DE19720895A1 - Verfahren zur Beheizung des Fahrgastraumes eines Fahrzeuges und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Beheizung des Fahrgastraumes eines Fahrzeuges und Einrichtung zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Beheizung des Fahrgastraumes eines Fahrzeuges
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine Einrichtung zur Durchführung des Ver
fahrens, insbesondere für die Kaltstartphase des Fahrzeuges.
Aus der DE 42 06 611 A1 ist es bekannt, die Abwärme der Antriebskomponenten, insbeson
dere die im Antriebsmotor, im Getriebe und in der Batterieeinheit entstehende Abwärme
über einen zirkulierenden und durch eine elektrische Pumpe angetriebenen Kühlflüssigkeits
kreislauf einem Heizwärmetauscher zur Erwärmung von Luft für den Fahrgastraum eines
Elektrofahrzeuges zuzuführen und die aus dem Heizwärmetauscher austretende abgekühlte
Flüssigkeit durch Nutzung der Abwärme wieder aufzuheizen. Dem Heizwärmetauscher ist
ein Wärmespeicher vorgeschaltet, durch den es ermöglicht wird, nach einer auch mehrstün
digen Fahrtunterbrechung sofort wieder Wärmeenergie zum Heizen des Fahrgastraumes zur
Verfügung zu haben. Ebenso kann die Anordnung weiterer Wärmequellen im Kühlflüssig
keitskreislauf vorgesehen sein, da die Abwärme der Antriebskomponenten von der Wärme
menge her für eine Beheizung des Fahrgastraumes, insbesondere bei niedrigen Außentem
peraturen, nicht ausreicht. So kann eine elektrische Zusatzheizung zur Erwärmung von Luft
für den Fahrgastraum angeordnet werden, mit der der Fahrgastraum während des Aufla
dens der Batterie beheizt werden kann, so daß bei Fahrtantritt bereits ein warmer Fahrgast
raum zur Verfügung steht.
Aus der DE 43 27 866 C2 ist es bekannt, einen in einem Kühlflüssigkeitskreislauf für die
Antriebskomponenten eines Elektrofahrzeuges angeordneten und einem Heizwärme
tauscher für die Beheizung des Fahrgastraumes vorgeschalteten oder vorschaltbaren Wär
mespeicher mit bei der Batterieaufladung an einer stationären Ladestation entstehenden
Abwärme über den Kühlflüssigkeitskreislauf zu laden, so daß bedarfsweise Wärme aus
diesem entnommen werden kann. Zusätzlich kann der Wärmespeicher bei der Batterieaufla
dung auch mit einem separaten, in der Schrift nicht näher dargestellten, im Kühlflüssigkeits
kreislauf angeordneten zusätzlichen Heizelement geladen werden. Mit diesem Heizelement
kann der Fahrgastraum auch unter Umgehung des Wärmespeichers vorgeheizt werden,
solange das Elektrofahrzeug zum Laden der Batterie mit dem Ladestrom verbunden ist, vor
geheizt werden, so daß zugunsten einer größeren Reichweite keine bordeigene Energie
zum Beheizen des Fahrgastraumes verwendet werden muß. In einem solchen Fall werden
rechtzeitig vor Abfahrtzeit mit Hilfe einer Zeituhr das elektrische Heizelement aktiviert und
die im Flüssigkeitskreislauf angeordnete elektrische Umwälzpumpe und das Gebläse für die
durch den Heizwärmetauscher zu erwärmende Luft für den Fahrgastraum erwärmt.
