DE19705262A1 - Verfahren zum Aufspulen eines Fadens zu einer Spule - Google Patents
Verfahren zum Aufspulen eines Fadens zu einer SpuleInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufspulen eines Fadens
zu einer Spule nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Die Aufspulmaschine, bei der eine Vergrößerung des Abstandes
zwischen der Achse der Kontaktwalze und der Achse der Spulspin
del bei wachsendem Spulendurchmesser durch Drehung eines Zapfens
ausgeführt wird, ist z. B. aus der DE 40 18 095 (= US-PS 5,100,072
(Bag. 1826)) bekannt. Hierbei ist die Spulspindel in
dem Zapfen drehbar gelagert. Sie wird durch einen Motor ange
trieben. Dieser wird derart gesteuert, daß die Umfangsgeschwin
digkeit der Spule im wesentlichen konstant bleibt. Hierzu wird
die Oberflächengeschwindigkeit der Spule mittels einer rotieren
den Kontaktwalze gemessen und bestimmt.
Ferner weist die Aufspulmaschine eine Entlastungseinrichtung
auf, die dem Gewicht des Trägers und der Kontaktwalze entgegen
wirkt und zur Vorgabe der Anlagekraft zwischen Kontaktwalze und
Spule einstellbar ist.
Bei derartigen Aufspulmaschinen können im unteren Drehzahlbe
reich von < 2000 m/Min. beim Aufwickeln Schwingungen an der
Spulspindel auftreten, die das Aufwickeln der Spule empfindlich
stören.
Demgemäß ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Aufspulen
eines Fadens zu schaffen, daß beim Aufwickeln der Spule die
Dämpfung der Spulspindel derart veränderbar ist, daß auch noch
bei extrem niedrigen Aufwickelgeschwindigkeiten gewickelt werden
kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Kennzeichen des
Anspruchs 1 gelöst.
Es hat sich gezeigt, daß die Dämpfung der Schwingungen an der
Spulspindel durch Einstellung der Anlagekraft, mit der die Kon
taktwalze die Spule an der Außenfläche berührt, zu beeinflussen
ist. Hierbei hat sich ein Zusammenhang ergeben, daß eine niedri
ge Anlagekraft insbesondere bei niedrigen Aufspulgeschwindigkei
ten eine hohe Schwingungsdämpfung an der Spulspindel bewirkt.
Bei niedrigen Anlagekräften besteht jedoch die Gefahr, daß die
Kontaktwalze zu Schlupf neigt, d. h. daß es zu einer Geschwindig
keitsdifferenz zwischen der Oberflächengeschwindigkeit der Spule
und der Oberflächengeschwindigkeit der Kontaktwalze kommt. Das
erfindungsgemäße Verfahren besitzt nun den Vorteil, daß die
Aufwicklung mit einer minimal vorgegebenen Anlagekraft und damit
hoher Dämpfung erfolgen kann. Nur für den Fall, daß eine Ge
schwindigkeitsdifferenz zwischen der Kontaktwalze und der Spu
lenoberfläche auftritt, wird kurzzeitig die Anlagekraft erhöht.
Damit wird der sich eingestellte Schlupf wieder eliminiert, so
daß sich die Geschwindigkeiten der Kontaktwalze und der Spulen
oberfläche angleichen und wiederum eine Änderung der Anlagekraft
bewirken. Damit wird erreicht, daß die zur Schlupfeliminierung
erforderliche höhere Anlagekraft nur kurzzeitig ansteht. Diese
Zeit reicht jedoch nicht aus, daß sich Schwingungen an der Spul
spindel aufbauen.
Die Änderung der Anlagekraft wird somit in Abhängigkeit von dem
Drehzahlverhältnis zwischen der Spulspindeldrehzahl und der
Kontaktwalzendrehzahl vorgenommen. Bekanntermaßen wird dieses
Drehzahlverhältnis während der Spulreise immer kleiner. Somit
ist eine Abweichung des Drehzahlverhältnisses in der Art, daß in
einem Zeitfenster das Verhältnis größer statt kleiner wird, ein
Anzeichen dafür, daß Schlupf vorliegen muß.
