DE19716466A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Auftragen von Dispersionen auf eine Materialbahn - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Auftragen von Dispersionen auf eine MaterialbahnInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Auftragen von Dispersio
nen auf eine Materialbahn, insbesondere von Dispersionshaftklebstoffen auf ein
bahnförmiges Trennmaterial zur Herstellung von selbstklebenden Etiketten, Haftfolien
streifen für Hinweis-, Kennzeichnungs- oder Dekorationszwecke.
Bei der Herstellung von selbstklebenden Papier- oder Folienstreifen zum Dekorieren
oder Kennzeichnen von Gegenständen werden bekannterweise Dispersionshaftklebstof
fe auf ein bahnförmiges Trennmaterial aufgetragen, das anschließend mit einer
bedruckten oder zu bedruckenden Deckmaterial bzw. einer Deckfolie kaschiert wird. Als
Haftklebstoffe werden bevorzugt Acrylate in einer wäßrigen Lösung aufgetragen, die bei
der späteren Anwendung beim Abziehen des Trennmaterials, z. B. silikonisierten Papier,
an der Deckfolie haftend bleiben und so deren Ankleben an Gegenständen ermöglichen.
Zum Auftragen der Dispersionshaftklebstoffe auf das Trennmaterial werden bekannter
weise Auftragwalzen eingesetzt, die jedoch nur in der Lage sind, die gewünschten
Auftragsmengen mit der geforderten gleichmäßigen Benetzung bei Bahngeschwindigkei
ten bis ca. 400 m/min aufzutragen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Auftragen von Dispersionen auf eine laufende Materialbahn bereitzustellen, das
(die) eine sehr gleichmäßige Benetzung in einer Menge von bis zu 100 g/m2 bei einer
Bahngeschwindigkeit von mehr als 500 m/min ermöglicht.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 bzw. Patentanspruch 7
gelöst.
Die abhängigen Patentansprüche enthalten bevorzugte, da besonders vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung.
Bei einer Fallhöhe zwischen 20 mm und 500 mm der Dispersion gemäß Patentanspruch
2 bildet sich ein Vorhang mit ausreichender Gleichmäßigkeit, der einen gleichmäßigen
Auftrag gewährleistet. Um die Fallhöhe in Abhängigkeit von der verwendeten Dispersion
und der gewünschten Auftragsmenge für einen störungsfreien und gleichmäßigen
Auftrag einstellen zu können, ist die Schlitzdüse nach Anspruch 7 höhenverstellbar
gestaltet.
Ein Naßauftrag der Dispersion zwischen 10 g/m2 und 100 g/m2 läßt sich in einem
erfindungsgemäßen Verfahren mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung besonders
gleichmäßig auftragen. Besonders vorteilhaft hat sich ein Bereich zwischen 30 g/m2 und
50 g/m2 gezeigt.
Besonders beim Auftragen von Dispersionshaftklebstoffen ist es vorteilhaft, die Breite
des freifallenden Vorhangs geringer als die Breite der Materialbahn zu gestalten
(Patentanspruch 4, Patentanspruch 13). Ein schmalerer Vorhang bewirkt einen
beschichtungsfreien Rand und vermindert somit die Gefahr, daß Wasser in die Ränder
eindringt und diese sich in einem nachfolgenden Trockner wellen.
Da bei einem Auftragen einer Dispersion in einem freifallenden Vorhang Luftblasen zu
unbedeckten Stellen auf der Materialbahn führen, muß die Dispersion sehr weitgehend
entlüftet werden. Die Entlüftung der Dispersion in einem vom Auftragen getrennten
Kreislauf gemäß Patentanspruch 5 mit der Vorrichtung gemäß Patentanspruch 20
ermöglicht es, die Zuführmenge in die Schlitzdüse zur Einstellung der Auftragsmenge
unbeeinflußt von der Entlüftung zu steuern.
Das Verfahren nach Anspruch 6 und die dazu vorgesehene Anlage nach Patentan
spruch 21 ermöglichen es, Haftklebermaterial in einem kontinuierlichen Prozeß mit einer
sehr gleichmäßigen Klebeschicht bei sehr hohen Produktionsgeschwindigkeiten von
mehr als 500 m/min herzustellen.
