DE19721372A1 - Modifizierter und erweiterter Peg-Katheter - Google Patents
Modifizierter und erweiterter Peg-KatheterInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen modifizierten und erweiterten PEG-Katheter
zwecks interventioneller Therapie der Adipositas Permagna.
Es ist bekannt, daß in der interventionellen Adipositastherapie aus einer
Reihe von verschiedenen chirurgischen Maßnahmen sich das sogenannte starre
Banding nach Mason und das elastische Banding nach Kuzmak inzwischen als
standartisierte Therapieformen durchgesetzt haben. Aus
gastroenterologischer Sicht wird die endoskopische Magenballon-
Implantation praktiziert.
Bei dem Banding-Verfahren wird operativ ein elastisches Band implantiert,
das den Magen im Fundus horizontal umfaßt und einengt. Das Band besteht
aus einem schlauchförmigen Gebilde, das um den Magen gelegt wird und mit
einem Katheter verbunden ist. Der Katheter liegt subcutan und kann über
einen Port mit unterschiedlichem Flüssigkeitsgehalt gefüllt werden. Damit
ist eine Einengung und Erweiterung des Bandes bei Beschwerden des
Patienten oder Insuffizienz des Verfahrens möglich.
In dem gastroenterologischen Verfahren wird ein loser Ballon endoskopisch
in den Magen gelegt und entweder mit Luft oder Flüssigkeit gefüllt. Die
Effizienz dieser Verfahren wurde durch prospektiv randomisierten Studien
belegt.
Die Nacheile dieser erwähnten Therapieformen bestehen aus folgenden
Details.
Die operativen Methoden sind zunächst trotz der inzwischen minimalinvasiv
durchgeführten Operationen eine Belastung für den Patienten. Sie sind
personalintensiv und zeitaufwendig. Auch die Risiken und Komplikationen
eines solchen Eingriffs sind nicht unerheblich. Herr H.W. Kuhmann und Herr
A. Wolf aus Dinslaken berichteten in der Arbeitsgruppensitzung während der
Tagung der lutschen Gesellschaft für Verdauungs- und
Stoffwechselkrankheiten (erschienen in der Z Gastroenterologie 97), daß
bei über 10% eine Neu-Implantation eines Bandes notwendig war und bei 16%
Narbenhernien und bei 3% Letalitäten auftraten. Von anderen Autoren werden
darüberhinaus als Komplikationen Pouchitiden, Retentionsösophagitiden und
Stomastenosen beschrieben. Ein weiterer Nachteil ist der hohe
Kostenaufwand mit insgesamt DM 10 000,-.
In dem endoskopischen Verfahren der Magenballon-Implantation werden als
Komplikationen bei Undichtigkeit des Ballons Regurgitation des Ballons
sowie Abgang des Ballons in den Darm beschrieben. Somit entstehen
Aspirations- und Bolusprobleme und Ileus. Dieses Verfahren ist ebenfalls
zeitintensiv und kostspielig. Das Implantat allein kostet bereit
DM 2000,- bis 3000,-. Das Volumen des Balloninhaltes ist nach der
Implantation nicht mehr beeinflußbar.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine gleichwertige, effektive
Adipositastherapie zu ermöglichen, ohne die oben angeführten Nachteile.
Zur Lösung der oben genannten Aufgabe werden die erfindungsgemäßen
Ausgestaltungsmerkmale im Detail beschrieben.
Dabei wird die bestehende Technik und die langjahrige Erfahrung mit der
sogenannten PEG-Sonde (Percutane Endoskopische Gastrostomie) zunutze
gemacht. Die PEG-Sonde wird bislang in der Gastroenterologie lediglich zur
Ernährung von schwerkranken Patienten eingesetzt, bei denen auf Grund
ihrer Erkrankung eine ausreichende orale Ernahrung nicht mehr
gewährleistet ist. Sie besteht aus einem 35 cm langen Katheter mit einem
Durchmesser von 15 CH. An einem Ende befindet sich eine Rückhaltescheibe
aus Silikonkautschuk zur intragastralen Halterung. Das andere Ende besteht
aus einer abgerundeten endständigen Öffnung, über die die Sondennahrung
zugeführt wird. Die Implantation erfolgt endoskopisch nach der Methode
nach Keymling.