Mit dem Verfahren nach Anspruch 2 ist eine vorteilhafte Variante
gegeben, bei der die Anlagenkraft nur in dem Fall erhöht wird,
wenn das Drehzahlverhältnis beim Durchlaufen eines vorgegebenen
Zeitfensters konstant bleibt oder größer wird. Sobald das gemes
sene Drehzahlverhältnis im Vergleich zum Ausgangspunkt im Zeit
fenster kleiner wird, wird die Anlagenkraft wieder auf einen
Mindestwert eingestellt. Bei diese Variante wird die Aufwicklung
vorzugsweise mit einer Anlagekraft, die auf einen Mindestwert F1
gestellt ist, gewickelt. Nur bei unzulässiger Abweichung des
Drehzahlverhältnisses, also nur bei Schlupf, wird die Anlage
kraft erhöht. Die neu eingestellte Anlagekraft bleibt solange
erhalten bis das Drehzahlverhältnis wieder den gewünschten Ver
lauf annimmt.
Bei dem Verfahren nach Anspruch 3 besteht der Vorteil, daß keine
längeren Schlupfphasen entstehen können.
Die Weiterbildung des Verfahrens nach Anspruch 4 besitzt den
Vorteil, daß das Verfahren mit einfachen Mitteln über eine steu
erbare Entlastungseinrichtung an der Schwinge der Kontaktwalze
ausführbar ist.
Das Verfahren nach Anspruch 5 oder 6 sieht vor, daß die Anlage
kraft nach einem vorgegebenen Zeitprogramm zwischen einem höhe
ren und einem niedrigeren Wert verändert wird. Das ist besonders
von Vorteil, um neben der Schwingungsdämpfung den Spulenaufbau
während der Aufwicklung zu beeinflussen. Hiermit können vorteil
haft die Sattelbildung sowie die sogenannten Ausblühungen ver
hindert werden.
Hierbei ist von besonderem Vorteil, wenn das Zeitprogramm aus
einer Folge von Zeitintervallen mit konstanter Impuls-Pausen-Zeit
besteht.
Das erfindungsgemäße Verfahren bietet nun mehrere Möglichkeiten,
die Dämpfung der Schwingungen an der Spulspindel zu beeinflus
sen. Eine Möglichkeit sieht die Änderung der Anlage
kraft im Zeitfenster aufgrund eines auftretenden Schlupfes vor
rangig und unabhängig von der nach vorgegebenem Zeitprogramm
eintretenden Änderungen der Anlagekraft vor.
Eine weitere vorteilhafte Variante sieht die Änderung
der Anlagekraft im Zeitfenster zu Unterbrechung und Neustart der
nach vorgegebenem Zeitprogramm ablaufenden Änderung der Anlage
kraft vor.
Eine weitere vorteilhafte Verfahrensvariante sieht vor, daß die
Änderung der Anlagekraft im Zeitfenster zur Aktivierung eines
Zeitprogramms mit nur einem Zeitintervall führt, so daß die
geänderte Anlagekraft über eine Mindestzeit anliegt.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen
beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 die Seitenansicht einer Aufspulmaschine im Betrieb;
Fig. 2 die Frontansicht der Aufspulmaschine im Betrieb;
Fig. 3 ein Diagramm über den Verlauf des Drehzahlverhältnis
ses in Abhängigkeit vom Spulendurchmesser;
Fig. 4 einen Ausschnitt eines Zeitfensters aus Fig. 3;
Fig. 5 einen Ausschnitt eines Zeitfensters aus Fig. 3;
Fig. 6 ein Diagramm über den Verlauf der Anlagekraft in Ab
hängigkeit vom Spulendurchmesser;
Fig. 7.1 bis 7.4 ein Diagramm des Verlaufes der Anlagekraft in Abhän
gigkeit vom Spulendurchmesser.
Im folgenden wird das Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2
gemeinsam beschrieben.
Der Aufspulmaschine wird der Faden 3 mit konstanter Geschwin
digkeit zugeliefert. Der Faden 3 wird zunächst durch den Kopf
fadenführer 1 geführt, der die Spitze des Changierdreiecks bil
det. Sodann gelangt der Faden mit Bewegungsrichtung 2 zu der
Changiereinrichtung 4, die später beschrieben wird.
Hinter der Changiereinrichtung wird der Faden an der Kontakt
walze 11 mit mehr als 90° umgelenkt und sodann auf der Spule 6
aufgewickelt. Die Spule 6 wird auf der Spulhülse 10 gebildet.