Eine Abstützung der Bahn im Bereich der Schlitzdüse gemäß Patentanspruch 9
gewährleistet einen sehr ruhigen Bahnverlauf und verhindert so Auftragsschwankungen
beim Aufprall des Vorhangs auf die Bahn. Die weitere Abstützung der Bahn mittels der
Abstützelemente nach Patentanspruch 10 ermöglicht es, in diesem Bereich ein Element
zum Absaugen von aufgetragener Dispersion im Randbereich mit sehr geringem
Abstand von der Bahn anzuordnen, wie im Patentanspruch 14 beansprucht. Erfahrungs
gemäß ist der freifallende Vorhang an seinen Rändern etwas dicker. Dies führt zu einem
erhöhten Auftrag in den beiden Randbereichen, der zu einer unerwünschten Profil
schwankung der beschichteten Bahn und zu Problemen in einem nachfolgenden
Trockner führen kann.
Die Anordnung der Schlitzdüse unmittelbar vor oder im Bereich einer die Bahn
umlenkenden Walze mit einem nachfolgenden horizontalen oder spitzwinklig gegen die
Horizontale geneigten Bahnverlauf gemäß Patentanspruch 11 ermöglicht es, den
Vorhang auf eine sehr ruhig geführte Bahn aufprallen zu lassen und zugleich Nebenag
gregate für das Anfahren und zur Korrektur des Auftrags im Randbereich geschickt um
die Schlitzdüse anzuordnen. So läßt sich eine gemäß Patentanspruch 12 bis in einen
Bereich vor der Umlenkwalze verschiebbare Schlitzdüse außerhalb des Bahnbereichs
bewegen, um zunächst einen gleichmäßigen Vorhang außerhalb des Bahnbereichs zu
bilden, der anschließend durch Verschiebung der Schlitzdüse in den Bahnbereich in
Kontakt mit der Bahn tritt.
Besonders bei Dispersionen mit höherer Viskosität wird zu Beginn des Auftragens eine
erhöhtes Auftraggewicht aufgetragen, bis die Dispersion in der Aufprallzone von der
laufenden Bahn auf die gewünschte Schichtdicke gestreckt ist. Um den so entstandenen
Wulst zur Vermeidung von Problemen in einem nachfolgenden Trockner wieder
wegzuschaben, ist nach Patentanspruch 15 hinter der Schlitzdüse ein gegen die
Oberseite der Bahn und von dieser weg bewegbarer, sich quer über die Arbeitsbreite
erstreckender Schaber angeordnet. Bevorzugt ist der Schaber gemäß Patentanspruch
16 an eine Absaugeinrichtung angeschlossen, um die abgeschabte Dispersionsmenge
abzusaugen.
Die Patentansprüche 17 bis 18 enthalten Ausgestaltungen einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung mit verschiedenen Elementen, um eine Einschnürung des freifallenden
Vorhangs an den Rändern zu verhindern. Besonders vorteilhaft ist die Vorrichtung
gemäß Patentanspruch 19, bei der die Einschnürung mittels eines elektrostatischen
Feldes verhindert wird. Es entsteht so keine Reibung zwischen dem Vorhang und einem
am Rand angeordneten Leitelement, aus der eine unterschiedliche Fließgeschwindigkeit
des Vorhangs an den Rändern resultiert, die zu einem Abreißen des Vorhangs führen
könnte. Bei Verwendung von Führungsschienen läßt sich die Reibung durch Schmieren
mit einem flüssigen Gleitmittel verringern (Patentanspruch 18).
Die Zeichnung dient zur Erläuterung der Erfindung anhand eines vereinfacht dargestell
ten Ausführungsbeispiels.
Fig. 1 zeigt die Seitenansicht einer Auftragsvorrichtung nach der Erfindung.
Fig. 2 zeigt schematisch eine Anlage zur Herstellung von Haftklebermaterial unter
Verwendung einer erfindungsgemäßen Auftragvorrichtung.
Fig. 3 zeigt das Anlagenschema der Entlüftung der Dispersion.
Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung dient zum Auftragen eines Dispersionshaftkleb
stoffes (z. B. eines Acrylats) in wäßriger Lösung auf eine silikonisierte Papierbahn 1.
Aufgrund ihrer vorteilhaften Eigenschaften läßt sich die Vorrichtung nach der Erfindung
auch zum Auftragen von anderen Dispersionen (z. B. Acryllacke) auf Papier, Kunststof
folien oder dünne Metallbänder einsetzen.