Nun die neu zu entwickelnde erweiterte PEG-Sonde hat folgende Gestalt und
Funktion:
Der Katheter hat eine geeignete Lange und geeigneten Durchmesser, der gegebenenfalls wesentlich kürzer und dünner gestaltet werden kann als die herkömmlichen PEG-Sonden, um eine Gewebsschädigung möglichst gering zu halten. An einem Ende ist entsprechend der PEG-Sonde eine rundliche Rückhaltescheibe angebracht, die jedoch auch eine andere geeignete geometrische Form annehmen kann. Vollkommen neu ist nun die Idee an der Rückhaltescheibe einen Ballon anzuschließen, der durch die extern gelegene Öffnung mit Flüssigkeit oder Luft gefüllt und zur Entfaltung gebracht werden kann. Der Ballon soll aus einem Material konstruiert werden, das Magensaureresistent ist und ein geeignetes Fassungsvermögen aufweist. An dem extern gelegenen Katheterende wird ein Verschlußmechanismus angebracht. Die Implantation erfolgt endoskopisch nach der Keymlingsmethode, wie nachfolgend im Detail beschrieben:
Der Katheter hat eine geeignete Lange und geeigneten Durchmesser, der gegebenenfalls wesentlich kürzer und dünner gestaltet werden kann als die herkömmlichen PEG-Sonden, um eine Gewebsschädigung möglichst gering zu halten. An einem Ende ist entsprechend der PEG-Sonde eine rundliche Rückhaltescheibe angebracht, die jedoch auch eine andere geeignete geometrische Form annehmen kann. Vollkommen neu ist nun die Idee an der Rückhaltescheibe einen Ballon anzuschließen, der durch die extern gelegene Öffnung mit Flüssigkeit oder Luft gefüllt und zur Entfaltung gebracht werden kann. Der Ballon soll aus einem Material konstruiert werden, das Magensaureresistent ist und ein geeignetes Fassungsvermögen aufweist. An dem extern gelegenen Katheterende wird ein Verschlußmechanismus angebracht. Die Implantation erfolgt endoskopisch nach der Keymlingsmethode, wie nachfolgend im Detail beschrieben:
- - Nach Einführen des Gastroskopes in den Magen und ausreichender Luftinsufflation, den Raum abdunkeln und die geeignete Punktionsstelle durch Diaphanoskopie sichern.
- - Eine Kontrolle der Punktionsstelle erfolgt durch Fingerdruck von außen wobei sich die Magenschleimhaut endoskopisch sichtbar vorwölbt.
- - Den vorgesehenen Punktionsbereich großflächig steril abwaschen.
- - Eine Lokalanästhesie aller Bauchwandschichten anlegen und dabei die Spritze langsam bis ins Magenlumen vorschieben.
- - Eine ca. 4-5 mm breite Stichinzision durchführen.
- - Die Punktionskanüle unter endoskopischer Kontrolle in den Magen und anschließend die Punktionsnadel entfernen.
- - Die Einführhilfe für den Faden auf die Kunststoffkanüle stecken und den Faden sofort in den Magen einführen.
- - Sobald der Faden im Magen sichtbar ist, die Einführhilfe wieder entfernen, wodurch sich das Sicherheitsluftventil der Kanüle automatisch verschließt.
- - Den Faden im Magen mit der Biopsiezange erfassen und mitsamt dem Gastroskop herausziehen.
- - Das proximale Fadenende zweifach mit der Fixierschlaufe der Sonde verknoten.
- - Die Sonde durch langsamen Zug am distalen Fadenende intragastral plazieren.
- - Die Sonde zusammen mit der Kunststoffkanüle durch die Bauchwand nach außen ziehen, bis die Rückhaltescheibe der Mageninnenwand anliegt.
- - Die Sondenspitze unterhalb des Konus abschneiden und durch das Loch der Halteplatte ziehen.
- - Anschließend die Sonde unter leichtem Zug in die Führung auf der Halteplatte einlegen und mittels der Klemmvorrichtung fixieren. Auf diese Weise erfolgt eine Sicherung der engen Verbindung zwischen Magenvorderwand und Bauchwand.
- - Auffüllen des Ballons durch den externen Zugang entweder mit einer Flüssigkeit oder Luft in einer vorgegebenen Menge.
- - Verschluß des Katheters und Fixierung mit dem Luer-Lock-Ansatz.
Sinn und Funktion der erweiterten PEG-Sonde unterscheiden sich komplett
von denen der Herkömmlichen. Während die PEG-Sonde lediglich einer
Ernahrung dient, wird diese Neukonstruktion im Gegenteil zur Therapie
einer Adipositas eingesetzt. Aus der Physiologie ist ja bekannt, daß die
Dehnung und Füllung des Magens ein entscheidender Faktor für die
Entstehung der Sattigungssignale darstellt. Dies wurde auch in der Praxis
durch Implantation von gefüllten Ballons im Magen erwiesen und in der
Therapie erfolgreich eingesetzt.