Die Spulhülse 10 ist auf der frei drehbaren Spulspindel 5 aufge
spannt. Die Spulspindel 5 befindet sich mit der darauf aufge
spannten Spulhülse 10 und der darauf zu bildenden Spule in dem
Beginn der Betriebsposition.
Die Spulspindel 5 ist in einem drehbaren Zapfen 18 und exzen
trisch dazu drehbar gelagert. Die Spulspindel 5 wird durch den
Synchronmotor 29 angetrieben. Der Synchronmotor 29 ist fluchtend
mit der Spindel an dem Zapfen 18 befestigt. Der Synchronmotor
wird durch Frequenzgeber 30 mit Drehstrom von steuerbarer Fre
quenz versorgt. Die Ansteuerung des Frequenzgebers 30 geschieht
durch ein Steuergerät 31, das von einem Drehzahlsensor 53 ange
steuert wird. Der Drehzahlsensor 53 tastet die Drehzahl der
Kontaktwalze 11 ab. Durch das Steuergerät 31 wird der Frequenz
geber 30 der Spulspindel 5 so gesteuert, daß die Drehzahl der
Kontaktwalze 11 und damit auch die Oberflächengeschwindigkeit
der Spule trotz wachsenden Spulendurchmessers konstant bleibt.
Der Zapfen 18 ist in dem Gestell 17 der Aufspulmaschine drehbar
gelagert und wird durch den Antriebsmotor 33 verschwenkt. Der
Zapfenmotor 33 dient dazu, den Zapfen in dem Sinne zu drehen,
daß der Achsabstand zwischen der Kontaktwalze 11 und der Spindel
5 bei wachsendem Spulendurchmesser vergrößert wird.
Nach Fig. 1 ist die Kontaktwalze 11 auf einer Schwinge 48 gela
gert, so daß die Kontaktwalze eine Bewegung in radialer Kompo
nente zu der Spindel ausführen kann. Die Schwinge 48 ist im
Maschinengestell um Schwenkachse 50 schwenkbar gelagert. Die
Schwenkachse 50 wird durch einen Gummiblock gebildet. Dieser
Gummiblock ist im Maschinengestell fest eingespannt. An dem
Gummiblock ist die Schwinge 48 befestigt, so daß die Schwinge 48
gummi-elastisch verschwenkbar ist. Diese gummielastische Lage
rung wirkt wie eine Feder, die auf die Schwinge 48 im Sinne
einer Vergrößerung der Anlagekraft einwirkt. Durch eine Zylin
der-Kolben-Einheit 21, die pneumatisch beaufschlagt wird, und
die von unten gegen das Gewicht auf die Schwinge 48 einwirkt,
kann das Gewicht, das auf der Kontaktwalze und damit als Anlage
kraft auf der Spule lastet, ganz oder teilweise kompensiert
werden, so daß eine Feineinstellung eines Grundwertes der ge
wünschten Anlagekraft zwischen Kontaktwalze und Spulenoberfläche
einstellbar ist. Die Zylinderkolbeneinheit 21 ist mit einem
Ventil 51 verbunden. Das Ventil 51 wird mittels der Steuerein
richtung 52 angesteuert. Die Steuereinrichtung 52 ist mit dem
Steuergerät 31 verbunden. Für den Fall, daß das Drehzahlverhält
nis zwischen der Spulspindeldrehzahl und der Kontaktdrehzahl
unzulässig abweicht, wird ein Signal an die Steuereinrichtung 52
von dem Steuergerät 31 übermittelt. Die Steuereinrichtung 52
steuert das Ventil 51 derart an, daß die Zylinderkolbeneinheit
21 entweder mit einer Druckquelle 57 verbunden wird oder entla
stet wird.