Im Gestell der Auftragsvorrichtung ist in einer gewissen Höhe eine Umlenkwalze 2
gelagert, von der die von unten zugeführte Bahn 1 in einen horizontalen (wie im
Ausführungsbeispiel) oder spitzwinklig gegen die Horizontale geneigten Verlauf
umgelenkt wird. Im Bereich oberhalb der Umlenkwalze 2 und somit oberhalb der Bahn 1
ist im Gestell eine sich quer zur Bahnlaufrichtung erstreckende Schlitzdüse 3 aufge
hängt. Die Schlitzdüse 3 ist an eine nicht dargestellte Zufuhr für Dispersion angeschlos
sen und weist an ihrer Unterseite eine schlitzförmige Öffnung auf, aus der die Dispersion
austritt und einen freifallenden Vorhang bildet, der bis auf die Bahnoberfläche fällt. Die
Breite des Schlitzes der Düse 3 ist bevorzugt geringer als die Breite der Bahn 1, damit
nach dem Auftragen von Dispersion freie Bahnränder verbleiben. Die Schlitzdüse 3 ist
höhenverstellbar zwischen zwei senkrechten Profilen 4 aufgehängt, um den Abstand des
Auslaßschlitzes von der Bahn 1 und somit die Fallhöhe der Dispersion einstellen zu
können. Die Ständer 4 mit der Schlitzdüse 3 sind horizontal in und gegen Bahnlaufrich
tung beweglich in zwei seitlichen Schienen 5 gelagert, die sich gegen die Bahnlaufrich
tung (in Fig. 1 nach links) bis in einen Bereich vor der Umlenkwalze 2 erstrecken. Die
Schlitzdüse 3 kann so bis in den Bereich vor der Scheitellinie der Umlenkwalze 2 bewegt
werden. Ihr Austrittsschlitz steht dann oberhalb einer Auffangwanne 8, die unmittelbar
vor der Umlenkwalze 2 angeordnet ist.
In Bahnlaufrichtung folgen mit einem Abstand von weniger als 1 m von der Schlitzdüse 1
drei unmittelbar nebeneinander angeordnete Unterstützungswalzen 7, 8, 9, von denen
die horizontal verlaufende Bahn an ihrer Unterseite abgestützt wird. Alternativ können
anstatt der eine Walzenbahn bildenden drei Walzen 7, 8, 9 eine einzelne Walze oder ein
Führungsblech als Unterstützungselement verwendet werden. Ein Führungsblech wird
bevorzugt mit Luft geschmiert, um die Reibung gering zu halten. Die Bahn 1 wird so im
Bereich der Düse 1 sowohl von der Umlenkwalze 2 als auch von den Walzen 7, 8, 9
gestützt sehr ruhig geführt.
Hinter der Schlitzdüse 5 in ihrer in Fig. 1 dargestellten Arbeitsposition ist im Bereich des
Bahnstützungselements (Walzen 7, 8, 9) in jedem Randbereich der Bahn 1 ein Element
zum Absaugen von Dispersion angeordnet. Im Ausführungsbeispiel ist innen an jeder
Schiene 5 eine quer über den Randbereich und in der Höhe positionierbare Saugdüse
10 gelagert, die an eine Saugleitung zum Absaugen von Dispersion angeschlossen ist.
Damit der vertikale Abstand zur Bahn 1 exakt eingestellt werden kann, befindet sich die
Saugdüse 10 - wie in Fig. 2 dargestellt - genau oberhalb der Stützungswalze 8.
Im Anschluß an die letzte Unterstützungswalze 9 wird die Bahn 1 zu einer weiteren
Stützwalze 11 geführt, die als Gegenwalze für einen gegen die Oberseite der Bahn 1
und von dieser weg bewegbaren Schaber 12 dient. Der Schaber 12 erstreckt sich quer
über die Bahnbreite. Er ist an einem sich über die Arbeitsbreite erstreckenden,
schwenkbar gelagerten Halter 13 befestigt. Der Halter 13 ist an jeder Längsseite der
Vorrichtung in einem am Gestell der Vorrichtung befestigten Support 14 gelagert. Die
Schwenkbewegung des Schabers 12 gegen die Bahn 1 und von dieser weg wird mittels
einer Kolben-Zylinder-Einheit 37 bewirkt, die einerseits am Support 14, andererseits am
Halter 13 befestigt ist. Zur Entfernung der vom Schaber 12 abgeschabten Dispersion ist
in Bahnlaufrichtung vor ihm eine Absaugvorrichtung angeordnet. Bevorzugt ist die
Absaugvorrichtung ebenfalls an den Supports 14 aufgehängt und enthält eine rückwärti
ge Stauwand 15, die mit dem Schaber 12 eine gegen die Bahn 1 offene Saugkammer
bildet, aus der die überschüssige Dispersion abgesaugt wird.