Die elektrischen Zusatzheizungen für die Aufladung des Wärmespeichers oder die Behei
zung des Fahrgastraumes können nur stationär aus dem Netz betrieben werden. Eine
Energieentnahme aus der Traktionsbatterie würde mit einer Verringerung der Reichweite
des Elektrofahrzeuges einhergehen.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Beheizung des Fahrgastraumes eines Fahr
zeuges zu schaffen, durch welches die Beheizung unabhängig von einem Netzanschluß
und bei geringer Umweltbelästigung jederzeit möglich ist, und eine Einrichtung zur Durchfüh
rung des Verfahrens anzugeben.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1 oder 3 gelöst. Vorteilhafte
Aus- und Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
In einem separaten Heizflüssigkeitskreislauf, in dem eine Heizflüssigkeit mit einer ansteuer
baren Pumpe einem Wärmespeicher und danach zur Wärmeabgabe an Luft für den Fahr
gastraum einem Heizwärmetauscher zugeführt und nach Durchströmung desselben wieder
erhitzt und erneut dem Wärmespeicher zugeführt wird, wird die Erhitzung der Heizflüssigkeit
erfindungsgemäß durch eine kraftstoffbetriebene Zusatzheizung vorgenommen. Die ansteu
erbare Pumpe ist unabhängig von der Zusatzheizung betreibbar, diese jedoch nur in
Abhängigkeit von der Pumpe, derart, daß bei Einschalten der Zusatzheizung zunächst die
Pumpe und danach mit einer vorbestimmbaren Verzögerung die Zusatzheizung in Betrieb
gesetzt wird. Ist das Fahrzeug ausgekühlt und der Wärmespeicher nicht geladen, so wird die
Zeitverzögerung vorbestimmbar gering gewählt. Wird das Fahrzeug bei Benutzung während
der Heizperiode mit geladenem Wärmespeicher abgestellt, so daß auch bei einer mehr
stündigen Fahrtunterbrechung Wärme aus dem Wärmespeicher zur Verfügung steht, so wird
bei Fahrtbeginn und ausgekühltem Fahrgastraum und Einschalten der Zusatzheizung zuerst
die Pumpe in Betrieb gesetzt, wodurch die Flüssigkeit im Heizflüssigkeitskreislauf aus dem
Wärmespeicher durch den Heizwärmetauscher unter Abgabe von Wärme an Luft für den
Fahrgastraum und danach durch die noch nicht gezündete Zusatzheizung strömt. Diese
zündet bei einer bevorzugten Ausführungsform, wenn sie durch die Heizflüssigkeit auf eine
vorbestimmte Temperatur aufgewärmt ist, so daß deren Zündbereitschaft zuverlässig
sichergestellt ist und Schadstoffemissionen reduziert sind.
Durch die Kopplung des Wärmespeichers mit der kraftstoffbetriebenen Zusatzheizung
gelingt es somit, die bis zu mehrere Minuten dauernde Aufheizphase des Fahrgastraumes
ohne Betreiben der Zusatzheizung vorzunehmen und eine rauch-, geruch- und geräuschbe
lästigende Vorheizung über eine Zeituhr vor Fahrtbeginn zu vermeiden, wie sie bei kraft
stoffbetriebenen Zusatzheizungen üblich ist.
Während des weiteren Fahrbetriebes bei Betreiben der Zusatzheizung wird auch der Wär
mespeicher nachgeladen, und die Zusatzheizung wird automatisch wieder ausgeschaltet,
wenn der Wärmespeicher geladen ist. Bei aufgeheiztem Fahrgastraum verringert sich der
Wärmebedarf, so daß die Nachladung des Wärmespeichers nur in größeren Zeitabständen
zu erfolgen braucht. Damit fungiert der Wärmespeicher auch als Puffer im Heizkreislauf und
reduziert die Anzahl der Ein- und Ausschaltvorgänge der Zusatzheizung. Es werden eine
gleichmäßige Wärmeversorgung sichergestellt, Komfort und Betriebssicherheit erhöht.