Unmittelbar unterhalb der Schwinge 48 ist ein Wegsensor 56 an
geordnet. Der Wegsensor 56 ist mit der Steuereinrichtung 54
verbunden. Der Wegsensor 56 erfaßt die während der Aufspulung
ausgeführte Ausweichbewegung der Kontaktwalze 11. Sobald die
Ausweichbewegung einen bestimmten Sollwert überschreitet, gibt
der Sensor 56 ein Signal an die Steuereinrichtung 54. Die Steu
ereinrichtung 54 aktiviert den Zapfenmotor 33, so daß der Zapfen
18 in Drehrichtung 58 mit der Spulspindel 5 solange verschwenkt
wird, bis die Kontaktwalze 11 wieder auf ihrer Sollposition
angelangt ist und der Sensor 56 kein Signal mehr an die Steuer
einrichtung 54 übermittelt.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ist die Changiereinrich
tung als sogenannte "Flügelchangierung" ausgeführt. Sie weist
zwei Rotoren 12 und 13 auf, die durch ein Getriebe 22 mitein
ander verbunden und durch den Motor 14 angetrieben werden. An
den Rotoren 12 und 13 sind Flügel 8 und 9 befestigt. Die Rotoren
drehen sich mit unterschiedlicher Drehrichtung 27 und 28 und
führen dabei den Faden an einem Leitlineal 9 entlang, wobei der
eine Flügel die Führung in der einen Richtung übernimmt und dann
unter das Leitlineal taucht, während der andere Flügel die Füh
rung in der anderen Richtung übernimmt und dann unter das Leit
lineal taucht. Die Changiereinrichtung 4 ist beweglich im Ma
schinengestell der Aufspulmaschine gelagert. Hierzu dient eine
Schwinge 49, an deren freiem Ende die Changiereinrichtung befe
stigt ist und die mit dem anderen Ende derart schwenkbar gela
gert ist, daß die Changiereinrichtung eine Bewegung senkrecht zu
sich selbst und zu der Kontaktwalze, d. h. eine Parallelverschie
bung ausführen kann.
Die Betriebsweise der Aufspulmaschine ist im folgenden beschrie
ben:
In Fig. 1 ist der Betrieb der Spulspindel 5 gezeigt. Auf die Leerhülse 10 sind nur wenige Lagen gewickelt und die Kontakt walze 11 liegt in Umfangskontakt an der zu bildenden Spule an. Bei wachsendem Spulendurchmesser wird die Kontaktwalze in ra diale Richtung bewegt. Diese Bewegung wird vom Wegsensor 56 erfaßt.
In Fig. 1 ist der Betrieb der Spulspindel 5 gezeigt. Auf die Leerhülse 10 sind nur wenige Lagen gewickelt und die Kontakt walze 11 liegt in Umfangskontakt an der zu bildenden Spule an. Bei wachsendem Spulendurchmesser wird die Kontaktwalze in ra diale Richtung bewegt. Diese Bewegung wird vom Wegsensor 56 erfaßt.
Abhängig von dem Ausgangssignal des Wegsensors 56 wird der Zap
fenmotor 33 über die Steuereinrichtung 54 derart angesteuert,
daß sich der Zapfen um einen geringen Drehwinkel weiterdreht, in
dem Sinne, daß der Achsabstand zwischen der Kontaktwalze 11 und
der Spulspindel 5 vergrößert wird.
Sobald die Kontaktwalze ihre Sollposition wieder annimmt, wird
der Zapfenmotor deaktiviert.
Während des Aufspulens wird die Geschwindigkeit der von der
Spulenoberfläche angetriebenen Kontaktwalze 11 laufend mit dem
Drehsensor 53 gemessen. Das Drehzahlsignal wird dem Steuergerät
31 übermittelt. Das Steuergerät 31 vergleicht die gemessene
Drehzahl der Kontaktwalze 11 mit der Soll-Drehzahl der Kontakt
walze. Das Steuergerät 31 steuert den Frequenzgeber 30 an, um
den Spulspindelantrieb derart zu verstellen, daß die von der
Spulenoberfläche angetriebene Kontaktwalze ihre Solldrehzahl
erreicht. Das Steuergerät 31 bildet gleichzeitig das Drehzahl
verhältnis der Spulspindeldrehzahl ns und der Kontaktwalzendreh
zahl nk. Dabei wird ein Vergleich der Drehzahlverhältnisse der
letzten Einstellung zu Beginn eines Zeitfensters und das Dreh
zahlverhältnis der aktuellen Messung gebildet. In Abhängigkeit
von der Abweichung zwischen diesen beiden Werten wird eine Steu
ereinrichtung 52 angesteuert, die das Ventil 51 aktiviert und
eine entsprechende Gegenkraft oder Entlastung an der Schwinge 48
der Kontaktwalze 11 über die Zylinderkolbeneinheit 21 einbringt.
In Fig. 3 ist der grundsätzliche Verlauf des Drehzahlverhältnis
ses ns/nk über dem Spulendurchmesser während der Spulenreise
aufgezeigt. Das Drehzahlverhältnis nimmt hyperbolisch nach einer
bestimmten Funktion ab. Das Steuergerät 31 erfaßt nun die Ab
weichung zwischen dem Sollwert des Drehzahlverhältnisses und dem
momentanen Istwert.