Da der freifallende Vorhang aus der Schlitzdüse 3 dazu neigt, sich an den Rändern
einzuschnüren, sind an beiden Enden des Schlitzes der Schlitzdüse 3 sich senkrecht
nach unten bis in die Nähe der Bahn 1 erstreckende Leitelemente angeordnet, die eine
Einschnürung der Ränder entgegenwirken. Nach einer Ausführungsform der Erfindung
wird als Leitelement an jeder Seite jeweils eine senkrechte Führungsschiene an dem die
Schlitzdüse 3 tragenden Profil 4 oder an der Schlitzdüse 3 selbst befestigt. Die
Führungsschienen sind in ihrer Länge einstellbar, damit sie auf verschiedene Fallhöhen
des Vorhangs angepaßt werden können. An ihrer dem Vorhang zugewandten Innenseite
wird jede Führungsschiene mit einem flüssigen Gleitmittel geschmiert, das von oben
zugeführt mit dem Vorhang kontinuierlich nach unten läuft. So wird eine zu große
Differenz der Fließgeschwindigkeit des Vorhangs an den Rändern verhindert.
Nach einer anderen Ausführungsform sind an beiden Enden des Schlitzes der
Schlitzdüse 3 sich nach unten erstreckende Elektroden angeordnet, die ein elektrostati
sches Feld erzeugen. Das elektrostatische Feld ist so polarisiert, daß die Ränder des
Vorhangs angezogen werden. Es wird so einer Einschnürung des Vorhangs an den
Rändern entgegengewirkt, ohne daß eine die Fallgeschwindigkeit an den Rändern
verringernde Reibung an Leitelementen entsteht.
In Fig. 2 ist das Anlagenschema für eine kontinuierliche Herstellung von Haftkleberma
terial dargestellt:
Als Trennmaterial wird eine Papierbahn 1 von einer in einer Abrollvorrichtung 16
aufgehängten Wickelrolle 17 abgezogen und zunächst einem Auftragswerk 18 für Silikon
zugeführt. Im Ausführungsbeispiel ist das Auftragswerk 18 ein bekanntes Walzenauftrags
werk, an dieser Stelle kann auch eine Schlitzdüse eingesetzt werden, aus der das Silikon
in einem freifallenden Vorhang auf die Bahn 1 aufgetragen wird. Im Anschluß an das
Auftragswerk 18 folgt ein Trockner 19 zur Vernetzung des Silikons, alternativ kann auch
eine Vorrichtung zur Bestrahlung mit UV-Strahlung verwendet werden. Im Anschluß an
den Trockner 19 folgt eine Vorrichtung zum Auftragen eines Dispersionshaftklebstoffes,
wie sie vorstehend unter Fig. 1 näher beschrieben wurde. Nachdem der Dispersions
haftklebstoff aufgetragen wurde, wird die Bahn einem weiteren Trockner 20 zugeführt,
mit dem der Klebstoff getrocknet wird. Im Anschluß an den Trockner folgt eine
Kaschierstation 21, in der die Bahn 1 auf ihrer mit Haftklebstoff versehenen Seite mit
einem Deckmaterial oder einer Deckfolie 22 kaschiert wird. Das Deckmaterial bzw. die
Deckfolie 22 wird dazu kontinuierlich von einer in einer Abrollvorrichtung 23 eingehäng
ten Wickelrolle 24 abgezogen. Die kaschierte Bahn 25 wird anschließend in einer
Aufwickelvorrichtung 26 zu einer Wickelrolle 27 aufgewickelt.
In Fig. 3 ist schematisch die Vorrichtung zum Entlüften der Dispersion vor der
Zuführung in die Düse 3 dargestellt:
Die Dispersion wird der Düse 3 aus einem Vorratsbehälter 28 zugeführt, wobei die der
Düse 3 zugeführte Menge über eine Dosierpumpe 29 gesteuert wird. Falls erforderlich,
wird die Dispersion auf ihrem Weg zur Düse 3 mittels eines Filters 30 gefiltert. Zum
Entfernen von Luftblasen aus der Dispersion ist der Vorratsbehälter 28 an einen in sich
geschlossenen, von der Zuführleitung zur Schlitzdüse 3 unabhängigen Entlüftungskreis
lauf angeschlossen. Dies ermöglicht es, die Zuführmenge in die Schlitzdüse 3 von der
die Abgabemenge der Düse 3 und somit die Auftragsmenge auf die Bahn 1 abhängt,
mittels der Dosierpumpe 29 unbeeinflußt von der Entlüftung zu steuern.
