektiv zu entwässern. Auch bei einer längeren Betriebszeit setzt sich das Förderband 7
nicht zu, wobei zudem auch der für eine gute Förderleistung erforderliche griffige Zustand
der Oberfläche erhalten bleibt.
An der Wasseroberfläche 3 des Abwasser-Klärbeckens 4 bildet sich zudem, veranlaßt durch
die Förderbewegung des Förderbandes 7, eine Wasserströmung aus, die ständig neuen
Schwimmschlamm 2 in den Bereich der unteren Umlenkrolle 5 des Förderbandes 7 bewegt.
Es findet insgesamt ein sehr effektives Abschöpfen des Schwimmschlamms 2 statt. Die
Position des Förderbandes 7 im Abwasser-Klärbecken 4 kann im übrigen mittels der
Hebevorrichtung 10 optimiert werden. Auch gestattet es die Hebevorrichtung 10, das
Förderband 7 aus dem Abwasser-Klärbecken 4 zu heben und in eine Ruheposition oberhalb
des Abwasser-Klärbeckens 4 zu bewegen. Die Schlammaufnahme des Förderbandes 7 und die
Schlammentwässerung können im übrigen mittels der im Schaltschrank 16 angeordneten
Steuerelektronik an die Verhältnisse im Abwasser-Klärbecken 4 und die Schlammkonsistenz
individuell angepaßt werden. Für einen gesicherten Winterbetrieb kann die Vorrichtung 1
beheizt werden. Die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 ist in Klärbecken jeglicher Art, wie
auch bereits in der Bio-Stufe, in vorteilhafter Weise einsetzbar. Hieraus ergibt sich der
Vorteil, daß der Schwimmschlamm 2 in einer frühen Stufe des Klärvorganges abgefördert
und somit die Effektivität einer Kläranlage zusätzlich gesteigert werden kann.
Claims (6)
1. Vorrichtung (1) zum Entfernen von Schwimmschlamm (2) aus Abwasser-Klärbecken
(4), dadurch gekennzeichnet, daß ein Förderband (7) unter einem Winkel in das
Abwasser-Klärbecken (4) geführt ist, daß das Förderband (7) aus einem als
Entwässerungsband ausgebildeten Kunststoffgewebe mit einer Maschenweite von 8 bis 48
Maschen pro cm2 besteht und daß das Förderband (7) eine in das Abwasser-Klärbecken
(4) eintauchende untere Umlenkrolle (5) und eine oberhalb eines Sammelbehälters (12)
für den Schwimmschlamm (2) angeordnete obere Umlenkrolle (6) aufweist, in deren
Bereich eine Abstreifvorrichtung (11) angeordnet ist.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Förderband (7)
soweit in das Abwasser-Klärbecken (4) geführt ist, daß die Oberseite der unteren
Umlenkrolle (5) im Bereich der Wasseroberfläche (3) positioniert ist.
3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1 und einem oder mehreren der weiteren Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Förderband (7) in einem Winkel von 10° bis 40° in das
Abwasser-Klärbecken (4) geführt ist.
4. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1 und einem oder mehreren der weiteren Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Position des Förderbandes (7) im Abwasser-Klärbecken
(4) mittels einer Hebevorrichtung (10) einstellbar ist.
5. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1 und einem oder mehreren der weiteren Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Kunststoffgewebe des Förderbandes (7) von einem
Entwässerungsband in Leinwandbindung gebildet ist.
6. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1 und einem oder mehreren der weiteren Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Kunststoffgewebe des Förderbandes (7) von einem
Entwässerungsband in Köperbindung gebildet ist.
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1997
- 1997-07-01 DE DE1997127984 patent/DE19727984C2/de not_active Expired - Fee Related
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| CN115196770B (zh) * | 2022-07-15 | 2024-02-09 | 湖州美林环保设备有限公司 | 一种污水预处理设备 |
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| DE19727984C2 (de) | 2000-05-04 |
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