In Fig. 4 ist ein Ausschnitt aus dem Kurvenverlauf gezeigt,
wobei die Situation in einem Zeitfenster mit der Impulszeit t
dargestellt ist. Der Eintrittspunkt in das Zeitfenster ist der
Betriebspunkt D1. D1 liegt auf der Soll-Kurve und entspricht mit
(ns/nk)l den Vorgaben. Während der Spulreise stellt sich nach der
Zeit t der Betriebszustand D2 ein. Der Betriebszustand D2 hat
ein Drehzahlverhältnis von
(ns/nk)₂ zur Folge. Ein Vergleich der Drehzahlverhältnisse in den
Betriebspunkten D1 und D2 ergibt, daß (ns/nk)₂ < (ns/nk)₁ ist.
Damit ergibt sich nur eine geringe Abweichung zur Sollkurve, die
in diesem Fall als zulässig eingestuft wird. Die Steuereinrich
tung 52 wird nicht aktiviert.
Im weiteren Verlauf der Spulreise ist in Fig. 5 eine Situation
dargestellt, bei der von einem Betriebszustand D3 zu einem Be
triebszustand D4 im Zeitfenster mit gleicher Impulszeit t gefah
ren wird. Hierbei stellt sich im Betriebszustand D4 ein größeres
Drehzahlverhältnis (ns/nk)₄ als (ns/nk)₃ ein. In diesem Fall wird
die Steuereinrichtung 52 aktiviert, um die Kolbenzylindereinheit
21 zu entlasten. Dadurch wird die Anlagekraft der Kontaktwalze
11 auf der Spulenoberfläche 6 erhöht. Aus dem im Betriebspunkt
D4 ermittelten Drehzahlverhältnis geht hervor, daß die Kontakt
walze langsamer geworden ist. Damit ist eine Differenz zwischen
der Oberflächengeschwindigkeit der Spule und der Oberflächenge
schwindigkeit der Kontaktwalze vorhanden, die auf einen Schlupf
schließen läßt.
Nachdem die Anlagekraft der Kontaktwalze 11 erhöht wurde, wird
im nächsten anschließenden Zeitfenster im Betriebspunkt D5 ein
Drehzahlverhältnis (ns/nk)₅ ermittelt, das im Vergleich zu dem
Drehzahlverhältnis im Betriebspunkt D3 kleiner geworden ist,
(n₃/nk)₅ < (ns/nk)₃ Das bedeutet, daß die Steuereinrichtung 52 das
Ventil 51 aktiviert, um die Kolbenzylindereinheit 21 mit der
Druckquelle 57 zu verbinden. Dadurch wird die Anlagekraft wieder
auf den ursprünglichen Mindestwert eingestellt. Die Steuerein
richtung 52 ist derart programmiert, daß immer eine Mindestanla
gekraft zwischen der Kontaktwalze und der Spule eingestellt ist.
In Fig. 6 ist die Anlagekraft in Abhängigkeit vom wachsenden
Spulendurchmesser D aufgezeigt. Hierbei sind die Betriebspunkte
D1 bis D5 aus den Fig. 4 und 5 übernommen. Das Diagramm
zeigt, daß eine Mindestkraft F1 konstant bis zu dem Betriebs
punkt D4 eingehalten wird. Im Betriebspunkt D4 erfolgt eine
Erhöhung der Anlagekraft auf dem Wert F2. Nachdem im Betriebs
punkt D5 kein Schlupf an der Kontaktwalze mehr gemessen wurde,
wird die Anlagekraft F2 wieder auf den Mindestwert F1 verrin
gert. Die Aufspulung wird mit der Mindestkraft F1 fortgesetzt.
In der Fig. 7.1 ist ein Anlagekraftverlauf über dem Spulendurch
messer D gezeigt, bei dem die Anlagekraft regelmäßig nach einem
Zeitprogramm mit einer Folge von Zeitintervallen mit einer Im
puls-Pausen-Zeit T zwischen einem Mindestwert F1 und einem
Höchstwert F2 verändert wird. Hierbei wird das Ventil 51 von der
Steuereinrichtung 52 impulsgesteuert. Bei dem in Fig. 1 gezeig
ten Verlauf sind die Betriebspunkte D4 und D5 wiederum einge
zeichnet. Hierbei tritt der Betriebspunkt D4 in eine Phase der
Aufspulung mit einer Minimalkraft F1 ein, so daß für die Zeit
dauer t des Zeitfensters unabhängig von dem Zeitintervall T die
Anlagekraft von dem Mindestwert F1 auf den Höchstwert F2 geän
dert wird. Die Impulsfolge der Zeitintervalle bleibt jedoch
davon unberührt.