Die Durchführung des Verfahrens wird mit einer Einrichtung ermöglicht, die einen Flüssig
keitskreislauf, einen in diesem angeordneten Heizwärmetauscher, einen diesem vorgeschal
teten Wärmespeicher und eine ansteuerbare Pumpe aufweist, wobei diese vorzugsweise in
einer kraftstoffbetriebenen Zusatzheizung angeordnet ist. Die Pumpe ist unabhängig von der
Zusatzheizung betreibbar, während die Zusatzheizung nur abhängig von der Pumpe
betreibbar ist und erst nach Inbetriebnahme der Pumpe mit vorbestimmbarer Verzögerung
zündet. Dazu weist die Zusatzheizung eine Zündeinrichtung auf, die bei Erreichen einer vor
bestimmbaren Temperatur am Gehäuse und/oder der Zündeinrichtung gezündet wird. Zur
Ermittlung der Temperatur des Gehäuses der Zusatzheizung ist dort ein Temperaturfühler
angeordnet.
Die Erfindung wird an einem Ausführungsbeispiel erläutert. Die zugehörige Zeichnung zeigt
schematisch eine Einrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens bei
einem Elektrofahrzeug.
Die Einrichtung weist einen Flüssigkeitskreislauf 1, einen in diesem angeordneten Heizwär
metauscher 2, einen diesem in Zirkulationsrichtung der Flüssigkeit vorgeschalteten Wärme
speicher 3 sowie eine kraftstoffbetriebene Zusatzheizung 4 auf. Diese ist in Zirkulationsrich
tung zwischen dem Heizwärmetauscher 2 und dem Wärmespeicher 3 angeordnet und mit
einer integrierten elektrischen Pumpe 5 ausgestattet. Die Pumpe 5 wird von der Traktions
batterie U des Elektrofahrzeuges gespeist und ist unabhängig von der Zusatzheizung 4
betreibbar. Die Zusatzheizung weist eine temperaturgesteuerte Zündeinrichtung 6 auf, die
mit einem am Gehäuse der Zusatzheizung 4 angeordneten Temperaturfühler 7 verbunden
ist und ebenfalls von der Traktionsbatterie gespeist wird.
Soll nun das Elektrofahrzeug bei geladenem Wärmespeicher 3 und ausgekühltem Fahrgast
raum benutzt werden, wird die Zusatzheizung 4 eingeschaltet ohne jedoch die Zündein
richtung 6 zu zünden, wodurch zunächst die Pumpe 5 gestartet wird. Die Heizflüssigkeit
beginnt im Flüssigkeitskreislauf 1 zu zirkulieren, gelangt aus dem Wärmespeicher 3 in den
Heizwärmetauscher 2 und wird dort unter Abgabe von Wärme an Luft für den Fahrgastraum
teilabgekühlt. Danach gelangt die teilabgekühlte Heizflüssigkeit in die Zusatzheizung 4,
durchströmt diese und gelangt anschließend wieder in und durch den Wärmespeicher 3. Die
Zusatzheizung 4 wird dabei durch die Heizflüssigkeit erwärmt. Durch den am Gehäuse der
Zusatzheizung 4 angeordneten Temperaturfühler 7 wird an die Zündeinrichtung 6 das Errei
chen einer vorbestimmten Zündtemperatur signalisiert, die daraufhin die Zusatzheizung 4
zündet. Die Zündung erfolgt bei geladenen Wärmespeicher 3, wenn die Zusatzheizung 4
durch Wärmeabgabe aus der Heizflüssigkeit so erwärmt ist, daß deren Zündfähigkeit erheb
lich verbessert und Emissionen verringert sind. Durch die erhitzte Heizflüssigkeit aus dem
Wärmespeicher 3 wird so die bis zu mehrere Minuten dauernde Aufwärmphase der Zusatz
heizung überbrückt und eine belästigende Vorheizung über eine Zeituhr bei stehendem
Elektrofahrzeug vor dem Start vermieden.