Aus dem Vorratsbehälter 28 wird permanent ein Anteil der Dispersion mittels einer
Pumpe 31 abgezogen und einem Entlüftungsbehälter 32 zugeführt. Um den gewünsch
ten Entlüftungsgrad zu erreichen, ist der Entlüftungsbehälter 32 über eine Leitung 33 an
eine Vakuumpumpe angeschlossen. Falls erforderlich, ist in die Rückführleitung 34 von
der Entlüftungsvorrichtung in den Vorratsbehälter 28 ein Vorfilter 35 angeordnet. Die
Zuführung von neuer Dispersion in den Vorratsbehälter 28 erfolgt mittels einer
Zuführleitung 36.
Vor dem Start der Anlage wird zunächst die Schlitzdüse 3 in ihrer vertikalen Position so
eingestellt, daß die Fallhöhe des aus ihr austretenden Vorhangs zwischen 200 mm und
500 mm beträgt. Die Schlitzdüse 3 wird in eine Position vor der Scheitellinie der
Umlenkwalze 2 (in Fig. 1 nach links) bewegt, so daß sich ihr Austrittsschlitz oberhalb
der Wanne 6 befindet. Anschließend wird Dispersion aus dem Vorratsbehälter 8 in die
Schlitzdüse 3 zugeführt. Es bildet sich ein Vorhang, der in die Wanne 6 fällt.
Die Materialbahn 1 wird von der Wickelrolle 17 abgezogen und durch das Auftragswerk
18 geführt, wo zunächst ein abstoßendes Material, im Beispiel Silikon, aufgetragen wird.
Wenn die Materialbahn 1 auf Arbeitsgeschwindigkeit beschleunigt ist und der silikonisier
te Bahnanfang den Trockner 18 verlassen hat, wird die Schlitzdüse 3 in Bahnlaufrichtung
in ihre Arbeitsposition oberhalb der Umlenkwalze 2 bewegt. Der aus der Düse 3
austretende Dispersionsvorhang trifft dabei auf die Materialbahn 1. Die Saugdüsen 10
für die Randabsaugung an jeder Seite sind positioniert und eingeschaltet, um den
Mehrauftrag an den Bahnrändern abzusaugen. Der Schaber 12 ist in seiner Arbeitsposi
tion an der Oberseite der Bahn 1 nach unten geschwenkt und schabt den am Auftrags
anfang entstandenen Wulst an Dispersion ab. Wenn die Dispersion in der Aufprallzone
von der laufenden Bahn 1 auf die gewünschte Schichtdicke gestreckt ist, wird der
Schaber 12 in eine Ruheposition nach oben geschwenkt. Die Dispersionszufuhr zur
Düse 3 ist so eingestellt, daß sich eine Menge von 10 g/m2-100 g/m2, bevorzugt
30 g/m2-50 g/m2, als Naßauftrag auf die Bahn 1 aufgetragen wird. Die aufgetragene
Dispersion wird anschließend in dem Trockner 20 getrocknet und der Kaschierstation 21
zugeführt. Dort wird die mit Dispersionshaftklebstoff versehene Seite mit einer von der
Materialbahn 24 abgezogenen Deckfolie 22 kaschiert. Die kaschierte Bahn 25 wird
anschließend in der Aufrollvorrichtung 26 zu einer Wickelrolle 27 aufgewickelt.
Claims (21)
1. Verfahren zum Auftragen einer Dispersion, insbesondere eines Dispersionshaftklebstof
fes, auf eine laufende Materialbahn (1), dadurch gekennzeichnet, daß
die Dispersion mittels einer oberhalb der Bahn (1) angeordneten und sich quer zur
Bahnlaufrichtung erstreckenden Schlitzdüse (3) in einem frei fallenden Vorhang auf die
Bahn (1) aufgetragen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fallhöhe
der Dispersion zwischen 20 mm und 500 mm beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Naßauftrag der Dispersion 10 g/m2-100 g/m2, bevorzugt 30 g/m2-50 g/m2, beträgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Breite des frei fallenden Vorhangs geringer ist als die Breite der Materialbahn
(1).
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Dispersion in einem vom Auftragen getrennten Kreislauf entlüftet wird.