In Fig. 7.2 bis 7.4 weitere Verfahrensvarianten aufgetragen. In
Fig. 7.2 wird mit Erreichen des Betriebszustandes D4 die Zeit
intervallfolge unterbrochen und das Zeitprogramm neu gestartet.
Im Fall von Fig. 3 wird bei Erreichen des Betriebszustandes D4
die Höchstkraft F2 eingestellt. Die Höchstkraft F2 bleibt dann
solange erhalten bis die durch das Zeitprogramm vorgegebenen
Änderungen von F2 auf F1 wieder eintreten.
In Fig. 7.4 ist aufgezeigt, daß grundsätzlich mit einer Minimal
kraft F1 gespult wird. Nur im Fall, daß Schlupf an der Kontakt
walze gemessen wird, erhöht sich die Anlagekraft auf den Höchst
wert F2. Im Betriebspunkt D4 wird dann jedoch das Zeitintervall
T aktiviert, so daß die Anlagekraft F2 über dem Betriebspunkt D5
hinaus beibehalten wird.
Bezugszeichenliste
1 Kopffadenführer
2 Fadenlaufrichtung
3 Faden
4 Changiereinrichtung
5 Spulspindel
6 Spule
7 Flügel
8 Flügel
9 Leitlineal
10 Spulhülse
11 Kontaktwalze
12 Rotor
13 Rotor
14 Changiermotor
17 Lieferwerk
18 Spulenrevolver
19 Umfang
20 Kugellager
21 Zylinderkolbeneinheit
22 Changiergetriebe
25 Aushebeeinrichtung
27 Drehrichtung
28 Drehrichtung
29 Motor
30 Frequenzgeber
31 Steuergerät
33 Zapfenmotor
34 Schwenkachse
48 Schwinge
49 Schwinge
50 Schwenkachse
51 Druckfeder
52 Kraftmeßdose
53 Drehsensor
54 Drehsteuereinrichtung
55 Drehrichtung
56 Wegsensor
57 Druckquelle
58 Drehrichtung
2 Fadenlaufrichtung
3 Faden
4 Changiereinrichtung
5 Spulspindel
6 Spule
7 Flügel
8 Flügel
9 Leitlineal
10 Spulhülse
11 Kontaktwalze
12 Rotor
13 Rotor
14 Changiermotor
17 Lieferwerk
18 Spulenrevolver
19 Umfang
20 Kugellager
21 Zylinderkolbeneinheit
22 Changiergetriebe
25 Aushebeeinrichtung
27 Drehrichtung
28 Drehrichtung
29 Motor
30 Frequenzgeber
31 Steuergerät
33 Zapfenmotor
34 Schwenkachse
48 Schwinge
49 Schwinge
50 Schwenkachse
51 Druckfeder
52 Kraftmeßdose
53 Drehsensor
54 Drehsteuereinrichtung
55 Drehrichtung
56 Wegsensor
57 Druckquelle
58 Drehrichtung
Claims (10)
1. Verfahren zum Aufspulen eines Fadens zu einer Spule, bei
welchem die Spule auf einer Spulspindel aufgespannt ist,
bei dem die Oberflächengeschwindigkeit der Spule durch eine
rotierende Kontaktwalze gemessen und bestimmt wird, in dem
die Drehzahl ns der Spulspindel in Abhängigkeit zur Dreh
zahl nk der Kontaktwalze gesteuert wird, bei dem der Ab
stand zwischen den Achsen von Kontaktwalze und Spulspindel
in Abhängigkeit von dem Spulendurchmesser verändert wird
und bei dem die Anlagekraft zwischen der Kontaktwalze und
der Spule steuerbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Drehzahlverhältnis zwischen der Spulspindeldrehzahl ns und der Kontaktwalzendrehzahl nk bestimmt wird,
daß die Änderung des Drehzahlverhältnisses ns/nk in einem vorgegebenem Zeitfenster bestimmt wird und
daß die Anlagekraft in Abhängigkeit von der Änderung des Drehzahlverhältnisses ns/nk gesteuert wird.