Bezugszeichenliste
1 Flüssigkeitskreislauf
2 Heizwärmetauscher
3 Wärmespeicher
4 Zusatzheizung
5 Pumpe
6 Zündeinrichtung
7 Temperaturfühler
U Traktionsbatterie
2 Heizwärmetauscher
3 Wärmespeicher
4 Zusatzheizung
5 Pumpe
6 Zündeinrichtung
7 Temperaturfühler
U Traktionsbatterie
Claims (6)
1. Verfahren zur Beheizung des Fahrgastraumes eines Fahrzeuges, bei dem in einem Heiz
flüssigkeitskreislauf Heizflüssigkeit mit einer ansteuerbaren Pumpe einem Wärmespei
cher zur Wärmeaufnahme und danach zur Wärmeabgabe an Luft für den Fahrgastraum
einem Heizwärmetauscher zugeführt und nach Durchströmung desselben wieder erhitzt
und dem Wärmespeicher zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Erhitzung
der Heizflüssigkeit durch eine kraftstoffbetriebene Zusatzheizung (4) erfolgt, daß die
Pumpe (5) unabhängig von der Zusatzheizung (4) und die Zusatzheizung (4) nur in Ab
hängigkeit von der Pumpe (5) derart betrieben wird, daß bei Einschalten der Zusatzhei
zung (4) zuerst die Pumpe (5) und danach mit einer vorbestimmbaren Verzögerung die
Zusatzheizung (4) in Betrieb gesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verzögerung, mit der die
Zusatzheizung (4) in Betrieb gesetzt wird, in Abhängigkeit der Ladung des Wärmespei
chers festgelegt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zündung der Zu
satzheizung (4) in Abhängigkeit von der Temperatur des Gehäuses und/oder der Zünd
einrichtung der Zusatzheizung (4) erfolgt.
4. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3 mit
einem Flüssigkeitskreislauf, einem in diesem angeordneten Heizwärmetauscher, einem
diesem vorgeschalteten Wärmespeicher und einer ansteuerbaren Pumpe, dadurch
gekennzeichnet, daß zwischen dem Heizwärmetauscher (2) und dem Wärmespeicher
(3) eine diesem vorgeschaltete kraftstoffbetriebene Zusatzheizung (4) angeordnet ist, daß
die Pumpe (5) unabhängig von der Zusatzheizung (4) betreibbar ist, und daß die Zusatz
heizung (4) eine temperaturgesteuerte Zündeinrichtung (6) aufweist.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zündeinrichtung (6) in
Abhängigkeit des Ausgangssignals eines am Gehäuse der Zusatzheizung (4) angeordne
ten Temperaturfühlers steuerbar ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Pumpe (5) in der
Zusatzheizung (4) integriert ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19720895A DE19720895A1 (de) | 1996-05-25 | 1997-05-17 | Verfahren zur Beheizung des Fahrgastraumes eines Fahrzeuges und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
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| DE19720895A DE19720895A1 (de) | 1996-05-25 | 1997-05-17 | Verfahren zur Beheizung des Fahrgastraumes eines Fahrzeuges und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
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Family Applications (1)
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19720895A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2006021316A1 (de) * | 2004-08-25 | 2006-03-02 | Webasto Ag | Verfahren zum starten eines fahrzeugzusatzheizgerätes |
| CN112428785A (zh) * | 2019-08-26 | 2021-03-02 | 埃贝斯佩歇气候控制系统有限公司 | 车辆调温系统 |
-
1997
- 1997-05-17 DE DE19720895A patent/DE19720895A1/de not_active Ceased
Cited By (7)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2006021316A1 (de) * | 2004-08-25 | 2006-03-02 | Webasto Ag | Verfahren zum starten eines fahrzeugzusatzheizgerätes |
| CN100491145C (zh) * | 2004-08-25 | 2009-05-27 | 韦巴斯托股份公司 | 用于起动机动车附加加热器的方法 |
| CN112428785A (zh) * | 2019-08-26 | 2021-03-02 | 埃贝斯佩歇气候控制系统有限公司 | 车辆调温系统 |
| US20210061057A1 (en) * | 2019-08-26 | 2021-03-04 | Eberspächer Climate Control Systems GmbH & Co. KG | Vehicle temperature control system |
| DE102019122810A1 (de) * | 2019-08-26 | 2021-03-04 | Eberspächer Climate Control Systems GmbH | Fahrzeugtemperiersystem |
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