Der Vorteil dieses Verfahrens gegenüber den bislang etablierten
interventionellen Methoden (Banding-Operation, Ballonimplantation) liegt
zum einen darin, daß es wesentlich patientschonender ist. Der Eingriff
bedeutet für den Patient nicht mehr als eine ganz normale Magenspiegelung
ohne Vollnarkose mit einem maximalen Zeitaufwand von 10 bis 15 Minuten. Es
bedarf zum anderen keiner zusätzlichen technischen Ausrüstung. Im
Vergleich zu der Banding-Operation (DM 10 000,-) und der endoskopischen
Ballonimplantation (Implantat allein DM 3000,-) ist das neue Verfahren
wesentlich kostengünstiger (PEG-Set komplett DM 88,-). Schwerwiegende
Komplikationen in Form von Regurgitation des Ballons, Aspirations- und
Bolusprobleme sowie Ileus, die bei dem bisherigen Ballon-Implantat-
Verfahren beschrieben wurden, entfallen, da der Ballon bei dem
neuentwickelten System an der Rückhaltescheibe angeschlossen und somit an
der Mageninnenwand fixiert ist. Der Vorteil der Banding-Operation, nämlich
den Fahrradschlauchartigen Ballon um den Magenfundus durch ein Portsystem
variabel bzw. nach Bedarf zu manipulieren, bleibt auch in dem neuen
Verfahren gewahrt, indem man den Balloninhalt jeder Zeit ohne großen
Aufwand durch den externen Zugang variieren kann. Der Vorteil hierbei ist,
daß ein Operationsrisiko nicht eingegangen werden muß, um dies zu
erreichen.
Bei Bedarf kann der externe Sondenzugang aus hygienischen und kosmetischen
Gründen auch subcutan an einem Portsystem angeschlossen werden.
Nach Abschluß der Therapie kann die Sonde jederzeit mit minimalem Aufwand
endoskopisch entfernt werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und
wird im Folgenden näher beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 erweiterter PEG-Katheter.
Fig. 2 erweiterter PEG-Katheter im implantierten Zustand.
Fig. 1 zeigt einen erweiterten PEG-Katheter mit einem angeschlossenen
Ballon (6) an der Rückhaltescheibe (5) und einer Verschlußmöglichkeit (1)
an dem externen Katheterende. Zur Implantation benötigt der Katheter (4)
einen Faden (2) am externen Ende. Nach erfolgreicher Implantation wird der
Katheter an der Markierungsstelle (3) abgeschnitten.
Fig. 2 zeigt einen erweiterten PEG-Katheter mit einem bereits im Magen
(2) entfalteten Ballon (3). Das externe Katheterende wird mit einem Luer-
Lock-Ansatz (1) befestigt.
Claims (3)
1. Erweiterter und modifizierter PEG-Katheter geeignet zur
interventionellen Therapie der Adipositas Permagna,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine herkömmliche PEG-Sonde durch einen Ballon, der an der
Rückhaltescheibe angeschlossen ist, erweitert wird.
2. Erweiterter PEG-Katheter, nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Katheter wesentlich kürzer und dünner und
somit Gewebeschonender ausfällt als die herkömmliche, PEG-Sonde.
3. Erweiterter PEG-Katheter, nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das externe Ende auch an einem subcutan
gelegenem Portsystem angeschlossen werden kann.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997121372 DE19721372A1 (de) | 1997-05-22 | 1997-05-22 | Modifizierter und erweiterter Peg-Katheter |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997121372 DE19721372A1 (de) | 1997-05-22 | 1997-05-22 | Modifizierter und erweiterter Peg-Katheter |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19721372A1 true DE19721372A1 (de) | 1998-11-26 |
Family
ID=7830150
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997121372 Withdrawn DE19721372A1 (de) | 1997-05-22 | 1997-05-22 | Modifizierter und erweiterter Peg-Katheter |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19721372A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10055281A1 (de) * | 2000-11-08 | 2002-06-06 | Fresenius Kabi De Gmbh | Adapter für eine PEG-Sonde |
| DE102008037916A1 (de) * | 2008-08-14 | 2010-02-18 | Fresenius Kabi Deutschland Gmbh | Vorrichtung zur Anlage einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie |
-
1997
- 1997-05-22 DE DE1997121372 patent/DE19721372A1/de not_active Withdrawn
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10055281A1 (de) * | 2000-11-08 | 2002-06-06 | Fresenius Kabi De Gmbh | Adapter für eine PEG-Sonde |
| DE10055281B4 (de) * | 2000-11-08 | 2004-12-23 | Fresenius Kabi Deutschland Gmbh | Adapter für eine PEG-Sonde |
| US7147620B2 (en) | 2000-11-08 | 2006-12-12 | Fresenius Kabi Deutschland Gmbh (Company) | Adapter for a PEG probe |
| DE102008037916A1 (de) * | 2008-08-14 | 2010-02-18 | Fresenius Kabi Deutschland Gmbh | Vorrichtung zur Anlage einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8122 | Nonbinding interest in granting licenses declared | ||
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