das Drehzahlverhältnis zwischen der Spulspindeldrehzahl ns und der Kontaktwalzendrehzahl nk bestimmt wird,
daß die Änderung des Drehzahlverhältnisses ns/nk in einem vorgegebenem Zeitfenster bestimmt wird und
daß die Anlagekraft in Abhängigkeit von der Änderung des Drehzahlverhältnisses ns/nk gesteuert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Anlagekraft erhöht wird, wenn das Drehzahlverhältnis n₃/nk im Zeitfenster konstant bleibt oder größer wird und
daß die Anlagekraft auf einen Mindestwert F1 gehalten oder eingestellt wird, wenn das Drehzahlverhältnis ns/nk im Zeitfenster kleiner wird.
die Anlagekraft erhöht wird, wenn das Drehzahlverhältnis n₃/nk im Zeitfenster konstant bleibt oder größer wird und
daß die Anlagekraft auf einen Mindestwert F1 gehalten oder eingestellt wird, wenn das Drehzahlverhältnis ns/nk im Zeitfenster kleiner wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
bei erhöhter Anlagekraft die Änderung des Drehzahlverhält
nisses ns/nk im folgendem Zeitfenster auf den Eingangswert
des Drehzahlverhältnisses des vorhergehenden Zeitfensters
bezogen ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Anlagenkraft auf einen Mindestwert F1 oder einen Höchs
twert F2 eingestellt wird, wobei F1 < F2.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Änderung der Anlagekraft nach einem vorgegebenen Zeit
programm erfolgt.
6. Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Anlagekraft derart gesteuert wird, daß sich die Anlage
kraft nach einem vorgegebenen Zeitprogramm ändert.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Zeitprogramm aus einer Folge von Zeitintervallen mit
konstanter Impuls-Pausen-Zeit T besteht.
8. Verfahren nach Anspruch 5 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Änderung der Anlagekraft im Zeitfenster vorrangig und
unabhängig gegenüber der Änderung der Anlagekraft nach dem
Zeitprogramm ist.
9. Verfahren nach Anspruch 5 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Änderung der Anlagekraft im Zeitfenster zu Unterbre
chung und Neustart der Änderungen der Anlagekraft nach dem
Zeitprogramm führt.
10. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Änderung der Anlagekraft im Zeitfenster das Zeitpro
gramm mit nur einem Zeitintervall aktiviert, wobei das
Zeitintervall eine Vielzahl von Zeitfenster umfaßt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19705262A DE19705262A1 (de) | 1996-09-03 | 1997-02-12 | Verfahren zum Aufspulen eines Fadens zu einer Spule |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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| DE19705262A DE19705262A1 (de) | 1996-09-03 | 1997-02-12 | Verfahren zum Aufspulen eines Fadens zu einer Spule |
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|---|---|
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ID=7804499
Family Applications (1)
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Country Status (1)
| Country | Link |
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Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102006054980A1 (de) * | 2006-11-22 | 2008-06-05 | Georg Sahm Gmbh & Co. Kg | Spulmaschine |
| FR2918977A1 (fr) * | 2007-07-16 | 2009-01-23 | Ritm Soc Par Actions Simplifie | Dispositif pour systemes de renvidage ou de bobinage |
| DE102018120322A1 (de) * | 2018-08-21 | 2020-02-27 | Maschinenfabrik Rieter Ag | Spinn- oder Spulmaschine und Methode zum Betreiben einer Spinn- oder Spulmaschine |
-
1997
- 1997-02-12 DE DE19705262A patent/DE19705262A1/de not_active Withdrawn
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102006054980A1 (de) * | 2006-11-22 | 2008-06-05 | Georg Sahm Gmbh & Co. Kg | Spulmaschine |
| DE102006054980B4 (de) * | 2006-11-22 | 2008-08-14 | Georg Sahm Gmbh & Co. Kg | Spulmaschine |
| FR2918977A1 (fr) * | 2007-07-16 | 2009-01-23 | Ritm Soc Par Actions Simplifie | Dispositif pour systemes de renvidage ou de bobinage |
| DE102018120322A1 (de) * | 2018-08-21 | 2020-02-27 | Maschinenfabrik Rieter Ag | Spinn- oder Spulmaschine und Methode zum Betreiben einer Spinn- oder Spulmaschine |
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