6. Verfahren zur Herstellung von Haftklebermaterial mit folgenden Verfahrensschritten:
- a) Auftragen eines abstoßenden Materials, insbesondere Silikon, auf ein bandförmiges Trennmaterial (1), insbesondere auf eine Papierbahn,
- b) Vernetzen des Silikons auf dem Trennmaterial durch Trocknen oder durch Bestrahlen,
- c) Auftragen eines Dispersionshaftklebstoffes nach einem Verfahren gemäß der Ansprüche 1 bis 5,
- d) Trocknen des Dispersionshaftklebstoffes,
- e) Kaschieren mit einem Deckmaterial.
7. Vorrichtung zum Auftragen einer Dispersion, insbesondere eines Dispersionshaftkleb
stoffes, auf eine laufende Materialbahn (1), gekennzeichnet durch eine
oberhalb der Bahn (1) angeordnete, sich quer zur Bahnlaufrichtung erstreckende
Schlitzdüse (3), aus der die Dispersion in einem frei fallenden Vorhang auf die Bahn (1)
aufgetragen wird.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schlitzdüse (3) zur Einstellung der Fallhöhe höhenverstellbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bahn (1) im Bereich der Düse von Abstützelementen an ihrer Unterseite gestützt geführt
wird.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß mit
geringem Abstand hinter der Schlitzdüse (3) als Abstützelement eine Walze (7, 8, 9),
eine Walzenbahn oder ein Führungsblech angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bahn (1) unmittelbar vor oder im Bereich der Schlitzdüse (3) einer Umlenkwalze
(2) von unten zugeführt und von dieser in einen horizontalen oder spitzwinklig gegen die
Horizontale geneigten Verlauf umgelenkt wird.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schlitzdüse (3) im wesentlichen horizontal bis in einen Bereich vor der Scheitellinie der
Umlenkwalze (2) verschiebbar ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß die Breite des Schlitzes der Düse (3) geringer ist als die Breite der Materialbahn (1).
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß hinter der Schlitzdüse (3) im Bereich des Bahnstützungselements (7, 8, 9) in jedem
Randbereich der Bahn (1) ein Element (10) zum Absaugen von Dispersion angeordnet
ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
daß hinter der Schlitzdüse (3) ein gegen die Oberseite der Bahn (1) und von dieser weg
bewegbarer, sich quer über die Bahnbreite erstreckender Schaber (12) angeordnet ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schaber (12) an eine Absaugeinrichtung angeschlossen ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 16, dadurch gekennzeichnet,
daß an beiden Enden des Schlitzes der Schlitzdüse (3) sich senkrecht nach unten bis in
die Nähe der Bahn erstreckende Leitelemente angeordnet sind, die einer Einschnürung
der Ränder des frei fallenden Vorhangs entgegen wirken.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß als
Leitelemente in ihrer Länge einstellbare Führungsschienen verwendet werden, die
zumindest an ihrer dem Vorhang zugewandten Innenseite mit einem flüssigen Gleitmittel
geschmiert werden.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 18, dadurch gekennzeichnet,
daß an beiden Enden des Austrittsschlitzes der Düse (3) sich nach unten erstreckende
Elektroden angeordnet sind, die ein elektrostatisches Feld erzeugen, von dem die
Ränder des Vorhangs zur Verhinderung einer Einschnürung angezogen werden.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 19, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schlitzdüse (3) aus einem Vorratsbehälter (28) mittels einer Dosierpumpe (29)
mit Dispersion beschickt wird, wobei der Vorratsbehälter (28) an einen in sich geschlos
senen, von der Zuführleitung zur Schlitzdüse (3) unabhängigen Entlüftungskreislauf (32,
34) angeschlossen ist.
21. Anlage zur Herstellung von Haftklebermaterial mit folgenden, in Bahnlaufrichtung
hintereinander angeordneten Komponenten:
- a) Eine Auftragsvorrichtung (18) zum Auftragen eines abstoßenden Materials, insbeson dere Silikon, auf ein bandförmiges Trennmaterial (1), insbesondere auf eine Papier bahn,
- b) ein Trockner (19) oder eine UV-Vorrichtung zur Vernetzung des abstoßenden Materials,
- c) eine Vorrichtung zum Auftragen eines Dispersionshaftklebstoffes gemäß eines oder mehrerer der Patentansprüche 7 bis 20,
- d) ein Trockner (20) zum Trocknen des Dispersionshaftklebstoffes
- e) ein Kaschierwerk (21) zum Kaschieren der Bahn (1) mit einem Deckmaterial (22).
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